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Wende in Kakaoerzeugerländern angestrebt

Der Rohstoff Kakao hat für die deutsche Süßwarenindustrie eine besondere Bedeutung, denn über 10% der Weltkakaoernte werden hier verarbeitet. Sie sieht sich deshalb in einer Mitverantwortung für die gesamte Kakao-Wertschöpfungskette, für das Wohlergehen aller Erzeuger, insbesondere der Kakaobauern in Afrika, Südostasien sowie Süd- und Mittelamerika. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Verhältnisse in den Anbauländern durch Förderung eines nachhaltigen Anbaus von Kakao in enger Zusammenarbeit mit den gesellschaftlichen Kräften vor Ort zu verbessern.
Von 2001 bis 2011 hat die Industrie weltweit über 75 Mio. US-Dollar in verschiedenste Programme und Projekte zur Förderung eines nachhaltigen Kakaoanbaus investiert, so z.B. für die Bildung von Kooperativen, in Farmer Field Schools, in Schulförderungsprogramme, in Projekte zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in den Kakaoanbauregionen und einiges mehr. Viele unterschiedliche Akteure, wie u.a. die International Cocoa Initiative (ICI),die World Cocoa Foundation (WCF) und viele Unternehmen engagieren sich bereits heute mit ihren Nachhaltigkeitsprogrammen und -projekten. Es wurden teils erhebliche Verbesserungen der Lebenssituation in den Anbauländern erzielt, wenn auch weniger als vor Jahren erhofft.
Leider erlitten die Bemühungen oft durch die Gegebenheiten, wie z.B. politische Unruhen und unterschiedliche Auffassungen über soziale Normen, Rückschläge. Trotz des Investitionsvolumens und des breiten Engagements könnten die verschiedenen Initiativen durch umfassende Koordination innerhalb der Wertschöpfungskette und durch bessere Vernetzung vor Ort noch mehr Wirkung entfalten, vor allem wenn sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort geplant und umgesetzt werden und mit den Bestrebungen der lokalen Regierungen konform gehen. Noch sind die Maßnahmen regional begrenzt und erreichen so nur einen verhältnismäßig kleinen Teil der Kakaobauern.
(Zusammenfassung aus Materialien des BDSI)

Länderkammer fordert höheren Umrechnungsfaktor bei der Milch

Der Bundesrat ist für eine Anhebung des Umrechnungsfaktors von Volumen in Gewicht bei Anlieferungsmilch. Die Bundesregierung solle den bisherigen Wert von 1,02 in der Milch-Güteverordnung schnellstmöglich auf mindestens 1,03 anheben, heißt es in einer Entschließung, die die Länderkammer im Zusammenhang mit ihrem Beschluss zu einer Verordnung über milchmarktordnungsrechtliche Bestimmungen gefasst hat. Begründet wird die Forderung mit der notwendigen „europäischen Gleichbehandlung“, nachdem in den meisten EU-Mitgliedstaaten der Umrechnungsfaktor 1,03 betrage. Im Bundeslandwirtschaftsministerium reagiert man zurückhaltend auf den Wunsch der Länder. Einen Umrechnungsfaktor von 1,03 lasse die Milchgüteverordnung bereits jetzt zu, so dass eine Anpassung nicht erforderlich sei, heißt es im Ressort. Im Übrigen sei die Erwartung, ein höherer Umrechnungsfaktor führe automatisch zu einem höheren Erlös, für die Milcherzeuger „rein theoretisch“.     AgE

Weitere Preisabschläge am Weltmilchmarkt

Zum vierten Mal in Folge sind an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) die Preise für Standardmilcherzeugnisse gefallen. Bei der letzten Auktion ging der zusammenfassende Preisindex gegenüber der vorangegangenen Auktion von Mitte April nicht nur um 3,5 % zurück; er fiel sogar mit 730 Punkten auf den tiefsten Stand seit August 2009. Bei der jüngsten Versteigerungsrunde standen die Preise für Buttermilchpulver und Labkasein am stärksten unter Druck; sie brachen um 14,0 % beziehungsweise 11,0 % ein. Das vom Handelsvolumen her wichtigere Vollmilchpulver ließ sich über alle Qualitäten und Lieferzeiten hinweg im Durchschnitt für 2.386 $/t (2.139 EUR) verkaufen; das waren 1,8 % weniger als Mitte April und fast 40 % weniger als vor genau einem Jahr. Noch deutlichere Preiszugeständnisse mussten lediglich die zwei Anbieter Fonterra und Arla bei Magermilchpulver machen. Im Schnitt aller Kontrakte und Lieferfristen ging der betreffende Verkaufserlös an der GDT gegenüber der Handelsrunde von vor zwei Wochen um 7,5 % auf 2.048 $/t (1.836 EUR) zurück. Ein vergleichsweise moderater Preisabschlag von durchschnittlich 0,8 % auf 3.005 $/t (2.694 EUR) war im Handel mit Butter zu verzeichnen. Dagegen erzielte der ausschließlich von Fonterra zur Lieferung im Juli angebotene Cheddarkäse gegenüber der Auktion vor zwei Wochen einen spürbaren Preisaufschlag von 9,1 % auf 3.012 $/t (2.701 EUR); im Vergleich zum Vorjahreswert fehlten dennoch 1.183 $ (1.061 EUR) oder 28,2 %.     AgE

Verpackungen leicht öffnen: Projekt des Fraunhofer IVV Dresden gewinnt DIN-Innovationspreis 2015

Welche Kräfte sind nötig, um eine Verpackung zu öffnen? Dies war für Andrea Liebmann und Ina Schreib vom Fraunhofer IVV Dresden der Anlass für ein mehrjähriges Forschungsprojekt im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (AiF/IGF). In enger Kooperation mit Vertretern der Verpa-ckungsindustrie und mit Unterstützung der Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. (IVLV) wurde ein Prüfvorgehen erarbeitet, um Öffnungskräfte an peelbaren Verpackungen praxisnah und reproduzierbar ermitteln zu können. Das Prüfvorgehen wurde anschließend in Ringversuchen mit der Industrie validiert und in der DIN-Norm 55409 „Bestimmung von Öffnungskräften an peel-
baren Verpackungen“ beschrieben. Andrea Liebmann, Geschäftsfeldmanagerin am Fraunhofer IVV Dresden, betonte in ihrer Laudatio während der Preisverleihung: „Unsere Projektpartner kamen mit zwei Fragestellungen zu uns: Wie kann man mit einer objektiven Prüfmethode ermitteln, welche Kraft zum Öffnen einer Verpackung erforderlich ist, und über welche Kraft verfügen unsere Kunden, insbesondere die Senioren, in ihren Händen, um eine peelbare Verpackung öffnen zu können? Somit war, neben der Erarbeitung und Normung einer Prüfmethode, ein weiterer wichtiger Baustein des Projektes die Erarbeitung von Richtwerten für „easy to open“, die das Leistungsvermögen von Verbrauchern verschiedener Altersgruppen (Kinder, Erwachsene, Senioren) angeben. Im Ergebnis ist es nun möglich, die mittels DIN 55409 ermittelten Öffnungskräfte an peelbaren Verpackungen hinsichtlich
Easy Opening zu bewerten.“Die DIN 55409 legt weltweit erstmalig ein objektives Prüfverfahren fest, das der realitätsnahen Bestimmung der Öffnungskraft an peelbaren Verpackungen, wie zum Beispiel bei Beuteln, Bechern, Schalen und Dosen dient.

Beemster goes Berlin

Frühling, Meisjes, Fahrräder, Tulpen und Käse – Holland grüßt Berlin. Fröhlich klingelnd brachten sechs echte, holländische Käsemädchen auf gelben Fahrrädern den
ersten Käse des Jahres aus der frischen Frühlingsmilch Nordhollands, den Beemster Graskaas, nach Berlin. Da gab es vor dem Brandenburger Tor einen rundherum leckeren Anblick. Die kleine nordholländische Käserei wollte mit ihrer Rundfahrt durch die Hauptstadt nicht nur den frischen Frühlingskäse zeigen, sondern gleichzeitig auf die Bedeutung von Tierwohl in der heutigen Milchwirtschaft und auf eine nachhaltige Nahrungsmittelerzeugung aufmerksam machen. Auf reges Interesse stieß die Thematik dann auch bei den Mitgliedern des Ausschusses Landwirtschaft und Ernährung des Bundestages. Vertreter von gleich vier verschiedenen Fraktionen gaben sich ein Stelldichein zum Gespräch vor dem Reichstag, um sich eingehend über die nachhaltige Vorgehensweise der kleinen Käserei zu informieren.

OMIRA tritt dem UN Global Compact bei

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Unternehmenskultur setzt die OMIRA GmbH neue Maßstäbe. Seit Februar 2015 unterstützt die Molkerei die von den Vereinten Nationen gegründete Initiative Global Compact. Mit im April durchgeführten Seminaren über „Homöopathie in der Milchviehhaltung“ für die Mitglieder und der Verleihung des EnBW Innovationspreises an die OMIRA wurden bereits Akzente gesetzt. „Wir übernehmen alle gemeinsam Verantwortung für unsere Mitmenschen und unseren Planeten. Das entspricht den Werten einer Genossenschaft und wird uns dabei antreiben, unser Optimierungspotenzial zu heben“, sagt Ralph Wonnemann, Geschäftsführer der OMIRA. „Unser gemeinsames Ziel besteht darin, gesund zu wachsen. Das bedeutet, wir müssen als verantwortungsbewusstes Unternehmen gewinnorientiert im Sinne unserer Mitglieder handeln, dürfen aber hierbei unsere gesellschaftliche Verpflichtung, den Umweltschutz und eine nachhaltige Beschaffungspolitik nicht außer Acht lassen.“

Frankreich führt nationales Milchlabel ein

Die französische Milchindustrie führt ein Herkunftssiegel für Trinkmilch aus Frankreich ein, um die wachsenden Milcheinfuhren aus Deutschland und Belgien zurückzudrängen. Noch im laufenden Halbjahr soll das gemeinsame Logo von 13 französischen Trinkmilchherstellern, die der Branchenvereinigung Syndilait angehören, in den Markt eingeführt werden. Das Label wird nur für Konsummilch vergeben, die in Frankreich aus französischer Rohmilch erzeugt wurde.
Mit dem Logo appellieren die Molkereien an den Patriotismus der Franzosen, die vermehrt heimische Milch kaufen sollen. Nach Darstellung von Syndilait würden seit dem russischen Einfuhrverbot für Molkereierzeugnisse enorme Mengen an Milch und Milchprodukten aus Deutschland und Belgien auf den französischen Markt drängen.
Allein zwischen September und November 2014 seien deren Lieferungen von Trinkmilch nach Frankreich um 38 % gestiegen. Insgesamt soll der Marktanteil ausländischer Konsummilch 10 % erreicht haben.     Agrarmanager