Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Online-Portal – alles rund um die Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Aktuelles

Klöckner will mehr landwirtschaftlichen Klimaschutz zur Fluchtbekämpfung

Die Ursachenkette aus Klimawandel, Nahrungsmittelerzeugung und Flucht bereits in ihrem Ursprung zu durchbrechen, ist auch eine Aufgabe des landwirtschaftlichen Umweltschutzes europaweit. Das hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zum Auftakt der Hamburger Klimawoche bekräftigt. „Hunger und Armut sind entscheidende Faktoren, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen, weshalb Unruhen ausbrechen und ganze Regionen destabilisiert werden“, betonte die Ministerin. Der Landwirtschaft komme die Aufgabe zu, die Ernährung weltweit zu sichern; gleichzeitig sei sie aber unter allen Wirtschaftssektoren mit am stärksten vom Klimawandel betroffen. Klöckner betonte aber auch die Rolle der Agrarbranche als Dämpfer der globalen Erwärmung und von Klimaextremen. „Der Erhalt des Dauergrünlands, der Schutz von Mooren und die Wiedervernässung von Moorböden sowie Möglichkeiten zur Humusanreicherung in Böden sind wichtige Beiträge zum Klimaschutz“, hob die CDU-Politikerin hervor. Dieser Ansatz sollte auch bei der Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) weiterentwickelt und „praktikabel für die landwirtschaftlichen Betriebe“ ausgestaltet werden. AgE

Milchpreis im Juni erstmals in diesem Jahr gestiegen

Die Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch sind im Juni erstmals in diesem Jahr leicht gestiegen. Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter Verweis auf Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) Mitte August mitteilte, belief sich das Plus im Vormonatsvergleich auf 0,59 Cent - das Kilogramm Rohmilch kostete 32,74 Cent. Die stärksten Anstiege verzeichneten die Marktbeobachter mit 1,58 Cent/kg in Schleswig-Holstein/Hamburg und 1,3 Cent/kg in Mecklenburg-Vorpommern. Die Produktionsmenge an konventionell erzeugter Milch ging laut BLE gegenüber Mai um 127 300 t oder rund 5 % auf 2,6 Mio t zurück. Ein Preisrückgang wurde unterdessen für ökologisch erzeugte Milch verzeichnet; mit 0,06 Cent auf 47,43 Cent/kg fiel dieser aber marginal aus. Zuschläge hätten nur die Regionen Niedersachsen/Bremen und Schleswig-Holstein/Hamburg verbuchen können, nämlich von 0,79 Cent beziehungsweise 0,1 Cent, außerdem das Bundesgebiet Ost mit 0,15 Cent/kg. Die Rohstoffanlieferung ging im Juni nach Angaben der Bundesanstalt auch im Ökobereich zurück, und zwar um rund 9 000 t oder 9 % auf 96 400 t. AgE

Milchpreise in den USA geraten unter Druck

Die Milchfarmer in den USA werden im laufenden Jahr wahrscheinlich einen neuen Produktionsrekord aufstellen, müssen sich allerdings auf sinkende Preise einstellen. Nach vorläufigen Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) belief sich die US-Milcherzeugung von Januar bis Juni 2018 auf 49,97 Mio t; das waren 567 000 t oder 1,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Laut aktueller USDA-Prognose soll die Rohstoffmenge auch bezogen auf das Gesamtjahr um 1,1 % wachsen, und zwar auf 98,79 Mio t, womit das Niveau von 2017 um gut 1 Mio t übertroffen würde. Grund des Anstiegs ist die höhere Milchleistung der Kühe, die im Schnitt um 1 % auf 10 510 kg zulegen soll. Der Milchkuhbestand dürfte dagegen mit etwas mehr als 9,4 Millionen Tieren im Jahresmittel nur um 0,1 % wachsen. Der heimische Verbrauch von Milchprodukten war den Washingtoner Analysten zufolge zu Jahresbeginn recht flott, ließ dann aber spürbar nach. In der Periode von März bis Mai lag die Inlandsverwendung auf Basis von Milchfett um 1,7 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, auf Basis von fettfreien Milchfeststoffen sogar um 2,5 %. Der schwächere Inlandsverbrauch hat zu einem spürbaren Anstieg der Lagerbestände, vor allem bei den Milchfettprodukten, geführt und die Preise für mehrere Milcherzeugnisse unter das Vorjahresniveau gedrückt. Allerdings habe dies die Wettbewerbsfähigkeit im Export verbessert, erläuterte das Ministerium. Die Ausfuhr von Milchprodukten hat laut USDA-Daten gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 auf Milchfettbasis um etwa 17 % und auf Basis von fettfreien Milchfeststoffen um 21 % zugelegt. Die Einführung eines Strafzolles von 25 % in China auf US-Milchprodukte Anfang Juli dürfte jedoch den dortigen Absatz schmälern. Das wird vor allem Molkenpulverprodukte betreffen, da zuletzt fast die Hälfte dieser US-Exporte in die Volksrepublik gingen; bei Käse lag der Anteil bei knapp 5 % und bei Magermilchpulver bei gut 4 %. Die Washingtoner Analysten rechnen für 2018 für alle wichtigen Standardmilchprodukte im Jahresmittel mit niedrigeren Preisen als 2017, wobei für Molkenpulver mit 35 % der stärkste Abschlag erwartet wird. Für den Milcherzeugerpreis 2018 prognostiziert das USDA eine Spanne zwischen 15,95 US-Cent/lb (30,0 Cent/kg) und 16,25 US-Cent/lb (30,6 Cent/kg); das wären im Spannenmittel 8,8 % weniger als 2017. AgE
Umrechnungskurs 1 $ = 0,8545 Euro

Handelskonflikt bietet Chancen

Durch den Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China könnten sich Chancen für die französischen Erzeuger eröffnen. Darauf hat die Agrarbehörde FranceAgriMer kürzlich hingewiesen. Insbesondere bei Milch und Milchprodukten bestehe eine „bedeutende Gelegenheit“, die Absätze im Ausland auszuweiten, so die Behörde. Ihren Angaben zufolge exportierte dieser Sektor 2017 Waren im Wert von 406 Mio $ (346,5 Mio Euro); davon entfielen allein 404 Mio $ (345 Mio Euro) auf getrocknete Erzeugnisse für Säuglingsnahrung. FranceAgriMer sieht insbesondere für Molkeprodukte die Möglichkeit, in die Bresche zu springen und die Absätze in China zu steigern. 2017 habe das Land entsprechende Waren im Wert von 670 Mio $ (572 Mio Euro) eingeführt; das seien 47,3 % mehr als im Vorjahr gewesen. Dabei habe das „Reich der Mitte“ seinen Bedarf vorwiegend aus den Vereinigten Staaten gedeckt, von wo 42,1 % der Einfuhren stammten. Allerdings lieferten die US-Erzeuger laut FranceAgriMer hauptsächlich wenig verarbeitete Molke, beispielsweise für die Tierernährung. Auch beim Käse sehen die Experten der Agrarbehörde Chancen für neue Absatzmöglichkeiten, wenn auch in geringerem Ausmaß. Die chinesischen Importe in dieser Produktgruppe beliefen sich 2017 auf 500 Mio $ (427 Mio Euro) und seien gegenüber dem Vorjahr um 18,7 % angestiegen. Die wichtigsten Handelspartner Pekings seien hier bislang Neuseeland, Australien und die USA; mit einem Anteil von 4,5 % belege Frankreich den vierten Platz. Weniger aussichtsreich beurteilte FranceAgriMer die Chancen der Schweineerzeuger, den Handelskonflikt für sich zu nutzen. In diesem Segment hätten die Vereinigten Staaten in China bereits stark Marktanteile verloren; zudem seien die chinesischen Preise für Schweinefleisch gesunken und die französischen um gut ein Fünftel über denen der Konkurrenz angesiedelt. Ebenfalls wenig optimistisch beurteilte die Agrarbehörde die Perspektiven für Absatzsteigerungen bei Wein und Spirituosen. Chinas Einfuhren aus den USA seien in diesem Segment nicht bedeutend, und Weine seien bislang von dem Handelskonflikt nicht betroffen. Das gelte zwar nicht für amerikanischen Whisky; dieser allerdings konkurriere eher mit seinem schottischen Vorbild als mit französischem Cognac. AgE
Umrechnungskurs 1 $ = 0,8535 Euro

Britisches „White Paper“ propagiert freien Agrarhandel mit der EU

Die britische Premierministerin Theresa May strebt für die Zeit nach dem EU-Austritt beim Austausch von Agrarerzeugnissen und anderen Produkten eine Freihandelszone mit der Gemeinschaft an. Wie aus dem am vergangenen Donnerstag (12.7.) vorgelegten „White Paper“ der Londoner Regierung hervorgeht, soll im Rahmen einer „wirtschaftlichen Partnerschaft“ mit der EU das bisherige Regelwerk weitgehend beibehalten und für die Zukunft eine kontinuierliche Harmonisierung vereinbart werden, um einen reibungslosen Warenaustausch ohne zusätzliche Kontrollen zu gewährleisten. Dies betreffe auch die individuellen Regelungen in Schottland, Wales und Nordirland. Bei Agrarprodukten und Lebensmitteln würde es dabei dem Papier zufolge vor allem um Standards zum Schutz der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen gehen. Dazu gehören zum Beispiel Hygienevorschriften und phytosanitäre Regelungen. Die Einrichtung von zusätzlichen Kontrollstellen - auch an der Grenze zwischen Nordirland und Irland - würde sich damit erübrigen. Unterdessen soll die Einhaltung weitergehender Richtlinien wie die Definition von Produktstandards und die entsprechende Kennzeichnung der Waren im Rahmen einer gegenseitigen Anerkennung von Normen gewährleistet werden. Als Beispiel werden die Vereinbarungen über die Vorschriften für den ökologischen Landbau zwischen der EU und Ländern wie Kanada, den USA und Neuseeland genannt.

GAP durch eigenes Fördersystem ersetzen

Derweil will sich die Premierministerin von den EU-Vorgaben für die Vermarktung von Lebensmitteln mit geschützten geografischen Angaben (g.g.A.) in Großbritannien lösen und eigene Regeln hierzu entwickeln. Diese sollen im Einklang mit dem Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS) im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) stehen und sogar darüber hinausgehen. Davon betroffen wären zum Beispiel schottischer Whisky, schottischer Zuchtlachs sowie walisisches Rind- und Lammfleisch. Außerdem sieht das „White Paper“ für den Handel mit der EU die schrittweise Einführung eines neuen, vereinfachten Zollsystems vor. Gleichzeitig will Großbritannien Zolltarife auf Waren aus dem „Rest der Welt“ und entsprechende Quoten selbst festlegen. Beim geplanten Ersatz der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) durch eigene Subventionsmaßnahmen sollen die WTO-Regeln maßgeblich sein. Ziel sei es, die Produktivität im eigenen Land zu fördern und für bessere Ergebnisse von Umweltschutzmaßnahmen zu sorgen. AgE

JEFTA wird Deutschlands Export von Milchprodukten beflügeln

In Deutschland wird die Agrarwirtschaft durch das Freihandelsabkommen der EU mit Japan (JEFTA) vor allem die Exporte von Milchprodukten steigern können. Wie das Thünen-Institut (TI) am Dienstag vergangener Woche (10.7.) in Brüssel unter Berufung auf eigene Prognosen berichtete, ist mit einer Steigerung der inländischen Milchproduktion um 0,5 % zu rechnen. In welchem Maße JEFTA aber tatsächlich auf die deutsche Milchproduktion wirken werde, hänge davon ab, inwieweit die heimischen Molkereiunternehmen die japanische EU-Importquote von 73 840 t nutzen könnten, so das TI. Stärker als die Milchwirtschaft dürfte der europäische Schweine- und Geflügelfleischsektor auf den japanischen Agrarmärkten Fuß fassen. Für diese Sektoren werde sich der EU-Handelsüberschuss insgesamt um 5 Mrd Euro erhöhen, so die Thünen-Wissenschaftler. Für die Produktion an Schweine- und Geflügelfleisch werde ein Anstieg von rund 3 % prognostiziert. Demgegenüber werde Japan hier einen Rückgang von fast 14 % verzeichnen. Das TI weist daraufhin, dass in dem von ihm verwendeten Prognosemodell Schweine- und Geflügelfleisch nur aggregiert abgebildet worden seien. Da aber Geflügelfleisch im Handel mit Japan in den vergangenen Jahren eine nur untergeordnete Rolle gespielt habe, sei davon auszugehen, dass ein Großteil des vorausgesagten Wachstums auf die Schweinebranche entfallen werde.

Abkommen vor der Unterzeichnung

Von den höheren Schweinefleischimporten Japans aus der EU wird Deutschland nach Einschätzung des Thünen-Instituts nur unterdurchschnittlich profitieren. Das liege daran, dass in der Vergangenheit vor allem Dänemark und Spanien den japanischen Schweinefleisch-Importmarkt bereits für sich erschlossen hätten. Daher sei davon auszugehen, dass die bestehenden Lieferbeziehungen weiter ausgebaut würden. Laut dem Braunschweiger Institut exportierten die EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2016 Agrarrohstoffe und Lebensmittel im Gesamtwert von etwa 6 Mrd Euro nach Japan; dem standen nur relativ geringe Einfuhren für rund 0,3 Mrd Euro gegenüber. Durch JEFTA könnten sich die europäischen Agrarexporte nach Japan auf 11 Mrd Euro bis 14 Mrd Euro erhöhen. Die Importe von Agrarprodukten aus Japan werden den Marktanalysen zufolge auf rund 2 Mrd Euro steigen. Das Freihandelsabkommen sollte eigentlich in der vergangenen Woche von Vertretern der EU sowie Japans unterzeichnet werden. Aufgrund der schweren Unwetter in Japan wurde der Termin aber auf Dienstag dieser Woche (17.7.) verschoben. Dazu werden EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk nach Tokio reisen. AgE

Alle Milchbetriebe in Neuseeland werden auf Mycoplasmen getestet

In Neuseeland werden zum zweiten Mal alle Milchviehherden im Land auf den bakteriellen Erreger Mycoplasma bovis überprüft. Wie das Landwirtschaftsministerium am vergangenen Donnerstag (12.7.) mitteilte, werden dafür ab Ende Juli Milchproben von jedem neuseeländischen Milchviehbetrieb nach Beginn der Kalbung genommen, weil die Kühe in den ersten Wochen der Laktation das schwer nachzuweisende Bakterium am wahrscheinlichsten ausscheiden. Experten hatten eine zweite Testphase empfohlen, da die jetzt erstkalbenden Milchkühe bei der ersten Prüfrunde außen vor geblieben waren, diese aber ein vergleichsweise hohes Infektionsrisiko in sich tragen. Bis zu sechs Proben sollen über einen Zeitraum von zwölf Wochen von jeder Farm im Rahmen der Milchabholung gewonnen und untersucht werden, und zwar auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen Mycoplasma bovis als auch auf die DNA des Bakteriums. Bei positivem Befund wird der Milchviehhalter sofort informiert und der Betrieb gesperrt sowie bei Bestätigung durch weitere Tests die Tiere gekeult. Das Screening ist Teil des weltweit ersten Versuchs in Neuseeland, die Krankheit komplett auszumerzen. Dabei wird mit Kosten von 886 Mio NZ$ (515 Mio Euro) und der Keulung von etwa 150 000 Tieren gerechnet. Seit die Mycoplasmen im Juli 2017 das erste Mal entdeckt wurden, sind bereits 28 280 Tiere auf 30 Höfen im Rahmen der Seuchenbekämpfung getötet worden. Bei 40 weiteren Betrieben steht die Keulung noch aus; rund 200 Rinderhaltungen stehen unter Quarantäne beziehungsweise Beobachtung und werden intensiveren Tests unterzogen. Mycoplasma bovis ist laut Ministerium sehr schwierig nachzuweisen, da Tiere die Bakterien tragen können ohne zu erkranken oder Anzeichen dafür im Blut oder in der Milch zu zeigen. Ein negatives Ergebnis bei der Probe bedeute deshalb keine Garantie, dass die Farm frei von Infektionen sei. Bei Forstsetzung des Ausrottungsprogramms würden deshalb weitere landesweite Prüfrunden der Milch wahrscheinlich sein. Mykoplasmen können bei Kühen zu behandlungsresistenten Mastitiden, Fruchtbarkeitsstörungen und Aborten führen oder generell bei Rindern Lungenerkrankungen und Gelenksentzündungen auslösen. AgE

Umrechnungskurs 1 NZ$ = 0,5815 Euro

Preisdämpfer am globalen Milchmarkt

An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) sind die Preise für die meisten Milcherzeugnisse bei der Auktion am Dienstag vergangener Woche (3.7.) deutlich gesunken. Der zusammenfassende Index aller gehandelten Produkte gab gegenüber der Versteigerung von Mitte Juni um 5,0 % nach; in den beiden vorherigen Auktionen hatte sich die Preismesszahl aus Sicht der Anbieter bereits jeweils um gut 1 % verschlechtert. Damit ist der bisherige Jahresgewinn des GDT-Preisindex fast aufgezehrt. Er startete Anfang 2018 mit 955 Punkten, erreichte Mitte Mai mit 1 065 den bisherigen Jahreshöchstwert und ist nun wieder auf 986 Punkte gefallen. Mitverantwortlich für das Minus bei der jüngsten Handelsrunde waren die Wertkorrekturen für Milchpulver. So brach der Preis für das ausschließlich von Fonterra angebotene Vollmilchpulver im Vergleich zur vorherigen Versteigerung um 7,3 % ein; das Pulver erlöste im Schnitt aller Qualitäten und Liefertermine nur noch 2 905 $/t (2 496 Euro). Lediglich für Lieferungen im August waren die Käufer bereit, einen Aufschlag zu bezahlen, der mit 0,9 % aber begrenzt ausfiel; bei den späteren Terminen wurden dagegen Abschläge zwischen 6,6 % und 11,7 % verzeichnet. Der Preis für Vollmilchpulver rutschte damit wieder auf das Niveau des Jahresanfangs. Stark unter Druck gerieten bei der GDT-Auktion auch die Preise für Magermilchpulver, die gegenüber der Handelsrunde vor zwei Wochen im Mittel um 4,6 % auf 1 913 $/t (1 644 Euro) sanken. Bei diesem Produkt lagen die Verkaufserlöse zwar noch um 9,2 % über dem Wert zu Jahresbeginn, doch wurde das vergleichbare Vorjahresniveau um 8,5 % unterschritten. Auch für Butter konnte das Preisniveau im Vergleich zu Mitte Juni nicht gehalten werden; bei der aktuellen GDT-Auktion kam es hier zu einem Minus von 4,0 % auf 5 390 $/t (4 631 Euro). Zudem setzte sich bei Cheddarkäse die Abwärtstendenz fort: Abschläge von durchschnittlich 4,3 % ließen den Verkaufspreis für dieses Milchprodukt auf 3 713 $/t (3 190 Euro) sinken. Mehr Geld erlösten die Anbieter an der GDT im Vergleich zur Auktion von Mitte Juni hingegen für Labkasein, das im Mittel aller Kontrakte einen Aufschlag von 3,6 % auf 5 089 $/t (4 372 Euro) verbuchte. Buttermilchpulver konnte sogar mit einer Preissteigerung von 6,4 % auf 2 480 $/t (2 131 Euro) aufwarten; teurer war das Pulver zuletzt im Januar 2017 gehandelt worden. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8592 Euro

EDA-Richtlinien für den Bezeichnungsschutz von Milchprodukten

Um den Bezeichnungsschutz von Milch und Milchprodukten in den Mitgliedstaaten voranzubringen und zu vereinfachen, hat der Europäische Milchindustrieverband (EDA) entsprechende Richtlinien vorgelegt. Ziel sei es, Klarheit bei der Verwendung und dem Missbrauch von Definitionen, Warenbezeichnungen und Artikelbeschreibungen zu schaffen und die Umsetzung von europäischem Recht auf der nationalen Ebene zu vereinfachen, teilte die EDA mit. Die Richtlinien basieren nach Angaben des Verbandes auf den geltenden Vorgaben der EU sowie Urteilen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), der die gesetzlichen Regelungen mehrfach bestätigt habe. Zum Schutz der Bezeichnungen und angesichts der Bedeutung der europäischen Milchindustrie müssten die Mitgliedstaaten die Vorgaben aus Brüssel durchsetzen, forderte der EDA. Die Richtlinien sehen unter anderem vor, den Gebrauch von Begriffen und Bezeichnungen, die üblicherweise Milch oder ein Milchprodukt beschreiben, ausschließlich bei eben diesen Produkten zu erlauben. Das soll auch gelten, wenn durch eine Ergänzung auf den pflanzlichen Ursprung hingewiesen wird oder das fragliche Produkt als Alternative dargestellt wird. Ferner sollten Begriffe wie Milch nur Teil einer Produktbezeichnung sein dürfen, wenn diese auch ein relevanter Inhaltsstoff sei. Auch die Verwendung von auf Milch oder Milchprodukten basierenden, leicht abgewandelten Begriffen soll nach dem Willen der EDA unterbunden werden, da beim Verbraucher auf die Assoziation mit dem Original abgezielt werde. Des Weiteren sollten die Mitgliedstaaten die Einhaltung der Richtlinien nicht nur auf den Verpackungen durchsetzen, sondern auch in der Werbung. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Alternativen zu den Milch- und Molkereiprodukten im Regal nicht neben den Originalen platziert würden, denn das würde gegen die „fundamentalen Prinzipien der Regelungen zum Bezeichnungsschutz von Milch und Molkereiprodukten“ verstoßen. AgE

Zehn Molkereien bieten Festpreismodelle an

Zehn Molkereien bieten bislang ihren Milcherzeugern Festpreismodelle an. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Milchindustrie-Verbandes (MIV) unter seinen rund 80 Mitgliedern hervor, deren Ergebnisse kürzlich veröffentlicht wurden. Großen Zuspruch finden demzufolge Modelle der Preisabsicherung über Warenterminbörsen, bei denen die Molkerei Butter- und Magermilchkontrakte für die Zukunft an der Warenterminbörse zeichnet. MIV-Angaben zufolge haben sich an der Befragung 40 Molkereien mit rund drei Viertel der deutschen Anlieferungsmilch beteiligt. Danach haben fast alle Unternehmen das Thema „Anpassungen der Lieferbeziehungen“ mit ihren Erzeugern diskutiert und teilweise Änderungen vorgenommen. In einigen Fällen hätten sich die Milcherzeuger für das Festhalten am Ist-Zustand ausgesprochen. Überrascht zeigte sich der MIV von den Antworten zu den Vertragslaufzeiten. Bis zu zwölf Jahre wollten sich Landwirte fest an ihre Molkerei binden. Im Genossenschaftswesen liege die Kündigungszeit meist bei zwei Jahren, viele Molkereien hätten sich aber mit ihren Milcherzeugern auch auf kürzere Fristen geeinigt. Zustimmung bei den Erzeugern finde die Nennung des Milchpreises für den Folgemonat. Eine verbindliche Mengenplanung mit vereinbarten Höchstmengen lehnten die Landwirte den Molkereiangaben zufolge jedoch ab. Gleichwohl lieferten viele auf freiwilliger Basis zusätzliche Informationen, um die Molkereien bei ihrer Planung der Rohmilchverwendung zu unterstützen. Lediglich drei Molkereien richteten derzeit Systeme mit verbindlichen Milchmengen ein. Für MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser zeigt die Umfrage, dass der Dialog zwischen Milcherzeuger und Molkerei zu Vertragsinhalten „gelebte Praxis“ ist. Dies gelte unabhängig von der Rechtsform der Unternehmen. „Ein staatlicher Eingriff in die Vertragsbeziehungen ist nicht Aufgabe der Politik, die Wirtschaftsbeteiligten können das allein deutlich besser“, stellte Heuser klar. AgE

Klöckner kündigt weiterer Unterstützung beim Export an

Für einen freien und wertebasierten Handel hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ausgesprochen und mehr Unterstützung beim Export angekündigt. Die Agrar- und Ernährungsindustrie sei nicht nur drittgrößter Exporteur erstklassiger Produkte, sondern setze auch Maßstäbe beim Umwelt- oder Tierschutz, erklärte Klöckner am 14.6. beim 8. Außenwirtschaftstag der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Berlin. Grundsätzliche Exportkritik nannte die Ministerin „zynisch“, weil damit eine nationale Abschottung in Kauf genommen werde. Wer dagegen Handel betreibe, beschäftige sich miteinander. Klöckner sprach von einer „Friedenssicherung auf Alltagsebene“. Gleichzeitig hob sie die Bedeutung des Agrarhandels für die Land- und Ernährungswirtschaft und die hiesigen ländlichen Räume hervor. Die Ressortchefin kündigte weitere Unternehmensreisen zum Erkunden neuer Absatzmärkte an, die ihr Haus in diesem Jahr anbieten werde. Insgesamt seien für das laufende Jahr 25 Fahrten geplant. Klöckner verwies außerdem auf die Beteiligungen ihres Ressorts an internationalen Messen, Marktstudien, Informationsveranstaltungen sowie Schulungen und stellte eine personelle Aufstockung des mit dem Export befassten Personals in Aussicht, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen.

Absicherung gegen volatile Märkte

An die Bedeutung des Außenhandels für die deutschen Lebensmittelhersteller erinnerte der stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Dr. Christian von Boetticher. Nach seinen Angaben wird inzwischen jeder dritte Euro im Export verdient. Das Auslandsgeschäft biete den Unternehmen langfristige Absatz- und Wachstumsmöglichkeiten und vor allem eine Absicherung gegen volatile Marktentwicklungen und den wettbewerbsbedingten harten Preisdruck. Der Verbandsvize begrüßte die Ankündigung im Koalitionsvertrag, die Unterstützung insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft bei der Erschließung kaufkräftiger internationaler Märkte weiter auszubauen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik sei dringend nötig, so von Boetticher. Nur in enger Zusammenarbeit könnten die notwendigen Exportvoraussetzungen geschaffen und bürokratische Hürden überwunden werden. Der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß, sprach von „turbulenten Zeiten und enormen Umbrüchen“ in den internationalen partnerschaftlichen Beziehungen. Umso wichtiger sei es, im Gespräch zu sein und zu bleiben. Der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Hans-Joachim Fuchtel, machte in der Abschlussdiskussion auf eine notwendige Achtung der Menschenrechte entlang der Lieferkette aufmerksam. Deutschland setze sich nachdrücklich für die Umsetzung der Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) und insbesondere für das Recht auf Nahrung ein, betonte Fuchtel. AgE

Minsk rechnet mit stabilen Milchexporten nach Russland

Obwohl Moskau sein Embargo für die Einfuhr von bestimmten Milchprodukten aus Weißrussland zuletzt ausgeweitet hat, dürften sich die betreffenden Lieferungen 2018 in Milchäquivalenten gemessen nach dem bisherigen Verhandlungsstand auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. So bezifferte der Leiter der Abteilung für außenwirtschaftliche Beziehungen beim weißrussischen Agrarministerium, Alexej Bogdanow, Anfang Juni in Minsk die für den russischen Markt vorgesehene Ausfuhrmenge auf insgesamt etwa 3,5 Mio t Milch. Dies sei zumindest mit russischen Ministerialbeamten ausgehandelt worden. Diese bilaterale Übereinkunft müsse allerdings noch von den Ressortchefs unterzeichnet werden. Im Gegenzug dürfe Russland seine Milch- und Fleischlieferungen in das Nachbarland im Vergleich zu 2017 um 24 % beziehungsweise 5,5 % steigern. Allerdings hat Moskau sein Importembargo auf bestimmte Milchprodukte aus Weißrussland zuletzt ausgeweitet, um die angeblich illegale Einfuhr von weißrussischen Milchprodukten nach Russland über Kasachstan zu verhindern. So gilt nach einer Entscheidung des Föderalen Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) seit vergangenen Donnerstag (7.6.) auch ein Importstopp für Milch, Rahm, Molke und Milchpulver aus Weißrussland; davon betroffen ist aber allein Ware in Verpackungen mit einem Inhalt von mehr als 2,5 l. Zur Begründung berief sich Rosselkhoznadzor auf Handelsstatistiken, denen zufolge Weißrussland 2017 etwa 34 800 t Milchprodukte nach Kasachstan exportierte, während Kasachstan laut eigenen Angaben aber nur 22 800 t dieser Produkte aus Weißrussland importierte. Die Differenz von rund 12 000 t Milchprodukten sei mit hoher Wahrscheinlichkeit illegal nach Russland eingeführt worden, so die Behörde. Außerdem will Rosselkhoznadzor ab dem 1. Juli den Import von Milchprodukten aus drei kasachischen Unternehmen verbieten. Indes bezeichnete Weißrusslands Landwirtschaftsminister Leonid Zajats die russischen Strafmaßnahmen als reinen Protektionismus. Russland versuche auf diese Weise, weißrussische Unternehmen vom heimischen Markt zu vertreiben. AgE

Handelsabkommen CETA nimmt erste parlamentarische Hürde

Nachdem von der österreichischen Regierung Mitte Mai grünes Licht für eine Ratifizierung des von der Europäischen Union mit Kanada ausgehandelten Freihandelsabkommens (CETA) gegeben worden ist, hat dieses nun die erste Hürde im Wiener Parlament genommen. Am Dienstag vergangener Woche (5.6.) stimmten im Wirtschaftsausschuss des Nationalrats neben den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ auch die NEOS für eine Genehmigung des Vertrages. Weiterhin skeptisch sind hingegen die SPÖ und die Liste Pilz. Sie warfen den Koalitionspartnern vor, das Abkommen überstürzt zu ratifizieren und forderten erneut eine Volksabstimmung. Vor der Abstimmung hatte der Wirtschaftsausschuss ein mehr als dreistündiges Hearing abgehalten, bei dem die Meinungen der Experten genauso auseinandergingen wie jene der Abgeordneten. Während etwa der Chef des Instituts für Höhere Studien und wissenschaftliche Forschung (IHS), Martin Kocher, Bedenken gegen CETA zu zerstreuen versuchte und auf zu erwartende Vorteile für die Verbraucher hinwies, warnten Greenpeace und Attac Österreich vor negativen Auswirkungen des Abkommens auf Umwelt- und Sozialstandards. Vor allem die in CETA enthaltenen Sonderklagerechte für Investoren sind den beiden Nichtregierungsorganisationen ein Dorn im Auge. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck von der ÖVP warb für das Freihandelsabkommen; sie rechnet mit rund 15 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in Österreich. Weite Teile von CETA sind bereits am 21. September 2017 vorläufig in Kraft getreten. Das betrifft etwa den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Insgesamt werden beide Seiten nach vollständiger Umsetzung die Zölle für mehr als 99 % aller Zolltarifpositionen beseitigen. Bei sensiblen Agrarprodukten wurden allerdings Marktzugangsquoten für Kanada vereinbart. Da CETA als sogenanntes gemischtes Abkommen die Kompetenzen sowohl der Europäischen Union als auch der Mitgliedstaaten berührt, bedarf es für ein endgültiges Inkrafttreten auch der Genehmigung durch sämtliche EU-Länder. Insbesondere die im Abkommen enthaltenen Sonderklagerechte für Investoren werden erst nach Abschluss des Ratifizierungsprozesses in allen EU-Staaten wirksam. AgE

Raiffeisenverband warnt vor politischen Eingriffen in die Milchlieferbeziehungen

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) wehrt sich gegen mögliche staatliche Vorgaben für das Verhältnis von Molkereien und Milcherzeugern. „Lassen sie die Finger von der Vertragsfreiheit“, so Raiffeisenpräsident Franz-Josef Holzenkamp bei der DRV-Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag (7.6.) in Berlin an die Adresse der Politik. Die Molkereien seien auf einem guten Weg, konzeptionell mit den Herausforderungen des Marktes umzugehen. Nach Einschätzung von DRV-Generalsekretär Dr. Henning Ehlers droht bei einer Umsetzung des geänderten Artikels 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) „ein massiver Eingriff“ in die Lieferbeziehungen und eine Einschränkung der bestehenden Satzungsautonomie. „Über die Ausgestaltung der Lieferbeziehungen entscheiden die Mitglieder der Genossenschaften“, stellte Ehlers in der Mitgliederversammlung klar. Für ihn ist es ein „Irrglaube“ zu meinen, mit Modifikationen der Lieferbeziehungen den Gesamtmarkt beeinflussen zu können. Die Vorstellung, „auf einem globalen Milchmarkt mit einem festen Preis-Mengenverhältnis für Teile der einzelbetrieblichen Milchanlieferung Marktkrisen vorzubeugen“, ist aus Sicht des Generalsekretärs illusorisch. Vielmehr müsse es darum gehen, „mit geeigneten Änderungen an den geeigneten Stellschrauben den Umgang mit der Volatilität zu verbessern“.

Auch Ehlers wies mit Nachdruck Vorwürfe zurück, die Genossenschaften seien trotz veränderter Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren untätig geblieben. Als Beispiele nannte er gemeinsame Mengenplanungen, die Verkürzung von Kündigungsfristen, das Angebot von Festpreismodellen sowie die zunehmende Nutzung der Warenterminbörse zur Risikoabsicherung. Eine wichtige Voraussetzung dafür schaffe die Schulung von Milcherzeugern und Molkereivertretern zur Milchpreisabsicherung über Warenterminmärkte, die man fortführen werde. Schließlich verwies Ehlers auf das zusammen mit der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milcherzeugung (IGM) entwickelte „IGMilchbarometer“, das als Indikator den Erzeugern frühzeitige Marktsignale gebe. AgE

Klöckner setzt Branchendialog mit der Milchwirtschaft fort

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner setzt auf den weiteren Austausch mit der Molkereiwirtschaft. In seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der  Linksfraktion zur Regulierung des Milchmarkts kündigt das Agrarressort im Namen der Bundesregierung eine Fortführung des von Klöckners Amtsvorgänger Christian Schmidt initiierten Branchendialogs mit der Milchwirtschaft an.
Ein erstes Treffen soll Anfang Juli in Berlin stattfinden. Das  Bundeslandwirtschaftsministerium äußert in der Antwort erneut die Erwartung, dass die aus seiner Sicht unerlässliche Modernisierung der Lieferbeziehungen zwischen den Milcherzeugern und ihren Molkereien von der Milchbranche angepackt werden müsse. Zwar gebeArtikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) der Bundesregierung „einen gewissen gesetzlichen Spielraum“ zur Gestaltung der Lieferbeziehungen. Ein staatlicher Eingriff komme jedoch für die Regierung nur als „ultima ratio“ in Betracht. Zunächst bleibe abzuwarten, „ob und wie die Milchbranche ihre Lieferbeziehungen neu ausrichtet“. Zurückhaltend äußert sich das Ressort auch zur Frage einer Neuregelung der Andienungspflicht. Im Bereich der Genossenschaften ergebe sich die Andienungspflicht in der Regel aus den genossenschaftlichen Lieferordnungen. „Diese können von den Genossenschaftsmitgliedern geändert werden und unterliegen nicht der staatlichen Einflussnahme“, heißt es in der Antwort.
Gegen Rückkehr zu permanentem Quotensystem Die Bundesregierung begründet den Handlungsdruck für die Molkereiwirtschaft mit der Notwendigkeit, Phasen niedriger Milchpreise besser bewältigen zu können. Die Unternehmen seien gefordert, das Risikomanagement zugunsten der Milcherzeuger besser auszubauen, die Milcherzeugung stärker als bisher an einer Qualitätsführerschaft und der Aufnahmefähigkeit des Marktes auszurichten und die Preissignale des Marktes schneller an die Erzeuger wiederzugeben. Dies müsse auch in einer Preisdifferenzierung bei der Bezahlung der Milchanlieferungen seinen Niederschlag finden. Eine Absage erteilt die Regierung einmal mehr Maßnahmen für eine verpflichtende Mengenregulierung. Man lehne „zwingende Maßnahmen im Sinne von Bonus-Malus-Regelungen oder als verbindliche EU-weite entschädigungslose Mengenreduzierung für alle Milcherzeuger“ ab. Der Regierung zufolge müssten dazu vom Staat quotenähnliche Systeme mit entsprechenden Verwaltungs- und Kontrollregelungen sowie Sanktionsmöglichkeiten bei Nichteinhaltung der Vorgaben aufgebaut werden. Zudem wäre laut Bundesregierung die Frage zu beantworten, wann eine Krise auf dem Milchmarkt vorliegt, die die entsprechenden Maßnahmen auslöst und rechtfertigt. Daher sei mit einem derartigen Modell mit hoher Wahrscheinlichkeit die „Rückkehr zu einem permanenten Quotensystem“ verbunden. AgE

Steigende Milchpreise bei Fonterra

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra wird seinen Milchlieferanten in der bis zum 31. Mai laufenden Saison 2017/18 mehr Geld zahlen als zunächst angekündigt. Wie das Unternehmen am Mittwoch vergangener Woche (23.5.) mitteilte, sollen die Landwirte das Kilogramm Milchfeststoff mit 6,75 NZ$ (3,96 Euro) vergütet bekommen; das sind 0,20 NZ$ (0,12 Euro) mehr als zuletzt prognostiziert. Die im Juni startende Saison 2018/19 soll mit einem Basispreis von 7,00 NZ$ (4,11 Euro) je Kilogramm Feststoff beginnen. Wermutstropfen ist jedoch, dass die Molkereigenossenschaft die anvisierte Vergütung von Genossenschaftsanteilen für die Saison 2017/18 um 10 NZCent (5,9 Eurocent) gekürzt hat. Einschließlich dieser Dividende wird der Milchpreis zwischen 6,90 NZ$ (4,05 Euro) und 6,95 NZ$ (4,08 Euro) liegen und damit das Vorjahresniveau um gut 6 % übertreffen. Die Kürzung der Dividende begründete der Fonterra-Vorsitzende John Wilson zum einen mit einer geringeren Gewinnmarge durch die höheren Rohstoffkosten. Zum anderen verwies er auf die Strafzahlungen an Danone von 183 Mio NZ$ (107 Mio Euro) sowie die Wertberichtigung für die Beteiligung an Beingmate, einem kränkelnden chinesischen Hersteller von Milchprodukten. Diese belaufe sich auf mehr als 400 Mio NZ $ (235 Mio Euro). In den ersten neun Monaten des am 1. August begonnen Geschäftsjahres 2017/18 hat Fonterra den Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 7 % auf 14,8 Mrd NZ$ (8,69 Mrd Euro) gesteigert. Die Bruttomarge ist jedoch von 18 % auf 16 % zurückgegangen, und die Verkaufsmargen sind laut Wilson „nicht dort, wo sie sein müssten“. Wilson machte jedoch auch deutlich, dass die Anhebung der Milchpreise die insgesamt recht freundliche Situation von Angebot und Nachfrage am Weltmarkt widerspiegele. Die globalen Preise für Milcherzeugnisse seien in dieser Saison gestiegen, insbesondere die Notierung für Vollmilchpulver durch die anhaltende Nachfrage in China und Asien. Zwar habe Fonterra aufgrund der rückläufigen Milchmengen weniger verkaufen können, doch für die kommende Saison 2018/19 sei wieder mit einem Anstieg des Rohstoffeingangs um 1,5 % auf 1,525 Mio kg Milchfeststoff zu rechnen. AgE

Umrechnungskurse: 1 NZ$ = 0,5872 Euro