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Mehr Milch und schwächere Preise bei Fonterra

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat seine Milchpreisprognose für das Wirtschaftsjahr 2014/15 zum wiederholten Male gesenkt. Wie das Unternehmen mitteilte, können die Erzeuger für die laufende Saison nur noch mit einem Basispreis von 4,50 NZ$ (3,16 EUR) pro kg Milchfeststoff rechnen. Im Dezember 2014 lag die Auszahlungspreisprognose noch bei 4,70 NZ$ (3,30 EUR); in der Saison 2013/14 wurde ein Rekordpreis von 8,40 NZ$ (5,89 EUR) gezahlt. Fonterra-Vorsitzender John Wilson begründete die Korrektur der Milchgeldprognose mit dem Überangebot am Weltmilchmarkt und den deshalb dort nachgebenden Preisen. Zwar gehe man langfristig von einem Wachstum der globalen Nachfrage für Molkereierzeugnisse aus, doch wären die Preise an der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) seit Februar um 23 % gesunken, erklärte der Fonterra-Chef. Aufgrund der erwartet schwächeren Auszahlungsleistung mussten ihm zufolge die Vorabzahlungen an die Milchlieferanten gekürzt werden. Wilson rief die Erzeuger in dieser schwierigen Situation dazu auf, die Kosten und Liquidität im Auge zu behalten. Dies dürfte jedoch für Milcherzeuger mit Zahlungsverpflichtungen wegen Krediten schwierig werden; Experten zufolge liegt die Gewinnschwelle in der neuseeländischen Milcherzeugung bei 5,40 NZ$ (3,79 EUR) je kg Milchfeststoff. Korrigiert hat Fonterra auch seine Prognose zur Milcherzeugung. Ende Januar war aufgrund der Trockenheit in Teilen des Landes für die bis Ende Mai laufende Saison 2014/15 noch mit einem Rückgang des Rohstoffeingangs um 3,3 % auf 1,53 Mrd. kg Milchfeststoffe, gegenüber dem vorherigen Wirtschaftsjahr gerechnet worden. Nun erwartet Fonterra aufgrund der wieder verbesserten Situation auf den Weiden im Vergleich zu 2013/14 einen Anstieg des Aufkommens um 1,4 % auf fast 1,61 Mrd. kg Milchfeststoff.     AgE

Empfehlungen zu weiteren Herkunftsangaben in den nächsten Wochen

Die Europäische Kommission wird Berichte zur Machbarkeit weiterer verpflichtender Herkunftskennzeichnungen in den kommenden Wochen vorlegen. Das sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan beim Treffen der europäischen Landwirtschaftsminister in Luxemburg zu. Der Rat hatte sich nach dem Verbleib der überfälligen Einschätzungen, die eigentlich schon im Dezember vorliegen sollten, erkundigt. Hogan begründete die Verzögerung mit dem Hinweis, dass Herkunftsangaben eine vielschichtige Angelegenheit seien und eventuell weitreichende Auswirkungen hätten. Die Kommission sei einer auf Tatsachen beruhenden Entscheidungsfindung verpflichtet. Hogan gab sich vor Journalisten zuversichtlich, dass eine erste Aussprache auf dem Rat im Juni stattfinden könne. Die in Arbeit befindlichen Papiere befassen sich mit der Möglichkeit einer verpflichtenden Angabe des Ursprungslands oder des Herkunftsorts bei Milch und Milcherzeugnissen, bestimmten Fleischarten, unverarbeiteten Lebensmitteln und Erzeugnissen aus einfachen Zutaten, beispielsweise Konfitüre. Dem Vernehmen nach konnten sich die für Landwirtschaft beziehungsweise Lebensmittelsicherheit zuständigen Generaldirektionen lange nicht auf einen gemeinsamen Ansatz einigen.     AgE

Massive Verärgerung über Bürokratieaufwand bei der EU-Agrarreform

Der Verwaltungsaufwand im Zusammenhang mit der jüngsten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wird zu einem Hauptärgernis für Betriebe und staatliche Administration. Das ist beim agrarpolitischen Forum der mitteldeutschen Bauernverbände im Rahmen der Landwirtschaftsausstellung „agra 2015“ in Leipzig deutlich geworden. Spitzenvertreter der Verbände sowie der Agrarressorts aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mahnten dringend Vereinfachungen an, um die Akzeptanz der GAP nicht zu gefährden. EU-Agrarkommissar Phil Hogan zeigte Verständnis für die Kritik und bekräftigte seinen Willen, den Bürokratieaufwand spürbar zu senken. Dies habe für ihn Priorität, betonte Hogan. Gleichzeitig warnte der Ire bei seinem ersten Besuch in den neuen Ländern vor einseitigen Schuldzuweisungen. Er erinnerte daran, dass im Ergebnis der Reformverhandlungen den Mitgliedstaaten Gestaltungsspielraum in der Umsetzung der Regelungen eingeräumt worden sei. Mehr Flexibilität bedeute höhere Komplexität. Deshalb könnten Frus-trationen der deutschen Landwirte über einen übermäßigen Verwaltungsaufwand „genauso gut auf die föderalen oder regionalen Verwaltungen zurückzuführen sein“, so der EU-Kommissar. Hogan rief die Interessenverbände und politischen Institution auf, ihre Erfahrungen mit der Reform in die Diskussion um eine Vereinfachung einzubringen. Dies sei „kein Prozess, der von der Kommission diktiert wird“.     AgE

SPD zurückhaltend gegenüber Vereinfachungen beim Mindestlohn

Die SPD reagiert zurückhaltend auf die Forderungen nach Erleichterungen bei der Umsetzung des Mindestlohns. „Nur mit einer vollständigen Dokumentation der Arbeitszeiten kann es eine wirksame und effektive Kontrolle des Mindestlohns geben“, erklärte der agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier, in Berlin. Andernfalls würden seiner Auffassung nach „Tür und Tor für den Missbrauch und die Unterschreitung des Mindestlohns geöffnet“. Dies gelte auch für die Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft.
Zuvor hatte der Deutsche Bauernverband (DBV) erneut Erleichterungen bei der Anwendung des Mindestlohns gefordert. Insbesondere bei Erntearbeiten sei eine Vereinfachung hinsichtlich der Dokumentation der Arbeitszeiten notwendig, hieß es bei der Frühjahrssitzung des DBV-Bundesausschusses Obst und Gemüse. Weitere Forderungen seien die Möglichkeit der Lohnauszahlung zum Beschäftigungsende gerade für ausländische Saisonarbeitskräfte, eine einfache Anrechnung von Kost und Logis sowie eine praktikable Regelung, die Arbeitszeit pro Tag während dringend durchzuführender Erntearbeiten über zehn Stunden hinaus zu verlängern. Bei frischen Erzeugnissen wie Obst und Gemüse gelte es, in den Erntespitzen oder in Abhängigkeit von der Witterung längere Arbeitszeiten pro Tag zu ermöglichen.

Convenience: Deutschland holt auf

Deutschland galt beim Kauf von küchenfertigem Frischgemüse lange Zeit als Schlusslicht in Europa. Frankreich war dagegen Vorreiter in Sachen Fresh-Cut-Gemüse. Während vor zehn Jahren in Frankreich bereits über 60 % aller Haushalte küchenfertiges Frischgemüse kauften, lag der Anteil der Käufer in Deutschland erst bei einem Drittel. Noch 2009 betrug die Einkaufsmenge pro Haushalt in Frankreich fast das Dreifache des Niveaus in Deutschland. Seitdem hat sich allerdings einiges geändert. Denn das Wachstum auf dem Markt für küchenfertiges Frischgemüse ist in Frankreich praktisch vor fünf Jahren zum Stillstand gekommen, die Einkaufsmenge 2014 entspricht fast genau der Menge von 2009. In Deutschland legte die Rubrik im Einzelhandel dagegen nach Menge und Wert um 45 % zu. Natürlich ist das Niveau in den Nachbarländern immer noch deutlich höher, Deutschland holt aber auf. Immerhin belegt das küchenfertige Frischgemüse den Platz 14 in der Hitliste der Verbraucherausgaben für frisches Obst und Gemüse und liegt damit noch vor Produkten wie Birnen oder Melonen.     AMI

Europaparlamentarier für gestärktes Schulmilch- und Schulobstprogramm

Der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments hat sich für eine starke Förderung des Milch-, Obst- und Gemüseverzehrs von Schulkindern ausgesprochen. In einem befürworteten Berichtsentwurf zur geplanten Zusammenlegung der bisherigen Schulmilch- und Schulobstprogramme fordert das Gremium unter anderem eine Aufstockung der jährlich zur Verfügung stehenden EU-Mittel speziell für Schulmilch um 20 Mio. EUR auf 100 Mio. EUR. Für die bezuschusste Abgabe von Obst und Gemüse an Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren stünden weiter 150 Mio. EUR bereit. Die Mitgliedstaaten sollen 10 % bis 20 % der erhaltenen EU-Mittel für Maßnahmen zur Ernährungsbildung verwenden, einschließlich des Besuchs auf landwirtschaftlichen Betrieben oder der gelegentlichen Verkostung von Verarbeitungsprodukten, die als regionale Spezialitäten gelten, aber weder gesüßt, gesalzen noch mit Fett angereichert sind.
Daneben verlangt der Ausschuss, die Liste der förderfähigen Produkte auf lokale Milcherzeugnisse wie Naturjoghurt, Käse oder Quark auszudehnen; dabei wären Zusätze wie Früchte, Nüsse oder Kakao nicht erlaubt. Außerdem soll der Verteilungsschlüssel für die EU-Mittel unter den Mitgliedstaaten aktualisiert werden; dazu schlägt der Ausschuss vor, Kennzahlen heranzuziehen, nämlich den Anteil der Sechs- bis Zehnjährigen an der Gesamtbevölkerung sowie den wirtschaftlichen Entwicklungsstand einer Region.     AgE

Aktuelle Studie: Natü̈rlich, kalorienarm und vitaminreich gefragt

Frisch, natürlich und weitgehend naturbelassen – diese drei Ansprüche stellen die Deutschen an ihre täglichen Mahlzeiten. Denn das Essen dient nach Ansicht der Konsumenten nicht mehr nur der Nahrungsaufnahme, sondern soll gleichzeitig Gutes für die Gesundheit tun. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Nielsen, einem führenden Anbieter von Informationen und Erkenntnissen zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern. Aber, auch das zeigt die Studie von Nielsen eindeutig, mehr bezahlen wollen die Deutschen für gesündere Lebensmittel nicht. Mit einer Ausnahme: Mehr als die Hälfte (58 %) der Befragten ist bereit, für Bio-Produkte tiefer in die Tasche zu greifen.
In der global angelegten Studie fragte Nielsen die Verbraucher, welche Eigenschaften Lebensmittel enthalten müssen, um als gesund zu gelten. „Keine Gentechnik“, war mehr als der Hälfte (65 %) der befragten Deutschen wichtig beziehungsweise sehr wichtig. Des Weiteren sollen Lebensmittel nicht mit künstlichen Farb- oder Aromastoffen angereichert, sondern aus „echtem“ Gemüse oder Obst hergestellt – also ganz natürlich – sein.
Bei vielen Verbrauchern zählt das Prinzip „weniger ist mehr“. So ist es ungefähr einem Fünftel der befragten Deutschen sehr wichtig, dass Nahrungsmittel weniger oder gar keinen Zucker, Fett, Salz oder Kalorien enthalten. Zudem achten Konsumenten verstärkt darauf, über die Nahrung gesundheitsfördernde Stoffe aufzunehmen, um Krankheiten vorzubeugen. Entsprechend wählen sie Produkte aus Vollkorn, die mit Vitaminen, Calcium oder Mineralien angereichert sind, Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren oder Proteine enthalten und cholesterinfrei sind. Doch nicht nur anhand der Inhaltsstoffe entscheiden Verbraucher, ob Lebensmittel gesund sind, oft zählt auch die Herkunft. 57 % halten Produkte aus der Region für wichtig oder sehr wichtig, 56 % setzen auf fair gehandelte Waren und 44 % bevorzugen Nahrungsmittel aus Bio-Anbau.