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Hogan blickt dem Ende der Milchquote gelassen entgegen

Anlässlich des bevorstehenden Auslaufens der Garantiemengenregelung nach 31 Jahren hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan die positiven Seiten dieses historischen Schritts für den Milchsektor unterstrichen. „Das Ende der Milchquotenregelung ist sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance für die Union. Eine Herausforderung insofern, als eine ganze Generation von Milcherzeugern mit völlig neuen Lebensumständen konfrontiert sein wird und lernen muss, mit den Volatilitäten des Marktes zu leben“, erklärte Hogan heute vor Journalisten in Brüssel. Gleichzeitig jedoch böten sich Chancen für Wachstum und Beschäftigung. Wenn sich der Milchsektor verstärkt auf Mehrwertprodukte und Zutaten für funktionelle Lebensmittel konzentriere, könne er zu einer Triebkraft für die Wirtschaft der EU werden.
Hogan räumte ein, dass es in Bergregionen und anderen benachteiligten Gebieten auch Ängste gebe. Um strukturellen Problemen zu begegnen, sieht er jedoch die Hauptverantwortung bei den Mitgliedstaaten. Im Rahmen der ländlichen Entwicklung gebe es eine breite Palette an speziellen Fördermöglichkeiten, um die Wettbewerbssituation von Milchviehhaltern zu verbessern. Gleichzeitig betonte der Kommissar, dass seine Dienststellen gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) daran arbeiteten, ebenfalls innerhalb der Zweiten Säule eine Möglichkeit für langfristige, günstige Kredite zur Absicherung von Milchpreisschwankungen zu schaffen. Ein Abschluss der Gespräche sei für Ende 2015 geplant.   

Terminhandel im Milchsektor bislang von untergeordneter Bedeutung

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erwartet, dass der Handel mit Terminkontrakten im Milchsektor künftig an Bedeutung gewinnen wird. Bei einer Anhörung des Bundestagsernährungsausschusses gestern in Berlin räumte DRV-Milchexperte Heinrich  Schmidt ein, dass der Handel mit Butter- und Magermilchkontrakten an der Eurex bislang noch gering ausfalle und mit einer im vergangenen Jahr gehandelten Menge von rund 2 % der nationalen Produktion zu klein sei für eine wirksame Risikoabsicherung. Die Zeichen stünden aber auf Wachstum. Voraussetzung dafür sei, dass Wissen aufgebaut und Erfahrungen gesammelt würden. Der DRV unterstütze deshalb Schulungsprojekte zur Wissensvermittlung über die Funktionsweise des Terminhandels, berichtete Schmidt. Der Vorsitzende vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, bekräftigte seine Forderung nach einer stärkeren staatlichen Flankierung des Milchmarktes. Erforderlich sei zum einen ein Marktverantwortungsprogramm, um im Bedarfsfall die Milchmenge an die Nachfrage anzupassen und auf diese Weise schwerwiegenden Milchkrisen vorzubeugen, sagte Schaber. Zum anderen müsse die Stellung der Erzeuger im Markt gestärkt werden. Dazu hält der BDM eine Lockerung der Andienungspflicht ebenso für erforderlich wie preisliche Eckdaten in den Lieferverträgen. Schaber kritisierte, dass die Bildung von Erzeugergemeinschaften nur unzureichend von der öffentlichen Hand unterstützt werde.    

Schmidt begrüßt Ende der Quotenregelung

Als „Chance für die Milchwirtschaft und Teil der verstärkten Marktorientierung der EU-Agrarpolitik“ hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt das bevorstehende Auslaufen der Milchquotenregelung begrüßt. „Die Marktorientierung hat die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Agrar- und Ernährungswirtschaft gestärkt und wesentlich zu ihren Erfolgen auf internationalen Märkten beigetragen“, erklärte der Minis-ter heute in Berlin. Seiner Einschätzung nach hat die 1984 unter dem damaligen CSU-Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle eingeführte Mengenregulierung ihre Ziele nicht erreicht. Sie habe weder zu stabilen Erzeugerpreisen geführt, noch den Strukturwandel aufgehalten oder starke Preisschwankungen unterbunden. Stattdessen sei die EU vom Wachstum des globalen Milchmarktes abgekoppelt worden. Schmidt: „Die Milchquote ist auf Dauer keine Lösung und angesichts der Chancen des globalisierten Marktes auch nicht mehr sinnvoll.“
Eine Absage erteilt der CSU-Politiker Forderungen nach neuen staatlichen Eingriffen in das normale Marktgeschehen. Die aktuelle Entwicklung auf dem Milchmarkt zeige, „dass auch dort die Marktmechanismen funktionieren“. Nicht die Superabgabe, sondern der Preis sei künftig das maßgebliche Korrektiv, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Falle außergewöhnlicher Marktkrisen greife das tragfähige Sicherheitsnetz der gemeinsamen Marktorganisation.    

Dr. Wolfgang Ingold erneut zum Vorsitzenden gewählt

Die Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE) hat Dr. Wolfgang Ingold, Geschäftsführer Franz Wiltmann GmbH & Co. KG Westfälische Fleischfabrik, zum zweiten Mal in Folge zum Vorsitzenden gewählt. „Die BVE ist heute als Interessenvertretung der Ernährungsindustrie in branchenübergreifenden Angelegenheiten anerkannt wie selten zuvor. Diesen Weg möchten wir konsequent fortsetzen. Als Vorsitzender fordere ich von der Politik ein klares Bekenntnis zur modernen Lebensmittelproduktion und zum Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Ernährungsindustrie“, so Dr. Ingold. Bereits im Dezember 2014 hatte der BVE-Vorstand Sebastian Schaeffer, Vorsitzender der Geschäftsführung der SCHWARTAUER Werke GmbH & Co. KGaA, einstimmig zum stellvertretenden Vorsitzenden der Bundesvereinigung ernannt. Jürgen Abraham bleibt aufgrund seines langjährigen Engagements für die Branche sowie den Verband Ehrenvorsitzender der BVE.

Milchcup 2015 - Das Jubiläums-Landesfinale

Anfeuerungsrufe, Jubelschreie und laute Seufzer wechselten sich ab, als  im Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf die besten 360 Nachwuchs-Tischtennisspieler Nordrhein-Westfalens im Rundlauf bei der Milchcup-Landesmeisterschaft gegeneinander antraten. Die mitgereisten Fans feuerten ihre Teams lautstark an und schrien sie förmlich zum Sieg. Die Mannschaften aus 56 Schulen hatten sich zuvor bei Schulwettkämpfen und Bezirksturnieren in ganz Nordrhein-Westfalen qualifiziert. Im Landesfinale lieferten sie sich rasante Ballwechsel und emotionsgeladene Endspiele. Das Wettkampfgetränk Nummer eins war die Milch in allen Variationen. Die Siegerteams und deren Klassenkameraden erhalten u.a. zwei Wochen lang Schulmilch gratis. Zusätzlich erhalten die Sieger der NRW-Landesmeisterschaft 200 EUR für die Klassenkasse. Der von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e.V. (LV Milch NRW) ausgeschriebene Milchcup ist deutschlandweit einzigartig und fand dieses Jahr bereits zum fünfzehnten Mal statt.

Ende der Milchquote als Chance sehen

Nach 31 Jahren läuft am 31. März 2015 das System der Milchquote aus und damit endet die Regulierung der Milchproduktionsmenge. Der CSU-Europaabgeordnete, Markus Ferber, erklärte dazu: „Für die Region Bayerisch-Schwaben und dem Allgäu ist die Milcherzeugung eine wesentliche Einkommensquelle für die Landwirtschaft. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Produkte und unsere Molkereien so wettbewerbsfähig sind, dass sie das Ende der Quotenregelung sehr gut meistern werden. Und für Berggebiete wie das Allgäu, mit ungünstigen Produktionsbedingungen, ist eine ergänzende Förderung weiterhin vorgesehen.“

„Das künftige System ist europaweit ein auf Angebot und Nachfrage basierendes, marktwirtschaftliches System, wie es bereits bei anderen Agrarprodukten seit Jahren der Fall ist. Gesetz-liche oder behördliche Steuerung fallen weg.“ Ferber fürchtet keine neuen „Milchseen oder Butterberge“. „Wir hatten in Bayerisch-Schwaben und im Allgäu nie Probleme unsere Milchprodukte im Markt unterzubekommen. Ich sehe keine Gefahr auch ohne Quotenregelung.“

Der CSU-Europaabgeordnete ruft abschließend dazu auf, das Ende der Milchquote als Chance zu sehen. „Unsere Milcherzeuger haben ihre Betriebe in den letzten Jahren wettbewerbsorientiert ausgerichtet. Die Milchwirtschaft ist für mich eine Zukunftsbranche. Die Nachfrage nach Milchprodukten wird weltweit steigen und darauf sollten wir setzen. China wird ein Exportmarkt sein. Den sollten wir uns nicht von den USA oder Kanada nehmen lassen“, betonte Markus Ferber.

Ein Reich für Käse-Sommeliers

Umgeben von mehreren tausend Käselaiben fühlen sich angehende Käse-Sommeliers immer besonders wohl. Sepp Krönauer, Inhaber der Schönegger Käse-Alm, ermöglichte dieses Erlebnis den Teilnehmer der Qualifizierung zum Käse-Sommelier, die von der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft und dem Cluster Ernährung am Kompetenzzentrum für Ernährung angeboten wird. Umgeben vom milchig-blumigen Duft mehrerer tausend Käselaibe eröffneten sich angesichts der automatisierten Käsepflege völlig neue Dimensionen bei der Käseherstellung.
„Die Exkursionen bereichern unsere Weiterbildung sehr, denn hier erleben wir mit allen Sinnen, was Käse so besonders macht“, so Teilnehmerin Kathrein van Strien. Der zweite Block der Qualifizierung zum Käse-Sommelier führte die Käseexperten erstmalig in den Pfaffenwinkel. Neben zahlreichen Betriebsbesichtigungen vermitteln mehr als 10 Referenten die theoretischen Grundlagen, um die Teilnehmer bestens auf ihre bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten. Die 15-tägige Weiterbildung wird zweimal im Jahr angeboten und richtet sich an Personen, bei denen Käse im beruflichen Fokus steht.

Durchwachsene Aussichten

Der Kieler Rohstoffwert wurde Ende November mit 25,5 Cent ermittelt. Er lag damit nur noch um einen Cent über dem Stand vom Mai 2012 und um etwas über sechs Cent über dem historischen Tiefststand 2009. Er verzeichnet gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang von 18,3 Cent oder 41,8 %. Gegenüber dem historischen Höchststand von etwas über 45 Cent im September 2013 beträgt der Abschlag satte 45 %. Die realen Milchauszahlungspreise sind diesen Berechnungen bislang noch nicht gefolgt. Insbesondere in Süddeutschland haben die Milchbauern den Preisverfall in diesem Umfang nicht zu spüren bekommen. Es dürfte auch nicht ganz so schlimm kommen. Gleichzeitig ist jedoch davon auszugehen, dass die
Talsohle im Preisrückgang noch nicht erreicht ist.
Das bayerische Landwirtschaftsministerium rechnet für das erste Quartal 2015 mit weiter nachgebenden Auszahlungspreisen.