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Online-Portal – alles rund um die Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Digitale Kennzeichnungspflicht für Milchprodukte

Mit der verpflichtenden Kennzeichnung von verarbeiteten Milchprodukten mittels eines digitalen Data Matrix Codes in Russland soll am 1. Juni 2020 begonnen werden. Nach Angaben des Ministeriums für Industrie und Handel wurde kürzlich ein entsprechender Entwurf eines Regierungsdekrets angenommen. Momentan würden Molkereierzeugnisse in einer Probephase mit dem Data Matrix Code gekennzeichnet, die bis Ende Februar 2020 dauern solle. Daran beteiligten sich mehr als 30 Unternehmen, darunter große Hersteller. Die digitale Kennzeichnung von Milchprodukten wurde im Frühjahr 2019 vom russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedew auf den Weg gebracht. Auf dessen Anweisung wird laut Medienberichten die digitale Kennzeichnung mit dem bestehenden Kennzeichnungssystem für Veterinärzertifikate „Mercury“ verschmolzen, so dass es ein System von der Rohstoffbeschaffung bis zum Endverbraucher gibt. Die verpflichtende Kennzeichnung wird für Joghurt, Kefir, Butter, Eis, Käse und Hüttenkäse gelten. Dabei kann der digitale Code gescannt werden, wenn Waren geprüft, in einem Lager empfangen oder in einem Geschäft verkauft werden. So soll der Verbraucher vor dem Kauf von abgelaufener Produkte geschützt werden. Er hat zudem die Möglichkeit, die Rechtmäßigkeit der Waren mithilfe eines Smartphones zu überprüfen. Die neuen Kontrollmöglichkeiten sollen auch einen größeren Schutz vor Produktfälschungen bieten, zu denen es in der russischen Milchwirtschaft immer wieder kommt. AgE

Gerät zur schnellen Lebensmittelanalyse entwickelt

Lebensmittel können künftig deutlich schneller analysiert werden. Die fzmb GmbH - Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie hat ein Messgerät entwickelt, das in der Lage ist, die Nährwertangaben von Fleisch, Wurst, Käse und vielen anderen Lebensmitteln innerhalb weniger Sekunden zu bestimmen. Wie das Unternehmen aus Bad Langensalza mitteilte, sind für die Analyse mit „mylab“ keine Chemikalien notwendig. Das Produkt könne einfach auf das Gerät gelegt werden. Nach dem Messvorgang werde Sekunden später das Ergebnis für den Gehalt an Fett, Protein, Wasser und 18 weiteren Inhaltsstoffen angezeigt. „mylab“ werde von den Lebensmittelherstellern zur Überwachung der Produktionsprozesse sowie für die Eingangskontrolle der Rohstoffe und die Ausgangskontrolle der Waren genutzt. Das Gerät sei bereits am Markt verfügbar und besonders für die Qualitätskontrolle kleiner und mittelständischer Lebensmittelproduzenten attraktiv, berichtete fzmb. Laut Unternehmensangaben wird für „mylab“ das Messprinzip der Nahinfrarot-Spektroskopie genutzt. Dabei würden die Bestandteile der Probe durch ihren Gehalt an charakteristischen Molekülgruppen über Infrarotstrahlung ermittelt. Die reflektierte Strahlung erlaube Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung. Mit Hilfe statistischer Verfahren und Algorithmen werde dieser Zusammenhang modelliert und ausgewertet. Für exakte Bestimmungen seien vorher Datensätze mit bekanntem Gehalt des jeweiligen Lebensmittels im unternehmenseigenen akkreditierten Labor erstellt. Mit den von den Experten erarbeiteten Modellen werde die Gerätesoftware für jeden Kunden und für jedes seiner Produkte individuell angepasst. Die fzmb wies auch darauf hin, dass in der lebensmittelverarbeitenden Industrie eine große Nachfrage nach mikrobiologischen Schnellanalysen zur Abschätzung der Haltbarkeitsdauer bestehe. Daher werde derzeit untersucht, ob das Gerät „mylab“ künftig auch für diese Fragestellungen der Lebensmittelsicherheit eingesetzt werden könne. AgE

BDM erneuert Forderung nach Leitplanken für auskömmliche Milcherzeugung

Eine „grundsätzliche Richtungsdiskussion“ für eine zukunftsfähige Milcherzeugung hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) gefordert. Wie der Verband am Rande der Agrarministerkonferenz (AMK) in Mainz deutlich machte, müssen dafür sowohl die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) als auch die Gemeinsame Marktordnung (GMO) weiterentwickelt werden. Eine Schlüsselfunktion für die Erreichung der zunehmend umweltpolitischen Ziele der GAP nimmt für den BDM das Einkommen der Landwirte ein. Solange die Direktzahlungen ganz überwiegend eine Ausgleichsfunktion hätten und damit eine existenziell notwendige Einkommenskomponente darstellten, seien die Möglichkeiten echter Politikgestaltung relativ begrenzt, erläuterte der BDM-Vorsitzende Stefan Mann. Die GMO müsse daher so ausgestaltet werden, dass sich die Betriebe wirtschaftlich nachhaltig aus den Verkaufserlösen ihrer Produkte weiterentwickeln könnten. Nur so hätten Politik und Landwirte die nötige - auch finanzielle - „Beinfreiheit“ für eine sinnvolle Ausgestaltung und Umsetzung der GAP-Ziele, erläuterte Mann. Erst wenn die Agrargelder nicht mehr im Wesentlichen zur Einkommensstützung verwendet werden müssten, könnten sie mit mehr Wirkungskraft für die Erreichung wichtiger gesellschaftlicher Ziele eingesetzt werden. Laut Darstellung des BDM-Vorsitzenden werden die Fördergelder aktuell jedoch schrittweise mit höheren Anforderungen und damit höheren Kosten verknüpft, ohne gleichzeitig über die grundlegenden Möglichkeiten der Marktausrichtung nachzudenken, die den Bauern ein mindestens kostendeckendes Wirtschaften ermöglichten. In einer Situation, in der die Milchviehhalter dauerhaft rund 10 Cent pro Liter Milch von einer Kostendeckung entfernt seien, bedeute damit jede weitere Anforderung einen zusätzlichen Substanzverlust, warnte Mann. Es sei fatal, wenn man den Landwirten einerseits eine Schlüsselrolle für Klima-, Arten- und Naturschutz zuweise, sie aber nicht gleichzeitig für diese Anforderungen stärke. AgE

Danone steigt in die Produktion von Schafmilchpulver ein

Das Danone-Tochterunternehmen Nutricia hat in Neuseeland damit begonnen, Kleinkindnahrung aus Schafmilch herzustellen und diese unter seiner Marke Karicare in Ozeanien zu vertreiben. Wie das Unternehmen mitteilte, soll mit der Produktinnovation auf die wachsende Verbrauchernachfrage für Kleinkindrezepturen aus alternativen Milchquellen reagiert und damit die starke Marktposition von Karicare ausgebaut werden. „Da sich die Präferenzen der Verbraucher weiterentwickeln, ist es wichtig, dass wir als Marktführer in Australien und Neuseeland in der Lage sind, auf diese Bedürfnisse einzugehen“, erläuterte Nutricia-Verkaufsleiter John Hoare. Darüber hinaus würden durch diese Markteinführung auch die lokalen Milchschafhalter unterstützt. Der Rohstoff für das Milchpulver soll zu 100 % neuseeländische Schafmilch aus ganzjähriger Weidehaltung sein. Diese soll vom Unternehmen Maui Milk bezogen werden, das zwei Farmen mit 6.000 Muttertieren am westlichen Ufer des Lake Taupo in Waikato auf der Nordinsel betreibt. Zunächst wird das neue Produkt für Kleinkinder älter als ein Jahr in ausgewählten Geschäften angeboten. Ab 2020 sollen die Produktpalette um Säuglingsnahrung erweitert und der Vertrieb vergrößert werden, wozu weitere Schafmilcherzeuger im Großraum Waikato gesucht werden. Der Geschäftsführer von Maui Milk, Peter Gatley, berichtete, dass es dafür bei den Farmern Interesse gebe, insbesondere bei umstiegswilligen Milchbauern. Mit der Erzeugung von Schafmilch lasse sich ein besserer Gewinn je Hektar erzielen, insbesondere bei Betrieben zwischen 50 ha und 80 ha. So seien keine Ställe erforderlich und die Laktation sei kürzer als bei Kühen. „Die Umstellung von Milchvieh auf Milchschafe ist kostengünstig, und wir bieten Mehrjahresverträge mit einer Auszahlung von 3 NZ$ (1,73 Euro) je Liter an", erklärte Gatley.

Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,5782 Euro

Preisdruck bei Butter ein Vorbote des Brexit

Den Preisdruck am Milchmarkt und insbesondere bei der Butter sieht der Präsident des Österreichischen Bauernbunds, Georg Strasser, im Zusammenhang mit dem wahrscheinlichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. „In der Milchbranche sind die Vorboten des Brexits bereits spürbar. Die Märkte kommen unter Druck, weil Irland die Milch am EU-Festland verkaufen will“, erklärte Strasser in Wien. Die Zukunft der Handelsbeziehungen mit Großbritannien sei ja bekanntlich ungewiss. Als Signale dafür deutet er den Preisdruck am Buttermarkt. Strasser forderte daher den Handel sowie die Gastronomie und die Konsumenten dazu auf, heimischer Qualität die Treue zu halten. Er wies darauf hin, dass Butter aus dem Ausland oft in den Handelsmarken stecke, wo der Inhalt leicht austauschbar sei. „Österreichische Butter hat der Butter aus dem Ausland aber einiges voraus“, hob der Verbandspräsident hervor. Dazu zählten Gentechnikfreiheit, strenge Kontrollen, kein Soja aus Übersee oder Palmöl in der Fütterung und die EU-weit geringsten Emissionswerte. Daher forderte der Bauernbund alle Lebensmitteleinzelhändler auf, bei ihren Markenprodukten - ob im Einstiegs- oder im Hochpreissegment - auf die hohe heimische Qualität zu setzen. Der Anteil der Eigenmarken des Handels steige, während regionale Markenprogramme vom Markt verdrängt würden, monierte Strasser. Mehr als ein Drittel der Butter werde in Österreich bereits unter einer Handelsmarke verkauft. Bei anderen Milchprodukten sei der Anteil und somit die Abhängigkeit der Bauern und Molkereien vom Handel noch größer. „Der Handel gewinnt, Bauern und Molkereien verlieren. Das darf so nicht weitergehen, wenn wir die heimische Landwirtschaft, mit der man nur allzu gern Werbung macht, auch weiter haben wollen", betonte Strasser. Die EU-Initiative für mehr Markttransparenz könnte da mehr Licht ins Dunkel bringen, zeigte sich der Verbandspräsident überzeugt. Denn die Art und Weise, wie man Preise entlang der Produktionskette verteile, würde transparenter werden. Transparenz verlangte Strasser auch bei der Kennzeichnung der Produktherkunft. „Wir haben das Recht zu wissen, woher unser Essen kommt“, so der Verbandschef. Daher müsse es möglich sein, österreichische Qualitätsprodukte klar zu kennzeichnen. Ihm sei es wichtig, die bewährte Qualitätsstrategie weiter zu forcieren und in der Wertschöpfungskette den heimischen Lebensmitteln Vorrang zu geben, hob Strasser hervor. AgE

Russland ändert Lebensmittelkennzeichnung

In Russland wird es zukünftig Lebensmittel mit geregelten Angaben zur geographischen Herkunft geben. Ein entsprechendes Gesetz zur Förderung regionaler Marken ist von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet worden und umgehend in Kraft getreten. Demnach kann ein Produkt eine geschützte geographische Herkunftsangabe verwenden, wenn dessen Herstellung oder Zusammensetzung wesentlich von der Region geprägt ist. Mitte Juli begann in Russland zudem ein bis Ende Februar 2020 laufendes Pilotprojekt zur Kennzeichnung von Milchprodukten mittels QR-Code. Diesen können die Hersteller und Importeure von Milch und Sahne, Kondensmilch, Joghurt, Kefir, Butter, Eis, Käse und Hüttenkäse in der Probephase freiwillig verwenden. Der QR-Code soll die Verbraucher vor dem Kauf abgelaufener Produkte schützen und ihnen die Möglichkeit bieten, Informationen über die Ware und den Hersteller mit einem Mobiltelefon einzuholen. Die verpflichtende Kennzeichnung von Milchprodukten soll in Russland nach Ablauf des Projekts am 1. März 2020 beginnen. Eine entsprechende Verordnung zur Aufnahme von Milcherzeugnissen in die Liste der kennzeichnungspflichtigen Waren ist von der Regierung bereits offiziell beschlossen. Die Kontrollsysteme sollen vor allem die Rückverfolgbarkeit der gekennzeichneten Produkte zum Hersteller ermöglichen. AgE

Milch überzeugt durch Kombination von Inhaltsstoffen

Milch kombiniert aktuellen Studien zufolge verschiedene Nährstoffe und bioaktive Faktoren so einzigartig miteinander, dass sie sich vorteilhaft auf die menschliche Gesundheit auswirken können. Wie das Landvolk Niedersachsen in Hannover erklärte, ist Milch wegen ihrer Gesamtzusammensetzung ein nicht zu ersetzendes Nahrungsmittel. Wissenschaftler bescheinigten den Milchprodukten einen größeren Effekt auf die Gesundheit, als ihn die Inhaltsstoffe in den Milchprodukten einzeln erzielen würden. Nach ihrer Einschätzung solle die Ernährungsberatung das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe untereinander in verschiedenen Lebensmitteln noch stärker in den Vordergrund rücken. Auch das Max Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe empfehle den Verzehr von Milch und Milchprodukten, die eine elementare Rolle in den Ernährungsempfehlungen vieler Länder spielten. Außerdem sind Milchprodukte dem Landvolk zufolge ausgezeichnete Lieferanten von Kalzium sowie der Vitamine B2 und B12. Ferner enthielten sie hochwertiges Protein, Jod, Magnesium, Kalium und verschiedene Fettsäuren. In jüngster Vergangenheit seien Milch und Milchprodukte zwar häufig als Ursache für Krebserkrankungen genannt worden, so der Landesbauernverband. Diese Hypothese lasse sich aus wissenschaftlicher Sicht aber nicht belegen; lediglich das Risiko für Prostatakrebs könne sich durch eine zu hohe Kalziumzufuhr erhöhen. Kritisch seien Verzehrmengen von mehr als 1,5 mg Kalzium am Tag, was 1,25 l Milch oder 140 g Hartkäse entspreche. AgE

Moosbrugger fordert EU-weite Regeln für Lebensmittelkennzeichnung

Eine einfache, klare und verbindliche Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten mit EU-weiter Gültigkeit hat der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, gefordert. „Die Konsumenten dürfen nicht hinters Licht geführt werden, indem ihnen beispielsweise industriell verarbeitete Fleisch-, Milch- oder Käseimitate als Naturprodukte angepriesen werden“, erklärte der Kammerpräsident in Wien. Deshalb spreche sich der landwirtschaftliche Berufsstand eindeutig gegen jede Irreführung der Kunden aus. Um ein solches „Fair Play am Lebensmittelmarkt“ durchzusetzen, brauche es rasch rechtliche Spielregeln für die Bezeichnung von Imitaten, forderte Moosbrugger. Da die Imitate aufgrund technisch-industrieller Fortschritte dem Original immer ähnlicher würden und somit die Irreführung immer wahrscheinlicher, müssten Original und Imitat klar erkennbar sein. So sollte es keine Anspielungen auf existierende Begriffe bei der Bezeichnung der Imitate geben, wie beispielsweise „Soja-Milch“, „vegetarischer Leberkäse“ oder „vegane Wurst“. „Nur das Original heißt Fleisch oder Wurst; ein Imitat bleibt immer eine Kopie“, so der Kammerpräsident. Daher sei EU-weit ein Bezeichnungsschutz speziell für Fleisch und Fleischprodukte nötig. Wie das gehen könnte, zeige das Beispiel Milchprodukte. Butter müsse nämlich zu 100 % aus Rahm, also aus einem tierischen Rohstoff, bestehen und dürfe keine pflanzlichen Zutaten enthalten. Sei dies dennoch der Fall, müsse das Produkt laut EU-Marktordnung anders bezeichnet werden. AgE

EU-Milchindustrie begrüßt Mercosur-Übereinkunft

Anders als der landwirtschaftliche Berufsstand und die Zuckerwirtschaft begrüßt der Europäische Milchindustrieverband (EDA) die erzielte Übereinkunft für ein assoziiertes Abkommen zwischen der EU-Kommission und den südamerikanischen Mercosur-Staaten ausdrücklich. EDA-Generalsekretär Alexander Anton bezeichnete die Einigung als einen echten „Durchbruch“. Positiv sei vor allem das klare Bekenntnis der Verhandlungspartner zum Pariser Klimaschutzabkommen (COP21). Darüber hinaus werde es das Mercosur-Handelsabkommen grundsätzlich ermöglichen, einige der Potentiale der südamerikanischen Märkte zu „entkorken“. Das vereinbarte Zollkontingent von 30 000 t Käse pro Jahr entspricht laut Anton etwa dem Zehnfachen der Mengen, die aktuell in den Mercosur exportiert werden. Dieser zusätzliche Marktzugang sei ein Beitrag, die Diversifizierung der EU-Exporte für Milchprodukte zu unterstützen und damit den Milchsektor widerstandsfähiger gegenüber Handelsverzerrungen zu machen, betonte der EDA-Generalsekretär. Allerdings sei es auch kein Geheimnis, dass sich sein Verband mit Blick auf die Zollquoten für Käse, Milchpulver und Babynahrung höhere Kontingente erhofft hätte. Zudem habe man eine kürzere Übergangsphase als die vereinbarten zehn Jahre erwartet. Neben dem Kontingent von 30 000 t zollfreiem Käse sind für Milchpulver 10 000 t und für Babynahrung 5 000 t im Jahr vorgesehen. Anders als etwa für Rindfleisch und Zucker, die nur für die Mercosur-Staaten gelten, werden die Lieferquoten für Milchprodukte für beide Seiten in Kraft treten. Weiter Front gegen das Mercosur-Abkommen macht der irische Bauernverband (IFA). Er will sein Vorgehen noch einmal verschärfen. Geplant seien mehrere Treffen mit nationalen Politikern sowie Verantwortungsträgern in Brüssel, hieß es von Verbandsseite. Bereits am Mittwoch vergangener Woche kam es zu einem Treffen zwischen EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis und dem IFA-Präsidenten und Ersten Vizepräsidenten des EU-Ausschusses der Bauernverbände (COPA), Joe Healy. Im Rahmen der anlaufenden Kampagne werde man unter anderem auf die Umweltschäden durch die südamerikanische Rindfleischerzeugung sowie den Antibiotikamissbrauch bei der dortigen Geflügelmast hinweisen, kündigte Healy an. AgE

USA planen auch Vergeltungszölle auf EU-Schweinefleisch und -Milchprodukte

Die Vereinigten Staaten haben ihre Ankündigung vom April, wegen der europäischen Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus Vergeltungszölle erheben zu wollen, mit weiteren konkreten Beispielen unterfüttert. Einer Liste zufolge, die von Washington Anfang Juli veröffentlicht worden ist, muss die Europäische Union vor allem mit zusätzlichen Zöllen auf Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milcherzeugnisse rechnen. Neben Edamer, Gouda und verschiedenen italienischen Käsesorten sind auch Pasta, Kaffee, Birnen und Kirschen von möglichen Gegenmaßnahmen der USA betroffen. Oliven finden sich ebenfalls auf der Liste. Bereits jetzt erhebt Washington Sonderzölle auf schwarze spanische Oliven und begründet dies mit den Beihilfen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Überdies enthält die Aufstellung irische und schottische Whiskysorten. Auch einige Düngemittel sowie verschiedene Artikel aus Eisen, Kupfer und Messing wie Rohre und Hohlprofile sollen mit den Vergeltungsmaßnahmen getroffen werden. Nach Angaben des US-Handelsbeauftragten (USTR) Robert Lighthizer beläuft sich der Handelswert der auf der neuen Liste aufgezählten Produkte auf rund 4 Mrd $ (3,5 Mrd Euro). Zudem wird eine Konsultation zu den Vorschlägen vorgeschlagen; schließlich soll eine öffentliche Anhörung stattfinden. Die Frist für die Einreichung von Anträgen hierzu soll am 25. Juli und die Frist für die Einreichung schriftlicher Kommentare am 5. August enden. Die Höhe etwaiger Zölle, die erhoben werden könnten, unterliegt dem Schiedsverfahren der Welthandelsorganisation (WTO).

Drittgrößter Absatzmarkt

Sehr besorgt über die neue Liste zeigte sich die deutsche Ernährungsindustrie. Handelsstreitigkeiten in anderen Sektoren müssten auch dort ausgetragen werden, forderte die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Stefanie Sabet, in Berlin. Weitere Strafzölle auf Lebensmittel seien nicht gerechtfertigt. Die zusätzlich angekündigten US-Zölle würden deutsche Exporteure hart treffen, stellte Sabet fest. Ausfuhrprodukte im Wert von rund 300 Mio Euro wie Kaffee, Schweinefleischerzeugnisse, Käse oder Teigwaren wären betroffen. „Wir fordern die EU auf, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, die die heimische Wirtschaft entlasten“, erklärte Sabet. Die USA seien einer der wichtigsten Handelspartner überhaupt. „Wir brauchen daher dringend einen Abbau von Handelshemmnissen im Agrar- und Lebensmittelhandel mit den USA“, betonte die BVE-Geschäftsführerin. Aktuell liege das US-Geschäft weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Laut BVE wurden von der deutschen Ernährungsindustrie im Jahr 2018 Waren im Gesamtwert von rund 1,7 Mrd Euro in die Vereinigten Staaten exportiert. Das habe in etwa einem Anteil von 3 % an den gesamten Ausfuhren der heimischen Lebensmittelhersteller entsprochen. Nach den EU-Partnerländern und China seien die USA damit der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Nahrungsgüter. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8811 Euro

Angekündigte Milchpreissenkung sorgt für Kritik im Berufsstand

Kritik an den, von verschiedenen Großabnehmern zum Monatswechsel, angekündigten Milchpreissenkungen haben der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Schweizer Milchproduzenten (SMP) geübt. Die Begründungen für die Ankündigungen seien schlichtweg falsch und nicht haltbar, monierten beide Verbände. Fehlende Mittel beim Rohstoffausgleich der Schoggigesetz-Nachfolgelösung, wie sie beispielsweise der Milchverarbeiter ELSA-Mifroma angeführt habe, seien kein Argument für ein Unternehmen, das in diesem Segment kaum tätig sei. Ungenügende Verkaufsleistungen einfach auf die Milchlieferanten zu überwälzen, habe wenig mit Partnerschaft zu tun. Dies untergräbt nach Ansicht von SBV und SMP die gemeinsamen Anstrengungen der Schweizer Milchbranche für Maßnahmen wie die bestehende Segmentierung und die auf Anfang September geplante Einführung des „Grünen Teppichs“ als Standard für nachhaltige Milch. Die beiden Verbände forderten die Milchabnehmer auf, dieses „Spiel mit dem Feuer“ zu beenden und auf die Milchpreissenkungen zu verzichten, auch mit Blick auf die gute Marktsituation. Mehr Fairness bei der Verteilung der Wertschöpfung sei dringend gefragt. Laut SBV bewegen sich sowohl die Milchanlieferungen als auch die Mengen in den Butterlagern derzeit auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau; zudem liege der A-Richtpreisindex des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig deuteten wichtige EU-Milchmarktindikatoren auf eine stabile bis verhalten positive Marktlage für die kommenden Monate hin. AgE

Hohenheim entwickelt neue Methoden gegen Lebensmittelbetrug

Neue Methoden zur Bestimmung der Herkunft von pflanzlichen Nahrungsmitteln erforscht derzeit die Universität Hohenheim. Wie die Stuttgarter Hochschule dazu mitteilte, werden Analysen entwickelt, die exakte Angaben über die geografische Herkunft, die Anbaubedingungen und die Lebensmittelsorte ermöglichen sollen. Die Forscher setzen dazu auf verschiedene Ansätze. Bei der Isotopen-Analyse wird laut Universität die Zusammensetzung der Isotope von Kohlen-, Stick- und Wasserstoff genutzt, um die Herkunft einer Pflanze zu bestimmen. Experimentell sei damit bereits die Unterscheidung von Freiland- und Gewächshauspaprikas gelungen. Außerdem werde die Lipid-Analyse genutzt, um einen genaueren Blick auf die Fettsäuren und Sterole - beides wichtige Bestandteile der Zellmembran - zu werfen. Dies ermögliche es zum Beispiel, die „kulinarisch wertlosen“ China-Trüffel von den französischen Gourmet-Produkten zu unterscheiden. Der dritte Ansatz setzt nach Angaben der Hochschule auf die sogenannte Elementanalytik, mit der sich die Mineralstoffe in den Pflanzen bestimmen lassen. Diese gäben Aufschluss über den Boden, in dem die Pflanzen gewachsen seien, da die Mineralstoffe beim Wachsen aus dem Boden aufgenommen würden. Auf diese Art lasse sich eine Pflanze dem Boden einer bestimmten Region zuordnen. AgE

DMK Group mit stabilem Jahresergebnis

Das Deutsche Milchkontor (DMK) hat im Geschäftsjahr 2018 ein stabiles Ergebnis erzielt. Wie das Unternehmen Mitte Juni berichtete, belief sich der Umsatz auf insgesamt 5,6 Mrd Euro und lag damit um 200 Mio Euro unter dem Niveau des Vorjahres. Zugleich verbesserte sich das Ergebnis um 1,0 Mio Euro auf 30,6 Mio Euro; die Eigenkapitalquote blieb mit 30,9 % nahezu unverändert. DMK-Geschäftsführer Ingo Müller erläuterte den „weitreichenden Wandel“ des Unternehmens. Eine erste Phase, die auch durch Investitionen in die Zukunft geprägt gewesen sei, sei nahezu abgeschlossen. Jetzt gehe es darum, „gezielt die Effekte einzufahren“. Oberste Maßgabe wird dabei nach Müllers Worten sein, „den Verbraucher in den Mittelpunkt zu stellen, von seinen Wünschen und Bedürfnissen aus zu denken“. Künftig würden das Konsumentenverständnis vertieft und individuelle Generationen gezielt angesprochen, erklärte Müller. Bereits heute gebe es zu jeder Lebensphase und zu jedem Bedürfnis ein Angebot im DMK-Sortiment. Dabei will das Unternehmen weiterhin primär auf Milch und Milchprodukte setzen. Milch werde „mit großem Abstand“ der wichtigste Rohstoff bleiben, zeigte sich der DMK-Geschäftsführer überzeugt. Müller will zugleich die internationalen Aktivitäten weiter schärfen. In diesem Bereich sei der organisatorische Umbau noch nicht weit genug gegangen. Das DMK betrachte Europa als „Heimatmarkt“ und werde die Expertise dort künftig auf die richtigen Geschäftsfelder konzentrieren. Außerhalb Europas wird das Unternehmen laut Müller klare Schwerpunkte setzen. Regionale Stützpunkte in Russland, China oder Nigeria mit lokalen Teams seien wirkungsvoller als der reine Export aus Deutschland heraus. AgE

DMK mit neuem Geschäftsführer

Beim Deutschen Milchkontor (DMK) wird es einen Wechsel in der kaufmännischen Geschäftsführung geben. Wie das Unternehmen in der vergangenen Woche mitteilte, wird der bisherige Geschäftsführer Volkmar Taucher am 1. Juli von Dr. Frank Claassen abgelöst. Der 54-Jährige kommt von der Beiersdorf AG und gilt als ausgewiesener Finanzexperte. „Wir freuen uns, mit Dr. Frank Claassen einen äußerst erfahrenen Manager gewonnen zu haben“, erklärte der DMK-Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Korte. Mit seinen Erfahrungen werde Claassen die DMK Group auf dem weiteren Weg der Neupositionierung bereichern. Dem scheidenden Geschäftsführer dankte Korte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und seine langjährigen wertvollen Beiträge. Taucher habe die Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren „Maßgeblich mitgeprägt“. AgE

Milchverbände in Nordrhein-Westfalen bekommen eigenen Geschäftsführer

Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es in Nordrhein-Westfalen eine Zusammenarbeit zwischen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft (LV Milch NRW) und dem Landeskontrollverband (LKV NRW). Diese drückt sich nicht nur durch das Arbeiten im gleichen Haus, sondern auch durch eine gemeinsame Geschäftsführung durch Dr. Rudolf Schmidt aus. Wie beide Verbände mitteilten, wurde bei einer gemeinsamen Vorstandssitzung nun vereinbart, dass sich Schmidt zukünftig nur noch auf die Geschäftsführung der LV Milch NRW konzentrieren wird. Der LKV NRW wird diese Position schnellstmöglich neu besetzen. Grund sei, dass die Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in einem zunehmend komplexeren und sensibleren Umfeld nur durch diese personelle Verstärkung zu bewerkstelligen sei. Der Vorstand des Landeskontrollverbandes dankte Schmidt für „sein herausragendes Engagement und die erfolgreiche Arbeit“ und zeigte sich überzeugt, dass die enge Kooperation zwischen dem LKV und der Landesvereinigung erfolgreich fortgeführt werden könne. Dafür wurde den Verbänden zufolge auf der Vorstandssitzung bereits die Grundlage gelegt. Es sei nämlich vereinbart worden, die Zusammenarbeit mit der Erzielung von Synergieeffekten nicht nur fortzuführen, sondern weiter auszubauen. So sei beabsichtigt, neben der verwaltungstechnischen Kooperation zukünftig auch die Aktivitäten in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit sowie der Förderung der Qualitätsproduktion und der tierartgerechten Milchviehhaltung deutlich zu vertiefen. AgE

Bürgerinitiative für Nährwertkennzeichnung in den Startlöchern

Grünes Licht für eine europäische Bürgerinitiative (EBI) zur Einführung einer Nährwertkennzeichnung hat die Europäische Kommission gegeben. Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, hat die Initiative „Pro-Nutriscore“ offiziell ein Jahr Zeit, mindestens eine Millionen Unterschriften aus mehr als sechs verschiedenen Mitgliedstaaten zu sammeln; dann wird sich die EU-Kommission mit ihrem Anliegen auseinandersetzen. Die Initiatoren wollen, dass den Verbrauchern bessere Nährwertinformationen zur Verfügung gestellt werden, indem ein vereinfachtes „Nutri-Score“-Label verpflichtend auf allen Nahrungsmitteln ausgewiesen werden muss. Sie versprechen sich davon neben gesundheitlichen Vorteilen für die Konsumenten eine Harmonisierung der Kennzeichnungssysteme in der EU sowie Anreize für die Lebensmittelhersteller, ihre Rezepturen gesünder zu machen. Die Nährwertkennzeichnung „Nutri-Score“ basiert auf der Beurteilung des Gesamtnährwertes eines Lebensmittels. Kürzlich hat Belgien das Label eingeführt; in Spanien ist dies vorgesehen, und in Frankreich wird es bereits seit längerem verwendet. In Deutschland ist die Kennzeichnung gleichwohl umstritten. Das Landgericht Hamburg erließ Mitte April eine einstweilige Verfügung gegen die Kennzeichnung von iglo-Verpackungen mit „Nutri-Score“; das Unternehmen hat Berufung angekündigt. Verbraucherschutzorganisationen befürworten diese Kennzeichnung. Neben iglo wird „Nutri-Score“ in Deutschland bereits von Danone und bofrost verwendet, und weitere Hersteller bereiten die Einführung vor. Abzuwarten bleibt, wieviel Einfluss „Pro-Nutriscore“ auf die Debatte um die Kennzeichnungssysteme haben wird. Die im Januar 2017 offiziell registrierte EBI gegen Glyphosat hat bekanntlich die EU-Gesetzgebung beeinflusst. Die Initiative war im Zuge der Kontroversen um die Wiederzulassung des Herbizidwirkstoffes ins Leben gerufen worden, hatte bereits nach fünf Monaten ihr Quorum erreicht und letztlich auch dazu beigetragen, dass transparentere Richtlinien in der Lebensmittelsicherheit eingeführt werden. AgE

Landgericht Hamburg erklärt „Nutri Score“ für nicht zulässig

Das Landgericht Hamburg hat vergangene Woche eine einstweilige Verfügung gegen die Kennzeichnung von iglo-Verpackungen mit dem Kennzeichnungssystem „Nutri-Score“ erlassen. Die Richter erklärten die Verwendung dieser Lebensmittelkennzeichnung für wettbewerbsrechtlich nicht zulässig. Nutri-Score basiert auf der Beurteilung des Gesamtnährwerts eines Lebensmittels. Negative Faktoren sind beispielsweise ein hoher Gehalt an Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz sowie eine hohe Kalorienzahl. Positiv bewertet wird dagegen der Gehalt an Obst, Gemüse, Rohfaser und Eiweiß. Das Ergebnis dieses Rankings wird als vergrößertes Feld der Sechserreihe von tiefgrün über hellgrün, gelb und orange bis dunkelrot dargestellt. Das Unternehmen iglo kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Dem Tiefkühlkosthersteller zufolge will der in München ansässige Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft die freiwillige Nährwertkennzeichnung auf den Verpackungen unterbinden. Neben iglo haben sich unter anderem auch die Unternehmen Danone und bofrost dazu entschieden, Nutri-Score in Deutschland einzuführen. Auch Sicht der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) zeigt das Urteil, dass „die deutsche Politik die Entwicklung im Lebensmittelmarkt verschlafen hat“. Verbraucher und Hersteller wünschten sich eine klarere Nährwertkennzeichnung, wie sie durch Nutri-Score gewährleistet sei. Dieser dürfe aber in Deutschland nicht verwendet werden, auch weil das Bundeslandwirtschaftsministerium sich weigere, den Nutri-Score einzuführen. Stattdessen habe Ressortchefin Julia Klöckner nun angekündigt, ein ganz neues Kennzeichnungssystem entwickeln zu wollen. Das von ihr beauftragte Max-Rubner-Institut (MRI) weise in seinem Bericht darauf hin, dass dies „mehrere Jahre“ dauern würde. Angesichts der hohen Quoten von Übergewicht in Deutschland und den dramatischen Folgen sei dies eine völlig inakzeptable und unnötige Verzögerung, kritisierte DANK. Der MRI-Bericht zeige nämlich auch, dass der Nutri-Score die allermeisten geprüften Kriterien für eine gute Lebensmittelkennzeichnung erfülle. Klöckner müsse den notwendigen Rahmen schaffen, damit Hersteller ihren Kunden diesen Mehrwert bieten könnten. AgE