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Online-Portal – alles rund um die Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

EU-Milch für syrische Kinder

Insgesamt 350.000 Kinder in Syrien sollen im Rahmen der EU-Hilfen für diese Krisenregion mit Trinkmilch aus europäischen Beständen versorgt werden. Dazu hat die EU-Kommission ein Hilfsprogramm über 30 Mio. EUR beschlossen. Es ist Bestandteil des jüngsten, mit insgesamt 500 Mio. EUR dotierten Hilfsprogramms der Brüsseler Behörde für die krisengeschüttelte EU-Landwirtschaft. Das Programm werde genutzt, um Milch zu kaufen, die aus der Europäischen Union stamme, erklärte die Kommission. Neben der Unterstützung der europäischen Milchwirtschaft durch den Milchankauf leiste das Programm aber auch einen ganz wesentlichen Beitrag zur größten Herausforderung der EU, nämlich der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Die Milch werde von in Syrien tätigen humanitären Partnerorganisationen an die Kinder verteilt und ergänze bereits laufende, von der EU finanzierte Lebensmittelhilfsprogramme, erklärte der für Humanitäre Hilfe und Krisenma-nagement zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides.     AgE

Erweiterung der Lagerkapazitäten Vandersterre Holland

Vandersterre Holland erweitert seine Lagerpotenziale in Meerkerk (Nieder-
lande). Der Neubau bietet nicht nur Platz für zusätzliche Lagerkapazitäten, sondern ermöglicht auch das Wachstum von weiteren Aktivitäten. Auf dem erworbenen Grundstück von 5.700 m2 findet die Erweiterung und Renovierung des Käselagers in zwei Phasen statt. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Fertigstellung der ersten Phase Ende 2016 und die zweite Phase im Sommer 2017 realisiert sein.
Die Lagerung, Reifung und Verpackung, kurzum die Käseveredelung von natürlich gereiftem holländischen Käse, ist seit der Gründung ein Spezialgebiet und damit ein Schwerpunkt von Vandersterre Holland. Als Teil der Vandersterre Groep in Bodegraven reifen im neuen Lager in Meerkerk u.a. die hochwertigen Marken-Käse wie Prima Donna und Landana.

„Kieler Milchtag“ startet im Mai als Neuauflage

Das ganze Spektrum der Milchwirtschaft von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Verbraucher zeigt der „Kieler Milchtag“, zu dem die Gemeinschaft der Förderer und Freunde der Milchforschung in Kiel mit den dort milchwissenschaftlich tätigen Forschungsinstituten für den 31. Mai und den 1. Juni in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt einladen. Wie der Verein in einem Hinweis mitteilte, waren die „Kieler Milchwoche“ und die „Kieler Milchtage“ in der mehr als 100-jährigen Geschichte der dort ansässigen Milchforschung über Jahrzehnte ein fester Bestandteil der Präsentation milchwissenschaftlicher Ergebnisse. In Form des diesjährigen „Kieler Milchtages“ wollen die Initiatoren die Veranstaltungsreihe nun in einem neuen Format wiederbeleben und dabei milchwissenschaftliche Forschungsergebnisse über die gesamte Wertschöpfungskette der Milchwirtschaft präsentieren. Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung werden den Veranstalterangaben zufolge verschiedene Themenblöcke abgearbeitet, die unter anderem den Verbraucherbereich sowie labor- und produktionstechnische Fragen abdecken. Darüber hinaus werden Fachleute Referate zur Lebensmittelsicherheit, den Milchmärkten, zu Tierwohlfragen und zum Umweltschutz halten.     AgE

Geteiltes Echo

Die von EU-Agrarkommissar Phil Hogan aktuell vorgeschlagenen Maßnahmen zur Entlastung des Milchmarktes sind in den Niederlanden nicht nur auf Zustimmung gestoßen. So monierte der holländische Milchindustrieverband (NZO), dass die angestrebte freiwillige Produktionsbeschränkung auf der Ebene von Milcherzeugerorganisationen, Branchenvereinigungen und genossenschaftlichen Molkereien nur wenig effektiv sei. Der EU-Milchpreis stehe nämlich in einem engen Zusammenhang mit dem Weltmarktpreis. Deshalb seien heftige Milchpreisschwankungen in der Gemeinschaft unvermeidlich. Positiv reagierte der NZO indes auf die geplante Ausweitung der Interventionsmengen für Butter und Magermilchpulver. Als weitere Maßnahmen schlug die Organisation vor, die Transparenz auf dem EU-Milchmarkt zu erhöhen und die Exportmöglichkeiten durch Handelsvereinbarungen mit Drittländern zu verbessern. Auch der niederländische Bauernverband (LTO) ist mit den Plänen des Agrarkommissars nicht durchweg zufrieden. Laut LTO sollten die Mitgliedstaaten die landwirtschaftlichen Betriebe nicht zusätzlich finanziell unterstützen dürfen, weil sich dadurch Wettbewerbsverzerrungen und Nachteile  ergeben würden.     AgE

Grünes Licht für französische Herkunftskennzeichnung von Fleisch- und Milchprodukten

Die Europäische Kommission wird Frankreich voraussichtlich gestatten, mit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Fleisch und Milch in verarbeiteten Produkten zu experimentieren. Wie der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll mitteilte, gab die Kommission am Rande des Agrarrats ihr „grundsätzliches Einverständnis“ für einen solchen Schritt. Nach den Vorstellungen des Ministers soll bei Produkten, deren Fleisch- beziehungsweise Milchanteil wenigstens 50 % beträgt, künftig die Herkunft der Rohware angegeben werden. Dies würde für fleischliefernde Tiere das Land der Geburt, der Aufzucht und der Schlachtung umfassen. Bei Milch sollen sich die entsprechenden Angaben auf die Sammlung, die Verarbeitung und die Verpackung erstrecken. Aufgrund des Mindestanteils von 50 % wären Produkte wie Würste, Fleischzubereitungen, Joghurt und Käse betroffen, in der Regel jedoch nicht Tiefkühllasagne, -pizza oder ähnliche Erzeugnisse mit einem größeren Spektrum an Zutaten. Der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis bestätigte auf Anfrage, dass man mit Paris wegen einer möglichen Pflichtangabe in Kontakt stehe. Das EU-Recht erlaube den Mitgliedstaaten die Einführung zusätzlicher Kennzeichnungselemente, solange sie angemessen begründet würden. Mögliche Gründe seien beispielsweise der Schutz der öffentlichen Gesundheit oder der Verbraucherschutz. Man wolle die Prozedur mit den französischen Behörden so schnell wie möglich abschließen.
Der französische Bauernverband (FNSEA), die Junglandwirteorganisation (JA) und die genossenschaftliche Dachorganisation Coop de France riefen die Regierung in einer gemeinsamen Stellungnahme dazu auf, die Kennzeichnungspflicht jetzt so schnell wie möglich einzuführen. Es handle sich um ein Match für mehr Transparenz, bei dem Erzeuger, Verarbeiter und Verbraucher auf derselben Seite spielen müssten. Die Branchenorganisationen verwiesen darauf, dass Studien zufolge 54 % der fleischhaltigen Produkte keine Herkunftskennzeichnung trügen. Die französische Interprofession für Vieh und Fleisch (Interbev) erklärte, das sei ein wichtiger Schritt hin zu allgemeinen Vorschriften über die Kennzeichnung der Fleischherkunft.
In Spanien reagierten Land- und Fleischwirtschaftsverbände indes mit Kritik auf die Pariser Pläne. Es handle sich um einen Angriff auf den freien Bezug von Ware aus anderen Ländern und damit um eine Verletzung des EU-Binnenmarktes, unterstrichen in einer gemeinsamen Erklärung unter anderem die Vereinigung der Schweinehalter (Asociación Nacional de Productores de Ganado Porcino – Anprogapor) und die Vereinigung der spanischen Fleischindustrie (Asociación Nacional de Industrias de la Carne de España – Anice). Das Vorhaben könne erhebliche Schäden in der Fleischbranche der iberischen Halbinsel auslösen. Frankreich ist ein wichtiger Abnehmer spanischer Fleischexporte. Im Jahr 2014 gingen laut Zahlen des spanischen Büros für den Fleischexport (Oficina de Exportación de la Carne de España – OECE) unter anderem insgesamt 310.000 t und damit etwa 29 % der gesamten Schweinefleischausfuhren Spaniens nach Frankreich.     AgE

Schweizer essen mehr Käse

Käse erfreut sich bei den Schweizern weiterhin einer sehr großen Beliebtheit. Der Verbrauch belief sich im vergangenen Jahr auf insgesamt 180.746 t; das waren 4.314 t oder 2 % mehr als 2014. Der mittlere Pro-Kopf-Verbrauch an Käse erhöhte sich demnach um rund 260 g auf 21,49 kg. Wie der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Switzerland Cheese Marketing AG unter Berufung auf Daten der TSM Treuhand GmbH, der Oberzolldirektion (OZD) und der Schweizer Milchproduzenten (SMP) außerdem mitteilten, hat sich in den vergangenen acht Jahren der Importanteil des in der Schweiz konsumierten Käses um 7 % erhöht. Allerdings schätzten die Konsumenten in der Schweiz weiterhin die vielfältige inländische Käsepalette und hätten im vergangenen Jahr bei 70 % ihrer Einkäufe zu heimischer Ware gegriffen. Neben den angestammten und bekannten Schweizer Sorten waren laut SBV und der Marketinggesellschaft auch regionale Spezialitäten gefragt. Seit der vollständigen Liberalisierung des Käsehandels zwischen der Schweiz und der EU am 1. Juni 2007 seien unter anderem neue Käsespezialitäten importiert worden, die teilweise große Preisunterschiede zu den inländischen Sortenkäsen aufwiesen. Durch die Marktliberalisierung habe der Schweizer Käse am Inlandsmarkt an Boden verloren. Im Jahr 2007 hatte der Anteil heimischer Ware am Käsegesamtabsatz den Angaben zufolge noch bei 76,5 % gelegen.     AgE

Milchwirtschaft trifft Minister Schmidt

Auf Einladung von Bundesminister Chris-
tian Schmidt tauschten sich Mitte März in Berlin Vertreter der Verbände Deutscher Raiffeisenverband, Bundesverband der privaten Milchwirtschaft, Milchindustrie-Verband und Deutscher Bauernverband über die schwierige Marktlage bei Milch und Milcherzeugnissen aus. Der Bundesminister informierte die Wirtschaft über die Ergebnisse des Brüsseler Agrarrates. Danach soll es unter anderem in Zukunft möglich sein, eine freiwillige Mengenbegrenzung durch anerkannte Erzeugerorganisationen, deren Vereinigungen, Branchenverbände und Genossenschaften einzuführen. Die Verarbeiterverbände sehen in diesem Modell keinen Lösungsweg für eine Stabilisierung des nationalen und europä-ischen Marktes. Das schließt Aktivitäten einzelner Unternehmen aber nicht aus. Die auch bei diesem Agrarrat erneut bekräftigte Marktorientierung der Gemeinsamen Agrarpolitik führt zu einer stärkeren Abhängigkeit des EU-Milchmarktes von den weltweiten Entwicklungen. Der Milchpreis wird heute global beeinflusst. Auch die bereits in Kraft getretenen und weiter geplanten Freihandelsabkommen der EU, die von der Bundesregierung politisch ausdrücklich unterstützt werden, verbieten ein Abschotten der Märkte. Nationale Alleingänge im Sinne einer Mengenbegrenzung lehnen die Verbände deshalb ab. Die Molkereien fühlen sich durch die Aktivitäten der Bundesregierung in Sachen Export gut unterstützt. Bei der Öffnung von Drittlandmärkten für Milchprodukte wurde bereits viel erreicht. Lediglich der russische Markt bleibt aufgrund politischer Beschlüsse weiterhin für EU-Exporte verschlossen. Hier bedarf es weiterer politischer Initiativen, vor allem auf EU-Ebene. Die Molkereiwirtschaft fordert die Bundesregierung auf, sich hierfür wie auch für den Abbau nicht tarifärer Handelshemmnisse mit Nachdruck einzusetzen.
Die Forderung des Bauernverbandes zur Stützung der Liquidität auf den Höfen wird von den Molkereien mitgetragen. In den schwierigen Zeiten dürfen Milcherzeuger nicht im „Regen stehengelassen werden“, notfalls sollte auch Geld aus nationalen Kassen bereitgestellt werden. Die Ursache für die Preismisere liegt in fehlenden Absatzmärkten in Russland und China bei gleichzeitig sehr hoher Milchanlieferung vor allem in West- und Nordeuropa. Die Lösung ist also auf der Ebene der Erzeuger selbst zu suchen, wobei die Molkereien eine Reaktion der Anlieferung in Folge schlechter Milchpreise bald erwarten. Eine Absage erteilen die Molkereiverbände Plänen zum staatlichen Eingriff in die Vermarktungsstrukturen der deutschen Molkereiwirtschaft. Die Umsetzung von Fusionen, Vermarktungsplattformen und weitere Ansätze der Zusammenarbeit liegen in der alleinigen Entscheidungshoheit der Unternehmen und deren Eigentümern. Staatliche Einflussnahme ist hier völlig fehl am Platz.

„Falsches Fett“ in russischen Milchprodukten

Bei der Erzeugung von Milchprodukten wird in russischen Molkereien offenbar immer häufiger Milchfett durch kostengünstiges Pflanzenfett ersetzt. Das ist zwar grundsätzlich nicht verboten; doch muss die Ware dann entsprechend deklariert sein. Der Leiter des Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor), Sergej Dankwert, sprach in dem Zusammenhang in Moskau von „Panscherei“. Landesweite Kontrollen im Jahr 2015 hätten ergeben, dass ein nicht geringer Teil der Produkte auf dem Milchmarkt „Falsifikate“ seien. Den Anteil der gehandelten Ware mit „falschem Fett“ gab Dankwert insgesamt mit 11 % an. Bei einzelnen Produktgruppen seien es bis zu 50 %, bei Käse sogar 78 %. Je höher dabei gemäß Milchmarktordnung der vorgeschriebene Fettanteil in den Molkereizeugnissen sei, desto höher sei der Anteil von Pflanzenfett gewesen, berichtete der Behördenchef. Bei dem Ersatzfett habe es sich in den meisten Fällen um Palmöl gehandelt. Nicht verwunderlich sei deshalb, dass Russlands Palmölimporte 2015 gegenüber dem Vorjahr um 25,5 % auf 889.000 t gestiegen seien. Dankwert schlug deshalb vor, die Kontrolle der Milchbranche zu verstärken und die Prüfung der Milchqualität durch die regionalen und lokalen Veterinärdienste vornehmen zu lassen. Der Verband der Milcherzeuger Russlands (Sojuzmoloko) nannte die Vorwürfe Dankwerts in einer Stellungnahme überzogen. Er räumte jedoch ein, dass laut eigenen Untersuchungen der Anteil von Milchprodukten mit nicht deklarierten Pflanzenfetten gegenwärtig zwischen 8 % bis 10 % liege. Auch renommierte ausländische Hersteller wie Danone, die in Russland produzieren, sehen sich mit behördlichen Vorwürfen wegen unerlaubten Einsatzes von pflanzlichen Fetten konfrontiert. Zuletzt versicherte Ende Februar der russische Danone-Geschäftsführer Bernard Ducros, dass bei seinem Unternehmen kein Palmöl eingesetzt werde und die eigenen Produkte natürlich sowie die Inhaltsstoffe gemäß den Gesetzen deklariert seien.     AgE

Connemann gegen Wegwerfverbot für unverkaufte Lebensmittel

Die Union lehnt ein gesetzliches Wegwerfverbot für unverkaufte Lebensmittel ab. „Wir brauchen in Deutschland keine Verbotspolitik“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann, in Berlin. Sie reagierte damit auf die Entscheidung des französischen Senats, ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung endgültig anzunehmen. Die CDU-Abgeordnete wirft dem französischen Gesetzgeber vor, er tausche ein Extrem gegen das andere aus. Nachdem bislang alle unverkauften Lebensmittel mit Chlor überschüttet worden seien, um eine Nutzung der Abfälle durch Dritte zu verhindern, werde nun „im Hauruckverfahren“ genau das Gegenteil angeordnet. Connemann: „Wer an Zwang glaubt, hat schon verloren.“ Demgegenüber habe Deutschland seine Hausaufgaben gemacht und den Handel sensibilisiert, betonte die Unionsabgeordnete. Nur 5 % der Abfälle stammten heute noch aus dem Handel. Gleichzeitig seien die Privathaushalte für 60 % der Abfälle verantwortlich. Zum großen Teil würden die Lebensmittelabfälle aus dem Handel von Tafeln und ähnlichen Einrichtungen abgeholt. Bereits seit Jahren arbeite der Handel hierzulande mit mehr als 900 Tafeln zusammen, so Connemann. Andere Abfälle würden zu Biogas verarbeitet. Weitere Maßnahmen würden folgen, etwa immer mehr kleinere Packungsgrößen für Singlehaushalte.
Aus Sicht des Vorstandes der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Klaus Müller, ist eine gesetzliche Regelung wie in Frankreich dennoch sinnvoll. Er wies gegenüber AGRA-EUROPE auf Anfrage darauf hin, dass viele Händler oder Caterer hierzulande bereits Lebensmittel an die Tafel spendeten, wenn diese nicht mehr verkauft werden könnten. Eine gesetzliche Pflicht würde also die schwarzen Schafe treffen, die das bisher noch nicht freiwillig machten. Neben dem Handel sieht Müller auch die Landwirte, die Lebensmittelindustrie und die Verbraucher in der Pflicht. Er forderte in dem Zusammenhang verständlichere Angaben zur Mindesthaltbarkeit und zum Verfallsdatum von Lebensmitteln, den Verzicht auf ausschließlich große Packungen und auf günstige Angebote von Lebensmitteln mit Schönheitsfehlern. Auch wäre eine „Renaissance der Kochkultur“ insbesondere an Schulen ein weiterer wichtiger Schritt. Müller: „Kochen schafft Wertschätzung für Lebensmittel.“
Mit dem in Frankreich angenommenen Gestz wird jetzt eine freiwillige Vereinbarung zwischen den Einzelhandelsunternehmen und karitativen Einrichtungen verpflichtend, wonach unverkaufte Lebensmittel zu spenden sind. Zudem sieht das Gesetz, von dem Supermärkte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 m² betroffen sind, eine Sanktion vor, um einer Vernichtung von noch konsumierbaren Lebensmitteln durch den Handel entgegenzuwirken. Darüber hinaus wurde das Rechtssystem der Herstellerhaftung für mangelhafte Produkte geändert. Schließlich soll die Problematik Lebensmittelverschwendung als Thema in die beruflichen Bildungszweige integriert werden und auch bei den Unternehmen eine stärkere Beachtung finden.     AgE

Backhaus für Normalisierung der europäisch-russischen Beziehungen

Mit Blick auf die teilweise gravierenden Auswirkungen der wechselseitigen Handelsbeschränkungen zwischen der EU und Russland hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus für eine baldige Normalisierung der Beziehungen geworben. Auf dem Landwirtschaftstag der Volksbanken und Raiffeisenbanken wies Backhaus in Linstow darauf hin, dass Russland für die deutschen Agrarexporteure bis 2013 zu den drei wichtigsten Absatzmärkten außerhalb der EU gezählt habe. Durch das russische Embargo seien die deutschen Agrarausfuhren dorthin allerdings – gemessen am Stand von 2010 – um mehr als die Hälfte auf zuletzt 0,8 Mrd. EUR pro Jahr gesunken. Gesperrt seien vorrangig Fleisch- und Milcherzeugnisse und damit gerade jene Produkte, die der Landwirtschaft Wertschöpfung und Arbeitsplätze brächten, betonte der Minister. Die ohnehin schlechte Marktlage für Milch und Schweinefleisch wird nach seiner Auffassung durch das Russlandembargo weiter verschärft. Backhaus räumte in Linstow ein, dass landwirtschaftliche Themen angesichts der geopolitischen Konfliktherde in Syrien, im Irak oder der Ukraine sicherlich in den Hintergrund rückten. Dennoch seien die Beziehungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Russland von strategisch wichtiger Bedeutung.  Positiv hob der Minister hervor, dass der Handel zum Beispiel in den Bereichen Saat- und Pflanzengut sowie Zuchtmaterialien vom russischen Embargo ausgenommen sei und gut funktioniere. Auch bestehe seitens der Russischen Föderation Interesse an der Fischaufzucht in Aquakulturen.    AgE

Nießner kritisiert Panikmache der Bevölkerung

Der Präsident des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), Stephan Nießner, hat eine Panikmache der Bevölkerung in Sachen Ernährung angeprangert. Glaube man den Schlagzeilen, scheine es in Deutschland unmöglich zu sein, sich gesund zu ernähren, so Nießner in Berlin. Widersprüchliche Aussagen zur Wirkung von beispielsweise Zucker, Salz, Milch oder Weizen verunsicherten die Bevölkerung. Die Empfehlungen gründeten oftmals auf unwissenschaftlichen und fragwürdigen Studien. Der BLL-Präsident verwies hier insbesondere auch auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die sich regelrecht als „Ernährungsgouvernante“ aufspiele. Da die WHO-Empfehlungen aber von der Regierung als Grundlage für politische Entscheidungen angesehen würden, sei der Branche daran gelegen, dass wissenschaftliche Datensicherheit gewährleistet sei. Staatliche Rezepturvorgaben, beispielsweise zum Zucker- oder Salzgehalt in Fertiglebensmitteln, sieht der BLL ebenfalls kritisch. Die Branche sei sich ihrer Verantwortung bewusst, unterstrich Nießner. Sie müsse und wolle über Inhaltsstoffe informieren. Ernähren müsse sich aber jeder selbst. Der Verbandspräsident hob erneut die hohe Lebensmittelsicherheit in Deutschland hervor, ebenso die große Lebensmittelvielfalt. Die Bedürfnisse der Verbraucher änderten sich ständig, weshalb Weiterentwicklungen und Innovationen nötig seien. Die Branche schaffe keine Bedürfnisse, sondern bediene sie, betonte Nießner. Die Bedeutung wissenschaftlicher Grundlagen und den hohen Stellenwert der freien Entscheidung durch den Verbraucher hob auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hervor. Gleichzeitig erinnerte der Minister an die schweren Folgen und Behandlungskosten von ernährungsbedingten Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes. Da könne man als Politik nicht wegschauen. Gröhe verwies zudem neben der nötigen Kennzeichnungspflicht von Produkten auch auf die Initiative InFORM und das neue Präventionsgesetz.     AgE

Kritik an Exportorientierung

Die aktuelle Milchpolitik der Europäischen Union bedroht mittlerweile nicht nur die Existenz vieler Betriebe in ganz Europa, sondern setzt auch die bäuerliche Milchproduktion global unter Druck. Diese Kritik hat der südindische Milchbauer Kannaiyan Subramaniam geübt, der auf Einladung des FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerks (FIAN) eine Rundreise durch Europa machte, bei der er auch Station in Wien einlegte. Subramaniam wies dort bei einem Treffen mit Gegnern der EU-Milchpolitik darauf hin, dass der genossenschaftlich organisierte Milchmarkt in Indien durch Aktivitäten aus der EU immer stärker in Schwierigkeiten gerate. Private Molkereien, die es parallel zu den Genossenschaften auch in Indien gebe, würden von großen europäischen Unternehmen aufgekauft. Erst kürzlich habe die französische Unternehmensgruppe Lactalis eine große private Molkerei aus Andra Pradesh übernommen, teilte der Landwirt mit. Damit werde in seinem Heimatland das System der Kooperativen wissentlich auch von europäischen Konzernen „zerstört“. Nun sei zu befürchten, dass sich dieser Trend durch das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien noch verstärken werde. Der Obmann der österreichischen IG Milch, Ewald Grünzweil, untermauerte die Berichte des indischen Milchbauern. Das Beispiel Indien zeige, dass Exporte die bäuerliche Milchproduktion in anderen Teilen der Welt zerstörten, und den EU-Milchbauern sei mit einer Exportoffensive nach Indien oder China auch nicht geholfen. Gebraucht werde vielmehr der Mut zu einer Mengensteuerung, zur Drosselung der Produktion und zum Aufbau neuer und solidarischer Vermarktungswege.     AgE

EU-Kommission will TTIP-Verhandlungen beschleunigen

Die Europäische Kommission und die US-Regierung streben weiterhin an, die Gespräche über eine Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) in diesem Jahr, also noch unter US-Präsident Barack Obama, abzuschließen –  solange das Gesamtergebnis für beide Seiten stimmt. Wie die Kommission unmittelbar nach Beendigung der zwölften Verhandlungsrunde in Brüssel berichtete, wurde diese Haltung von beiden Seiten bekräftigt. Der Chefunterhändler der Brüsseler Behörde, Ignacio García Bercero, hält dazu eine Beschleunigung des Austauschs für unerlässlich, lehnte vor Journalisten eine „TTIP light“ jedoch erneut ab. Bereits in nächster Zeit sollen die Verhandlungen über den Marktzugang im Beschaffungswesen weitergehen. Geplant sind ferner zwei weitere Runden im April und Juli, um noch vor der Sommerpause wichtige Eckpunkte in den drei Bereichen Marktzugang, regulatorische Zusammenarbeit und Handelsregeln festzuzurren. „Das würde bedeuten, dass in jedem Kapitel nur noch die schwierigeren Themen ausgeklammert blieben“, stellte García Bercero fest.
Ein Teil der aktuellen Verhandlungen bezog sich auch auf Regelungen zum Schutz der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen (SPS-Maßnahmen). „Wir diskutieren im Detail, wie wir unsere jeweiligen Ziele auf handelsfördernde Weise erreichen können, ohne dabei jedoch Kompromisse hinsichtlich des vom Gesetzgeber verlangten Schutzes zu machen“, betonte der Spanier. Ausgetauscht habe man sich beispielsweise darüber, unter welchen Voraussetzungen man sich mehr auf die Arbeit auf der anderen Seite des Atlantiks verlassen könne und auf welche Weise Zulassungsverfahren fristgerecht abgeschlossen werden könnten. Mit Blick auf das besonders umstrittene Thema Investitionsstreitigkeiten erklärte García Bercero, erstmals sei mit den US-Vertretern über das von der Kommission ins Spiel gebrachte Gericht diskutiert worden. Man stehe hier noch ganz am Anfang einer Annäherung.     AgE

Investition in die Ernährungsbildung

Im baden-württembergischen Schulunterricht wird das Thema Ernährung im kommenden Schuljahr, das Mitte September 2016 beginnt, stärker betont. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln, eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil erforderten, dass sich junge Menschen reflektiert mit Ernährung auseinandersetzten, erklärte Staatssekretärin Marion von Wartenberg vom Stuttgarter Kultusministerium anlässlich der Tagung „Schulische Ernährungsbildung – eine Investition in die Zukunft“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Schule sei neben dem Elternhaus ein wichtiger Lern- und Lebensort, an dem Kinder und Jugendliche dafür grundlegende Kompetenzen entwickeln könnten. Deshalb sei das Thema Ernährung fest in den Bildungsplänen aller Schulen verankert, betonte von Wartenberg. Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Alexander Bonde stellte fest, eine sich verändernde Gesellschaft mit vielfältigen Lebensentwürfen führe dazu, dass das Wissen über Herkunft, Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln und die damit verbundenen Erfahrungen nicht mehr selbstverständlich weitergegeben und vorgelebt würden. Deshalb werde die Vermittlung dieser Alltagskompetenzen an Kinder und Jugendliche immer wichtiger – vor allem während der Schulzeit. Außerdem sei die Bedeutung der Schulverpflegung mit dem Ausbau der Ganztagesschulen in seinem Bundesland gestiegen. Bonde forderte, die Ernährungsbildung im Unterricht mit einer passenden Schulverpflegung zu verknüpfen.     AgE

Erfolgreicher Intensivkurs

Ende November veranstaltete die muva im Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Molkereiwirtschaft im Milchwirtschaftlichen Zentrum in Kempten einen Intensivkurs mit dem Thema „Aktuelles Milch- und Lebensmittelrecht“. Fast 90 Teilnehmer, insbesondere Vertreter von über 30 Molkereien sowie von Untersuchungsämtern und -instituten und dem Lebensmittelhandel, erhielten beim Intensivkurs ein Update über neue Entwicklungen und wesentliche Änderungen im Milch- und Lebensmittelrecht auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Anhand von Fallbeispielen wurden in verständlicher Weise – auch für Nichtjuristen – Rechtsfragen aus der Praxis erörtert und ausführlich diskutiert. Zu den Referenten zählten Dr. Carsten Oelrichs, Rechtsanwalt, Dr. Jörg W. Rieke, Geschäftsführer und Justiziar des Milchindustrie-Verbandes e.V, sowie Torsten Sach, Geschäftsführer des Zentralverbandes Deutscher Milchwirtschaftler e.V.

Seit 1. Januar: QM-Milch Standard 2.0

Das Qualitätsmanagementprogramm des deutschen Milchsektors, QM-Milch, das als wirtschaftseigenes System strenge Sicherheits- und Qualitätsanforderungen für die Milcherzeugung definiert und flächendeckend kontrolliert, entwickelt sich weiter. Der QM-Milch Standard stellt die Grundlage für die Einhaltung dieser hohen Anforderungen im Milchproduktionsprozess dar und ist seit 2012 von der Deutschen Akkreditierungsstelle anerkannt. Ab 1. Januar trat eine aktualisierte Fassung des QM-Milch Standards als Version 2.0 in Kraft. Mit dieser werden insbesondere überarbeitete gesetzliche Vorgaben sowie steigende gesellschaftliche Ansprüche für den Bereich der Milcherzeugung berücksichtigt.
Für den Einsatz des bisherigen QM-Milch Standards – Version 1.0 – gilt 2016 als Übergangszeitraum. Ab 2017 wird der QM-Milch Standard 1.0 dann endgültig durch die Version 2.0 abgelöst. Der akkreditierte QM-Milch Standard dient den unabhängigen Zertifizierungsstellen als Basis für die Auditierung der Milchviehbetriebe. Bei den Betriebsaudits werden nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie der guten fachlichen Praxis kontrolliert, sondern auch Anforderungen, die darüber hinausgehen.
Mit steigender Tendenz nimmt bereits heute die große Mehrheit der deutschen Milchbauern am Qualitätssystem QM-Milch teil. Die Standards in der deutschen Milcherzeugung gehören zu den weltweit strengsten.
QM-Milch ist eine Initiative des Deutschen Bauernverbandes, des deutschen Milchindustrie-Verbandes und des Deutschen Raiffeisenverbandes.

Molkereien müssen Wertschöpfungspotenziale nutzen

Erhebliche ungenutzte Wertschöpfungspotenziale sieht der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Folgart, bei den hiesigen Molkereien. Folgart forderte Vertreter der größten deutschen Molkereigenossenschaften bei einem Treffen auf, sich dieser Fragen in den kommenden Monaten und Jahren anzunehmen. Es gehe darum, die Potenziale auszuschöpfen, damit die deutsche Milchproduktion weiterhin im internationalen Wettbewerb bestehen könne. Der Milchbauernpräsident bescheinigte den Molkereien zugleich, beachtliche Investitionen zur Strukturverbesserung und zur Erschließung neuer Märkte getätigt zu haben. Sie dürften sich aber nicht auf dem Erreichten ausruhen, mahnte Folgart. Es gehe darum, die Molkereistrukturen weiterzuentwickeln und im Rahmen des Kartellrechts Spielräume zu nutzen, um der Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels begegnen zu können. Verstärkt werden müssten die Bemühungen zur Er-schließung internationaler Absatzmärkte, zur Entwicklung von nicht austauschbaren Marken sowie zum Aufgreifen von regionalen Verbrauchertrends. „Um in zunehmend volatilen Märkten zu bestehen, ist eine starke Positionierung der Molkereien auf regionalen, nationalen und internationalen Märkten unabdingbar“, betonte Folgart. Der Berufsstand sei sich mit den Molkereien einig, dass auch die Politik stärker gefordert sei, um den Zugang zu attraktiven Drittlandsmärkten zu erleichtern. Diskussionsbedarf gibt es dem DBV-Vizepräsidenten zufolge auch im Hinblick auf die Ausgestaltung der Lieferbeziehungen zwischen Molkereien und Milchbauern. International tätige Molkereien böten ihren Milchbauern inzwischen moderne Konzepte zur Gestaltung an. Einvernehmen habe bei dem Treffen darüber geherrscht, dass dies ausschließlich der einzelnen Molkerei und ihren Milcherzeugern obliegen müsse.     AgE

Biomarkt wächst weiter

Auch der französische Biomarkt ist weiter auf Wachstumskurs. Die Direktorin der l’Agence bio, Eisabeth Mercier, geht davon aus, dass der Umsatz mit Bioprodukten bis zum Jahresende auf 5,5 Mrd. EUR steigen dürfte; das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 500 Mio. EUR. Nach Angaben von Mercier legte der Absatz von Ökoprodukten auf allen Verkaufskanälen zu. Am stärksten seien hier die Zuwächse in Fachgeschäften, gefolgt von den großen Supermärkten. Parallel zum Anstieg der Verkäufe von Bioprodukten ist laut l’Agence bio auch der Anbau ökologisch erzeugter Lebensmittel weiter ausgedehnt worden. Demnach wurden gemäß den vorläufigen Zahlen zum Stichtag 30. Juni 2015 rund 1,25 Mio. ha nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet; das sind 10 % mehr als Ende 2014. Von dieser Gesamtzahl sind gut 1 Mio. ha zertifiziert; etwa 200 000 ha befinden sich noch in der Umstellung. Insgesamt werden somit in Frankreich etwa 4,6 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) biologisch bewirtschaftet. Die Zahl der Biobetriebe stieg der l’Agence bio zufolge bis Ende Juni auf 28.621 Einheiten; gegenüber dem Stand vom Jahresende 2014 ist das ein Plus von 8 %. Somit sind mittlerweile rund 6 % aller französischen Höfe auf Bio umgestellt.     AgE

Gute Aufnahme der privaten Lagerbeihilfe für Käse

Die neue Beihilfe zur privaten Lagerhaltung von Käse findet in Teilen der Europä-
ischen Union regen Anklang. Wie aus Daten der EU-Beobachtungsstelle für den Milchmarkt hervorgeht, wurde die Beihilfe von einmalig 15,57 EUR/t sowie 0,40 EUR/t für jeden Tag der Vertragsdauer in der ersten Woche vom 19. bis zum 25. Oktober bereits für 18.728 lagerfähigen Käse beantragt. Allerdings beschränkte sich das Interesse auf fünf Mitgliedstaaten. Die größte Nachfrage kam mit 6.193 t aus den Niederlanden, gefolgt von 4.565 t in Italien, 3.854 t in Großbritannien, 2.190 t in Irland und 1.927 t in Schweden. Für die förderfähige Menge gelten vorübergehend nationale Obergrenzen, darunter 23.626 t Käse in Deutschland, um sicherzustellen, dass Interessierte in allen Mitgliedstaaten die Möglichkeit haben, von der Beihilfe zu profitieren. Im vergangenen Jahr waren die zur Verfügung stehenden Gesamtmittel für ein ähnliches Programm innerhalb kürzester Zeit beinahe komplett von italienischen Unternehmen in Anspruch genommen worden. Unterdessen hat die Attraktivität der übrigen Milchmarktinstrumente offensichtlich weiter abgenommen. In der Woche zum 25. Oktober wurden lediglich 119 t Magermilchpulver aus Frankreich der Intervention angedient. Dem standen 495 t Trockenmilch aus Polen, den Niederlanden und Deutschland gegenüber, für die neu ein Lagerungszuschuss beantragt wurde. Die Nachfrage nach einer Beihilfe zur privaten Lagerhaltung von Butter beschränkte sich auf 234 t aus den Niederlanden und Großbritannien. Die Preise für die wichtigsten Milchprodukte tendierten zuletzt überwiegend schwächer: Im EU-Durchschnitt verbilligten sich Magermilchpulver um 1,1 % auf 181 EUR/100 kg und Molkenpulver um 1,5 % auf 64 EUR/100 kg, während die Preise für Butter mit 299 Euro/100 kg, Cheddar mit 302 EUR/100 kg, Edamer mit 249 EUR/100 kg und Gouda mit 254 EUR/100 kg annähernd konstant blieben. Besonders deutlich gab die Notierung für Emmentaler nach, nämlich um 2,2 % auf 384 EUR/100 kg. Der mittlere Preis für Vollmilchpulver stieg dagegen um 1,4 % auf 242 EUR/100 kg.     AgE

Beschränkung der Milchpulvererzeugung gefordert

Die Europäische Koordination Via Campesina (ECVC) fordert eine schrittweise Verringerung der Milchpulverproduktion. Trockenmilch sei marktverzerrend und sorge für einen Verfall des Milchpreises sowohl in Europa als auch in Entwicklungsländern, schreibt der linksgerichtete Bauernverband an EU-Agrarkommissar Phil Hogan in einem Brief. Nach Ansicht der ECVC gibt die Milchpulvererzeugung den Molkereien eine ungebührliche Marktmacht und beträchtliche Kontrolle über die Milchpreise. Die Organisation stellt einen direkten Zusammenhang zwischen Milchpulver und dem Ausstieg zahlreicher Landwirte aus der Milchviehhaltung seit dem Jahr 2000 her. Hintergrund des Briefs ist der Streit zwischen Italien und der Kommission über ein nationales Gesetz, das die Verwendung von Milchpulver unter anderem in der Käseproduktion verbietet. Die Brüsseler Behörde sieht darin eine unzulässige Wettbewerbsverzerrung und leitete im Sommer ein Vertragsverletzungsverfahren ein. Die ECVC sieht hingegen die Qualität von italienischen Käse gefährdet und verlangt nicht nur, das italienische Verbot aufrechtzuerhalten, sondern die Regelung sogar auf die gesamte EU auszuweiten. Die Kommission wehrte sich bereits im Juli gegen Darstellungen, sie würde den italienischen Mozzarellaherstellern vorschreiben, ihren Käse aus Milchpulver herzustellen. Für alle Produkte mit geschützten Herkunftsangaben, darunter Käse wie Mozzarella di Bufala Campana, Gorgonzola, Parmigiano Reggiano oder Provolone, seien spezifische Bestimmungen für deren Herstellung ausdrücklich erlaubt und vorgesehen, so die EU-Behörde. Die Absicht sei vielmehr, den EU-Binnenmarkt in Funktion zu halten und den freien Handel von Waren nicht einzuschränken. Für die italienischen Molkereien wiederum könnte die Beschränkung einen Wettbewerbsnachteil darstellen, weil Konkurrenten aus
anderen Ländern nicht geschützte Erzeugnisse günstiger produzieren könnten.     AgE

Europa ohne Milchquote

Durch den Beschluss der Agrarminister zusammen mit dem EU-Parlament im Jahr 2003 wurden die Milchquoten zum 1. April 2015 abgeschafft. Ein halbes Jahr später zieht der Milchindustrie-Verband, Berlin, anlässlich seiner Jahrestagung in Leipzig ein vorläufiges Fazit. Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Hans Holtorf, sieht für zum Teil auch politisch diskutierte Nachfolgeregelungen indes keinen Platz: „Die Milchquote hat dreißig Jahre lang nicht funktioniert, warum sollten wir es wieder versuchen?“
Europa hat als eine der letzten großen Regionen die Milchproduktion freigegeben. Lediglich in Kanada und Israel wird die Milchproduktion noch staatlich gesteuert. Die potenten Wettbewerber am Weltmarkt, wie Neuseeland, USA oder Australien, haben sich längst von einer Mengenbegrenzung in jedweder Form verabschiedet. Mit Interesse wird die Diskussion auf nationaler Ebene betrachtet. Die Agrarminister der Bundesländer haben beschlossen, erneut einen freiwilligen Mengenverzicht gegen Erstattung zu prüfen. Für den Verband steht allerdings das Urteil schon fest: unabhängige Wissenschaftler aus den verschiedensten Mitgliedstaaten haben die Vorschläge bereits in der Vergangenheit geprüft und verworfen und auch aktuelle Untersuchungen kommen zu dem gleichen Ergebnis:  Auch macht es wenig Sinn in einem gemeinsamen EU-Binnenmarkt ohne Grenzen über nationale Maßnahmen nachzudenken, meint dazu der MIV.
Fest steht, dass die alte Milchquotenregelung die deutschen Milcherzeuger viel Geld gekostet hatte. Nach vorläufigen und vorsichtigen Berechnungen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen hat die Anwendung der EU-Milchquotenregelung allein in Deutschland Kosten in Höhe von mindestens 15 Mrd. EUR verursacht. Die relativ schlechte Marktsituation zum Sommer 2015 kann auch nicht der fehlenden Milchquotenregelung angelas-
tet werden. Bereits zur Mitte des Vorjahres sanken die Preise trotz Milchquotenregelung. „Die Milchquote ist Vergangenheit, wir sollten gemeinsam nach vorne schauen und die Märkte beobachten“, fügt Hans Holtorf abschließend an.  MIV

Neuer Vorsitzender

Die Mitgliederversammlung des Milchindustrie-Verbandes (MIV) hat in Leipzig turnusgemäß seinen Vorstand und Vorsitzenden neu gewählt.
Peter Stahl, Hochland Deutschland GmbH in Heimenkirch, ist der neue Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes. Er wurde einstimmig durch den Vorstand des Milchindustrie-Verbandes in sein Amt gewählt. Zuvor war Herr Dr. Karl-Heinz Engel als Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes zurückgetreten, infolge seines Ausscheidens als Geschäftsführer der Hochwald Foods GmbH in Thalfang. Der Milchindustrie-Verband ist Herrn Dr. Engel für die geleistete Arbeit sehr dankbar. Herr Dr. Engel hat den Verband in den vielen Jahren seiner Amtszeit im Vorstand und als Vorsitzender entscheidend geprägt und die Interessen der Milchindustrie nachhaltig vertreten. Der MIV wünscht Herrn Dr. Engel für die Zukunft alles Gute.
Wiedergewählt wurde als Stellvertreter des Vorsitzenden Hans Holtorf, frischli Milchwerke GmbH in Rehburg-Loccum. Jakob Ramm, Milchwerke Schwaben eG in Neu-Ulm, wurde erneut für das Amt des Schatzmeisters bestimmt und zusätzlich zum zweiten Stellvertreter des Vorsitzenden benannt.
Als neues Vorstandsmitglied begrüßt der MIV Herrn Peter Weltevreden, FrieslandCampina Germany GmbH in Heilbronn, als Nachfolger von Herrn Markus Brettschneider, welcher innerhalb des Unternehmens FrieslandCampina in die Konzernzentrale nach Amersfoort als Geschäftsführer FrieslandCampina Foodservice Europe wechselte. Neues Vorstandsmitglied ist  Detlef Latka, Hochwald Foods GmbH in Thalfang.    MIV

EU soll sich für Australien und Neuseeland öffnen

Die Europäische Kommission führt ihre Strategie bilateraler Freihandelsabkommen fort. Als nächstes sollen Verhandlungen mit Australien und Neuseeland auf den Weg gebracht werden. Wie aus der veröffentlichten Mitteilung „Handel für alle“ hervorgeht, will die Brüsseler Behörde beim Rat ein Mandat erbitten, um mit Canberra und Wellington Gespräche aufzunehmen, und zwar „unter Berücksichtigung der Empfindlichkeiten der EU-Landwirtschaft“. Die Kommission wertet den Ausbau der Beziehungen zu den beiden Ländern als Priorität. Sie teilten europäische Werte und Standpunkte zu vielen Themen, heißt es in Brüssel. Ferner spielten beide Nationen im asiatisch-pazifischen Raum und auf multilateraler Ebene eine wichtige Rolle. Australien und Neuseeland sind allerdings auch sehr effiziente Agrarproduzenten, die bei einem leichteren Zugang zum EU-Markt den hiesigen Wettbewerbsdruck verschärfen dürften. Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra gilt aufgrund seines hohen Exportanteils als maßgeblich für die Entwicklung der weltweiten Milchpreise. Australien wiederum ist seit Jahren unzufrieden mit seinem vergleichsweise sehr beschränkten Zugang zum europäischen Rindfleischmarkt. Dass die EU Freihandelsabkommen ohne Zugeständnisse bei Milch- und Fleischprodukten abschließen könnte, halten Beobachter für unwahrscheinlich. Im Jahr 2013 exportierten Australien und Neuseeland Agrargüter im Wert von jeweils rund 2,2 Mrd. EUR nach Europa. Dabei waren die wichtigsten Produkte für Australien Ölsaaten und Wein, für neuseeländische Erzeuger Lammfleisch und Früchte, vor allem getrocknete Beeren und Kiwis. Die Agrarhandelsbilanz der EU ist mit Neuseeland regelmäßig stark negativ, während mit Australien seit 2010 in einzelnen Jahren auch ein Überschuss erreicht wurde.                                 AgE

Dänische Lebensmittelkette erhöht Milchpreise zugunsten der Landwirte

In Dänemark erhalten die vom aktuellen Preisverfall gebeutelten Milcherzeuger Unterstützung von unerwarteter Seite. Wie der Dachverband der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) mitteilte, hat die Supermarktkette REMA 1000 angekündigt, den Preis für Milch in ihren Filialen mit sofortiger Wirkung um 0,50 dkr (6,7 ct) pro Liter anzuheben. Das Unternehmen kündigte laut Dachverband zudem an, die Differenz zum alten Preis direkt an die Milchbauern weiterzugeben. Der Einkaufsleiter von REMA 1000, Anders Jensen, bezeichnete die Maßnahme als Teil einer langfristig angelegten Strategie, mit der man die Milcherzeugung in Dänemark unterstützen und erhalten wolle. Nehme man die aktuelle Marktlage nicht ernst, drohe einem Teil der Milcherzeuger im Land das Aus, mit unmittelbaren Folgen für die heimische Rohstoffverfügbarkeit, betonte Jensen. REMA 1000 hoffe, dass der Verbraucher Anlass und Ziel der Maßnahme verstehe. Diese bestehe letztlich darin, dem Kunden auch in Zukunft Milch aus dänischer Produktion anbieten zu können und gleichzeitig viele Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu erhalten. Der Dachverband L&F lobte die Initiative des Handelsunternehmens und zeigte sich davon überzeugt, dass die Aktion bei vielen dänischen Verbrauchern auf offene Ohren stoßen wird.
    AgE
Umrechnungskurs: 1 dkr = 0,1344 EUR