Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Online-Portal – alles rund um die Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Aktuelles

Vollmilchpulver am Weltmarkt mit Preisabschlägen gehandelt

Am internationalen Markt für Milcherzeugnisse hat sich die Preisschwäche Anfang November fortgesetzt. Bei der Auktion auf der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) am Dienstag vergangener Woche (7.11.) fiel der gewichtete Index der sieben gehandelten Standardmilchprodukte gegenüber der vorherigen Auktion von Mitte Oktober um 3,5 %; es war der dritte Rückgang in Folge. Maßgeblich dafür war vor allem der Wertverlust von Vollmilchpulver, dem umsatzstärksten Produkt an der GDT. Für das ausschließlich von Fonterra angebotene Pulver wurden im Schnitt aller Qualitäten und Liefertermine 2 852 $/t (2 461 Euro) gezahlt; das waren 5,5 % weniger als bei der Versteigerung vor drei Wochen. Im Vorjahresvergleich entsprach es einem Abschlag von 16,7 %. Erneute Erlöseinbußen mussten bei der jüngsten GDT-Auktion auch die Anbieter von Butter hinnehmen. Eine Tonne des Fettproduktes ließ sich im Mittel aller Kontrakte für 5 516 $ (4 759 Euro) verkaufen; im Vergleich zur Auktion von Mitte Oktober bedeutete das ein Minus von 3,6 %. Gegenüber dem Jahreshöchstpreis, der Mitte September erzielt wurde, hat die Butter wieder 8,5 % an Wert verloren. Preisabschläge von durchschnittlich 2,8 % auf 4 001 $/t (3 452 Euro) waren für Cheddarkäse zu verzeichnen. Das Erlösniveau lag damit hier aber noch gut 8 % über dem Wert von Anfang November 2016. Bei der aktuellen Handelsrunde an der GDT gab es jedoch auch Milchprodukte, für die die Käufer bereit waren, mehr Geld anzulegen. Dazu zählte Magermilchpulver, dessen durchschnittlicher Verkaufserlös gegenüber der vorherigen Auktion um 1,2 % auf 1 818 $/t (1 569 Euro) stieg. Für Ware von Fonterra, die in den Monaten Februar bis April 2018 zu liefern ist, ließen sich dabei im Mittel aller Qualitäten sogar Preiszuschläge von rund 6 % gegenüber Mitte Oktober realisieren. Nach oben ging es auch mit dem durchschnittlichen Verkaufspreis für wasserfreies Milchfett, allerdings nur um 0,5 % auf 6 894 $/t (5 948 Euro). Die Verkaufserlöse von Buttermilchpulver legten dagegen kräftig zu, nämlich um 7,2 % auf 1 931 $/t (1 666 Euro) zu. AgE  

Umrechnungskurs 1 $ = 0,8628 Euro

Molkereien müssen dem Fachkräftemangel entgegensteuern

Der drohende Fachkräftemangel aufgrund der demografischen Entwicklung ist für die Molkereiwirtschaft in Nordrhein-Westfalen eine der großen Herausforderungen in der Zukunft. Dies hat der Vorsitzende des Fachverbandes der Milchwirtschaftler Westfalen-Lippe, Claus Wiegert, bei der Herbsttagung seiner Organisation am 4. November in Gütersloh betont, bei der zudem die feierliche Auszeichnung von 52 Molkereifachleuten und die Prämierung von Molkereien durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) im Mittelpunkt stand. Wiegert wies dabei sowohl auf die Bedeutung der betrieblichen Ausbildung als auch auf die Wichtigkeit der permanenten Weiterbildung von Mitarbeitern hin. Die demografische Entwicklung mache vor den Molkereien nicht halt, weshalb nicht nur praxisorientierte Weiterbildungsangebote für Fachkräfte, sondern auch für Quereinsteiger erforderlich seien. Deshalb habe der Zentralverband Deutscher Milchwirtschaftler (ZDM) die „Deutsche Molkerei Akademie“ gegründet, die sich genau an diese Zielgruppe richte. Die Akademie soll dabei laut Wiegert nicht mit den etablierten milchwirtschaftlichen Bildungsträgern konkurrieren, sondern deren Angebote passgenau ergänzen, um dann über eine gemeinsame Plattform zu verfügen. Der DLG-Landesbevollmächtigte Markus Stamos wies auf die Bedeutung der Auszeichnungen der Landwirtschafts-Gesellschaft im Rahmen der Wertschöpfungskette Milch hin. Nach seinen Angaben wurde in diesem Jahr die Qualität von 3 160 Molkereiprodukten bewertet, wobei insgesamt 227 Betriebe aus allen Regionen Deutschlands und aus 15 Ländern der Europäischen Union am Qualitätswettbewerb teilnahmen. Die Region Westfalen war mit acht Molkereistandorten in der Prüfung vertreten. Sie erhielten für ihre Milcherzeugnisse 53 DLG-Preise in Gold sowie eine Auszeichnung in Silber und gehörten mit einer Prämierungsquote von 95,0 % zu Deutschlands Qualitätsführern. AgE

foodwatch hält an Forderung nach einer Lebensmittel-Ampel fest

Die Verbraucherorganisation foodwatch sieht weiterhin dringenden Handlungsbedarf in Sachen Lebensmittelkennzeichnung, um den ihrer Meinung nach „gängigen Etikettenschwindel“ zu beheben. Wie foodwatch-Vertreter Oliver Huizinga am vergangenen Mittwoch (8.11.) vor Journalisten in Berlin ausführte, sind vor allem die Schriftgröße und Lesbarkeit der Etikettierung, die Art der Nährwertkennzeichnung, das Fehlen von Herkunftsangaben bei verarbeitenden Produkten sowie erlaubte Gesundheitsversprechen zu kritisieren. Erneut warb foodwatch für die Einführung einer Lebensmittel-Ampel, nun nach dem Vorbild der französischen Regelung mit den Ampelfarben, die nach einer längeren Testphase seit Anfang dieses Monats in den dortigen Supermärkten auf den Verpackungen zu finden sind. Huizinga bewertete vor allem die Entwicklung durch unabhängige Experten in Frankreich positiv und kritisierte deshalb die Ankündigung der Unternehmen Unilever, Mars, Nestlé, Coca-Cola, Pepsico und Mondelēz, eine eigene EU-weite Lebensmittelkennzeichnung für ihre Produkte zu entwickeln. Der foodwatch-Vertreter befürchtet „interessensgesteuerte Umgehungsmechanismen“. Mit Blick auf die in Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Finnland vorgeschriebene Herkunftsangabe bei Milch und anderen Produkten warf Huizinga der Bundesregierung Tatenlosigkeit vor. Zwar habe sich Deutschland nie ausdrücklich dagegen geäußert, allerdings auch nichts für deren Einführung unternommen. Derweil stellte der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) in einem Videobeitrag zur Lebensmittelkennzeichnung klar, dass Transparenz im Supermarkt „kein leeres Versprechen sei“. Gleichzeitig betonte BLL- Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff die Notwendigkeit einer freiwilligen Kennzeichnung „für einen funktionierenden Wettbewerb“. Die Nährwerttabelle, in der die Energie und die wichtigsten Nährstoffe bei allen Lebensmitteln bezogen auf 100 g oder 100 ml angegeben würden, bleibe die sinnvollste und objektivste Form der Information über den Nährwert der Produkte. Farbliche Bewertungen einzelner Nährstoffe oder gar eine Aufrechnung vermeintlich positiver und negativer Nährstoffe gegeneinander, seien nicht wissenschaftlich ausgereift und daher ungeeignet, Lebensmittel für die eigene individuelle Ernährung einzuordnen, erklärte Minhoff. Er warnte auch vor einer Förderung von Protektionismus und Nationalismus durch die Herkunftskennzeichnungen. Die Herkunft allein sei kein Qualitätsmerkmal. AgE

Agrarressort fördert neue Projekte gegen Lebensmittelverschwendung

Das dänische Landwirtschaftsministerium unterstützt Initiativen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, bei denen die Akteure mitunter auch neue Wege gehen. Gefördert wird unter anderem ein Projekt, im Rahmen dessen Lebensmittelketten nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufene, aber immer noch verzehrsfähige Produkte an Schulkantinen und für Kochkurse an den Schulen abgeben. Landwirtschaftsminister Esben Lunde Larsen wies darauf hin, dass landesweit immer noch jeden Tag rund 10 000 Einkaufswagen voller Lebensmittel ungenutzt verschwendet würden. Deshalb seien neue Ideen gefragt, wie man mit dem Problem umgehen könne. Nach Larsens Überzeugung ist die Einbeziehung der Schulen bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung besonders wichtig. Auf diese Weise würden die Schüler frühzeitig sensibilisiert und könnten einen besseren Umgang mit Nahrungsmitteln erlernen. Eigenen Angaben zufolge fördert das Kopenhagener Agrarressort insgesamt neun derartige Projekte mit umgerechnet rund 550 000 Euro. AgE

Umrechnungskurs: 1 dkr = 0,1344 Euro

Bauernverband untermauert Absage an staatliche Mengensteuerung

Der Deutsche Bauernverband (DBV) untermauert seine ablehnende Haltung gegenüber einer staatlichen Mengensteuerung zur Verhinderung von Preiskrisen in Agrarmärkten. In seinem aktualisierten Faktencheck zur Mengensteuerung im Milchsektor verweist der DBV auf eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen und Erfahrungen der vergangenen Jahre. Sie hätten gezeigt, dass planwirtschaftliche Instrumente keineswegs geeignet seien, um den Mengendruck und den Preisverfall entscheidend zu beeinflussen. Die deutschen Milchbauern hätten sich in den letzten Jahren in einem zunehmend globalisierten und liberalisierten Milchmarkt behaupten müssen. Der Bauernverband erinnert daran, dass diese Entwicklung von allen politischen Entscheidungsträgern während der vergangenen zwei Jahrzehnte aktiv vorangetrieben worden sei. Als Folge der offenen Märkte könnten staatliche Eingriffe in einzelbetriebliche Produktionsentscheidungen keine ausreichende Wirkung mehr entfalten. Aus dem Faktencheck gehe hervor, dass Wissenschaftler die Wirkung einer Mengensteuerung auf die Preisgestaltung selbst im unrealistischen Szenario eines vollkommen geschlossenen EU-Marktes als äußerst gering einschätzten. Die staatlichen Maßnahmen kämen zudem regelmäßig zu spät. In offenen Märkten verpuffe selbst dieser geringe Effekt gänzlich.

Neben der unbefriedigenden Marktwirkung schwäche eine staatliche Mengensteuerung langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Milchsektors, so der DBV. Eine Mengenregulierung rechtfertige demnach nicht den hohen und teuren Aufwand einer Umsetzung und widerspreche zudem der langfristig marktorientierten Ausrichtung der EU-Agrarpolitik. Statt stattlicher Mengenregulierung müssten in den globalen Milchproduktmärkten die Preissignale frühzeitiger an die einzelnen Milchbauern weitergegeben werden. Andernfalls werde eine zeitgerechte Reaktion des Einzelnen auf die aktuelle Marktlage verhindert. Ferner bestehe die Notwendigkeit für eine verbindlichere Planung von Anlieferungsmengen zwischen Molkereien und Milchbauern, wenn Milchverarbeiter dem Problem begegnen wollten, den Rohstoffzugang nicht bedarfsgerecht planen zu können. Der Bauernverband versteht seinen aktualisierten Faktencheck als Beitrag zu einer ehrlicheren öffentlichen Diskussion. AgE

Stahl bleibt an der Spitze des Milchindustrie-Verbandes

Peter Stahl bleibt Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes (MIV). Der Vorstandsvorsitzende der Hochland Unternehmensgruppe in Heimenkirch wurde im Rahmen der MIV-Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag (27.10.) in Augsburg für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Stahl steht seit 2015 an der Spitze des MIV. Auf Kontinuität setzt der Verband auch in seiner erweiterten Führung. Beide bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, der Geschäftsführer der frischli Milchwerke in Rehburg-Loccum, Hans Holtorf, und das Vorstandsmitglied der Milchwerke Schwaben in Neu-Ulm, Jakob Ramm, wurden wiedergewählt. Ramm wurde zudem erneut für das Amt des Schatzmeisters bestimmt. Neu in den MIV-Vorstand gewählt wurden der Chef von FrieslandCampina Germany, Jan Kruise, der MIV-Geschäftsführer von Mondelez Deutschland, Philipp Guht, sowie der stellvertretende Meggle-Vorstandsvorsitzende Reinhold Schlensok. Ausgeschieden sind Peter Weltevreden, Fridolin Frost sowie Sil van der Ploeg. AgE

Auslandsnachfrage lässt Lebensmittelindustrie wachsen

Der wachsende Konsum von höherwertigen Lebensmitteln in Deutschland und den europäischen Nachbarländern sowie eine steigende Exportnachfrage haben bei der deutschen Ernährungsindustrie im zweiten Quartal 2017 sowie Juli und August für einen Auftrieb gesorgt. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), der am vergangenen Freitag (27.10.) in Berlin vorgelegt wurde. Demnach wurden zwischen April und Juni in der Branche insgesamt 44,8 Mrd Euro erwirtschaftet, davon 14,6 Mrd Euro im Lebensmittelexport. Im Vorjahresvergleich ist die Ernährungsindustrie damit um 6,3 % gewachsen. Das Exportgeschäft legte wertmäßig um 4,3 % zu. In den beiden darauffolgenden Monaten erreichte der Umsatz nach Angaben des Dachverbandes zusammengenommen 29,9 Mrd Euro; das waren 5,9 % mehr als im Vorjahr. Allein im August waren der BVE zufolge 15,4 Mrd Euro erwirtschaftet worden. Die Exporterlöse kletterten von Anfang Juli bis Ende August gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum 2016 um 3,5 % auf 9,7 Mrd Euro; davon entfielen 5,0 Mrd Euro auf den August. Die um arbeitstägliche und saisonale Schwankungen bereinigte Produktionsleistung der Branche konnte laut Bericht im Juli und August 2017 binnen Jahresfrist um 1,7 % erweitert werden. Der Index für die Nahrungsmittelproduktion verbesserte sich um 1,8 % und in der Getränkeindustrie um 0,8 %. Mit der guten konjunkturellen Lage einher gehen „positive Anreize für einen Ausbau der Lebensmittelproduktion sowie der Beschäftigung“, hielt BVE-Geschäftsführerin Stefanie Sabet fest. Stimmungsumfragen unter den Herstellern belegten auch für das vierte Quartal positive Geschäftserwartungen. Der Ausblick der BVE auf das erste Quartal 2018 fällt hingegen „deutlich verhaltener“ aus. Wettbewerbs- und Kostendruck sorgen nach Einschätzung der Bundesvereinigung für eine angespannte Ertragslage. In die Karten spielt den Herstellern jedoch die Stimmung unter den Verbrauchern. Laut BVE steigen sowohl deren Konsumbewusstsein als auch die Qualitätsansprüche. Der zunehmende Außer-Haus-Konsum begünstige allerdings eine rückläufige Mengenentwicklung im Lebensmitteleinzelhandel. Umsatzsteigerungen im Lebensmitteleinzelhandel seien somit hauptsächlich preisbedingt erzielbar. AgE

MIV rechnet für 2017 mit Milchauszahlungspreis von 36 Cent im Mittel

Im Jahresdurchschnitt dürften die Milcherzeuger in Deutschland für ihre Lieferungen an die Molkereien einen Preis von 36 Cent/kg bezogen auf einen Fettgehalt von 4,0 % erzielen. Davon geht der Milchindustrie-Verband (MIV) aus. Für 2016 weist der Verband in seinem aktuellen Geschäftsbericht einen vorläufigen Preis von nur rund 27 Cent/kg Milch aus. Allerdings gab der MIV am vergangenen Donnerstag (26.10.) auf seiner Jahrestagung in Augsburg zu bedenken, dass höhere Milchpreise zu einer höheren Milchproduktion führten, was die Saisonkurven in Deutschland und in anderen Ländern deutlich zeigten. Diese Entwicklung könne noch zu Korrekturen beim Milchpreis führen. Mit Blick auf das Jahresende 2017 und das Jahr 2018 räumte der Milchindustrie-Verband ein, dass die Milchmengenentwicklung nur schwierig abzuschätzen sei. Allerdings sei die Kaufkraft in Deutschland vorhanden und die Akzeptanz für Milch und Milchprodukte sehr groß. Nun gelte es, das noch positive Preisbild in das neue Jahr „mitzunehmen“. Das Jahr 2017 verlief dem MIV zufolge bislang zufriedenstellend trotz uneinheitlicher Entwicklungen in den einzelnen Marktsegmenten. So resümierte MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser, dass die Butter- und Sahnepreise „durch die Decke gegangen“ seien und deshalb gute Verwertungsmöglichkeiten für die Rohmilch geschaffen hätten. „Allerdings hat sich mittlerweile der Fettmarkt deutlich beruhigt“, stellte Heuser fest. Für das Weihnachtsgeschäft sei genügend Ware vorhanden. Außerdem habe vor allem die positive Entwicklung der Käsenotierungen den Milchpreis deutlich stabilisiert. Allerdings habe im Milcheiweißsektor die Intervention wieder in Anspruch genommen werden müssen. Die betreffenden Bestände in Brüssel wüchsen, so dass von der EU-Kommission bald neue Politikvorschläge erwartet würden. Im Hinblick auf den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU erwartet der MIV schwierige Planungen, weil England ein wichtiger Kunde deutscher Molkereien sei. Für die Zeit nach dem Brexit setzt sich der Verband in Handelsfragen für liberale Ansätze ein. Zu den von der EU geplanten Freihandelsabkommen stellte der MIV fest, dass diese bei Ländern mit Importbedarf sinnvoll sein könnten. Vor Freihandelsabkommen mit reinen Exportländern wie Neuseeland sei aber zu warnen. AgE

Ernährungsbranche muss sich auf Digitalisierung einstellen

Die überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen der mitteldeutschen Ernährungsbranche müssen sich auf die zunehmende Digitalisierung einstellen. Beim 3. Mitteldeutschen Ernährungsgipfel in Dresden prognostizierte Prof. Harald Rohm von der Technischen Universität Dresden, dass die digitalen Daten den künftigen Lebensmittelmarkt nachhaltig verändern würden. Es gehe nicht nur um die reine Verfügbarkeit der Waren, sondern stärker um die Erfüllung von Bedürfnissen, so Rohm. Der Lebensmittelhandel sei dabei nur das Basisgeschäft. Ein unmittelbar individuell zugeschnittenes Warenangebot könnte dem Einzelnen sehr helfen, sei aber vom klassischen Handel in der Form nicht zu leisten. Dr. Erik Maier von der Handelshochschule Leipzig sah aber auch neue Bindungsmöglichkeiten für Lebensmittelhersteller und Händler. „Das Spiel“ werde anspruchsvoller, ermögliche aber auch Chancen auf höhere Erträge. Das Vorstandsmitglied der KONSUM Leipzig eG, Michael Faupel, räumte ein, das Online-Lieferdienste als unverzichtbare Expansionstreiber gelten würden. Er sei jedoch überzeugt, dass auch im stationären Lebensmittelhandel mit „Innovationskraft und der Schaffung von Einkaufserlebnissen“ ein profitables Wachstum generiert werden könne. Dafür müsse man die Kundenbedürfnisse „von morgen“ kennen und veränderungswillig bleiben. AgE

Molkereigenossenschaften lehnen Preis- und Mengenvorgaben in Milchverträgen ab

Die dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) angebundene Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) lehnt mögliche Preis- und Mengenfestlegungen in Milchverträgen als einen „direkten“ und „massiven“ Eingriff in die „bäuerliche Selbstverwaltung“ der Molkereigenossenschaften ab. Mit Blick auf die Ergebnisse des EU-Trilogs zur Halbzeitbewertung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) beziehungsweise zum Agrarteil der Omnibusverordnung kritisierte die IGM am vergangenen Donnerstag (26.10.) in Berlin außerdem, dass mögliche Vorgaben zur Ausarbeitung und Umsetzung der Preis- und Mengenfestlegungen bisher völlig unklar blieben. Geplant seien unter anderem Änderungen des Artikels 148 der Gemeinsamen Marktordnung (GMO), der Regelungen zu den Milchlieferbeziehungen beinhalte. Soweit ein Mitgliedstaat den Abschluss schriftlicher Verträge vorschreibe, solle darin auch verbindlich eine Übereinkunft zu Mengen und Preisen für eine bestimmte Liefermenge getroffen werden können, so die IGM. Sie sieht darin einen „praxisfernen“ Ansatz, der nach ihrer Einschätzung insbesondere in Krisenphasen keinen positiven Effekt auf den Gesamtmarkt haben werde.

Gegen externe Einflussnahme

Des Weiteren solle ergänzt werden, dass ein einzelner Landwirt oder eine Erzeugerorganisation, sofern der betreffende Mitgliedstaat keinen Abschluss schriftlicher Verträge vorschreibe, einen solchen Kontrakt individuell von seinem Abnehmer verlangen könne, führte die IGM aus. In einigen Fachmedien sei dargestellt worden, dass dies auch innerhalb von Genossenschaften gelten solle. Dies sei jedoch nicht zutreffend. Die von vornherein vorgesehene Ausnahme der Genossenschaften sei in den Kompromisstext aufgenommen worden. Die Interessengemeinschaft betont, dass es zum Kern der gesellschaftsrechtlichen Struktur gehöre, dass die Landwirte als Eigentümer der Molkereigenossenschaften in demokratischen Verfahren die Unternehmensstrategie mitbestimmten und insbesondere die in Satzung und Anlieferungsordnung festgelegten Lieferbedingungen selbst regeln könnten. In den genossenschaftlichen Unternehmen würden die Beschlüsse über die zukünftige Ausrichtung individuell, unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse aller Beteiligten, sowie stets in enger Abstimmung mit den Milcherzeugern und Eigentümern getroffen. Eine „externe Einflussnahme in bewährte genossenschaftliche Strukturen“ werde deshalb mit Nachdruck abgelehnt. AgE

Verbraucher sollten Tierschutz auch beim Kaufverhalten honorieren

Auf die in Österreich erzielten Fortschritte bei modernen Tierschutzstandards und deren ständige Weiterentwicklung hat der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, Franz Eßl, hingewiesen. „Was bei uns sowohl in der Nutztier- als auch in der Heimtierhaltung an Maßnahmen zur artgerechten Tierhaltung gilt, ist anderen europäischen Ländern nach wie vor fremd“, erklärte Eßl anlässlich des Welttierschutztages, der am 4. Oktober begangen wurde. Erst kürzlich sei unter Einbindung einer großen Anzahl an Experten im Wiener Nationalrat ein ausgewogenes und zukunftsorientiertes Tierschutzpaket beschlossen worden. Künftig würden alle Eingriffe bei Nutztieren unter Schmerzlinderung durchgeführt. Eßl forderte darüber hinaus ein höheres Konsumbewusstsein für diese Thematik, denn Tierschutz sei auch beim Kaufverhalten gefragt. „Wer auf heimische Qualität beim Kauf von Lebensmitteln achtet, ist daher auf der sicheren Seite“, betonte der Kammerpräsident unter Hinweis auf die hohen Standards im Tierhaltungsbereich sowie in der Verarbeitung. Die heimischen Bauern lebten von artgerechter Tierhaltung, die in den Betrieben steigende Investitions- und Betriebskosten verursachten. Wer es mit dem Tierschutz ernst meine, müsse daher auf heimische und regionale Produkte setzen.    AgE

Global Food Summit zur Zukunft der Lebensmittelproduktion

Die Chancen, aber auch die ethischen Dimensionen neuer Ansätze in der Lebensmittelerzeugung stehen im Mittelpunkt des Global Food Summit, der am 29. und 30. November in Berlin stattfindet. Nach Angaben der Veranstalter werden in nicht einmal 30 Jahren rund 6 Milliarden Menschen in immer größeren Städten leben, was die Herstellung von Lebensmitteln radikal verändern dürfte. Mega-Cities mit hochspezialisierten Fachkräften, eine digital-vernetzte Lebenswelt und der Anspruch, gesund älter zu werden, seien die prägenden Faktoren einer künftigen und zunehmend urbanen Nahrungsmittelproduktion. Laut den Organisatoren des Global Food Summit werden daher international renommierte Akteure aus Wissenschaft und Praxis „bahnbrechende neue Technologien und innovative Ansätze bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln“ vorstellen. Dazu zählen neben dem Mitentwickler der CRISPR/Cas9-Methode zum Genome-Editing, Samuel Sternberg, auch Fabian Riedel, der als Deutschlands erster Großstadt-Fischer in der Nähe von München Salzwasser-Garnelen züchtet, sowie Max Kultscher und Baris Özel, die bei Osnabrück Insekten-Burger aus Mehlwürmern für ganz Europa produzieren. AgE

Milchbotschafter bitten auf der Infa zum Gespräch

Mit ihrer Beteiligung an der Erlebnis- und Einkaufsmesse Infa in Hannover will die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) den Verbrauchern die Gelegenheit bieten, sich mit „Bauern als Botschaftern“ ganz persönlich über die heimische Milchwirtschaft auszutauschen. Außerdem haben die Besucher noch bis zum kommenden Sonntag (22.10.) die Chance, am LVN-Stand eine Hofübernachtung zu gewinnen. Überdies bietet die Förderungsgesellschaft für Milchgaststätten als Standnachbar bekannte Milchmixgetränke und weitere Leckereien aus Milchprodukten wie Quarkspeisen als Erfrischung an. Parallel zum Info-Auftakt fand am vergangenen Sonntag (15.10.) auf dem Messegelände in Hannover die Biofach Nord statt. Die Ausstellung richtete sich nach Angaben des Landvolks Niedersachsen allerdings ausschließlich an Fachbesucher und präsentierte Neuheiten aus der Ökobranche. Laut Landvolkverband gab es im vergangenen Jahr im deutschen Bioanbau eine Erweiterung der Anbauflächen um rund 162 000 ha. Die Erlöse der Biolandwirte sind um fast 2 Mrd Euro oder gut 9 % gestiegen; vor allem tierische Produkte sind gefragt gewesen. Die Verkaufserlöse für Biogemüse haben im Jahr 2016 dem Landesbauernverband zufolge mit einem Wachstum von 19 % erstmals die Marke von 300 Mio Euro erreicht. Damit ist Gemüse beim Umsatz hinter Milch die zweitwichtigste Produktgruppe der Biolandwirtschaft. Kritisch sieht der Ausschuss Ökolandbau im Landvolkverband trotz dieser Erfolge jedoch den Trend zu größeren Strukturen im Handel mit Biolebensmitteln und hin zu Supermärkten. AgE

Biounternehmen mit BÖLN-Förderung auf der Anuga

Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Biounternehmen auf der Anuga ihr breitgefächertes Angebot präsentieren. Dank der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft können auch kleine biozertifizierte Unternehmen ihre innovativen Produkte ausstellen und einem breiten Fachpublikum zugänglich machen.

Aus einem Messefördertopf des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft den diesjährigen Anuga-Auftritt von insgesamt neunzehn kleinen und mittleren Biounternehmen. Davon profitierten nicht nur die Aussteller selbst, sondern die gesamte Biobranche, sagt Inken Daase, verantwortlich für die Messeförderung beim BÖLN: „Die Anuga-Teilnahme von Bioherstellern verschiedener Größenordnung macht nicht nur die enorme Vielfalt der Biobranche und ihrer Produkte sichtbar, sondern die wachsende Bedeutung des ökologischen Landbaus in Deutschland.“

Für junge, noch nicht etablierte Biohersteller ist die Anuga sehr interessant - denn hier werden Kontakte geknüpft, die auf keiner anderen Messe in Deutschland geknüpft werden können. Auch für Aussteller, die bereits seit vielen Jahren auf der Anuga vertreten sind, ist die BÖLN-Förderung sehr wichtig. Dank des BÖLN-Zuschusses kann beispielsweise die Wechsler Feinfisch GmbH in diesem Jahr erstmals ihr gesamtes Biofischsortiment präsentieren. Ohne BÖLN-Förderung sei das in diesem Rahmen nicht möglich, sagt Theo Jansen, Geschäftsführer des familiengeführten Räucherfischspezialisten.

Mit einem Zuschuss von bis zu 60 Prozent wird das BÖLN auch 2018 mit seiner „Richtlinie zur Förderung von Messe- und Ausstellungsbeiträgen zum ökologischen Landbau und zu seinen Erzeugnissen“ den Messeauftritt biozertifizierter Molkereien, Käsereien und Ökolandwirte fördern. Bezuschusst werden u. a. die Standmiete und die Ausstattung des Messestands, aber auch eigens für den Messeauftritt erstellte Informationsmaterialien. Die Antragsfrist beträgt mindestens drei Monate vor Messebeginn. Wichtig ist, dass sich der Antragsteller noch nicht bei der Messe angemeldet hat.

DIN normt Milchausgabeautomaten

Bei der DIN erarbeitet der Ausschuss für Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte derzeit eine Norm für Milchausgabeautomaten. Insbesondere die für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zuständigen Landes- und Bundesbehörden zeigen ein großes Interesse an diesem Vorhaben und sind dementsprechend im Ausschuss aktiv. Für die Hersteller der Ausgabeautomaten ist dies nicht der Fall. Für die Milchbranche ist der Verband der Deutschen Milchwirtschaft vertreten. Des Weiteren beteiligt sich auch die Landesvereinigung Niedersachsen als Mitglied in der eingerichteten Arbeitsgruppe. Ziel des Verbandes der Milchwirtschaft e.V. (VDM) ist es, eine möglichst große Zahl der bereits aufgestellten Milchausgabeautomaten in einer Norm zu berücksichtigen, die jedoch gleichzeitig ein hohes Maß an Produktsicherheit zu gewährleisten haben. Besondere Berücksichtigung wird dementsprechend bei Vorgaben für Konstruktion und Betreiben der Automaten, die Sicherstellung einer durchgehenden Kühlung sowie das Fernhalten von schädlichen Umwelteinflüssen finden müssen. Das Normungsprojekt wird sich in den kommenden Monaten mit weiteren Sitzungen der DIN-Arbeitsgruppe fortsetzen.     VDM

Gesucht: die 100 besten „Genussorte“ Bayerns

Wo in Bayern können sich Genießer so richtig zu Hause fühlen? Das soll jetzt ein Wettbewerb zeigen, mit dem Ernährungsminister Helmut Brunner die 100 bedeutendsten Genussorte im Freistaat finden will. „Wir wollen die kulinarischen Schätze Bayerns heben und sie den Bürgerinnen und Bürgern noch bekannter machen“, sagte Brunner zum Start des Wettbewerbs in München. Schließlich habe der Freistaat eine riesige Vielfalt an regionaltypischen Spezialitäten und besonderen Produkten zu bieten. Gesucht werden laut Brunner Orte mit eigenständiger kulinarischer Tradition, die den Genuss zum außergewöhnlichen Erlebnis für Einheimische und Gäste machen. Mit der Aktion will der Minister das Augenmerk der Verbraucher stärker auf regionale Besonderheiten lenken und damit ein effizienteres Marketing ermöglichen. Beteiligen können sich Zusammenschlüsse aus mindestens drei verschiedenen Partnern wie Unternehmen, Kommunen, Interessensgruppen, Erzeugern und Gas-tronomen. Die Teilnahmebedingungen gibt es unter www.100genussorte.bayern.
Dem Minister zufolge sind zwei Wettbewerbsrunden geplant. Wer an der ersten teilnehmen möchte, muss bis 25. September online den Bewerbungsbogen ausfüllen und passende Fotos hochladen. Eine Jury mit Vertretern aus Landwirtschaft, Gastronomie, Kultur, Kirche, Verbraucherschutz, Medien und Tourismus wählt dann aus den Bewerbungen die besten „Genussorte“ aus. Die rund 50 Sieger der ersten Runde sollen noch heuer prämiert werden.

20 Jahre erfolgreiche Forschung

Im MIV werden seit 1997, also 20 Jahren, durch die Arbeitsgruppe Forschung vorwettbewerbliche Gemeinschaftsforschungsvorhaben initiiert und begleitet. Zahlreiche Projektvorschläge kommen dabei auch direkt aus der Wissenschaft. Den Forderungen des Marktes und der Verbraucher nach neuen und optimierten Produkten können Unternehmen nur durch Forschung und Entwicklung gerecht werden. Allerdings haben nicht alle Unternehmen eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Daher kommt den gemeinschaftlichen Vorhaben im MIV eine entscheidende Bedeutung zu.
Um den Kontakt zu den Forschungsstandorten weiter zu intensivieren, finden die Sitzungen der Arbeitsgruppe Forschung regelmäßig an verschiedenen Instituten statt. Bei der Jubiläumssitzung werden Prof. Henle und Prof. Rohm (beide TU Dresden) ihre neuen Projektskizzen vorstellen und mit der Praxis beraten.
Die hohe Bewilligungsquote für die MIV-Projekte durch das Bundeswirtschafts-
ministerium im Rahmen der industriellen Gemeinschaftsforschung resultiert aus der guten Vorbereitung der Anträge durch Wissenschaft und Industrie. Die Qualität der Vorselektion und Begleitung sichert und erhöht die Aussicht auf eine Bewilligung. In diesem Jahr erfolgte bereits die Bewilligung von Forschungsvorhaben mit einem Gesamtvolumen von über 2,3 Mio. EUR, die von den Mitgliedsunternehmen des Milchindustrie-Verbandes gefördert und unterstützt werden. Insgesamt gibt es damit gute nationale Möglichkeiten der praxisnahen Forschung, die die Wirtschaft stärken und helfen, angewandte Forschung betriebswirtschaftlich nutzbar zu machen.     www.milchindustrie.de,     www.meine-milch.de