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Covid-19: Was Arbeitgeber jetzt wissen müssen

Betriebsschließungen, Lieferengpässe und Mitarbeiter unter Quarantäne: Die Auswirkungen des
Coronavirus auf die Wirtschaft sind deutlich spürbar. Stellt sich die Frage, wer hat nun welche Rechte und Verpflichtungen? Die IHK Schwaben bietet auf Ihrer Homepage Aufklärung zu unter anderem den folgenden Punkten:

  • Was tun, wenn ein Mitarbeiter infiziert ist?
  • Wie schütze ich meine Mitarbeiter?
  • Tipps und Tools für das Homeoffice
  • Schulschließungen: Welche Rechte haben Arbeitnehmer?
  • Beschränkungen des internationalen Personen- und Warenverkehrs
  • Finanzielle Unterstützung für Unternehmen

und vielem mehr.

Alle genauen Informationen finden Sie unter www.schwaben.ihk.de/produktmarken/beratung-und-dienstleistung/regionale-wirtschaft-vom-coronavirus-betroffen-4712856.

Coronavirus treibt Lebensmittelpreise in die Höhe

Der Ausbruch des Coronavirus hat in China zu einem kräftigen Anstieg der Nahrungsmittelpreise geführt. Wie das nationale Statistikamt in Peking mitteilte, belief sich die allgemeine Inflationsrate für alle Waren und Dienstleistungen im Februar 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 5,2 %. Wesentlichen Anteil daran hatte der Preisanstieg für Nahrungs- und Genussmittel von durchschnittlich 16,0 %, der sich ohne alkoholische Getränke und Tabak sogar auf 21,9 % belief. Die Verteuerung der Nahrungs- und Genussmittel machte den Statistikern zufolge 4,84 Prozentpunkte der Gesamtinflation aus. Preistreiber waren neben dem Coronavirus aber weiterhin auch die Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP). So mussten die Verbraucher für Schweinefleisch im Vergleich zum Februar 2019 im Schnitt 135,2 % mehr ausgeben. Dies allein steuerte aufgrund der hohen Gewichtung im Warenkorb 3,19 Prozentpunkte zur allgemeinen Teuerungsrate bei. Zudem mussten die Chinesen für Rindfleisch 21,1 % und für Hammelfleisch 11,2 % tiefer in die Tasche greifen als vor zwölf Monaten. Insgesamt lagen die Fleischpreise im Mittel um 87,6 % über dem Vorjahresniveau. Deutlich teurer wurde in den Läden und auf Märkten der Volksrepublik im Vorjahresvergleich auch frisches Gemüse mit einem Aufschlag von 10,9 % angeboten; für Speiseöl belief sich die Verteuerung auf 5,7 %. Sehr viel moderater fielen die Preiserhöhungen dagegen bei Milch und Eiern mit jeweils nur rund 1 % aus. Einziges Produkt, das im Vergleich zum Februar 2019 günstiger angeboten wurde, war frisches Obst mit einem Abschlag von 5,6 %. Der Hauptgrund für den jüngsten Anstieg der Lebensmittelpreise, die im Februar gegenüber dem Vormonat Januar im Schnitt um 4,3 % zulegten, war laut den Pekinger Statistikern das knappere Angebot. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, so wie Transportkontrollen oder die Verlängerung der Neujahresferien, hätten zu Logistikproblemen und Produktionsausfällen geführt, weshalb die Belieferung mit einigen Nahrungsmitteln beeinträchtigt gewesen sei. AgE

Methanausstoß der Kuh mit Milchprobe messbar

Die Methanemission einer Milchkuh muss nicht unbedingt in einer Klimakammer aufwendig gemessen werden, sondern kann zukünftig wahrscheinlich viel einfacher mit einer Milchprobe ermittelt werden. Wie der Landesverband Baden-Württemberg für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht (LKVBW) mitteilte, hat dazu ein Großversuch mit 200 000 Proben aus der Milchleistungsprüfung vielversprechende Ergebnisse geliefert. Demnach reichte die Spanne des täglichen Methanausstoßes einer Kuh von 150 g bis 650 g und lag im Mittel bei 404 g. Diese Resultate zeigen laut LKVBW eine sehr gute Übereinstimmung mit den für die Tiere in Klimakammern direkt gemessenen Werten, wie auch mit Ergebnissen, die über andere und sehr viel aufwendigere Messmethoden erhoben worden seien. Dem Landeskontrollverband zufolge setzen Milchlabore auf der ganzen Welt Analysegeräte ein, die mit dem mittleren infraroten Licht arbeiten. Durch die Absorption des Lichts bei diesem photometrischen Verfahren ließen sich verschiedene Milchinhaltsstoffe schnell und präzise bestimmen. In einem Projekt der europäischen Vereinigung von Organisationen der Milchleistungs- und Qualitätsprüfung sei nun auch das Merkmal Methan zur Bestimmung hinzugefügt worden. In ersten Versuchen sei es möglich gewesen, über die Absorptionswerte einer Milchprobe mit ausreichender Genauigkeit auf die tägliche Methanproduktion einer Milchkuh zu schließen, wie ein Vergleich mit den in Klimakammern festgestellten Werten gezeigt habe. Aktuell arbeiten laut LKVBW deutsche Kontrollverbände und der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (DLQ) zusammen mit der Wissenschaft in den Projekten „ReMissionDairy“ und „eMissionCow“ an der Optimierung des Verfahrens zur Methanbestimmung aus der Milch. Dabei werde auch der Einfluss der Fütterung auf den Methanausstoß untersucht. Die Chancen, über die Milchleistungsprüfung belastbare Methanwerte von Einzelkühen zu erhalten, stünden sehr gut, so der Kontrollverband. So könne in Zukunft das Merkmal „Methanproduktion“ sowohl züchterisch als auch über Fütterungsmaßnahmen erfolgreich beeinflusst werden. AgE

EIB-Kredit über 50 Millionen Euro für polnische Molkerei

Die polnische Molkereigenossenschaft Mlekpol soll von der Europäischen Investitionsbank (EIB) einen Förderkredit über 50 Mio Euro erhalten. Wie die Bank mit Sitz in Luxemburg kürzlich mitteilte, sind die Gelder vorwiegend für eine „bessere Produktion, Logistik und Lagerung“ vorgesehen. Mit dem Kredit an Mlekpol solle eine der größten polnischen Molkereigenossenschaften in ihrer Modernisierungs- und Wachstumsstrategie unterstützt werden, hieß es vonseiten der EU-Kommission. Finanziert werden solle mit dem Geld eine Reihe von anstehenden Investitionen in der Milchverarbeitung im Werk in Grajewo - einem von zwölf Werken, die das Unternehmen in ganz Polen betreibe. Dadurch soll Mlekpol zusätzliche Kapazitäten zur Verarbeitung von Frischmilch erhalten, wodurch laut Kommission ein Ausgleich saisonaler Angebotsverschiebungen erleichtert wird. Des Weiteren sei vorgesehen, in den Bau eines neuen Lager- und Logistikzentrums zu investieren. Schließlich solle auch ein neues Blockheizkraftwerk, das neben der Kläranlage von Mlekpol in Grajewo gebaut werden solle, den Energieverbrauch nachhaltiger gestalten. EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski lobte die Beihilfen für Investitionen in moderne Technologien. Dadurch würden den Landwirten und den ländlichen Gebieten insgesamt große Chancen zur Entwicklung geboten. Erfreulich sei zudem, dass dieses Projekt sowohl dem Unternehmen als auch der Umwelt zugutekomme. AgE

Fonterra hält Milchpreisprognose trotz Coronavirus aufrecht

An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) haben die Preise für Milchprodukte bei den vergangenen beiden Auktionen wegen der Unsicherheiten um das Coronavirus deutlich nachgegeben. Der dort sehr aktive neuseeländische Molkereikonzern Fonterra zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt und hat seine Milchpreisprognose für die Saison 2019/20 bestätigt. Demnach soll der Milcherzeugerpreis zwischen 7,00 NZ$ (4,10 Euro) und 7,60 NZ$ (4,45 Euro) für das Kilogramm Milchfeststoff liegen. Auch die angestrebte Vergütung von Genossenschaftsanteilen bleibt mit einer Spanne von 15 NZCent (8,8 Eurocent) bis 25 NZCent (14,6 Eurocent) je Kilogramm Milchfeststoff unverändert. Fonterra-CEO Miles Hurrell erklärte, dass sich die Dynamik aus den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres im zweiten Quartal fortgesetzt habe und die Genossenschaft zuversichtlich an ihrem prognostizierten Milchpreis festhalte. Allerdings bestünden für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres „potentiell erhebliche Risiken durch das Coronavirus“, weshalb umsichtig vorgegangen werden müsse. Fonterra habe jedoch für das gesamte Geschäftsjahr 2019/20 schon einen hohen Prozentsatz der Produktion verkauft, was dabei helfe, die Auswirkungen des Coronavirus zu bewältigen. Hurrell berichtete, dass sich die Abfertigung von Containern in chinesischen Häfen verlangsamt habe. Der Export sei angepasst worden, um dort eine Überlastung zu vermeiden. „Derzeit werden unsere Produkte weiterhin von Zoll- und Quarantänebeamten abgefertigt“, betonte der Fonterra-CEO. Durch die Schließung von Restaurants und Lebensmittelgeschäften sei im Bereich Foodservice allerdings ein schwächerer Absatz zu verzeichnen. Hurrell kündigte an, ein Update zu den Auswirkungen der Lungenkrankheit zu liefern, wenn die Halbjahreszahlen der Molkereigenossenschaft am 18. März bekanntgegeben würden. Nach unten korrigieren musste das Unternehmen bereits jetzt die voraussichtliche Rohstoffverfügbarkeit in der Saison 2019/20. Zuletzt sei der Milcheingang aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen geringer gewesen als angenommen, berichtete Hurrell. Er geht davon aus, dass nicht - wie ursprünglich prognostiziert - 1,53 Mio t verarbeitet werden können, sondern nur noch 1,515 Mio t Milchfeststoff. Im Vergleich zur Saison 2018/19 mit 1,52 Mio t wäre das ein geringfügiges Minus. AgE

Umrechnungskurs: 1NZ$ = 0,585 Euro

Arla Deutschland plant Schließung des Standorts Karstädt

Bei der deutschen Tochter von Arla Foods wackelt ein ostdeutscher Verarbeitungsstandort. Der Konzern plant, das Werk im brandenburgischen Karstädt zu schließen und die dortige Produktion an den Standort Upahl in Westmecklenburg zu verlagern. In der 2011 von Arla übernommenen Fabrik in Karstädt wird ausschließlich Magermilchpulver hergestellt. Die jährliche Produktionskapazität lag laut Unternehmensangaben zuletzt bei 95 Mio kg. Während dänische Medien vergangene Woche bereits von einer endgültigen Entscheidung sprachen, betonte ein Sprecher von Arla Deutschland gegenüber AGRA-EUROPE, dass über einen entsprechenden Schritt aktuell noch diskutiert werde. Eine finale Entscheidung zur Zukunft des Standorts solle in den kommenden zwei Monaten erfolgen. Nach Darstellung des Unternehmenssprechers erwägt Arla eine Verlagerung der gesamten Milchmenge von Karstädt in das Werk in Upahl, da die Anlieferung in der Region seit 2017 gesunken sei und der kleine Standort Karstädt inzwischen zu wenig Kapazitäten habe, um Magermilchpulver auch zukünftig wirtschaftlich zu produzieren. Zudem würde der Standort Investitionen benötigen, um seinen technischen Standard auf den neuesten Stand zu bringen. Gleichzeitig verfüge das Werk in Upahl über freie Kapazitäten, um die Milch aus Karstädt ohne Zusatzinvestitionen zu verarbeiten. Eigenen Angaben zufolge hat das Management von Arla Deutschland bereits verschiedene Optionen für den Fortbestand der kleinen Molkerei in Karstädt geprüft, konnte aber keine wirtschaftlich tragfähigen Lösungen finden. Daher müsse man leider die Schließung der Molkerei in Karstädt in Betracht ziehen, hieß es. Laut dem Sprecher ist das Unternehmen bereits auf den Betriebsrat zugegangen, um die aktuellen Planungen zu besprechen und über die notwendigen nächsten Schritte zu verhandeln. Zudem seien die betroffenen 21 Mitarbeiter in Karstädt über die geplanten Maßnahmen in einer Betriebsversammlung informiert worden. AgE

Lactalis schließt Produktionsstandort wegen Milchmangel

Der französische Molkereikonzern Lactalis wird sein Milchwerk in Rockhampton im australischen Bundestaat Queensland Ende Februar schließen; 47 Mitarbeiter werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Wie das Unternehmen mitteilte, ist dafür die rückläufige Milchproduktion verantwortlich. „Diese Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen, aber das Werk ist seit einigen Jahren nicht mehr voll ausgelastet und nur an drei bis vier Tagen pro Woche mit zusätzlicher Rohstoffanlieferung aus anderen Regionen in Betrieb“, hieß es in einer Mitteilung. Die Milch der Erzeuger soll weiter angenommen und an die Fabriken in Nambour und Brisbane umgeleitet werden. Lactalis kündigte außerdem an, im Laufe dieses Jahres auch die Joghurterzeugung in seinem Werk in South Brisbane zurückzufahren und die Produktion auf andere Lactalis-Standorte in Victoria und Tasmanien zu verlagern. Derzeit gebe es in Queensland nicht genügend Milch von den Farmern, um dort die Joghurtherstellung voll aufrecht zu erhalten, erläuterte die Molkerei. Die australische Milcherzeugung ist 2018/19 gegenüber der Vorsaison um 5,7 % auf 8,8 Mrd l gefallen; das war der niedrigste Stand seit mehr als 20 Jahren. Nahezu doppelt so stark, nämlich um 10,2 % auf 358 Mio l, ging in diesem Zeitraum die Milcherzeugung in Queensland zurück. In den ersten fünf Monaten der neuen Saison 2019/20 hat sich die Lage noch verschlimmert, denn von Juli bis November 2019 blieb die in Queensland erzeugte Milchmenge um 14,7 % unter dem Niveau der Vorjahresperiode, im ganzen Land um 5,3 %. Die anhaltende Trockenheit, der Futter- und Wassermangel sowie zuletzt die Buschbrände, aber auch unzureichende Milchpreise machen den Milchviehhaltern in vielen Landesteilen zu schaffen. Die Folge sind nun nicht nur in Queensland vermehrte Werksschließungen bei Molkereien oder deren Übernahme durch ausländische Investoren. AgE

„Tendenziöse Meinungsmache“

Harsche Kritik an dem vom WDR am 28. Januar ausgestrahlten „Quarks“-Beitrag „Milch: Superfood oder Gift?“ hat die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen (LV Milch) geübt. Das einst so renommierte WDR-Format zeige hier wieder einmal, dass „der WDR zu einem unterschwellig tendenziösen Meinungsmacher degradiert ist“, beklagt die LV-Milch in Krefeld. Da könnten in dem 45 Minuten langen Format noch so viele positive Faktoren für die Milch herausgearbeitet werden. Wenn in den letzten drei Minuten die Milch als zwar gesund, aber in einer ausgewogenen Ernährung als nicht nötig bewertet werde, pflanzliche Milchersatzprodukte als hochwertiger Ersatz beworben würden und im Abspann die Kuh noch schnell als Klimakiller an den Pranger gestellt werde, dann wisse jeder, der etwas von dem Metier verstehe, welche Inhalte beim Zuschauer hängen bleiben sollten, moniert die Landesvereinigung. Sie bezieht sich dabei auf den Abschlusstext von Quarks-Moderator Ralph Caspers: „Milch wird immer überflüssiger. Es gibt andere Möglichkeiten. Milchersatz, bei dem keine Kälbchen von ihrem Muttertier getrennt werden oder bei dem Kühe in Massentierhaltung leben müssen. Und wenn man sich überlegt, dass eine Kuh Treibhausgase produziert, die klimatechnisch dieselbe Wirkung haben wie drei durchschnittlich gefahrene Pkw und wir über 4 Millionen Kühe in Deutschland haben, dann bin ich - ehrlich gesagt - froh, dass ich keine Milch mehr trinken muss.“ Die Herleitung der Aussage, dass Milch in einer gesunden Ernährung nicht notwendig sei, entbehre wissenschaftlicher Grundlagen und jeglicher Seriosität, betont die LV Milch. In einem Beitrag würden bei zwei Sportlern nichteuropäischer Herkunft mit unbekannter genetischer Veranlagung und nicht bekanntem Lebensstil gleich gute Gesundheitswerte gemessen. Da nur einer der beiden Milch trinke, werde daraus abgeleitet, dass die Gesundheit nicht vom Faktor „Milchtrinken“ abhänge und man deshalb die Milch nicht brauche. Die Absurdität dieser Schlussfolgerung wird laut LV Milch deutlich, wenn man andere Attribute einsetzt: Bei gleich guten Gesundheitswerten von „Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern“ ist Hundehalten für die Gesundheit nicht nötig. Vielleicht sollte einmal angeregt werden, die Faktoren „WDR-Zuschauer/WDR-Nichtzuschauer“ zu untersuchen. Hier offenbare der WDR-Beitrag deutlich, worum es den Redakteuren eigentlich gehe, nämlich ein Plädoyer für pflanzliche Ersatzprodukte zu halten, anstatt eine wissenschaftlich saubere Recherche zu allen Aspekten von Milch zu zeigen, kritisierte die Landesvereinigung. AgE

Molkereikonzern Borden Dairy insolvent

Borden Dairy Co., eine der größten Molkereien in den USA, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen begründete den Schritt in Dallas mit zu hohen Schulden, die nun durch eine finanzielle Restrukturierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens abgebaut werden sollen. Außerdem werde angestrebt, den Firmenwert zu maximieren und das Unternehmen für einen „langfristigen Erfolg“ aufzustellen. Das operative Geschäft solle „wie gewohnt“ fortgesetzt werden. Borden-Geschäftsführer Tony Sparsam betonte, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr den Umsatz gesteigert habe und ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erwirtschaftet worden sei. Als Ursache für die finanzielle Schieflage nannte er unter anderem die steigenden Kosten für Rohmilch und die „Herausforderungen des Marktes“. Borden-Finanzchef Jason Monaco bezifferte den Nettoumsatz des Unternehmens für 2019 gegenüber der US-Fachpresse auf 1,18 Mrd $ (1,05 Mrd Euro). Allerdings habe ein Nettoverlust von 14,6 Mio $ (13,0 Mio Euro) hingenommen werden müssen. Seit Januar 2019 sei der durchschnittliche Rohmilchpreis um 27 % gestiegen. Laut Monaco haben in den vergangenen 16 Monaten in den USA mehr als 2 000 US-Milchviehbetriebe aufgegeben. Der Milchkonsum im eigenen Land sei seit 2015 um insgesamt 6 % zurückgegangen. Zudem verschärfe sich der Wettbewerb unter anderem durch das Angebot von milchfreien Alternativen für Molkereiprodukte. Außerdem drücke die zunehmende Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels und dessen zunehmende Präferenz für Eigenmarken auf die Gewinnmargen. Borden Dairy verarbeitet nach eigenen Angaben in seinen 13 Werken insgesamt 1,893 Mrd l Milch pro Jahr und beschäftigt etwa 3 300 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. Erst im November 2019 hatte Dean Foods, der nach dem Umsatz zweitgrößte US-Molkereikonzern, Konkurs angemeldet. AgE

Preisabschläge für Milchfett am Weltmarkt

Erstmals seit Mitte September haben sich bei der Auktion an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) die Preise für Standardmilchprodukte wieder etwas abgeschwächt. Bei der Versteigerung Anfang Dezember gab der zusammenfassende Preisindex für die sieben gehandelten Milcherzeugnisse gegenüber der vorherigen Handelsrunde von Mitte November um 0,5 % nach. Verantwortlich dafür waren Abschläge für Milchfettprodukte. So erlöste die ausschließlich vom neuseeländischen Molkereikonzern angebotene Butter über alle Kontraktlaufzeiten hinweg im Schnitt 3 983 $/t (3 613 Euro); das waren 4,9 % weniger als bei der Auktion vor zwei Wochen. Der Butterpreis an der GDT ist damit auf einen neuen Jahrestiefstand gesunken. Ähnlich sah es bei wasserfreiem Milchfett aus, welches gegenüber Mitte November 5,1 % an Wert verlor und mit 4 840 $/t (4 391 Euro) ebenfalls ein Jahrestief markierte. Vollmilchpulver als umsatzstärkstes Produkt an der GDT erzielte im Vergleich zur vorherigen Handelsrunde weitgehend unveränderte Preise, die im Mittel bei 3 331 $/t (3 022 Euro) lagen. Das entsprach dem Jahreshöchststand und die Käufer mussten rund ein Viertel mehr Geld bezahlen als Anfang Dezember 2018. Noch stärker fiel im Vorjahresvergleich der Preisanstieg bei Magermilchpulver mit rund 56 % aus. Das Pulver setzte bei der jüngsten GDT-Auktion seine Hausse fort und verteuerte sich über alle Qualitäten und Liefertermine hinweg im Schnitt um 1,9 % auf 3 068 $/t (2 783 Euro) gegenüber der Versteigerung von Mitte November. Auch Buttermilchpulver konnte preislich zulegen, und zwar um 1,6 % auf 2 846 $/t (2 582 Euro). Fester tendierten an der GDT zudem die Preise für Cheddarkäse, die im Mittel um 2,7 % auf 3 797 $/t (3 445 Euro) stiegen. Den stärksten Wertzuwachs gegenüber der Auktion vor zwei Wochen erfuhr Labkasein mit einem Plus von 4,9 % auf 8 047 $/t (7 300 Euro). AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,9072 Euro

Kostensteigerungen belasten Molkereien und Milchbauern

Die Molkereien in Österreich haben mit steigenden Kosten zu kämpfen. Deutlich höhere Energiepreise, höhere Löhne, erhöhte Kosten für Verpackungen und deren Entsorgung sowie Kostensteigerungen für Fruchtzubereitungen sorgten derzeit in der Milchwirtschaft „für Kopfzerbrechen“, beklagte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), Helmut Petschar, in Wien. Die Ertragslage bei den Molkereien sei sehr angespannt, was die Milcherzeugerpreise in Gefahr bringe. Laut Petschar sind nicht nur die Molkereien mit einer Reihe von höheren Kosten konfrontiert, die aufgrund äußerst knapper Kalkulationen nicht mehr unterzubringen seien. Gleichzeitig stünden auf den landwirtschaftlichen Betrieben Verschärfungen im Biobereich und bei den Tierwohlstandards ins Haus, die den Aufwand zusätzlich erhöhten. All dies führe zu einer Steigerung der Kosten, die ohne eine faire Abgeltung bei den Verkaufspreisen zu geringeren Milcherzeugerpreisen führe. Hinzu komme, dass die österreichische Milchwirtschaft größtenteils genossenschaftlich organisiert sei und sich die Auszahlungspreise und damit die bäuerlichen Einkommen aus den Verkaufspreisen abzüglich der Kosten ergäben. Petschar zeigte Verständnis dafür, dass europaweit Landwirte aus Verzweiflung mit  ihren Traktoren auf die Straße gehen und dagegen protestieren, dass Auflagen mit Mehrkosten unter dem Applaus einzelner Gruppen und dem Wohlwollen der gesamten Gesellschaft erhöht werden, die daraus folgenden Kostensteigerungen aber bei den Landwirten zu Einkommenseinbußen führen, weil der Mehraufwand am Markt nicht abgegolten wird. Die Macht des Handels und die Möglichkeit, Ersatzware ohne heimische Standards zu importieren, ließen die Rechnung für die Milchwirtschaft nicht aufgehen, so der Verbandspräsident. Er hob hervor, dass die Milchbauern unter schwierigsten Bedingungen und höchsten Qualitätsstandards arbeiteten. Es dürfe daher keineswegs dazu kommen, dass ihr Einkommen aufgrund der gestiegenen Kosten in den Molkereien geschmälert werde. Vielmehr sei eine faire Abgeltung der objektiv nachweisbaren Kostensteigerungen erforderlich. AgE

Chinesischer Molkereikonzern Mengniu kauft sich in Australien ein

Der chinesische Molkereigigant Mengniu Dairy setzt seine Marktexpansion in Australien fort und wird dort mit Lion Dairy & Drinks einen der führenden Markenhersteller von Trinkmilch und Joghurt übernehmen. Wie der börsennotierte Molkereikonzern mit Sitz in der Inneren Mongolei mitteilte, wurde mit dem japanischen Eigentümer von Lion, dem Getränkekonzern Kirin, ein Kaufpreis von 600 Mio A$ (370 Mio Euro) vereinbart. Die geplante Übernahme muss noch von der australischen Wettbewerbs- und Verbraucherkommission (ACCC) und dem Rat für Auslandsinvestitionen (FIRB) genehmigt werden. Die FIRB hatte erst vor kurzem dem Verkauf von Bellamys, einem australischen Molkereihersteller von ökologischer Säuglings- und Kindernahrung, für 1,5 Mrd A$ (924 Mio Euro) an Mengniu zugestimmt. Zum Portfolio von Lion Dairy & Drinks gehört eine ganze Reihe bekannter Marken im Trinkmilchbereich, aber auch Eiskaffee, Soja- und Kokosmilch, Säfte und in Lizenz die Herstellung und der Vertrieb von Yoplait-Joghurt. Das Unternehmen betreibt elf Produktionsstätten in ganz Australien und beschäftigt rund 2 300 Mitarbeiter. Jährlich werden etwa 1 Mrd l Milch von 550 Farmern sowie 75 000 t Obst verarbeitet. Anfang 2019 wurde von Lion bereits die eigene Käseparte für 280 Mio A$ (173 Mio Euro) an den japanischen Molkereikonzern Saputo verkauft. „Wir glauben, dass Mengniu ein idealer Eigentümer ist, um Dairy & Drinks voranzubringen, da er in die australische Milchindustrie investiert und über eine globale Reichweite und umfassende Fähigkeiten verfügt“, erklärte Lion-Geschäftsführer Stuart Irvine. Für den Geschäftsführer von Mengniu Dairy, Jeffrey Minfang Lu, „bringt diese Akquisition das Beste aus Ost und West zusammen“. Die bestehenden Netzwerke von Mengniu könnten genutzt werden, und für die australischen Milch- und Obstbauern öffneten sich Vertriebskanäle in die Volksrepublik. Der chinesische Molkereikonzern rechnet damit, im ersten Halbjahr 2020 die Zustimmung der australischen Aufsichtsbehörden für die Übernahme zu erhalten. AgE

Umrechnungskurs: 1 A$ = 0,6161 Euro

USA legen WTO lahm

Die Welthandelsorganisation (WTO) wird in Kürze voraussichtlich keine Handelsstreitigkeiten mehr verhandeln können. Grund ist, dass am 10. Dezember die Amtszeit von zwei Richtern am wichtigen Berufungsgericht ausläuft und die USA bereits seit längerem Neubesetzungen verhindern. Von den ursprünglich sieben Richtern wird Mitte Dezember nur noch einer übrig sein; für die oft komplexen Fälle der letzten Instanz der Streitschlichtung sind laut WTO-Statut jedoch mindestens drei Berufungsrichter für die Beschlussfähigkeit vorgeschrieben. In den vergangenen Jahren gingen rund 70 % der erstinstanzlichen Entscheidungen in die Berufung. In Sorge sind auch die meisten WTO-Mitgliedstaaten. Nach Angaben der Welthandelsorganisation rief bei der jüngsten Sitzung der Streitbeilegungsstelle am 22. November eine Gruppe von 117 Staaten in einem Antrag dazu auf, das Verfahren für die Besetzung der sechs freien Stellen in der Berufungsinstanz einzuleiten. Mexiko warnte im Namen dieser Fraktion davor, dass die Berufungsinstanz bald nicht mehr beschlussfähig sei. Diese Sackgasse müsse verlassen werden. Andere Staaten wiesen auf die große Unterstützung für den Antrag hin, was zeige, dass die aktuelle Situation dem langfristigen Interesse aller Mitglieder zuwiderlaufe und ein regelbasierter und funktionierender Streitbeilegungsmechanismus wichtig sei. Davon zeigten sich die USA jedoch unbeeindruckt und verweigerten der Neubesetzung von Stellen erneut die Zustimmung, da ihre „systembedingten Bedenken hinsichtlich des Berufungsgremiums nicht ausgeräumt“ seien. Washington drängt auf eine Reform der Streitbeilegungsverfahren, möchte den großen Handelsnationen dabei mehr Macht zukommen lassen und kritisiert die Vergütungsregelungen für die Richter. Politische Beobachter wiesen darauf hin, dass US-Präsident Donald Trump generell sehr kritisch gegenüber der WTO und globalen Handelsabkommen eingestellt sei, die seiner „America-First-Politik“ im Wege stünden. Der ausscheidende indische Berufungsrichter, Ujal Singh Bhatia, betonte kürzlich im Schweizer Rundfunk, dass „die Wichtigkeit, die Glaubwürdigkeit, die Relevanz der ganzen WTO davon abhängt, ob sie ihre Handelsregeln auch durchsetzen kann“. Ohne funktionierende Streitschlichtung wäre das kaum noch möglich. AgE

Petition zur CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln erfolgreich

Mehr als 57 000 Menschen unterstützen eine Petition zur CO2e-Kennzeichnung von in Deutschland vertriebenen Lebensmitteln. Eingereicht worden war die Petition von Oatly Germany, einem ursprünglich an der schwedischen Universität Lund in den neunziger Jahren gegründeten Unternehmen, das mittlerweile in 30 Ländern nach einem patentierten Herstellungsverfahren Hafer zu einem flüssigen Nahrungsmittel macht. In der Petition wird der Bundestag aufgefordert, sich für eine verpflichtende CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln einzusetzen. Sollte die Regierung auf nationaler Ebene dem nicht nachkommen, verlangt Oatly, eine Pflichtkennzeichnung auf europäischer Ebene anzustoßen und - übergangsweise - eine freiwillige Kennzeichnung in Deutschland umzusetzen. Das Unternehmen verwies auf eine aktuelle Studie, nach der mindestens 24 % aller weltweiten Treibhausgasemissionen von der Lebensmittelindustrie verursacht würden. Somit habe die Wahl der Lebensmittel einen entscheidenden Einfluss auf das Klima. Laut Angaben des Bundestages hat eine Petition dann das notwendige Quorum erreicht, wenn sie innerhalb von vier Wochen 50 000 Unterstützer gewinnen kann. Der Petent habe dann die Möglichkeit, sein Anliegen mit den Abgeordneten in einer öffentlichen Sitzung des Petitionsausschusses zu diskutieren. Unabhängig von der Anzahl der Unterstützer werde jede Petition parlamentarisch geprüft. AgE

Fonterra geht in Australien die Milch aus

Der neuseeländische Milchkonzern Fonterra hat im ersten Quartal der Saison 2019/20 in Australien einen deutlichen Einbruch des Milcheingangs verkraften müssen. Wie das Unternehmen in seinem jüngsten Marktreport berichtete, ging die Anlieferungsmenge von Juli bis September 2019 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 22,1 % auf 23,2 Mio kg Milchfeststoff zurück. Verantwortlich dafür seien die Trockenheit, der Abbau der Milchvieherden, die hohen Produktionskosten der Erzeuger sowie der starke Wettbewerb um den Rohstoff Milch, erläuterte die Molkereigenossenschaft. Meteorologen würden für das Frühjahr und den Sommer fortgesetzt unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen und hohe Temperaturen in weiten Landesteilen Australiens prognostizieren, was die Milchproduktion weiter unter Druck setzen werde, heißt es in dem Bericht. Der Branchenverband „Dairy Australia“ ging zuletzt allerdings für die ganze Saison 2019/20 nur von einen Rückgang der australischen Milcherzeugung gegenüber dem Vorjahr zwischen 3 % und 5 % aus. Besser sieht es für Fonterra bei der Rohstoffverfügbarkeit im eigenen Land aus. Dort konnten im ersten Quartal 2019/20 insgesamt 309,4 Mio kg Milchfeststoff verarbeitet werden; das waren 0,8 % mehr als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Die Weiden befänden sich überwiegend in einem guten Zustand und die Futterqualität sei besser als 2018, berichtete das Unternehmen. Zufrieden zeigte sich Fonterra auch mit der Exportentwicklung von Milchprodukten, die im Zeitraum von September 2018 bis August 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 228 810 t oder 7,0 % zugenommen hätten. Ausschlaggebend hierfür sei der höhere Absatz von Vollmilchpulver und flüssigen Milcherzeugnissen gewesen. Erfreulich sei zudem, dass der gewichtete Durchschnittpreis der an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) umgesetzten Ware über dem Vorjahresniveau liege; zuletzt ließen sich Mitte Oktober im Mittel aller Standardprodukte gut 13 % mehr als zwölf Monate zuvor erlösen. AgE 

WLV fordert vom Handel höhere Preise für Milch und Milchprodukte

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) hat höhere Erzeugerpreise für Milch und Milchwaren gefordert. Vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Kontraktverhandlungen zwischen den Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sei der Handel in der Pflicht, die Einkaufspreise für das Milchbasissortiment entsprechend den festeren Markttendenzen anzuheben, erläuterte der Verband Ende Oktober in Münster. „Die Aussichten auf dem Milchmarkt sind aktuell positiv. Erste Molkereien haben bereits die Erzeugerpreise erhöht. Wir erwarten, dass sich diese positive Tendenz auch bei den aktuellen Kontraktverhandlungen über Produkte der Weißen Linie zwischen dem LEH und den Molkereien durchsetzt“, betonte WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier. Er forderte die Handelsketten auf, „höhere Abgabepreise für frische Milchprodukte zu akzeptieren und damit die Voraussetzung für höhere Erzeugerpreise zu schaffen“. Der WLV wies auf die global knappe Versorgung mit Milch und die sehr gut laufenden Exporte vor allem in Drittstaaten hin. Europaweit wie global werde das Rohstoffaufkommen deutlich niedriger eingeschätzt als noch vor einigen Wochen. Derzeit gehe das Milchangebot zudem saisonal bedingt weiter zurück. Bei Butter habe der LEH die Marktsignale verstanden und seit Anfang Oktober die Verkaufspreise für das 250g-Päckchen um 10 Cent erhöht. „Jetzt muss bei Trinkmilch und anderen Frischeprodukten wie Sahne nachgezogen werden“, bekräftigte Brüggemeier. Gerade vor dem Hintergrund der nun schon im zweiten Jahr in Folge dürrebedingt höheren Futterkosten für die Milchbauern seien die Molkereien aufgefordert, hart zu verhandeln und höhere Preise beim LEH durchzusetzen. AgE

Neuer Vorstand beim MIV

Im Rahmen der 108. Mitgliederversammlung des Milchindustrie-Verbandes e.V. (MIV) wurde neben dem Jahresrückblick, der Genehmigung des Jahresabschlusses und der Entlastung des Vorstands von den Mitgliedern ein neuer Vorstand für die nächsten zwei Jahre gewählt. Die fast hundert Mitglieder des MIV repräsentieren unterschiedliche Bereiche des innovativen Molkereisektors sowie des vorgelagerten Bereiches in Deutschland.

Von den Mitgliedern in den Vorstand wiedergewählt wurden Florian Bauer (J. Bauer), Rolf Bausch (Edelweiss), Philipp Guht (Mondelez Deutschland), Ralf Hinrichs (Molkerei Ammerland), Robert Hofmeister (Käserei Champignon), Hans Holtorf (frischli Milchwerke), Jan Kruise (FrieslandCampina Germany), Detlef Latka (Hochwald Foods), Markus Mühleisen (Arla Foods Deutschland), Ingo Müller (Deutsches Milchkontor), Claus Naarmann (Privatmolkerei Naarmann), Jakob Ramm (Milchwerke Schwaben) und Peter Stahl (Hochland).

Dr. Thomas Obersojer (Bayerische Milchindustrie), Matthias Oettel (Molkerei MEGGLE Wasserburg), Frank-Andreas Uzsko (Zott) und Morten Felthaus (Lactalis Deutschland) wurden neu in das Gremium gewählt.

Peter Stahl (Hochland) wurde vom neuen Vorstand im Anschluss an die Mitgliederversammlung einstimmig erneut zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Zum Schatzmeister und Stellvertreter wurde Jakob Ramm (Milchwerke Schwaben) gewählt. Hans Holtorf (frischli Milchwerke) wurde ebenfalls als Stellvertreter bestätigt.

Peter Stahl sagte nach seiner Wiederwahl: „Ich möchte mich bei meinen Vorstandskollegen für ihren Einsatz in den letzten Jahren bedanken, besonders auch bei der Geschäftsführung und allen Mitarbeitern des MIV. Selbstverständlich gilt mein ganz großer Dank auch allen anderen ehemaligen Vorstandskollegen, die mich in meiner Amtszeit begleitet haben. Das nächste Jahr wird uns viele spannende und auch herausfordernde Themen bringen. Ich freue mich darauf, diese als Vorsitzender des MIV mit meinen Vorstandskollegen anzugehen und Lösungswege zu erarbeiten.“

Ernährungsindustrie befürwortet ökologischen Einsatz von Verpackungen

Die deutsche Ernährungsindustrie hat sich zu einem nachhaltigeren Umgang mit Verpackungen bekannt. Man befürworte und unterstütze die Zielsetzung des Bundesumweltministeriums, den ökologischen Einsatz von Verpackungen zu fördern und natürliche Ressourcen zu schonen, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Peter Feller, in Berlin. Die Unternehmen der Branche hätten „den Weg der Verpackungsreduktion bereits beschritten“, so Feller weiter. Der Bezug und die Entsorgung von Verpackungen stellten Kostenfaktoren dar, die bereits aus ökonomischen Gründen möglichst gering gehalten würden. Unabhängig davon werde die BVE im Rahmen einer Informationskampagne die ökologische Optimierung von Nahrungsmittelverpackungen, insbesondere deren recyclinggerechtes Design und - soweit möglich - den Einsatz von Recyclaten, thematisieren. Verpackungen sind der BVE zufolge für den Vertrieb von industriell hergestellten Lebensmittel unerlässlich und müssen funktional sein, also die Produkte schützen und ihre Haltbarkeit unterstützen. Damit werde ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten geleistet, die ebenfalls ein wichtiges Politikziel darstelle. Derzeit seien Kunststoffverpackungen für zahlreiche Produktgruppen nicht angemessen zu ersetzen. Forschungsprojekte zur Förderung von Innovationen zur Verringerung von Kunststoffverpackungen entlang der Lebensmittellieferkette spielten in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. AgE

Herkunftskennzeichnung hat nur geringe Auswirkungen

Die Kennzeichnung der Herkunft von Milch und Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln hat kaum Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Verbraucher, auch wenn diese großen Wert auf derartige Angaben legen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das französische Landwirtschaftsministerium vorgelegt hat. Demnach üben der Preis, die Haltbarkeit, der Hersteller und auch Werbeaktionen spürbar mehr Einfluss auf die Kaufentscheidung aus. In Frankreich war testweise ab 2017 für zwei Jahre die Angabe der Herkunft für Milch und Fleisch beim Verkauf der Ware im Einzelhandel vorgeschrieben, und zwar auch bei verarbeiteten Lebensmitteln, sofern diese mehr als 50 % Milch beziehungsweise 8 % Fleisch enthielten. Bereits vorher gab es allerdings insbesondere bei Trinkmilch sowie Schweine- und Rindfleisch zahlreiche Anbieter, die die Herkunft ihrer Produkte im Rahmen ihrer Vermarktungsstrategie ausgezeichnet hatten. Derartige sowie gesetzlich geschützte Ursprungsangaben wurden im Sinne der testweisen Einführung als gleichwertig anerkannt. Erlaubt waren dabei auch weniger spezifische Angaben, die etwa lediglich die Herkunft aus der Europäischen Union anzeigten. Die französische Regierung will derweil die Kennzeichnung von Lebensmitteln weiter ausweiten. In der vergangenen Woche wurde die öffentliche Konsultation zu einem Verordnungsentwurf eingeleitet, der die obligatorische Kennzeichnung der Herkunft von Fleisch in der Außer-Haus-Verpflegung vorsieht. Derzeit ist das in Frankreich nur beim Rindfleisch Pflicht. AgE

Digitale Kennzeichnungspflicht für Milchprodukte

Mit der verpflichtenden Kennzeichnung von verarbeiteten Milchprodukten mittels eines digitalen Data Matrix Codes in Russland soll am 1. Juni 2020 begonnen werden. Nach Angaben des Ministeriums für Industrie und Handel wurde kürzlich ein entsprechender Entwurf eines Regierungsdekrets angenommen. Momentan würden Molkereierzeugnisse in einer Probephase mit dem Data Matrix Code gekennzeichnet, die bis Ende Februar 2020 dauern solle. Daran beteiligten sich mehr als 30 Unternehmen, darunter große Hersteller. Die digitale Kennzeichnung von Milchprodukten wurde im Frühjahr 2019 vom russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedew auf den Weg gebracht. Auf dessen Anweisung wird laut Medienberichten die digitale Kennzeichnung mit dem bestehenden Kennzeichnungssystem für Veterinärzertifikate „Mercury“ verschmolzen, so dass es ein System von der Rohstoffbeschaffung bis zum Endverbraucher gibt. Die verpflichtende Kennzeichnung wird für Joghurt, Kefir, Butter, Eis, Käse und Hüttenkäse gelten. Dabei kann der digitale Code gescannt werden, wenn Waren geprüft, in einem Lager empfangen oder in einem Geschäft verkauft werden. So soll der Verbraucher vor dem Kauf von abgelaufener Produkte geschützt werden. Er hat zudem die Möglichkeit, die Rechtmäßigkeit der Waren mithilfe eines Smartphones zu überprüfen. Die neuen Kontrollmöglichkeiten sollen auch einen größeren Schutz vor Produktfälschungen bieten, zu denen es in der russischen Milchwirtschaft immer wieder kommt. AgE

Gerät zur schnellen Lebensmittelanalyse entwickelt

Lebensmittel können künftig deutlich schneller analysiert werden. Die fzmb GmbH - Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie hat ein Messgerät entwickelt, das in der Lage ist, die Nährwertangaben von Fleisch, Wurst, Käse und vielen anderen Lebensmitteln innerhalb weniger Sekunden zu bestimmen. Wie das Unternehmen aus Bad Langensalza mitteilte, sind für die Analyse mit „mylab“ keine Chemikalien notwendig. Das Produkt könne einfach auf das Gerät gelegt werden. Nach dem Messvorgang werde Sekunden später das Ergebnis für den Gehalt an Fett, Protein, Wasser und 18 weiteren Inhaltsstoffen angezeigt. „mylab“ werde von den Lebensmittelherstellern zur Überwachung der Produktionsprozesse sowie für die Eingangskontrolle der Rohstoffe und die Ausgangskontrolle der Waren genutzt. Das Gerät sei bereits am Markt verfügbar und besonders für die Qualitätskontrolle kleiner und mittelständischer Lebensmittelproduzenten attraktiv, berichtete fzmb. Laut Unternehmensangaben wird für „mylab“ das Messprinzip der Nahinfrarot-Spektroskopie genutzt. Dabei würden die Bestandteile der Probe durch ihren Gehalt an charakteristischen Molekülgruppen über Infrarotstrahlung ermittelt. Die reflektierte Strahlung erlaube Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung. Mit Hilfe statistischer Verfahren und Algorithmen werde dieser Zusammenhang modelliert und ausgewertet. Für exakte Bestimmungen seien vorher Datensätze mit bekanntem Gehalt des jeweiligen Lebensmittels im unternehmenseigenen akkreditierten Labor erstellt. Mit den von den Experten erarbeiteten Modellen werde die Gerätesoftware für jeden Kunden und für jedes seiner Produkte individuell angepasst. Die fzmb wies auch darauf hin, dass in der lebensmittelverarbeitenden Industrie eine große Nachfrage nach mikrobiologischen Schnellanalysen zur Abschätzung der Haltbarkeitsdauer bestehe. Daher werde derzeit untersucht, ob das Gerät „mylab“ künftig auch für diese Fragestellungen der Lebensmittelsicherheit eingesetzt werden könne. AgE

BDM erneuert Forderung nach Leitplanken für auskömmliche Milcherzeugung

Eine „grundsätzliche Richtungsdiskussion“ für eine zukunftsfähige Milcherzeugung hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) gefordert. Wie der Verband am Rande der Agrarministerkonferenz (AMK) in Mainz deutlich machte, müssen dafür sowohl die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) als auch die Gemeinsame Marktordnung (GMO) weiterentwickelt werden. Eine Schlüsselfunktion für die Erreichung der zunehmend umweltpolitischen Ziele der GAP nimmt für den BDM das Einkommen der Landwirte ein. Solange die Direktzahlungen ganz überwiegend eine Ausgleichsfunktion hätten und damit eine existenziell notwendige Einkommenskomponente darstellten, seien die Möglichkeiten echter Politikgestaltung relativ begrenzt, erläuterte der BDM-Vorsitzende Stefan Mann. Die GMO müsse daher so ausgestaltet werden, dass sich die Betriebe wirtschaftlich nachhaltig aus den Verkaufserlösen ihrer Produkte weiterentwickeln könnten. Nur so hätten Politik und Landwirte die nötige - auch finanzielle - „Beinfreiheit“ für eine sinnvolle Ausgestaltung und Umsetzung der GAP-Ziele, erläuterte Mann. Erst wenn die Agrargelder nicht mehr im Wesentlichen zur Einkommensstützung verwendet werden müssten, könnten sie mit mehr Wirkungskraft für die Erreichung wichtiger gesellschaftlicher Ziele eingesetzt werden. Laut Darstellung des BDM-Vorsitzenden werden die Fördergelder aktuell jedoch schrittweise mit höheren Anforderungen und damit höheren Kosten verknüpft, ohne gleichzeitig über die grundlegenden Möglichkeiten der Marktausrichtung nachzudenken, die den Bauern ein mindestens kostendeckendes Wirtschaften ermöglichten. In einer Situation, in der die Milchviehhalter dauerhaft rund 10 Cent pro Liter Milch von einer Kostendeckung entfernt seien, bedeute damit jede weitere Anforderung einen zusätzlichen Substanzverlust, warnte Mann. Es sei fatal, wenn man den Landwirten einerseits eine Schlüsselrolle für Klima-, Arten- und Naturschutz zuweise, sie aber nicht gleichzeitig für diese Anforderungen stärke. AgE

Danone steigt in die Produktion von Schafmilchpulver ein

Das Danone-Tochterunternehmen Nutricia hat in Neuseeland damit begonnen, Kleinkindnahrung aus Schafmilch herzustellen und diese unter seiner Marke Karicare in Ozeanien zu vertreiben. Wie das Unternehmen mitteilte, soll mit der Produktinnovation auf die wachsende Verbrauchernachfrage für Kleinkindrezepturen aus alternativen Milchquellen reagiert und damit die starke Marktposition von Karicare ausgebaut werden. „Da sich die Präferenzen der Verbraucher weiterentwickeln, ist es wichtig, dass wir als Marktführer in Australien und Neuseeland in der Lage sind, auf diese Bedürfnisse einzugehen“, erläuterte Nutricia-Verkaufsleiter John Hoare. Darüber hinaus würden durch diese Markteinführung auch die lokalen Milchschafhalter unterstützt. Der Rohstoff für das Milchpulver soll zu 100 % neuseeländische Schafmilch aus ganzjähriger Weidehaltung sein. Diese soll vom Unternehmen Maui Milk bezogen werden, das zwei Farmen mit 6.000 Muttertieren am westlichen Ufer des Lake Taupo in Waikato auf der Nordinsel betreibt. Zunächst wird das neue Produkt für Kleinkinder älter als ein Jahr in ausgewählten Geschäften angeboten. Ab 2020 sollen die Produktpalette um Säuglingsnahrung erweitert und der Vertrieb vergrößert werden, wozu weitere Schafmilcherzeuger im Großraum Waikato gesucht werden. Der Geschäftsführer von Maui Milk, Peter Gatley, berichtete, dass es dafür bei den Farmern Interesse gebe, insbesondere bei umstiegswilligen Milchbauern. Mit der Erzeugung von Schafmilch lasse sich ein besserer Gewinn je Hektar erzielen, insbesondere bei Betrieben zwischen 50 ha und 80 ha. So seien keine Ställe erforderlich und die Laktation sei kürzer als bei Kühen. „Die Umstellung von Milchvieh auf Milchschafe ist kostengünstig, und wir bieten Mehrjahresverträge mit einer Auszahlung von 3 NZ$ (1,73 Euro) je Liter an", erklärte Gatley.

Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,5782 Euro

Preisdruck bei Butter ein Vorbote des Brexit

Den Preisdruck am Milchmarkt und insbesondere bei der Butter sieht der Präsident des Österreichischen Bauernbunds, Georg Strasser, im Zusammenhang mit dem wahrscheinlichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. „In der Milchbranche sind die Vorboten des Brexits bereits spürbar. Die Märkte kommen unter Druck, weil Irland die Milch am EU-Festland verkaufen will“, erklärte Strasser in Wien. Die Zukunft der Handelsbeziehungen mit Großbritannien sei ja bekanntlich ungewiss. Als Signale dafür deutet er den Preisdruck am Buttermarkt. Strasser forderte daher den Handel sowie die Gastronomie und die Konsumenten dazu auf, heimischer Qualität die Treue zu halten. Er wies darauf hin, dass Butter aus dem Ausland oft in den Handelsmarken stecke, wo der Inhalt leicht austauschbar sei. „Österreichische Butter hat der Butter aus dem Ausland aber einiges voraus“, hob der Verbandspräsident hervor. Dazu zählten Gentechnikfreiheit, strenge Kontrollen, kein Soja aus Übersee oder Palmöl in der Fütterung und die EU-weit geringsten Emissionswerte. Daher forderte der Bauernbund alle Lebensmitteleinzelhändler auf, bei ihren Markenprodukten - ob im Einstiegs- oder im Hochpreissegment - auf die hohe heimische Qualität zu setzen. Der Anteil der Eigenmarken des Handels steige, während regionale Markenprogramme vom Markt verdrängt würden, monierte Strasser. Mehr als ein Drittel der Butter werde in Österreich bereits unter einer Handelsmarke verkauft. Bei anderen Milchprodukten sei der Anteil und somit die Abhängigkeit der Bauern und Molkereien vom Handel noch größer. „Der Handel gewinnt, Bauern und Molkereien verlieren. Das darf so nicht weitergehen, wenn wir die heimische Landwirtschaft, mit der man nur allzu gern Werbung macht, auch weiter haben wollen", betonte Strasser. Die EU-Initiative für mehr Markttransparenz könnte da mehr Licht ins Dunkel bringen, zeigte sich der Verbandspräsident überzeugt. Denn die Art und Weise, wie man Preise entlang der Produktionskette verteile, würde transparenter werden. Transparenz verlangte Strasser auch bei der Kennzeichnung der Produktherkunft. „Wir haben das Recht zu wissen, woher unser Essen kommt“, so der Verbandschef. Daher müsse es möglich sein, österreichische Qualitätsprodukte klar zu kennzeichnen. Ihm sei es wichtig, die bewährte Qualitätsstrategie weiter zu forcieren und in der Wertschöpfungskette den heimischen Lebensmitteln Vorrang zu geben, hob Strasser hervor. AgE

Russland ändert Lebensmittelkennzeichnung

In Russland wird es zukünftig Lebensmittel mit geregelten Angaben zur geographischen Herkunft geben. Ein entsprechendes Gesetz zur Förderung regionaler Marken ist von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet worden und umgehend in Kraft getreten. Demnach kann ein Produkt eine geschützte geographische Herkunftsangabe verwenden, wenn dessen Herstellung oder Zusammensetzung wesentlich von der Region geprägt ist. Mitte Juli begann in Russland zudem ein bis Ende Februar 2020 laufendes Pilotprojekt zur Kennzeichnung von Milchprodukten mittels QR-Code. Diesen können die Hersteller und Importeure von Milch und Sahne, Kondensmilch, Joghurt, Kefir, Butter, Eis, Käse und Hüttenkäse in der Probephase freiwillig verwenden. Der QR-Code soll die Verbraucher vor dem Kauf abgelaufener Produkte schützen und ihnen die Möglichkeit bieten, Informationen über die Ware und den Hersteller mit einem Mobiltelefon einzuholen. Die verpflichtende Kennzeichnung von Milchprodukten soll in Russland nach Ablauf des Projekts am 1. März 2020 beginnen. Eine entsprechende Verordnung zur Aufnahme von Milcherzeugnissen in die Liste der kennzeichnungspflichtigen Waren ist von der Regierung bereits offiziell beschlossen. Die Kontrollsysteme sollen vor allem die Rückverfolgbarkeit der gekennzeichneten Produkte zum Hersteller ermöglichen. AgE

Milch überzeugt durch Kombination von Inhaltsstoffen

Milch kombiniert aktuellen Studien zufolge verschiedene Nährstoffe und bioaktive Faktoren so einzigartig miteinander, dass sie sich vorteilhaft auf die menschliche Gesundheit auswirken können. Wie das Landvolk Niedersachsen in Hannover erklärte, ist Milch wegen ihrer Gesamtzusammensetzung ein nicht zu ersetzendes Nahrungsmittel. Wissenschaftler bescheinigten den Milchprodukten einen größeren Effekt auf die Gesundheit, als ihn die Inhaltsstoffe in den Milchprodukten einzeln erzielen würden. Nach ihrer Einschätzung solle die Ernährungsberatung das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe untereinander in verschiedenen Lebensmitteln noch stärker in den Vordergrund rücken. Auch das Max Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe empfehle den Verzehr von Milch und Milchprodukten, die eine elementare Rolle in den Ernährungsempfehlungen vieler Länder spielten. Außerdem sind Milchprodukte dem Landvolk zufolge ausgezeichnete Lieferanten von Kalzium sowie der Vitamine B2 und B12. Ferner enthielten sie hochwertiges Protein, Jod, Magnesium, Kalium und verschiedene Fettsäuren. In jüngster Vergangenheit seien Milch und Milchprodukte zwar häufig als Ursache für Krebserkrankungen genannt worden, so der Landesbauernverband. Diese Hypothese lasse sich aus wissenschaftlicher Sicht aber nicht belegen; lediglich das Risiko für Prostatakrebs könne sich durch eine zu hohe Kalziumzufuhr erhöhen. Kritisch seien Verzehrmengen von mehr als 1,5 mg Kalzium am Tag, was 1,25 l Milch oder 140 g Hartkäse entspreche. AgE

Moosbrugger fordert EU-weite Regeln für Lebensmittelkennzeichnung

Eine einfache, klare und verbindliche Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten mit EU-weiter Gültigkeit hat der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, gefordert. „Die Konsumenten dürfen nicht hinters Licht geführt werden, indem ihnen beispielsweise industriell verarbeitete Fleisch-, Milch- oder Käseimitate als Naturprodukte angepriesen werden“, erklärte der Kammerpräsident in Wien. Deshalb spreche sich der landwirtschaftliche Berufsstand eindeutig gegen jede Irreführung der Kunden aus. Um ein solches „Fair Play am Lebensmittelmarkt“ durchzusetzen, brauche es rasch rechtliche Spielregeln für die Bezeichnung von Imitaten, forderte Moosbrugger. Da die Imitate aufgrund technisch-industrieller Fortschritte dem Original immer ähnlicher würden und somit die Irreführung immer wahrscheinlicher, müssten Original und Imitat klar erkennbar sein. So sollte es keine Anspielungen auf existierende Begriffe bei der Bezeichnung der Imitate geben, wie beispielsweise „Soja-Milch“, „vegetarischer Leberkäse“ oder „vegane Wurst“. „Nur das Original heißt Fleisch oder Wurst; ein Imitat bleibt immer eine Kopie“, so der Kammerpräsident. Daher sei EU-weit ein Bezeichnungsschutz speziell für Fleisch und Fleischprodukte nötig. Wie das gehen könnte, zeige das Beispiel Milchprodukte. Butter müsse nämlich zu 100 % aus Rahm, also aus einem tierischen Rohstoff, bestehen und dürfe keine pflanzlichen Zutaten enthalten. Sei dies dennoch der Fall, müsse das Produkt laut EU-Marktordnung anders bezeichnet werden. AgE

EU-Milchindustrie begrüßt Mercosur-Übereinkunft

Anders als der landwirtschaftliche Berufsstand und die Zuckerwirtschaft begrüßt der Europäische Milchindustrieverband (EDA) die erzielte Übereinkunft für ein assoziiertes Abkommen zwischen der EU-Kommission und den südamerikanischen Mercosur-Staaten ausdrücklich. EDA-Generalsekretär Alexander Anton bezeichnete die Einigung als einen echten „Durchbruch“. Positiv sei vor allem das klare Bekenntnis der Verhandlungspartner zum Pariser Klimaschutzabkommen (COP21). Darüber hinaus werde es das Mercosur-Handelsabkommen grundsätzlich ermöglichen, einige der Potentiale der südamerikanischen Märkte zu „entkorken“. Das vereinbarte Zollkontingent von 30 000 t Käse pro Jahr entspricht laut Anton etwa dem Zehnfachen der Mengen, die aktuell in den Mercosur exportiert werden. Dieser zusätzliche Marktzugang sei ein Beitrag, die Diversifizierung der EU-Exporte für Milchprodukte zu unterstützen und damit den Milchsektor widerstandsfähiger gegenüber Handelsverzerrungen zu machen, betonte der EDA-Generalsekretär. Allerdings sei es auch kein Geheimnis, dass sich sein Verband mit Blick auf die Zollquoten für Käse, Milchpulver und Babynahrung höhere Kontingente erhofft hätte. Zudem habe man eine kürzere Übergangsphase als die vereinbarten zehn Jahre erwartet. Neben dem Kontingent von 30 000 t zollfreiem Käse sind für Milchpulver 10 000 t und für Babynahrung 5 000 t im Jahr vorgesehen. Anders als etwa für Rindfleisch und Zucker, die nur für die Mercosur-Staaten gelten, werden die Lieferquoten für Milchprodukte für beide Seiten in Kraft treten. Weiter Front gegen das Mercosur-Abkommen macht der irische Bauernverband (IFA). Er will sein Vorgehen noch einmal verschärfen. Geplant seien mehrere Treffen mit nationalen Politikern sowie Verantwortungsträgern in Brüssel, hieß es von Verbandsseite. Bereits am Mittwoch vergangener Woche kam es zu einem Treffen zwischen EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis und dem IFA-Präsidenten und Ersten Vizepräsidenten des EU-Ausschusses der Bauernverbände (COPA), Joe Healy. Im Rahmen der anlaufenden Kampagne werde man unter anderem auf die Umweltschäden durch die südamerikanische Rindfleischerzeugung sowie den Antibiotikamissbrauch bei der dortigen Geflügelmast hinweisen, kündigte Healy an. AgE

USA planen auch Vergeltungszölle auf EU-Schweinefleisch und -Milchprodukte

Die Vereinigten Staaten haben ihre Ankündigung vom April, wegen der europäischen Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus Vergeltungszölle erheben zu wollen, mit weiteren konkreten Beispielen unterfüttert. Einer Liste zufolge, die von Washington Anfang Juli veröffentlicht worden ist, muss die Europäische Union vor allem mit zusätzlichen Zöllen auf Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milcherzeugnisse rechnen. Neben Edamer, Gouda und verschiedenen italienischen Käsesorten sind auch Pasta, Kaffee, Birnen und Kirschen von möglichen Gegenmaßnahmen der USA betroffen. Oliven finden sich ebenfalls auf der Liste. Bereits jetzt erhebt Washington Sonderzölle auf schwarze spanische Oliven und begründet dies mit den Beihilfen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Überdies enthält die Aufstellung irische und schottische Whiskysorten. Auch einige Düngemittel sowie verschiedene Artikel aus Eisen, Kupfer und Messing wie Rohre und Hohlprofile sollen mit den Vergeltungsmaßnahmen getroffen werden. Nach Angaben des US-Handelsbeauftragten (USTR) Robert Lighthizer beläuft sich der Handelswert der auf der neuen Liste aufgezählten Produkte auf rund 4 Mrd $ (3,5 Mrd Euro). Zudem wird eine Konsultation zu den Vorschlägen vorgeschlagen; schließlich soll eine öffentliche Anhörung stattfinden. Die Frist für die Einreichung von Anträgen hierzu soll am 25. Juli und die Frist für die Einreichung schriftlicher Kommentare am 5. August enden. Die Höhe etwaiger Zölle, die erhoben werden könnten, unterliegt dem Schiedsverfahren der Welthandelsorganisation (WTO).

Drittgrößter Absatzmarkt

Sehr besorgt über die neue Liste zeigte sich die deutsche Ernährungsindustrie. Handelsstreitigkeiten in anderen Sektoren müssten auch dort ausgetragen werden, forderte die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Stefanie Sabet, in Berlin. Weitere Strafzölle auf Lebensmittel seien nicht gerechtfertigt. Die zusätzlich angekündigten US-Zölle würden deutsche Exporteure hart treffen, stellte Sabet fest. Ausfuhrprodukte im Wert von rund 300 Mio Euro wie Kaffee, Schweinefleischerzeugnisse, Käse oder Teigwaren wären betroffen. „Wir fordern die EU auf, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, die die heimische Wirtschaft entlasten“, erklärte Sabet. Die USA seien einer der wichtigsten Handelspartner überhaupt. „Wir brauchen daher dringend einen Abbau von Handelshemmnissen im Agrar- und Lebensmittelhandel mit den USA“, betonte die BVE-Geschäftsführerin. Aktuell liege das US-Geschäft weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Laut BVE wurden von der deutschen Ernährungsindustrie im Jahr 2018 Waren im Gesamtwert von rund 1,7 Mrd Euro in die Vereinigten Staaten exportiert. Das habe in etwa einem Anteil von 3 % an den gesamten Ausfuhren der heimischen Lebensmittelhersteller entsprochen. Nach den EU-Partnerländern und China seien die USA damit der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Nahrungsgüter. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8811 Euro

Angekündigte Milchpreissenkung sorgt für Kritik im Berufsstand

Kritik an den, von verschiedenen Großabnehmern zum Monatswechsel, angekündigten Milchpreissenkungen haben der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Schweizer Milchproduzenten (SMP) geübt. Die Begründungen für die Ankündigungen seien schlichtweg falsch und nicht haltbar, monierten beide Verbände. Fehlende Mittel beim Rohstoffausgleich der Schoggigesetz-Nachfolgelösung, wie sie beispielsweise der Milchverarbeiter ELSA-Mifroma angeführt habe, seien kein Argument für ein Unternehmen, das in diesem Segment kaum tätig sei. Ungenügende Verkaufsleistungen einfach auf die Milchlieferanten zu überwälzen, habe wenig mit Partnerschaft zu tun. Dies untergräbt nach Ansicht von SBV und SMP die gemeinsamen Anstrengungen der Schweizer Milchbranche für Maßnahmen wie die bestehende Segmentierung und die auf Anfang September geplante Einführung des „Grünen Teppichs“ als Standard für nachhaltige Milch. Die beiden Verbände forderten die Milchabnehmer auf, dieses „Spiel mit dem Feuer“ zu beenden und auf die Milchpreissenkungen zu verzichten, auch mit Blick auf die gute Marktsituation. Mehr Fairness bei der Verteilung der Wertschöpfung sei dringend gefragt. Laut SBV bewegen sich sowohl die Milchanlieferungen als auch die Mengen in den Butterlagern derzeit auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau; zudem liege der A-Richtpreisindex des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig deuteten wichtige EU-Milchmarktindikatoren auf eine stabile bis verhalten positive Marktlage für die kommenden Monate hin. AgE

Hohenheim entwickelt neue Methoden gegen Lebensmittelbetrug

Neue Methoden zur Bestimmung der Herkunft von pflanzlichen Nahrungsmitteln erforscht derzeit die Universität Hohenheim. Wie die Stuttgarter Hochschule dazu mitteilte, werden Analysen entwickelt, die exakte Angaben über die geografische Herkunft, die Anbaubedingungen und die Lebensmittelsorte ermöglichen sollen. Die Forscher setzen dazu auf verschiedene Ansätze. Bei der Isotopen-Analyse wird laut Universität die Zusammensetzung der Isotope von Kohlen-, Stick- und Wasserstoff genutzt, um die Herkunft einer Pflanze zu bestimmen. Experimentell sei damit bereits die Unterscheidung von Freiland- und Gewächshauspaprikas gelungen. Außerdem werde die Lipid-Analyse genutzt, um einen genaueren Blick auf die Fettsäuren und Sterole - beides wichtige Bestandteile der Zellmembran - zu werfen. Dies ermögliche es zum Beispiel, die „kulinarisch wertlosen“ China-Trüffel von den französischen Gourmet-Produkten zu unterscheiden. Der dritte Ansatz setzt nach Angaben der Hochschule auf die sogenannte Elementanalytik, mit der sich die Mineralstoffe in den Pflanzen bestimmen lassen. Diese gäben Aufschluss über den Boden, in dem die Pflanzen gewachsen seien, da die Mineralstoffe beim Wachsen aus dem Boden aufgenommen würden. Auf diese Art lasse sich eine Pflanze dem Boden einer bestimmten Region zuordnen. AgE

DMK Group mit stabilem Jahresergebnis

Das Deutsche Milchkontor (DMK) hat im Geschäftsjahr 2018 ein stabiles Ergebnis erzielt. Wie das Unternehmen Mitte Juni berichtete, belief sich der Umsatz auf insgesamt 5,6 Mrd Euro und lag damit um 200 Mio Euro unter dem Niveau des Vorjahres. Zugleich verbesserte sich das Ergebnis um 1,0 Mio Euro auf 30,6 Mio Euro; die Eigenkapitalquote blieb mit 30,9 % nahezu unverändert. DMK-Geschäftsführer Ingo Müller erläuterte den „weitreichenden Wandel“ des Unternehmens. Eine erste Phase, die auch durch Investitionen in die Zukunft geprägt gewesen sei, sei nahezu abgeschlossen. Jetzt gehe es darum, „gezielt die Effekte einzufahren“. Oberste Maßgabe wird dabei nach Müllers Worten sein, „den Verbraucher in den Mittelpunkt zu stellen, von seinen Wünschen und Bedürfnissen aus zu denken“. Künftig würden das Konsumentenverständnis vertieft und individuelle Generationen gezielt angesprochen, erklärte Müller. Bereits heute gebe es zu jeder Lebensphase und zu jedem Bedürfnis ein Angebot im DMK-Sortiment. Dabei will das Unternehmen weiterhin primär auf Milch und Milchprodukte setzen. Milch werde „mit großem Abstand“ der wichtigste Rohstoff bleiben, zeigte sich der DMK-Geschäftsführer überzeugt. Müller will zugleich die internationalen Aktivitäten weiter schärfen. In diesem Bereich sei der organisatorische Umbau noch nicht weit genug gegangen. Das DMK betrachte Europa als „Heimatmarkt“ und werde die Expertise dort künftig auf die richtigen Geschäftsfelder konzentrieren. Außerhalb Europas wird das Unternehmen laut Müller klare Schwerpunkte setzen. Regionale Stützpunkte in Russland, China oder Nigeria mit lokalen Teams seien wirkungsvoller als der reine Export aus Deutschland heraus. AgE

DMK mit neuem Geschäftsführer

Beim Deutschen Milchkontor (DMK) wird es einen Wechsel in der kaufmännischen Geschäftsführung geben. Wie das Unternehmen in der vergangenen Woche mitteilte, wird der bisherige Geschäftsführer Volkmar Taucher am 1. Juli von Dr. Frank Claassen abgelöst. Der 54-Jährige kommt von der Beiersdorf AG und gilt als ausgewiesener Finanzexperte. „Wir freuen uns, mit Dr. Frank Claassen einen äußerst erfahrenen Manager gewonnen zu haben“, erklärte der DMK-Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Korte. Mit seinen Erfahrungen werde Claassen die DMK Group auf dem weiteren Weg der Neupositionierung bereichern. Dem scheidenden Geschäftsführer dankte Korte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und seine langjährigen wertvollen Beiträge. Taucher habe die Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren „Maßgeblich mitgeprägt“. AgE

Milchverbände in Nordrhein-Westfalen bekommen eigenen Geschäftsführer

Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es in Nordrhein-Westfalen eine Zusammenarbeit zwischen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft (LV Milch NRW) und dem Landeskontrollverband (LKV NRW). Diese drückt sich nicht nur durch das Arbeiten im gleichen Haus, sondern auch durch eine gemeinsame Geschäftsführung durch Dr. Rudolf Schmidt aus. Wie beide Verbände mitteilten, wurde bei einer gemeinsamen Vorstandssitzung nun vereinbart, dass sich Schmidt zukünftig nur noch auf die Geschäftsführung der LV Milch NRW konzentrieren wird. Der LKV NRW wird diese Position schnellstmöglich neu besetzen. Grund sei, dass die Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in einem zunehmend komplexeren und sensibleren Umfeld nur durch diese personelle Verstärkung zu bewerkstelligen sei. Der Vorstand des Landeskontrollverbandes dankte Schmidt für „sein herausragendes Engagement und die erfolgreiche Arbeit“ und zeigte sich überzeugt, dass die enge Kooperation zwischen dem LKV und der Landesvereinigung erfolgreich fortgeführt werden könne. Dafür wurde den Verbänden zufolge auf der Vorstandssitzung bereits die Grundlage gelegt. Es sei nämlich vereinbart worden, die Zusammenarbeit mit der Erzielung von Synergieeffekten nicht nur fortzuführen, sondern weiter auszubauen. So sei beabsichtigt, neben der verwaltungstechnischen Kooperation zukünftig auch die Aktivitäten in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit sowie der Förderung der Qualitätsproduktion und der tierartgerechten Milchviehhaltung deutlich zu vertiefen. AgE

Bürgerinitiative für Nährwertkennzeichnung in den Startlöchern

Grünes Licht für eine europäische Bürgerinitiative (EBI) zur Einführung einer Nährwertkennzeichnung hat die Europäische Kommission gegeben. Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, hat die Initiative „Pro-Nutriscore“ offiziell ein Jahr Zeit, mindestens eine Millionen Unterschriften aus mehr als sechs verschiedenen Mitgliedstaaten zu sammeln; dann wird sich die EU-Kommission mit ihrem Anliegen auseinandersetzen. Die Initiatoren wollen, dass den Verbrauchern bessere Nährwertinformationen zur Verfügung gestellt werden, indem ein vereinfachtes „Nutri-Score“-Label verpflichtend auf allen Nahrungsmitteln ausgewiesen werden muss. Sie versprechen sich davon neben gesundheitlichen Vorteilen für die Konsumenten eine Harmonisierung der Kennzeichnungssysteme in der EU sowie Anreize für die Lebensmittelhersteller, ihre Rezepturen gesünder zu machen. Die Nährwertkennzeichnung „Nutri-Score“ basiert auf der Beurteilung des Gesamtnährwertes eines Lebensmittels. Kürzlich hat Belgien das Label eingeführt; in Spanien ist dies vorgesehen, und in Frankreich wird es bereits seit längerem verwendet. In Deutschland ist die Kennzeichnung gleichwohl umstritten. Das Landgericht Hamburg erließ Mitte April eine einstweilige Verfügung gegen die Kennzeichnung von iglo-Verpackungen mit „Nutri-Score“; das Unternehmen hat Berufung angekündigt. Verbraucherschutzorganisationen befürworten diese Kennzeichnung. Neben iglo wird „Nutri-Score“ in Deutschland bereits von Danone und bofrost verwendet, und weitere Hersteller bereiten die Einführung vor. Abzuwarten bleibt, wieviel Einfluss „Pro-Nutriscore“ auf die Debatte um die Kennzeichnungssysteme haben wird. Die im Januar 2017 offiziell registrierte EBI gegen Glyphosat hat bekanntlich die EU-Gesetzgebung beeinflusst. Die Initiative war im Zuge der Kontroversen um die Wiederzulassung des Herbizidwirkstoffes ins Leben gerufen worden, hatte bereits nach fünf Monaten ihr Quorum erreicht und letztlich auch dazu beigetragen, dass transparentere Richtlinien in der Lebensmittelsicherheit eingeführt werden. AgE

Landgericht Hamburg erklärt „Nutri Score“ für nicht zulässig

Das Landgericht Hamburg hat vergangene Woche eine einstweilige Verfügung gegen die Kennzeichnung von iglo-Verpackungen mit dem Kennzeichnungssystem „Nutri-Score“ erlassen. Die Richter erklärten die Verwendung dieser Lebensmittelkennzeichnung für wettbewerbsrechtlich nicht zulässig. Nutri-Score basiert auf der Beurteilung des Gesamtnährwerts eines Lebensmittels. Negative Faktoren sind beispielsweise ein hoher Gehalt an Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz sowie eine hohe Kalorienzahl. Positiv bewertet wird dagegen der Gehalt an Obst, Gemüse, Rohfaser und Eiweiß. Das Ergebnis dieses Rankings wird als vergrößertes Feld der Sechserreihe von tiefgrün über hellgrün, gelb und orange bis dunkelrot dargestellt. Das Unternehmen iglo kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Dem Tiefkühlkosthersteller zufolge will der in München ansässige Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft die freiwillige Nährwertkennzeichnung auf den Verpackungen unterbinden. Neben iglo haben sich unter anderem auch die Unternehmen Danone und bofrost dazu entschieden, Nutri-Score in Deutschland einzuführen. Auch Sicht der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) zeigt das Urteil, dass „die deutsche Politik die Entwicklung im Lebensmittelmarkt verschlafen hat“. Verbraucher und Hersteller wünschten sich eine klarere Nährwertkennzeichnung, wie sie durch Nutri-Score gewährleistet sei. Dieser dürfe aber in Deutschland nicht verwendet werden, auch weil das Bundeslandwirtschaftsministerium sich weigere, den Nutri-Score einzuführen. Stattdessen habe Ressortchefin Julia Klöckner nun angekündigt, ein ganz neues Kennzeichnungssystem entwickeln zu wollen. Das von ihr beauftragte Max-Rubner-Institut (MRI) weise in seinem Bericht darauf hin, dass dies „mehrere Jahre“ dauern würde. Angesichts der hohen Quoten von Übergewicht in Deutschland und den dramatischen Folgen sei dies eine völlig inakzeptable und unnötige Verzögerung, kritisierte DANK. Der MRI-Bericht zeige nämlich auch, dass der Nutri-Score die allermeisten geprüften Kriterien für eine gute Lebensmittelkennzeichnung erfülle. Klöckner müsse den notwendigen Rahmen schaffen, damit Hersteller ihren Kunden diesen Mehrwert bieten könnten. AgE

Lebensmittelrechtliche Verstöße werden sechs Monate veröffentlicht

Amtliche Informationen über lebensmittelrechtliche Verstöße werden in Deutschland künftig sechs Monate veröffentlicht. Der Bundesrat billigte in der abschließenden Beratung Mitte April das Erste Gesetz zur Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB), das Klarheit über die Modalitäten bei der amtlichen Information über lebensmittelrechtliche Verstöße schaffen soll. Diese war vom Bundesverfassungsgericht vor gut einem Jahr als grundsätzlich verfassungsgemäß beurteilt worden. Allerdings hatten die Richter eine zeitliche Begrenzung gefordert, um sowohl den Informationsinteressen der Verbraucher als auch den Interessen der betroffenen Unternehmen gerecht zu werden. Laut einer bereits im Jahr 2012 durchgeführten Änderung des LFGB müssen lebensmittelrechtliche Verstöße veröffentlich werden, für die ein Bußgeld von mindestens 350 Euro verhängt wird. Die Informationen müssen der jetzt beratenen Gesetzesänderung zufolge unverzüglich erfolgen, auch wenn der Mangel nachweislich beseitigt wurde. Auf eine etwaige Beseitigung des Mangels ist allerdings hinzuweisen. Für nicht zugelassene Stoffe gilt eine Nulltoleranz. Proben müssen mindestens doppelt untersucht werden, wobei beide Analysen im selben Labor vorgenommen werden können. In einer ergänzend beschlossenen Entschließung forderte der Bundesrat einen bundeseinheitlichen Vollzug des Gesetzes. Damit erneuerten die Ländervertreter ihre Kritik, dass das Gesetz bestehende Auslegungsschwierigkeiten nicht vollständig ausräume. Ferner solle die Bundesregierung einen bundeseinheitlichen Bußgeldkatalog für Verstöße im Lebensmittelrecht erlassen, um Ungleichbehandlungen von Unternehmen zu verhindern. Da die Veröffentlichungspflicht an eine zu erwartende Bußgeldhöhe von mindestens 350 Euro geknüpft sei, könne ein einheitlicher Vollzug der Norm nicht sichergestellt werden, solange kein bundesweit einheitlicher Bußgeldkatalog existiere. AgE

Preis bleibt wichtigstes Kaufkriterium bei Lebensmitteln

Der Preis ist für die meisten Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln der ausschlaggebende Faktor. Allerdings kann auch das „Gefühl, etwas Gutes zu tun“ eine entscheidende Rolle spielen. Das haben Forscher der Universität Göttingen in einer Studie ermittelt. Wie die Hochschule  dazu berichtete, wurden insgesamt 450 Verbraucher in Deutschland und Großbritannien dazu aufgefordert, virtuelle Kaufentscheidungen zu treffen. Zur Auswahl gestanden habe dabei Schokolade mit Unterschieden beim Preis, dem Herkunftsland des Kakaos, dem Herstellungsland und den abgebildeten Siegeln. Dabei scheint nach Angaben der Forscher der Bekanntheitsgrad der Kennzeichnung ausschlaggebend zu sein. Obwohl die Teilnehmer angegeben hätten, dass sie sich gut fühlten, wenn sie ihren CO2-Fußabdruck reduzierten, habe dieses Gefühl nicht zu einer Kaufentscheidung für das CO2-neutral zertifizierte Produkt geführt. Die Erwartung eines guten Gefühls bei der ethisch korrekten Kaufentscheidung sei indes nur bei Fair-Trade-Schokolade von Bedeutung gewesen. Das ist nach Einschätzung der Wissenschaftler teilweise auf den starken Gemeinwohlgedanken des Siegels zurückzuführen. „Andere Studien haben nämlich gezeigt, dass Verbraucher mit Biolebensmitteln auch noch positive Gesundheitsaspekte verbinden“, so die Erstautorin der Studie, Sarah Iweala. Das verwässere den Gemeinwohlgedanken des Siegels. Die Ergebnisse der Untersuchung legten nahe, dass im Marketing für ethische Produkte der gesellschaftliche Nutzen offensiv kommuniziert werden sollte. Wichtig sei außerdem die Erkenntnis, dass ein Label nur dann am Markt wirksam werden könne, wenn es bekannt sei. Dafür sei die heutige Flut vielfach unbekannter Label kontraproduktiv. AgE

AbL macht Molkereien für Preisdruck verantwortlich

Einige Molkereien drücken aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche  Landwirtschaft (AbL) die Erzeugerpreise gezielt nach unten. „Neuen Zahlen zufolge machten die deutschen Handelsketten im Jahr 2018 mit Trinkmilch und anderen Milchprodukten ein deutliches Umsatzplus von 5 % bei leicht sinkendem Mengenabsatz“, stellte die stellvertretende AbL Bundesvorsitzende Lucia Heigl Mitte März in Hamm fest. Im Laden habe es also einen spürbaren Preisanstieg gegeben, während die Molkereien an die Milchbauern im Schnitt 5 % weniger Geld pro Liter Milch gezahlt hätten als im Vorjahr. „Am Milchmarkt läuft also etwas mächtig  schief, und zwar auf unsere Kosten“, monierte die stellvertretende  Bundesvorsitzende. In Folge der dürrebedingten Futterknappheit liege die erzeugte Milchmenge in Deutschland seit Herbst 2018 unterhalb des  Vorjahreszeitraums. Auch EU-weit habe sich die Milchmenge zuletzt rückläufig entwickelt. „Wir fordern daher von den Molkereien kurzfristig deutlich steigende Erzeugerpreise“, betonte Heigl. Sie rief die Molkereien und Handelsketten außerdem dazu auf, die neuesten Preissenkungen bei Butter wieder zurückzunehmen. Der Appell des Bundeslandwirtschaftsministeriums an die Molkereiwirtschaft, mehr Tempo bei der Modernisierung der Lieferbeziehungen zu machen, ist aus Sicht der AbL nicht ausreichend. Das Ministerium fordere die Milchindustrie schon seit Jahren dazu auf, mit den Milcherzeugern vor der Lieferung schriftliche Lieferverträge mit Angaben über Menge und Preis abzuschließen. Bewegt habe sich aber nichts. Deshalb müsse Agrarressortchefin Julia Klöckner die im EU-Recht enthaltene Regelung nutzen und die Molkereien zum Abschluss solcher Vereinbarungen gesetzlich verpflichten. AgE

Agroscope entwickelt Tests gegen unerwünschte Keime in Milch und Käse

Wissenschaftler des Schweizer Forschungszentrums Agroscope haben hochsensible Analysemethoden entwickelt, um in Melkanlagen Propionsäurebakterien und das schädliche Milchsäurebakterium rasch und sicher nachzuweisen. Diese Bakterien sind in der Käseverarbeitung gefürchtet, da sie bereits in geringen Mengen gravierende Auswirkungen auf den Herstellungsprozess haben. Sie führen zu Fehlern im Aroma, einer untypischen Lochung oder Rissen im Käse sowie zur Bildung des gesundheitsschädigenden Histamins. Laut Agroscope haben Erfahrungen in der Praxis bestätigt, dass dank der neuen Tests chronische Kontaminationen in Melkanlagen leicht entdeckt und behoben werden können. Das Verfahren beruhe auf neuen molekularbiologischen Methoden, mit denen sich Bakterien in der Tankmilch nach ein bis zwei Tagen zweifelsfrei identifizieren ließen. Ein Vergleich der Bakterien im Käse mit jenen in der Ablieferungsmilch ermögliche es, den Herkunftsbetrieb festzustellen, erklärte das  Forschungszentrum. Durch die schnelle Diagnose könnten die betroffenen Betriebe die Missstände rasch beheben, ihre Milch schneller wieder abliefern und damit die finanziellen Einbußen verringern. Für den Verbraucher ergäben sich eine erhöhte Sicherheit und Qualität der Lebensmittel. Praxiserfahrungen haben laut Agroscope gezeigt, dass Verunreinigungen mit den unerwünschten Keimen frühzeitig erkannt werden können, wenn die Lieferantenmilch regelmäßig mit Hilfe der neuen Tests kontrolliert wird. Betroffene Betriebe erhielten eine fachgerechte Unterstützung von den regionalen Beratungsstellen. Falls nötig, bieten die Forscher auch eine wissenschaftliche Begleitung. AgE

Milchlieferverträge sind flexibler geworden

Das Landvolk Niedersachsen hat dem Präsidenten des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, in seiner Auffassung widersprochen, „unflexible Vertragsverhältnisse“ seien eine Ursache für wiederkehrende Milchpreiskrisen. Dies hatte Mundt im Juni 2018 bei der Generalversammlung der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main (RWZ) in Bonn geäußert. Der Landesbauernverband wies darauf hin, dass die Lieferbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien seit den jüngsten Milchpreiskrisen deutlich überarbeitet worden seien. „Wir haben einen Prozess angestoßen, der vieles in Bewegung gebracht hat. Wir sind in der Tat wesentlich flexibler, als es der Chef des Bundeskartellamtes vielleicht vermutet“, erklärte der Vorsitzende des Landvolk-Milchausschusses, Jan Heusmann. Als Beispiel nannte er das Angebot von Verarbeitungsunternehmen, einen Teil des Milchgeldes über Festpreise abzusichern. Der Preis spiele somit nicht mehr allein in der Nachschau, sondern auch bei den Erwartungen an den Markt eine zunehmende Rolle. Außerdem würden sich Molkereien und damit die Milcherzeuger Nischenmärkte erschließen und dazu spezielle Anforderungen an die Erzeugung formulieren. Dies treffe beispielsweise für Tierwohlanforderungen, die Weidehaltung oder auch Biokriterien zu. Auch von der Kundenseite, beispielsweise im Segment für Babynahrung, gebe es spezielle Erzeugungskriterien, die dann auch in die Preisgestaltung einflössen. Wenig Chancen auf Erfolg misst das Landvolk dagegen Eingriffen in die Milchlieferordnung bei. „Das empfinden Molkereien wie auch Milcherzeuger als einen Einschnitt in ihre Vertragsautonomie“, betonte Heusmann und sprach sich gegen verpflichtende Angaben zu Mengen und Lieferzeiträumen aus. Er favorisiert vielmehr marktorientierte Vereinbarungen auf der Ebene zwischen Milcherzeuger und Molkerei. Notwendig dafür sei aber eine höhere Wertschätzung für das hochwertige Produkt. So verlange der Lebensmitteleinzelhandel Bioqualität, regionale Erzeugung, den Verzicht auf Gentechnik oder Weiteres, drücke auf der anderen Seite aber die Preise, monierte Heusmann. Eine kritische Überprüfung dieser Verhandlungstaktik sollte aus seiner Sicht die Aufgabe des Bundeskartellamtes sein. AgE

Nach aktuellem Wissensstand kein Risiko durch Mikroplastik in Lebensmitteln

Nach derzeitigem Stand des Wissens ist nicht davon auszugehen, dass von Plastikpartikeln in Lebensmitteln gesundheitliche Risiken für den Menschen ausgehen. Wie der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Prof. Andreas Hensel, aber am Dienstag vergangener Woche (22.2.) in Berlin einschränkend feststellte, braucht es zu dieser Thematik „mehr valide Daten und wissenschaftliche Studien“. Das BfR forsche an der Frage, ob und wie Partikel über den Darm aufgenommen würden. Dem Bundesinstitut liegen laut Hensel zurzeit keine gesicherten Daten zur chemischen Zusammensetzung, zur Größe und zum Gehalt von Mikroplastikpartikeln in Lebensmitteln vor. Aufgrund des Fehlens belastbarer Daten sei eine gesundheitliche Risikobewertung für den Verzehr von Lebensmitteln, die Mikroplastikpartikel enthielten, momentan nur eingeschränkt möglich. Über die etwaigen gesundheitlichen Auswirkungen auf die Verbraucher sei bislang wenig bekannt, denn es fehlten wissenschaftliche Publikationen. Auf Anfrage des BfR habe die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine wissenschaftliche Stellungnahme zum „Vorkommen von Mikro- und Nanoplastikpartikeln in Lebensmitteln, insbesondere in Meerestieren“, erarbeitet. Demnach bestehe die Möglichkeit einer oralen Aufnahme von Mikroplastik einer bestimmten Größe, wobei bislang mangels analytischer Methoden und valider Studien der Verbleib und der Abbau im Körper nicht hinreichend untersucht seien, berichtete Hensel. Laut EFSA zeigten verfügbare Studien, dass die Resorption im Darm sehr gering zu sein scheine. Erste eigene Untersuchungen des BfR an Kulturen menschlicher Darmepithelzellen sowie im Tierexperiment ließen darauf schließen, dass Kunststoffpartikel bis zu einem Durchmesser von etwa 4 μm zwar in der Zellkultur von Epithelzellen der Darmwand aufgenommen werden könnten, so der BfR-Präsident. Im Tierversuch habe sich aber gezeigt, dass trotz Verabreichung sehr großer Mengen Kunststoffpartikel in der Größe von 1 μm bis 10 μm diese nur vereinzelt in den untersuchten Darmepithelzellen zu finden seien. Die bislang am BfR mit verschiedenen Modellpartikeln durchgeführten Untersuchungen zur oralen Aufnahme von Mikropartikeln ergaben laut Hensel keine Hinweise auf Schädigungen des Darmgewebes. Zur Frage, ob sich Mikrokunststoffpartikel im Körper ablagern könnten, lägen derzeit keine Erkenntnisse vor. AgE

Bezeichnungsschutz für Milchprodukte gestärkt

Der Milchindustrie-Verband (MIV) hat die nachdrückliche Stärkung des Bezeichnungsschutzes für Milch und Milcherzeugnisse durch eine aktuelle Änderung des Milch- und Margarinegesetzes begrüßt. Bei veganen und pflanzlichen Produkten dürfe zum Beispiel nicht durch Etikett, Werbung oder Aufmachung irgendwelcher Art behauptet oder der Eindruck erweckt werden, dass es sich bei dem betreffenden Erzeugnis um ein Milcherzeugnis handele, erläuterte der Verband am vergangenen Donnerstag (24.1.) in Berlin. Ein Verstoß gegen diese Regelung sei strafbewehrt und werde mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe geahndet. „Das ist ein weiterer Meilenstein zum Bezeichnungsschutz für Milch und Milcherzeugnisse“, erklärte MIV-Geschäftsführer Dr. Jörg Rieke. Er wies zudem darauf hin, dass es laut der Gesetzesänderungsbegründung der Bundesregierung erforderlich sei, aufgrund mehrerer gravierender Verstöße - vor allem bei Milchbezeichnungen für pflanzliche Erzeugnisse - die Geldbußen in den Bußgeldvorschriften zu verdoppeln. Der MIV hofft, dass dieses deutliche Signal der Politik und die ständige Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum europaweit geltenden Bezeichnungsschutz für Milch und Milcherzeugnisse dazu führen werden, dass die Verstöße nun deutlich zurückgehen. Die Änderung des Milch- und Margarinegesetzes mit dem erweiterten Bezeichnungsschutz trat am vergangenen Freitag in Kraft. AgE

Lactalis weitet Auslandspräsenz aus

Der französische Molkereikonzern Lactalis wird seine Präsenz in Indien und Ägypten ausbauen. Lactalis kündigte am Dienstag vergangener Woche (22.1.) die Übernahme des indischen Milchprodukteherstellers Prabhat und des ägyptischen Käseproduzenten Green Land an. Die Akquise auf dem Subkontinent wollen die Franzosen - vorbehaltlich der Genehmigung der Wettbewerbsbehörden - zu Beginn des zweiten Halbjahres 2019 abschließen. Die Neuerwerbung stärke die führende Position im Land, erklärte Lactalis. Mit 2,3 Mio l pro Tag wird der Konzern zum größten privaten Milchabnehmer in Indien. Das künftige Mitglied der Lactalis-Gruppe betreibt den Unternehmensangaben zufolge zwei Produktionsstandorte und sammelt jährlich 450 Mio l Milch von 100 000 Bauern. Die 1 239 Mitarbeiter erzielten 2018 einen Umsatz von 200 Mio Euro. In Ägypten übernimmt Lactalis nach eigenen Angaben Green Land von der Americana-Gruppe. Der Käsehersteller verfügt über fünf Fabriken und beschäftigt 1 250 Mitarbeiter. AgE

Machbarkeitsstudie zu neuartiger Nahrungsmittelproduktion

Angesichts einer wachsenden Bevölkerung, der Klimaveränderungen, der Verdichtung urbanen Lebens und knapper werdender Anbauflächen wollen Forscher eine Machbarkeitsstudie zur neuartigen Nahrungsmittelproduktion erstellen. Dabei will das Konsortium in miteinander verbundenen, kommunizierenden und standardisierten Produktionscontainern, sogenannten Cubes, arbeiten. Zu den Projektpartnern gehören laut Angaben der Technischen Universität (TU) Braunschweig unter anderem die Humboldt-Universität zu Berlin, die Hochschule Weihenstephan Triesdorf, die Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH, das Julius-Kühn-Institut und das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Nach den Worten von Prof. Christoph Herrmann vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik an der TU Braunschweig sollen mit den Cubes die Nachteile bisheriger Agrarproduktionssysteme überwunden werden. Die Produktionscontainer sollen ein geschlossenes System bilden. „Aufbauend auf dem Verständnis biologischer Prozesse soll das Agrarproduktionssystem so betrieben werden, wie man es aus Prozessketten in der Produktion technischer Produkte kennt“, erläuterte Herrmann. Wie bei der Aquaponik würden gemeinsame Wasser- und Nährstoffkreisläufe gebildet. Fische würden in Aquakulturen gezüchtet und Pflanzen auf Substrat. In den Cubes könne durch das symbiotische Zusammenspiel von Gemüse-, Fisch- und Insektenzucht sowie durch geschlossene Systeme der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln stark reduziert werden. Insekten ergänzten diese Symbiose sinnvoll, damit noch weniger externe Ressourcenströme wie Nahrung für die Fische notwendig seien. Durch die Integration von Grundsätzen verschiedener geschlossener Kulturverfahren in eine neue Prozesskette wollen die Wissenschaftler Nahrungsmittel ohne Zusatzstoffe, Emissionen und Abfallstoffe produzieren. Ferner seien die Produktionscontainer geschützter vor äußeren Einflüssen wie Dürre. Durch die Erweiterbarkeit und den modularen Aufbau seien die Cubes an ländlichen, urbanen und sogar wüstenähnlichen Standorten einsetzbar. Der Förderzeitraum des Vorhabens läuft von März 2019 bis Februar 2024. AgE

Klöckner will mehr landwirtschaftlichen Klimaschutz zur Fluchtbekämpfung

Die Ursachenkette aus Klimawandel, Nahrungsmittelerzeugung und Flucht bereits in ihrem Ursprung zu durchbrechen, ist auch eine Aufgabe des landwirtschaftlichen Umweltschutzes europaweit. Das hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zum Auftakt der Hamburger Klimawoche bekräftigt. „Hunger und Armut sind entscheidende Faktoren, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen, weshalb Unruhen ausbrechen und ganze Regionen destabilisiert werden“, betonte die Ministerin. Der Landwirtschaft komme die Aufgabe zu, die Ernährung weltweit zu sichern; gleichzeitig sei sie aber unter allen Wirtschaftssektoren mit am stärksten vom Klimawandel betroffen. Klöckner betonte aber auch die Rolle der Agrarbranche als Dämpfer der globalen Erwärmung und von Klimaextremen. „Der Erhalt des Dauergrünlands, der Schutz von Mooren und die Wiedervernässung von Moorböden sowie Möglichkeiten zur Humusanreicherung in Böden sind wichtige Beiträge zum Klimaschutz“, hob die CDU-Politikerin hervor. Dieser Ansatz sollte auch bei der Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) weiterentwickelt und „praktikabel für die landwirtschaftlichen Betriebe“ ausgestaltet werden. AgE

Milchpreis im Juni erstmals in diesem Jahr gestiegen

Die Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch sind im Juni erstmals in diesem Jahr leicht gestiegen. Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter Verweis auf Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) Mitte August mitteilte, belief sich das Plus im Vormonatsvergleich auf 0,59 Cent - das Kilogramm Rohmilch kostete 32,74 Cent. Die stärksten Anstiege verzeichneten die Marktbeobachter mit 1,58 Cent/kg in Schleswig-Holstein/Hamburg und 1,3 Cent/kg in Mecklenburg-Vorpommern. Die Produktionsmenge an konventionell erzeugter Milch ging laut BLE gegenüber Mai um 127 300 t oder rund 5 % auf 2,6 Mio t zurück. Ein Preisrückgang wurde unterdessen für ökologisch erzeugte Milch verzeichnet; mit 0,06 Cent auf 47,43 Cent/kg fiel dieser aber marginal aus. Zuschläge hätten nur die Regionen Niedersachsen/Bremen und Schleswig-Holstein/Hamburg verbuchen können, nämlich von 0,79 Cent beziehungsweise 0,1 Cent, außerdem das Bundesgebiet Ost mit 0,15 Cent/kg. Die Rohstoffanlieferung ging im Juni nach Angaben der Bundesanstalt auch im Ökobereich zurück, und zwar um rund 9 000 t oder 9 % auf 96 400 t. AgE

Milchpreise in den USA geraten unter Druck

Die Milchfarmer in den USA werden im laufenden Jahr wahrscheinlich einen neuen Produktionsrekord aufstellen, müssen sich allerdings auf sinkende Preise einstellen. Nach vorläufigen Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) belief sich die US-Milcherzeugung von Januar bis Juni 2018 auf 49,97 Mio t; das waren 567 000 t oder 1,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Laut aktueller USDA-Prognose soll die Rohstoffmenge auch bezogen auf das Gesamtjahr um 1,1 % wachsen, und zwar auf 98,79 Mio t, womit das Niveau von 2017 um gut 1 Mio t übertroffen würde. Grund des Anstiegs ist die höhere Milchleistung der Kühe, die im Schnitt um 1 % auf 10 510 kg zulegen soll. Der Milchkuhbestand dürfte dagegen mit etwas mehr als 9,4 Millionen Tieren im Jahresmittel nur um 0,1 % wachsen. Der heimische Verbrauch von Milchprodukten war den Washingtoner Analysten zufolge zu Jahresbeginn recht flott, ließ dann aber spürbar nach. In der Periode von März bis Mai lag die Inlandsverwendung auf Basis von Milchfett um 1,7 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, auf Basis von fettfreien Milchfeststoffen sogar um 2,5 %. Der schwächere Inlandsverbrauch hat zu einem spürbaren Anstieg der Lagerbestände, vor allem bei den Milchfettprodukten, geführt und die Preise für mehrere Milcherzeugnisse unter das Vorjahresniveau gedrückt. Allerdings habe dies die Wettbewerbsfähigkeit im Export verbessert, erläuterte das Ministerium. Die Ausfuhr von Milchprodukten hat laut USDA-Daten gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 auf Milchfettbasis um etwa 17 % und auf Basis von fettfreien Milchfeststoffen um 21 % zugelegt. Die Einführung eines Strafzolles von 25 % in China auf US-Milchprodukte Anfang Juli dürfte jedoch den dortigen Absatz schmälern. Das wird vor allem Molkenpulverprodukte betreffen, da zuletzt fast die Hälfte dieser US-Exporte in die Volksrepublik gingen; bei Käse lag der Anteil bei knapp 5 % und bei Magermilchpulver bei gut 4 %. Die Washingtoner Analysten rechnen für 2018 für alle wichtigen Standardmilchprodukte im Jahresmittel mit niedrigeren Preisen als 2017, wobei für Molkenpulver mit 35 % der stärkste Abschlag erwartet wird. Für den Milcherzeugerpreis 2018 prognostiziert das USDA eine Spanne zwischen 15,95 US-Cent/lb (30,0 Cent/kg) und 16,25 US-Cent/lb (30,6 Cent/kg); das wären im Spannenmittel 8,8 % weniger als 2017. AgE
Umrechnungskurs 1 $ = 0,8545 Euro

Handelskonflikt bietet Chancen

Durch den Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China könnten sich Chancen für die französischen Erzeuger eröffnen. Darauf hat die Agrarbehörde FranceAgriMer kürzlich hingewiesen. Insbesondere bei Milch und Milchprodukten bestehe eine „bedeutende Gelegenheit“, die Absätze im Ausland auszuweiten, so die Behörde. Ihren Angaben zufolge exportierte dieser Sektor 2017 Waren im Wert von 406 Mio $ (346,5 Mio Euro); davon entfielen allein 404 Mio $ (345 Mio Euro) auf getrocknete Erzeugnisse für Säuglingsnahrung. FranceAgriMer sieht insbesondere für Molkeprodukte die Möglichkeit, in die Bresche zu springen und die Absätze in China zu steigern. 2017 habe das Land entsprechende Waren im Wert von 670 Mio $ (572 Mio Euro) eingeführt; das seien 47,3 % mehr als im Vorjahr gewesen. Dabei habe das „Reich der Mitte“ seinen Bedarf vorwiegend aus den Vereinigten Staaten gedeckt, von wo 42,1 % der Einfuhren stammten. Allerdings lieferten die US-Erzeuger laut FranceAgriMer hauptsächlich wenig verarbeitete Molke, beispielsweise für die Tierernährung. Auch beim Käse sehen die Experten der Agrarbehörde Chancen für neue Absatzmöglichkeiten, wenn auch in geringerem Ausmaß. Die chinesischen Importe in dieser Produktgruppe beliefen sich 2017 auf 500 Mio $ (427 Mio Euro) und seien gegenüber dem Vorjahr um 18,7 % angestiegen. Die wichtigsten Handelspartner Pekings seien hier bislang Neuseeland, Australien und die USA; mit einem Anteil von 4,5 % belege Frankreich den vierten Platz. Weniger aussichtsreich beurteilte FranceAgriMer die Chancen der Schweineerzeuger, den Handelskonflikt für sich zu nutzen. In diesem Segment hätten die Vereinigten Staaten in China bereits stark Marktanteile verloren; zudem seien die chinesischen Preise für Schweinefleisch gesunken und die französischen um gut ein Fünftel über denen der Konkurrenz angesiedelt. Ebenfalls wenig optimistisch beurteilte die Agrarbehörde die Perspektiven für Absatzsteigerungen bei Wein und Spirituosen. Chinas Einfuhren aus den USA seien in diesem Segment nicht bedeutend, und Weine seien bislang von dem Handelskonflikt nicht betroffen. Das gelte zwar nicht für amerikanischen Whisky; dieser allerdings konkurriere eher mit seinem schottischen Vorbild als mit französischem Cognac. AgE
Umrechnungskurs 1 $ = 0,8535 Euro

Britisches „White Paper“ propagiert freien Agrarhandel mit der EU

Die britische Premierministerin Theresa May strebt für die Zeit nach dem EU-Austritt beim Austausch von Agrarerzeugnissen und anderen Produkten eine Freihandelszone mit der Gemeinschaft an. Wie aus dem am vergangenen Donnerstag (12.7.) vorgelegten „White Paper“ der Londoner Regierung hervorgeht, soll im Rahmen einer „wirtschaftlichen Partnerschaft“ mit der EU das bisherige Regelwerk weitgehend beibehalten und für die Zukunft eine kontinuierliche Harmonisierung vereinbart werden, um einen reibungslosen Warenaustausch ohne zusätzliche Kontrollen zu gewährleisten. Dies betreffe auch die individuellen Regelungen in Schottland, Wales und Nordirland. Bei Agrarprodukten und Lebensmitteln würde es dabei dem Papier zufolge vor allem um Standards zum Schutz der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen gehen. Dazu gehören zum Beispiel Hygienevorschriften und phytosanitäre Regelungen. Die Einrichtung von zusätzlichen Kontrollstellen - auch an der Grenze zwischen Nordirland und Irland - würde sich damit erübrigen. Unterdessen soll die Einhaltung weitergehender Richtlinien wie die Definition von Produktstandards und die entsprechende Kennzeichnung der Waren im Rahmen einer gegenseitigen Anerkennung von Normen gewährleistet werden. Als Beispiel werden die Vereinbarungen über die Vorschriften für den ökologischen Landbau zwischen der EU und Ländern wie Kanada, den USA und Neuseeland genannt.

GAP durch eigenes Fördersystem ersetzen

Derweil will sich die Premierministerin von den EU-Vorgaben für die Vermarktung von Lebensmitteln mit geschützten geografischen Angaben (g.g.A.) in Großbritannien lösen und eigene Regeln hierzu entwickeln. Diese sollen im Einklang mit dem Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS) im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) stehen und sogar darüber hinausgehen. Davon betroffen wären zum Beispiel schottischer Whisky, schottischer Zuchtlachs sowie walisisches Rind- und Lammfleisch. Außerdem sieht das „White Paper“ für den Handel mit der EU die schrittweise Einführung eines neuen, vereinfachten Zollsystems vor. Gleichzeitig will Großbritannien Zolltarife auf Waren aus dem „Rest der Welt“ und entsprechende Quoten selbst festlegen. Beim geplanten Ersatz der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) durch eigene Subventionsmaßnahmen sollen die WTO-Regeln maßgeblich sein. Ziel sei es, die Produktivität im eigenen Land zu fördern und für bessere Ergebnisse von Umweltschutzmaßnahmen zu sorgen. AgE

JEFTA wird Deutschlands Export von Milchprodukten beflügeln

In Deutschland wird die Agrarwirtschaft durch das Freihandelsabkommen der EU mit Japan (JEFTA) vor allem die Exporte von Milchprodukten steigern können. Wie das Thünen-Institut (TI) am Dienstag vergangener Woche (10.7.) in Brüssel unter Berufung auf eigene Prognosen berichtete, ist mit einer Steigerung der inländischen Milchproduktion um 0,5 % zu rechnen. In welchem Maße JEFTA aber tatsächlich auf die deutsche Milchproduktion wirken werde, hänge davon ab, inwieweit die heimischen Molkereiunternehmen die japanische EU-Importquote von 73 840 t nutzen könnten, so das TI. Stärker als die Milchwirtschaft dürfte der europäische Schweine- und Geflügelfleischsektor auf den japanischen Agrarmärkten Fuß fassen. Für diese Sektoren werde sich der EU-Handelsüberschuss insgesamt um 5 Mrd Euro erhöhen, so die Thünen-Wissenschaftler. Für die Produktion an Schweine- und Geflügelfleisch werde ein Anstieg von rund 3 % prognostiziert. Demgegenüber werde Japan hier einen Rückgang von fast 14 % verzeichnen. Das TI weist daraufhin, dass in dem von ihm verwendeten Prognosemodell Schweine- und Geflügelfleisch nur aggregiert abgebildet worden seien. Da aber Geflügelfleisch im Handel mit Japan in den vergangenen Jahren eine nur untergeordnete Rolle gespielt habe, sei davon auszugehen, dass ein Großteil des vorausgesagten Wachstums auf die Schweinebranche entfallen werde.

Abkommen vor der Unterzeichnung

Von den höheren Schweinefleischimporten Japans aus der EU wird Deutschland nach Einschätzung des Thünen-Instituts nur unterdurchschnittlich profitieren. Das liege daran, dass in der Vergangenheit vor allem Dänemark und Spanien den japanischen Schweinefleisch-Importmarkt bereits für sich erschlossen hätten. Daher sei davon auszugehen, dass die bestehenden Lieferbeziehungen weiter ausgebaut würden. Laut dem Braunschweiger Institut exportierten die EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2016 Agrarrohstoffe und Lebensmittel im Gesamtwert von etwa 6 Mrd Euro nach Japan; dem standen nur relativ geringe Einfuhren für rund 0,3 Mrd Euro gegenüber. Durch JEFTA könnten sich die europäischen Agrarexporte nach Japan auf 11 Mrd Euro bis 14 Mrd Euro erhöhen. Die Importe von Agrarprodukten aus Japan werden den Marktanalysen zufolge auf rund 2 Mrd Euro steigen. Das Freihandelsabkommen sollte eigentlich in der vergangenen Woche von Vertretern der EU sowie Japans unterzeichnet werden. Aufgrund der schweren Unwetter in Japan wurde der Termin aber auf Dienstag dieser Woche (17.7.) verschoben. Dazu werden EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk nach Tokio reisen. AgE

Alle Milchbetriebe in Neuseeland werden auf Mycoplasmen getestet

In Neuseeland werden zum zweiten Mal alle Milchviehherden im Land auf den bakteriellen Erreger Mycoplasma bovis überprüft. Wie das Landwirtschaftsministerium am vergangenen Donnerstag (12.7.) mitteilte, werden dafür ab Ende Juli Milchproben von jedem neuseeländischen Milchviehbetrieb nach Beginn der Kalbung genommen, weil die Kühe in den ersten Wochen der Laktation das schwer nachzuweisende Bakterium am wahrscheinlichsten ausscheiden. Experten hatten eine zweite Testphase empfohlen, da die jetzt erstkalbenden Milchkühe bei der ersten Prüfrunde außen vor geblieben waren, diese aber ein vergleichsweise hohes Infektionsrisiko in sich tragen. Bis zu sechs Proben sollen über einen Zeitraum von zwölf Wochen von jeder Farm im Rahmen der Milchabholung gewonnen und untersucht werden, und zwar auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen Mycoplasma bovis als auch auf die DNA des Bakteriums. Bei positivem Befund wird der Milchviehhalter sofort informiert und der Betrieb gesperrt sowie bei Bestätigung durch weitere Tests die Tiere gekeult. Das Screening ist Teil des weltweit ersten Versuchs in Neuseeland, die Krankheit komplett auszumerzen. Dabei wird mit Kosten von 886 Mio NZ$ (515 Mio Euro) und der Keulung von etwa 150 000 Tieren gerechnet. Seit die Mycoplasmen im Juli 2017 das erste Mal entdeckt wurden, sind bereits 28 280 Tiere auf 30 Höfen im Rahmen der Seuchenbekämpfung getötet worden. Bei 40 weiteren Betrieben steht die Keulung noch aus; rund 200 Rinderhaltungen stehen unter Quarantäne beziehungsweise Beobachtung und werden intensiveren Tests unterzogen. Mycoplasma bovis ist laut Ministerium sehr schwierig nachzuweisen, da Tiere die Bakterien tragen können ohne zu erkranken oder Anzeichen dafür im Blut oder in der Milch zu zeigen. Ein negatives Ergebnis bei der Probe bedeute deshalb keine Garantie, dass die Farm frei von Infektionen sei. Bei Forstsetzung des Ausrottungsprogramms würden deshalb weitere landesweite Prüfrunden der Milch wahrscheinlich sein. Mykoplasmen können bei Kühen zu behandlungsresistenten Mastitiden, Fruchtbarkeitsstörungen und Aborten führen oder generell bei Rindern Lungenerkrankungen und Gelenksentzündungen auslösen. AgE

Umrechnungskurs 1 NZ$ = 0,5815 Euro

Preisdämpfer am globalen Milchmarkt

An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) sind die Preise für die meisten Milcherzeugnisse bei der Auktion am Dienstag vergangener Woche (3.7.) deutlich gesunken. Der zusammenfassende Index aller gehandelten Produkte gab gegenüber der Versteigerung von Mitte Juni um 5,0 % nach; in den beiden vorherigen Auktionen hatte sich die Preismesszahl aus Sicht der Anbieter bereits jeweils um gut 1 % verschlechtert. Damit ist der bisherige Jahresgewinn des GDT-Preisindex fast aufgezehrt. Er startete Anfang 2018 mit 955 Punkten, erreichte Mitte Mai mit 1 065 den bisherigen Jahreshöchstwert und ist nun wieder auf 986 Punkte gefallen. Mitverantwortlich für das Minus bei der jüngsten Handelsrunde waren die Wertkorrekturen für Milchpulver. So brach der Preis für das ausschließlich von Fonterra angebotene Vollmilchpulver im Vergleich zur vorherigen Versteigerung um 7,3 % ein; das Pulver erlöste im Schnitt aller Qualitäten und Liefertermine nur noch 2 905 $/t (2 496 Euro). Lediglich für Lieferungen im August waren die Käufer bereit, einen Aufschlag zu bezahlen, der mit 0,9 % aber begrenzt ausfiel; bei den späteren Terminen wurden dagegen Abschläge zwischen 6,6 % und 11,7 % verzeichnet. Der Preis für Vollmilchpulver rutschte damit wieder auf das Niveau des Jahresanfangs. Stark unter Druck gerieten bei der GDT-Auktion auch die Preise für Magermilchpulver, die gegenüber der Handelsrunde vor zwei Wochen im Mittel um 4,6 % auf 1 913 $/t (1 644 Euro) sanken. Bei diesem Produkt lagen die Verkaufserlöse zwar noch um 9,2 % über dem Wert zu Jahresbeginn, doch wurde das vergleichbare Vorjahresniveau um 8,5 % unterschritten. Auch für Butter konnte das Preisniveau im Vergleich zu Mitte Juni nicht gehalten werden; bei der aktuellen GDT-Auktion kam es hier zu einem Minus von 4,0 % auf 5 390 $/t (4 631 Euro). Zudem setzte sich bei Cheddarkäse die Abwärtstendenz fort: Abschläge von durchschnittlich 4,3 % ließen den Verkaufspreis für dieses Milchprodukt auf 3 713 $/t (3 190 Euro) sinken. Mehr Geld erlösten die Anbieter an der GDT im Vergleich zur Auktion von Mitte Juni hingegen für Labkasein, das im Mittel aller Kontrakte einen Aufschlag von 3,6 % auf 5 089 $/t (4 372 Euro) verbuchte. Buttermilchpulver konnte sogar mit einer Preissteigerung von 6,4 % auf 2 480 $/t (2 131 Euro) aufwarten; teurer war das Pulver zuletzt im Januar 2017 gehandelt worden. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8592 Euro

EDA-Richtlinien für den Bezeichnungsschutz von Milchprodukten

Um den Bezeichnungsschutz von Milch und Milchprodukten in den Mitgliedstaaten voranzubringen und zu vereinfachen, hat der Europäische Milchindustrieverband (EDA) entsprechende Richtlinien vorgelegt. Ziel sei es, Klarheit bei der Verwendung und dem Missbrauch von Definitionen, Warenbezeichnungen und Artikelbeschreibungen zu schaffen und die Umsetzung von europäischem Recht auf der nationalen Ebene zu vereinfachen, teilte die EDA mit. Die Richtlinien basieren nach Angaben des Verbandes auf den geltenden Vorgaben der EU sowie Urteilen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), der die gesetzlichen Regelungen mehrfach bestätigt habe. Zum Schutz der Bezeichnungen und angesichts der Bedeutung der europäischen Milchindustrie müssten die Mitgliedstaaten die Vorgaben aus Brüssel durchsetzen, forderte der EDA. Die Richtlinien sehen unter anderem vor, den Gebrauch von Begriffen und Bezeichnungen, die üblicherweise Milch oder ein Milchprodukt beschreiben, ausschließlich bei eben diesen Produkten zu erlauben. Das soll auch gelten, wenn durch eine Ergänzung auf den pflanzlichen Ursprung hingewiesen wird oder das fragliche Produkt als Alternative dargestellt wird. Ferner sollten Begriffe wie Milch nur Teil einer Produktbezeichnung sein dürfen, wenn diese auch ein relevanter Inhaltsstoff sei. Auch die Verwendung von auf Milch oder Milchprodukten basierenden, leicht abgewandelten Begriffen soll nach dem Willen der EDA unterbunden werden, da beim Verbraucher auf die Assoziation mit dem Original abgezielt werde. Des Weiteren sollten die Mitgliedstaaten die Einhaltung der Richtlinien nicht nur auf den Verpackungen durchsetzen, sondern auch in der Werbung. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Alternativen zu den Milch- und Molkereiprodukten im Regal nicht neben den Originalen platziert würden, denn das würde gegen die „fundamentalen Prinzipien der Regelungen zum Bezeichnungsschutz von Milch und Molkereiprodukten“ verstoßen. AgE

Zehn Molkereien bieten Festpreismodelle an

Zehn Molkereien bieten bislang ihren Milcherzeugern Festpreismodelle an. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Milchindustrie-Verbandes (MIV) unter seinen rund 80 Mitgliedern hervor, deren Ergebnisse kürzlich veröffentlicht wurden. Großen Zuspruch finden demzufolge Modelle der Preisabsicherung über Warenterminbörsen, bei denen die Molkerei Butter- und Magermilchkontrakte für die Zukunft an der Warenterminbörse zeichnet. MIV-Angaben zufolge haben sich an der Befragung 40 Molkereien mit rund drei Viertel der deutschen Anlieferungsmilch beteiligt. Danach haben fast alle Unternehmen das Thema „Anpassungen der Lieferbeziehungen“ mit ihren Erzeugern diskutiert und teilweise Änderungen vorgenommen. In einigen Fällen hätten sich die Milcherzeuger für das Festhalten am Ist-Zustand ausgesprochen. Überrascht zeigte sich der MIV von den Antworten zu den Vertragslaufzeiten. Bis zu zwölf Jahre wollten sich Landwirte fest an ihre Molkerei binden. Im Genossenschaftswesen liege die Kündigungszeit meist bei zwei Jahren, viele Molkereien hätten sich aber mit ihren Milcherzeugern auch auf kürzere Fristen geeinigt. Zustimmung bei den Erzeugern finde die Nennung des Milchpreises für den Folgemonat. Eine verbindliche Mengenplanung mit vereinbarten Höchstmengen lehnten die Landwirte den Molkereiangaben zufolge jedoch ab. Gleichwohl lieferten viele auf freiwilliger Basis zusätzliche Informationen, um die Molkereien bei ihrer Planung der Rohmilchverwendung zu unterstützen. Lediglich drei Molkereien richteten derzeit Systeme mit verbindlichen Milchmengen ein. Für MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser zeigt die Umfrage, dass der Dialog zwischen Milcherzeuger und Molkerei zu Vertragsinhalten „gelebte Praxis“ ist. Dies gelte unabhängig von der Rechtsform der Unternehmen. „Ein staatlicher Eingriff in die Vertragsbeziehungen ist nicht Aufgabe der Politik, die Wirtschaftsbeteiligten können das allein deutlich besser“, stellte Heuser klar. AgE

Klöckner kündigt weiterer Unterstützung beim Export an

Für einen freien und wertebasierten Handel hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ausgesprochen und mehr Unterstützung beim Export angekündigt. Die Agrar- und Ernährungsindustrie sei nicht nur drittgrößter Exporteur erstklassiger Produkte, sondern setze auch Maßstäbe beim Umwelt- oder Tierschutz, erklärte Klöckner am 14.6. beim 8. Außenwirtschaftstag der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Berlin. Grundsätzliche Exportkritik nannte die Ministerin „zynisch“, weil damit eine nationale Abschottung in Kauf genommen werde. Wer dagegen Handel betreibe, beschäftige sich miteinander. Klöckner sprach von einer „Friedenssicherung auf Alltagsebene“. Gleichzeitig hob sie die Bedeutung des Agrarhandels für die Land- und Ernährungswirtschaft und die hiesigen ländlichen Räume hervor. Die Ressortchefin kündigte weitere Unternehmensreisen zum Erkunden neuer Absatzmärkte an, die ihr Haus in diesem Jahr anbieten werde. Insgesamt seien für das laufende Jahr 25 Fahrten geplant. Klöckner verwies außerdem auf die Beteiligungen ihres Ressorts an internationalen Messen, Marktstudien, Informationsveranstaltungen sowie Schulungen und stellte eine personelle Aufstockung des mit dem Export befassten Personals in Aussicht, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen.

Absicherung gegen volatile Märkte

An die Bedeutung des Außenhandels für die deutschen Lebensmittelhersteller erinnerte der stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Dr. Christian von Boetticher. Nach seinen Angaben wird inzwischen jeder dritte Euro im Export verdient. Das Auslandsgeschäft biete den Unternehmen langfristige Absatz- und Wachstumsmöglichkeiten und vor allem eine Absicherung gegen volatile Marktentwicklungen und den wettbewerbsbedingten harten Preisdruck. Der Verbandsvize begrüßte die Ankündigung im Koalitionsvertrag, die Unterstützung insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft bei der Erschließung kaufkräftiger internationaler Märkte weiter auszubauen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik sei dringend nötig, so von Boetticher. Nur in enger Zusammenarbeit könnten die notwendigen Exportvoraussetzungen geschaffen und bürokratische Hürden überwunden werden. Der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß, sprach von „turbulenten Zeiten und enormen Umbrüchen“ in den internationalen partnerschaftlichen Beziehungen. Umso wichtiger sei es, im Gespräch zu sein und zu bleiben. Der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Hans-Joachim Fuchtel, machte in der Abschlussdiskussion auf eine notwendige Achtung der Menschenrechte entlang der Lieferkette aufmerksam. Deutschland setze sich nachdrücklich für die Umsetzung der Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) und insbesondere für das Recht auf Nahrung ein, betonte Fuchtel. AgE

Minsk rechnet mit stabilen Milchexporten nach Russland

Obwohl Moskau sein Embargo für die Einfuhr von bestimmten Milchprodukten aus Weißrussland zuletzt ausgeweitet hat, dürften sich die betreffenden Lieferungen 2018 in Milchäquivalenten gemessen nach dem bisherigen Verhandlungsstand auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. So bezifferte der Leiter der Abteilung für außenwirtschaftliche Beziehungen beim weißrussischen Agrarministerium, Alexej Bogdanow, Anfang Juni in Minsk die für den russischen Markt vorgesehene Ausfuhrmenge auf insgesamt etwa 3,5 Mio t Milch. Dies sei zumindest mit russischen Ministerialbeamten ausgehandelt worden. Diese bilaterale Übereinkunft müsse allerdings noch von den Ressortchefs unterzeichnet werden. Im Gegenzug dürfe Russland seine Milch- und Fleischlieferungen in das Nachbarland im Vergleich zu 2017 um 24 % beziehungsweise 5,5 % steigern. Allerdings hat Moskau sein Importembargo auf bestimmte Milchprodukte aus Weißrussland zuletzt ausgeweitet, um die angeblich illegale Einfuhr von weißrussischen Milchprodukten nach Russland über Kasachstan zu verhindern. So gilt nach einer Entscheidung des Föderalen Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) seit vergangenen Donnerstag (7.6.) auch ein Importstopp für Milch, Rahm, Molke und Milchpulver aus Weißrussland; davon betroffen ist aber allein Ware in Verpackungen mit einem Inhalt von mehr als 2,5 l. Zur Begründung berief sich Rosselkhoznadzor auf Handelsstatistiken, denen zufolge Weißrussland 2017 etwa 34 800 t Milchprodukte nach Kasachstan exportierte, während Kasachstan laut eigenen Angaben aber nur 22 800 t dieser Produkte aus Weißrussland importierte. Die Differenz von rund 12 000 t Milchprodukten sei mit hoher Wahrscheinlichkeit illegal nach Russland eingeführt worden, so die Behörde. Außerdem will Rosselkhoznadzor ab dem 1. Juli den Import von Milchprodukten aus drei kasachischen Unternehmen verbieten. Indes bezeichnete Weißrusslands Landwirtschaftsminister Leonid Zajats die russischen Strafmaßnahmen als reinen Protektionismus. Russland versuche auf diese Weise, weißrussische Unternehmen vom heimischen Markt zu vertreiben. AgE

Handelsabkommen CETA nimmt erste parlamentarische Hürde

Nachdem von der österreichischen Regierung Mitte Mai grünes Licht für eine Ratifizierung des von der Europäischen Union mit Kanada ausgehandelten Freihandelsabkommens (CETA) gegeben worden ist, hat dieses nun die erste Hürde im Wiener Parlament genommen. Am Dienstag vergangener Woche (5.6.) stimmten im Wirtschaftsausschuss des Nationalrats neben den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ auch die NEOS für eine Genehmigung des Vertrages. Weiterhin skeptisch sind hingegen die SPÖ und die Liste Pilz. Sie warfen den Koalitionspartnern vor, das Abkommen überstürzt zu ratifizieren und forderten erneut eine Volksabstimmung. Vor der Abstimmung hatte der Wirtschaftsausschuss ein mehr als dreistündiges Hearing abgehalten, bei dem die Meinungen der Experten genauso auseinandergingen wie jene der Abgeordneten. Während etwa der Chef des Instituts für Höhere Studien und wissenschaftliche Forschung (IHS), Martin Kocher, Bedenken gegen CETA zu zerstreuen versuchte und auf zu erwartende Vorteile für die Verbraucher hinwies, warnten Greenpeace und Attac Österreich vor negativen Auswirkungen des Abkommens auf Umwelt- und Sozialstandards. Vor allem die in CETA enthaltenen Sonderklagerechte für Investoren sind den beiden Nichtregierungsorganisationen ein Dorn im Auge. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck von der ÖVP warb für das Freihandelsabkommen; sie rechnet mit rund 15 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in Österreich. Weite Teile von CETA sind bereits am 21. September 2017 vorläufig in Kraft getreten. Das betrifft etwa den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Insgesamt werden beide Seiten nach vollständiger Umsetzung die Zölle für mehr als 99 % aller Zolltarifpositionen beseitigen. Bei sensiblen Agrarprodukten wurden allerdings Marktzugangsquoten für Kanada vereinbart. Da CETA als sogenanntes gemischtes Abkommen die Kompetenzen sowohl der Europäischen Union als auch der Mitgliedstaaten berührt, bedarf es für ein endgültiges Inkrafttreten auch der Genehmigung durch sämtliche EU-Länder. Insbesondere die im Abkommen enthaltenen Sonderklagerechte für Investoren werden erst nach Abschluss des Ratifizierungsprozesses in allen EU-Staaten wirksam. AgE

Raiffeisenverband warnt vor politischen Eingriffen in die Milchlieferbeziehungen

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) wehrt sich gegen mögliche staatliche Vorgaben für das Verhältnis von Molkereien und Milcherzeugern. „Lassen sie die Finger von der Vertragsfreiheit“, so Raiffeisenpräsident Franz-Josef Holzenkamp bei der DRV-Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag (7.6.) in Berlin an die Adresse der Politik. Die Molkereien seien auf einem guten Weg, konzeptionell mit den Herausforderungen des Marktes umzugehen. Nach Einschätzung von DRV-Generalsekretär Dr. Henning Ehlers droht bei einer Umsetzung des geänderten Artikels 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) „ein massiver Eingriff“ in die Lieferbeziehungen und eine Einschränkung der bestehenden Satzungsautonomie. „Über die Ausgestaltung der Lieferbeziehungen entscheiden die Mitglieder der Genossenschaften“, stellte Ehlers in der Mitgliederversammlung klar. Für ihn ist es ein „Irrglaube“ zu meinen, mit Modifikationen der Lieferbeziehungen den Gesamtmarkt beeinflussen zu können. Die Vorstellung, „auf einem globalen Milchmarkt mit einem festen Preis-Mengenverhältnis für Teile der einzelbetrieblichen Milchanlieferung Marktkrisen vorzubeugen“, ist aus Sicht des Generalsekretärs illusorisch. Vielmehr müsse es darum gehen, „mit geeigneten Änderungen an den geeigneten Stellschrauben den Umgang mit der Volatilität zu verbessern“.

Auch Ehlers wies mit Nachdruck Vorwürfe zurück, die Genossenschaften seien trotz veränderter Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren untätig geblieben. Als Beispiele nannte er gemeinsame Mengenplanungen, die Verkürzung von Kündigungsfristen, das Angebot von Festpreismodellen sowie die zunehmende Nutzung der Warenterminbörse zur Risikoabsicherung. Eine wichtige Voraussetzung dafür schaffe die Schulung von Milcherzeugern und Molkereivertretern zur Milchpreisabsicherung über Warenterminmärkte, die man fortführen werde. Schließlich verwies Ehlers auf das zusammen mit der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milcherzeugung (IGM) entwickelte „IGMilchbarometer“, das als Indikator den Erzeugern frühzeitige Marktsignale gebe. AgE

Klöckner setzt Branchendialog mit der Milchwirtschaft fort

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner setzt auf den weiteren Austausch mit der Molkereiwirtschaft. In seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der  Linksfraktion zur Regulierung des Milchmarkts kündigt das Agrarressort im Namen der Bundesregierung eine Fortführung des von Klöckners Amtsvorgänger Christian Schmidt initiierten Branchendialogs mit der Milchwirtschaft an.
Ein erstes Treffen soll Anfang Juli in Berlin stattfinden. Das  Bundeslandwirtschaftsministerium äußert in der Antwort erneut die Erwartung, dass die aus seiner Sicht unerlässliche Modernisierung der Lieferbeziehungen zwischen den Milcherzeugern und ihren Molkereien von der Milchbranche angepackt werden müsse. Zwar gebeArtikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) der Bundesregierung „einen gewissen gesetzlichen Spielraum“ zur Gestaltung der Lieferbeziehungen. Ein staatlicher Eingriff komme jedoch für die Regierung nur als „ultima ratio“ in Betracht. Zunächst bleibe abzuwarten, „ob und wie die Milchbranche ihre Lieferbeziehungen neu ausrichtet“. Zurückhaltend äußert sich das Ressort auch zur Frage einer Neuregelung der Andienungspflicht. Im Bereich der Genossenschaften ergebe sich die Andienungspflicht in der Regel aus den genossenschaftlichen Lieferordnungen. „Diese können von den Genossenschaftsmitgliedern geändert werden und unterliegen nicht der staatlichen Einflussnahme“, heißt es in der Antwort.
Gegen Rückkehr zu permanentem Quotensystem Die Bundesregierung begründet den Handlungsdruck für die Molkereiwirtschaft mit der Notwendigkeit, Phasen niedriger Milchpreise besser bewältigen zu können. Die Unternehmen seien gefordert, das Risikomanagement zugunsten der Milcherzeuger besser auszubauen, die Milcherzeugung stärker als bisher an einer Qualitätsführerschaft und der Aufnahmefähigkeit des Marktes auszurichten und die Preissignale des Marktes schneller an die Erzeuger wiederzugeben. Dies müsse auch in einer Preisdifferenzierung bei der Bezahlung der Milchanlieferungen seinen Niederschlag finden. Eine Absage erteilt die Regierung einmal mehr Maßnahmen für eine verpflichtende Mengenregulierung. Man lehne „zwingende Maßnahmen im Sinne von Bonus-Malus-Regelungen oder als verbindliche EU-weite entschädigungslose Mengenreduzierung für alle Milcherzeuger“ ab. Der Regierung zufolge müssten dazu vom Staat quotenähnliche Systeme mit entsprechenden Verwaltungs- und Kontrollregelungen sowie Sanktionsmöglichkeiten bei Nichteinhaltung der Vorgaben aufgebaut werden. Zudem wäre laut Bundesregierung die Frage zu beantworten, wann eine Krise auf dem Milchmarkt vorliegt, die die entsprechenden Maßnahmen auslöst und rechtfertigt. Daher sei mit einem derartigen Modell mit hoher Wahrscheinlichkeit die „Rückkehr zu einem permanenten Quotensystem“ verbunden. AgE

Steigende Milchpreise bei Fonterra

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra wird seinen Milchlieferanten in der bis zum 31. Mai laufenden Saison 2017/18 mehr Geld zahlen als zunächst angekündigt. Wie das Unternehmen am Mittwoch vergangener Woche (23.5.) mitteilte, sollen die Landwirte das Kilogramm Milchfeststoff mit 6,75 NZ$ (3,96 Euro) vergütet bekommen; das sind 0,20 NZ$ (0,12 Euro) mehr als zuletzt prognostiziert. Die im Juni startende Saison 2018/19 soll mit einem Basispreis von 7,00 NZ$ (4,11 Euro) je Kilogramm Feststoff beginnen. Wermutstropfen ist jedoch, dass die Molkereigenossenschaft die anvisierte Vergütung von Genossenschaftsanteilen für die Saison 2017/18 um 10 NZCent (5,9 Eurocent) gekürzt hat. Einschließlich dieser Dividende wird der Milchpreis zwischen 6,90 NZ$ (4,05 Euro) und 6,95 NZ$ (4,08 Euro) liegen und damit das Vorjahresniveau um gut 6 % übertreffen. Die Kürzung der Dividende begründete der Fonterra-Vorsitzende John Wilson zum einen mit einer geringeren Gewinnmarge durch die höheren Rohstoffkosten. Zum anderen verwies er auf die Strafzahlungen an Danone von 183 Mio NZ$ (107 Mio Euro) sowie die Wertberichtigung für die Beteiligung an Beingmate, einem kränkelnden chinesischen Hersteller von Milchprodukten. Diese belaufe sich auf mehr als 400 Mio NZ $ (235 Mio Euro). In den ersten neun Monaten des am 1. August begonnen Geschäftsjahres 2017/18 hat Fonterra den Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 7 % auf 14,8 Mrd NZ$ (8,69 Mrd Euro) gesteigert. Die Bruttomarge ist jedoch von 18 % auf 16 % zurückgegangen, und die Verkaufsmargen sind laut Wilson „nicht dort, wo sie sein müssten“. Wilson machte jedoch auch deutlich, dass die Anhebung der Milchpreise die insgesamt recht freundliche Situation von Angebot und Nachfrage am Weltmarkt widerspiegele. Die globalen Preise für Milcherzeugnisse seien in dieser Saison gestiegen, insbesondere die Notierung für Vollmilchpulver durch die anhaltende Nachfrage in China und Asien. Zwar habe Fonterra aufgrund der rückläufigen Milchmengen weniger verkaufen können, doch für die kommende Saison 2018/19 sei wieder mit einem Anstieg des Rohstoffeingangs um 1,5 % auf 1,525 Mio kg Milchfeststoff zu rechnen. AgE

Umrechnungskurse: 1 NZ$ = 0,5872 Euro

Nørgaard neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Arla Foods

Der Aufsichtsrat der europäischen Molkereigenossenschaft Arla Foods hat mit Wirkung zum 2. Juli 2018 Jan Toft Nørgaard zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden ernannt. Der 58-jährige Däne folgt auf den bisherigen Amtsinhaber Åke Hantoft, der Anfang Juli nach sieben Jahren in dieser Funktion auf eigenen Wunsch aus dem Gremium ausscheidet. Laut Konzernangaben ist Nørgaard seit 1982 Milchviehhalter und seit 1996 gewählter Vertreter in der Genossenschaft Arla Foods. Der Landwirt lebt mit seiner Familie im dänischen Skærbæk und bewirtschaftet dort einen Hof mit 485 Milchkühen. Im Jahr 2000 wurde Nørgaard Mitglied im Aufsichtsrat von Arla Foods und 2011 dessen stellvertretender Vorsitzender. Da die Stelle nun vakant ist, wird der Aufsichtsrat von Arla Foods in den kommenden Wochen einen neuen Stellvertreter ernennen, um ein reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Nach den Worten von Arla-Aufsichtsratsmitglied Manfred Graff bringt Nørgaard „viel Erfahrung als Aufsichtsratsmitglied und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender“ mit. Graff zeigte sich überzeugt, dass der neue Amtsinhaber die Interessen der Landwirte als Eigentümer bestens vertreten sowie die positive Entwicklung des Geschäfts von Arla erfolgreich mitgestalten werde. Nørgaard sicherte nach seiner Ernennung eine enge Zusammenarbeit mit den Aufsichtsratsmitgliedern sowie dem Management von Arla Foods zu. Er werde mit seiner Arbeit den im Rahmen der Arla-Unternehmensstrategie Good Growth 2020 eingeschlagenen Kurs fortführen, die nicht zuletzt darauf abziele, Arlas starke globale Marken auszubauen. AgE

Festere Preise am Weltmilchmarkt

An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) haben sich die Preise für Milcherzeugnisse bei der Auktion am Dienstag vergangener Woche (15.5) überwiegend freundlich entwickelt. Mit Laktose und Labkasein wurden lediglich zwei der insgesamt sieben angebotenen Standardprodukte mit Abschlägen gehandelt. Der zusammenfassende Preisindex konnte jedoch gegenüber der vorherigen Versteigerung von Anfang Mai um 1,9 % zulegen und erreichte mit 1 065 Punkten sein bisheriges Jahreshoch. Die kürzlich noch von der GDT angekündigte Rückkehr von Süßmolkenpulver an die Handelsplattform fiel aber offenbar ins Wasser; zumindest wurde für dieses Produkt kein Auktionspreis veröffentlicht. Milchfettprodukte waren bei der jüngsten Versteigerung besonders gefragt, zumindest suggerieren das die Preiszuwächse. So erlöste eine Tonne wasserfreies Milchfett 6 354 $ (5 300 Euro); das waren 5,8 % mehr als bei der Auktion vor zwei Wochen. Für Butter waren die Käufer bereit, 2,4 % mehr Geld auszugeben; der Durchschnittpreis für alle Liefertermine markierte mit 5 787 $/t (4 828 Euro) einen neuen Jahreshöchstwert. Fester tendierte auch Cheddarkäse, dessen Verkaufswert im Mittel um 4,4 % auf 4 205 $/t (3 508 Euro) stieg. Mehr Geld in die Kassen der Anbieter an der GDT spülte auch Magermilchpulver. Die Hersteller Fonterra, Arla und Polish Dairy konnten im Vergleich zur Handelsrunde Anfang Mai hier über alle Qualitäten und Fälligkeiten hinweg einen Erlösanstieg von 3,0 % auf 2 047 $/t (1 708 Euro) verbuchen. Je näher dabei der Liefertermin lag, desto höher waren die Preise, da saisonal in der zweiten Jahreshälfte die Milchanlieferungen und damit das Angebot in Ozeanien wieder steigen. Vollmilchpulver verbuchte bei der jüngsten Auktion einen moderaten Preisaufschlag von 0,2 % auf 3 226 $/t (2 691 Euro). Im Unterschied zu Magermilchpulver wiesen hierbei die Auktionspreise für die Liefermonate bis Oktober kaum größere Differenzen auf. AgE

Umrechnungskurs 1 $ = 0,8342 Euro

Lebensmittelpreise ziehen spürbar an

Der Anstieg der Preise für Nahrungsmittel in Deutschland hat sich im April 2018 weiter beschleunigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, verteuerten sich Lebensmittel ohne alkoholische Getränke und Tabakwaren im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 3,4 %; im März war noch ein Zuwachs von 2,9 % und im Februar einer von 1,1 % verzeichnet worden. Die Teuerungsrate für Nahrungsmittel lag damit erneut über derjenigen für alle Waren und Dienstleistungen, die das Bundesamt für April mit 1,6 % angab. Den Statistikern zufolge wiesen bei den Lebensmitteln im Berichtsmonat wieder die Speisefette und -öle mit 15,4 % die höchste Teuerungsrate im Vorjahresvergleich auf. Maßgeblich dafür war insbesondere der gestiegene Butterpreis, der um 30,2 % über dem Niveau vom April 2017 lag. Deutlich mehr Geld mussten die Konsumenten aber auch für andere Molkereiprodukte ausgeben; im Schnitt dieser Warengruppe einschließlich Eier waren es 8,9 %. Dabei verteuerte sich Sahne um 36,8 %; bei Frischmilch waren es 13,5 %. Die jüngste Preissenkung für Frischmilcherzeugnisse im Lebensmitteleinzelhandel von Anfang Mai ist in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt. Für Obst wurden laut Destatis von den Händlern im Vorjahresvergleich Aufschläge von durchschnittlich 8,6 % verlangt, wobei sich Äpfel um 31,5 % und Weintrauben um 13,1 % verteuerten. Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucher im Vergleich zum April 2017 auch für Fisch und Fischwaren, die im Mittel 2,5 % mehr kosteten. Eine ähnliche Preissteigerung, und zwar von 2,4 %, war bei Fleisch- und Fleischwaren zu verzeichnen. Moderater fiel die Teuerungsrate mit jeweils 1,6 % bei Brot und Getreideerzeugnissen sowie bei Zucker, Marmelade und anderen Süßwaren aus. Günstiger als im Vorjahresmonat konnten die Verbraucher nach Angaben der Wiesbadener Statistiker im Bereich der Lebensmittel nur Gemüse einkaufen, das sich im Schnitt um 4,5 % verbilligte. Dazu trugen unter anderem Preisnachlässe für Paprika um 24,1 %, für Tomaten um 15,0 % und für Kartoffeln um 11,4 % bei. AgE

Biomilchpreise bröckeln

Die Preise für Biomilch sind im März leicht zurückgegangen. Wie eine Erhebung des Verbandes Bioland bei bundesweit 38 Ökomolkereien zeigt, lag der durchschnittliche Nettoerzeugerpreis für ein Kilogramm Biomilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß inklusive Zu- und Abschlägen ab Hof im Berichtsmonat bei 48,7 Cent und damit um 0,2 Cent unter dem Niveau des Februars. Dabei blieben laut Bioland die Milcherzeugerpreise im Norden mit 47,5 Cent/kg stabil; sie gaben aber im Süden um 0,4 Cent auf 49,3 Cent/kg nach. Auch die Emmentaler Milch erlöste im März mit 53,1 Cent/kg weniger als im Vormonat, und zwar 0,8 Cent. Für die folgenden Monate rechnet Bioland, nicht zuletzt wegen der steigenden Milchmengen aus ökologischer Erzeugung, mit weiteren saisonalen Preisabschlägen. Anfang Mai hatte der Discounter Aldi seinen Verkaufspreis für Biomilch um 4 Cent/l gesenkt. Im Vergleich zum „normalen Milchmarkt“ fallen die Erzeugerpreisabschläge für Biomilch, die sich von Januar bis März 2018 insgesamt auf 0,3 Cent/kg beliefen, aber sehr moderat aus. Die konventionellen Milchproduzenten mussten im selben Zeitraum bereits einen Erlösrückgang für ihre Standardmilch von 2,9 Cent auf 32,6 Cent/kg verkraften. Der Preisabstand zwischen biologisch und normal erzeugter Milch ist damit weiter gewachsen und belief sich zuletzt auf 16,1 Cent/kg. Im Jahresdurchschnitt 2017 hatte dieser Preisunterschied der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) zufolge bei 12,94 Cent/kg gelegen, wobei für ökologisch erzeugte Kuhmilch 49,13 Cent/kg und für konventionelle 36,19 Cent/kg gezahlt worden waren. AgE

EU fördert regionale Biomilchproduktion mit fast 800 000 Euro

Die Europäische Union stellt mehr als 760 000 Euro im Rahmen des dreijährigen Förderprojektes „Jugendvereinigung für Biobusiness“ in der Stadt Baraniwka in der Oblast Schytomyr bereit. Wie die Kiewer Regierung auf ihrem Informationsportal www.decentralization.gov.ua erklärte, wird das im Ökosektor aktive ukrainische Agrarunternehmen Galeks-Agro unter anderem 190 000 Euro für den Bau eines Biobauernhofes beisteuern. Laut der stellvertretenden Bürgermeisterin von Baraniwka, Oksana Zagorska, basiert die Entwicklungsstrategie auf der Biomilchproduktion, auf Innovationen und auf der Einbeziehung junger aktiver Bürger. Neben dem Biobauernhof sollen eine Käserei, eine Schulwerkstatt, Gewächshäuser sowie ein Handels- und Ausbildungszentrum entstehen. „Für die Biokäserei wurde bereits die Kooperative ‚Milka’ registriert. Mitglieder sind private Haushalte mit Kühen“, so Zagoska. Ziel sei es, den Wert der erzeugten Milch zu steigern. Darüber hinaus sollen Jugendliche unter anderem im Unterglas-Bioanbau und in der Holzverarbeitung ausgebildet werden. Für Jungunternehmer seien Businesskurse vorgesehen. Der Stadtrat habe bereits die erste EU-Auszahlung von 600 000 UAH (18 509 Euro) erhalten. AgE

Umrechnungskurs: 1 UAH = 0,0308 Euro

Berechnungen weisen wieder auf Verluste der Milcherzeuger hin

Konventionell wirtschaftende Milchbauern machen nach Berechnungen des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) seit Jahresbeginn wieder größere Verluste. Wie die MEG Milch Board mitteilte, standen diesen Berechnungen zufolge im Januar 2018 einem durchschnittlichen Milchpreis von 36,75 Cent/kg Produktionskosten von 41,81 Cent/kg gegenüber. Damit habe die Kostendeckung nur noch bei 88 % gelegen. Steigende Milcherzeugungskosten waren laut der MEG zuletzt von fallenden Milchpreisen begleitet. So habe der Milcherzeugerpreis seit Oktober 2017 um 3,6 Cent nachgegeben, während sich die Produktionskosten um 0,51 Cent erhöht hätten. Innerhalb eines Quartals habe sich damit die Unterdeckung der Milcherzeugungskosten von 2 % auf 12 % vergrößert. Der Vorstandsvorsitzende der MEG Milch Board, Peter Guhl, äußerte die Befürchtung, dass die Milchmengen zunächst weiter zunehmen und die Talsohle bei den Preisen mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht erreicht ist. Zudem belaste immer noch ein riesiger Magermilchpulverberg in der EU den Markt. Notwendig seien Reformen des Milchmarktes, die aber die Molkereiwirtschaft nicht wolle, so Guhl. Dabei lägen gute Vorschläge auf dem Tisch, wie beispielsweise das Marktkrisen-Management-Konzept des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). Laut Angaben der Vizepräsidentin des European Milk Board (EMB), Sieta van Keimpema, ist die Lage auf dem Milchmarkt in der ganzen EU problematisch. In den Niederlanden hätten die Milchpreise pro Kilogramm im März bei durchschnittlich 35,50 Cent, in Frankreich bei 34,22 Cent und in Belgien bei nur 31,97 Cent gelegen, die Produktionskosten jedoch jeweils über der Marke von 40 Cent. Van Keimpema kritisierte, dass die EU-Politiker die Schieflage akzeptierten und keine Anstalten machten, die Situation langfristig zu stabilisieren. „Das entspricht in keinster Weise dem Auftrag, den der Vertrag von Lissabon an die Politik gibt. Hier heißt es in Artikel 39, dass der landwirtschaftlichen Bevölkerung eine angemessene Lebenshaltung gewährleistet werden soll“, betonte die EMB-Vizepräsidentin. Sie forderte, dem Preisverfall durch Übermengen mit dem Marktverantwortungsprogramm (MVP) zu begegnen. AgE

Kaniber fordert rasche Modernisierung der Milchlieferbeziehungen

Aus Sicht von Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber muss sich die Milchbranche im Freistaat noch besser auf Marktschwankungen vorbereiten. „Bayern ist Milchland und muss es auch künftig bleiben“, betonte die Ministerin bei einem Treffen mit Vertretern von Molkereien und Milcherzeugern am 13.4. in München. Deshalb seien die Marktpartner gefordert, ihre Lieferbeziehungen rasch zu modernisieren. Kaniber appellierte an die Branche, sich gemeinsam auf Verträge zu verständigen, in denen Laufzeit, Menge und Kaufpreis festgeschrieben sind. Bislang garantiere die Molkerei in der Regel die Abnahme der Milch; die Preise würden aber erst im Nachhinein festgesetzt. Dies führe gerade im Krisenfall dazu, dass Marktsignale zu spät wahrgenommen und dann Milchmengen erzeugt würden, die nicht zu vernünftigen Preisen zu verwerten seien. „Nur über konkrete Mengenvereinbarungen können wir das Problem eines zu hohen Milchangebots in den Griff bekommen“, erklärte Kaniber. Mit Blick auf die Steigerung der Milchmengen in fast allen EU-Ländern mahnte die Ministerin zur Eile: „Wir brauchen jetzt sehr schnell solche freiwilligen Vereinbarungen, um Marktverwerfungen wirksam vorzubeugen.“ Wenn die Branche nicht rasch selbst aktiv werde, seien gesetzliche Vorgaben nach den neuen Möglichkeiten des EU-Rechts zu prüfen. Bayern jedenfalls werde bereits bei der nächsten Agrarministerkonferenz (AMK) in Münster einen entsprechenden Beschlussvorschlag einbringen. Neben Erzeugern und Molkereien sieht Kaniber auch den Lebensmitteleinzelhandel gefordert. „Unsere Bauern sind auf faire Vertragsabschlüsse angewiesen, die ihnen auskömmliche Preise und Raum für Zukunftsinvestitionen ermöglichen“, unterstrich die Ministerin. Schließlich liege es auch im Interesse des Handels, die bäuerliche Milchviehhaltung, wie sie gerade in Bayern typisch sei, in ihrer ganzen Vielfalt zu erhalten. Ausgesprochen positiv sieht die Ressortchefin in diesem Zusammenhang den aktuellen Vorschlag der EU-Kommission, die Marktmacht des Lebensmittelhandels zu beschränken. Die Erzeuger seien immer das schwächste Glied in der Wertschöpfungskette; es werde höchste Zeit, das zu ändern. AgE

Ernährungsbranche muss um Nachwuchs buhlen

Bei der Suche nach Arbeitskräften kommen dem Arbeitsklima und einem vertrauensvollen Miteinander neben einer angemessenen Entlohnung eine immer größere Bedeutung bei. Darin waren sich mehr als 200 Fachleute einig, die sich zum Norddeutschen Ernährungsgipfel in Warnemünde trafen. Organisator des Gipfels war der Verein Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern (AMV). Auch die Sozialleistungen derUnternehmen spielen den Experten zufolge eine wachsende Rolle; dazu gehörten beispielsweise ein betriebliches Gesundheitsmanagement, günstige Einkaufsmöglichkeiten im Fabrikverkauf, die Übernahme von Tickets für öffentliche Verkehrsmittel und die Gewährung von Tankgutscheinen sowie die finanzielle Unterstützung des Mittagstisches und der Kinderbetreuung in  Einrichtungen oder sogar eigene Kindereinrichtungen und Wohnunterkünfte unter der Woche. Als Gründe für Probleme bei der Besetzung offener Stellen wurden laut AMV neben dem Fehlen von Mobilität und der notwendigen Qualifikation sowie der geringen Attraktivität bestimmter Berufsbilder oder auch des Arbeitgebers unattraktive Arbeitsbedingungen und der demografische Wandel genannt. Möglichkeiten zur Entlastung werden von Arbeitsmarktexperten in der Reduzierung der Ausbildungsabbrüche, einer Erhöhung der Beschäftigung von Frauen sowie von Menschen über 55, der Erhöhung des Arbeitszeitvolumens bei Teilzeitbeschäftigten sowie im Vorantreiben von Aus- und Weiterbildung gesehen. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe betonte, wichtig sei es, „die Herausforderungen aktiv anzugehen, um im Wettbewerb mit anderen weiter vorn mithalten zu können“. Er machte darauf aufmerksam, dass Unternehmen für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze und für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten einen externen Dienstleister beauftragen könnten. Das werde vom Land mit 50 % der förderfähigen Kosten unterstützt. Die Höchstförderung könne bis zu 100 000 Euro pro Förderfall betragen, erklärte Glawe. Auch gebe es die Möglichkeit, Bildungsschecks zu beantragen. Zudem würden kleine undmittlere Betriebe bei der Einstellung vonHochschulabsolventen mit technischem Hochschulabschluss unterstützt.

Südtiroler Milchwirtschaft sieht in Italien noch Absatzpotential

Die Südtiroler Milchwirtschaft will ihre Aktivitäten auf dem gesamtitalienischen Markt ausbauen und vor allem mit Joghurts und Heumilch punkten. Wie die Regierung der autonomen Provinz in Norditalien nach einem Treffen mit den Obmännern der Milchhöfe Südtirols und Vertretern des Sennereiverbandes am 27.3. mitteilte, müssen dafür aber allerdings auch die Mengen produziert werden, die der Markt verlangt. Anderenfalls suchten sich die Handelsketten Lieferanten aus dem Ausland. Die Provinzregierung verwies auf die neu aufgelegten Förderkriterien mit Mindest- und Höchst-Großvieheinheiten-Besätze „quer durch alle Förderbereiche“. Diese seien eingeführt worden, um die flächengebundene Landwirtschaft zu stärken und gleichzeitig übermäßige Futtermitteltransporte sowie einen zu hohen Anfall an Wirtschaftsdünger zu vermeiden. Rund 70 % der milchviehhaltenden Betriebe in Südtirol sind den Angaben zufolge Nebenerwerbsbetriebe. Gemeinsam mit den Vollerwerbsbetrieben bildeten sie das Rückgrat der Milcherzeugung Südtirols und trügen gleichzeitig zum Erhalt des Landschaftsbildes und damit zum Erfolg des Tourismus bei, betonte Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler. Ohne die kleinen Bergbauernbetriebe wäre beides nicht möglich. Schuler warb für eine weitere Produktdifferenzierung und eine konsequente Qualitätsstrategie. Insbesondere Heumilch sollte als typisches Südtiroler Erzeugnis im italienischen Markt etabliert werden. Der Südtiroler Anteil am italienischen Joghurtmarkt konnte laut Regierungsmeldung zuletzt deutlich gesteigert werden und macht mittlerweile etwa die Hälfte des italienischen Joghurtmarktes aus. Die Vertreter der Milchwirtschaft stellten fest, dass die Branche mit der jüngsten Entwicklung insgesamt zufrieden sei. Die Investitionen im Zeitraum von 2014 bis 2020 sollten sich auf mehr als 100 Mio Euro belaufen, wobei etwa ein Drittel mit Mitteln der Ländlichen Entwicklung gefördert werde. Größere Investitionen seien vor allem im Hinblick auf das Tierwohl geplant. AgE

Fonterra macht Verluste und trennt sich vom Geschäftsführer

Der neuseeländische Milchgigant Fonterra hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 zwar den Umsatz gesteigert, gleichzeitig aber einen großen Verlust eingefahren. Wie das Unternehmen mitteilte, legten die Erlöse im Zeitraum vom 1. August 2017 bis zum 31. Januar 2018 gegenüber der Vorjahresperiode um 6,5 % auf 9,84 Mrd NZ$ (5,77 Mrd Euro) zu. Das Umsatzplus resultiert allein aus höheren Verkaufspreisen, während die Absatzmenge um 6,0 % auf 2,00 Mio t rückläufig war. Beim Gewinn nach Steuern muss der Molkereikonzern jedoch einen Verlust von 348 Mio NZ$ (204 Mio Euro) verkraften; im Vorjahreshalbjahr war noch ein Profit von 418 Mio NZ$ (245 Mio Euro) erwirtschaftet worden. Das Minus in den Geschäftszahlen ist laut Fonterra vor allem eine Folge einmaliger Sonderbelastungen. So musste wegen einer Rückrufaktion des Molkenproteinkonzentrats (WPC80) im August 2013 jetzt eine Schadensersatzleistung von 183 NZ$ (107 Mio Euro) an Danone gezahlt werden. Noch schwerer wog die Wertberichtigung der Beteiligung an dem kränkelnden chinesischen Hersteller von Milchprodukten Beingmate Baby & Child Food, die mit insgesamt mehr als 400 Mio NZ $ (234 Mio Euro) zu Buche schlug. Vor dem Hintergrund dieser schwachen Zahlen kündigte Fonterra an, dass Hauptgeschäftsführer Theo Spierings bis Jahresende das Unternehmen verlassen werde. Überdies wurde Spierings von Erzeugerseite vorgeworfen, „keinen Draht“ zu den Milchfarmern zu finden. Allerdings gab es für die genossenschaftlichen Milchlieferanten von Fonterra auch eine gute Nachricht, denn das Unternehmen erhöhte seine Prognose für den Auszahlungspreis. Dieser soll in der Saison 2017/18 bei 6,55 NZ$ (3,84 Euro) pro Kilogramm Milchfeststoff liegen und damit das Vorjahresniveau um 7 % übertreffen. Die Genossenschaftsmitglieder müssen jedoch Abstriche bei der Dividende machen. Einschließlich dieser Vergütung dürfte der Milchpreis je Feststoffeinheit zwischen 6,80 NZ$ (3,98 Euro) und 6,90 NZ$ (4,04 Euro) liegen und damit das dritthöchste Niveau der vergangenen zehn Jahre erreichen. Aufgrund der ungünstigeren Witterungsbedingungen rechnet Fonterra für 2017/18 damit, nur noch 1,48 Mio t Milchfeststoff zu verarbeiten; das wären 3 % weniger als im Vorjahr. AgE

Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,586 Euro

Kerrygold bei Stiftung Warentest

Im veröffentlichten Butter-Test der Stiftung Warentest sind zwei Butter-Produkte von Kerrygold getestet worden. Dabei bekam die bekannte klassische Kerrygold Butter in der goldenen Verpackung von der Stiftung Warentest eine sehr gute mikrobiologische Beurteilung und das Gesamturteil GUT. Die Original Irische Süßrahmbutter von Kerrygold mit der gelben Folien-Verpackung ist aufgrund einer zu hohen Keimzahl abgewertet worden. Diese Untersuchung fand im November 2017 statt.

Stellungnahme Ornua Deutschland GmbH:

"Nach Bekanntwerden der kritischen Beurteilung haben wir sofort nochmals die Dokumentation über die Produktion des entsprechenden Tages geprüft. Alle unsere Produkte werden in regelmäßigen Abständen hinsichtlich unterschiedlichster Qualitätskriterien kontrolliert und die Ergebnisse protokolliert. Daher können wir bestätigen, dass die Süßrahmbutter mit dem untersuchten Mindesthaltbarkeitsdatum unser Haus in einem einwandfreien Zustand verlassen hat. Auch alle anderen Produkte, die an diesem Tag hergestellt worden sind, waren zu 100 % in Ordnung. Deswegen halten wir es für wahrscheinlich, dass bei den von der Stiftung Warentest untersuchten Produkten eine Unterbrechung der Kühlkette zu dieser erhöhten mikrobiologischen Belastung geführt hat. Produkte mit dem getesteten Mindesthaltbarkeitsdatum sind seit November 2017 nicht mehr im Markt.
 
Kerrygold steht jederzeit für hervorragende Produktqualität und ist höchsten Qualitätsstandards verpflichtet. Alle Produkte werden vor Verlassen des Hauses eingehend geprüft. Erst in diesem Monat ist unsere Produktionsstätte erneut nach den höchsten internationalen Lebensmittelstandards vom TÜV Rheinland geprüft worden.
 
Den von der Stiftung Warentest formulierten Vorwurf der mangelnden Produktionshygiene weisen wir eindeutig zurück. Lebensmittelproduzenten werden regelmäßig sehr genau auf Hygienestandards überprüft. Die letzte Hygieneüberprüfung fand in unserem Betrieb im Februar 2018 statt und wurde ohne jegliche Beanstandung abgeschlossen. Produktqualität wird im Hause Kerrygold großgeschrieben und ist die Basis unseres langjährigen Erfolgs auf dem deutschen Markt. Daher können Sie auch in Zukunft unseren Produkten ohne Einschränkung vertrauen."

EU-Hilfspaket während der Milchmarktkrise nahezu wirkungslos

Ernüchternd fällt die wissenschaftliche Evaluierung des im Herbst 2016 im Zuge der Milchmarktkrise von der Europäischen Kommission beschlossenen Hilfspakets für die Milcherzeuger aus. Nach einer Studie des Thünen-Instituts (TI) für Marktanalyse war die Wirkung des EU-Milchmengenverringerungsprogramms und der Milchsonderbeihilfe mit Mengendisziplin nur gering. Die Wissenschaftler Dr. Sascha A. Weber und Andrea Rothe kommen in ihrer über 100-seitigen Publikation zu dem Schluss, „dass der Milchmarkt und seine Kräfte prinzipiell auch ohne staatliche Eingriffe funktionieren“. Bereits vor Inkrafttreten der Hilfsmaßnahmen hätten die deutschen Milcherzeuger auf das niedrige Preisniveau am Milchmarkt reagiert und ihre Erzeugung eingeschränkt. Nachdem allmählich eine Markterholung eingesetzt habe, sei es offenbar für viele Milcherzeuger betriebswirtschaftlich sinnvoller gewesen, ihre Erzeugung nicht einzuschränken beziehungsweise nicht stabil zu halten. Dies war aber die Voraussetzung, um in den Genuss der Beihilfen zu kommen. Lediglich 7,9 % der deutschen Milcherzeuger hätten an beiden Maßnahmen teilgenommen, stellen Weber und Rothe fest. „Gemessen an der geringen Teilnahmebereitschaft und dem marktkonformen Verhalten der Milcherzeuger stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit politischer Eingriffe in den Markt“, heißt es in der Analyse der Braunschweiger Wissenschaftler.

Teilnahme in Bayern sehr niedrig

Nach der Thünen-Analyse haben in Deutschland 13,4 % der Milcherzeuger an der Milchmengenverringerungsmaßnahme teilgenommen. Überraschend sei die Teilnahmebereitschaft der bayerischen Milcherzeuger bundesweit nach Hamburg am geringsten gewesen. Maßgeblich zur Verringerung der deutschen Milchmenge um rund 28 % im Rahmen dieser Maßnahme hätten größere Milchviehbetriebe in Ostdeutschland beigetragen. Als gravierend erscheint der Studie zufolge zudem das Problem der Mitnahmeeffekte. Annähernd 40 % der tatsächlichen Milchmengenverringerung in Deutschland sei durch die Aufgabe der Milcherzeugung erzielt worden. Mit rund 8,8 Mio Euro seien etwa 28 % der mit dieser Maßnahme ausgezahlten Beihilfe an aussteigende Betriebe gegangen.

Preissignale des Marktes stärker

Rund 35 % der deutschen Milcherzeuger haben sich laut der Thünen-Studie an der Milchsonderbeihilfe mit Mengendisziplin beteiligt. Angesichts der teilweise emotionalen öffentlichen Diskussion über die schwierige finanzielle Situation vieler Milcherzeuger erscheine dieser Anteil gering. Für Weber und Rothe ist das angesichts der niedrigen Ausgangsvoraussetzung zur Teilnahme verwunderlich. Die Milchsonderbeihilfe sei direkt auf die Milchmengenverringerungsmaßnahme gefolgt, bei der die Menge bereits habe reduziert werden müssen. Eine Beibehaltung der Milchmenge hätte nach Einschätzung der Autoren den Erzeugern eigentlich leicht fallen müssen. Offenbar hätten die Preissignale des Marktes die Mehrzahl der Milchbauern jedoch dazu bewogen, eher von den wieder steigenden Marktpreisen zu profitieren als ihre Menge konstant zu halten und so in den Genuss der Milchsonderbeihilfe zu kommen. AgE

Fonterra steigt bei deutschem Eiweiß-Startup ein

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra will beim deutschen Food-Startup-Unternehmen foodspring einsteigen. Wie foodspring gegenüber AGRA-EUROPE bestätigte, sollen von Fonterra und den Altgesellschaftern, das sind der Medienkonzern Ringier und der Venture Capital Fund btov, insgesamt 22 Mio Euro in das Unternehmen fließen. Das Investment muss allerdings noch durch das Bundeskartellamt freigegeben werden. Welchen Anteil am Unternehmen Fonterra durch den Deal erhält, wurde von foodspring offengelassen. Das Berliner Startup-Unternehmen wurde 2013 gegründet. Es stellt sogenannte funktionale Lebensmittel wie Fitness- und Sportlernahrung oder Proteinshakes her und verzeichnet starke Wachstumsraten. Für die Herstellung von Proteinpulvern und -riegeln gab es laut Unternehmensangaben bereits Geschäftsbeziehungen zwischen Fonterra und foodspring, die nun vertieft werden sollen. Mit Hilfe des Investments will foodspring sich weiter internationalisieren und unter anderem auch auf dem US-Markt aktiv werden. Außerdem wollen die Gründer stärker auf dem Verkauf im herkömmlichen Lebensmitteleinzelhandel setzen. Die für Innovationen zuständige Fonterra-Managerin Judith Swales hofft, dass sich durch die Partnerschaft neue Geschäfts- und Marktentwicklungsmöglichkeiten im Hochpreissegment für die neuseeländische Genossenschaft ergeben. „Fonterra ist ein weltweit führender Anbieter von Proteinen und hochwertigen, fortschrittlichen Inhaltsstoffen. Die strategische Partnerschaft mit foodspring wird unsere Entwicklung in dieser Kategorie beschleunigen, indem wir einen direkten Zugang zu einem neuen Konsumentensegment erhalten“, erklärte Swales. Sie hob hervor, dass das Unternehmenswachstum von foodspring auch auf dem starken Direktkontakt zum Endverbraucher sowie den Ernährungs- und Gesundheitstrainern basiere. AgE

Milchwirtschaft weiterhin besorgt über Auswirkungen des Brexits

Der Milchindustrieverband (MIV) zeigt sich weiterhin besorgt über die möglichen Auswirkungen des Brexits auf die deutsche und europäische Milchindustrie. Auf dem jährlichen Milchgipfel in Brüssel musste der MIV nach eigenen Angaben „ernüchtert“ feststellen, dass derzeit die Ergebnisse der Verhandlungen noch nicht vorliegen und die Vorbereitungen auf mögliche Austrittsszenarien umso schwerer fallen. Bence Toth, Mitglied in der Brexit-Verhandlungsgruppe der EU-Kommission rund um den Chefverhandler Michel Barnier, stellte auf dem Gipfel fest, dass kurzfristig keine weiteren Informationen vorliegen würden. Der Ungar zeigte zwar Verständnis für das Interesse der Wirtschaft an einem „weichen“ Brexit, er verwies aber auf die Bedeutung der Verhandlungsergebnisse auch für andere Mitgliedstaaten oder Drittländer. Die Briten könnten nach dem Verlassen der EU nicht besser gestellt sein als zum Beispiel die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) - dem gehören die EU-Länder sowie Norwegen und Island an. Solange sich das Vereinigte Königreich nicht dem EWR anschließe, könne ihm auch nicht der gleiche Status wie Norwegen eingeräumt werden. Am 30. März 2019 wird Großbritannien zum Drittland. Allerdings ist eine Übergangsfrist bis Ende 2020 geplant. Bis dann soll es nach jetzigem Stand keine Änderungen geben. Der MIV-Vorsitzende Peter Stahl betonte das große Interesse der deutschen Molkereiwirtschaft an „sachgetragenen Lösungen“. Dabei gehe es nicht nur um Zollfragen, sondern auch um Regelungen im Veterinär- oder Markenrecht, erklärte Stahl. Die Milchindustrie als exportstarke Branche sei an praktikablen Lösungen interessiert. Gerade der britische Markt habe für Kontinentaleuropa eine besondere Bedeutung.

Derweil verwies Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk auf die Gefahr hin, dass das Vereinigte Königreich nach dem Austritt anderen Drittländern einen leichteren Marktzugang als den EU-Mitgliedstaaten gewähren könnte. Dies könnte zu Marktanteilsverlusten für die EU-27-Staaten führen. Der EVP-Agrarpolitiker Norbert Lins gab hingegen zu bedenken, dass die britischen Landwirte nach dem Brexit jährlich 5,2 Mrd Euro an Zahlungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) verlieren würden. Der Direktor des Thünen-Instituts (TI), Prof. Martin Banse, wies darauf hin, dass bereits jetzt die Märkte von der großen Unsicherheit eines klaren Verhandlungsausgangs geprägt seien. Schon heute seien aufgrund dessen Exportrückgänge zu verzeichnen. Laut seinen Berechnungen dürften sich die deutschen Handelsüberschüsse in Zukunft etwa halbieren. Derweil bekräftigte Peter Giortz-Carlsen von Arla Foods seinen Wunsch nach einem Freihandelsabkommens mit Großbritannien, das den Handel so wenig wie möglich belaste. AgE

Österreichs Milchwirtschaft mahnt zur Vorsicht bei Handelsabkommen

Vor den negativen Auswirkungen internationaler Handelsabkommen hat die österreichische Milchwirtschaft gewarnt. Nur Vereinbarungen, welche die Zukunft der heimischen Milchwirtschaft in den Regionen unterstützten, sollten abgeschlossen werden, und keinesfalls dürften die Milchbranche und ihre hohen Standards dadurch gefährdet werden, mahnte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), Helmut Petschar, mit Blick auf die derzeit laufenden Verhandlungen über Handelsabkommen der Europäischen Union mit Drittländern. „Die österreichische Milchwirtschaft sieht den Außenhandel von Milch- und Milchprodukten als Chance“, stellte Petschar klar. Mit ihrer Qualitätsstrategie habe die Branche im Ausland bisher gute Erfolge erzielt, denn fast die Hälfte der Milchprodukte werde exportiert. Alle Beteiligten seien bemüht, die „Erfolgsstory der Milchexporte“ durch eine konsequente Qualitätsstrategie weiterzuführen und erwarteten dazu faire Abkommen sowie eine ehrliche Vorgangsweise beim Lebensmittelhandel und den Verbrauchern, betonte der VÖM-Präsident. Für die Konsumenten müsse es beispielsweise Informationen über entsprechende Standards für die angebotenen Produkte geben, forderte Petschar. Zudem sollte der Anspruch gegeben sein, dass nur Ergebnisse mit entsprechend gleichwertigen Umwelt- und Sozialstandards importiert würden. Mit besonderer Besorgnis schaue die österreichische Milchwirtschaft auf ein mögliches Abkommen mit Australien und Neuseeland, und auch bei den Mercosur-Verhandlungen und anderen internationalen Abkommen sei Vorsicht geboten. Eine besondere Verantwortung sieht der Verbandspräsident bei den Akteuren im heimischen Handel und in der weiterverarbeitenden Industrie. So könnten erwünschte Qualitätsstandards nur dann gesichert werden, wenn diese auch ehrlich abgegolten würden, betonte Petschar. Es dürften nicht bei jeder Gelegenheit für inländische Produkte mit höchster Qualität aufgrund internationaler Preisentwicklungen Preisrücknahmen eingefordert werden, gleichzeitig aber immer höhere Standards in Österreich verlangt werden, die aber bei Importen kein Thema seien. AgE

EEX verzeichnet kräftiges Wachstum beim Handel mit Milcherzeugnissen

Der Handel mit Futures auf Milcherzeugnisse an der Warenterminbörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig hat 2017 kräftig zugenommen. Wie die EEX am Dienstag vergangener Woche (16.1.) mitteilte, wurde mit 27 564 gehandelten Kontrakten mit einem Warenäquivalent von 137 820 t ein neuer Jahresrekord erzielt. Im Vergleich zu 2016 bedeutete das eine Steigerung um 71 %. Der Zuwachs erstreckte sich über alle Produktgruppen. Am deutlichsten fiel das Plus aber bei Butter aus; hier verdreifachte sich das Handelsvolumen annähernd auf 14 233 Kontrakte. Bei Molkenpulver fiel der Anstieg ebenfalls deutlich aus, auch wenn nur 1 739 Futures den Besitzer wechselten. Hier war der Handel im Vorjahr praktisch nicht vorhanden gewesen. An Magermilchpulver wurden 11 592 Kontrakte umgesetzt, das entsprach einem Plus von knapp 11 %. AgE

Preise am globalen Milchmarkt deutlich gestiegen

Der Start ins neue Jahr ist am Weltmarkt für Milcherzeugnisse von weiter steigenden Preisen geprägt. Bei der Auktion an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) konnte der zusammenfassende Preisindex der sechs gehandelten Standardmilchprodukte am Dienstag vergangener Woche (16.1.) gegenüber der Versteigerung von Anfang Januar um 4,9 % zulegen; zum Jahresauftakt war Index bereits um 2,2 % geklettert. Eine Rolle dürfte dabei auch die rückläufige Milchproduktion in Neuseeland gespielt haben. Im Dezember hatte der Molkereikonzern Fonterra seine Prognose für die Milcherzeugung in der Saison 2017/18 aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen auf 1,48 Mio t Milchfeststoff nach unten korrigiert; das wären 3 % weniger als 2016/17. Kürzungen im Angebot an der GDT wurden daraufhin von Fonterra angekündigt. Bei der jüngsten Versteigerung verzeichnete Butter gegenüber dem Jahresbeginn mit 8,8 % auf 4 897 $/t (3 989 Euro) einen regelrechten Preissprung. Aber auch das vom Handelsvolumen her wichtigste Produkt Vollmilchpulver verteuerte sich merklich. Im Mittel aller Liefertermine und Qualitäten erlöste der alleinige Anbieter Fonterra hierfür im Schnitt 3 010 $/t (2 452 Euro); das waren 5,1 % mehr als bei der Auktion vor zwei Wochen, als die Vollmilchpulverpreise bereits um 4,8 % nach oben geschnellt waren. Tiefer in die Tasche greifen mussten die Käufer zuletzt auch für Magermilch, dass sich mit 1 818 $/t (1 481 Euro) im Schnitt um 6,5 % verteuerte. Mehr Geld brachte den Verkäufern auch Cheddarkäse ein, dessen Preis im Vergleich zur Auktion von Anfang Januar über alle Liefertermine hinweg um 5,2 % auf 3 486 $/t (2 839 Euro) stieg. In diesem Bereich lag auch die Wertsteigerung für Labkasein mit 5,5 % auf 4 709 $/t (3 835 Euro), während Butterreinfett mit 2,2 % die schwächste Teuerung aufwies. Nicht angeboten wurden bei der jüngsten Handelsrunde Buttermilchpulver und Laktose. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8145 Euro

European Milk Board pocht auf Lieferverzicht als reguläres Kriseninstrument

Ein Mengenreduktionsprogramm ist nach Ansicht des European Milk Board (EMB) weiterhin das wirksamste Kriseninstrument und sollte deshalb auf EU-Ebene dauerhaft gesetzlich verankert werden, um die Milchmenge in Krisenzeiten senken zu können. Wie EMB-Präsident Romuald Schaber am vergangenen Donnerstag (18.1.) bei der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin feststellte, hat allein die Ankündigung des Hilfsprogrammes im Jahr 2016 ausgereicht, um die Notierungen steigen zu lassen. Dagegen hätte die davor von der EU-Kommission ergriffenen Maßnahmen kaum Wirkung gezeigt. Millionenschwere Hilfspakete seien geschnürt, die Obergrenzen der Interventionsmengen angehoben worden und Produzentenorganisationen sowie Molkereien hätten die Möglichkeit zur besseren Produktionsplanung bekommen, zählte Schaber auf. Die Wende habe aber erst das Reduktionsprogramm gebracht. Es habe einen wichtigen Beitrag zur Erholung der Milchpreise von 25,68 Cent/l im Juli 2016 auf 34,16 Cent/l im Juli 2017 geleistet und sei aus Sicht der Milcherzeuger zudem unbürokratisch in der Abwicklung gewesen. Der EMB-Präsident verwies auf eine wissenschaftliche Analyse des EU-Mengenreduktionsprogramms, die das EMB in Auftrag gegeben habe. Demnach könnten mit der Maßnahme schon bei geringer Reduzierung der Milchmenge landwirtschaftliche Betriebe erhalten und unterstützt werden. Kritik übte Schaber indes an der Intervention. An sich sei die öffentliche Lagerung ja ein probates Instrument, um saisonbedingte Mehrmengen aufzufangen, räumte der EMB-Präsident ein. Mittlerweile sitze die EU-Kommission aber auf fast 380 000 t Magermilchpulver. Der hohe Interventionsbestand verhindere die dringende Markterholung. Der EMB-Präsident schlägt deshalb alternative Vermarktungs- oder Absatzwege vor, beispielweise als Tierfutter, damit das Magermilchpulver „vom Markt kommt“. Schaber warnte vor einer neuerlichen Milchkrise, die er bereits am Horizont aufziehen sieht. Zuvor sollten sich EU-Kommission und nationale Gesetzgeber besser rüsten. Ein freiwilliger Lieferverzicht müsse dann zeitiger umgesetzt werden und nicht erst, wenn die Preise „total im Keller“ seien, betonte Schaber. Zudem sei eine Deckelung der Produktion nötig, damit die anderen ihre Milchmengen nicht steigerten und die Wirkung des Instrumentes so zu nicht gemacht werde. AgE

Polnische Milchkammer rechnet imzweiten Halbjahr 2018 mit Marktstabilisierung

Das Jahr 2018 dürfte für die europäischen Milchbauern bis in die zweite Hälfte hinein eine Durststrecke bedeuten. Davon geht die Handelskammer des polnischen Milchsektors in einer aktuellen Vorausschau aus.Wie die Milchkammer amvergangenen Mittwoch (10.1.) dazu ausführte, ist das Einsetzen einer preislichen Talfahrt bereits jetzt an den Notierungen im Terminhandel ablesbar. Diese Entwicklung werde sich durch die saisontypische Zunahme des Milchaufkommens auch über den Zeitraum April bis Juni erstrecken. Es sei davon auszugehen, dass sich die Milchfettpreise dann wohl weiter von ihrem Langzeithoch aus dem Jahr 2017 entfernen, wobei ein Preisanstieg nicht vor Ende 2018 zu erwarten sei. Trotz der schlechten Vorzeichen ist die Situation nach Ansicht der Kammer allerdings nicht vergleichbar mit derAusgangslage des Jahres 2015, als
die Quotenregelung ausgelaufen und das russische Importembargo in Kraft getreten war und außerdem die Exporte von Milchprodukten nach China abgenommen hatten. Mittlerweile hätten dieMarktakteure gelernt, mit dem russischen Embargo zu leben, und die Bestände an Milchprodukten in China ließen nicht auf einen baldigen Einfuhrstopp schließen. Allerdings bleibe der Druck, insbesondere auf die Magermilchpulverpreise, aller Voraussicht nach hoch. Die Verkäufe der Interventionsbestände sind bislang in kaum nennenswerten Mengen
erfolgt,weshalb nach Ansicht der polnischen Marktexperten von einem weiteren leichten Rückgang der Erlöse auszugehen ist. Die Industrie erwarte als Lösungsansatz von der Europäischen Union, dass das eingelagerte Pulver für die Verfütterung freigegeben werde. Der weltweite Handel mit Milchprodukten werde in diesem Jahr von sinkenden Lebensmittelpreisen bestimmt werden, so die Prognose der Kammer. In den USA gehe der Verbrauch zurück, während die Produktion zunehme, weshalb die dortigen Erzeuger mehr Ware auf den Weltmarkt spülten. Von Europa sei eine ähnliche Entwicklung zu erwarten. Die EU werde somit ein wichtiger und aggressiver internationaler Marktteilnehmer bleiben.

Schmal kritisiert Glyphosatverbot von Goldsteig

Kritisch bewertet der Deutsche Bauernverband (DBV) die Entscheidung der Molkerei Goldsteig, den Einsatz von Glyphosat bei der Futtermittelerzeugung zu verbieten. DBV-Milchbauernpräsident Karsten Schmal sprach in Berlin von einem „Paradebeispiel für die ungleichen Kräfteverhältnisse in der Lebensmittelkette“. Zwar sei die Standardsetzung durch die Marktpartner ein wichtiges Instrument, um Wertschöpfung zu sichern und sich im Markt zu behaupten, räumte Schmal ein. Langfristig erfolgreich könne eine solche Standardsetzung aber nur sein, „wenn sie auf Augenhöhe vereinbart wird und ein Mehrwert für alle Beteiligten, also auch für die Milchbauern, gewährleistet ist.“ Im vorliegenden Fall sei nichts dergleichen berücksichtigt worden.Schmal zufolge hatten ALDI Nord und ALDI Süd kurz vor den Weihnachtsfeiertagen gegenüber Molkereien und Schlachthäusern das Ziel formuliert, den Glyphosateinsatz komplett auszuschließen. Nur wenige Stunden später sei mit Goldsteig eine für den gesamten deutschen Markt bedeutsame Genossenschaftsmolkerei „über dieses Stöckchen gesprungen“ und habe den Einsatz von Glyphosat bei der Erzeugung von Eigenfuttermitteln untersagt. Schmal geht davon aus, dass künftig andere Molkereien dem Beispiel von Goldsteig folgen werden. „Die regional kleinen Molkereistrukturen in Deutschland werden uns jedoch vor die Füße fallen, wenn wir es im deutschen Milchsektor nicht schaffen, eine gemeinsame Strategie bei der Standardsetzung zu verfolgen“, warnt der Milchbauernpräsident. Mit der Anbindehaltung, der tierärztlichen Bestandsbetreuung oder dem Schlagwort „Massentierhaltung“ stünden genug Themen auf der Agenda, „über die sich einzelne Regionen in Deutschland zwar kurzfristig profilieren können, die die deutschen Milchbauern in Gänze jedoch unter wirtschaftlichen Druck setzen und somit den Strukturwandel beschleunigen.“ AgE

DRV begrüßt sachgerechte Entscheidung des Bundeskartellamtes

„Aus Sicht des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) ist die Einstellung des Musterverfahrens gegen die Deutsche Milchkontor eG (DMK) eine sachgerechte Entscheidung. Sie unterstreicht die Satzungsautonomie der genossenschaftlichen Molkereien. Das Bundeskartellamt zieht die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Musterverfahren“, so DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers.
Das Bundeskartellamt hat heute über die Einstellung des Verwaltungsverfahrens wegen Milchlieferbedingungen gegen die Molkerei DMK informiert. Dieses war im April 2016 als Musterverfahren mit dem Ziel eröffnet worden, die Lieferbedingungen von Rohmilch zwischen den Milcherzeugern und ihren Molkereien zu überprüfen. Im März 2017 hatte das Amt ein Sachstandspapier veröffentlicht, in dem es insbesondere die vermeintlich langen Laufzeiten und Kündigungsfristen der Lieferverträge zwischen Erzeugern und Molkereien kritisierte.
„Die vom DMK vorgenommene Änderung in seinen Lieferbeziehungen zeigt, dass es bei Bedarf in den Genossenschaftsmolkereien durchaus auf Basis demokratischer Entscheidungen zu Veränderungsprozessen kommt“, so Dr. Ehlers.

Russischer Milchverband sieht Käsemarkt durch Lebensmittelembargo geschädigt

Während viele russische Marktexperten das im Jahr 2014 von Moskau verhängte Embargo für Lebensmittelimporte aus der Europäischen Union als Chance für die heimischen Käsehersteller sehen, nimmt die Exekutivdirektorin der Milchverbandes Russlands, Ljudmila Manitskaja, eine kritische Haltung ein. Der Einfuhrstopp habe der Qualität der Waren und auch der Preisbildung auf dem russischen Käsemarkt geschadet, moniert Manitskaja in einem kurz vor dem Jahreswechsel mit der Russischen Agraragentur geführten Interview. Tatsächlich sprechen die offiziellen Zahlen für einen Erfolg des Embargos. Vor dem Lieferstopp waren in Russland etwa 428 000 t Käse pro Jahr erzeugt und 85 % des Käsebedarfs durch Importe gedeckt worden. Für 2017 wird die Käseproduktion auf mehr als 600 000 t geschätzt, womit rund 90 % des Käsebedarfs gedeckt worden wären. Das ist für Manitskaja aber nur eine Seite der Medaille. Sie verweist auf Angaben des Föderalen Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor), wonach derzeit bis zu 35 % des Käses gefälscht oder gepantscht seien. Dies sei eine direkte Folge des Rückgangs der Kaufkraft der Bürger sowie des Einfuhrverbots für Qualitätskäse. „Das Lebensmittelembargo hat niemandem geholfen“, so die Exekutivdirektorin. Über einen plötzlichen „Boom“ am Markt zu sprechen, sei nicht korrekt, da die russischen Käsehersteller aktuell mit sehr ernsten Problemen zu kämpfen hätten, vor allem mit einem Mangel an Rohmilch zur Verarbeitung und einer sinkenden Nachfrage der Bevölkerung. Die armen Verbraucher würden immer ärmer; eine nennenswerte Mittelschicht gebe es in Russland nicht, und der Bedarf der Reichen sei nicht gestiegen, stellte die Verbandschefin fest. Dies führe zu sinkenden Preisen, wodurch die Profitabilität der Hersteller leide. Da der Staat die Käsehersteller nicht unterstütze, sei es für sie schwer, die Produkte in der gewünschten Qualität zu liefern. Sollte das Lebensmittelembargo wieder aufgehoben werden, rechnet aber auch Manitskaja nicht mit einem nennenswerten Anstieg der Käseimporte Russland. Zu bedenken sei, dass der Rubel ständig schwächer werde und auch die ausländischen Käsehersteller bei einer schwindenden Nachfrage um die Verbraucher kämpfen müssten. AgE

Kräftiger Preisabschlag für Butter an der GDT

Bei der Auktion an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) ist Butter am Dienstag vergangener Woche (5.12.) erneut unter kräftigen Preisdruck geraten; Milchpulver konnte dagegen seinen Abwärtstrend stoppen. Für eine Tonne Normalbutter mussten die Käufer im Durchschnitt aller Lieferzeiten und Qualitäten nur noch 4 575 $ (3 859 Euro) zahlen; das waren 11,1 % weniger als bei der Versteigerung zwei Wochen zuvor. Zwar liegt der Preis damit längerfristig gesehen noch immer auf einem überdurchschnittlichen Niveau, doch ist der Wert der Butter seit dem Höchststand Mitte September um rund ein Viertel gesunken und liegt nun nahe des Jahrestiefstpreises. Mit Abschlägen wurde auch Cheddarkäse gehandelt, der mit 3 696 $/t (3 115 Euro) im Mittel 3,9 % weniger erlöste als zwei Wochen zuvor. Das an der GDT umsatzstärkste Handelsprodukt Vollmilchpulver konnte dagegen erstmals seit Mitte September wieder Zugewinne verzeichnen; der Preis legte gegenüber der vorherigen Auktion im Schnitt aller Kontrakte um 1,7 % auf 2 830 $/t (2 385 Euro) zu. Im Vergleich zur Notierung Anfang Dezember 2016 errechnet sich allerdings noch ein Rückgang um gut 20 %. Den stärksten Preisanstieg bei der jüngsten GDT-Auktion gab es für Magermilchpulver. Die Ware wechselte im Mittel für 1 774 $/t (1 495 Euro) den Besitzer; das entsprach einem Plus von 4,7 % gegenüber der Versteigerung von Mitte November. Während dabei Magermilchpulver zur Lieferung im Januar einen moderaten Abschlag von 1,1 % aufwies, verteuerten sich alle späteren Fälligkeiten und erlösten von März bis Mai 2018 im Schnitt rund 1 850 $/t (1 559 Euro). Wertsteigerungen erfuhren bei der jüngsten Handelsrunde auch Buttermilchpulver und Labkasein, und zwar durchschnittlich um 4,3 % sowie mit 3,4 %. Zusammen mit den höheren Verkaufserlösen für Milchpulver glich das die Verluste bei Butter und Käse aus. Der zusammenfassende und gewichtete Preisindex für alle gehandelten Kontrakte an der GDT konnte sich gegenüber der Auktion vor zwei Wochen um 0,4 % festigen. Das war nach vier Handelsrunden der erste Anstieg seit Mitte September. Im Vergleich zur Vorjahresauktion liegt der aktuelle Preisindex aber auf einem 10 % niedrigeren Niveau. AgE

Umrechnungskurs 1 $ = 0,8428 Euro

Milchpreisanstieg in der EU vor dem Ende

Einige Molkereiunternehmen in der Europäischen Union haben im Oktober das Milchgeld noch einmal etwas angehoben, doch weitere Steigerungen sind in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Davon geht zumindest der niederländische Bauernverband (LTO) in seinem Anfang Dezember veröffentlichten Milchpreisvergleich aus. Demnach zahlten die 15 in der Erhebung erfassten Molkereiunternehmen aus neun EU-Ländern im Berichtsmonat für eine Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Schnitt 36,86 Cent/kg Milch; das waren 0,12 Cent mehr als im September. Das Vorjahresniveau wurde um 7,0 Cent oder 23,6 % übertroffen. Am stärksten hob im Oktober die britische Dairy Crest die Auszahlungsleistung an, nämlich um umgerechnet 2,9 Cent auf 35,43 Cent/kg. Gemessen am gleitenden Zwölfmonatsmittel von 31,29 Cent liegt dieses Unternehmen aber weiterhin auf dem letzten Platz des LTO-Vergleichs. Mehr Geld für die Anlieferungsmilch bezahlten auch Arla Foods mit einem Zuschlag von 0,7 Cent auf 37,17 Cent/kg sowie FrieslandCampina mit einem Plus von 1,2 Cent auf 40,61 Cent/kg. Freuen konnten sich aber auch die Lieferanten des Deutschen Milchkontors (DMK). Diese bekamen ihren Rohstoff gegenüber September um 1,0 Cent höher vergütet und erhielten 38,85 Cent/kg. Die Müllermilch aus Leppersdorf veränderte dagegen ihren Ankaufspreis nicht und bezahlte die Milch unverändert mit 38,75 Cent/kg. Beide deutschen Molkereien übertrafen damit den Durchschnitt im LTO-Vergleich um jeweils rund 2 Cent. Im Vergleich zu Oktober 2016 erlösten die DMK-Erzeuger laut niederländischem Bauernverband 42,5 % mehr Geld für ihre Milch; bei Müller belief sich das Plus auf 35,5 %. Etwaige Nachzahlungen sind hierbei nicht berücksichtigt. Beim gleitenden Zwölfmonatsmittel sieht das Bild für die beiden deutschen Milchverarbeiter allerdings nicht mehr ganz so günstig aus. Die DMK bringt es bei dieser Messzahl auf 33,02 Cent und Müller auf 33,42 Cent, was jeweils knapp unter dem Durchschnitt aller betrachteten EU-Molkereien von 33,61 Cent liegt. Für November oder Dezember hat laut LTO mit Ausnahme von Dairy Crest kein weiteres Unternehmen Preiserhöhungen in Aussicht gestellt. Die großen Molkereien wie Arla, FrieslandCampina oder DMK kündigten unveränderte Auszahlungsleistungen an. AgE

Auch die Milchindustrie warnt vor einer Renationalisierung der GAP

Auch die europäische Milchindustrie warnt vor einer Renationalisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Mit Blick auf die Mitteilung „Ernährung und Landwirtschaft der Zukunft“ der EU-Kommission erklärte der Europäische Milchindustrieverband (EDA) am vergangenen Mittwoch (6.12.) in Brüssel, dass es zwar richtig sei, den Mitgliedstaaten mehr Subsidiarität zuzugestehen. Jedoch dürfe es zu keiner Fragmentierung des Binnenmarktes kommen. Gerade für den Milchsektor sei eine möglichst einheitlich geregelte EU-Agrarpolitik „unersetzlich“, betonte EDA. Er stellte zudem fest, dass die hohe Volatilität der Milchpreise sowie die damit einhergehenden Marktrisiken von der EU-Kommission richtigerweise als große Herausforderung benannt worden seien. Deshalb komme den Direktzahlungen aus der GAP bezüglich der Stabilisierung der landwirtschaftlichen Einkommen eine besonders wichtige Rolle zu. Zudem begrüßte der Verband, dass das Erfüllen der Umwelt- und Klimaziele zur Erreichung der international anerkannten Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) ein Schwerpunkt der kommenden GAP sein sollen. Die zukünftige EU-Agrarpolitik müsse zudem vor allem die Entwicklung sowie die Innovationskraft des Sektors stärken, betonte EDA. Nur so könne die europäische Milchindustrie ihre Wettbewerbsfähigkeit ausbauen. Dadurch würde auch die globale Nachhaltigkeit der europäischen Milchproduktion gestärkt.

Auch der französische Bauernverband (FNSEA) wandte sich gegen eine Renationalisierung der GAP. Diese würde den Interessen der Landwirtschaft zuwiderlaufen. Besonders wichtig sei daher, dass es keine nationalstaatliche Kofinanzierung der Ersten Säule gebe, erklärte der FNSEA. Nichtsdestoweniger müsse es ein starkes EU-Agrarbudget geben, um die Einkommen der Landwirte in der EU zusichern. Die GAP könne nur gesamteuropäisch gesehen werden. Hier befinde man sich ganz auf Seiten von Staatspräsident Emmanuel Macron, betonte der französische Bauernverband. Auch der Europäische Rat der Junglandwirte (CEJA) sprach sich gegen eine zu starke Aufsplitterung der GAP aus. Gerade für die Junglandwirte sei es von großer Wichtigkeit, überall in der Europäischen Union ähnliche Rahmenbedingungen vorzufinden. Eine Renationalisierung würde dem entgegenwirken. CEJA-Präsident Jannes Maes begrüßte unterdessen, dass die Kommission die junge Generation auf den landwirtschaftlichen Betrieben besonders unterstützen wolle. Auch dafür sei eine hinreichende Ausstattung des EU-Agrarbudgets notwendig. AgE

Fonterra-Geschäftsführer wird Vorsitzender der Global Dairy Plattform

Der Geschäftsführer des neuseeländischen Molkereikonzerns Fonterra, Theo Spierings, ist zum neuen Vorsitzenden der internationalen Global Dairy Plattform (GDP) ernannt worden. Mit Wirkung zum 16. November löste er den Geschäftsführer von Dairy Farmers of America, Rick Smith, als bisherigen Amtsinhaber ab. Die 2006 gegründete Branchenorganisation GDP hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, die globale Milchwirtschaft beim Absatz von Milch und Milchprodukten zu unterstützen und will dies über die Bereitstellung von Informationen sowie die Betreuung und Vernetzung der Mitglieder erreichen. Zu diesen gehören einige der weltweit führenden Molkereiunternehmen und -genossenschaften, kleinere Unternehmen und Zulieferer der Milchwirtschaft sowie gemeinnützige Organisationen und Verbände. Spierings wies darauf hin, dass die Welt bis 2050 über 2 Milliarden Menschen mehr haben werde und Milcherzeugnisse bei der Ernährungssicherung eine wichtige Rolle spielten. Mehr denn je würden die Menschen Milchprodukte als festen Bestandteil ihrer Nahrung sehen und den ernährungsphysiologischen Nutzen dieses Lebensmittels schätzen. Es gehe in Zukunft aber auch darum, „den Ernährungsnutzen von Milchprodukten für diejenigen, die von Armut und Hunger bedroht sind, besser verfügbar zu machen“. Spierings kündigte an, mit der GDP weiterhin globale Anstrengungen unternehmen zu wollen, um die Vorteile von Milchprodukten für eine bessere Ernährung aufzuzeigen und mit der Milcherzeugung eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Der scheidende Vorsitzende Smith hob hervor, dass die GDP in den vergangenen zwei Jahren starke Führungsqualitäten und strategische Überlegungen hervorgebracht habe, um die Glaubwürdigkeit und die Wahrnehmung des Milchsektors in der internationalen Gemeinschaft, insbesondere innerhalb der Vereinten Nationen (UN), zu erhöhen. Dies habe eine solide Grundlage für das Wachstum der Branche geschaffen. Smith wird nach Angaben der Organisation weiterhin im GDP-Vorstand tätig sein, dem unter anderem auch die Geschäftsführer von Arla Foods und FrieslandCampina, Peder Tuborgh und Roelof Joosten, angehören. AgE

Export von Milcherzeugnissen der Ukraine belebt sich wieder

Im vergangen Jahr hat die Sperrung des russischen Marktes den ukrainischen Exporteuren von Milcherzeugnissen einen schweren Schlag versetzt. Doch mittlerweile sei wieder eine Belebung des Ausfuhrgeschäftes zu verzeichnen, teilte die Vereinigung der Milcherzeuger der Ukraine (APM) kürzlich mit. Dem Verband zufolge hat der Käseexport von Januar bis Oktober 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,4 % auf 7 400 t zugenommen. Fast die Hälfte davon ging nach Kasachstan; dabei wurden Erlöse von 12,5 Mio $ (10,6 Mio Euro) erzielt. Weitere wichtige Abnehmer waren Moldawien mit einem Anteil an den gesamten Käseausfuhren von 23,9 % und Ägypten mit 11,0 %. Noch stärker im Aufwind befand sich in den ersten zehn Monaten 2017 der ukrainische Auslandsabsatz von Butter, der im Vergleich zur Vorjahresperiode um gut die Hälfte auf 24 500 t stieg und 96,8 Mio $ (82,2 Mio Euro) an Umsatz brachte. Wertmäßig der wichtigste Kunde war die Türkei mit 18,2 Mio $ (15,4 Mio Euro), gefolgt von Marokko mit 16,6 Mio $ (14,1 Mio Euro). Nach Angaben der APM spülte der Export von Milcherzeugnissen den ukrainischen Exporten in den ersten zehn Monaten 2017 insgesamt 225,6 Mio $ in die Kassen, was im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von 73,2 % entsprach. AgE

Umrechnungskurs 1 $ = 0,8488 Euro

GDT-Jubiläumsauktion endet mit Preisabschlägen für Milchprodukte

Ungeachtet des runden Jubiläums an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT), die am Dienstag vergangener Woche (22.11.) die 200. Auktion von Milchprodukten durchführte, haben sich die Weltmarktpreise für Standardmilcherzeugnisse weiter abgeschwächt. Bei der Versteigerung gingen mit Ausnahme von wasserfreiem Milchfett alle anderen Produkte mit zum Teil deutlichen Abschlägen aus dem Handel. Der zusammenfassende Preisindex sank gegenüber der vorangegangenen Auktion von Anfang November um 3,4 %. Während der letzten vier Handelsrunden seit Mitte September summierte sich das Minus damit auf rund 10 %. Vom Anfang März erreichten Jahrestief ist der Index nun nicht mehr weit entfernt. Bei der jüngsten Auktion standen die Preise für Magermilchpulver unter starkem Druck. Die Ware ließ sich über alle Qualitäten und Lieferzeiten hinweg im Mittel nur noch für 1 701 $/t (1 444 Euro) verkaufen; die Anbieter Fonterra, Arla und Polish Dairy mussten damit im Schnitt gegenüber der Versteigerung vor zwei Wochen einen Abschlag von 6,5 % hinnehmen. Beim umsatzstärkeren Produkt Vollmilchpulver lief es nur unwesentlich besser; hier gaben die Preise um 2,7 % auf 2 778 $/t (2 358 Euro) nach. Zu einem regelrechten Preissturz kam es bei Labkasein, das im Vergleich zur Auktion Anfang November 12,6 % an Wert einbüßte und im Mittel nur noch 4 644 $/t (3 942 Euro) erlöste; das war gut ein Drittel weniger als vor genau einem Jahr. Erneut unter Druck stand auch die Butter, die sich nur mit einen Abschlag von 5,9 % verkaufen ließ und im Durchschnitt aller Liefertermine 5 144 $/t (4 366 Euro) einbrachte. Auch Cheddarkäse spülte den Anbietern weniger Geld in die Kasse als bei der vorherigen Versteigerung; der Preis fiel um 4,2 % auf 3 831 $/t (3 252 Euro). Anlässlich der 200. Handelsrunde hob GDT-Direktor Eric Hansen hervor, dass sich die Auktion in den vergangenen neun Jahren zu einer vertrauenswürdigen und transparenten Plattform für qualitativ hochwertige Milchprodukte entwickelt habe. Insgesamt seien 6,3 Mio t Milcherzeugnisse im Gesamtwert von rund 21 Mrd $ (18 Mrd Euro) in mehr als 80 Länder verkauft worden. Die geplante Zusammenarbeit mit der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig werde weiter geprüft. AgE  

Umrechnungskurs 1$ = 0,8488 Euro

Vollmilchpulver am Weltmarkt mit Preisabschlägen gehandelt

Am internationalen Markt für Milcherzeugnisse hat sich die Preisschwäche Anfang November fortgesetzt. Bei der Auktion auf der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) am Dienstag vergangener Woche (7.11.) fiel der gewichtete Index der sieben gehandelten Standardmilchprodukte gegenüber der vorherigen Auktion von Mitte Oktober um 3,5 %; es war der dritte Rückgang in Folge. Maßgeblich dafür war vor allem der Wertverlust von Vollmilchpulver, dem umsatzstärksten Produkt an der GDT. Für das ausschließlich von Fonterra angebotene Pulver wurden im Schnitt aller Qualitäten und Liefertermine 2 852 $/t (2 461 Euro) gezahlt; das waren 5,5 % weniger als bei der Versteigerung vor drei Wochen. Im Vorjahresvergleich entsprach es einem Abschlag von 16,7 %. Erneute Erlöseinbußen mussten bei der jüngsten GDT-Auktion auch die Anbieter von Butter hinnehmen. Eine Tonne des Fettproduktes ließ sich im Mittel aller Kontrakte für 5 516 $ (4 759 Euro) verkaufen; im Vergleich zur Auktion von Mitte Oktober bedeutete das ein Minus von 3,6 %. Gegenüber dem Jahreshöchstpreis, der Mitte September erzielt wurde, hat die Butter wieder 8,5 % an Wert verloren. Preisabschläge von durchschnittlich 2,8 % auf 4 001 $/t (3 452 Euro) waren für Cheddarkäse zu verzeichnen. Das Erlösniveau lag damit hier aber noch gut 8 % über dem Wert von Anfang November 2016. Bei der aktuellen Handelsrunde an der GDT gab es jedoch auch Milchprodukte, für die die Käufer bereit waren, mehr Geld anzulegen. Dazu zählte Magermilchpulver, dessen durchschnittlicher Verkaufserlös gegenüber der vorherigen Auktion um 1,2 % auf 1 818 $/t (1 569 Euro) stieg. Für Ware von Fonterra, die in den Monaten Februar bis April 2018 zu liefern ist, ließen sich dabei im Mittel aller Qualitäten sogar Preiszuschläge von rund 6 % gegenüber Mitte Oktober realisieren. Nach oben ging es auch mit dem durchschnittlichen Verkaufspreis für wasserfreies Milchfett, allerdings nur um 0,5 % auf 6 894 $/t (5 948 Euro). Die Verkaufserlöse von Buttermilchpulver legten dagegen kräftig zu, nämlich um 7,2 % auf 1 931 $/t (1 666 Euro) zu. AgE  

Umrechnungskurs 1 $ = 0,8628 Euro

Molkereien müssen dem Fachkräftemangel entgegensteuern

Der drohende Fachkräftemangel aufgrund der demografischen Entwicklung ist für die Molkereiwirtschaft in Nordrhein-Westfalen eine der großen Herausforderungen in der Zukunft. Dies hat der Vorsitzende des Fachverbandes der Milchwirtschaftler Westfalen-Lippe, Claus Wiegert, bei der Herbsttagung seiner Organisation am 4. November in Gütersloh betont, bei der zudem die feierliche Auszeichnung von 52 Molkereifachleuten und die Prämierung von Molkereien durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) im Mittelpunkt stand. Wiegert wies dabei sowohl auf die Bedeutung der betrieblichen Ausbildung als auch auf die Wichtigkeit der permanenten Weiterbildung von Mitarbeitern hin. Die demografische Entwicklung mache vor den Molkereien nicht halt, weshalb nicht nur praxisorientierte Weiterbildungsangebote für Fachkräfte, sondern auch für Quereinsteiger erforderlich seien. Deshalb habe der Zentralverband Deutscher Milchwirtschaftler (ZDM) die „Deutsche Molkerei Akademie“ gegründet, die sich genau an diese Zielgruppe richte. Die Akademie soll dabei laut Wiegert nicht mit den etablierten milchwirtschaftlichen Bildungsträgern konkurrieren, sondern deren Angebote passgenau ergänzen, um dann über eine gemeinsame Plattform zu verfügen. Der DLG-Landesbevollmächtigte Markus Stamos wies auf die Bedeutung der Auszeichnungen der Landwirtschafts-Gesellschaft im Rahmen der Wertschöpfungskette Milch hin. Nach seinen Angaben wurde in diesem Jahr die Qualität von 3 160 Molkereiprodukten bewertet, wobei insgesamt 227 Betriebe aus allen Regionen Deutschlands und aus 15 Ländern der Europäischen Union am Qualitätswettbewerb teilnahmen. Die Region Westfalen war mit acht Molkereistandorten in der Prüfung vertreten. Sie erhielten für ihre Milcherzeugnisse 53 DLG-Preise in Gold sowie eine Auszeichnung in Silber und gehörten mit einer Prämierungsquote von 95,0 % zu Deutschlands Qualitätsführern. AgE

foodwatch hält an Forderung nach einer Lebensmittel-Ampel fest

Die Verbraucherorganisation foodwatch sieht weiterhin dringenden Handlungsbedarf in Sachen Lebensmittelkennzeichnung, um den ihrer Meinung nach „gängigen Etikettenschwindel“ zu beheben. Wie foodwatch-Vertreter Oliver Huizinga am vergangenen Mittwoch (8.11.) vor Journalisten in Berlin ausführte, sind vor allem die Schriftgröße und Lesbarkeit der Etikettierung, die Art der Nährwertkennzeichnung, das Fehlen von Herkunftsangaben bei verarbeitenden Produkten sowie erlaubte Gesundheitsversprechen zu kritisieren. Erneut warb foodwatch für die Einführung einer Lebensmittel-Ampel, nun nach dem Vorbild der französischen Regelung mit den Ampelfarben, die nach einer längeren Testphase seit Anfang dieses Monats in den dortigen Supermärkten auf den Verpackungen zu finden sind. Huizinga bewertete vor allem die Entwicklung durch unabhängige Experten in Frankreich positiv und kritisierte deshalb die Ankündigung der Unternehmen Unilever, Mars, Nestlé, Coca-Cola, Pepsico und Mondelēz, eine eigene EU-weite Lebensmittelkennzeichnung für ihre Produkte zu entwickeln. Der foodwatch-Vertreter befürchtet „interessensgesteuerte Umgehungsmechanismen“. Mit Blick auf die in Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Finnland vorgeschriebene Herkunftsangabe bei Milch und anderen Produkten warf Huizinga der Bundesregierung Tatenlosigkeit vor. Zwar habe sich Deutschland nie ausdrücklich dagegen geäußert, allerdings auch nichts für deren Einführung unternommen. Derweil stellte der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) in einem Videobeitrag zur Lebensmittelkennzeichnung klar, dass Transparenz im Supermarkt „kein leeres Versprechen sei“. Gleichzeitig betonte BLL- Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff die Notwendigkeit einer freiwilligen Kennzeichnung „für einen funktionierenden Wettbewerb“. Die Nährwerttabelle, in der die Energie und die wichtigsten Nährstoffe bei allen Lebensmitteln bezogen auf 100 g oder 100 ml angegeben würden, bleibe die sinnvollste und objektivste Form der Information über den Nährwert der Produkte. Farbliche Bewertungen einzelner Nährstoffe oder gar eine Aufrechnung vermeintlich positiver und negativer Nährstoffe gegeneinander, seien nicht wissenschaftlich ausgereift und daher ungeeignet, Lebensmittel für die eigene individuelle Ernährung einzuordnen, erklärte Minhoff. Er warnte auch vor einer Förderung von Protektionismus und Nationalismus durch die Herkunftskennzeichnungen. Die Herkunft allein sei kein Qualitätsmerkmal. AgE

Agrarressort fördert neue Projekte gegen Lebensmittelverschwendung

Das dänische Landwirtschaftsministerium unterstützt Initiativen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, bei denen die Akteure mitunter auch neue Wege gehen. Gefördert wird unter anderem ein Projekt, im Rahmen dessen Lebensmittelketten nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufene, aber immer noch verzehrsfähige Produkte an Schulkantinen und für Kochkurse an den Schulen abgeben. Landwirtschaftsminister Esben Lunde Larsen wies darauf hin, dass landesweit immer noch jeden Tag rund 10 000 Einkaufswagen voller Lebensmittel ungenutzt verschwendet würden. Deshalb seien neue Ideen gefragt, wie man mit dem Problem umgehen könne. Nach Larsens Überzeugung ist die Einbeziehung der Schulen bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung besonders wichtig. Auf diese Weise würden die Schüler frühzeitig sensibilisiert und könnten einen besseren Umgang mit Nahrungsmitteln erlernen. Eigenen Angaben zufolge fördert das Kopenhagener Agrarressort insgesamt neun derartige Projekte mit umgerechnet rund 550 000 Euro. AgE

Umrechnungskurs: 1 dkr = 0,1344 Euro

Bauernverband untermauert Absage an staatliche Mengensteuerung

Der Deutsche Bauernverband (DBV) untermauert seine ablehnende Haltung gegenüber einer staatlichen Mengensteuerung zur Verhinderung von Preiskrisen in Agrarmärkten. In seinem aktualisierten Faktencheck zur Mengensteuerung im Milchsektor verweist der DBV auf eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen und Erfahrungen der vergangenen Jahre. Sie hätten gezeigt, dass planwirtschaftliche Instrumente keineswegs geeignet seien, um den Mengendruck und den Preisverfall entscheidend zu beeinflussen. Die deutschen Milchbauern hätten sich in den letzten Jahren in einem zunehmend globalisierten und liberalisierten Milchmarkt behaupten müssen. Der Bauernverband erinnert daran, dass diese Entwicklung von allen politischen Entscheidungsträgern während der vergangenen zwei Jahrzehnte aktiv vorangetrieben worden sei. Als Folge der offenen Märkte könnten staatliche Eingriffe in einzelbetriebliche Produktionsentscheidungen keine ausreichende Wirkung mehr entfalten. Aus dem Faktencheck gehe hervor, dass Wissenschaftler die Wirkung einer Mengensteuerung auf die Preisgestaltung selbst im unrealistischen Szenario eines vollkommen geschlossenen EU-Marktes als äußerst gering einschätzten. Die staatlichen Maßnahmen kämen zudem regelmäßig zu spät. In offenen Märkten verpuffe selbst dieser geringe Effekt gänzlich.

Neben der unbefriedigenden Marktwirkung schwäche eine staatliche Mengensteuerung langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Milchsektors, so der DBV. Eine Mengenregulierung rechtfertige demnach nicht den hohen und teuren Aufwand einer Umsetzung und widerspreche zudem der langfristig marktorientierten Ausrichtung der EU-Agrarpolitik. Statt stattlicher Mengenregulierung müssten in den globalen Milchproduktmärkten die Preissignale frühzeitiger an die einzelnen Milchbauern weitergegeben werden. Andernfalls werde eine zeitgerechte Reaktion des Einzelnen auf die aktuelle Marktlage verhindert. Ferner bestehe die Notwendigkeit für eine verbindlichere Planung von Anlieferungsmengen zwischen Molkereien und Milchbauern, wenn Milchverarbeiter dem Problem begegnen wollten, den Rohstoffzugang nicht bedarfsgerecht planen zu können. Der Bauernverband versteht seinen aktualisierten Faktencheck als Beitrag zu einer ehrlicheren öffentlichen Diskussion. AgE

Stahl bleibt an der Spitze des Milchindustrie-Verbandes

Peter Stahl bleibt Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes (MIV). Der Vorstandsvorsitzende der Hochland Unternehmensgruppe in Heimenkirch wurde im Rahmen der MIV-Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag (27.10.) in Augsburg für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Stahl steht seit 2015 an der Spitze des MIV. Auf Kontinuität setzt der Verband auch in seiner erweiterten Führung. Beide bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, der Geschäftsführer der frischli Milchwerke in Rehburg-Loccum, Hans Holtorf, und das Vorstandsmitglied der Milchwerke Schwaben in Neu-Ulm, Jakob Ramm, wurden wiedergewählt. Ramm wurde zudem erneut für das Amt des Schatzmeisters bestimmt. Neu in den MIV-Vorstand gewählt wurden der Chef von FrieslandCampina Germany, Jan Kruise, der MIV-Geschäftsführer von Mondelez Deutschland, Philipp Guht, sowie der stellvertretende Meggle-Vorstandsvorsitzende Reinhold Schlensok. Ausgeschieden sind Peter Weltevreden, Fridolin Frost sowie Sil van der Ploeg. AgE

Auslandsnachfrage lässt Lebensmittelindustrie wachsen

Der wachsende Konsum von höherwertigen Lebensmitteln in Deutschland und den europäischen Nachbarländern sowie eine steigende Exportnachfrage haben bei der deutschen Ernährungsindustrie im zweiten Quartal 2017 sowie Juli und August für einen Auftrieb gesorgt. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), der am vergangenen Freitag (27.10.) in Berlin vorgelegt wurde. Demnach wurden zwischen April und Juni in der Branche insgesamt 44,8 Mrd Euro erwirtschaftet, davon 14,6 Mrd Euro im Lebensmittelexport. Im Vorjahresvergleich ist die Ernährungsindustrie damit um 6,3 % gewachsen. Das Exportgeschäft legte wertmäßig um 4,3 % zu. In den beiden darauffolgenden Monaten erreichte der Umsatz nach Angaben des Dachverbandes zusammengenommen 29,9 Mrd Euro; das waren 5,9 % mehr als im Vorjahr. Allein im August waren der BVE zufolge 15,4 Mrd Euro erwirtschaftet worden. Die Exporterlöse kletterten von Anfang Juli bis Ende August gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum 2016 um 3,5 % auf 9,7 Mrd Euro; davon entfielen 5,0 Mrd Euro auf den August. Die um arbeitstägliche und saisonale Schwankungen bereinigte Produktionsleistung der Branche konnte laut Bericht im Juli und August 2017 binnen Jahresfrist um 1,7 % erweitert werden. Der Index für die Nahrungsmittelproduktion verbesserte sich um 1,8 % und in der Getränkeindustrie um 0,8 %. Mit der guten konjunkturellen Lage einher gehen „positive Anreize für einen Ausbau der Lebensmittelproduktion sowie der Beschäftigung“, hielt BVE-Geschäftsführerin Stefanie Sabet fest. Stimmungsumfragen unter den Herstellern belegten auch für das vierte Quartal positive Geschäftserwartungen. Der Ausblick der BVE auf das erste Quartal 2018 fällt hingegen „deutlich verhaltener“ aus. Wettbewerbs- und Kostendruck sorgen nach Einschätzung der Bundesvereinigung für eine angespannte Ertragslage. In die Karten spielt den Herstellern jedoch die Stimmung unter den Verbrauchern. Laut BVE steigen sowohl deren Konsumbewusstsein als auch die Qualitätsansprüche. Der zunehmende Außer-Haus-Konsum begünstige allerdings eine rückläufige Mengenentwicklung im Lebensmitteleinzelhandel. Umsatzsteigerungen im Lebensmitteleinzelhandel seien somit hauptsächlich preisbedingt erzielbar. AgE

MIV rechnet für 2017 mit Milchauszahlungspreis von 36 Cent im Mittel

Im Jahresdurchschnitt dürften die Milcherzeuger in Deutschland für ihre Lieferungen an die Molkereien einen Preis von 36 Cent/kg bezogen auf einen Fettgehalt von 4,0 % erzielen. Davon geht der Milchindustrie-Verband (MIV) aus. Für 2016 weist der Verband in seinem aktuellen Geschäftsbericht einen vorläufigen Preis von nur rund 27 Cent/kg Milch aus. Allerdings gab der MIV am vergangenen Donnerstag (26.10.) auf seiner Jahrestagung in Augsburg zu bedenken, dass höhere Milchpreise zu einer höheren Milchproduktion führten, was die Saisonkurven in Deutschland und in anderen Ländern deutlich zeigten. Diese Entwicklung könne noch zu Korrekturen beim Milchpreis führen. Mit Blick auf das Jahresende 2017 und das Jahr 2018 räumte der Milchindustrie-Verband ein, dass die Milchmengenentwicklung nur schwierig abzuschätzen sei. Allerdings sei die Kaufkraft in Deutschland vorhanden und die Akzeptanz für Milch und Milchprodukte sehr groß. Nun gelte es, das noch positive Preisbild in das neue Jahr „mitzunehmen“. Das Jahr 2017 verlief dem MIV zufolge bislang zufriedenstellend trotz uneinheitlicher Entwicklungen in den einzelnen Marktsegmenten. So resümierte MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser, dass die Butter- und Sahnepreise „durch die Decke gegangen“ seien und deshalb gute Verwertungsmöglichkeiten für die Rohmilch geschaffen hätten. „Allerdings hat sich mittlerweile der Fettmarkt deutlich beruhigt“, stellte Heuser fest. Für das Weihnachtsgeschäft sei genügend Ware vorhanden. Außerdem habe vor allem die positive Entwicklung der Käsenotierungen den Milchpreis deutlich stabilisiert. Allerdings habe im Milcheiweißsektor die Intervention wieder in Anspruch genommen werden müssen. Die betreffenden Bestände in Brüssel wüchsen, so dass von der EU-Kommission bald neue Politikvorschläge erwartet würden. Im Hinblick auf den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU erwartet der MIV schwierige Planungen, weil England ein wichtiger Kunde deutscher Molkereien sei. Für die Zeit nach dem Brexit setzt sich der Verband in Handelsfragen für liberale Ansätze ein. Zu den von der EU geplanten Freihandelsabkommen stellte der MIV fest, dass diese bei Ländern mit Importbedarf sinnvoll sein könnten. Vor Freihandelsabkommen mit reinen Exportländern wie Neuseeland sei aber zu warnen. AgE

Ernährungsbranche muss sich auf Digitalisierung einstellen

Die überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen der mitteldeutschen Ernährungsbranche müssen sich auf die zunehmende Digitalisierung einstellen. Beim 3. Mitteldeutschen Ernährungsgipfel in Dresden prognostizierte Prof. Harald Rohm von der Technischen Universität Dresden, dass die digitalen Daten den künftigen Lebensmittelmarkt nachhaltig verändern würden. Es gehe nicht nur um die reine Verfügbarkeit der Waren, sondern stärker um die Erfüllung von Bedürfnissen, so Rohm. Der Lebensmittelhandel sei dabei nur das Basisgeschäft. Ein unmittelbar individuell zugeschnittenes Warenangebot könnte dem Einzelnen sehr helfen, sei aber vom klassischen Handel in der Form nicht zu leisten. Dr. Erik Maier von der Handelshochschule Leipzig sah aber auch neue Bindungsmöglichkeiten für Lebensmittelhersteller und Händler. „Das Spiel“ werde anspruchsvoller, ermögliche aber auch Chancen auf höhere Erträge. Das Vorstandsmitglied der KONSUM Leipzig eG, Michael Faupel, räumte ein, das Online-Lieferdienste als unverzichtbare Expansionstreiber gelten würden. Er sei jedoch überzeugt, dass auch im stationären Lebensmittelhandel mit „Innovationskraft und der Schaffung von Einkaufserlebnissen“ ein profitables Wachstum generiert werden könne. Dafür müsse man die Kundenbedürfnisse „von morgen“ kennen und veränderungswillig bleiben. AgE

Molkereigenossenschaften lehnen Preis- und Mengenvorgaben in Milchverträgen ab

Die dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) angebundene Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) lehnt mögliche Preis- und Mengenfestlegungen in Milchverträgen als einen „direkten“ und „massiven“ Eingriff in die „bäuerliche Selbstverwaltung“ der Molkereigenossenschaften ab. Mit Blick auf die Ergebnisse des EU-Trilogs zur Halbzeitbewertung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) beziehungsweise zum Agrarteil der Omnibusverordnung kritisierte die IGM am vergangenen Donnerstag (26.10.) in Berlin außerdem, dass mögliche Vorgaben zur Ausarbeitung und Umsetzung der Preis- und Mengenfestlegungen bisher völlig unklar blieben. Geplant seien unter anderem Änderungen des Artikels 148 der Gemeinsamen Marktordnung (GMO), der Regelungen zu den Milchlieferbeziehungen beinhalte. Soweit ein Mitgliedstaat den Abschluss schriftlicher Verträge vorschreibe, solle darin auch verbindlich eine Übereinkunft zu Mengen und Preisen für eine bestimmte Liefermenge getroffen werden können, so die IGM. Sie sieht darin einen „praxisfernen“ Ansatz, der nach ihrer Einschätzung insbesondere in Krisenphasen keinen positiven Effekt auf den Gesamtmarkt haben werde.

Gegen externe Einflussnahme

Des Weiteren solle ergänzt werden, dass ein einzelner Landwirt oder eine Erzeugerorganisation, sofern der betreffende Mitgliedstaat keinen Abschluss schriftlicher Verträge vorschreibe, einen solchen Kontrakt individuell von seinem Abnehmer verlangen könne, führte die IGM aus. In einigen Fachmedien sei dargestellt worden, dass dies auch innerhalb von Genossenschaften gelten solle. Dies sei jedoch nicht zutreffend. Die von vornherein vorgesehene Ausnahme der Genossenschaften sei in den Kompromisstext aufgenommen worden. Die Interessengemeinschaft betont, dass es zum Kern der gesellschaftsrechtlichen Struktur gehöre, dass die Landwirte als Eigentümer der Molkereigenossenschaften in demokratischen Verfahren die Unternehmensstrategie mitbestimmten und insbesondere die in Satzung und Anlieferungsordnung festgelegten Lieferbedingungen selbst regeln könnten. In den genossenschaftlichen Unternehmen würden die Beschlüsse über die zukünftige Ausrichtung individuell, unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse aller Beteiligten, sowie stets in enger Abstimmung mit den Milcherzeugern und Eigentümern getroffen. Eine „externe Einflussnahme in bewährte genossenschaftliche Strukturen“ werde deshalb mit Nachdruck abgelehnt. AgE

Verbraucher sollten Tierschutz auch beim Kaufverhalten honorieren

Auf die in Österreich erzielten Fortschritte bei modernen Tierschutzstandards und deren ständige Weiterentwicklung hat der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, Franz Eßl, hingewiesen. „Was bei uns sowohl in der Nutztier- als auch in der Heimtierhaltung an Maßnahmen zur artgerechten Tierhaltung gilt, ist anderen europäischen Ländern nach wie vor fremd“, erklärte Eßl anlässlich des Welttierschutztages, der am 4. Oktober begangen wurde. Erst kürzlich sei unter Einbindung einer großen Anzahl an Experten im Wiener Nationalrat ein ausgewogenes und zukunftsorientiertes Tierschutzpaket beschlossen worden. Künftig würden alle Eingriffe bei Nutztieren unter Schmerzlinderung durchgeführt. Eßl forderte darüber hinaus ein höheres Konsumbewusstsein für diese Thematik, denn Tierschutz sei auch beim Kaufverhalten gefragt. „Wer auf heimische Qualität beim Kauf von Lebensmitteln achtet, ist daher auf der sicheren Seite“, betonte der Kammerpräsident unter Hinweis auf die hohen Standards im Tierhaltungsbereich sowie in der Verarbeitung. Die heimischen Bauern lebten von artgerechter Tierhaltung, die in den Betrieben steigende Investitions- und Betriebskosten verursachten. Wer es mit dem Tierschutz ernst meine, müsse daher auf heimische und regionale Produkte setzen.    AgE

Global Food Summit zur Zukunft der Lebensmittelproduktion

Die Chancen, aber auch die ethischen Dimensionen neuer Ansätze in der Lebensmittelerzeugung stehen im Mittelpunkt des Global Food Summit, der am 29. und 30. November in Berlin stattfindet. Nach Angaben der Veranstalter werden in nicht einmal 30 Jahren rund 6 Milliarden Menschen in immer größeren Städten leben, was die Herstellung von Lebensmitteln radikal verändern dürfte. Mega-Cities mit hochspezialisierten Fachkräften, eine digital-vernetzte Lebenswelt und der Anspruch, gesund älter zu werden, seien die prägenden Faktoren einer künftigen und zunehmend urbanen Nahrungsmittelproduktion. Laut den Organisatoren des Global Food Summit werden daher international renommierte Akteure aus Wissenschaft und Praxis „bahnbrechende neue Technologien und innovative Ansätze bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln“ vorstellen. Dazu zählen neben dem Mitentwickler der CRISPR/Cas9-Methode zum Genome-Editing, Samuel Sternberg, auch Fabian Riedel, der als Deutschlands erster Großstadt-Fischer in der Nähe von München Salzwasser-Garnelen züchtet, sowie Max Kultscher und Baris Özel, die bei Osnabrück Insekten-Burger aus Mehlwürmern für ganz Europa produzieren. AgE

Milchbotschafter bitten auf der Infa zum Gespräch

Mit ihrer Beteiligung an der Erlebnis- und Einkaufsmesse Infa in Hannover will die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) den Verbrauchern die Gelegenheit bieten, sich mit „Bauern als Botschaftern“ ganz persönlich über die heimische Milchwirtschaft auszutauschen. Außerdem haben die Besucher noch bis zum kommenden Sonntag (22.10.) die Chance, am LVN-Stand eine Hofübernachtung zu gewinnen. Überdies bietet die Förderungsgesellschaft für Milchgaststätten als Standnachbar bekannte Milchmixgetränke und weitere Leckereien aus Milchprodukten wie Quarkspeisen als Erfrischung an. Parallel zum Info-Auftakt fand am vergangenen Sonntag (15.10.) auf dem Messegelände in Hannover die Biofach Nord statt. Die Ausstellung richtete sich nach Angaben des Landvolks Niedersachsen allerdings ausschließlich an Fachbesucher und präsentierte Neuheiten aus der Ökobranche. Laut Landvolkverband gab es im vergangenen Jahr im deutschen Bioanbau eine Erweiterung der Anbauflächen um rund 162 000 ha. Die Erlöse der Biolandwirte sind um fast 2 Mrd Euro oder gut 9 % gestiegen; vor allem tierische Produkte sind gefragt gewesen. Die Verkaufserlöse für Biogemüse haben im Jahr 2016 dem Landesbauernverband zufolge mit einem Wachstum von 19 % erstmals die Marke von 300 Mio Euro erreicht. Damit ist Gemüse beim Umsatz hinter Milch die zweitwichtigste Produktgruppe der Biolandwirtschaft. Kritisch sieht der Ausschuss Ökolandbau im Landvolkverband trotz dieser Erfolge jedoch den Trend zu größeren Strukturen im Handel mit Biolebensmitteln und hin zu Supermärkten. AgE

Biounternehmen mit BÖLN-Förderung auf der Anuga

Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Biounternehmen auf der Anuga ihr breitgefächertes Angebot präsentieren. Dank der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft können auch kleine biozertifizierte Unternehmen ihre innovativen Produkte ausstellen und einem breiten Fachpublikum zugänglich machen.

Aus einem Messefördertopf des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft den diesjährigen Anuga-Auftritt von insgesamt neunzehn kleinen und mittleren Biounternehmen. Davon profitierten nicht nur die Aussteller selbst, sondern die gesamte Biobranche, sagt Inken Daase, verantwortlich für die Messeförderung beim BÖLN: „Die Anuga-Teilnahme von Bioherstellern verschiedener Größenordnung macht nicht nur die enorme Vielfalt der Biobranche und ihrer Produkte sichtbar, sondern die wachsende Bedeutung des ökologischen Landbaus in Deutschland.“

Für junge, noch nicht etablierte Biohersteller ist die Anuga sehr interessant - denn hier werden Kontakte geknüpft, die auf keiner anderen Messe in Deutschland geknüpft werden können. Auch für Aussteller, die bereits seit vielen Jahren auf der Anuga vertreten sind, ist die BÖLN-Förderung sehr wichtig. Dank des BÖLN-Zuschusses kann beispielsweise die Wechsler Feinfisch GmbH in diesem Jahr erstmals ihr gesamtes Biofischsortiment präsentieren. Ohne BÖLN-Förderung sei das in diesem Rahmen nicht möglich, sagt Theo Jansen, Geschäftsführer des familiengeführten Räucherfischspezialisten.

Mit einem Zuschuss von bis zu 60 Prozent wird das BÖLN auch 2018 mit seiner „Richtlinie zur Förderung von Messe- und Ausstellungsbeiträgen zum ökologischen Landbau und zu seinen Erzeugnissen“ den Messeauftritt biozertifizierter Molkereien, Käsereien und Ökolandwirte fördern. Bezuschusst werden u. a. die Standmiete und die Ausstattung des Messestands, aber auch eigens für den Messeauftritt erstellte Informationsmaterialien. Die Antragsfrist beträgt mindestens drei Monate vor Messebeginn. Wichtig ist, dass sich der Antragsteller noch nicht bei der Messe angemeldet hat.

DIN normt Milchausgabeautomaten

Bei der DIN erarbeitet der Ausschuss für Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte derzeit eine Norm für Milchausgabeautomaten. Insbesondere die für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zuständigen Landes- und Bundesbehörden zeigen ein großes Interesse an diesem Vorhaben und sind dementsprechend im Ausschuss aktiv. Für die Hersteller der Ausgabeautomaten ist dies nicht der Fall. Für die Milchbranche ist der Verband der Deutschen Milchwirtschaft vertreten. Des Weiteren beteiligt sich auch die Landesvereinigung Niedersachsen als Mitglied in der eingerichteten Arbeitsgruppe. Ziel des Verbandes der Milchwirtschaft e.V. (VDM) ist es, eine möglichst große Zahl der bereits aufgestellten Milchausgabeautomaten in einer Norm zu berücksichtigen, die jedoch gleichzeitig ein hohes Maß an Produktsicherheit zu gewährleisten haben. Besondere Berücksichtigung wird dementsprechend bei Vorgaben für Konstruktion und Betreiben der Automaten, die Sicherstellung einer durchgehenden Kühlung sowie das Fernhalten von schädlichen Umwelteinflüssen finden müssen. Das Normungsprojekt wird sich in den kommenden Monaten mit weiteren Sitzungen der DIN-Arbeitsgruppe fortsetzen.     VDM

Gesucht: die 100 besten „Genussorte“ Bayerns

Wo in Bayern können sich Genießer so richtig zu Hause fühlen? Das soll jetzt ein Wettbewerb zeigen, mit dem Ernährungsminister Helmut Brunner die 100 bedeutendsten Genussorte im Freistaat finden will. „Wir wollen die kulinarischen Schätze Bayerns heben und sie den Bürgerinnen und Bürgern noch bekannter machen“, sagte Brunner zum Start des Wettbewerbs in München. Schließlich habe der Freistaat eine riesige Vielfalt an regionaltypischen Spezialitäten und besonderen Produkten zu bieten. Gesucht werden laut Brunner Orte mit eigenständiger kulinarischer Tradition, die den Genuss zum außergewöhnlichen Erlebnis für Einheimische und Gäste machen. Mit der Aktion will der Minister das Augenmerk der Verbraucher stärker auf regionale Besonderheiten lenken und damit ein effizienteres Marketing ermöglichen. Beteiligen können sich Zusammenschlüsse aus mindestens drei verschiedenen Partnern wie Unternehmen, Kommunen, Interessensgruppen, Erzeugern und Gas-tronomen. Die Teilnahmebedingungen gibt es unter www.100genussorte.bayern.
Dem Minister zufolge sind zwei Wettbewerbsrunden geplant. Wer an der ersten teilnehmen möchte, muss bis 25. September online den Bewerbungsbogen ausfüllen und passende Fotos hochladen. Eine Jury mit Vertretern aus Landwirtschaft, Gastronomie, Kultur, Kirche, Verbraucherschutz, Medien und Tourismus wählt dann aus den Bewerbungen die besten „Genussorte“ aus. Die rund 50 Sieger der ersten Runde sollen noch heuer prämiert werden.

20 Jahre erfolgreiche Forschung

Im MIV werden seit 1997, also 20 Jahren, durch die Arbeitsgruppe Forschung vorwettbewerbliche Gemeinschaftsforschungsvorhaben initiiert und begleitet. Zahlreiche Projektvorschläge kommen dabei auch direkt aus der Wissenschaft. Den Forderungen des Marktes und der Verbraucher nach neuen und optimierten Produkten können Unternehmen nur durch Forschung und Entwicklung gerecht werden. Allerdings haben nicht alle Unternehmen eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Daher kommt den gemeinschaftlichen Vorhaben im MIV eine entscheidende Bedeutung zu.
Um den Kontakt zu den Forschungsstandorten weiter zu intensivieren, finden die Sitzungen der Arbeitsgruppe Forschung regelmäßig an verschiedenen Instituten statt. Bei der Jubiläumssitzung werden Prof. Henle und Prof. Rohm (beide TU Dresden) ihre neuen Projektskizzen vorstellen und mit der Praxis beraten.
Die hohe Bewilligungsquote für die MIV-Projekte durch das Bundeswirtschafts-
ministerium im Rahmen der industriellen Gemeinschaftsforschung resultiert aus der guten Vorbereitung der Anträge durch Wissenschaft und Industrie. Die Qualität der Vorselektion und Begleitung sichert und erhöht die Aussicht auf eine Bewilligung. In diesem Jahr erfolgte bereits die Bewilligung von Forschungsvorhaben mit einem Gesamtvolumen von über 2,3 Mio. EUR, die von den Mitgliedsunternehmen des Milchindustrie-Verbandes gefördert und unterstützt werden. Insgesamt gibt es damit gute nationale Möglichkeiten der praxisnahen Forschung, die die Wirtschaft stärken und helfen, angewandte Forschung betriebswirtschaftlich nutzbar zu machen.     www.milchindustrie.de,     www.meine-milch.de

DRV-Auszeichnung

Claus-Peter Witt wurde mit der Raiffeisen-Medaille geehrt. Präsident Manfred Nüssel würdigte Witts Verdienste, der seit 2002 Vorstandsvorsitzender und Hauptgeschäftsführer der Uelzena eG in Uelzen ist. 2010 wurde Witt zum DRV-Vizepräsidenten und Vorsitzenden des Fachausschusses gewählt. „Sie vertreten stets in vorbildlicher Weise und mit großer Überzeugungskraft die genossenschaftliche Idee. Sie machen immer wieder deutlich, dass die genossenschaftliche Rechtsform zukunftsorientiert, marktwirtschaftlich stark und leistungsfähig ist. Angesichts Ihres herausragenden Engagements und Ihrer großen unternehmerischen Erfolge ist es mir eine besondere Freude und Ehre, Ihnen die Raiffeisen-Medaille zu verleihen“, so Präsident Nüssel bei der DRV-Mitgliederversammlung Ende Juni in Berlin.

Höhere Preise lassen Umsätze steigen

Die Ernährungsindustrie in Deutschland hat im April ihre Umsätze im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat insgesamt spürbar steigern können. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) berichtete, legte der Branchenumsatz gegenüber April 2016 um 2,5 % auf 14,04 Mrd. EUR zu. Dieses Plus fußte allerdings allein auf höheren Preisen. Die Absatzmenge ging nach Angaben der Branchenvertreter insgesamt um 2,6 % zurück. Die Exporte der Ernährungsindustrie erhöhten sich um 2,1 % auf 4,66 Mrd Euro. Um den Sektor weiter auf Kurs zu halten, ist nach Einschätzung des Verbandes auch die Initiative der Politik gefragt. Die BVE bekräftigte ihre Forderung nach Bürokratieabbau und Deregulierung. Die Marktbedingungen wurden von den Unternehmen im April optimistisch eingeschätzt; dafür spricht die Tatsache, dass sie ihre Produktion ausbauten: Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg im Vorjahresvergleich um 2,7 %. Die positive Stimmung hat offensichtlich auch in den folgenden Monaten angehalten. Wird der ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat Juni als weiterer Indikator herangezogen, so zeigt sich dem Dachverband zufolge eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Mai mit einem Plus von einem Punkt. Das Vorjahresergebnis sei damit um das Dreifache übertroffen worden. Allerdings erwarteten die Hersteller künftig schlechtere Geschäftsbedingungen, was auch als Zeichen des intensiven Wettbewerbsdrucks zu werten sei. Zuversicht böten die steigenden Erwartungen an das Exportgeschäft.     AgE

Gründung milch.bayern e.V. i.G.

In Wolnzach fand am 31.05.2017 die Gründungsveranstaltung des milch.bayern e.V i.G. mit einer großen Zahl von Unternehmensvertretern statt. Die benannten Vorstände Christian Schramm (Vorsitz), Interessengemeinschaft Privater Milchverarbeiter in Bayern e.V., sowie Ludwig Huber, Genossenschaftsverband Bayern und Susanne Nüssel, Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft e.V. sind aufgefordert, in den kommenden Wochen die notwendigen Schritte umzusetzen, um den Verein weiter zu etablieren.

Trumps Budgetpläne sorgen für Empörung in der US-Agrarbranche

Die von US-Präsident Donald Trump geplanten, drastischen Ausgabenkürzungen im Agrarsektor stoßen auf einen immer stärkeren Widerstand im landwirtschaftlichen Berufsstand. Die Regierung in Washington hatte am Montag vergangener Woche (22.5.) ihre Pläne bekanntgegeben, wonach die Fördermittel für die Landwirtschaft innerhalb der kommenden zehn Jahre um fast 47 Mrd $ (42 Mrd Euro) zurückgefahren werden sollen. Den größten Einschnitt soll es mit 38 Mrd $ (33,8 Mrd Euro) demzufolge bei der Förderung der Agrarbetriebe geben, worunter vor allem Bundeszuschüsse, Ernteversicherungen und Ausgleichszahlungen fallen. Für 2018 sieht die Trump-Administration eine Kürzung der Ermessensausgaben um rund 4,8 Mrd $ (4,3 Mrd Euro) oder mehr als ein Fünftel vor. Betroffen davon wären vor allem Ernährungsprogramme für Frauen und Kinder, Förderprogramme für die ländliche Entwicklung sowie die Forstwirtschaft, die Lebensmittelsicherheit, die Forschung und der Naturschutz. Weitere 7 Mrd $ (6,2 Mrd Euro) will die Regierung bei obligatorischen Programmen einsparen, worunter auch die Risikoabsicherungsprogramme fallen. Zwar sprechen Beobachter den Plänen Trumps geringe Chancen zu, vom Kongress abgesegnet zu werden; dennoch zog der Budgetplan von verschiedenen Seiten deutliche Kritik auf sich. US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue betonte nach Bekanntgabe der Pläne, dass er keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung genommen habe und zeigte sich besorgt hinsichtlich der ins Auge gefassten Kürzungen. Beide großen US-Bauernverbände warnten vor einer „Gefahr für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum“, die von den geplanten Streichungen ausgehe.

„Die Ausgabenpläne erkennen weder die derzeitigen finanziellen Herausforderungen des Agrarsektors noch den historischen Beitrag an, den er zur Verringerung des Haushaltsdefizits geleistet hat“, unterstrich der Präsident der American Farm Bureau Federation (AFBF), Zippy Duvall mit Blick auf Trumps Pläne für 2018. Kürzungen in der vorgesehenen Größenordnung seien im gegenwärtigen Konjunkturzyklus „ungerecht“ und „unklug“. Es werde nicht nur eines der wichtigsten Sicherheitsnetze für die Bauern ausgehüllt; auch die künftige Gewährleistung der Lebensmittelqualität und der Fortbestand der Marktinformationssysteme würden in Frage gestellt. Zu den weiteren Konsequenzen zählte Duvall eine „drastische Veränderung“ bei wichtigen freiwilligen Naturschutzprogrammen und ein sinkendes Vertrauen der Verbraucher in die Fleischkontrollen. Der Präsident der National Farmers Union (NFU), Roger Johnson, nannte den Haushaltsentwurf einen „Angriff auf die Grundlagen der Dienstleistungen, Forschung und Sicherheit für die Familienbetriebe, die Bewohner der ländlichen Räume und die Konsumenten“. Die Verabschiedung einer weiteren „Farm Bill“, des zentralen US-Landwirtschaftsgesetzes, werde somit nahezu unmöglich. Es sei „zutiefst enttäuschend“, dass Trump solche Einschnitte überhaupt vorgeschlagen habe, monierte Johnson. Der NFU rief den Kongress dazu auf, die Kürzungen nicht durchgehen zu lassen und die Förderstrukturen so anzupassen, dass sie den Fortbestand des ländlichen Amerika sicherten. AgE

Mehr Mini-Molkereien in Tschechien

In Tschechien nimmt die Zahl der sogenannten Minimolkereien immer weiter zu. Vor vier Jahren gab es noch 106 solcher Kleinmolkereien; aktuell sind es laut Medienberichten bereits 241 Betriebe. Minimolkereien verkaufen Milch und Milcherzeugnisse direkt ab Hof, per Automat oder auf Bauernmärkten. Laut einer Definition der staatlichen Veterinärverwaltung gilt in Tschechien als Minimolkerei ein Landwirtschaftsbetrieb, der täglich bis zu 500 l Kuhmilch oder maximal 100 l Schafmilch beziehungsweise 50 l Ziegenmilch verarbeitetet. In den meisten Fällen seien die Hersteller zugleich auch die Landwirte, die ihre eigene Milch verarbeiten. Nur wenige würden Milch von anderen Erzeugern kaufen, um daraus in der eigenen Molkerei Milchprodukte herzustellen, berichtete der Direktor der Veterinärverwaltung, Zbynek Semerád. Der Anlass zur Gründung von Minimolkereien ist ihm zufolge die steigende Nachfrage der Verbraucher nach frischen und unkonservierten Nahrungsmitteln aus der Region. Das Prager Landwirtschaftsministerium fördert die Gründung von Minimolkereien finanziell und arbeitet an einer Novelle, wonach künftig auch Betriebe zu Minimolkereien erklärt werden können, die innerhalb von 48 Stunden bis zu 100 l Milch verarbeiten können. Diese Unternehmen benötigen keine Zulassung von der Veterinärverwaltung, sondern müssen lediglich registrieren werden. AgE

Russische Käseerzeugung erhöht sich wahrscheinlich moderat

In Russland dürfte es 2017 erneut zu einer geringfügigen Steigerung der Käseproduktion kommen. So rechnet das Institut für die Konjunktur der Agrarmärkte (IKAR) aktuell mit einer Ausweitung der Käseerzeugung im Vergleich zu 2016 um bis zu 2 % auf maximal rund 607.000 t. Die weitere Entwicklung des russischen Käsemarktes werde indes stark davon abhängen, ob das Lebensmittelembargo gegen viele westliche Länder weiterhin in Kraft bleibe, stellte das IKAR fest. Bei einer Aufhebung sei allerdings mit sehr umfangreichen Käseeinfuhren zu rechnen. Das Volumen des russischen Käsemarktes veranschlagt das IKAR für das vergangene Jahr auf 790.000 t, was gegenüber 2013 einem Rückgang um 5 % entspricht. Zwar stieg die Käseeinfuhr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 10 % auf etwa 195.000 t; damit belief sich ihr Anteil am Gesamtmarkt aber lediglich auf 25 %.
Vor dem Embargo waren im Mehrjahresdurchschnitt noch etwa 50 % des Gesamtmarktes auf Importware entfallen. So führte Russland 2013 noch rund 412.000 t Käse ein. Unterdessen nutzten die inländischen Hersteller die Situation und steigerten ihre Produktion 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 17 % auf 581.000 t. Außerdem bauten hauptsächlich Weißrussland und Kasachstan ihre Käseexporte nach Russland aus. Sie liefern mittlerweile etwa 90 % der ausländischen Ware. Mit Blick auf die Käsenachfrage berichtete das IKAR von Stagnation als Folge rückläufiger Verbrauchereinkommen. Zudem würden die Konsumenten den Importkäse aufgrund seiner besseren Qualität bevorzugen.     AgE

Pilotphase des „Nachhaltigkeitsmoduls Milch“ ist gestartet

Im Rahmen des 8. Berliner Milchforums in Berlin überreichte Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär des BMEL, den Förderbescheid an die Projektpartner. Das dreijährige Pilotprojekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit insgesamt 770.000 EUR unterstützt. Projektpartner sind das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, der QM-Milch e.V. mit den Trägerverbänden Deutscher Bauernverband, Deutscher Raiffeisenverband und Milchindustrie-Verband sowie das Projektbüro Land und Markt. Des Weiteren ist der Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen eingebunden. Praxispartner sind bundesweit 34 Molkereien.
Bernhard Krüsken, DBV-Generalsekretär und Vorstandsvorsitzender des QM-Milch e.V., begrüßt, dass das Nachhaltigkeitsmodul Milch nun in der Praxis zur Anwendung kommt. „Es ist gelungen, ein Modul zu entwickeln, mit dem wir den wachsenden Ansprüchen von Marktpartnern und Gesellschaft begegnen können. Mit diesem Vorhaben kann es ferner gelingen, einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit im deutschen Milchsektor zu erzielen und eine höhere Wertschöpfung zu generieren.“ Das Konzept umfasst aktuell einen breiten Katalog mit Indikatoren und Kriterien aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Tierwohl und Soziales. Die im Projektverlauf zu erhebenden Daten ermöglichen den milchwirtschaftlichen Unternehmen und Verbänden zukünftig eine faktenbasierte Kommunikation gegenüber Marktpartnern und Gesellschaft, wo die Milcherzeugung in Bezug auf bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte und eine nachhaltige Entwicklung steht. Nachhaltigkeit und Tierwohl sind in der Öffentlichkeit sowie bei Kunden der Molkereien zentrale Themen. Deshalb begrüßen der Milchindustrie-Verband und der Deutsche Raiffeisenverband die Förderung des „Nachhaltigkeitsmoduls Milch“ durch das BMEL sehr. „Das Pilotprojekt bietet die Chance, den Nachhaltigkeitsprozess auf landwirtschaftlicher Ebene praxisnah umzusetzen“, führt Peter Stahl, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes, aus.

Bayerische Spezialiäten für Fernost

Mit einem Bayernempfang in Tokio und der Eröffnung eines Bayernmarkts in Fukuoka hat Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in Japan die Werbetrommel für Spezialitäten aus dem Freistaat gerührt. „Die Präsentation unserer Produkte ist in Japan ausgesprochen gut angekommen“, sagte der Minister in Fukuoka zum Abschluss seiner Reise, die den Handelsbeziehungen mit dem Inselstaat neuen Schwung verleihen soll. Laut Brunner haben die japanischen Importeure und Handelsvertreter großes Interesse an Lebensmittel-Spezialitäten aus dem Freistaat signalisiert. Es sei gelungen, wertvolle Kontakte für einen Ausbau der Ausfuhren nach Japan zu knüpfen. Dem Minister zufolge stehen bei den japanischen Partnern besonders Molkereiprodukte, Käse, Bier, Wein und Süßwaren hoch im Kurs. Brunner sieht hier noch erhebliche Potenziale und Absatzmöglichkeiten. Gerade jüngere Japaner seien inzwischen auch in der Ernährung ausgesprochen marken- und qualitätsorientiert. Die Nachfrage nach hochwertigen Spezialitäten aus dem Ausland sei deshalb groß. Allerdings schläft dem Minister zufolge auch die internationale Konkurrenz nicht: Auch andere europäische Länder wie Österreich, Italien oder Belgien drängen auf den japanischen Markt. Deshalb komme der Delegationsreise, bei der Brunner von rund 25 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verbänden begleitet wird,  als „Türöffner“ eine besondere Bedeutung zu. Japan ist derzeit für den Freistaat nach der Schweiz, den USA, China und Russland der fünftgrößte Drittlandsmarkt im Agrarbereich. 2015 gingen Agrar- und Ernährungsgüter im Wert von knapp 60 Mio. EUR aus Bayern nach Japan. Wichtigste Produkte waren Hopfen (14,3 Mio. EUR), Milch und Milchprodukte (12,9 Mio. EUR) und Zucker (11,3 Mio. EUR). Der Exportwert liegt seit Jahren auf etwa ähnlichem Niveau. Die Agrarimporte aus Japan nach Bayern sind mit jährlich rund 5,5 Mio. EUR weit geringer als die Exporte.

Molkerei Schrozberg bekennt sich zum Bio-Fachhandel

„Wir bekennen uns nach wie vor und ganz eindeutig zum Bio-Fachhandel als Vertriebskanal für unser komplettes Demeter-Sortiment“, kommentiert Geschäftsführer Friedemann Vogt die neu beschlossene Marktstrategie des Demeter e.V.
Der Verband hatte beschlossen, den Vertrieb von Demeter-Produkten an qualitative Kriterien zu binden und somit auch Verkaufsstellen des konventionellen Lebensmitteleinzelhandels den Verkauf von Demeter-Lebensmitteln zu ermöglichen. „Wir halten fest an unseren bewährten Marktpartnern und werden uns darum bemühen, die bestehenden Partnerschaften noch weiter auszubauen und zu festigen“, so Vogt weiter. Die Molkerei Schrozberg erzielte in den vergangenen Jahren mit ihrer Marke „Schrozberger Milchbauern“ und der Konzentration auf den Bio-Fachhandel jährliche Umsatzzuwächse im zweistelligen prozentualen Bereich. „Wir setzen auf ein organisches Wachstum in angemessener Geschwindigkeit, innerhalb der traditionellen Bio-Branche“, so Vogt.
Die Molkerei Schrozberg verarbeitet rund 23 Mio. l Demetermilch jährlich. Die Molkerei ist in Bauernhand und wird als Genossenschaft geführt. 90 Betriebe liefern die nach den strengen Demeter-Kriterien erzeugte Milch.

EU-Kommission hat Milchkrise unterschätzt

Die Europäische Kommission hat die Milchmarktkrise unterschätzt. Das hat der Vizegeneraldirektor in der Generaldirektion für Landwirtschaft der EU-Kommission, Joost Korte, bei einer Anhörung des Landwirtschaftsausschusses des Europaparlaments unter dem Titel „Neue außergewöhnliche Marktmaßnahmen zur Begrenzung der Milchproduktion“ in Brüssel eingeräumt. Die Behörde habe einen Preisverfall auf den europäischen Agrarmärkten in diesem Ausmaß nicht erwartet. Korte stellte in dem Zusammenhang fest, dass die Milchwirtschaft in der EU nicht nur das einhellig begrüßte Ende der Quote zu verkraften habe, sondern auch das Importverbot Russlands, auf das zuvor ein Viertel der EU-Milchexporte entfallen sei. Gleichzeitig erklärte er, dass die europäische Landwirtschaft den größten Anteil am aktuellen Milchüberangebot auf dem Weltmarkt habe. Derweil betonte der Generaldirektor für Landwirtschaft im niederländischen Wirtschaftsministerium Prof. Hans Hoogeveen, dass die Krise kein Grund dafür sein dürfe, die Marktorientierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aufzugeben und etwa wieder zu einer Quotenregelung für bestimmte Agrarprodukte zurückzukehren. Antworten auf EU-Ebene – wie die Vereinfachung von Antrags- und Abrechnungsverfahren – seien geboten, aber wichtig sei auch eine Flexibilität der Länder, auf die jeweiligen Krisenbranchen einzugehen, sagte Hoogeveen. Immer noch geprüft werde, ob die Förderung von Exportkrediten ein geeignetes und auch im Blick auf die Grundsätze der Welthandelsorganisation (WTO) erlaubtes Instrument sein könnte.     AgE

Preise gestiegen

Am Weltmarkt für Milcherzeugnisse haben die Preise Anfang August spürbar fester tendiert. Bei der Auktion an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) konnte Anfang des Monats der zusammenfassende Preisindex der acht gehandelten Standardmilchprodukte gegenüber der Versteigerung von Mitte Juli um 6,6 % zulegen; das war der stärkste Anstieg in diesem Jahr. Insgesamt wurden fast 35.000 t Milchprodukte verkauft. Bei der jüngsten Versteigerung kam es bei Labkasein mit einem Plus von 16,3 % zur größten Wertsteigerung. Von größerer Bedeutung war jedoch, dass sich das vom Handelsvolumen her wichtigs-
te Produkt Vollmilchpulver ebenfalls überdurchschnittlich verteuerte. Im Mittel aller Liefertermine und Qualitäten erlöste der alleinige Anbieter Fonterra hierfür im Schnitt 2.265 USD/t (2.029 EUR); das waren 9,9 % mehr als Mitte Juli. Dabei stiegen die Preise für alle Fälligkeiten von September 2016 bis Februar 2017, und zwar zwischen 8,2 % und 11,8 %. Magermilchpulver erlöste bei der jüngsten Versteigerung im Schnitt aller Kontrakte 1.965 USD/t (1.760 EUR). Im Vorjahresvergleich hat sich Magermilchpulver um fast ein Drittel verteuert. Nach oben ging es auch mit den Preisen für Butter, und zwar um durchschnittlich 6,6 % auf 2.871 USD/t (2.572 EUR) gegenüber der vorherigen Auktion. Die Lieferkontrakte für Butterreinfett verzeichneten im Mittel einen Zuschlag von 4,7 % und wurden mit 3.797 USD/t (3.401 EUR) auf dem Jahreshöchststand abgerechnet. Teurer gehandelt wurde zudem Buttermilchpulver, für das die Käufer 7,7 % mehr Geld als bei der vergangenen GDT-Auktion anlegen mussten. Entgegen dem ansonsten festen Preistrend gab es bei Cheddarkäse ein gemischtes Bild. Während der Liefertermin Oktober 2016 ein Preisminus von 11,8 % verzeichnete, wurden für die Fälligkeiten November und Dezember Zuschläge von 1,8 % bzw. 8,5 % gezahlt. Im Mittel aller Kontrakte erlöste Cheddar 2.889 USD/t (2.588 EUR); gegenüber der Auktion Mitte Juli waren das 0,8 % weniger.
     AgE

Milchüberschuss auch in der Türkei

Auch in der Türkei leiden die Milcherzeuger aktuell unter niedrigen Preisen. Wie der US-Agrarattaché in Ankara jetzt berichtete, sind die Milcherzeugerpreise seit 20 Monaten nicht mehr gestiegen. Landwirte beklagten, dass der Nationale Milch Board den Mindestpreis von 1,15 TL (0,34 EUR) pro Liter Rohmilch längst nicht mehr garantieren könne. Die Verarbeitungsindustrie zahle deutlich weniger. Berichtet wird dem US-Agrarexperten zufolge von einer Milchschwemme und einem Literpreis von zuletzt nur noch 0,70 TL (0,21 EUR). Die Nachfrage habe mit der Produktionsentwicklung nicht mitgehalten. Zuletzt sei der Verbrauch sogar gesunken. Als ein Grund dafür werden auch die militärischen Auseinandersetzungen im Irak genannt; das Nachbarland ist der größte Exportmarkt für die türkische Milchindustrie. Maßgeblich ist allerdings auch, dass die Milcherzeugung in der Türkei in den vergangenen Jahren insgesamt kräftig gewachsen ist, und zwar von weniger als 14 Mio. t im Jahr 2010 auf 18,65 Mio. t im vergangenen Jahr. Davon entfielen knapp 17 Mio. t auf Kuhmilch. Hiervon wurden wiederum 8,9 Mio. t an Molkereien geliefert, was eine Zunahme um 3,5 % gegenüber 2014 bedeutete; die verbleibenden 8 Mio. t gehen in den Eigenverbrauch beziehungsweise werden verfüttert. Gefördert wurde die Milcherzeugung durch den Einstieg von großen Unternehmen und Investoren in die Landwirtschaft; es wurden große Milchfarmen aufgebaut, gestützt durch zinslose Kredite der Türkischen Agrarbank. Fachleute warnen angesichts der sehr niedrigen Milchpreise, denen vergleichsweise hohe Futterkosten gegenüberstehen, vor einer Wiederholung der 2008 verzeichneten Krise. Damals gaben die Milchbauern mangels Rentabilität der Milchproduktion viele ihrer Tiere zur Schlachtung. In der Folge nahm der Rinderbestand landesweit kräftig ab, sodass es 2009 dann wieder zu einem dramatischen Anstieg der Rindfleisch- und Milchpreise kam. Die türkische Regierung sah sich daraufhin veranlasst, die Einfuhr von Lebendrindern in größerem Umfang zu erlauben, um den Anstieg der Fleisch- und Milchpreise auf der Verbraucherebene zu dämpfen.
     AgE

Größtes russisches Milchverarbeitungsunternehmen geplant

Das größte integrierte Milchverarbeitungsunternehmen Russlands will eine Gruppe internationaler Unternehmen in der Region Rjasan in der Nähe von Moskau errichten. Wie der russische Direktinvestmentfond (RDIF) mitteilte, wurde eine entsprechende Vereinbarung mit Thailands größtem Agrarkonzern, der Charoen Pokphand Group, dem chinesischen Molkereiunternehmen Banner Infant Dairy Products, Investoren aus dem Nahen Osten, mehreren Banken und der Regionalregierung unterzeichnet. Die geplante In-vestitionssumme belaufe sich auf insgesamt 1 Mrd. USD (892 Mio. EUR). Die neue Anlage werde jährlich 400.000 t Milchprodukte herstellen, wobei das Produktportfolio pasteurisierte und ultrahocherhitzte Milch sowie Käse und Sauermilchprodukte umfassen solle. Das Projekt werde von der Charoen Pokphand und von der Banner Dairy geleitet. RDIF-Geschäftsführer Kirill Dmitriev betonte, dass das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Steigerung des Anteils russischer Milchprodukte auf dem heimischen Markt und zur Verringerung von Importen leisten werde.     AgE

Haushalte geben im Mittel 225 EUR monatlich für Lebensmittel aus

Durchschnittlich 225 EUR im Monat hat ein privater Haushalt in Deutschland im Jahr 2013 für Nahrungsmittel ausgegeben; einschließlich Getränken und Tabakwaren waren es 300 EUR. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilte, lagen dabei die Ausgaben für alkoholfreie Getränke mit 32 EUR etwas über denjenigen für alkoholische Getränke mit 26 EUR. Für Tabakwaren wurden durchschnittlich 17 EUR im Monat aufgewendet. Den Wiesbadener Statistikern zufolge steigen die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabak mit der Anzahl der Personen unterproportional an. Während Alleinlebende im Schnitt 174 EUR für diese Waren ausgaben, wendeten Zwei-Personen-Haushalte mit 338 EUR im Monat pro Person 5 EUR weniger auf. Haushalte mit drei oder vier Personen gaben im Mittel 412 EUR beziehungsweise 478 EUR aus; das entsprach 137 EUR und 120 EUR pro Kopf. Der Regelsatz für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren für volljährige Hartz IV-Empfänger lag im Jahr 2013 bei 135,61 EUR und damit deutlich unter den durchschnittlichen Aufwendungen der Gesamtbevölkerung. Wird allein auf die monatlichen Nahrungsmittelausgaben der privaten Haushalte geblickt, dann entfiel davon laut Destatis der größte Anteil mit durchschnittlich 52 EUR oder 23 % auf die Warengruppe Obst, Gemüse und Kartoffeln. Dicht dahinter folgten mit 50 EUR oder 22 % Fleisch und Fleischwaren. Weitere 41 EUR oder 18 % gaben die Verbraucher für Brot und Getreideerzeugnisse aus; knapp 37 EUR oder 17 % entfielen auf Molkereiprodukte und Eier. Mehr Geld als im Bundesmittel gaben die niedersächsischen Haushalte mit durchschnittlich 348 EUR im Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabak aus. Wie das Landvolk Niedersachsen auf der Basis von Daten des Statistischen Landesamtes berichtete, entsprach das jedoch nur 14,0 % des mittleren Gesamtbudgets von 2.488 EUR. Noch niedriger lag der Anteil der Ausgaben für Lebensmittel mit 11,6 % in Haushalten mit Beamten als Haupteinkommensbezieher. Bei den Pensionären fiel er mit 11,2 % besonders niedrig aus. Niedersächsische Haushalte mit einem Nettoeinkommen von weniger als 900 EUR wendeten 2013 dagegen 19,2 % für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren auf.     AgE

„Milchgipfel“ bleibt hinter den Erwartungen zurück

Nur zum Teil konnte der „Milchgipfel“ die Erwartungen erfüllen, die aus den Reihen von Politik und Wirtschaft in ihn gesetzt worden waren. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zeigte sich dennoch mit den Ergebnissen des mehr als vierstündigen Spitzentreffens der wichtigsten Verbände entlang der Wertschöpfungskette Milch in Berlin zufrieden. Ein „Weiter so“ in der Milchmarktpolitik könne und werde es nicht geben, betonte der CSU-Politiker. Ziel sei „weniger Milch für bessere Preise“. Schmidt bezog sich auf den „Branchendialog Milch“, auf den sich die Teilnehmer zuvor verständigt hatten. Der habe das Ziel, Vorschläge zu einer kurzfristigen Reduzierung der Milchmenge und einer langfristigen Neuordnung der Marktstruktur zu erarbeiten. Schmidt sprach von einem notwendigen „Einstieg in eine strategische Rohstoffplanung“, die für alle Seiten Verlässlichkeit mit sich bringe. Von den Molkereien erwartet der Minis-
ter, dass sie die vorliegenden Instrumente zur Mengensteuerung nutzen werden. Schmidt bekräftigte die Zusage der Bundesregierung für ein Hilfspaket zuguns-
ten der bedrängten Milcherzeuger, ohne dass er jedoch die bereits vor Wochen getätigte Ankündigung eines Gesamtvolumens von „100 Mio. plus x“ konkretisieren konnte. Schließlich legte der Lebensmitteleinzelhandel bei dem Treffen ein Bekenntnis zur heimischen Milcherzeugung ab, die es unbedingt zu sichern gelte. Freilich geht die Solidarität des Handels nicht so weit, die von ihm geschätzte qualitativ hochwertige und sichere Produktion vor der Haustür in Form eines gesonderten finanziellen Beitrages zu unterstützen.
Sowohl der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes (MIV), Peter Stahl, als auch der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Manfred Nüssel, betonten die Notwendigkeit zur Mengenreduzierung auf dem Milchmarkt. Nüssel warnte aber zugleich vor nationalen Alleingängen. Keine nennenswerte Wirkung schreibt der DRV-Präsident nämlich einer freiwilligen Mengenregulierung auf Molkereiebene zu, an der sich nicht alle Molkereien beteiligen und die allenfalls in wenigen EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werde. Ausdrücklich wandte sich Nüssel gegen Versuche einer externen Einflussnahme oder gar rechtliche Vorgaben zur Änderung der genossenschaftlichen Lieferbeziehungen. Auch Stahl äußerte sich kritisch zu einer Anpassung des Agrarmarktstrukturgesetzes. Bereits jetzt könnten Molkerei und Milcherzeuger frei über ihr Vertragsverhältnis verhandeln. Zudem könnten die Erzeuger als Eigentümer der Genossenschaft die Grundlagen „aktiv mitgestalten“.     AgE

Agenda 2020 erfolgreich abgeschlossen

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) hat seine umfangreichen internen Reformberatungen, die sogenannte Agenda 2020, erfolgreich abgeschlossen und geht gestärkt und mit uneingeschränktem Rückhalt der Mitglieder in die Zukunft. Als Grundsatz der BLL-Arbeit gilt weiterhin die Verantwortung für die gesamte Lebensmittelkette und damit die konsensorientierte Ausrichtung für eine breit aufgestellte, produkt- und stufenübergreifende Kommunikation. BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff betont: „Die Lebensmittelbranche steht geschlossen und mit großem Vertrauen hinter ihrem Spitzenverband. Dank der engagierten Beteiligung der Mitglieder im Rahmen der Agenda 2020 und der dort gefassten konstruktiven Beschlüsse sind wir optimal für zukünftige Herausforderungen gewappnet.“
Die wichtigste Änderung betrifft die Wahl des Präsidenten, der nun direkt von den Mitgliedern gewählt wird. Der Vorstand wird zudem um je eine Vertretung aus der System-/ Gastronomie und der Einzelmitgliedschaft erweitert. Bisher waren nur die Bereiche Landwirtschaft, Industrie, Handwerk und Handel vertreten. Die Vertreter im Vorstand müssen unterschiedlichen Unternehmen angehören. Außerdem wurde die Wahlperiode von Präsident und Vorstand von einem auf zwei Jahre verlängert. Diese Verfahrensänderungen, die auf der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen wurden, dienen der Verbesserung der demo-kratischen Meinungsbildung und Erhöhung der verbandsinternen Transparenz.

Milchkönigin verteidigt erneut Goldenen Melkschemel

Svenja I. heißt erneut die Siegerin des Wettmelkens um den Goldenen Melkschemel, das die Landesvereinigung Milch Hessen traditionell auf dem Hessentag veranstaltet. Mit 350 Millilitern in 30 Sekunden stellte die Produkthoheit zum dritten Mal die Konkurrenz in den Schatten und zeigte, dass sie den Titel der Hessischen Milchkönigin zu Recht trägt. In diesem Jahr ging es ganz knapp zu. Die 24-jährige Landwirtin aus Rodgau verwies den Landesvorsitzenden der Landjugend, Lars Döppner, auf Rang zwei, der mit 340 Millilitern ein ebenfalls beachtliches Ergebnis ermolk. Das Hessentagspaar Janina Till und Cetin Celik erreichten 190 und 240 Milliliter und liegen damit in der Wertung der Hessentagspaare der letzten Jahre ganz vorne.

DLG sucht Qualitätsführer

Das Testzentrum Lebensmittel der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat jetzt seine Internationalen Qualitätsprüfungen für Milcherzeugnisse und Speiseeis 2016 ausgeschrieben. Sie zählen zu den führenden Qualitätstests der Branche. Anmeldeschluss ist der 12. August 2016.
Neben den mikrobiologischen und chemischen Labortests steht bei der Qualitätsbewertung durch die DLG-Experten die sensorische Beschaffenheit der Milch- und Speiseeisprodukte im Mittelpunkt. Dafür werden Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz bzw. Gefüge beurteilt. Für jedes dieser Kriterien gibt es ein eigens entwickeltes Prüfschema, das mögliche Abweichungen beschreibt. Des weiteren werden die Erzeugnisse einer Verpackungs- bzw. Deklarationsprüfung unterzogen. Produkte, die die umfangreichen DLG-Tests bestehen, erhalten die Goldene, Silberne oder Bronzene DLG-Medaille.
Das DLG-Testzentrum Lebensmittel ist aufgrund seiner Fach- und Methodenkompetenz international führend in der Qualitätsbewertung von Lebensmitteln. Ein neutrales Experten-Netzwerk sowie Prüfmethoden auf Basis aktueller wissenschaftlich abgesicherter und produktspezifischer Qualitätsstandards garantieren Neutralität und Qualitätstransparenz. Die Anforderungen, die mit der Prüfung und Bewertung zusammenhängen, sind durch die DLG-Zertifizierungsstelle detailliert beschrieben und werden regelmäßig durch externe Prüfinstitute kontrolliert. Die Anmeldeunterlagen sind erhältlich beim DLG-Testzentrum Lebensmittel, Antje Preuß, a.preuss@dlg.org.

Wir lassen die Kuh raus!

Ein bemerkenswertes Schauspiel gab es beim Weideaustrieb auf dem Bioland-Betrieb in Pöcking (LK Starnberg) zu erleben: Die Kühe von Luise und Andreas Erhard zeigten ihre Freude, endlich wieder draußen auf der Weide zu sein, mit vielen ausgelassenen Luftsprüngen. Die Weidehaltung ist die tierfreundlichste und artgerechteste Rinderhaltung. Josef Wetzstein, Bioland Landesvorsitzender, sagte: „Die artgerechte Weidehaltung ist ein ganz wichtiges Element im Biolandbau. Auf der Weide können die Tiere ihr natürliches Verhalten ausleben. Die Andechser Molkerei Scheitz ist ein langjähriger, innovativer Partner für unsere Bioland-Bauern. Wir bedanken uns bei der Andechser Molkerei Scheitz für ihr Engagement, dass sie diese besonders artgerechte Tierhaltung so umfänglich unterstützt.“
Der Bioland-Hof von Luise und Andreas Erhard wird seit 2007 nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Der neue Stall liegt direkt an den Weideflächen, sodass Familie Erhard einfach die Stalltür aufmachen und die Kühe auf die Weide rausschicken kann. Auf dem Betrieb leben rund 50 Milchkühe (hauptsächlich Fleckvieh). Luise und Andreas Erhard unternehmen vieles, um ihren Kühen ein möglichst artgerechtes Leben zu bieten.

Innovationspreis 2016: „Black Beast“-Burger, Chia-Pudding und ökologisches Verpackungsmaterial

Das KIN-Lebensmittelinstitut zeichnete auch 2016 wieder drei Abschlussprojekte der Weiterbildung zum Lebensmitteltechniker mit dem Innovationspreis aus: Das vegane Burger-Patty „Black Beast“, einen veganen, glutenfreien Schoko-Kirsch-Pudding auf Basis von Chia-Samen sowie den Einsatz von Bananenblättern als ökologische Primärverpackung. „Die Projektteams sollten ein neues Produkt kreieren, optimieren oder eine prozesstechnologische Aufgabe lösen. Die Innovationspreise sind dabei eine zusätzliche Motivation für höchste Leistungen“, betont Schulleiterin Gudula Apfelt. „Unsere Teilnehmer kommen aus der Praxis und bringen eine starke Motivation zur persönlichen Weiterentwicklung mit. Das hohe Niveau unserer Qualifikation garantiert ihnen hervorragende Berufschancen“, erklärt Apfelt weiter. Das KIN entsendet dieses Jahr 32 Absolventen in die Industrie. Die praxisorientierte, zweijährige Weiterbildung zum Lebensmitteltechniker ermöglicht Fachkräften der Lebensmittelbranche einschließlich Köchen, Bäckern und Metzgern den nächsten Karriereschritt und wird seit diesem Jahr auch berufsbegleitend angeboten.

EU-Milch für syrische Kinder

Insgesamt 350.000 Kinder in Syrien sollen im Rahmen der EU-Hilfen für diese Krisenregion mit Trinkmilch aus europäischen Beständen versorgt werden. Dazu hat die EU-Kommission ein Hilfsprogramm über 30 Mio. EUR beschlossen. Es ist Bestandteil des jüngsten, mit insgesamt 500 Mio. EUR dotierten Hilfsprogramms der Brüsseler Behörde für die krisengeschüttelte EU-Landwirtschaft. Das Programm werde genutzt, um Milch zu kaufen, die aus der Europäischen Union stamme, erklärte die Kommission. Neben der Unterstützung der europäischen Milchwirtschaft durch den Milchankauf leiste das Programm aber auch einen ganz wesentlichen Beitrag zur größten Herausforderung der EU, nämlich der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Die Milch werde von in Syrien tätigen humanitären Partnerorganisationen an die Kinder verteilt und ergänze bereits laufende, von der EU finanzierte Lebensmittelhilfsprogramme, erklärte der für Humanitäre Hilfe und Krisenma-nagement zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides.     AgE

Erweiterung der Lagerkapazitäten Vandersterre Holland

Vandersterre Holland erweitert seine Lagerpotenziale in Meerkerk (Nieder-
lande). Der Neubau bietet nicht nur Platz für zusätzliche Lagerkapazitäten, sondern ermöglicht auch das Wachstum von weiteren Aktivitäten. Auf dem erworbenen Grundstück von 5.700 m2 findet die Erweiterung und Renovierung des Käselagers in zwei Phasen statt. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Fertigstellung der ersten Phase Ende 2016 und die zweite Phase im Sommer 2017 realisiert sein.
Die Lagerung, Reifung und Verpackung, kurzum die Käseveredelung von natürlich gereiftem holländischen Käse, ist seit der Gründung ein Spezialgebiet und damit ein Schwerpunkt von Vandersterre Holland. Als Teil der Vandersterre Groep in Bodegraven reifen im neuen Lager in Meerkerk u.a. die hochwertigen Marken-Käse wie Prima Donna und Landana.

„Kieler Milchtag“ startet im Mai als Neuauflage

Das ganze Spektrum der Milchwirtschaft von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Verbraucher zeigt der „Kieler Milchtag“, zu dem die Gemeinschaft der Förderer und Freunde der Milchforschung in Kiel mit den dort milchwissenschaftlich tätigen Forschungsinstituten für den 31. Mai und den 1. Juni in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt einladen. Wie der Verein in einem Hinweis mitteilte, waren die „Kieler Milchwoche“ und die „Kieler Milchtage“ in der mehr als 100-jährigen Geschichte der dort ansässigen Milchforschung über Jahrzehnte ein fester Bestandteil der Präsentation milchwissenschaftlicher Ergebnisse. In Form des diesjährigen „Kieler Milchtages“ wollen die Initiatoren die Veranstaltungsreihe nun in einem neuen Format wiederbeleben und dabei milchwissenschaftliche Forschungsergebnisse über die gesamte Wertschöpfungskette der Milchwirtschaft präsentieren. Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung werden den Veranstalterangaben zufolge verschiedene Themenblöcke abgearbeitet, die unter anderem den Verbraucherbereich sowie labor- und produktionstechnische Fragen abdecken. Darüber hinaus werden Fachleute Referate zur Lebensmittelsicherheit, den Milchmärkten, zu Tierwohlfragen und zum Umweltschutz halten.     AgE

Geteiltes Echo

Die von EU-Agrarkommissar Phil Hogan aktuell vorgeschlagenen Maßnahmen zur Entlastung des Milchmarktes sind in den Niederlanden nicht nur auf Zustimmung gestoßen. So monierte der holländische Milchindustrieverband (NZO), dass die angestrebte freiwillige Produktionsbeschränkung auf der Ebene von Milcherzeugerorganisationen, Branchenvereinigungen und genossenschaftlichen Molkereien nur wenig effektiv sei. Der EU-Milchpreis stehe nämlich in einem engen Zusammenhang mit dem Weltmarktpreis. Deshalb seien heftige Milchpreisschwankungen in der Gemeinschaft unvermeidlich. Positiv reagierte der NZO indes auf die geplante Ausweitung der Interventionsmengen für Butter und Magermilchpulver. Als weitere Maßnahmen schlug die Organisation vor, die Transparenz auf dem EU-Milchmarkt zu erhöhen und die Exportmöglichkeiten durch Handelsvereinbarungen mit Drittländern zu verbessern. Auch der niederländische Bauernverband (LTO) ist mit den Plänen des Agrarkommissars nicht durchweg zufrieden. Laut LTO sollten die Mitgliedstaaten die landwirtschaftlichen Betriebe nicht zusätzlich finanziell unterstützen dürfen, weil sich dadurch Wettbewerbsverzerrungen und Nachteile  ergeben würden.     AgE

Grünes Licht für französische Herkunftskennzeichnung von Fleisch- und Milchprodukten

Die Europäische Kommission wird Frankreich voraussichtlich gestatten, mit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Fleisch und Milch in verarbeiteten Produkten zu experimentieren. Wie der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll mitteilte, gab die Kommission am Rande des Agrarrats ihr „grundsätzliches Einverständnis“ für einen solchen Schritt. Nach den Vorstellungen des Ministers soll bei Produkten, deren Fleisch- beziehungsweise Milchanteil wenigstens 50 % beträgt, künftig die Herkunft der Rohware angegeben werden. Dies würde für fleischliefernde Tiere das Land der Geburt, der Aufzucht und der Schlachtung umfassen. Bei Milch sollen sich die entsprechenden Angaben auf die Sammlung, die Verarbeitung und die Verpackung erstrecken. Aufgrund des Mindestanteils von 50 % wären Produkte wie Würste, Fleischzubereitungen, Joghurt und Käse betroffen, in der Regel jedoch nicht Tiefkühllasagne, -pizza oder ähnliche Erzeugnisse mit einem größeren Spektrum an Zutaten. Der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis bestätigte auf Anfrage, dass man mit Paris wegen einer möglichen Pflichtangabe in Kontakt stehe. Das EU-Recht erlaube den Mitgliedstaaten die Einführung zusätzlicher Kennzeichnungselemente, solange sie angemessen begründet würden. Mögliche Gründe seien beispielsweise der Schutz der öffentlichen Gesundheit oder der Verbraucherschutz. Man wolle die Prozedur mit den französischen Behörden so schnell wie möglich abschließen.
Der französische Bauernverband (FNSEA), die Junglandwirteorganisation (JA) und die genossenschaftliche Dachorganisation Coop de France riefen die Regierung in einer gemeinsamen Stellungnahme dazu auf, die Kennzeichnungspflicht jetzt so schnell wie möglich einzuführen. Es handle sich um ein Match für mehr Transparenz, bei dem Erzeuger, Verarbeiter und Verbraucher auf derselben Seite spielen müssten. Die Branchenorganisationen verwiesen darauf, dass Studien zufolge 54 % der fleischhaltigen Produkte keine Herkunftskennzeichnung trügen. Die französische Interprofession für Vieh und Fleisch (Interbev) erklärte, das sei ein wichtiger Schritt hin zu allgemeinen Vorschriften über die Kennzeichnung der Fleischherkunft.
In Spanien reagierten Land- und Fleischwirtschaftsverbände indes mit Kritik auf die Pariser Pläne. Es handle sich um einen Angriff auf den freien Bezug von Ware aus anderen Ländern und damit um eine Verletzung des EU-Binnenmarktes, unterstrichen in einer gemeinsamen Erklärung unter anderem die Vereinigung der Schweinehalter (Asociación Nacional de Productores de Ganado Porcino – Anprogapor) und die Vereinigung der spanischen Fleischindustrie (Asociación Nacional de Industrias de la Carne de España – Anice). Das Vorhaben könne erhebliche Schäden in der Fleischbranche der iberischen Halbinsel auslösen. Frankreich ist ein wichtiger Abnehmer spanischer Fleischexporte. Im Jahr 2014 gingen laut Zahlen des spanischen Büros für den Fleischexport (Oficina de Exportación de la Carne de España – OECE) unter anderem insgesamt 310.000 t und damit etwa 29 % der gesamten Schweinefleischausfuhren Spaniens nach Frankreich.     AgE

Schweizer essen mehr Käse

Käse erfreut sich bei den Schweizern weiterhin einer sehr großen Beliebtheit. Der Verbrauch belief sich im vergangenen Jahr auf insgesamt 180.746 t; das waren 4.314 t oder 2 % mehr als 2014. Der mittlere Pro-Kopf-Verbrauch an Käse erhöhte sich demnach um rund 260 g auf 21,49 kg. Wie der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Switzerland Cheese Marketing AG unter Berufung auf Daten der TSM Treuhand GmbH, der Oberzolldirektion (OZD) und der Schweizer Milchproduzenten (SMP) außerdem mitteilten, hat sich in den vergangenen acht Jahren der Importanteil des in der Schweiz konsumierten Käses um 7 % erhöht. Allerdings schätzten die Konsumenten in der Schweiz weiterhin die vielfältige inländische Käsepalette und hätten im vergangenen Jahr bei 70 % ihrer Einkäufe zu heimischer Ware gegriffen. Neben den angestammten und bekannten Schweizer Sorten waren laut SBV und der Marketinggesellschaft auch regionale Spezialitäten gefragt. Seit der vollständigen Liberalisierung des Käsehandels zwischen der Schweiz und der EU am 1. Juni 2007 seien unter anderem neue Käsespezialitäten importiert worden, die teilweise große Preisunterschiede zu den inländischen Sortenkäsen aufwiesen. Durch die Marktliberalisierung habe der Schweizer Käse am Inlandsmarkt an Boden verloren. Im Jahr 2007 hatte der Anteil heimischer Ware am Käsegesamtabsatz den Angaben zufolge noch bei 76,5 % gelegen.     AgE

Milchwirtschaft trifft Minister Schmidt

Auf Einladung von Bundesminister Chris-
tian Schmidt tauschten sich Mitte März in Berlin Vertreter der Verbände Deutscher Raiffeisenverband, Bundesverband der privaten Milchwirtschaft, Milchindustrie-Verband und Deutscher Bauernverband über die schwierige Marktlage bei Milch und Milcherzeugnissen aus. Der Bundesminister informierte die Wirtschaft über die Ergebnisse des Brüsseler Agrarrates. Danach soll es unter anderem in Zukunft möglich sein, eine freiwillige Mengenbegrenzung durch anerkannte Erzeugerorganisationen, deren Vereinigungen, Branchenverbände und Genossenschaften einzuführen. Die Verarbeiterverbände sehen in diesem Modell keinen Lösungsweg für eine Stabilisierung des nationalen und europä-ischen Marktes. Das schließt Aktivitäten einzelner Unternehmen aber nicht aus. Die auch bei diesem Agrarrat erneut bekräftigte Marktorientierung der Gemeinsamen Agrarpolitik führt zu einer stärkeren Abhängigkeit des EU-Milchmarktes von den weltweiten Entwicklungen. Der Milchpreis wird heute global beeinflusst. Auch die bereits in Kraft getretenen und weiter geplanten Freihandelsabkommen der EU, die von der Bundesregierung politisch ausdrücklich unterstützt werden, verbieten ein Abschotten der Märkte. Nationale Alleingänge im Sinne einer Mengenbegrenzung lehnen die Verbände deshalb ab. Die Molkereien fühlen sich durch die Aktivitäten der Bundesregierung in Sachen Export gut unterstützt. Bei der Öffnung von Drittlandmärkten für Milchprodukte wurde bereits viel erreicht. Lediglich der russische Markt bleibt aufgrund politischer Beschlüsse weiterhin für EU-Exporte verschlossen. Hier bedarf es weiterer politischer Initiativen, vor allem auf EU-Ebene. Die Molkereiwirtschaft fordert die Bundesregierung auf, sich hierfür wie auch für den Abbau nicht tarifärer Handelshemmnisse mit Nachdruck einzusetzen.
Die Forderung des Bauernverbandes zur Stützung der Liquidität auf den Höfen wird von den Molkereien mitgetragen. In den schwierigen Zeiten dürfen Milcherzeuger nicht im „Regen stehengelassen werden“, notfalls sollte auch Geld aus nationalen Kassen bereitgestellt werden. Die Ursache für die Preismisere liegt in fehlenden Absatzmärkten in Russland und China bei gleichzeitig sehr hoher Milchanlieferung vor allem in West- und Nordeuropa. Die Lösung ist also auf der Ebene der Erzeuger selbst zu suchen, wobei die Molkereien eine Reaktion der Anlieferung in Folge schlechter Milchpreise bald erwarten. Eine Absage erteilen die Molkereiverbände Plänen zum staatlichen Eingriff in die Vermarktungsstrukturen der deutschen Molkereiwirtschaft. Die Umsetzung von Fusionen, Vermarktungsplattformen und weitere Ansätze der Zusammenarbeit liegen in der alleinigen Entscheidungshoheit der Unternehmen und deren Eigentümern. Staatliche Einflussnahme ist hier völlig fehl am Platz.

„Falsches Fett“ in russischen Milchprodukten

Bei der Erzeugung von Milchprodukten wird in russischen Molkereien offenbar immer häufiger Milchfett durch kostengünstiges Pflanzenfett ersetzt. Das ist zwar grundsätzlich nicht verboten; doch muss die Ware dann entsprechend deklariert sein. Der Leiter des Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor), Sergej Dankwert, sprach in dem Zusammenhang in Moskau von „Panscherei“. Landesweite Kontrollen im Jahr 2015 hätten ergeben, dass ein nicht geringer Teil der Produkte auf dem Milchmarkt „Falsifikate“ seien. Den Anteil der gehandelten Ware mit „falschem Fett“ gab Dankwert insgesamt mit 11 % an. Bei einzelnen Produktgruppen seien es bis zu 50 %, bei Käse sogar 78 %. Je höher dabei gemäß Milchmarktordnung der vorgeschriebene Fettanteil in den Molkereizeugnissen sei, desto höher sei der Anteil von Pflanzenfett gewesen, berichtete der Behördenchef. Bei dem Ersatzfett habe es sich in den meisten Fällen um Palmöl gehandelt. Nicht verwunderlich sei deshalb, dass Russlands Palmölimporte 2015 gegenüber dem Vorjahr um 25,5 % auf 889.000 t gestiegen seien. Dankwert schlug deshalb vor, die Kontrolle der Milchbranche zu verstärken und die Prüfung der Milchqualität durch die regionalen und lokalen Veterinärdienste vornehmen zu lassen. Der Verband der Milcherzeuger Russlands (Sojuzmoloko) nannte die Vorwürfe Dankwerts in einer Stellungnahme überzogen. Er räumte jedoch ein, dass laut eigenen Untersuchungen der Anteil von Milchprodukten mit nicht deklarierten Pflanzenfetten gegenwärtig zwischen 8 % bis 10 % liege. Auch renommierte ausländische Hersteller wie Danone, die in Russland produzieren, sehen sich mit behördlichen Vorwürfen wegen unerlaubten Einsatzes von pflanzlichen Fetten konfrontiert. Zuletzt versicherte Ende Februar der russische Danone-Geschäftsführer Bernard Ducros, dass bei seinem Unternehmen kein Palmöl eingesetzt werde und die eigenen Produkte natürlich sowie die Inhaltsstoffe gemäß den Gesetzen deklariert seien.     AgE

Connemann gegen Wegwerfverbot für unverkaufte Lebensmittel

Die Union lehnt ein gesetzliches Wegwerfverbot für unverkaufte Lebensmittel ab. „Wir brauchen in Deutschland keine Verbotspolitik“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann, in Berlin. Sie reagierte damit auf die Entscheidung des französischen Senats, ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung endgültig anzunehmen. Die CDU-Abgeordnete wirft dem französischen Gesetzgeber vor, er tausche ein Extrem gegen das andere aus. Nachdem bislang alle unverkauften Lebensmittel mit Chlor überschüttet worden seien, um eine Nutzung der Abfälle durch Dritte zu verhindern, werde nun „im Hauruckverfahren“ genau das Gegenteil angeordnet. Connemann: „Wer an Zwang glaubt, hat schon verloren.“ Demgegenüber habe Deutschland seine Hausaufgaben gemacht und den Handel sensibilisiert, betonte die Unionsabgeordnete. Nur 5 % der Abfälle stammten heute noch aus dem Handel. Gleichzeitig seien die Privathaushalte für 60 % der Abfälle verantwortlich. Zum großen Teil würden die Lebensmittelabfälle aus dem Handel von Tafeln und ähnlichen Einrichtungen abgeholt. Bereits seit Jahren arbeite der Handel hierzulande mit mehr als 900 Tafeln zusammen, so Connemann. Andere Abfälle würden zu Biogas verarbeitet. Weitere Maßnahmen würden folgen, etwa immer mehr kleinere Packungsgrößen für Singlehaushalte.
Aus Sicht des Vorstandes der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Klaus Müller, ist eine gesetzliche Regelung wie in Frankreich dennoch sinnvoll. Er wies gegenüber AGRA-EUROPE auf Anfrage darauf hin, dass viele Händler oder Caterer hierzulande bereits Lebensmittel an die Tafel spendeten, wenn diese nicht mehr verkauft werden könnten. Eine gesetzliche Pflicht würde also die schwarzen Schafe treffen, die das bisher noch nicht freiwillig machten. Neben dem Handel sieht Müller auch die Landwirte, die Lebensmittelindustrie und die Verbraucher in der Pflicht. Er forderte in dem Zusammenhang verständlichere Angaben zur Mindesthaltbarkeit und zum Verfallsdatum von Lebensmitteln, den Verzicht auf ausschließlich große Packungen und auf günstige Angebote von Lebensmitteln mit Schönheitsfehlern. Auch wäre eine „Renaissance der Kochkultur“ insbesondere an Schulen ein weiterer wichtiger Schritt. Müller: „Kochen schafft Wertschätzung für Lebensmittel.“
Mit dem in Frankreich angenommenen Gestz wird jetzt eine freiwillige Vereinbarung zwischen den Einzelhandelsunternehmen und karitativen Einrichtungen verpflichtend, wonach unverkaufte Lebensmittel zu spenden sind. Zudem sieht das Gesetz, von dem Supermärkte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 m² betroffen sind, eine Sanktion vor, um einer Vernichtung von noch konsumierbaren Lebensmitteln durch den Handel entgegenzuwirken. Darüber hinaus wurde das Rechtssystem der Herstellerhaftung für mangelhafte Produkte geändert. Schließlich soll die Problematik Lebensmittelverschwendung als Thema in die beruflichen Bildungszweige integriert werden und auch bei den Unternehmen eine stärkere Beachtung finden.     AgE

Backhaus für Normalisierung der europäisch-russischen Beziehungen

Mit Blick auf die teilweise gravierenden Auswirkungen der wechselseitigen Handelsbeschränkungen zwischen der EU und Russland hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus für eine baldige Normalisierung der Beziehungen geworben. Auf dem Landwirtschaftstag der Volksbanken und Raiffeisenbanken wies Backhaus in Linstow darauf hin, dass Russland für die deutschen Agrarexporteure bis 2013 zu den drei wichtigsten Absatzmärkten außerhalb der EU gezählt habe. Durch das russische Embargo seien die deutschen Agrarausfuhren dorthin allerdings – gemessen am Stand von 2010 – um mehr als die Hälfte auf zuletzt 0,8 Mrd. EUR pro Jahr gesunken. Gesperrt seien vorrangig Fleisch- und Milcherzeugnisse und damit gerade jene Produkte, die der Landwirtschaft Wertschöpfung und Arbeitsplätze brächten, betonte der Minister. Die ohnehin schlechte Marktlage für Milch und Schweinefleisch wird nach seiner Auffassung durch das Russlandembargo weiter verschärft. Backhaus räumte in Linstow ein, dass landwirtschaftliche Themen angesichts der geopolitischen Konfliktherde in Syrien, im Irak oder der Ukraine sicherlich in den Hintergrund rückten. Dennoch seien die Beziehungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Russland von strategisch wichtiger Bedeutung.  Positiv hob der Minister hervor, dass der Handel zum Beispiel in den Bereichen Saat- und Pflanzengut sowie Zuchtmaterialien vom russischen Embargo ausgenommen sei und gut funktioniere. Auch bestehe seitens der Russischen Föderation Interesse an der Fischaufzucht in Aquakulturen.    AgE

Nießner kritisiert Panikmache der Bevölkerung

Der Präsident des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), Stephan Nießner, hat eine Panikmache der Bevölkerung in Sachen Ernährung angeprangert. Glaube man den Schlagzeilen, scheine es in Deutschland unmöglich zu sein, sich gesund zu ernähren, so Nießner in Berlin. Widersprüchliche Aussagen zur Wirkung von beispielsweise Zucker, Salz, Milch oder Weizen verunsicherten die Bevölkerung. Die Empfehlungen gründeten oftmals auf unwissenschaftlichen und fragwürdigen Studien. Der BLL-Präsident verwies hier insbesondere auch auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die sich regelrecht als „Ernährungsgouvernante“ aufspiele. Da die WHO-Empfehlungen aber von der Regierung als Grundlage für politische Entscheidungen angesehen würden, sei der Branche daran gelegen, dass wissenschaftliche Datensicherheit gewährleistet sei. Staatliche Rezepturvorgaben, beispielsweise zum Zucker- oder Salzgehalt in Fertiglebensmitteln, sieht der BLL ebenfalls kritisch. Die Branche sei sich ihrer Verantwortung bewusst, unterstrich Nießner. Sie müsse und wolle über Inhaltsstoffe informieren. Ernähren müsse sich aber jeder selbst. Der Verbandspräsident hob erneut die hohe Lebensmittelsicherheit in Deutschland hervor, ebenso die große Lebensmittelvielfalt. Die Bedürfnisse der Verbraucher änderten sich ständig, weshalb Weiterentwicklungen und Innovationen nötig seien. Die Branche schaffe keine Bedürfnisse, sondern bediene sie, betonte Nießner. Die Bedeutung wissenschaftlicher Grundlagen und den hohen Stellenwert der freien Entscheidung durch den Verbraucher hob auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hervor. Gleichzeitig erinnerte der Minister an die schweren Folgen und Behandlungskosten von ernährungsbedingten Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes. Da könne man als Politik nicht wegschauen. Gröhe verwies zudem neben der nötigen Kennzeichnungspflicht von Produkten auch auf die Initiative InFORM und das neue Präventionsgesetz.     AgE

Kritik an Exportorientierung

Die aktuelle Milchpolitik der Europäischen Union bedroht mittlerweile nicht nur die Existenz vieler Betriebe in ganz Europa, sondern setzt auch die bäuerliche Milchproduktion global unter Druck. Diese Kritik hat der südindische Milchbauer Kannaiyan Subramaniam geübt, der auf Einladung des FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerks (FIAN) eine Rundreise durch Europa machte, bei der er auch Station in Wien einlegte. Subramaniam wies dort bei einem Treffen mit Gegnern der EU-Milchpolitik darauf hin, dass der genossenschaftlich organisierte Milchmarkt in Indien durch Aktivitäten aus der EU immer stärker in Schwierigkeiten gerate. Private Molkereien, die es parallel zu den Genossenschaften auch in Indien gebe, würden von großen europäischen Unternehmen aufgekauft. Erst kürzlich habe die französische Unternehmensgruppe Lactalis eine große private Molkerei aus Andra Pradesh übernommen, teilte der Landwirt mit. Damit werde in seinem Heimatland das System der Kooperativen wissentlich auch von europäischen Konzernen „zerstört“. Nun sei zu befürchten, dass sich dieser Trend durch das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien noch verstärken werde. Der Obmann der österreichischen IG Milch, Ewald Grünzweil, untermauerte die Berichte des indischen Milchbauern. Das Beispiel Indien zeige, dass Exporte die bäuerliche Milchproduktion in anderen Teilen der Welt zerstörten, und den EU-Milchbauern sei mit einer Exportoffensive nach Indien oder China auch nicht geholfen. Gebraucht werde vielmehr der Mut zu einer Mengensteuerung, zur Drosselung der Produktion und zum Aufbau neuer und solidarischer Vermarktungswege.     AgE

EU-Kommission will TTIP-Verhandlungen beschleunigen

Die Europäische Kommission und die US-Regierung streben weiterhin an, die Gespräche über eine Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) in diesem Jahr, also noch unter US-Präsident Barack Obama, abzuschließen –  solange das Gesamtergebnis für beide Seiten stimmt. Wie die Kommission unmittelbar nach Beendigung der zwölften Verhandlungsrunde in Brüssel berichtete, wurde diese Haltung von beiden Seiten bekräftigt. Der Chefunterhändler der Brüsseler Behörde, Ignacio García Bercero, hält dazu eine Beschleunigung des Austauschs für unerlässlich, lehnte vor Journalisten eine „TTIP light“ jedoch erneut ab. Bereits in nächster Zeit sollen die Verhandlungen über den Marktzugang im Beschaffungswesen weitergehen. Geplant sind ferner zwei weitere Runden im April und Juli, um noch vor der Sommerpause wichtige Eckpunkte in den drei Bereichen Marktzugang, regulatorische Zusammenarbeit und Handelsregeln festzuzurren. „Das würde bedeuten, dass in jedem Kapitel nur noch die schwierigeren Themen ausgeklammert blieben“, stellte García Bercero fest.
Ein Teil der aktuellen Verhandlungen bezog sich auch auf Regelungen zum Schutz der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen (SPS-Maßnahmen). „Wir diskutieren im Detail, wie wir unsere jeweiligen Ziele auf handelsfördernde Weise erreichen können, ohne dabei jedoch Kompromisse hinsichtlich des vom Gesetzgeber verlangten Schutzes zu machen“, betonte der Spanier. Ausgetauscht habe man sich beispielsweise darüber, unter welchen Voraussetzungen man sich mehr auf die Arbeit auf der anderen Seite des Atlantiks verlassen könne und auf welche Weise Zulassungsverfahren fristgerecht abgeschlossen werden könnten. Mit Blick auf das besonders umstrittene Thema Investitionsstreitigkeiten erklärte García Bercero, erstmals sei mit den US-Vertretern über das von der Kommission ins Spiel gebrachte Gericht diskutiert worden. Man stehe hier noch ganz am Anfang einer Annäherung.     AgE

Investition in die Ernährungsbildung

Im baden-württembergischen Schulunterricht wird das Thema Ernährung im kommenden Schuljahr, das Mitte September 2016 beginnt, stärker betont. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln, eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil erforderten, dass sich junge Menschen reflektiert mit Ernährung auseinandersetzten, erklärte Staatssekretärin Marion von Wartenberg vom Stuttgarter Kultusministerium anlässlich der Tagung „Schulische Ernährungsbildung – eine Investition in die Zukunft“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Schule sei neben dem Elternhaus ein wichtiger Lern- und Lebensort, an dem Kinder und Jugendliche dafür grundlegende Kompetenzen entwickeln könnten. Deshalb sei das Thema Ernährung fest in den Bildungsplänen aller Schulen verankert, betonte von Wartenberg. Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Alexander Bonde stellte fest, eine sich verändernde Gesellschaft mit vielfältigen Lebensentwürfen führe dazu, dass das Wissen über Herkunft, Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln und die damit verbundenen Erfahrungen nicht mehr selbstverständlich weitergegeben und vorgelebt würden. Deshalb werde die Vermittlung dieser Alltagskompetenzen an Kinder und Jugendliche immer wichtiger – vor allem während der Schulzeit. Außerdem sei die Bedeutung der Schulverpflegung mit dem Ausbau der Ganztagesschulen in seinem Bundesland gestiegen. Bonde forderte, die Ernährungsbildung im Unterricht mit einer passenden Schulverpflegung zu verknüpfen.     AgE

Erfolgreicher Intensivkurs

Ende November veranstaltete die muva im Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Molkereiwirtschaft im Milchwirtschaftlichen Zentrum in Kempten einen Intensivkurs mit dem Thema „Aktuelles Milch- und Lebensmittelrecht“. Fast 90 Teilnehmer, insbesondere Vertreter von über 30 Molkereien sowie von Untersuchungsämtern und -instituten und dem Lebensmittelhandel, erhielten beim Intensivkurs ein Update über neue Entwicklungen und wesentliche Änderungen im Milch- und Lebensmittelrecht auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Anhand von Fallbeispielen wurden in verständlicher Weise – auch für Nichtjuristen – Rechtsfragen aus der Praxis erörtert und ausführlich diskutiert. Zu den Referenten zählten Dr. Carsten Oelrichs, Rechtsanwalt, Dr. Jörg W. Rieke, Geschäftsführer und Justiziar des Milchindustrie-Verbandes e.V, sowie Torsten Sach, Geschäftsführer des Zentralverbandes Deutscher Milchwirtschaftler e.V.

Seit 1. Januar: QM-Milch Standard 2.0

Das Qualitätsmanagementprogramm des deutschen Milchsektors, QM-Milch, das als wirtschaftseigenes System strenge Sicherheits- und Qualitätsanforderungen für die Milcherzeugung definiert und flächendeckend kontrolliert, entwickelt sich weiter. Der QM-Milch Standard stellt die Grundlage für die Einhaltung dieser hohen Anforderungen im Milchproduktionsprozess dar und ist seit 2012 von der Deutschen Akkreditierungsstelle anerkannt. Ab 1. Januar trat eine aktualisierte Fassung des QM-Milch Standards als Version 2.0 in Kraft. Mit dieser werden insbesondere überarbeitete gesetzliche Vorgaben sowie steigende gesellschaftliche Ansprüche für den Bereich der Milcherzeugung berücksichtigt.
Für den Einsatz des bisherigen QM-Milch Standards – Version 1.0 – gilt 2016 als Übergangszeitraum. Ab 2017 wird der QM-Milch Standard 1.0 dann endgültig durch die Version 2.0 abgelöst. Der akkreditierte QM-Milch Standard dient den unabhängigen Zertifizierungsstellen als Basis für die Auditierung der Milchviehbetriebe. Bei den Betriebsaudits werden nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie der guten fachlichen Praxis kontrolliert, sondern auch Anforderungen, die darüber hinausgehen.
Mit steigender Tendenz nimmt bereits heute die große Mehrheit der deutschen Milchbauern am Qualitätssystem QM-Milch teil. Die Standards in der deutschen Milcherzeugung gehören zu den weltweit strengsten.
QM-Milch ist eine Initiative des Deutschen Bauernverbandes, des deutschen Milchindustrie-Verbandes und des Deutschen Raiffeisenverbandes.

Molkereien müssen Wertschöpfungspotenziale nutzen

Erhebliche ungenutzte Wertschöpfungspotenziale sieht der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Folgart, bei den hiesigen Molkereien. Folgart forderte Vertreter der größten deutschen Molkereigenossenschaften bei einem Treffen auf, sich dieser Fragen in den kommenden Monaten und Jahren anzunehmen. Es gehe darum, die Potenziale auszuschöpfen, damit die deutsche Milchproduktion weiterhin im internationalen Wettbewerb bestehen könne. Der Milchbauernpräsident bescheinigte den Molkereien zugleich, beachtliche Investitionen zur Strukturverbesserung und zur Erschließung neuer Märkte getätigt zu haben. Sie dürften sich aber nicht auf dem Erreichten ausruhen, mahnte Folgart. Es gehe darum, die Molkereistrukturen weiterzuentwickeln und im Rahmen des Kartellrechts Spielräume zu nutzen, um der Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels begegnen zu können. Verstärkt werden müssten die Bemühungen zur Er-schließung internationaler Absatzmärkte, zur Entwicklung von nicht austauschbaren Marken sowie zum Aufgreifen von regionalen Verbrauchertrends. „Um in zunehmend volatilen Märkten zu bestehen, ist eine starke Positionierung der Molkereien auf regionalen, nationalen und internationalen Märkten unabdingbar“, betonte Folgart. Der Berufsstand sei sich mit den Molkereien einig, dass auch die Politik stärker gefordert sei, um den Zugang zu attraktiven Drittlandsmärkten zu erleichtern. Diskussionsbedarf gibt es dem DBV-Vizepräsidenten zufolge auch im Hinblick auf die Ausgestaltung der Lieferbeziehungen zwischen Molkereien und Milchbauern. International tätige Molkereien böten ihren Milchbauern inzwischen moderne Konzepte zur Gestaltung an. Einvernehmen habe bei dem Treffen darüber geherrscht, dass dies ausschließlich der einzelnen Molkerei und ihren Milcherzeugern obliegen müsse.     AgE

Biomarkt wächst weiter

Auch der französische Biomarkt ist weiter auf Wachstumskurs. Die Direktorin der l’Agence bio, Eisabeth Mercier, geht davon aus, dass der Umsatz mit Bioprodukten bis zum Jahresende auf 5,5 Mrd. EUR steigen dürfte; das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 500 Mio. EUR. Nach Angaben von Mercier legte der Absatz von Ökoprodukten auf allen Verkaufskanälen zu. Am stärksten seien hier die Zuwächse in Fachgeschäften, gefolgt von den großen Supermärkten. Parallel zum Anstieg der Verkäufe von Bioprodukten ist laut l’Agence bio auch der Anbau ökologisch erzeugter Lebensmittel weiter ausgedehnt worden. Demnach wurden gemäß den vorläufigen Zahlen zum Stichtag 30. Juni 2015 rund 1,25 Mio. ha nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet; das sind 10 % mehr als Ende 2014. Von dieser Gesamtzahl sind gut 1 Mio. ha zertifiziert; etwa 200 000 ha befinden sich noch in der Umstellung. Insgesamt werden somit in Frankreich etwa 4,6 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) biologisch bewirtschaftet. Die Zahl der Biobetriebe stieg der l’Agence bio zufolge bis Ende Juni auf 28.621 Einheiten; gegenüber dem Stand vom Jahresende 2014 ist das ein Plus von 8 %. Somit sind mittlerweile rund 6 % aller französischen Höfe auf Bio umgestellt.     AgE

Gute Aufnahme der privaten Lagerbeihilfe für Käse

Die neue Beihilfe zur privaten Lagerhaltung von Käse findet in Teilen der Europä-
ischen Union regen Anklang. Wie aus Daten der EU-Beobachtungsstelle für den Milchmarkt hervorgeht, wurde die Beihilfe von einmalig 15,57 EUR/t sowie 0,40 EUR/t für jeden Tag der Vertragsdauer in der ersten Woche vom 19. bis zum 25. Oktober bereits für 18.728 lagerfähigen Käse beantragt. Allerdings beschränkte sich das Interesse auf fünf Mitgliedstaaten. Die größte Nachfrage kam mit 6.193 t aus den Niederlanden, gefolgt von 4.565 t in Italien, 3.854 t in Großbritannien, 2.190 t in Irland und 1.927 t in Schweden. Für die förderfähige Menge gelten vorübergehend nationale Obergrenzen, darunter 23.626 t Käse in Deutschland, um sicherzustellen, dass Interessierte in allen Mitgliedstaaten die Möglichkeit haben, von der Beihilfe zu profitieren. Im vergangenen Jahr waren die zur Verfügung stehenden Gesamtmittel für ein ähnliches Programm innerhalb kürzester Zeit beinahe komplett von italienischen Unternehmen in Anspruch genommen worden. Unterdessen hat die Attraktivität der übrigen Milchmarktinstrumente offensichtlich weiter abgenommen. In der Woche zum 25. Oktober wurden lediglich 119 t Magermilchpulver aus Frankreich der Intervention angedient. Dem standen 495 t Trockenmilch aus Polen, den Niederlanden und Deutschland gegenüber, für die neu ein Lagerungszuschuss beantragt wurde. Die Nachfrage nach einer Beihilfe zur privaten Lagerhaltung von Butter beschränkte sich auf 234 t aus den Niederlanden und Großbritannien. Die Preise für die wichtigsten Milchprodukte tendierten zuletzt überwiegend schwächer: Im EU-Durchschnitt verbilligten sich Magermilchpulver um 1,1 % auf 181 EUR/100 kg und Molkenpulver um 1,5 % auf 64 EUR/100 kg, während die Preise für Butter mit 299 Euro/100 kg, Cheddar mit 302 EUR/100 kg, Edamer mit 249 EUR/100 kg und Gouda mit 254 EUR/100 kg annähernd konstant blieben. Besonders deutlich gab die Notierung für Emmentaler nach, nämlich um 2,2 % auf 384 EUR/100 kg. Der mittlere Preis für Vollmilchpulver stieg dagegen um 1,4 % auf 242 EUR/100 kg.     AgE

Beschränkung der Milchpulvererzeugung gefordert

Die Europäische Koordination Via Campesina (ECVC) fordert eine schrittweise Verringerung der Milchpulverproduktion. Trockenmilch sei marktverzerrend und sorge für einen Verfall des Milchpreises sowohl in Europa als auch in Entwicklungsländern, schreibt der linksgerichtete Bauernverband an EU-Agrarkommissar Phil Hogan in einem Brief. Nach Ansicht der ECVC gibt die Milchpulvererzeugung den Molkereien eine ungebührliche Marktmacht und beträchtliche Kontrolle über die Milchpreise. Die Organisation stellt einen direkten Zusammenhang zwischen Milchpulver und dem Ausstieg zahlreicher Landwirte aus der Milchviehhaltung seit dem Jahr 2000 her. Hintergrund des Briefs ist der Streit zwischen Italien und der Kommission über ein nationales Gesetz, das die Verwendung von Milchpulver unter anderem in der Käseproduktion verbietet. Die Brüsseler Behörde sieht darin eine unzulässige Wettbewerbsverzerrung und leitete im Sommer ein Vertragsverletzungsverfahren ein. Die ECVC sieht hingegen die Qualität von italienischen Käse gefährdet und verlangt nicht nur, das italienische Verbot aufrechtzuerhalten, sondern die Regelung sogar auf die gesamte EU auszuweiten. Die Kommission wehrte sich bereits im Juli gegen Darstellungen, sie würde den italienischen Mozzarellaherstellern vorschreiben, ihren Käse aus Milchpulver herzustellen. Für alle Produkte mit geschützten Herkunftsangaben, darunter Käse wie Mozzarella di Bufala Campana, Gorgonzola, Parmigiano Reggiano oder Provolone, seien spezifische Bestimmungen für deren Herstellung ausdrücklich erlaubt und vorgesehen, so die EU-Behörde. Die Absicht sei vielmehr, den EU-Binnenmarkt in Funktion zu halten und den freien Handel von Waren nicht einzuschränken. Für die italienischen Molkereien wiederum könnte die Beschränkung einen Wettbewerbsnachteil darstellen, weil Konkurrenten aus
anderen Ländern nicht geschützte Erzeugnisse günstiger produzieren könnten.     AgE

Europa ohne Milchquote

Durch den Beschluss der Agrarminister zusammen mit dem EU-Parlament im Jahr 2003 wurden die Milchquoten zum 1. April 2015 abgeschafft. Ein halbes Jahr später zieht der Milchindustrie-Verband, Berlin, anlässlich seiner Jahrestagung in Leipzig ein vorläufiges Fazit. Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Hans Holtorf, sieht für zum Teil auch politisch diskutierte Nachfolgeregelungen indes keinen Platz: „Die Milchquote hat dreißig Jahre lang nicht funktioniert, warum sollten wir es wieder versuchen?“
Europa hat als eine der letzten großen Regionen die Milchproduktion freigegeben. Lediglich in Kanada und Israel wird die Milchproduktion noch staatlich gesteuert. Die potenten Wettbewerber am Weltmarkt, wie Neuseeland, USA oder Australien, haben sich längst von einer Mengenbegrenzung in jedweder Form verabschiedet. Mit Interesse wird die Diskussion auf nationaler Ebene betrachtet. Die Agrarminister der Bundesländer haben beschlossen, erneut einen freiwilligen Mengenverzicht gegen Erstattung zu prüfen. Für den Verband steht allerdings das Urteil schon fest: unabhängige Wissenschaftler aus den verschiedensten Mitgliedstaaten haben die Vorschläge bereits in der Vergangenheit geprüft und verworfen und auch aktuelle Untersuchungen kommen zu dem gleichen Ergebnis:  Auch macht es wenig Sinn in einem gemeinsamen EU-Binnenmarkt ohne Grenzen über nationale Maßnahmen nachzudenken, meint dazu der MIV.
Fest steht, dass die alte Milchquotenregelung die deutschen Milcherzeuger viel Geld gekostet hatte. Nach vorläufigen und vorsichtigen Berechnungen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen hat die Anwendung der EU-Milchquotenregelung allein in Deutschland Kosten in Höhe von mindestens 15 Mrd. EUR verursacht. Die relativ schlechte Marktsituation zum Sommer 2015 kann auch nicht der fehlenden Milchquotenregelung angelas-
tet werden. Bereits zur Mitte des Vorjahres sanken die Preise trotz Milchquotenregelung. „Die Milchquote ist Vergangenheit, wir sollten gemeinsam nach vorne schauen und die Märkte beobachten“, fügt Hans Holtorf abschließend an.  MIV

Neuer Vorsitzender

Die Mitgliederversammlung des Milchindustrie-Verbandes (MIV) hat in Leipzig turnusgemäß seinen Vorstand und Vorsitzenden neu gewählt.
Peter Stahl, Hochland Deutschland GmbH in Heimenkirch, ist der neue Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes. Er wurde einstimmig durch den Vorstand des Milchindustrie-Verbandes in sein Amt gewählt. Zuvor war Herr Dr. Karl-Heinz Engel als Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes zurückgetreten, infolge seines Ausscheidens als Geschäftsführer der Hochwald Foods GmbH in Thalfang. Der Milchindustrie-Verband ist Herrn Dr. Engel für die geleistete Arbeit sehr dankbar. Herr Dr. Engel hat den Verband in den vielen Jahren seiner Amtszeit im Vorstand und als Vorsitzender entscheidend geprägt und die Interessen der Milchindustrie nachhaltig vertreten. Der MIV wünscht Herrn Dr. Engel für die Zukunft alles Gute.
Wiedergewählt wurde als Stellvertreter des Vorsitzenden Hans Holtorf, frischli Milchwerke GmbH in Rehburg-Loccum. Jakob Ramm, Milchwerke Schwaben eG in Neu-Ulm, wurde erneut für das Amt des Schatzmeisters bestimmt und zusätzlich zum zweiten Stellvertreter des Vorsitzenden benannt.
Als neues Vorstandsmitglied begrüßt der MIV Herrn Peter Weltevreden, FrieslandCampina Germany GmbH in Heilbronn, als Nachfolger von Herrn Markus Brettschneider, welcher innerhalb des Unternehmens FrieslandCampina in die Konzernzentrale nach Amersfoort als Geschäftsführer FrieslandCampina Foodservice Europe wechselte. Neues Vorstandsmitglied ist  Detlef Latka, Hochwald Foods GmbH in Thalfang.    MIV

EU soll sich für Australien und Neuseeland öffnen

Die Europäische Kommission führt ihre Strategie bilateraler Freihandelsabkommen fort. Als nächstes sollen Verhandlungen mit Australien und Neuseeland auf den Weg gebracht werden. Wie aus der veröffentlichten Mitteilung „Handel für alle“ hervorgeht, will die Brüsseler Behörde beim Rat ein Mandat erbitten, um mit Canberra und Wellington Gespräche aufzunehmen, und zwar „unter Berücksichtigung der Empfindlichkeiten der EU-Landwirtschaft“. Die Kommission wertet den Ausbau der Beziehungen zu den beiden Ländern als Priorität. Sie teilten europäische Werte und Standpunkte zu vielen Themen, heißt es in Brüssel. Ferner spielten beide Nationen im asiatisch-pazifischen Raum und auf multilateraler Ebene eine wichtige Rolle. Australien und Neuseeland sind allerdings auch sehr effiziente Agrarproduzenten, die bei einem leichteren Zugang zum EU-Markt den hiesigen Wettbewerbsdruck verschärfen dürften. Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra gilt aufgrund seines hohen Exportanteils als maßgeblich für die Entwicklung der weltweiten Milchpreise. Australien wiederum ist seit Jahren unzufrieden mit seinem vergleichsweise sehr beschränkten Zugang zum europäischen Rindfleischmarkt. Dass die EU Freihandelsabkommen ohne Zugeständnisse bei Milch- und Fleischprodukten abschließen könnte, halten Beobachter für unwahrscheinlich. Im Jahr 2013 exportierten Australien und Neuseeland Agrargüter im Wert von jeweils rund 2,2 Mrd. EUR nach Europa. Dabei waren die wichtigsten Produkte für Australien Ölsaaten und Wein, für neuseeländische Erzeuger Lammfleisch und Früchte, vor allem getrocknete Beeren und Kiwis. Die Agrarhandelsbilanz der EU ist mit Neuseeland regelmäßig stark negativ, während mit Australien seit 2010 in einzelnen Jahren auch ein Überschuss erreicht wurde.                                 AgE

Dänische Lebensmittelkette erhöht Milchpreise zugunsten der Landwirte

In Dänemark erhalten die vom aktuellen Preisverfall gebeutelten Milcherzeuger Unterstützung von unerwarteter Seite. Wie der Dachverband der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) mitteilte, hat die Supermarktkette REMA 1000 angekündigt, den Preis für Milch in ihren Filialen mit sofortiger Wirkung um 0,50 dkr (6,7 ct) pro Liter anzuheben. Das Unternehmen kündigte laut Dachverband zudem an, die Differenz zum alten Preis direkt an die Milchbauern weiterzugeben. Der Einkaufsleiter von REMA 1000, Anders Jensen, bezeichnete die Maßnahme als Teil einer langfristig angelegten Strategie, mit der man die Milcherzeugung in Dänemark unterstützen und erhalten wolle. Nehme man die aktuelle Marktlage nicht ernst, drohe einem Teil der Milcherzeuger im Land das Aus, mit unmittelbaren Folgen für die heimische Rohstoffverfügbarkeit, betonte Jensen. REMA 1000 hoffe, dass der Verbraucher Anlass und Ziel der Maßnahme verstehe. Diese bestehe letztlich darin, dem Kunden auch in Zukunft Milch aus dänischer Produktion anbieten zu können und gleichzeitig viele Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu erhalten. Der Dachverband L&F lobte die Initiative des Handelsunternehmens und zeigte sich davon überzeugt, dass die Aktion bei vielen dänischen Verbrauchern auf offene Ohren stoßen wird.
    AgE
Umrechnungskurs: 1 dkr = 0,1344 EUR

Keine Staatsgelder für Neuseelands Milchbauern

Die wegen stark gesunkener Erzeugerpreise in Liquiditätsschwierigkeiten geratenen neuseeländischen Milchfarmer können nicht auf Sonderhilfen des Staates hoffen. Finanzminister Bill English erklärte  gegenüber der Presse in Wellington, dass die Regierung „keine spezielle finanzielle Unterstützung für Milcherzeuger wegen der niedrigen Preise“ plane. Er verwies darauf, dass es jedoch bereits seit Längerem für alle landwirtschaftlichen Betriebe in Notlage ein allgemeines staatliches Hilfsprogramm gebe. Laut English haben die Spitzenpreise für Milch in der Saison 2013/14 nicht nur in Neuseeland, sondern weltweit zu einem starken Produktionsanstieg geführt, der sich nun in einer Überversorgung des Marktes und fallenden Preisen bemerkbar macht. Davon sei auch die neuseeländische Wirtschaft insgesamt betroffen. Der Milchpreisverfall werde in diesem Jahr voraussichtlich Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt von 7,0 Mrd. NZ$ (4,2 Mrd. EUR) bewirken, was angesichts eines Gesamtvolumens von 220 Mrd. NZ$ (132 Mrd. EUR) aber verkraftbar sei. Der neuseeländische Minister für Landwirtschaft und Rohstoffe, Nathan Guy, war Presseberichten zufolge im Land unterwegs, um mit Banken und dem Molkereikonzern Fonterra über Finanzhilfen der Wirtschaft für die Erzeuger zu sprechen. Der genossenschaftliche Milchkonzern hatte Anfang August begleitend zur Milchpreissenkung seinen Mitgliedern bereits zinslose Darlehen angeboten, die erst nach einem Wiederanstieg des Milchpreises auf mehr als 6 NZ$ (3,6 EUR) je Kilogramm Milchfeststoff zurückgezahlt werden müssen.     
AgE
Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,6001 EUR

Zott ist auf Gold-Kurs

Seit Jahrzehnten stellt sich Zott erfolgreich den Qualitätsprüfungen der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) für Molkereiprodukte. Auch heuer punktet das Mertinger Unternehmen und wird mit 141 Gold- und vier Silber-Medaillen für die Qualität seiner Erzeugnisse geehrt.
„Wir sind ganz klar auf Gold-Kurs“, erklärt Richard Nisseler, der die DLG-Einreichungen im Hause Zott koordiniert. „Wir wissen um unsere hervorragende Qualität. Gold-Medaillen sind daher keine Überraschung mehr für uns – aber auch nicht völlig selbstverständlich, denn die DLG-Tester sind sehr kritisch bei der standardisierten Beurteilung der Produkte.
Wird die erforderliche Punktzahl nicht erreicht, gibt es auch kein Gold.“ Aber genau das ist der Ansporn, daher nehmen Richard Nisseler und Zott die Tests sehr ernst. Die Teilnahme an den Qualitätsprüfungen ist mit Kosten und Aufwand verbunden. Die einzureichenden Produkte müssen ausgewählt, angemeldet, die Proben vorbereitet und eingeschickt, die Ergebnisse letztlich ausgewertet und dokumentiert werden.
Dennoch lohnt sich die Mühe – zum einen als Beleg für die Mitarbeiter und ihre ausgezeichneten Leistungen, zum anderen für die Kunden und Handelspartner, die sich auf Zott-Qualitätsprodukte verlassen können. Betriebe, die im aktuellen und vorangegangenen Jahr die besten Ergebnisse bei den DLG-Tests erzielten, werden vom Bundeslandwirtschaftsministerium zudem mit dem Bundesehrenpreis ausgezeichnet. Diesen konnte Zott 2015 bereits zum sechsten Mal nach Mertingen und Günzburg holen.

Einigung im Grillkäsestreit

Die zyprische Käsespezialität Halloumi dürfte in absehbarer Zeit einen EU-Eintrag als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) erhalten. Wie die Europäische Kommission mitteilte, konnte ihr Präsident Jean-Claude Juncker Mitte Juli in einem höchst symbolischen Schritt zwischen dem griechischsprachigen und dem türkischsprachigen Teil Zyperns vermitteln und damit einen schwelenden Streit um den Herkunftsschutz beilegen. Die Republik Zypern hatte im vergangenen Jahr in Brüssel einen Antrag auf EU-Schutz von Halloumi gestellt, darin aber auch die türkische Bezeichnung Hellim eingeschlossen, was bedeutet, dass die angestrebten Produktionsbeschränkungen und Kontrollen für die gesamte geteilte Insel gelten würden. Dagegen hatte sich die türkisch-zyprische Gemeinschaft im Nordteil gewehrt. Sie beharrte auf einem separaten Kontrollverfahren. Die jetzt erfolgte Einigung sieht vor, dass der international tätigte Kontroll- und Zertifizierungsdienstleister Bureau Veritas die Einhaltung der Vorgaben gewährleisten soll. Die Übereinkunft ist formell vorläufig und soll für die Dauer der Inselteilung gelten. Wie der Sprecher von EU-Agrarkommissar Phil Hogan auf Anfrage bestätigte, wird die Kommission voraussichtlich in Kürze einen Vorschlag vorlegen, um den Handel zwischen den beiden Inselteilen zu erleichtern. Zypern ist seit 1974 geteilt. Das EU-Mitglied Republik Zypern ist vom Norden, der nur von der Türkei als eigener Staat – die „Türkische Republik Nordzypern“ – anerkannt wird, über eine Demarkationslinie getrennt, die aufgrund der politisch heiklen Lage keine EU-Außengrenze darstellt und im Englischen „Green Line“ genannt wird. Der darüber erfolgende Transit wird mit eine speziellen EU-Verordnung geregelt. Der Handel mit lebenden Tieren und tierischen Produkten ist bislang verboten. Halloumi wird traditionell aus Schaf-, Ziegen- oder Kuhmilch beziehungsweise Mischungen davon hergestellt und in Salzlake gelagert. Wegen seiner festen Struktur eignet er sich besonders gut zum Grillen.     AgE

Sommer bremst Milchproduktion

Seit den letzten zwei Wochen hat sich die Milchproduktion in Deutschland und Europa deutlich abgekühlt. Die Milchanlieferungskurve durchschnitt die Vorjahreslinie nun wieder deutlich. Insbesondere in Süddeutschland fehlen die entsprechenden Niederschläge, gerade das Grünland hat dort gelitten. Die Milcherzeugerpreise haben zum Leidwesen aller Beteiligten deutlich nachgegeben. Viele Milcherzeuger reagieren mit entsprechendem Kos-ten- und Futtermanagement, was die Milchproduktion bremst. Auch die Produktpreise hatten deutlich nachgegeben, zur Freude der Verbraucher. Langsam jedoch zeigt sich Bodenbildung, billiger wird es nicht mehr. Auch andere Länder in der EU und in Drittstaaten berichten von ähnlicher Entwicklung. Sogar die exportstarken Neuseeländer haben ihre Produktion im zweistelligen Prozentsatzbereich gekürzt. Wegen „Griechenland“ ist der Euro günstig, was den Export aus der EU stärkt. Insofern sieht der Milchindustrie-Verband mit Zuversicht nach vorne. „Die Zahlen haben sich stabilisiert, der Markt ist langsam geräumt, die Nachfrage übersteigt wieder das Angebot“, so Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Verbandes in Berlin.    MIV

Private Molkereien besorgt

Die Milch steht seit einigen Monaten stark im Fokus. Vor Auslaufen der Quote gab es vielfältige Spekulationen.  Die aktuelle Marktschwäche scheint den Pessi-
misten Recht zu geben. Mit dem Preisdruck werden nun Stimmen laut, die von dringendem Handlungsbedarf der Molkereien und der Politik sprechen. Damit wird der Eindruck erweckt, dass die derzeitige Marktsituation hausgemacht wäre und an Gegebenheiten hinge, die die Molkereien oder die Politik zu verantworten hätten. Festzuhalten ist, dass die Jahre 2013 und 2014 Rekordjahre für Milchmenge und Milchpreis waren. Durch unkalkulierbare Einbrüche auf der Absatzseite – ausgelöst vor allem durch das Russlandembargo und die chinesische Kaufzurückhaltung – geriet der Preis unter Druck. Prognosen zu einer zukünftig stark steigenden Milchmenge und deswegen sinkenden Preisen, sind für eine Beruhigung des Marktes nicht förderlich. Fakt ist, dass die Milchmenge nach dem Quotenende in der EU nur moderat um 0,2% über dem Vorjahreszeitraum liegt und nach Einschätzung von Experten bereits den Höhepunkt erreicht hat. Nach wie vor sind sämtliche mittel- und langfristigen Erwartungen beispielsweise der OECD positiv und der Verbrauch steigt schneller als die Produktion.
Problematisch ist die Situation für alle am Markt Beteiligten. Denn die ungebremste Volatilität des Milchmarktes erschwert unternehmerische Entscheidungen, wie ein liberalisierter Milchmarkt sie fordert. „Viele Einflüsse wirken auf den Milchmarkt und erschweren Einschätzungen. Auch besteht regional nicht die Möglichkeit, einen globalen Markt zu beeinflussen. Die Auswirkungen der dortigen Marktentwicklung treffen jedoch jeden Einzelnen“, so die Geschäftsführerin des Verbandes der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft e.V., Susanne Nüssel.
Alle Vorschläge und Ideen, wie der Milchmarkt stabilisiert werden kann, sind genau zu prüfen und sachlich zu diskutieren. Verbandspolitische Interessen müssen hier zurückstehen! Immerhin geht es um die Existenz der Milcherzeugungs- und Verarbeitungsbetriebe. Auch die Forderungen der Branche müssen sich an den tatsächlichen Verhältnissen orientieren.
Der Bayerische Privatverband vertritt die Interessen von knapp 40 Mitgliedern. Im Freistaat nehmen die privaten Molkereien eine starke Stellung ein, sie verarbeiten mehr als 50 % der über 8 Mio. t in Bayern erzeugten Milch.    VBPM

Innstolz-Käse auf dem G7-Gipfel

Über 5.000 akkreditierte Journalisten und Pressemitarbeiter im G7-Pressezelt wurden mit bayerischen Schmankerln umsorgt.
Mit dabei die Spezialitäten aus Niederbayerns erster Privatkäserei, der Innstolz Käserei Roiner, Rotthalmünster. Ausgewählt wurden die gentechnikfreien Innstolz Auwiesen Landkäse mit schwarzem Kümmel und würzigen Bergkräutern sowie der besser Bio Rauchkäse.
So wurde der G7-Gipfel zum „Genussgipfel“. Charmant präsentiert und serviert vom Bayerischen Bauernverband, Landesvereinigung für Bayerische Milchwirtschaft und dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium.

Käse-Kooperation

Die schleswig-holsteinische Meiereigenossenschaft Holtsee-Ascheberg eG und das genossenschaftlich strukturierte Unternehmen Hochwald Foods GmbH haben einen Vertrag über eine Kooperation für die Vermarktung von Käse geschlossen.
Künftig werden die eigenständigen Unternehmen im Vertrieb von Käse für den deutschen Markt und für den Export zusammenarbeiten. Hochwald exportiert Milch und Milchprodukte wie auch Pasta Filata-Käse in über 100 Länder und sieht auch für gelben Käse gute Wachstumschancen.
Holtsee ist bekannt als führender Hersteller von naturgereiftem Käse wie Tilsiter und ergänzt das Sortiment von Hochwald außerdem mit Spezialitäten. Ziel der Kooperation ist es, gemeinsam Marktpotenziale für Käse in Deutschland und weltweit zu nutzen, die Wertschöpfung zu erhöhen und für die genossenschaftlichen Anteilseigner den Milchpreis weiter zu verbessern.

Deutsche Molkereien setzen auf weltweiten freien Handel

Vor dem Hintergrund der derzeit schwierigen Situation im Handel mit Milchprodukten stand an den zwei Tagen insbesondere die Einschätzung zu Perspektiven des internationalen Handelsgeschehens im Fokus. Eines wurde dabei deutlich: Die deutschen Exportmolkereien und Händler begrüßen den freien Handel mit Produkten auf Basis gegenseitig bekannter Regeln und bestärken die deutsche Politik darin, sich weiter an dem Prinzip „Handel schafft Frieden“ zu orientieren.
Auch wenn durch das russische Embargo seit rund zehn Monaten die deutschen und natürlich auch die europäischen Ausfuhren nach Russland stark zurückgegangen sind, so ist und bleibt Russland sowohl für Deutschland als auch für die gesamte Europäische Union perspektivisch ein wichtiger Handelspartner und wesentlicher Absatzmarkt. Umso wichtiger erscheint es daher, dass weiter Gespräche zwischen der russischen und deutschen Seite für ein besseres gegenseitiges Verständnis geführt werden, damit sich mit Ablauf des für ein Jahr ausgesprochenen Embargos neue Handlungsoptionen ergeben können.
Handelshemmnisse bestehen aber nicht nur mit Russland sondern auch z.B. mit den USA, einem Dreh- und Angelpunkt des Handels auf dem amerikanischen Kontinent. Die Export-Union heißt daher die Bestrebungen für das Handelsabkommen TTIP mit den USA willkommen und wird sich auf die Politik verlassen, dass die Rechte der deutschen Verbraucher und Unternehmen gewahrt bleiben.
Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Bleser ermutigte in einem Grußwort die deutschen Molkereien darin, dass sie trotz der derzeitigen schwierigen Marktentwicklung das Vertrauen in den Markt erhalten mögen, da sie international hoch wettbewerbsfähig und sehr angesehen seien.
In der am zweiten Tag bei guter Beteiligung gemeinsam mit dem Bundesverband Molkereiprodukte (BUMO) durchgeführten Tagung tauschten sich die Teilnehmer dann intensiv zu den aktuellen Marktentwicklungen aus. Die Märkte wurden dabei auf der Seite der Milcherzeugung und Verarbeitung durch Frau Monika Wohlfarth, ZMB analysiert. Das Exportangebot in den kommenden Monaten wird von der Nordhalbkugel bestimmt werden und auch wenn das korrigierte Preisniveau die Nachfrage am Weltmarkt stimulieren dürfte, bestehen aufgrund der Unsicherheit im Handel mit Russland und China bislang noch keine Anzeichen für eine grundlegende Wende am Markt. Langfristige werden die Aussichten jedoch unverändert als positiv eingeschätzt.
Herr Enrico Krien, Nielsen, beschrieb das tendenziell weltweit weiterwachsende Verbrauchervertrauen in Milch und Milchprodukte, die steigende Digitalisierung im FMCG-Bereich sowie die Entwicklungen und Potentiale im Bereich der „sensiblen Esser“ für die Molkereien.

25. Symposium Feines Essen + Trinken mit Rekordbeteiligung

Über 1.100 Besucher aus der Elite der Lebensmittelwirtschaft – mit dieser Rekordmarke ging Anfang Mai 2015 das 25. Symposium Feines Essen + Trinken in München über die Bühne. Zu den Gästen der Jubiläumsveranstaltung zählte der ehemalige DDR-Ministerpräsident und Bundesminister a.D. Dr. h.c. Lothar de Maizière. Bei der Fachtagung rund um die Dimensionen der Marke setzten zudem Markenpabst Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch sowie Jung-von-Matt/Elbe-Geschäfts-führer Stephan Giest wertvolle Impulse.
„Die hohe Beteiligung an unserem Jubiläum freut uns, da sie die Relevanz der Veranstaltung in der Foodbranche erneut eindrucksvoll unterstreicht“, freut sich Klaus Uhlendorf, erster Vorsitzender des Symposiums. „Auch zeigt es, dass unsere bewusste Mischung von privaten Unternehmen und Global Playern sowie Start-ups bis zu den großen Marken nicht nur richtig ist, sondern die Bedürfnisse und Interessen der Lebensmittelwirtschaft bestmöglich bedient“, so Uhlendorf weiter.
Die hohe Bedeutung des Symposiums verdeutlichten auch einige Firmen, die 2015 erstmals auf dem Marktplatz in der Kulturhalle Zenith ausstellten. Neben Big-Player-Neulingen wie Red Bull freuten sich auch kleinere sowie private Unternehmen über die Vorteile der Veranstaltung.

Ernährungsindustrie trotz gedämpfter Geschäftserwartungen zuversichtlich

Die positive Stimmungslage in der deutschen Ernährungsindustrie hat trotz gedämpfter Geschäftserwartungen im April angehalten. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mitteilte, stieg der ifo-Geschäftsklimaindex im vergangen Monat um vier Punkte und lag damit um 14 Punkte über dem Vorjahreswert. Vor allem die Geschäftslage im Frühjahr sei von den Unternehmen positiv bewertet worden.
Auch die Produktionspläne für die Sommermonate hätten sie besser als noch im Vorjahr eingeschätzt. Dabei sei eine Belebung des Exportgeschäfts als Wachstumsmotor der Branche ausgeblieben: Insgesamt seien im Februar 2015 Lebensmittel im Wert von 4,05 Mrd. EUR und damit im Vorjahresmonatsvergleich 5,2 % weniger exportiert worden, berichtete die BVE.
Insgesamt sei der Absatz der Ernährungsindustrie um 3,4 % gesunken, während die Erlöse aufgrund erneut sinkender Verkaufspreise sogar um 5,8 % auf 12,71 Mrd. EUR gesunden seien. Außerdem habe der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex im Februar gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2 % nachgegeben.
An den globalen Agrarrohstoffmärkten habe sich der Preistrend im vergangenen Februar nach oben fortgesetzt, führte die BVE aus. Der Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel des Hamburgischen WeltWirtschaftsinstitus (HWWI) sei gegenüber dem Vorjahreswert um 3,1 % gestiegen. Die Preise hätten weiter auf hohem Niveau gelegen und bei starkem Ertragsdruck eine Herausforderung für das Kostenmanagement in der Lebensmittelherstellung dargestellt.
Bei den deutschen Verbrauchern hätten unterdessen Spitzenwerte bei der Einkommenserwartung die grundsätzlich positive Kauflaune begünstigt. Allerdings sei die Nachfrage nach Lebensmitteln stärker vom zunehmenden Konsumbewusstsein und dem niedrigen Inflationsdruck bestimmt gewesen.     AgE

Internationaler Tag der Milch am 1. Juni

Ein Löffel cremiger Joghurt oder eine Käsestulle in der Pause, Kaffee „to go“ mit herrlichem Milchschaum, ein süßes Dessert oder ein Stück Käse zum Abschluss eines festlichen Fünf-Gänge-Menüs: Milch und Milchprodukte sind aus dem Alltag kaum wegzudenken. Auch in Produkten, denen man es auf den ersten Blick nicht ansieht, steckt Milch. Zum Beispiel in Kuchen, Kartoffelbrei oder Schokolade. „Egal ob süß, salzig, sauer oder herzhaft – die große Vielfalt an Milch und Milchprodukten bietet für jeden Geschmack und zu jedem Anlass etwas", so die Geschäftsführerin der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN), Kris-tine Kindler. Kaum eine Lebensmittelgruppe ist so vielfältig wie die der Milchprodukte. Jedes Jahr kommt eine bunte Mischung neuer Produkte auf den Markt. Sie spiegelt die sich wandelnden Verbraucherwünsche und die Veränderungen im Ernährungsverhalten der Bevölkerung wider. Auch die Vielfalt der in Deutschland lebenden Kulturen zeigt sich im Angebot der Milchprodukte. Beispiele sind Ayran, Lassi, Mozzarella, Ymer und Zaziki.
Milchprodukte sind ein wertvoller Bestandteil unserer Ernährung, denn Milch enthält von Natur aus fast alle Nährstoffe, die der Mensch, ob Kleinkind oder Senior, zum Leben braucht: Hochwertiges Eiweiß, leicht verdauliches Fett sowie viele wichtige Mineralstoffe und Vitamine. Auch wenn Milch nicht den Getränken zugeordnet wird, ist sie auch ein guter Flüssigkeitslieferant, da sie zu fast 90 % aus Wasser besteht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt, täglich Milch und Milchprodukte in den Speiseplan einzubauen.

Deutsches Milchkontor investiert ins Markengeschäft

Mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe will das Deutsche Milchkontor (DMK) den Ausbau seines Markengeschäfts im Bereich Molkereiprodukte ankurbeln. Der Fokus richtet sich dabei auf nationale Marken wie Milram und Osterland sowie auf die Exportmarke Oldenburger. Im Segment Kräuter- und Gewürzquark sei die Marke Milram in Deutschland bereits mit Abstand die Nummer eins und hatte laut Marktforschungsunternehmen Nielson 2014 einen Marktanteil von mehr als 30 %. Um das Potenzial der Dachmarke noch besser zu nutzen, werden laut DMK seit Jahresbeginn auch die regional bekannten Ravensberger Produkte unter dem Label von Milram vertrieben. „Das starke Markendach strahlt mit nationaler Werbepräsenz in On- und Offlinemedien sowie am Point of Sale (POS) positiv auf das gesamte Sortiment ab und fördert den Abverkauf aller Produkte unter der Marke Milram“, erläuterte der DMK-Geschäftsführer für den Bereich Verbraucher, Michael Feller. Nach seinen Angaben setzt der Molkereikonzern zudem auf die Marken Osterland und Oldenburger. Als etablierte Regionalmarke sei Osterland vor allem in den östlichen Bundesländern sehr beliebt. Mit der Exportmarke Oldenburger bediene man hingegen die steigende Nachfrage nach Milchprodukten in aufstrebenden Drittländern wie China, erläuterte Feller. Um die Markenposition in den jeweiligen Absatzmärkten weiter auszubauen, will die DMK in unterschiedliche Kanäle investieren. Dazu sollen neben dem Markenauftritt und der Zielgruppenkommunikation die Erweiterung der Sortimente um attraktive Produkte, trendgerechte Geschmacksrichtungen oder neue Verpackungslösungen gehören. Ein Erfolgsbeispiel sei die tropfenförmige Portionsverpackung für Kaffeesahne und Kondensmilch der Marke Milram, auf die unter anderem das Lufthansa-Catering-Unternehmen LSG Sky Chefs zurückgreife, berichtete Feller. Bei der Zielgruppenansprache wolle sich die DMK an den Gepflogenheiten der jeweiligen Märkte orientieren: In China seien die Konsumenten sehr online-affin. Deshalb wird dort die digitale Ansprache zum Beispiel in Webshops forciert. In Deutschland eigne sich hingegen die „360-Grad-Kommunikation“ besser, angefangen bei klassischer Werbung, wie TV-Spots, über POS-Maßnahmen bis hin zu Online-Aktivitäten.     AgE

Wende in Kakaoerzeugerländern angestrebt

Der Rohstoff Kakao hat für die deutsche Süßwarenindustrie eine besondere Bedeutung, denn über 10% der Weltkakaoernte werden hier verarbeitet. Sie sieht sich deshalb in einer Mitverantwortung für die gesamte Kakao-Wertschöpfungskette, für das Wohlergehen aller Erzeuger, insbesondere der Kakaobauern in Afrika, Südostasien sowie Süd- und Mittelamerika. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Verhältnisse in den Anbauländern durch Förderung eines nachhaltigen Anbaus von Kakao in enger Zusammenarbeit mit den gesellschaftlichen Kräften vor Ort zu verbessern.
Von 2001 bis 2011 hat die Industrie weltweit über 75 Mio. US-Dollar in verschiedenste Programme und Projekte zur Förderung eines nachhaltigen Kakaoanbaus investiert, so z.B. für die Bildung von Kooperativen, in Farmer Field Schools, in Schulförderungsprogramme, in Projekte zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in den Kakaoanbauregionen und einiges mehr. Viele unterschiedliche Akteure, wie u.a. die International Cocoa Initiative (ICI),die World Cocoa Foundation (WCF) und viele Unternehmen engagieren sich bereits heute mit ihren Nachhaltigkeitsprogrammen und -projekten. Es wurden teils erhebliche Verbesserungen der Lebenssituation in den Anbauländern erzielt, wenn auch weniger als vor Jahren erhofft.
Leider erlitten die Bemühungen oft durch die Gegebenheiten, wie z.B. politische Unruhen und unterschiedliche Auffassungen über soziale Normen, Rückschläge. Trotz des Investitionsvolumens und des breiten Engagements könnten die verschiedenen Initiativen durch umfassende Koordination innerhalb der Wertschöpfungskette und durch bessere Vernetzung vor Ort noch mehr Wirkung entfalten, vor allem wenn sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort geplant und umgesetzt werden und mit den Bestrebungen der lokalen Regierungen konform gehen. Noch sind die Maßnahmen regional begrenzt und erreichen so nur einen verhältnismäßig kleinen Teil der Kakaobauern.
(Zusammenfassung aus Materialien des BDSI)

Länderkammer fordert höheren Umrechnungsfaktor bei der Milch

Der Bundesrat ist für eine Anhebung des Umrechnungsfaktors von Volumen in Gewicht bei Anlieferungsmilch. Die Bundesregierung solle den bisherigen Wert von 1,02 in der Milch-Güteverordnung schnellstmöglich auf mindestens 1,03 anheben, heißt es in einer Entschließung, die die Länderkammer im Zusammenhang mit ihrem Beschluss zu einer Verordnung über milchmarktordnungsrechtliche Bestimmungen gefasst hat. Begründet wird die Forderung mit der notwendigen „europäischen Gleichbehandlung“, nachdem in den meisten EU-Mitgliedstaaten der Umrechnungsfaktor 1,03 betrage. Im Bundeslandwirtschaftsministerium reagiert man zurückhaltend auf den Wunsch der Länder. Einen Umrechnungsfaktor von 1,03 lasse die Milchgüteverordnung bereits jetzt zu, so dass eine Anpassung nicht erforderlich sei, heißt es im Ressort. Im Übrigen sei die Erwartung, ein höherer Umrechnungsfaktor führe automatisch zu einem höheren Erlös, für die Milcherzeuger „rein theoretisch“.     AgE

Weitere Preisabschläge am Weltmilchmarkt

Zum vierten Mal in Folge sind an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) die Preise für Standardmilcherzeugnisse gefallen. Bei der letzten Auktion ging der zusammenfassende Preisindex gegenüber der vorangegangenen Auktion von Mitte April nicht nur um 3,5 % zurück; er fiel sogar mit 730 Punkten auf den tiefsten Stand seit August 2009. Bei der jüngsten Versteigerungsrunde standen die Preise für Buttermilchpulver und Labkasein am stärksten unter Druck; sie brachen um 14,0 % beziehungsweise 11,0 % ein. Das vom Handelsvolumen her wichtigere Vollmilchpulver ließ sich über alle Qualitäten und Lieferzeiten hinweg im Durchschnitt für 2.386 $/t (2.139 EUR) verkaufen; das waren 1,8 % weniger als Mitte April und fast 40 % weniger als vor genau einem Jahr. Noch deutlichere Preiszugeständnisse mussten lediglich die zwei Anbieter Fonterra und Arla bei Magermilchpulver machen. Im Schnitt aller Kontrakte und Lieferfristen ging der betreffende Verkaufserlös an der GDT gegenüber der Handelsrunde von vor zwei Wochen um 7,5 % auf 2.048 $/t (1.836 EUR) zurück. Ein vergleichsweise moderater Preisabschlag von durchschnittlich 0,8 % auf 3.005 $/t (2.694 EUR) war im Handel mit Butter zu verzeichnen. Dagegen erzielte der ausschließlich von Fonterra zur Lieferung im Juli angebotene Cheddarkäse gegenüber der Auktion vor zwei Wochen einen spürbaren Preisaufschlag von 9,1 % auf 3.012 $/t (2.701 EUR); im Vergleich zum Vorjahreswert fehlten dennoch 1.183 $ (1.061 EUR) oder 28,2 %.     AgE

Verpackungen leicht öffnen: Projekt des Fraunhofer IVV Dresden gewinnt DIN-Innovationspreis 2015

Welche Kräfte sind nötig, um eine Verpackung zu öffnen? Dies war für Andrea Liebmann und Ina Schreib vom Fraunhofer IVV Dresden der Anlass für ein mehrjähriges Forschungsprojekt im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (AiF/IGF). In enger Kooperation mit Vertretern der Verpa-ckungsindustrie und mit Unterstützung der Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. (IVLV) wurde ein Prüfvorgehen erarbeitet, um Öffnungskräfte an peelbaren Verpackungen praxisnah und reproduzierbar ermitteln zu können. Das Prüfvorgehen wurde anschließend in Ringversuchen mit der Industrie validiert und in der DIN-Norm 55409 „Bestimmung von Öffnungskräften an peel-
baren Verpackungen“ beschrieben. Andrea Liebmann, Geschäftsfeldmanagerin am Fraunhofer IVV Dresden, betonte in ihrer Laudatio während der Preisverleihung: „Unsere Projektpartner kamen mit zwei Fragestellungen zu uns: Wie kann man mit einer objektiven Prüfmethode ermitteln, welche Kraft zum Öffnen einer Verpackung erforderlich ist, und über welche Kraft verfügen unsere Kunden, insbesondere die Senioren, in ihren Händen, um eine peelbare Verpackung öffnen zu können? Somit war, neben der Erarbeitung und Normung einer Prüfmethode, ein weiterer wichtiger Baustein des Projektes die Erarbeitung von Richtwerten für „easy to open“, die das Leistungsvermögen von Verbrauchern verschiedener Altersgruppen (Kinder, Erwachsene, Senioren) angeben. Im Ergebnis ist es nun möglich, die mittels DIN 55409 ermittelten Öffnungskräfte an peelbaren Verpackungen hinsichtlich
Easy Opening zu bewerten.“Die DIN 55409 legt weltweit erstmalig ein objektives Prüfverfahren fest, das der realitätsnahen Bestimmung der Öffnungskraft an peelbaren Verpackungen, wie zum Beispiel bei Beuteln, Bechern, Schalen und Dosen dient.

Beemster goes Berlin

Frühling, Meisjes, Fahrräder, Tulpen und Käse – Holland grüßt Berlin. Fröhlich klingelnd brachten sechs echte, holländische Käsemädchen auf gelben Fahrrädern den
ersten Käse des Jahres aus der frischen Frühlingsmilch Nordhollands, den Beemster Graskaas, nach Berlin. Da gab es vor dem Brandenburger Tor einen rundherum leckeren Anblick. Die kleine nordholländische Käserei wollte mit ihrer Rundfahrt durch die Hauptstadt nicht nur den frischen Frühlingskäse zeigen, sondern gleichzeitig auf die Bedeutung von Tierwohl in der heutigen Milchwirtschaft und auf eine nachhaltige Nahrungsmittelerzeugung aufmerksam machen. Auf reges Interesse stieß die Thematik dann auch bei den Mitgliedern des Ausschusses Landwirtschaft und Ernährung des Bundestages. Vertreter von gleich vier verschiedenen Fraktionen gaben sich ein Stelldichein zum Gespräch vor dem Reichstag, um sich eingehend über die nachhaltige Vorgehensweise der kleinen Käserei zu informieren.

OMIRA tritt dem UN Global Compact bei

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Unternehmenskultur setzt die OMIRA GmbH neue Maßstäbe. Seit Februar 2015 unterstützt die Molkerei die von den Vereinten Nationen gegründete Initiative Global Compact. Mit im April durchgeführten Seminaren über „Homöopathie in der Milchviehhaltung“ für die Mitglieder und der Verleihung des EnBW Innovationspreises an die OMIRA wurden bereits Akzente gesetzt. „Wir übernehmen alle gemeinsam Verantwortung für unsere Mitmenschen und unseren Planeten. Das entspricht den Werten einer Genossenschaft und wird uns dabei antreiben, unser Optimierungspotenzial zu heben“, sagt Ralph Wonnemann, Geschäftsführer der OMIRA. „Unser gemeinsames Ziel besteht darin, gesund zu wachsen. Das bedeutet, wir müssen als verantwortungsbewusstes Unternehmen gewinnorientiert im Sinne unserer Mitglieder handeln, dürfen aber hierbei unsere gesellschaftliche Verpflichtung, den Umweltschutz und eine nachhaltige Beschaffungspolitik nicht außer Acht lassen.“

Frankreich führt nationales Milchlabel ein

Die französische Milchindustrie führt ein Herkunftssiegel für Trinkmilch aus Frankreich ein, um die wachsenden Milcheinfuhren aus Deutschland und Belgien zurückzudrängen. Noch im laufenden Halbjahr soll das gemeinsame Logo von 13 französischen Trinkmilchherstellern, die der Branchenvereinigung Syndilait angehören, in den Markt eingeführt werden. Das Label wird nur für Konsummilch vergeben, die in Frankreich aus französischer Rohmilch erzeugt wurde.
Mit dem Logo appellieren die Molkereien an den Patriotismus der Franzosen, die vermehrt heimische Milch kaufen sollen. Nach Darstellung von Syndilait würden seit dem russischen Einfuhrverbot für Molkereierzeugnisse enorme Mengen an Milch und Milchprodukten aus Deutschland und Belgien auf den französischen Markt drängen.
Allein zwischen September und November 2014 seien deren Lieferungen von Trinkmilch nach Frankreich um 38 % gestiegen. Insgesamt soll der Marktanteil ausländischer Konsummilch 10 % erreicht haben.     Agrarmanager

Mehr Milch und schwächere Preise bei Fonterra

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat seine Milchpreisprognose für das Wirtschaftsjahr 2014/15 zum wiederholten Male gesenkt. Wie das Unternehmen mitteilte, können die Erzeuger für die laufende Saison nur noch mit einem Basispreis von 4,50 NZ$ (3,16 EUR) pro kg Milchfeststoff rechnen. Im Dezember 2014 lag die Auszahlungspreisprognose noch bei 4,70 NZ$ (3,30 EUR); in der Saison 2013/14 wurde ein Rekordpreis von 8,40 NZ$ (5,89 EUR) gezahlt. Fonterra-Vorsitzender John Wilson begründete die Korrektur der Milchgeldprognose mit dem Überangebot am Weltmilchmarkt und den deshalb dort nachgebenden Preisen. Zwar gehe man langfristig von einem Wachstum der globalen Nachfrage für Molkereierzeugnisse aus, doch wären die Preise an der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) seit Februar um 23 % gesunken, erklärte der Fonterra-Chef. Aufgrund der erwartet schwächeren Auszahlungsleistung mussten ihm zufolge die Vorabzahlungen an die Milchlieferanten gekürzt werden. Wilson rief die Erzeuger in dieser schwierigen Situation dazu auf, die Kosten und Liquidität im Auge zu behalten. Dies dürfte jedoch für Milcherzeuger mit Zahlungsverpflichtungen wegen Krediten schwierig werden; Experten zufolge liegt die Gewinnschwelle in der neuseeländischen Milcherzeugung bei 5,40 NZ$ (3,79 EUR) je kg Milchfeststoff. Korrigiert hat Fonterra auch seine Prognose zur Milcherzeugung. Ende Januar war aufgrund der Trockenheit in Teilen des Landes für die bis Ende Mai laufende Saison 2014/15 noch mit einem Rückgang des Rohstoffeingangs um 3,3 % auf 1,53 Mrd. kg Milchfeststoffe, gegenüber dem vorherigen Wirtschaftsjahr gerechnet worden. Nun erwartet Fonterra aufgrund der wieder verbesserten Situation auf den Weiden im Vergleich zu 2013/14 einen Anstieg des Aufkommens um 1,4 % auf fast 1,61 Mrd. kg Milchfeststoff.     AgE

Empfehlungen zu weiteren Herkunftsangaben in den nächsten Wochen

Die Europäische Kommission wird Berichte zur Machbarkeit weiterer verpflichtender Herkunftskennzeichnungen in den kommenden Wochen vorlegen. Das sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan beim Treffen der europäischen Landwirtschaftsminister in Luxemburg zu. Der Rat hatte sich nach dem Verbleib der überfälligen Einschätzungen, die eigentlich schon im Dezember vorliegen sollten, erkundigt. Hogan begründete die Verzögerung mit dem Hinweis, dass Herkunftsangaben eine vielschichtige Angelegenheit seien und eventuell weitreichende Auswirkungen hätten. Die Kommission sei einer auf Tatsachen beruhenden Entscheidungsfindung verpflichtet. Hogan gab sich vor Journalisten zuversichtlich, dass eine erste Aussprache auf dem Rat im Juni stattfinden könne. Die in Arbeit befindlichen Papiere befassen sich mit der Möglichkeit einer verpflichtenden Angabe des Ursprungslands oder des Herkunftsorts bei Milch und Milcherzeugnissen, bestimmten Fleischarten, unverarbeiteten Lebensmitteln und Erzeugnissen aus einfachen Zutaten, beispielsweise Konfitüre. Dem Vernehmen nach konnten sich die für Landwirtschaft beziehungsweise Lebensmittelsicherheit zuständigen Generaldirektionen lange nicht auf einen gemeinsamen Ansatz einigen.     AgE

Massive Verärgerung über Bürokratieaufwand bei der EU-Agrarreform

Der Verwaltungsaufwand im Zusammenhang mit der jüngsten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wird zu einem Hauptärgernis für Betriebe und staatliche Administration. Das ist beim agrarpolitischen Forum der mitteldeutschen Bauernverbände im Rahmen der Landwirtschaftsausstellung „agra 2015“ in Leipzig deutlich geworden. Spitzenvertreter der Verbände sowie der Agrarressorts aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mahnten dringend Vereinfachungen an, um die Akzeptanz der GAP nicht zu gefährden. EU-Agrarkommissar Phil Hogan zeigte Verständnis für die Kritik und bekräftigte seinen Willen, den Bürokratieaufwand spürbar zu senken. Dies habe für ihn Priorität, betonte Hogan. Gleichzeitig warnte der Ire bei seinem ersten Besuch in den neuen Ländern vor einseitigen Schuldzuweisungen. Er erinnerte daran, dass im Ergebnis der Reformverhandlungen den Mitgliedstaaten Gestaltungsspielraum in der Umsetzung der Regelungen eingeräumt worden sei. Mehr Flexibilität bedeute höhere Komplexität. Deshalb könnten Frus-trationen der deutschen Landwirte über einen übermäßigen Verwaltungsaufwand „genauso gut auf die föderalen oder regionalen Verwaltungen zurückzuführen sein“, so der EU-Kommissar. Hogan rief die Interessenverbände und politischen Institution auf, ihre Erfahrungen mit der Reform in die Diskussion um eine Vereinfachung einzubringen. Dies sei „kein Prozess, der von der Kommission diktiert wird“.     AgE

SPD zurückhaltend gegenüber Vereinfachungen beim Mindestlohn

Die SPD reagiert zurückhaltend auf die Forderungen nach Erleichterungen bei der Umsetzung des Mindestlohns. „Nur mit einer vollständigen Dokumentation der Arbeitszeiten kann es eine wirksame und effektive Kontrolle des Mindestlohns geben“, erklärte der agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier, in Berlin. Andernfalls würden seiner Auffassung nach „Tür und Tor für den Missbrauch und die Unterschreitung des Mindestlohns geöffnet“. Dies gelte auch für die Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft.
Zuvor hatte der Deutsche Bauernverband (DBV) erneut Erleichterungen bei der Anwendung des Mindestlohns gefordert. Insbesondere bei Erntearbeiten sei eine Vereinfachung hinsichtlich der Dokumentation der Arbeitszeiten notwendig, hieß es bei der Frühjahrssitzung des DBV-Bundesausschusses Obst und Gemüse. Weitere Forderungen seien die Möglichkeit der Lohnauszahlung zum Beschäftigungsende gerade für ausländische Saisonarbeitskräfte, eine einfache Anrechnung von Kost und Logis sowie eine praktikable Regelung, die Arbeitszeit pro Tag während dringend durchzuführender Erntearbeiten über zehn Stunden hinaus zu verlängern. Bei frischen Erzeugnissen wie Obst und Gemüse gelte es, in den Erntespitzen oder in Abhängigkeit von der Witterung längere Arbeitszeiten pro Tag zu ermöglichen.

Convenience: Deutschland holt auf

Deutschland galt beim Kauf von küchenfertigem Frischgemüse lange Zeit als Schlusslicht in Europa. Frankreich war dagegen Vorreiter in Sachen Fresh-Cut-Gemüse. Während vor zehn Jahren in Frankreich bereits über 60 % aller Haushalte küchenfertiges Frischgemüse kauften, lag der Anteil der Käufer in Deutschland erst bei einem Drittel. Noch 2009 betrug die Einkaufsmenge pro Haushalt in Frankreich fast das Dreifache des Niveaus in Deutschland. Seitdem hat sich allerdings einiges geändert. Denn das Wachstum auf dem Markt für küchenfertiges Frischgemüse ist in Frankreich praktisch vor fünf Jahren zum Stillstand gekommen, die Einkaufsmenge 2014 entspricht fast genau der Menge von 2009. In Deutschland legte die Rubrik im Einzelhandel dagegen nach Menge und Wert um 45 % zu. Natürlich ist das Niveau in den Nachbarländern immer noch deutlich höher, Deutschland holt aber auf. Immerhin belegt das küchenfertige Frischgemüse den Platz 14 in der Hitliste der Verbraucherausgaben für frisches Obst und Gemüse und liegt damit noch vor Produkten wie Birnen oder Melonen.     AMI

Europaparlamentarier für gestärktes Schulmilch- und Schulobstprogramm

Der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments hat sich für eine starke Förderung des Milch-, Obst- und Gemüseverzehrs von Schulkindern ausgesprochen. In einem befürworteten Berichtsentwurf zur geplanten Zusammenlegung der bisherigen Schulmilch- und Schulobstprogramme fordert das Gremium unter anderem eine Aufstockung der jährlich zur Verfügung stehenden EU-Mittel speziell für Schulmilch um 20 Mio. EUR auf 100 Mio. EUR. Für die bezuschusste Abgabe von Obst und Gemüse an Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren stünden weiter 150 Mio. EUR bereit. Die Mitgliedstaaten sollen 10 % bis 20 % der erhaltenen EU-Mittel für Maßnahmen zur Ernährungsbildung verwenden, einschließlich des Besuchs auf landwirtschaftlichen Betrieben oder der gelegentlichen Verkostung von Verarbeitungsprodukten, die als regionale Spezialitäten gelten, aber weder gesüßt, gesalzen noch mit Fett angereichert sind.
Daneben verlangt der Ausschuss, die Liste der förderfähigen Produkte auf lokale Milcherzeugnisse wie Naturjoghurt, Käse oder Quark auszudehnen; dabei wären Zusätze wie Früchte, Nüsse oder Kakao nicht erlaubt. Außerdem soll der Verteilungsschlüssel für die EU-Mittel unter den Mitgliedstaaten aktualisiert werden; dazu schlägt der Ausschuss vor, Kennzahlen heranzuziehen, nämlich den Anteil der Sechs- bis Zehnjährigen an der Gesamtbevölkerung sowie den wirtschaftlichen Entwicklungsstand einer Region.     AgE

Aktuelle Studie: Natü̈rlich, kalorienarm und vitaminreich gefragt

Frisch, natürlich und weitgehend naturbelassen – diese drei Ansprüche stellen die Deutschen an ihre täglichen Mahlzeiten. Denn das Essen dient nach Ansicht der Konsumenten nicht mehr nur der Nahrungsaufnahme, sondern soll gleichzeitig Gutes für die Gesundheit tun. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Nielsen, einem führenden Anbieter von Informationen und Erkenntnissen zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern. Aber, auch das zeigt die Studie von Nielsen eindeutig, mehr bezahlen wollen die Deutschen für gesündere Lebensmittel nicht. Mit einer Ausnahme: Mehr als die Hälfte (58 %) der Befragten ist bereit, für Bio-Produkte tiefer in die Tasche zu greifen.
In der global angelegten Studie fragte Nielsen die Verbraucher, welche Eigenschaften Lebensmittel enthalten müssen, um als gesund zu gelten. „Keine Gentechnik“, war mehr als der Hälfte (65 %) der befragten Deutschen wichtig beziehungsweise sehr wichtig. Des Weiteren sollen Lebensmittel nicht mit künstlichen Farb- oder Aromastoffen angereichert, sondern aus „echtem“ Gemüse oder Obst hergestellt – also ganz natürlich – sein.
Bei vielen Verbrauchern zählt das Prinzip „weniger ist mehr“. So ist es ungefähr einem Fünftel der befragten Deutschen sehr wichtig, dass Nahrungsmittel weniger oder gar keinen Zucker, Fett, Salz oder Kalorien enthalten. Zudem achten Konsumenten verstärkt darauf, über die Nahrung gesundheitsfördernde Stoffe aufzunehmen, um Krankheiten vorzubeugen. Entsprechend wählen sie Produkte aus Vollkorn, die mit Vitaminen, Calcium oder Mineralien angereichert sind, Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren oder Proteine enthalten und cholesterinfrei sind. Doch nicht nur anhand der Inhaltsstoffe entscheiden Verbraucher, ob Lebensmittel gesund sind, oft zählt auch die Herkunft. 57 % halten Produkte aus der Region für wichtig oder sehr wichtig, 56 % setzen auf fair gehandelte Waren und 44 % bevorzugen Nahrungsmittel aus Bio-Anbau.

Russland gleicht Importrückgang von Käse größtenteils aus

Durch das seit August 2014 geltende Importverbot Moskaus für mehrere Lebensmittel aus westlichen Ländern sind die russischen Käseeinfuhren deutlich zurückgegangen, während die landeseigene Produktion und Importe aus anderen Ländern einen Aufschwung erfahren haben. Nach Angaben des Moskauer Forschungsinstituts für Agrarmarktkonjunktur (IKAR) war der russische Käsemarkt von Januar bis August 2014 noch zu 48 % über Einfuhren versorgt worden; davon entfielen rund 126.000 t und somit etwa die Hälfte auf die Europäische Union. Bezogen auf das Gesamtjahr 2014 verringerten sich die Käseeinfuhren Russlands im Vergleich zu 2013 aber um 142.000 t oder 35 % auf etwa 264.000 t. Allerdings erhöhten die russischen Käsehersteller gleichzeitig ihre Produktion um 64.000 t oder 15 % auf rund 493.000 t, so- dass der embargobedingte Importrückgang teilweise abgefedert werden konnte. Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Einfuhren aus nicht von dem Embargo betroffenen Ländern ging das Gesamtangebot auf dem russischen Käsemarkt unter dem Strich nur geringfügig zurück. Trotzdem verteuerte sich Käse in Russland laut IKAR um etwa ein Drittel, weil die Produktionskosten dort höher als in Europa sind; als ernsthaftes Hindernis für den weiteren Ausbau der heimischen Produktion sehen die Konjunkturforscher den Mangel an Rohmilch. Wegen der Preissteigerung ging der Inlandsabsatz 2014 gegenüber dem Vorjahr dem IKAR zufolge um 9 % zurück. Wenn Moskau das Einfuhrembargo für Käse in diesem Jahr nicht aufhebt, erwarten die Fachleute für 2015 einen erneuten Rückgang der russischen Käseimporte um etwa ein Drittel und eine Ausdehnung der heimischen Erzeugung um weitere 10 bis 15 %. In der Folge sollen die Marktpreise für Käse aber zum Jahresende sinken.     AgE

Künftig voraussichtlich acht grüne Länderagrarminister

Die Phalanx der grünen Landwirtschaftsminister in den Bundesländern bekommt weiteren Zuwachs. In der künftigen Hamburger Landesregierung soll der bisherige Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bürgerschaft der Hansestadt, Jens
Kerstan, neuer Senator für Umwelt und Energie mit der Zuständigkeit für Landwirtschaft werden. Damit erhöht sich die Zahl der grünen Länderagrarminister auf acht.
Mit der voraussichtlichen Bildung einer rot-grünen Landesregierung in Hamburg nimmt auch der Einfluss der Grünen im Bundesrat weiter zu. So verfügen die Länder mit grüner Regierungsbeteiligung künftig aller Voraussicht nach über 41 Stimmen und damit deutlich mehr als die für eine Mehrheit erforderlichen 35 Stimmen. Gleichzeitig verliert die Große Koalition in der Länderkammer an Rückhalt. In Zukunft kommen die Länder mit einer CDU-SPD-Landesregierung sowie das CSU-regierte Bayern zusammen nur noch auf 24 Stimmen. Bislang sind es 27.
Durch den weiter steigenden Einfluss der grünen Agrarpolitiker in den Ländern erhöht sich noch einmal der Druck auf Bundeslandwirtschaftsminister Christian
Schmidt und die Berliner Regierungsko-alition, in wichtigen politischen Vorhaben Kompromisse mit der grünen Seite zu finden. Aktuell gilt das vor allem für die Novelle der Düngeverordnung.    AgE

Gravierende Strukturveränderungen im Lebensmittelhandwerk

Das deutsche Lebensmittelhandwerk war in den letzten Jahren durch einen massiven Strukturwandel gekennzeichnet. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen hervorgeht, ist die Zahl der Bäckereien, Fleischereien und Konditoreien im vergangenen Jahrzehnt um fast die Hälfte zurückgegangen. Lag die Zahl der Betriebe 1995 noch bei fast 56 000, war sie 2014 auf rund 30 600 gesunken. Gleichzeitig fiel der Rückgang der Beschäftigten jedoch deutlich geringer aus. Laut Bundesregierung waren 2014 etwa 530 000 Personen in den Betrieben des Lebensmittelhandwerks tätig; 1995 waren es gut 571 000. Das entspricht einem Minus von rund 7 %.
Die Strukturveränderung resultiert der Bundesregierung zufolge nicht zuletzt aus einem geänderten Kaufverhalten der Verbraucher, einem zunehmenden Wettbewerb mit industriellen Marktanbietern sowie der technologischen Entwicklung. Dies habe im Bäcker- und Fleischerhandwerk, nicht jedoch bei den Konditoren, zu Konzentrationsprozessen und einer Tendenz zur Filialisierung geführt. Keine Angaben kann die Bundesregierung zum Marktanteil des Lebensmittelhandwerks im Vergleich zu den industriellen Anbietern machen. Ausdrücklich betont die Regierung in ihrer Antwort die Bedeutung des regionalen Lebensmittelhandwerks für die Nahversorgung, die regionale Wertschöpfung und die bäuerliche Landwirtschaft und verweist auf die starke Präsenz der Betriebe des Lebensmittelhandwerks im ländlichen Raum.     AgE

Mehr Freihandel für die Milch gefordert

Die führenden Milchverbände der USA, Australiens und Neuseelands haben in einem gemeinsamen Brief an ihre Regierungen eine umfassende Handelsliberalisierung für den Milchsektor im Rahmen des Transpazifischen Partnerschaftsabkommens (TPP) gefordert. Die Vereinbarung müsse spürbare und wirtschaftlich bedeutende Handelserleichterungen bringen, damit die steigende Nachfrage der Verbraucher nach sicheren, hochwertigen und erschwinglichen Molkereiprodukten in der Region befriedigt werden könne. Das Abkommen biete die historische Möglichkeit, bestehende Handelsbeschränkungen und -verzerrungen zu beseitigen, und es solle den Erzeugern und Verarbeitern der exportorientierten Unterzeichnerstaaten Wachstum ermöglichen, heißt es in dem Brief.
Besorgt zeigten sich die Milchverbände vor allem darüber, dass die Verhandlungen mit Japan und Kanada noch kein zufriedenstellendes Ergebnis in punkto Marktzugang gebracht hätten. Der Vorsitzende des neuseeländischen Molkereiverbandes (DCANZ), Malcolm Bailey, wies darauf hin, dass Milcherzeugnisse zu den am stärksten protektionierten Produktgruppen gehörten und beispielsweise Kanada und Japan Einfuhrzölle von mehr als 200 % erhöben. Ein besonderer Dorn im Auge der Freihandelsbefürworter sind die nicht-tarifären Handelshemmnisse, die von Kanada und Japan gerne zum Schutz der heimischen Produzenten angewendet würden. Es sei unerlässlich, dass Kanada für
alle Molkereierzeugnisse einen besseren Marktzugang anbieten müsse, wenn es am TPP teilnehmen wolle, stellte der Vorsitzendes des australischen Milchindustrieverbandes (ADIC) klar.      AgE

Hohe Lebensmittelstandards weltweit gefordert

Mehr Anstrengungen zur weltweiten Sicherstellung der höchstmöglichen Standards bei der Gesundheitsvorsorge und der Lebensmittelsicherheit hat die Europäische Kommission gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert. Anlässlich des Weltgesundheitstages erklärte der für Lebensmittelsicher-
heit zuständige EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis, mit der Globalisierung des Lebensmittelhandels sei es wichtiger denn je, die Lebensmittelsicherheit und die hygienischen Standards aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Nicht-EU-Ländern den Zugang zum Markt zu ermöglichen. Die Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit gingen mit dem Gesundheitswesen und den wirtschaftlichen Erfordernissen Hand in Hand, betonte Andriukaitis. Europa sollte stolz darauf sein, das seine 500 Mio. Verbraucher von den weltweit höchsten Lebensmittelstandards profitierten, die auch von vielen anderen Ländern als Norm anerkannt würden. Zudem könnte die Lebensmittelsicherheit zusammen mit einer gesunden und umweltverträglichen Ernährung zu einer besseren Gesundheit der Bevölkerung und einer spürbaren Reduzierung von Lebensmittelabfällen führen.     AgE

Deutsche Lebensmittelwirtschaft schwach ins neue Jahr gestartet

Niedrige Verkaufspreise und ein schwaches Exportgeschäft haben zu Beginn dieses Jahres in der deutschen Ernährungswirtschaft auf die Stimmung gedrückt. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mitteilte, erwirtschaftete die Branche im Januar 2015 einen Umsatz von 13,0 Mrd Euro; das waren 7,2 % weniger als im Vorjahresmonat. Ein anhaltender Druck auf die Verkaufspreise ließ zudem den Absatz um 4,6 % sinken. Bereinigt um Kalender- und Saisoneffekte konnte die Lebensmittelproduktion jedoch um 1,9 % ausgebaut werden. Das Exportgeschäft der deutschen Lebensmittelindustrie blieb im Januar allerdings schwach. Nach Angaben der Bundesvereinigung sanken die Lebensmittelausfuhren im Vergleich zum Vorjahreswert um 12,4 % auf 4,0 Mrd Euro. Dies hemmt der BVE zufolge die Wachstumsperspektiven der Branche empfindlich, da Erträge und Arbeitsplätze durch immer mehr Kosten und die Konkurrenz erheblich unter Druck geraten. Daran kann laut Darstellung der BVE auch das bessere Konsumklima in Deutschland wenig ändern. Zwar hätten die guten Konjunkturaussichten der Verbraucher die Einkommenserwartungen und die Anschaffungsneigung weiter angehoben; der Nachfrage nach alltäglichen Gütern wie Lebensmitteln komme dieser Trend jedoch nur wenig zu Gute, da sich das Interesse der Käufer eher auf größere Investitionen richte. Dieser Trend werde durch die geringe oder sogar negative Inflation der Verbraucher- und Lebensmittelpreise noch verstärkt, so die BVE. Ihr zufolge sanken die Lebensmittelpreise im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 %, während die allgemeinen Verbraucherpreise immerhin um 0,1 % gestiegen seien. Die Stimmungslage in den Unternehmen der Ernährungsindustrie verzeichnete ungeachtet dessen im März 2015 einen deutlichen Aufschwung. Der ifo-Geschäftsklimaindex für die Ernährungsindustrie stieg nach Angaben der BVE um sieben Punkte, womit sich der positive Saldo im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte. Getragen wird der neue Optimismus von deutlich verbesserten Geschäftserwartungen der Unternehmen. Verbreitet wird mit einem Ausbau der Produktion in den kommenden Frühjahrsmonaten gerechnet.     AgE

Upländer Bauernmolkerei nimmt neue Biomilchlieferanten auf

Die Upländer Bauernmolkerei nimmt fünf weitere Biomilchlieferanten auf. Einen entsprechenden Beschluss haben die Bauern der Milcherzeugergemeinschaft Hessen als Eigentümer der Molkerei auf ihrer letzten Mitgliederversammlung einstimmig gefasst.
Wie die Upländer Bauernmolkerei im Anschluss daran mitteilte, liegen die neuen Mitgliedsbetriebe innerhalb des regionalen Erfassungsgebiets und liefern zusammen rund 800.000 kg Biomilch. „An der Milchmenge ist zu erkennen, dass wir ganz bewusst auch kleine Betriebe aufnehmen. Damit unterstützen wir aktiv eine bäuerliche Landwirtschaft und wirken einer industriellen Ausrichtung der Landwirtschaft entgegen“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der Milcherzeugergemeinschaft Hessen, Josef Jacobi. Die Geschäftsführerin der Upländer Bauernmolkerei, Karin Artzt-Steinbrink, wies darauf hin, dass unter den neuen Mitgliedern auch zwei Betriebe seien, die neu mit der Milchviehhaltung anfingen. Diese wolle man durch die Aufnahme unterstützen. Laut Molkereiangaben reicht die Betriebsgröße der liefernden Höfe von sechs bis 200 Kühen.     AgE

Deutsches Verpackungsinstitut ehrt Prof. Dr. Klaus Töpfer

Auf dem 10. Deutschen Verpackungskongress in Berlin ehrte das Deutsche Verpackungsinstitut e.V. (dvi) den ehemaligen Bundesminister für Umwelt und Naturschutz, Prof. Dr. Klaus Töpfer, mit dem
neu geschaffenen „Dieter-Berndt-Preis“. „Hätte mir jemand vor 25 Jahren gesagt, ich würde als erster Preisträger just von der Verpackungswirtschaft geehrt, hätte ich ihn wegen nachgewiesener Gedankenschwäche untersuchen lassen.“ Klare Worte des heutigen Exekutivdirektors des IASS Institute for Advanced Sustainability Studies Potsdam, der sich zu seiner Zeit als Bundesminister für Umwelt und Naturschutz mit der „Verordnung über die Rücknahme und Pfanderhebung von Getränkeverpackungen aus Kunststoffen“ 1988, der „Verordnung über die Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen“ 1991 und dem „Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen“ 1994 in der Branche nicht nur Freunde gemacht hatte.
„Vor 25 Jahren“, erinnerte sich Klaus Töpfer, „stellte die Idee einer Kreislaufwirtschaft etablierte Markt- und Businessmodelle in Frage – und die Reaktion war entsprechend. Inzwischen ist die Kreislaufwirtschaft ein Exportschlager geworden. Sie schafft neue Marktsegmente und einen neuen Wettbewerb. Heute streiten sich alle um diese sogenannten „Abfälle“. Es ist ein neues Business Case geworden.“

Österreich darf mehr Milchprodukte nach China verkaufen

Die österreichische Molkereibranche hat einen Grund zur Freude, denn sie kann ab sofort deutlich mehr Käse und Milcherzeugnisse in die Volksrepublik China liefern als bisher. Wie das Wiener Agrarressort mitteilte, hat der chinesische Minister für Qualitätskontrolle, Inspektion und Quarantäne, Zhi Shuping die erweiterte Handelserlaubnis bei einem Gespräch mit dem österreichischen Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter in Peking bestätigt. Die Ausfuhr von Milchprodukten aus der Alpenrepublik nach
China war bisher schon möglich; allerdings gab es nur wenige Genehmigungen für heimische Firmen. Laut Minister Zhi wurden von den chinesischen Behörden jetzt für 24 Unternehmen Export-
zertifikate für Milchprodukte ausgestellt, die sich auch auf die Lieferung von Käse erstrecken. Rupprechter betonte, dass die Nachfrage nach Käse in China stetig steige. Rechtzeitig zum Auslaufen der Milchquote biete sich hier eine große Chance für die heimische Milchwirtschaft. Bezüglich der geplanten Schweinefleischlieferungen nach China, die bereits  vereinbart wurden, kündigte Zhi an, dass schon bald Vertreter der chinesischen Veterinärbehörde nach Österreich kommen würden, um dort exportwillige Firmen zu zertifizieren. Rupprechter rechnet damit, dass noch in diesem Jahr
erste Schweinefleischlieferungen in die Volksrepublik erfolgen werden. Positive Signale gab es ihm zufolge auch hinsichtlich eines Veterinärprotokolls für Rindfleisch. Die Themen Lebensmittel-
sicherheit und Lebensmittelkontrolle standen im Mittelpunkt eines weiteren Gesprächs des Wiener Agrarressortchefs mit Landwirtschaftsminister Han Changfu. Dieser betonte das Interesse Chinas an den österreichischen Systemen für Qualitätssicherung und Kontrolle. Beide Minister vereinbarten die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe. Bei einem Besuch von Han in Österreich, der eine entsprechende Einladung Rupprechters angenommen hat, sollen konkrete Kooperationsprojekte etwa im Bereich Biolandwirtschaft präsentiert werden.     AgE

Chancen für die Milchwirtschaft

Mit dem Wegfall der Milchquotenregelung endete eine mehr als
30-jährige Epoche staatlicher Mengensteuerung am EU-Milchmarkt.
„Wir sind froh, dass dieses Kapitel hinter uns liegt. Die Abschaffung der Regelung ist die logische Konsequenz des Ziels einer stärkeren Marktorientierung der EU-Milchpolitik“, so Dr. Henning Ehlers, Generalsekretär des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV).
Der Quotenausstieg wurde politisch mit dem vor gut zehn Jahren begonnenen Abbau der Stützung und der Öffnung des EU-Marktes vorbereitet. Die Molkereigenossenschaften haben seitdem die Absatzchancen genutzt und setzen ihre Produkte zunehmend am Weltmarkt ab. Sie richten ihre Unternehmensstrategien auf die ausländischen Märkte aus, die bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung und damit für die Erzeugereinkommen leisten.
Gemeinsam mit ihren Mitgliedern haben sich die Molkereigenossenschaften gut auf das Quotenende vorbereitet. Sie stehen mit ihren Mitgliedern im engen Austausch und planen auf Basis dieser Informationen die Verarbeitung und Vermarktung vorausschauend. Es wurde verstärkt in marktgerechte Verarbeitungskapazitäten investiert. Sie verbreitern ihre Produktsortimente und setzen auf eine Streuung der Kundenstruktur sowie unterschiedliche Kontraktlaufzeiten. Damit federn die Molkereigenossenschaften Markt- sowie Preis- und Einkommensschwankungen für ihre Mitglieder ab. „Sie bieten ihren Mitgliedern in Zeiten volatiler Märkte Abnahme- und damit Planungssicherheit“, unterstreicht Ehlers die Vorteile genossenschaftlicher Vermarktung.
Auch die Erzeuger haben kräftig in die Erweiterung und Modernisierung ihrer Betriebe investiert. Sie sehen die Chance, an der weltweit steigenden Nachfrage nach Milch und Milchprodukten teilzunehmen und haben noch anfallende Quotenkosten in Kauf genommen. Diese Investitionen dienen sowohl der Verbesserung der wirtschaftlichen Kennziffern als auch den Haltungsbedingungen und damit dem Tierwohl. „Das ist eine gute Basis für die zukunftsfähige Produktion qualitativ hochwertiger Milcherzeugnisse, die den gesellschaftlichen Anforderungen entsprechen. Moderne Milchviehhaltung sowie Nachhaltigkeit stehen also keineswegs im Widerspruch“, betonte der DRV-Generalsekretär.     DRV

Bleser wirbt für intensive Handelsbeziehungen im Agrarbereich

Der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser, hat die Bedeutung des Agrarhandels für eine erfolgreiche und für alle Seiten nützliche Kooperation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft hervorgehoben. „Intensive Handelsbeziehungen sind eine hervorragende Grundlage für die fruchtbare Zusammenarbeit im Agrarbereich“, erklärte Bleser beim 4. Diplomaten-Salon der German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA), an dem nach deren Angaben gestern in Berlin rund 50 hochrangige Vertreter von 39 Botschaften teilnahmen. Nur wenn alle Beteiligten profitierten, werde diese Zusammenarbeit jedoch dauerhaft erfolgreich sein. Nach den Worten Blesers hat sich die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft in den letzten Jahrzehnten zu einer echten High-Tech-Branche entwickelt und ist bereit, ihr Know-how weiterzugeben. Voraussetzung dafür sind ihm zufolge Export- und Absatzmöglichkeiten in den Zielländern. „Wir verfolgen einen kooperativen Ansatz in unserer Zusammenarbeit. Unternehmen liefern nicht nur Güter; die Verwaltung arbeitet nicht nur an der Überwindung von Handelshemmnissen“, erläuterte der Staatssekretär. Die Bundesregierung fördere auch den Wissenstransfer durch Ausbildung und Forschungszusammenarbeit und unterstütze in ausgewählten Ländern den Aufbau von Verwaltungsstrukturen. Wesentliches Ziel der deutschen Exportförderung sei dabei, dass sich die Wirtschaftsbeteiligten, seien es die Unternehmen, aber auch Importeure, Händler, Berater, Verbands- und Verwaltungsvertreter, besser kennenlernten. GEFA-Sprecher Dr. Franz-Georg von Busse hob ebenfalls den Wert der internationalen Zusammenarbeit in Handels- und Ernährungsfragen hervor: Viele Zukunftsfragen seien nur in Kooperation und mit dem Ziel einer beiderseitigen Win-Win-Sitution erfolgreich zu lösen. 

Schwedischer Milcherzeugerpreis im Jahresvergleich niedriger

Die Einnahmen der schwedischen Milcherzeuger sind in Folge des russischen Importembargos und des insgesamt schwächeren Weltmarktes stark eingebrochen. Wie der schwedische Bauernverband (LRF) mitteilte, erzielen die Landwirte in dem skandinavischen Land aktuell für konventionell erzeugte Milch im Schnitt mit 2,80 skr (30,2 ct) pro kg fettkorrigierter Milch umgerechnet 9 ct weniger als im März 2014. Nach Darstellung des Bauernverbandes kamen die Sanktionen Russlands für Milchprodukte aus der EU für die exportabhängigen schwedischen Landwirte im vergangenen Jahr zur Unzeit, da Übermengen und nachlassende Nachfrage zum gleichen Zeitpunkt bereits starken Druck auf die Milchpreise ausgeübt hatten. Am schwedischen Markt für ökologisch erzeugte Milch fiel der Preisrückgang etwas moderater aus: Laut LRF-Angaben werden hier derzeit mit 3,75 skr (40,4 ct) pro kg fettkorrigierter Milch umgerechnet etwa 7,5 ct/kg weniger erzielt als im Frühjahr 2014.

Emmi verbucht trotz Umsatzplus deutliche Gewinneinbußen

Der Schweizer Milchverarbeiter Emmi hat im Geschäftsjahr 2014 trotz steigender Umsatzzahlen deutliche Einbußen beim Betriebsergebnis und dem Reingewinn verbucht. Der Grund dafür war vor allem eine Wertberichtigung von 34,5 Mio. sfr (32,7 Mio. EUR) beim Tochterunternehmen Trentinalatte S.p.A. aus Roverè della Luna, das im Juli 2006 übernommen worden war und mittlerweile verkauft wurde.
Wie Emmi heute mitteilte, lag der Nettoumsatz im Berichtsjahr mit 3,40 Mrd. sfr (3,22 Mrd. EUR) um 3,2 % über dem Vorjahreswert. Allerdings verringerte sich das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 19,2 % auf 136,2 Mio. sfr (129,0 Mio. EUR); der Reingewinn ging um 24,6 % auf 78,9 Mio. sfr (74,8 Mio. EUR) zurück. Ohne Berücksichtigung der negativen Sondereffekte ergab sich beim EBIT allerdings ein Plus von 6,7 % auf 170,7 Mio. sfr (161,7 Mio. EUR) und beim Reingewinn ein Zuwachs um 12,1 % auf 109,4 Mio. sfr (103,7 Mio. EUR).
Die Aussichten des Unternehmens für 2015 sind im Wesentlichen vom starken Franken geprägt. Dieser dürfte laut Emmi den organischen Konzernumsatz voraussichtlich um 2 % bis 3 % schrumpfen lassen und die weitere Entwicklung hemmen.   

Hogan blickt dem Ende der Milchquote gelassen entgegen

Anlässlich des bevorstehenden Auslaufens der Garantiemengenregelung nach 31 Jahren hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan die positiven Seiten dieses historischen Schritts für den Milchsektor unterstrichen. „Das Ende der Milchquotenregelung ist sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance für die Union. Eine Herausforderung insofern, als eine ganze Generation von Milcherzeugern mit völlig neuen Lebensumständen konfrontiert sein wird und lernen muss, mit den Volatilitäten des Marktes zu leben“, erklärte Hogan heute vor Journalisten in Brüssel. Gleichzeitig jedoch böten sich Chancen für Wachstum und Beschäftigung. Wenn sich der Milchsektor verstärkt auf Mehrwertprodukte und Zutaten für funktionelle Lebensmittel konzentriere, könne er zu einer Triebkraft für die Wirtschaft der EU werden.
Hogan räumte ein, dass es in Bergregionen und anderen benachteiligten Gebieten auch Ängste gebe. Um strukturellen Problemen zu begegnen, sieht er jedoch die Hauptverantwortung bei den Mitgliedstaaten. Im Rahmen der ländlichen Entwicklung gebe es eine breite Palette an speziellen Fördermöglichkeiten, um die Wettbewerbssituation von Milchviehhaltern zu verbessern. Gleichzeitig betonte der Kommissar, dass seine Dienststellen gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) daran arbeiteten, ebenfalls innerhalb der Zweiten Säule eine Möglichkeit für langfristige, günstige Kredite zur Absicherung von Milchpreisschwankungen zu schaffen. Ein Abschluss der Gespräche sei für Ende 2015 geplant.   

Terminhandel im Milchsektor bislang von untergeordneter Bedeutung

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erwartet, dass der Handel mit Terminkontrakten im Milchsektor künftig an Bedeutung gewinnen wird. Bei einer Anhörung des Bundestagsernährungsausschusses gestern in Berlin räumte DRV-Milchexperte Heinrich  Schmidt ein, dass der Handel mit Butter- und Magermilchkontrakten an der Eurex bislang noch gering ausfalle und mit einer im vergangenen Jahr gehandelten Menge von rund 2 % der nationalen Produktion zu klein sei für eine wirksame Risikoabsicherung. Die Zeichen stünden aber auf Wachstum. Voraussetzung dafür sei, dass Wissen aufgebaut und Erfahrungen gesammelt würden. Der DRV unterstütze deshalb Schulungsprojekte zur Wissensvermittlung über die Funktionsweise des Terminhandels, berichtete Schmidt. Der Vorsitzende vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, bekräftigte seine Forderung nach einer stärkeren staatlichen Flankierung des Milchmarktes. Erforderlich sei zum einen ein Marktverantwortungsprogramm, um im Bedarfsfall die Milchmenge an die Nachfrage anzupassen und auf diese Weise schwerwiegenden Milchkrisen vorzubeugen, sagte Schaber. Zum anderen müsse die Stellung der Erzeuger im Markt gestärkt werden. Dazu hält der BDM eine Lockerung der Andienungspflicht ebenso für erforderlich wie preisliche Eckdaten in den Lieferverträgen. Schaber kritisierte, dass die Bildung von Erzeugergemeinschaften nur unzureichend von der öffentlichen Hand unterstützt werde.    

Schmidt begrüßt Ende der Quotenregelung

Als „Chance für die Milchwirtschaft und Teil der verstärkten Marktorientierung der EU-Agrarpolitik“ hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt das bevorstehende Auslaufen der Milchquotenregelung begrüßt. „Die Marktorientierung hat die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Agrar- und Ernährungswirtschaft gestärkt und wesentlich zu ihren Erfolgen auf internationalen Märkten beigetragen“, erklärte der Minis-ter heute in Berlin. Seiner Einschätzung nach hat die 1984 unter dem damaligen CSU-Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle eingeführte Mengenregulierung ihre Ziele nicht erreicht. Sie habe weder zu stabilen Erzeugerpreisen geführt, noch den Strukturwandel aufgehalten oder starke Preisschwankungen unterbunden. Stattdessen sei die EU vom Wachstum des globalen Milchmarktes abgekoppelt worden. Schmidt: „Die Milchquote ist auf Dauer keine Lösung und angesichts der Chancen des globalisierten Marktes auch nicht mehr sinnvoll.“
Eine Absage erteilt der CSU-Politiker Forderungen nach neuen staatlichen Eingriffen in das normale Marktgeschehen. Die aktuelle Entwicklung auf dem Milchmarkt zeige, „dass auch dort die Marktmechanismen funktionieren“. Nicht die Superabgabe, sondern der Preis sei künftig das maßgebliche Korrektiv, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Falle außergewöhnlicher Marktkrisen greife das tragfähige Sicherheitsnetz der gemeinsamen Marktorganisation.    

Dr. Wolfgang Ingold erneut zum Vorsitzenden gewählt

Die Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE) hat Dr. Wolfgang Ingold, Geschäftsführer Franz Wiltmann GmbH & Co. KG Westfälische Fleischfabrik, zum zweiten Mal in Folge zum Vorsitzenden gewählt. „Die BVE ist heute als Interessenvertretung der Ernährungsindustrie in branchenübergreifenden Angelegenheiten anerkannt wie selten zuvor. Diesen Weg möchten wir konsequent fortsetzen. Als Vorsitzender fordere ich von der Politik ein klares Bekenntnis zur modernen Lebensmittelproduktion und zum Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Ernährungsindustrie“, so Dr. Ingold. Bereits im Dezember 2014 hatte der BVE-Vorstand Sebastian Schaeffer, Vorsitzender der Geschäftsführung der SCHWARTAUER Werke GmbH & Co. KGaA, einstimmig zum stellvertretenden Vorsitzenden der Bundesvereinigung ernannt. Jürgen Abraham bleibt aufgrund seines langjährigen Engagements für die Branche sowie den Verband Ehrenvorsitzender der BVE.

Milchcup 2015 - Das Jubiläums-Landesfinale

Anfeuerungsrufe, Jubelschreie und laute Seufzer wechselten sich ab, als  im Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf die besten 360 Nachwuchs-Tischtennisspieler Nordrhein-Westfalens im Rundlauf bei der Milchcup-Landesmeisterschaft gegeneinander antraten. Die mitgereisten Fans feuerten ihre Teams lautstark an und schrien sie förmlich zum Sieg. Die Mannschaften aus 56 Schulen hatten sich zuvor bei Schulwettkämpfen und Bezirksturnieren in ganz Nordrhein-Westfalen qualifiziert. Im Landesfinale lieferten sie sich rasante Ballwechsel und emotionsgeladene Endspiele. Das Wettkampfgetränk Nummer eins war die Milch in allen Variationen. Die Siegerteams und deren Klassenkameraden erhalten u.a. zwei Wochen lang Schulmilch gratis. Zusätzlich erhalten die Sieger der NRW-Landesmeisterschaft 200 EUR für die Klassenkasse. Der von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e.V. (LV Milch NRW) ausgeschriebene Milchcup ist deutschlandweit einzigartig und fand dieses Jahr bereits zum fünfzehnten Mal statt.

Ende der Milchquote als Chance sehen

Nach 31 Jahren läuft am 31. März 2015 das System der Milchquote aus und damit endet die Regulierung der Milchproduktionsmenge. Der CSU-Europaabgeordnete, Markus Ferber, erklärte dazu: „Für die Region Bayerisch-Schwaben und dem Allgäu ist die Milcherzeugung eine wesentliche Einkommensquelle für die Landwirtschaft. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Produkte und unsere Molkereien so wettbewerbsfähig sind, dass sie das Ende der Quotenregelung sehr gut meistern werden. Und für Berggebiete wie das Allgäu, mit ungünstigen Produktionsbedingungen, ist eine ergänzende Förderung weiterhin vorgesehen.“

„Das künftige System ist europaweit ein auf Angebot und Nachfrage basierendes, marktwirtschaftliches System, wie es bereits bei anderen Agrarprodukten seit Jahren der Fall ist. Gesetz-liche oder behördliche Steuerung fallen weg.“ Ferber fürchtet keine neuen „Milchseen oder Butterberge“. „Wir hatten in Bayerisch-Schwaben und im Allgäu nie Probleme unsere Milchprodukte im Markt unterzubekommen. Ich sehe keine Gefahr auch ohne Quotenregelung.“

Der CSU-Europaabgeordnete ruft abschließend dazu auf, das Ende der Milchquote als Chance zu sehen. „Unsere Milcherzeuger haben ihre Betriebe in den letzten Jahren wettbewerbsorientiert ausgerichtet. Die Milchwirtschaft ist für mich eine Zukunftsbranche. Die Nachfrage nach Milchprodukten wird weltweit steigen und darauf sollten wir setzen. China wird ein Exportmarkt sein. Den sollten wir uns nicht von den USA oder Kanada nehmen lassen“, betonte Markus Ferber.

Ein Reich für Käse-Sommeliers

Umgeben von mehreren tausend Käselaiben fühlen sich angehende Käse-Sommeliers immer besonders wohl. Sepp Krönauer, Inhaber der Schönegger Käse-Alm, ermöglichte dieses Erlebnis den Teilnehmer der Qualifizierung zum Käse-Sommelier, die von der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft und dem Cluster Ernährung am Kompetenzzentrum für Ernährung angeboten wird. Umgeben vom milchig-blumigen Duft mehrerer tausend Käselaibe eröffneten sich angesichts der automatisierten Käsepflege völlig neue Dimensionen bei der Käseherstellung.
„Die Exkursionen bereichern unsere Weiterbildung sehr, denn hier erleben wir mit allen Sinnen, was Käse so besonders macht“, so Teilnehmerin Kathrein van Strien. Der zweite Block der Qualifizierung zum Käse-Sommelier führte die Käseexperten erstmalig in den Pfaffenwinkel. Neben zahlreichen Betriebsbesichtigungen vermitteln mehr als 10 Referenten die theoretischen Grundlagen, um die Teilnehmer bestens auf ihre bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten. Die 15-tägige Weiterbildung wird zweimal im Jahr angeboten und richtet sich an Personen, bei denen Käse im beruflichen Fokus steht.

Durchwachsene Aussichten

Der Kieler Rohstoffwert wurde Ende November mit 25,5 Cent ermittelt. Er lag damit nur noch um einen Cent über dem Stand vom Mai 2012 und um etwas über sechs Cent über dem historischen Tiefststand 2009. Er verzeichnet gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang von 18,3 Cent oder 41,8 %. Gegenüber dem historischen Höchststand von etwas über 45 Cent im September 2013 beträgt der Abschlag satte 45 %. Die realen Milchauszahlungspreise sind diesen Berechnungen bislang noch nicht gefolgt. Insbesondere in Süddeutschland haben die Milchbauern den Preisverfall in diesem Umfang nicht zu spüren bekommen. Es dürfte auch nicht ganz so schlimm kommen. Gleichzeitig ist jedoch davon auszugehen, dass die
Talsohle im Preisrückgang noch nicht erreicht ist.
Das bayerische Landwirtschaftsministerium rechnet für das erste Quartal 2015 mit weiter nachgebenden Auszahlungspreisen.

Schnelle Wende am Milchmarkt

Kurz vor Milchquotenende haben sich die Milchmärkte ü̈berraschend schnell gedreht und entwickeln sich positiv. Alle europäischen Leitnotierungen zeigen nach oben, teilt der Milchindustrie-Verband, Berlin mit. Nach einem Abrutschen der Märkte im Herbst/Winter 2014 sind die Verhältnisse nun deutlich stabiler.
Zunächst zogen die Preise der Bulkerzeugnisse wie Milchpulver und Butter an, nun folgen auch die konsumnäheren Produkte. „Die Dinge gleichen sich an, in vielen Bereichen haben wir Nachholbedarf“, so Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsfü̈hrer des Verbandes.
Trotz Russlandboykott und Kaufzurü̈ckhaltung in China, konnten die Märkte entwickelt werden. Das Niveau der Ausfuhren der deutschen Milchindustrie konnte gehalten werden. Neue Märkte wurden gesucht, gefunden und ausgebaut. Der niedrige Eurokurs half darü̈ber hinaus dabei, dass die international gefragte deutsche Ware wettbewerbsfähig ist und wichtige Ausschreibungen in Drittländern gewonnen werden konnten.
MIV

Qualitätsstrategie für die österreichische Milchwirtschaft

In Österreich ist die „Agrarmarkt Aus­tria – AMA“, 1988 gegründet, auch die zentrale Marketing-und Werbeorganisation für die Landwirtschaft insgesamt, ähnlich der (un)seligen CMA, zugleich aber auch Durchführungsstelle für Maßnahmen der Marktordnung. Als Teil des Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramm wurde 1994 das AMA-Gütesiegel „Milch und Milchprodukte“ eingeführt. In den letzten 20 Jahren wurde das AMA-Gütesiegel-Programm „Milch“ kontinuierlich als  ganzheitliches Qualitätssicherungsprogrammes weiterentwickelt. Während sich zu Beginn die Anforderungen auf die Milchverarbeitung konzentrierten, liegt seit etwa fünf Jahren der Schwerpunkt auf der landwirtschaftlichen Milchviehhaltung, auf natürlichen Futtermitteln und mehr Eutergesundheit und Tierwohl.

Den Bericht finden Sie in der Print-Ausgabe 04/15

Agrarhaushalt 2015 beschlossen

Der Agrarhaushalt 2015 ist in trockenen Tüchern. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD hat der Bundestag vergangene Woche den Einzelplan 10 im  Bundeshaushalt beschlossen. Der Etat des Bundeslandwirtschaftsministeriums sieht für das kommende Jahr mit Gesamtausgaben von rund 5,32 Mrd. EUR in etwa das Volumen dieses Jahres vor. Der Löwenanteil im Einzelplan 10 entfällt mit 3,7 Mrd. EUR erneut auf die landwirtschaftliche Sozialpolitik. Die Mittel für die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) belaufen sich auf 620 Mio. EUR. Darin enthalten sind 20 Mio. EUR für Maßnahmen des präventiven Hochwasserschutzes. Union und SPD hatten sich aufgrund des Streits um eine Neugestaltung der Hofabgabeklausel im Ernährungsausschuss nicht auf gemeinsame Anträge verständigen können. Ressortchef Christian Schmidt zeigte sich in der Debatte zufrieden. Der Etat sei angesichts der Anforderungen gut aufgestellt. Der agrarpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp, bekräftigte das Leitbild der unternehmerischen, wettbewerbsorientierten und familiengeführten bäuerlichen Landwirtschaft. Dem trage der Haushalt Rechnung. Für SPD-Agrarsprecher Dr. Wilhelm Priesmeier werden zum Tierschutz und die ländliche Entwicklung wichtige Anliegen seiner Fraktion umgesetzt. Kritik kam hingegen von der Opposition. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht Licht und Schatten beim Agraretat 2015.     AgE

Preissprung für Vollmilchpulver am Weltmilchmarkt

Am internationalen Markt für Milcherzeugnisse hat sich die Aufwärtstendenz der Preise verstärkt. Bei der jüngsten Auktion auf der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) legte der gewichtete Index aller umgesetzten Lieferkontrakte am 3.2. um 9,4 % gegenüber der vorherigen Auktion von Mitte Januar zu. Maßgeblich für die fes-teren Kurse dürfte das kleinere Angebot an der GDT gewesen sein. Zum einen ist die Milchanlieferung auf der Südhalbkugel saisonal rückläufig; zum anderen hatte Hauptanbieter Fonterra bereits angekündigt, die Angebotsmengen an der GDT zu kürzen, da wegen der Trockenheit in Neuseeland zukünftig mit einem spürbar geringeren Rohstoffaufkommen gerechnet wird. Mehr zum Thema in der aktuellen Ausgabe der dmz...

Brunner prämierte Bayerns beste Bio-Produkte

Monika Strobl und Josef Westenrieder (Heumilchjoghurt), Iris und Georg Thalhammer (Kü̈rbisketchup), Julia Reimann und Stefan Schmutz (Bayerischer Reis). Mit dabei LVÖ-Vorsitzender Josef Wetzstein (r.) und LVÖ-Geschäftsfü̈hrer Harald Ullmer (3.v.l.) Minister Brunner (3.v.l.). Foto: Schmalz/StMELF

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin „Bayerns beste Bio-Produkte“ ausgezeichnet. Die Gewinner des von der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ) verliehenen Preises waren zuvor von einer Jury aus 61 Produkten ausgewählt worden, mit denen sich 47 Hersteller und Verarbeiter bayerischer BioProdukte für den Wettbewerb beworben hatten. Ausschlaggebend für die Auswahl waren Kriterien wie regionaler Rohstoffbezug, Produktqualität, soziales Engagement des Unternehmens und aktive Beiträge zu Umwelt- und Naturschutz. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

Dänische Milchbauern wollen nach dem Quotenende aufdrehen

Trotz der niedrigen Milchpreise erwarten Fachleute in Dänemark nach dem Milchquotenende eine erneute Ausweitung der Produktion. Wie der Dachverband der dänischen Landwirtschaft (L&F) vergangene Woche mitteilte, hatten die historisch hohen Milchpreise bereits im letzten Milchwirtschaftsjahr viele Bauern in dem skandinavischen Land dazu verleitet, möglichst viel zu melken. Dies habe dafür gesorgt, dass die dänische Milchquote 2013/14 um 100 Mio. kg überschritten worden sei. Zwischenzeitlich sei der Milchmarkt aber so stark unter Druck geraten, dass viele Milchbauern in finanziellen Engpässen steckten. Nun stellt sich laut L&F die Frage, wie die Landwirte auf das Ende der Milchquote am 30. März reagieren werden, obwohl nach gängiger Expertenmeinung vor Jahresmitte nicht mit einer nennenswerten Befestigung der Milcherzeugerpreise zu rechnen sei. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

 

 

Petra Hartner neue Chefin des LVFZ für Milchanalytik in Triesdorf

Petra Hartner, die neue Leiterin des LVFZ Triesdorf, und Dr. Rudolf Seidl, Leiter der Abteilung Berufliche Bildung an der LfL. Foto: LVFZ

Neue Leiterin des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums (LVFZ) für Milchanalytik Triesdorf der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist seit dem 1. Januar 2015 Petra Hartner. Sie folgt Peter Mark nach, der im Oktober aus dem aktiven Dienst ausschied. Petra Hartner studierte an der Technischen Universität München-Weihenstephan Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Milchwissenschaften. Ihre berufliche Laufbahn in der bayerischen Landwirtschaftsverwaltung begann sie 1985 nach Referendariat und Staatsprüfung an der damaligen Landesanstalt für Ernährung in München. 1987 wechselte sie an die Lehr- und Versuchsanstalt für Milchwirtschaft und Molkereiwesen in Triesdorf, der Vorgängereinrichtung des heutigen LVFZ für Milchanalytik. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

 

 

 

Emmi erwirbt das Käsegeschäft von J.L. Freeman in Kanada

Emmi kauft 100 % der Geschäftsanteile am Käsegeschäft von J.L. Freeman mit Sitz in Boucherville, Kanada. Das Unternehmen ist Kanadas führender Importeur von Spezialitätenkäse, primär aus der Schweiz. Damit baut Emmi ihre Position in Nordamerika aus und sichert sich den Marktzugang für Exporte aus der Schweiz.   
In den letzten Monaten hat Emmi ihre Strategie in Nordamerika geschärft. Unter anderem werden die Ressourcen stärker zur Festigung der Position im Spezialitätenkäsegeschäft eingesetzt. Die Übernahme von 100 % der Geschäftsanteile am Käsegeschäft der in Boucherville, Kanada, domizilierten J.L. Freeman Limited Partnership Cheese Import and Distribution Operation (nachfolgend J.L. Freeman) ist ein weiterer Schritt in die angestrebte Richtung. Emmi schafft mit dieser Transaktion ein zusätzliches wichtiges Standbein in Nordamerika, das die starke Position in den USA und die bestehende Präsenz in Kanada erweitert. Das Unternehmen sichert sich mit dieser Akquisition den direkten Zugang zu einem interessanten Markt, verlängert die Wertschöpfungskette ihrer Spezialitätenkäseexporte nach Kanada und schafft Potenzial für den Export weiterer Produkte aus der Emmi Gruppe.     
J.L. Freeman ist einer der führenden Käseimporteure Kanadas. Mehr als die Hälfte der Importe sind Käse aus der Schweiz – insbesondere Le Gruyère AOP, Emmentaler AOP, Fondue sowie verschiedene Spezialitäten. Weitere relevante Anteile machen Käse aus Italien und Frankreich aus. J.L. Freeman erzielt im Käsegeschäft einen Umsatz von gut 38 Mio. CAD (knapp 35 Mio. SFR) und beschäftigt 18 Mitarbeitende. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

 

 

Lebensmittel verwerten statt wegwerfen

Wohin mit dem schon abgelaufenen Naturjoghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum gerade abgelaufen ist, und den gekochten Kartoffeln vom Vortag? Ein Salat wäre eine prima Alternative: Lebensmittelreste kreativ verwerten statt wegwerfen – so lautet die Devise des Ratgebers „Kreative Resteküche" der Verbraucherzentrale.
Von Gemüse über Obst, Wurst, Fisch und Fleisch, Kartoffeln, Brot und Milchprodukte bis hin zu Nüssen und Backzutaten gibt es für alles einen knackig-kurzen Verwendungsvorschlag. Eine weitere Tabelle erläutert, welche Gewürze zu welchen Hauptzutaten passen. Raffiniertere Ideen findet der Leser im ausführlichen Rezeptteil. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

 

 

Stationen der Bayerischen Milchprinzessin auf der Grünen Woche

Diese Käseplatte der Extraklasse trug Günther Felßner, Vorsitzender der LVBM, am bayerischen Abend mit drei Mann zum Buffet. Foto: LVBM

Die Bayerische Milchprinzessin Carola Reiner und Günther Felßner, Vorsitzender der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM), vertraten das Milchland Bayern auf der Grünen Woche in Berlin. Dort war der Käsestand der LVBM Startpunkt für ihre kulinarische Weltreise. Gestärkt mit Allgäuer Emmentaler und Bergkäse erkundete Carola Reiner fremde und ungewöhnliche Genüsse in den Messehallen der Internationalen Grünen Woche. Ob Spezialitäten aus Lettland, Gesänge aus der Region Moskau oder tunesische Speisen, die Milchprinzessin zeigte sich überall sehr aufgeschlossen und probierfreudig. Günther Felßner meint dazu: „In der Bayernhalle präsentiert sich der Freistaat perfekt als Urlaubs- und Genussregion. Und doch wollen wir auch die Attraktionen der anderen Aussteller bestaunen und unsere Botschaft zu Milch und Käse aus Bayern nach außen tragen.“ Carola Reiner wird ihre Eindrücke von der Grünen Woche auf Facebook posten: www.facebook.de/Bayerische Milchprinzessin. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

 

 

Bayern schmeckt den Berlinern: Brunner zieht positive Bilanz

Die Bayernhalle mit ihren vielen kulturellen und kulinarischen Highlights war auch heuer wieder ein absoluter Besuchermagnet auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Am letzten der zehn Messetage zeigte sich Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner mit dem Auftritt des Freistaats rundum zufrieden: „Wir haben den 400.000 Besuchern aus der ganzen Welt wieder eindrucksvoll vor Augen geführt, welch unvergleichliche Vielfalt, Kultur und Lebensart Bayern zu bieten hat.“ Dass auch die bayerischen Spezialitäten gut ankommen, zeigt laut Brunner allein schon die Bilanz in der Bayernhalle: Rund 10.400 kg Käse, 9.000 Weißwürste, 3.600 Portionen Leberkäs und 1.000 Enten wurden während der Grünen Woche verspeist. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.


Perspektiven für den Milchmarkt 2015

Die deutschen Milcherzeuger haben im Jahr 2014 erneut ihre Milchproduktion
gegenüber dem Vorjahr steigern können (+3,1 %). „Damit ist in Deutschland mit über 31 Mio. t so viel Milch produziert worden wie noch nie zuvor“, berichtet Dr. Engel, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes, im Rahmen des traditionell stattfindenden „Milchpolitischen Frühschoppen“ anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Das Niveau bei den Erzeugerpreisen war gleichzeitig im ersten Halbjahr 2014 vergleichsweise hoch, sodass ein durchschnittlicher Milchpreis von etwa 37 Ct netto je kg (bei 4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß) am Ende stehen wird. Dieser entspricht dem mittleren Preis des Vorjahres. Doch nicht nur in Deutschland und Europa wurde die Milchproduktion im Jahr 2014 deutlich ausgeweitet. Allein das zusätzliche Milchaufkommen gegenüber 2013 in sieben wichtigen Exportländern (z.B. EU-28, USA, Neuseeland) betrug in den ersten neun Monaten 2014 8,3 Mio. t. Ursächlich hierfür war nicht zuletzt das auch international vergleichsweise hohe Preisniveau, günstige Witterungsbedingungen für die Grundfuttererzeugung sowie niedrige Faktorkosten für zugekaufte Futtermittel und Treibstoffe. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

Mit Optimismus ins „Jahr der Eigenverantwortung“

Veranstaltungsort war wieder der Bierkeller in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin.

Melker und Molker übten beim Milchpolitischen Frühschoppen den Schulterschluss
In den vergangenen Jahren war der traditionelle Milchpolitische Frühschoppen, den der Milchindustrie-Verband jedes Jahr am Rande der Grünen Woche in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin veranstaltet, meist von heftigen Wortgefechten zwischen Milchbauern, Politikern und den Spitzenvertretern der Molkereiwirtschaft gekennzeichnet. Diesmal aber herrschte auffällig viel Eintracht. Dabei barg der Titel der Veranstaltung „Große Molkereien, verunsicherte Verbraucher, Milcherzeuger im Strukturwandel – Ein verzerrtes Bild unserer Branche?“ durchaus Zündstoff.
Einzig – die bewusst als Kontrapunkt setzende Rednerin geladene – Maria Heubuch, Milchbäuerin aus dem Allgäu, Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen im Europaparlament und langjährige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL),  brachte etwas Aufruhr in die Reihen der Zuhörer. Mit ihrer Forderung, zum Erhalt der kleinen Milchviehbetriebe auf eine Politik des Verzichts auf Export und Produktionswachstum einzuschwenken, sich stattdessen auf regionale Märkte zu beschränken und die angeblich überbordende Milcherzeugung („Milch-Tsunami“) durch eine Bonus-Malus-Regelung abzubremsen, stand sie aber hier mutterseelenalleine. In diesem Kreis wurden ihre  Argumentation einhellig, teilweise fast aggressiv, gekontert. Denn mit dem Vortrag der Maria Heubuch war auch ein wenig von der Protestaktion am 14. Januar in die Veranstaltung herübergeschwappt: Demonstranten des Bundes der Milchbauern (BDM) und der AbL hatten symbolisch einen Milchpulverberg vor die Tür des Milchindustrieverbands (MIV) in Berlin geschüttet. Sie werfen der Milchindustrie vor, sich einer „vernünftigen Agrarmarktpolitik “ in der EU zu verweigern und damit für existenzgefährdende Milchpreise in Europa mitverantwortlich zu sein.

Verantwortung für die Welternährung
Milchbauer Günther Felßner, Stellvertretender Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, der nach Frau Heubuch sprach, setzte seine Argumente dagegen: Strukturwandel,  in der Landwirtschaft wie auch der in anderen Branchen, sei einfach eine unausweichliche Folge des technischen Fortschritts und lasse sich deshalb weder durch Politik noch durch Appelle verhindern. Wer da, wie wenige Tage vorher die Agraropposition in Berlin, mit dem Ruf „Wir haben es satt!“ protestiere, tue das doch mit vollem Mund und ohne Verantwortungsbewusstsein für die Welternährung. 30 Jahre Milchmengenregulierung in der EU, die einer Teilenteignung der Bauern gleichgekommen sei, hätten zwar eine Stagnation der Milcherzeugung bewirkt, den Strukturwandel aber nicht gebremst. Es hätten nur andere Milcherzeuger auf der Welt das Exportgeschäft gemacht. Die Weltbevölkerung habe sich verdoppelt in dieser Zeit, die Nachfrage sei entsprechend gewachsen. Und Deutschland, so sein Standpunkt, müsse als Gunstregion für die Milchproduktion nun seinen angemessenen Beitrag zur Welternährung leisten. Es könne aus seiner Sicht auch nichts Schlechtes sein, Lebensmittel zu exportieren. Extensivierungs- und Stilllegungskonzepte hingegen würden Vernichtung von Wertschöpfung und von Arbeitsplätzen bedeuten und in letzter Konsequenz  zur Abschaffung der Tierhaltung in Deutschland führen. Auch dem Ansinnen von Frau Heubuch, die Milcherzeugerpreise müssten nach den Vollkosten der Bauern bemessen werden, erteilte er eine Abfuhr. Das unumstößliche Kriterium für die Preisbildung sei nun mal die Nachfrage. Für die deutsche Milchwirtschaft könne es daher nur um eines gehen: Qualitätsführerschaft zu guten Preisen. Wie die Branche genau diesen Kurs im „Jahr der Eigenverantwortung“ – wie es Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, wegen des Auslaufens der Milchmengenregulierung am 1. April nannte – gehen will, das wurde dann auch das vorherrschende Thema in den Reden und Diskussionen. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.


Unsicherheit als Ursache

Die Podiumsteilnehmer standen zahlreichen Fragen aus dem Publikum gegenüber. Die Verunsicherung der Besucher war den gesamten Abend erkennbar. Dirk Pollert, Verband der Bayerischen Wirtschaft; Markus Ferber, MdEP; Christian Fleschutz, Bioandwirt; Moderatorin Maria Thiele (v.l.n.r.). Foto: Christian Aigner

Halbwissen und Angst gepaart mit einer gesunden Skepsis beherrschten die TTIP-Diskussionsrunde in Kempten. Die Vielzahl der Besucher zeigt die Notwendigkeit weiterer Veranstaltungen dieser Thematik.
Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA (TTIP) wird in der deutschen Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Europaabgeordneter Markus Ferber lud deshalb in der Reihe „TTIP – Jetzt red i" zu einer Podiumsdiskussion.
„Freihandelsabkommen gibt es weltweit in Hülle und Fülle", erläuterte gleich zu Beginn Markus Ferber die Tatsachen. „Allein Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten 130 solcher Abkommen geschlossen", präsentierte der Europaabgeordnete weitere Fakten. Interessant sei, so Ferber weiter, dass die Öffentlichkeit davon kaum Notiz genommen habe. Ganz anders gestalte sich die Situation bei TTIP. Während der Europaabgeordnete die kritische Haltung nur bedingt verstehen konnte, zählte Biolandwirt Christian Fleschutz eine ganze Reihe von Argumenten gegen TTIP auf. Demnach würden in erster Linie „Börsennotierte Aktienkonzerne“ von diesem Abkommen profitieren und diese hätten dann, so die Ansicht des Landwirts, mehr Macht als die Demokratie.
Hier hielt Ferber dagegen und verdeutlichte dies am Beispiel Fendt. „Das Ziel von TTIP ist es, die unterschiedlichen Standards besser miteinander zu vereinbaren und unnötige Regeln abzuschaffen. Es existieren immer noch große Handelshemmnisse zwischen der EU und den USA, beispielsweise im Bereich der Industrie. Heute darf ein Fendt, der in Deutschland  gebaut wurde, so nicht in den USA gefahren werden. Der Traktor erfüllt nicht die technischen Anforderungen, um auf den amerikanischen Markt zu kommen. Diese Hemmnisse könnten wir mit einem Abkommen beseitigen“, erklärte der Politiker. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

70 Tage bis zum Ende der Milchquote – was kommt danach?

„In 70 Tagen läuft am 1. April 2015 nach 31 Jahren die Milchquote in Deutschland aus und damit die Mengenregulierung der Milchproduktion in der EU. Der Milchmarkt geht damit einen wichtigen Schritt in Richtung Liberalisierung und unternehmerisch gestalteter Milchproduktion und Verarbeitung in Deutschland“, erläutert Dr. Karl-Heinz Engel, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes im Rahmen des traditionell stattfindenden „Milchpolitischen Frühschoppen“ anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Die endgültige Entscheidung über das Ende der Quote geht jedoch schon bis in das Jahr 2003 zurück, sodass dieser Schritt für alle Beteiligten nicht überraschend kommen sollte. Die durch die Politik angestrebte sanfte Landung („soft landing“) zeichnet sich jedoch derzeit nicht ab.
Die deutschen Milcherzeuger haben in den letzten zwei Jahren mit hohen Milchpreisen ihre Milchproduktion erneut auf Rekordniveau gesteigert, mussten dafür aber auch hohe Aufwendungen leisten. So war allein durch die deutschen Landwirte das letzte abgeschlossene Quotenjahr 2013/2014 eine Überschussabgabe von rund 160 Mio. EUR an Brüssel zu zahlen (EU: 409 Mio. EUR). Und auch für dieses laufende letzte Quotenjahr zeichnet sich eine neue Rekordanlieferung an Milch (D: +3,2 %; EU: 4,3 % in 2014) gegenüber den Vorjahren ab. Die deutschen und europäischen Milcherzeuger werden daher im Spätsommer 2015 auch eine neue Rekordsumme von gar 1 Mrd. EUR nach Brüssel überweisen müssen. Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

 

 

Überwiegend festere Preise am internationalen Milchmarkt

Bei der jüngsten Auktion der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) sind die Preise für Milcherzeugnisse zum dritten Mal in Folge mehrheitlich gestiegen. Am 20.1. legte der zusammenfassende Index aller gehandelten Standardmilchprodukte gegenüber der vorherigen Versteigerung von Anfang Januar um 1,0 % zu. Ausschlaggebend für das Plus waren vor allem Preiszuschläge beim Haupthandelsprodukt Vollmilchpulver. Die angebotenen Kontrakte erlösten über alle Laufzeiten und Qualitäten hinweg im Mittel 2.402 USD/t (2.066 EUR); das waren 3,8 % mehr als bei der vorangegangenen Versteigerungsrunde. Damit hat das Trockenmilcherzeugnis seit Anfang Dezember stets an Wert hinzugewonnen; der damalige Tiefstpreis wird mittlerweile wieder um 7,8 % übertroffen. Auch für Magermilchpulver legten die Käufer zuletzt im Schnitt aller Kontraktfälligkeiten mehr Geld an als vor zwei Wochen. Im Mittel wechselte die Ware für 2.389 USD/t (2.055 EUR) den Besitzer, was einem Anstieg von 1,0 % entsprach. Ein Minus von 4,3 % im Vergleich zur vorigen Auktion verzeichnete dagegen Cheddar Käse, der über alle Liefertermine hinweg für 2.961 USD/t (2 547 EUR) Abnehmer fand. Seitwärts tendierte zuletzt die Butter: Nachdem das Fetterzeugnis seit Anfang November 2014 kontinuierlich im Preis zugelegt hatte, wurde es nun nahezu auf dem gleichen Niveau wie zur Handelsrunde Anfang Januar verkauft, nämlich für 3.564 USD/t (3.065 EUR). Mehr erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe dmz 03/15.

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