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Aktuelles

EEX verzeichnet kräftiges Wachstum beim Handel mit Milcherzeugnissen

Der Handel mit Futures auf Milcherzeugnisse an der Warenterminbörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig hat 2017 kräftig zugenommen. Wie die EEX am Dienstag vergangener Woche (16.1.) mitteilte, wurde mit 27 564 gehandelten Kontrakten mit einem Warenäquivalent von 137 820 t ein neuer Jahresrekord erzielt. Im Vergleich zu 2016 bedeutete das eine Steigerung um 71 %. Der Zuwachs erstreckte sich über alle Produktgruppen. Am deutlichsten fiel das Plus aber bei Butter aus; hier verdreifachte sich das Handelsvolumen annähernd auf 14 233 Kontrakte. Bei Molkenpulver fiel der Anstieg ebenfalls deutlich aus, auch wenn nur 1 739 Futures den Besitzer wechselten. Hier war der Handel im Vorjahr praktisch nicht vorhanden gewesen. An Magermilchpulver wurden 11 592 Kontrakte umgesetzt, das entsprach einem Plus von knapp 11 %. AgE

Preise am globalen Milchmarkt deutlich gestiegen

Der Start ins neue Jahr ist am Weltmarkt für Milcherzeugnisse von weiter steigenden Preisen geprägt. Bei der Auktion an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) konnte der zusammenfassende Preisindex der sechs gehandelten Standardmilchprodukte am Dienstag vergangener Woche (16.1.) gegenüber der Versteigerung von Anfang Januar um 4,9 % zulegen; zum Jahresauftakt war Index bereits um 2,2 % geklettert. Eine Rolle dürfte dabei auch die rückläufige Milchproduktion in Neuseeland gespielt haben. Im Dezember hatte der Molkereikonzern Fonterra seine Prognose für die Milcherzeugung in der Saison 2017/18 aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen auf 1,48 Mio t Milchfeststoff nach unten korrigiert; das wären 3 % weniger als 2016/17. Kürzungen im Angebot an der GDT wurden daraufhin von Fonterra angekündigt. Bei der jüngsten Versteigerung verzeichnete Butter gegenüber dem Jahresbeginn mit 8,8 % auf 4 897 $/t (3 989 Euro) einen regelrechten Preissprung. Aber auch das vom Handelsvolumen her wichtigste Produkt Vollmilchpulver verteuerte sich merklich. Im Mittel aller Liefertermine und Qualitäten erlöste der alleinige Anbieter Fonterra hierfür im Schnitt 3 010 $/t (2 452 Euro); das waren 5,1 % mehr als bei der Auktion vor zwei Wochen, als die Vollmilchpulverpreise bereits um 4,8 % nach oben geschnellt waren. Tiefer in die Tasche greifen mussten die Käufer zuletzt auch für Magermilch, dass sich mit 1 818 $/t (1 481 Euro) im Schnitt um 6,5 % verteuerte. Mehr Geld brachte den Verkäufern auch Cheddarkäse ein, dessen Preis im Vergleich zur Auktion von Anfang Januar über alle Liefertermine hinweg um 5,2 % auf 3 486 $/t (2 839 Euro) stieg. In diesem Bereich lag auch die Wertsteigerung für Labkasein mit 5,5 % auf 4 709 $/t (3 835 Euro), während Butterreinfett mit 2,2 % die schwächste Teuerung aufwies. Nicht angeboten wurden bei der jüngsten Handelsrunde Buttermilchpulver und Laktose. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8145 Euro

European Milk Board pocht auf Lieferverzicht als reguläres Kriseninstrument

Ein Mengenreduktionsprogramm ist nach Ansicht des European Milk Board (EMB) weiterhin das wirksamste Kriseninstrument und sollte deshalb auf EU-Ebene dauerhaft gesetzlich verankert werden, um die Milchmenge in Krisenzeiten senken zu können. Wie EMB-Präsident Romuald Schaber am vergangenen Donnerstag (18.1.) bei der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin feststellte, hat allein die Ankündigung des Hilfsprogrammes im Jahr 2016 ausgereicht, um die Notierungen steigen zu lassen. Dagegen hätte die davor von der EU-Kommission ergriffenen Maßnahmen kaum Wirkung gezeigt. Millionenschwere Hilfspakete seien geschnürt, die Obergrenzen der Interventionsmengen angehoben worden und Produzentenorganisationen sowie Molkereien hätten die Möglichkeit zur besseren Produktionsplanung bekommen, zählte Schaber auf. Die Wende habe aber erst das Reduktionsprogramm gebracht. Es habe einen wichtigen Beitrag zur Erholung der Milchpreise von 25,68 Cent/l im Juli 2016 auf 34,16 Cent/l im Juli 2017 geleistet und sei aus Sicht der Milcherzeuger zudem unbürokratisch in der Abwicklung gewesen. Der EMB-Präsident verwies auf eine wissenschaftliche Analyse des EU-Mengenreduktionsprogramms, die das EMB in Auftrag gegeben habe. Demnach könnten mit der Maßnahme schon bei geringer Reduzierung der Milchmenge landwirtschaftliche Betriebe erhalten und unterstützt werden. Kritik übte Schaber indes an der Intervention. An sich sei die öffentliche Lagerung ja ein probates Instrument, um saisonbedingte Mehrmengen aufzufangen, räumte der EMB-Präsident ein. Mittlerweile sitze die EU-Kommission aber auf fast 380 000 t Magermilchpulver. Der hohe Interventionsbestand verhindere die dringende Markterholung. Der EMB-Präsident schlägt deshalb alternative Vermarktungs- oder Absatzwege vor, beispielweise als Tierfutter, damit das Magermilchpulver „vom Markt kommt“. Schaber warnte vor einer neuerlichen Milchkrise, die er bereits am Horizont aufziehen sieht. Zuvor sollten sich EU-Kommission und nationale Gesetzgeber besser rüsten. Ein freiwilliger Lieferverzicht müsse dann zeitiger umgesetzt werden und nicht erst, wenn die Preise „total im Keller“ seien, betonte Schaber. Zudem sei eine Deckelung der Produktion nötig, damit die anderen ihre Milchmengen nicht steigerten und die Wirkung des Instrumentes so zu nicht gemacht werde. AgE

Polnische Milchkammer rechnet imzweiten Halbjahr 2018 mit Marktstabilisierung

Das Jahr 2018 dürfte für die europäischen Milchbauern bis in die zweite Hälfte hinein eine Durststrecke bedeuten. Davon geht die Handelskammer des polnischen Milchsektors in einer aktuellen Vorausschau aus.Wie die Milchkammer amvergangenen Mittwoch (10.1.) dazu ausführte, ist das Einsetzen einer preislichen Talfahrt bereits jetzt an den Notierungen im Terminhandel ablesbar. Diese Entwicklung werde sich durch die saisontypische Zunahme des Milchaufkommens auch über den Zeitraum April bis Juni erstrecken. Es sei davon auszugehen, dass sich die Milchfettpreise dann wohl weiter von ihrem Langzeithoch aus dem Jahr 2017 entfernen, wobei ein Preisanstieg nicht vor Ende 2018 zu erwarten sei. Trotz der schlechten Vorzeichen ist die Situation nach Ansicht der Kammer allerdings nicht vergleichbar mit derAusgangslage des Jahres 2015, als
die Quotenregelung ausgelaufen und das russische Importembargo in Kraft getreten war und außerdem die Exporte von Milchprodukten nach China abgenommen hatten. Mittlerweile hätten dieMarktakteure gelernt, mit dem russischen Embargo zu leben, und die Bestände an Milchprodukten in China ließen nicht auf einen baldigen Einfuhrstopp schließen. Allerdings bleibe der Druck, insbesondere auf die Magermilchpulverpreise, aller Voraussicht nach hoch. Die Verkäufe der Interventionsbestände sind bislang in kaum nennenswerten Mengen
erfolgt,weshalb nach Ansicht der polnischen Marktexperten von einem weiteren leichten Rückgang der Erlöse auszugehen ist. Die Industrie erwarte als Lösungsansatz von der Europäischen Union, dass das eingelagerte Pulver für die Verfütterung freigegeben werde. Der weltweite Handel mit Milchprodukten werde in diesem Jahr von sinkenden Lebensmittelpreisen bestimmt werden, so die Prognose der Kammer. In den USA gehe der Verbrauch zurück, während die Produktion zunehme, weshalb die dortigen Erzeuger mehr Ware auf den Weltmarkt spülten. Von Europa sei eine ähnliche Entwicklung zu erwarten. Die EU werde somit ein wichtiger und aggressiver internationaler Marktteilnehmer bleiben.

Schmal kritisiert Glyphosatverbot von Goldsteig

Kritisch bewertet der Deutsche Bauernverband (DBV) die Entscheidung der Molkerei Goldsteig, den Einsatz von Glyphosat bei der Futtermittelerzeugung zu verbieten. DBV-Milchbauernpräsident Karsten Schmal sprach in Berlin von einem „Paradebeispiel für die ungleichen Kräfteverhältnisse in der Lebensmittelkette“. Zwar sei die Standardsetzung durch die Marktpartner ein wichtiges Instrument, um Wertschöpfung zu sichern und sich im Markt zu behaupten, räumte Schmal ein. Langfristig erfolgreich könne eine solche Standardsetzung aber nur sein, „wenn sie auf Augenhöhe vereinbart wird und ein Mehrwert für alle Beteiligten, also auch für die Milchbauern, gewährleistet ist.“ Im vorliegenden Fall sei nichts dergleichen berücksichtigt worden.Schmal zufolge hatten ALDI Nord und ALDI Süd kurz vor den Weihnachtsfeiertagen gegenüber Molkereien und Schlachthäusern das Ziel formuliert, den Glyphosateinsatz komplett auszuschließen. Nur wenige Stunden später sei mit Goldsteig eine für den gesamten deutschen Markt bedeutsame Genossenschaftsmolkerei „über dieses Stöckchen gesprungen“ und habe den Einsatz von Glyphosat bei der Erzeugung von Eigenfuttermitteln untersagt. Schmal geht davon aus, dass künftig andere Molkereien dem Beispiel von Goldsteig folgen werden. „Die regional kleinen Molkereistrukturen in Deutschland werden uns jedoch vor die Füße fallen, wenn wir es im deutschen Milchsektor nicht schaffen, eine gemeinsame Strategie bei der Standardsetzung zu verfolgen“, warnt der Milchbauernpräsident. Mit der Anbindehaltung, der tierärztlichen Bestandsbetreuung oder dem Schlagwort „Massentierhaltung“ stünden genug Themen auf der Agenda, „über die sich einzelne Regionen in Deutschland zwar kurzfristig profilieren können, die die deutschen Milchbauern in Gänze jedoch unter wirtschaftlichen Druck setzen und somit den Strukturwandel beschleunigen.“ AgE

DRV begrüßt sachgerechte Entscheidung des Bundeskartellamtes

„Aus Sicht des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) ist die Einstellung des Musterverfahrens gegen die Deutsche Milchkontor eG (DMK) eine sachgerechte Entscheidung. Sie unterstreicht die Satzungsautonomie der genossenschaftlichen Molkereien. Das Bundeskartellamt zieht die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Musterverfahren“, so DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers.
Das Bundeskartellamt hat heute über die Einstellung des Verwaltungsverfahrens wegen Milchlieferbedingungen gegen die Molkerei DMK informiert. Dieses war im April 2016 als Musterverfahren mit dem Ziel eröffnet worden, die Lieferbedingungen von Rohmilch zwischen den Milcherzeugern und ihren Molkereien zu überprüfen. Im März 2017 hatte das Amt ein Sachstandspapier veröffentlicht, in dem es insbesondere die vermeintlich langen Laufzeiten und Kündigungsfristen der Lieferverträge zwischen Erzeugern und Molkereien kritisierte.
„Die vom DMK vorgenommene Änderung in seinen Lieferbeziehungen zeigt, dass es bei Bedarf in den Genossenschaftsmolkereien durchaus auf Basis demokratischer Entscheidungen zu Veränderungsprozessen kommt“, so Dr. Ehlers.

Russischer Milchverband sieht Käsemarkt durch Lebensmittelembargo geschädigt

Während viele russische Marktexperten das im Jahr 2014 von Moskau verhängte Embargo für Lebensmittelimporte aus der Europäischen Union als Chance für die heimischen Käsehersteller sehen, nimmt die Exekutivdirektorin der Milchverbandes Russlands, Ljudmila Manitskaja, eine kritische Haltung ein. Der Einfuhrstopp habe der Qualität der Waren und auch der Preisbildung auf dem russischen Käsemarkt geschadet, moniert Manitskaja in einem kurz vor dem Jahreswechsel mit der Russischen Agraragentur geführten Interview. Tatsächlich sprechen die offiziellen Zahlen für einen Erfolg des Embargos. Vor dem Lieferstopp waren in Russland etwa 428 000 t Käse pro Jahr erzeugt und 85 % des Käsebedarfs durch Importe gedeckt worden. Für 2017 wird die Käseproduktion auf mehr als 600 000 t geschätzt, womit rund 90 % des Käsebedarfs gedeckt worden wären. Das ist für Manitskaja aber nur eine Seite der Medaille. Sie verweist auf Angaben des Föderalen Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor), wonach derzeit bis zu 35 % des Käses gefälscht oder gepantscht seien. Dies sei eine direkte Folge des Rückgangs der Kaufkraft der Bürger sowie des Einfuhrverbots für Qualitätskäse. „Das Lebensmittelembargo hat niemandem geholfen“, so die Exekutivdirektorin. Über einen plötzlichen „Boom“ am Markt zu sprechen, sei nicht korrekt, da die russischen Käsehersteller aktuell mit sehr ernsten Problemen zu kämpfen hätten, vor allem mit einem Mangel an Rohmilch zur Verarbeitung und einer sinkenden Nachfrage der Bevölkerung. Die armen Verbraucher würden immer ärmer; eine nennenswerte Mittelschicht gebe es in Russland nicht, und der Bedarf der Reichen sei nicht gestiegen, stellte die Verbandschefin fest. Dies führe zu sinkenden Preisen, wodurch die Profitabilität der Hersteller leide. Da der Staat die Käsehersteller nicht unterstütze, sei es für sie schwer, die Produkte in der gewünschten Qualität zu liefern. Sollte das Lebensmittelembargo wieder aufgehoben werden, rechnet aber auch Manitskaja nicht mit einem nennenswerten Anstieg der Käseimporte Russland. Zu bedenken sei, dass der Rubel ständig schwächer werde und auch die ausländischen Käsehersteller bei einer schwindenden Nachfrage um die Verbraucher kämpfen müssten. AgE

Kräftiger Preisabschlag für Butter an der GDT

Bei der Auktion an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) ist Butter am Dienstag vergangener Woche (5.12.) erneut unter kräftigen Preisdruck geraten; Milchpulver konnte dagegen seinen Abwärtstrend stoppen. Für eine Tonne Normalbutter mussten die Käufer im Durchschnitt aller Lieferzeiten und Qualitäten nur noch 4 575 $ (3 859 Euro) zahlen; das waren 11,1 % weniger als bei der Versteigerung zwei Wochen zuvor. Zwar liegt der Preis damit längerfristig gesehen noch immer auf einem überdurchschnittlichen Niveau, doch ist der Wert der Butter seit dem Höchststand Mitte September um rund ein Viertel gesunken und liegt nun nahe des Jahrestiefstpreises. Mit Abschlägen wurde auch Cheddarkäse gehandelt, der mit 3 696 $/t (3 115 Euro) im Mittel 3,9 % weniger erlöste als zwei Wochen zuvor. Das an der GDT umsatzstärkste Handelsprodukt Vollmilchpulver konnte dagegen erstmals seit Mitte September wieder Zugewinne verzeichnen; der Preis legte gegenüber der vorherigen Auktion im Schnitt aller Kontrakte um 1,7 % auf 2 830 $/t (2 385 Euro) zu. Im Vergleich zur Notierung Anfang Dezember 2016 errechnet sich allerdings noch ein Rückgang um gut 20 %. Den stärksten Preisanstieg bei der jüngsten GDT-Auktion gab es für Magermilchpulver. Die Ware wechselte im Mittel für 1 774 $/t (1 495 Euro) den Besitzer; das entsprach einem Plus von 4,7 % gegenüber der Versteigerung von Mitte November. Während dabei Magermilchpulver zur Lieferung im Januar einen moderaten Abschlag von 1,1 % aufwies, verteuerten sich alle späteren Fälligkeiten und erlösten von März bis Mai 2018 im Schnitt rund 1 850 $/t (1 559 Euro). Wertsteigerungen erfuhren bei der jüngsten Handelsrunde auch Buttermilchpulver und Labkasein, und zwar durchschnittlich um 4,3 % sowie mit 3,4 %. Zusammen mit den höheren Verkaufserlösen für Milchpulver glich das die Verluste bei Butter und Käse aus. Der zusammenfassende und gewichtete Preisindex für alle gehandelten Kontrakte an der GDT konnte sich gegenüber der Auktion vor zwei Wochen um 0,4 % festigen. Das war nach vier Handelsrunden der erste Anstieg seit Mitte September. Im Vergleich zur Vorjahresauktion liegt der aktuelle Preisindex aber auf einem 10 % niedrigeren Niveau. AgE

Umrechnungskurs 1 $ = 0,8428 Euro

Milchpreisanstieg in der EU vor dem Ende

Einige Molkereiunternehmen in der Europäischen Union haben im Oktober das Milchgeld noch einmal etwas angehoben, doch weitere Steigerungen sind in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Davon geht zumindest der niederländische Bauernverband (LTO) in seinem Anfang Dezember veröffentlichten Milchpreisvergleich aus. Demnach zahlten die 15 in der Erhebung erfassten Molkereiunternehmen aus neun EU-Ländern im Berichtsmonat für eine Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Schnitt 36,86 Cent/kg Milch; das waren 0,12 Cent mehr als im September. Das Vorjahresniveau wurde um 7,0 Cent oder 23,6 % übertroffen. Am stärksten hob im Oktober die britische Dairy Crest die Auszahlungsleistung an, nämlich um umgerechnet 2,9 Cent auf 35,43 Cent/kg. Gemessen am gleitenden Zwölfmonatsmittel von 31,29 Cent liegt dieses Unternehmen aber weiterhin auf dem letzten Platz des LTO-Vergleichs. Mehr Geld für die Anlieferungsmilch bezahlten auch Arla Foods mit einem Zuschlag von 0,7 Cent auf 37,17 Cent/kg sowie FrieslandCampina mit einem Plus von 1,2 Cent auf 40,61 Cent/kg. Freuen konnten sich aber auch die Lieferanten des Deutschen Milchkontors (DMK). Diese bekamen ihren Rohstoff gegenüber September um 1,0 Cent höher vergütet und erhielten 38,85 Cent/kg. Die Müllermilch aus Leppersdorf veränderte dagegen ihren Ankaufspreis nicht und bezahlte die Milch unverändert mit 38,75 Cent/kg. Beide deutschen Molkereien übertrafen damit den Durchschnitt im LTO-Vergleich um jeweils rund 2 Cent. Im Vergleich zu Oktober 2016 erlösten die DMK-Erzeuger laut niederländischem Bauernverband 42,5 % mehr Geld für ihre Milch; bei Müller belief sich das Plus auf 35,5 %. Etwaige Nachzahlungen sind hierbei nicht berücksichtigt. Beim gleitenden Zwölfmonatsmittel sieht das Bild für die beiden deutschen Milchverarbeiter allerdings nicht mehr ganz so günstig aus. Die DMK bringt es bei dieser Messzahl auf 33,02 Cent und Müller auf 33,42 Cent, was jeweils knapp unter dem Durchschnitt aller betrachteten EU-Molkereien von 33,61 Cent liegt. Für November oder Dezember hat laut LTO mit Ausnahme von Dairy Crest kein weiteres Unternehmen Preiserhöhungen in Aussicht gestellt. Die großen Molkereien wie Arla, FrieslandCampina oder DMK kündigten unveränderte Auszahlungsleistungen an. AgE

Auch die Milchindustrie warnt vor einer Renationalisierung der GAP

Auch die europäische Milchindustrie warnt vor einer Renationalisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Mit Blick auf die Mitteilung „Ernährung und Landwirtschaft der Zukunft“ der EU-Kommission erklärte der Europäische Milchindustrieverband (EDA) am vergangenen Mittwoch (6.12.) in Brüssel, dass es zwar richtig sei, den Mitgliedstaaten mehr Subsidiarität zuzugestehen. Jedoch dürfe es zu keiner Fragmentierung des Binnenmarktes kommen. Gerade für den Milchsektor sei eine möglichst einheitlich geregelte EU-Agrarpolitik „unersetzlich“, betonte EDA. Er stellte zudem fest, dass die hohe Volatilität der Milchpreise sowie die damit einhergehenden Marktrisiken von der EU-Kommission richtigerweise als große Herausforderung benannt worden seien. Deshalb komme den Direktzahlungen aus der GAP bezüglich der Stabilisierung der landwirtschaftlichen Einkommen eine besonders wichtige Rolle zu. Zudem begrüßte der Verband, dass das Erfüllen der Umwelt- und Klimaziele zur Erreichung der international anerkannten Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) ein Schwerpunkt der kommenden GAP sein sollen. Die zukünftige EU-Agrarpolitik müsse zudem vor allem die Entwicklung sowie die Innovationskraft des Sektors stärken, betonte EDA. Nur so könne die europäische Milchindustrie ihre Wettbewerbsfähigkeit ausbauen. Dadurch würde auch die globale Nachhaltigkeit der europäischen Milchproduktion gestärkt.

Auch der französische Bauernverband (FNSEA) wandte sich gegen eine Renationalisierung der GAP. Diese würde den Interessen der Landwirtschaft zuwiderlaufen. Besonders wichtig sei daher, dass es keine nationalstaatliche Kofinanzierung der Ersten Säule gebe, erklärte der FNSEA. Nichtsdestoweniger müsse es ein starkes EU-Agrarbudget geben, um die Einkommen der Landwirte in der EU zusichern. Die GAP könne nur gesamteuropäisch gesehen werden. Hier befinde man sich ganz auf Seiten von Staatspräsident Emmanuel Macron, betonte der französische Bauernverband. Auch der Europäische Rat der Junglandwirte (CEJA) sprach sich gegen eine zu starke Aufsplitterung der GAP aus. Gerade für die Junglandwirte sei es von großer Wichtigkeit, überall in der Europäischen Union ähnliche Rahmenbedingungen vorzufinden. Eine Renationalisierung würde dem entgegenwirken. CEJA-Präsident Jannes Maes begrüßte unterdessen, dass die Kommission die junge Generation auf den landwirtschaftlichen Betrieben besonders unterstützen wolle. Auch dafür sei eine hinreichende Ausstattung des EU-Agrarbudgets notwendig. AgE

Fonterra-Geschäftsführer wird Vorsitzender der Global Dairy Plattform

Der Geschäftsführer des neuseeländischen Molkereikonzerns Fonterra, Theo Spierings, ist zum neuen Vorsitzenden der internationalen Global Dairy Plattform (GDP) ernannt worden. Mit Wirkung zum 16. November löste er den Geschäftsführer von Dairy Farmers of America, Rick Smith, als bisherigen Amtsinhaber ab. Die 2006 gegründete Branchenorganisation GDP hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, die globale Milchwirtschaft beim Absatz von Milch und Milchprodukten zu unterstützen und will dies über die Bereitstellung von Informationen sowie die Betreuung und Vernetzung der Mitglieder erreichen. Zu diesen gehören einige der weltweit führenden Molkereiunternehmen und -genossenschaften, kleinere Unternehmen und Zulieferer der Milchwirtschaft sowie gemeinnützige Organisationen und Verbände. Spierings wies darauf hin, dass die Welt bis 2050 über 2 Milliarden Menschen mehr haben werde und Milcherzeugnisse bei der Ernährungssicherung eine wichtige Rolle spielten. Mehr denn je würden die Menschen Milchprodukte als festen Bestandteil ihrer Nahrung sehen und den ernährungsphysiologischen Nutzen dieses Lebensmittels schätzen. Es gehe in Zukunft aber auch darum, „den Ernährungsnutzen von Milchprodukten für diejenigen, die von Armut und Hunger bedroht sind, besser verfügbar zu machen“. Spierings kündigte an, mit der GDP weiterhin globale Anstrengungen unternehmen zu wollen, um die Vorteile von Milchprodukten für eine bessere Ernährung aufzuzeigen und mit der Milcherzeugung eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Der scheidende Vorsitzende Smith hob hervor, dass die GDP in den vergangenen zwei Jahren starke Führungsqualitäten und strategische Überlegungen hervorgebracht habe, um die Glaubwürdigkeit und die Wahrnehmung des Milchsektors in der internationalen Gemeinschaft, insbesondere innerhalb der Vereinten Nationen (UN), zu erhöhen. Dies habe eine solide Grundlage für das Wachstum der Branche geschaffen. Smith wird nach Angaben der Organisation weiterhin im GDP-Vorstand tätig sein, dem unter anderem auch die Geschäftsführer von Arla Foods und FrieslandCampina, Peder Tuborgh und Roelof Joosten, angehören. AgE

Export von Milcherzeugnissen der Ukraine belebt sich wieder

Im vergangen Jahr hat die Sperrung des russischen Marktes den ukrainischen Exporteuren von Milcherzeugnissen einen schweren Schlag versetzt. Doch mittlerweile sei wieder eine Belebung des Ausfuhrgeschäftes zu verzeichnen, teilte die Vereinigung der Milcherzeuger der Ukraine (APM) kürzlich mit. Dem Verband zufolge hat der Käseexport von Januar bis Oktober 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,4 % auf 7 400 t zugenommen. Fast die Hälfte davon ging nach Kasachstan; dabei wurden Erlöse von 12,5 Mio $ (10,6 Mio Euro) erzielt. Weitere wichtige Abnehmer waren Moldawien mit einem Anteil an den gesamten Käseausfuhren von 23,9 % und Ägypten mit 11,0 %. Noch stärker im Aufwind befand sich in den ersten zehn Monaten 2017 der ukrainische Auslandsabsatz von Butter, der im Vergleich zur Vorjahresperiode um gut die Hälfte auf 24 500 t stieg und 96,8 Mio $ (82,2 Mio Euro) an Umsatz brachte. Wertmäßig der wichtigste Kunde war die Türkei mit 18,2 Mio $ (15,4 Mio Euro), gefolgt von Marokko mit 16,6 Mio $ (14,1 Mio Euro). Nach Angaben der APM spülte der Export von Milcherzeugnissen den ukrainischen Exporten in den ersten zehn Monaten 2017 insgesamt 225,6 Mio $ in die Kassen, was im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von 73,2 % entsprach. AgE

Umrechnungskurs 1 $ = 0,8488 Euro