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Aktuelles

DRV begrüßt sachgerechte Entscheidung des Bundeskartellamtes

„Aus Sicht des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) ist die Einstellung des Musterverfahrens gegen die Deutsche Milchkontor eG (DMK) eine sachgerechte Entscheidung. Sie unterstreicht die Satzungsautonomie der genossenschaftlichen Molkereien. Das Bundeskartellamt zieht die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Musterverfahren“, so DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers.
Das Bundeskartellamt hat heute über die Einstellung des Verwaltungsverfahrens wegen Milchlieferbedingungen gegen die Molkerei DMK informiert. Dieses war im April 2016 als Musterverfahren mit dem Ziel eröffnet worden, die Lieferbedingungen von Rohmilch zwischen den Milcherzeugern und ihren Molkereien zu überprüfen. Im März 2017 hatte das Amt ein Sachstandspapier veröffentlicht, in dem es insbesondere die vermeintlich langen Laufzeiten und Kündigungsfristen der Lieferverträge zwischen Erzeugern und Molkereien kritisierte.
„Die vom DMK vorgenommene Änderung in seinen Lieferbeziehungen zeigt, dass es bei Bedarf in den Genossenschaftsmolkereien durchaus auf Basis demokratischer Entscheidungen zu Veränderungsprozessen kommt“, so Dr. Ehlers.

Russischer Milchverband sieht Käsemarkt durch Lebensmittelembargo geschädigt

Während viele russische Marktexperten das im Jahr 2014 von Moskau verhängte Embargo für Lebensmittelimporte aus der Europäischen Union als Chance für die heimischen Käsehersteller sehen, nimmt die Exekutivdirektorin der Milchverbandes Russlands, Ljudmila Manitskaja, eine kritische Haltung ein. Der Einfuhrstopp habe der Qualität der Waren und auch der Preisbildung auf dem russischen Käsemarkt geschadet, moniert Manitskaja in einem kurz vor dem Jahreswechsel mit der Russischen Agraragentur geführten Interview. Tatsächlich sprechen die offiziellen Zahlen für einen Erfolg des Embargos. Vor dem Lieferstopp waren in Russland etwa 428 000 t Käse pro Jahr erzeugt und 85 % des Käsebedarfs durch Importe gedeckt worden. Für 2017 wird die Käseproduktion auf mehr als 600 000 t geschätzt, womit rund 90 % des Käsebedarfs gedeckt worden wären. Das ist für Manitskaja aber nur eine Seite der Medaille. Sie verweist auf Angaben des Föderalen Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor), wonach derzeit bis zu 35 % des Käses gefälscht oder gepantscht seien. Dies sei eine direkte Folge des Rückgangs der Kaufkraft der Bürger sowie des Einfuhrverbots für Qualitätskäse. „Das Lebensmittelembargo hat niemandem geholfen“, so die Exekutivdirektorin. Über einen plötzlichen „Boom“ am Markt zu sprechen, sei nicht korrekt, da die russischen Käsehersteller aktuell mit sehr ernsten Problemen zu kämpfen hätten, vor allem mit einem Mangel an Rohmilch zur Verarbeitung und einer sinkenden Nachfrage der Bevölkerung. Die armen Verbraucher würden immer ärmer; eine nennenswerte Mittelschicht gebe es in Russland nicht, und der Bedarf der Reichen sei nicht gestiegen, stellte die Verbandschefin fest. Dies führe zu sinkenden Preisen, wodurch die Profitabilität der Hersteller leide. Da der Staat die Käsehersteller nicht unterstütze, sei es für sie schwer, die Produkte in der gewünschten Qualität zu liefern. Sollte das Lebensmittelembargo wieder aufgehoben werden, rechnet aber auch Manitskaja nicht mit einem nennenswerten Anstieg der Käseimporte Russland. Zu bedenken sei, dass der Rubel ständig schwächer werde und auch die ausländischen Käsehersteller bei einer schwindenden Nachfrage um die Verbraucher kämpfen müssten. AgE

Kräftiger Preisabschlag für Butter an der GDT

Bei der Auktion an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) ist Butter am Dienstag vergangener Woche (5.12.) erneut unter kräftigen Preisdruck geraten; Milchpulver konnte dagegen seinen Abwärtstrend stoppen. Für eine Tonne Normalbutter mussten die Käufer im Durchschnitt aller Lieferzeiten und Qualitäten nur noch 4 575 $ (3 859 Euro) zahlen; das waren 11,1 % weniger als bei der Versteigerung zwei Wochen zuvor. Zwar liegt der Preis damit längerfristig gesehen noch immer auf einem überdurchschnittlichen Niveau, doch ist der Wert der Butter seit dem Höchststand Mitte September um rund ein Viertel gesunken und liegt nun nahe des Jahrestiefstpreises. Mit Abschlägen wurde auch Cheddarkäse gehandelt, der mit 3 696 $/t (3 115 Euro) im Mittel 3,9 % weniger erlöste als zwei Wochen zuvor. Das an der GDT umsatzstärkste Handelsprodukt Vollmilchpulver konnte dagegen erstmals seit Mitte September wieder Zugewinne verzeichnen; der Preis legte gegenüber der vorherigen Auktion im Schnitt aller Kontrakte um 1,7 % auf 2 830 $/t (2 385 Euro) zu. Im Vergleich zur Notierung Anfang Dezember 2016 errechnet sich allerdings noch ein Rückgang um gut 20 %. Den stärksten Preisanstieg bei der jüngsten GDT-Auktion gab es für Magermilchpulver. Die Ware wechselte im Mittel für 1 774 $/t (1 495 Euro) den Besitzer; das entsprach einem Plus von 4,7 % gegenüber der Versteigerung von Mitte November. Während dabei Magermilchpulver zur Lieferung im Januar einen moderaten Abschlag von 1,1 % aufwies, verteuerten sich alle späteren Fälligkeiten und erlösten von März bis Mai 2018 im Schnitt rund 1 850 $/t (1 559 Euro). Wertsteigerungen erfuhren bei der jüngsten Handelsrunde auch Buttermilchpulver und Labkasein, und zwar durchschnittlich um 4,3 % sowie mit 3,4 %. Zusammen mit den höheren Verkaufserlösen für Milchpulver glich das die Verluste bei Butter und Käse aus. Der zusammenfassende und gewichtete Preisindex für alle gehandelten Kontrakte an der GDT konnte sich gegenüber der Auktion vor zwei Wochen um 0,4 % festigen. Das war nach vier Handelsrunden der erste Anstieg seit Mitte September. Im Vergleich zur Vorjahresauktion liegt der aktuelle Preisindex aber auf einem 10 % niedrigeren Niveau. AgE

Umrechnungskurs 1 $ = 0,8428 Euro

Milchpreisanstieg in der EU vor dem Ende

Einige Molkereiunternehmen in der Europäischen Union haben im Oktober das Milchgeld noch einmal etwas angehoben, doch weitere Steigerungen sind in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Davon geht zumindest der niederländische Bauernverband (LTO) in seinem Anfang Dezember veröffentlichten Milchpreisvergleich aus. Demnach zahlten die 15 in der Erhebung erfassten Molkereiunternehmen aus neun EU-Ländern im Berichtsmonat für eine Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Schnitt 36,86 Cent/kg Milch; das waren 0,12 Cent mehr als im September. Das Vorjahresniveau wurde um 7,0 Cent oder 23,6 % übertroffen. Am stärksten hob im Oktober die britische Dairy Crest die Auszahlungsleistung an, nämlich um umgerechnet 2,9 Cent auf 35,43 Cent/kg. Gemessen am gleitenden Zwölfmonatsmittel von 31,29 Cent liegt dieses Unternehmen aber weiterhin auf dem letzten Platz des LTO-Vergleichs. Mehr Geld für die Anlieferungsmilch bezahlten auch Arla Foods mit einem Zuschlag von 0,7 Cent auf 37,17 Cent/kg sowie FrieslandCampina mit einem Plus von 1,2 Cent auf 40,61 Cent/kg. Freuen konnten sich aber auch die Lieferanten des Deutschen Milchkontors (DMK). Diese bekamen ihren Rohstoff gegenüber September um 1,0 Cent höher vergütet und erhielten 38,85 Cent/kg. Die Müllermilch aus Leppersdorf veränderte dagegen ihren Ankaufspreis nicht und bezahlte die Milch unverändert mit 38,75 Cent/kg. Beide deutschen Molkereien übertrafen damit den Durchschnitt im LTO-Vergleich um jeweils rund 2 Cent. Im Vergleich zu Oktober 2016 erlösten die DMK-Erzeuger laut niederländischem Bauernverband 42,5 % mehr Geld für ihre Milch; bei Müller belief sich das Plus auf 35,5 %. Etwaige Nachzahlungen sind hierbei nicht berücksichtigt. Beim gleitenden Zwölfmonatsmittel sieht das Bild für die beiden deutschen Milchverarbeiter allerdings nicht mehr ganz so günstig aus. Die DMK bringt es bei dieser Messzahl auf 33,02 Cent und Müller auf 33,42 Cent, was jeweils knapp unter dem Durchschnitt aller betrachteten EU-Molkereien von 33,61 Cent liegt. Für November oder Dezember hat laut LTO mit Ausnahme von Dairy Crest kein weiteres Unternehmen Preiserhöhungen in Aussicht gestellt. Die großen Molkereien wie Arla, FrieslandCampina oder DMK kündigten unveränderte Auszahlungsleistungen an. AgE

Auch die Milchindustrie warnt vor einer Renationalisierung der GAP

Auch die europäische Milchindustrie warnt vor einer Renationalisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Mit Blick auf die Mitteilung „Ernährung und Landwirtschaft der Zukunft“ der EU-Kommission erklärte der Europäische Milchindustrieverband (EDA) am vergangenen Mittwoch (6.12.) in Brüssel, dass es zwar richtig sei, den Mitgliedstaaten mehr Subsidiarität zuzugestehen. Jedoch dürfe es zu keiner Fragmentierung des Binnenmarktes kommen. Gerade für den Milchsektor sei eine möglichst einheitlich geregelte EU-Agrarpolitik „unersetzlich“, betonte EDA. Er stellte zudem fest, dass die hohe Volatilität der Milchpreise sowie die damit einhergehenden Marktrisiken von der EU-Kommission richtigerweise als große Herausforderung benannt worden seien. Deshalb komme den Direktzahlungen aus der GAP bezüglich der Stabilisierung der landwirtschaftlichen Einkommen eine besonders wichtige Rolle zu. Zudem begrüßte der Verband, dass das Erfüllen der Umwelt- und Klimaziele zur Erreichung der international anerkannten Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) ein Schwerpunkt der kommenden GAP sein sollen. Die zukünftige EU-Agrarpolitik müsse zudem vor allem die Entwicklung sowie die Innovationskraft des Sektors stärken, betonte EDA. Nur so könne die europäische Milchindustrie ihre Wettbewerbsfähigkeit ausbauen. Dadurch würde auch die globale Nachhaltigkeit der europäischen Milchproduktion gestärkt.

Auch der französische Bauernverband (FNSEA) wandte sich gegen eine Renationalisierung der GAP. Diese würde den Interessen der Landwirtschaft zuwiderlaufen. Besonders wichtig sei daher, dass es keine nationalstaatliche Kofinanzierung der Ersten Säule gebe, erklärte der FNSEA. Nichtsdestoweniger müsse es ein starkes EU-Agrarbudget geben, um die Einkommen der Landwirte in der EU zusichern. Die GAP könne nur gesamteuropäisch gesehen werden. Hier befinde man sich ganz auf Seiten von Staatspräsident Emmanuel Macron, betonte der französische Bauernverband. Auch der Europäische Rat der Junglandwirte (CEJA) sprach sich gegen eine zu starke Aufsplitterung der GAP aus. Gerade für die Junglandwirte sei es von großer Wichtigkeit, überall in der Europäischen Union ähnliche Rahmenbedingungen vorzufinden. Eine Renationalisierung würde dem entgegenwirken. CEJA-Präsident Jannes Maes begrüßte unterdessen, dass die Kommission die junge Generation auf den landwirtschaftlichen Betrieben besonders unterstützen wolle. Auch dafür sei eine hinreichende Ausstattung des EU-Agrarbudgets notwendig. AgE

Fonterra-Geschäftsführer wird Vorsitzender der Global Dairy Plattform

Der Geschäftsführer des neuseeländischen Molkereikonzerns Fonterra, Theo Spierings, ist zum neuen Vorsitzenden der internationalen Global Dairy Plattform (GDP) ernannt worden. Mit Wirkung zum 16. November löste er den Geschäftsführer von Dairy Farmers of America, Rick Smith, als bisherigen Amtsinhaber ab. Die 2006 gegründete Branchenorganisation GDP hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, die globale Milchwirtschaft beim Absatz von Milch und Milchprodukten zu unterstützen und will dies über die Bereitstellung von Informationen sowie die Betreuung und Vernetzung der Mitglieder erreichen. Zu diesen gehören einige der weltweit führenden Molkereiunternehmen und -genossenschaften, kleinere Unternehmen und Zulieferer der Milchwirtschaft sowie gemeinnützige Organisationen und Verbände. Spierings wies darauf hin, dass die Welt bis 2050 über 2 Milliarden Menschen mehr haben werde und Milcherzeugnisse bei der Ernährungssicherung eine wichtige Rolle spielten. Mehr denn je würden die Menschen Milchprodukte als festen Bestandteil ihrer Nahrung sehen und den ernährungsphysiologischen Nutzen dieses Lebensmittels schätzen. Es gehe in Zukunft aber auch darum, „den Ernährungsnutzen von Milchprodukten für diejenigen, die von Armut und Hunger bedroht sind, besser verfügbar zu machen“. Spierings kündigte an, mit der GDP weiterhin globale Anstrengungen unternehmen zu wollen, um die Vorteile von Milchprodukten für eine bessere Ernährung aufzuzeigen und mit der Milcherzeugung eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Der scheidende Vorsitzende Smith hob hervor, dass die GDP in den vergangenen zwei Jahren starke Führungsqualitäten und strategische Überlegungen hervorgebracht habe, um die Glaubwürdigkeit und die Wahrnehmung des Milchsektors in der internationalen Gemeinschaft, insbesondere innerhalb der Vereinten Nationen (UN), zu erhöhen. Dies habe eine solide Grundlage für das Wachstum der Branche geschaffen. Smith wird nach Angaben der Organisation weiterhin im GDP-Vorstand tätig sein, dem unter anderem auch die Geschäftsführer von Arla Foods und FrieslandCampina, Peder Tuborgh und Roelof Joosten, angehören. AgE

Export von Milcherzeugnissen der Ukraine belebt sich wieder

Im vergangen Jahr hat die Sperrung des russischen Marktes den ukrainischen Exporteuren von Milcherzeugnissen einen schweren Schlag versetzt. Doch mittlerweile sei wieder eine Belebung des Ausfuhrgeschäftes zu verzeichnen, teilte die Vereinigung der Milcherzeuger der Ukraine (APM) kürzlich mit. Dem Verband zufolge hat der Käseexport von Januar bis Oktober 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,4 % auf 7 400 t zugenommen. Fast die Hälfte davon ging nach Kasachstan; dabei wurden Erlöse von 12,5 Mio $ (10,6 Mio Euro) erzielt. Weitere wichtige Abnehmer waren Moldawien mit einem Anteil an den gesamten Käseausfuhren von 23,9 % und Ägypten mit 11,0 %. Noch stärker im Aufwind befand sich in den ersten zehn Monaten 2017 der ukrainische Auslandsabsatz von Butter, der im Vergleich zur Vorjahresperiode um gut die Hälfte auf 24 500 t stieg und 96,8 Mio $ (82,2 Mio Euro) an Umsatz brachte. Wertmäßig der wichtigste Kunde war die Türkei mit 18,2 Mio $ (15,4 Mio Euro), gefolgt von Marokko mit 16,6 Mio $ (14,1 Mio Euro). Nach Angaben der APM spülte der Export von Milcherzeugnissen den ukrainischen Exporten in den ersten zehn Monaten 2017 insgesamt 225,6 Mio $ in die Kassen, was im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von 73,2 % entsprach. AgE

Umrechnungskurs 1 $ = 0,8488 Euro