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DairyInside

Russland: Molkerei für Embargo-Ende

Die Molkerei Ammerland aus Dringenburg (Wiefelstede) hofft darauf, eines Tages wieder Käse und Milch nach Russland liefern zu dürfen. „Ich würde mir schon wünschen, dass wir wieder Normalität in unseren Beziehungen bekommen“, sagte Geschäftsführer Ralf Hinrichs der NWZ. „Das würde auch mein Appell in Richtung Bundesregierung sein.“ Seit 2014 gilt das wegen des Ukraine-Konflikts verhängte Embargo. Vorher lieferte man u.a. 1000 Tonnen Käse je Monat nach Russland. Ein Ende des Embargos würde Druck vom Markt nehmen – und den Milchbauern helfen. NWZ-online

Futterzusatz aus Seegras senkt Methanausstoß kräftig

Der Zusatz der Seegrasarten Asparagopsis taxiformis und Asparagopsis armata im Futter für Rinder und Schafe senkt deren Methanausstoß deutlich und könnte so in größerem Rahmen zu einer Senkung der Treibhausgasemissionen der Tierproduktion beitragen. Wie die Nationale Forschungsagentur (CSIRO) Australiens kürzlich in Canberra weiter mitteilte, laufen entsprechende Fütterungsversuche mit diesem „FutureFeed“ bislang sehr vielversprechend. Demnach führt ein Beimischungsanteil des Seegrases von bis zu 2 % im Futter bei Schafen zu einer Verringerung der Methanemissionen um mehr als 80 %. Die jüngsten Versuche mit Rindern seien „besser als erwartet“ ausgefallen. Die entsprechende Studie soll bald veröffentlicht werden. Die Wissenschaftler begründen die positive Wirkung des Seegrases mit dessen Gehalt an Bromoform. Dieser halogenierte Kohlenwasserstoff verhindere die Methanbildung bei der Verdauung durch eine Reaktion mit dem Vitamin B12. Dadurch würden Enzyme gehemmt, die bestimmte Darmmikroben zur Methanproduktion benötigten. Die CSIRO, die australische Absatzförderungsorganisation Meat and Livestock Australia (MLA) und die James Cook Universität halten bereits ein Patent auf die Nutztierfütterung mit Asparagopsis. Der CSIRO zufolge wurden bislang rund 2 Mio A$ (1,2 Mio Euro) in die Forschung investiert. Weitere Untersuchungen sollen Aufschluss über die wahrscheinlich positive Leistungsentwicklung der Nutztiere geben, die mit dem „FutureFeed“ gefüttert werden. Außerdem sei ein Versuch „unter Marktbedingungen“ mit 1 000 Rindern geplant, bei dem auch die Möglichkeiten für einen kommerziellen Anbau des Seegrases eine wichtige Rolle spielen sollen. Bis das Futter tatsächlich marktreif sei, könnten allerdings noch bis zu drei Jahre vergehen. Um ein Zehntel des australischen Milchkuhbestandes, der auf 2,5 Millionen Tiere veranschlagt wird, mit dem neuen Futter zu versorgen, würden nach den Berechnungen der Forscher jährlich rund 300 000 t Seegras benötigt. Dafür wäre eine Seegras-Anbaufläche von mindestens 6 000 ha vonnöten. AgE

Umrechnungskurs: 1 A$ = 0,6086 Euro

Brexit: Ende der GAP-Zahlungen an die Landwirte im Norden naht

The Irish Times meldete am 4. September, dass das nordirische Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Angelegenheiten (DAERA) bestätigt hat, dass die Landwirte ab dem 16. Oktober 70 % der vorgezogenen EU-Mittel im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erhalten. Laut dem Wirtschaftsministerium  des Nordens kann der an die Landwirte bezahlte Betrag „aufgrund der Volatilität der Währung variabel sein“.

Der Präsident der Ulster Farmers Union (UFU), Ivor Ferguson, warnte, „dass niemand die Bedeutung der EU-Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe und die ländliche Wirtschaft unterschätzen solle“.  Norman Fulton, stellv. Sekretär der DAERA-Lebensmittel- und Landwirtschaftsgruppe, bestätigte zuvor, dass „GAP-Zahlungen wichtig für die Stützung der Branche, die Stärkung ihrer Wettbewerbsposition und die Entwicklung  ihrer Umweltleistung sind“. DAERA gab bekannt, „dass im Jahre 2018 Direktzahlungen der GAP in Höhe von rund 322 Mio. Euro an 24.358 landwirtschaftliche Betriebe im Norden geleistet wurden“. Die jüngsten Zahlen der Regierung von Nordirland zeigten, dass die landwirtschaftlichen Einkommen im Norden im Jahr 2018 um fast 8.000 GBP pro Betrieb auf mehr als 26.000 GBP gesunken seien. Das landwirtschaftliche Gesamteinkommen ging um 24 % auf 360 Mio. GBP zurück und laut Ferguson entfielen davon 286 Mio. GBP auf direkte Unterstützung aus Brüssel durch die GAP. In einem aktuell veröffentlichten Bericht über die möglichen Auswirkungen der Abwertung des Pfund Sterling im Rahmen eines Brexit ohne Abkommen, erklärte das Ministerium für Wirtschaft, wenn der durchschnittliche Wechselkurs im September 2019 auf „1 Euro = 0,9155 Pfund basiere“,  würden direkte Zahlungen an Landwirte im Norden von geschätzten 286 Millionen Pfund  auf 293 Millionen Pfund in diesem Jahr steigen.

Die UFU warnte wiederholt vor dem Schaden, den ein Brexit ohne Abkommen für Nordirlands größtenteils in Familienbesitz befindliche landwirtschaftliche Betriebe anrichten würde, und erklärte, „er müsste um jeden Preis vermieden werden“.

Die Bank von England dagegen zeigte sich nach einem  Bericht von Reuters, den Irish Times online veröffentlichte, zuversichtlich: „Fortschritte bei der Vereinfachung der Zollkontrollen, neue Infrastrukturen im französischen Hafen von Calais und der Plan Großbritanniens, 87 % der Einfuhren zollfrei zu machen, würden dazu beitragen, den Schlag zu mildern“. Laut Mark Carney, Gouverneur der Bank of England, der vor dem Treasury Select Committee im House of  Commons sprach, würde der Brexit im schlimmsten Fall der britischen Wirtschaft weniger schweren Schaden zufügen als bisher angenommen. Man schätze aber im Hinblick auf das Austrittsdatum am 31. Oktober, dass die Wirtschaft im Falle eines chaotischen Brexits, der „mit einem Grenzchaos und einer Flucht vor britischen Vermögenswerten einhergeht“, um 5,5 % schrumpfen werde. In einer Reihe von Szenarien, die im November veröffentlicht wurden, war noch von  8-prozentigen Einbußen die Rede. Carney wiederholte seine Forderung nach einem Übergangsabkommen, um die Brexit-Folgen für die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt abzumildern.

hs

Health Food von der Milch-Seidenstraße

„Südostasien ist die Region in der Welt mit der höchsten Rate beim Wirtschaftswachstum und mit einem fast unbegrenzten Potenzial – ganz besonders im Hinblick auf die Entwicklung der Milchindustrie", sagte Yipeng Zhang, Vice President der Yili Group.  Yili werde seine Investitionen zukünftig diversifizieren und dort gesunde Produkte und Konzepte einführen. Nach einer Meldung des Presseportals ots/PRNewswire habe Yili auch festgestellt, dass die Versorgung mit Joghurt in Südostasien durch die hohen Kosten der Kühlkettenlogistik und Probleme bei der Rohmilchversorgung eingeschränkt ist.  Zur Bekämpfung von Problemen nutzt Yili eine einzigartige Milchsäurebakterienart, die von der Landwirtschaftlichen Universität Athen für die Markteinführung ihres Joghurts Ambrosial entwickelt wurde. In Kombination mit Yilis  Herstellungs- und Verpackungstechnologie entstand so der erste in PET-Flaschen abgefüllte Joghurt, der bei Raumtemperatur haltbar ist. Darüber hinaus sei  der Proteingehalt laut dem Yili Innovation Center um 35 % höher als bei durchschnittlichen Joghurtprodukten. Vor kurzem brachte die Yili Group ihr erstes Mokka-Eis, ein Produkt der Marke Joyday,  in Indonesien auf den Markt. Eine Yili-Marktstudie hatte ergeben, dass erschwingliche Produkte mit starkem Aroma in kleinen Portionsgrößen bei indonesischen Verbrauchern die höchste Akzeptanz haben. Yili  hat in Europa das Yili European Innovation Center gegründet. In Nordamerika gründete Yili das „SINO-U.S. Food Wisdom Valley“. In Ozeanien investierte Yili 437 Mio. USD in den Aufbau der „Yili Group Oceania Production Base“, eine der umfassendsten integrierten Produktionsstätten für Milchprodukte der Welt, in der die Produktion, Verarbeitung, F&E sowie Verpackung vereinigt sind. Derzeit rangiert Yili auf Platz eins der 2018 Rabobank „Global Dairy Top 20“ in Asien.    

hs

Indonesien: Strafzölle auf Milch aus der EU

„Indonesien hebt ab September 2019 Importzölle auf Milchprodukte aus der Europäischen Union auf 20 bis 25 % an. Bisher liegen sie im einstelligen Bereich.“ Das meldet GTAI in einem Bericht von Frank Malerius am 12. August 2019. Es wird angenommen, dass „vor allem Milchimporte aus Deutschland und Frankreich zurückgedrängt werden sollen“.

Knapp 40 % aller Nahrungsmittellieferungen von Deutschland nach Indonesien bestehen aus Milchprodukten. Wie GTAI ausführt, hatten diese laut  Destatis  2018 einen Lieferwert von 36 Millionen US-Dollar. Derzeit wären 26 deutsche Unternehmen von den Sonderzöllen betroffen. Sie liefern vor allem Milchpulver. Indonesien ist stark vom Import bei fast allen Grundnahrungsmitteln abhängig. Im Jahr 2018 wurden Milchprodukte im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar eingeführt – das entspricht 6,4 % aller Nahrungsmitteleinfuhren. Die Ankündigung, Importzölle auf Milchprodukte aus der EU zu erheben, resultiert aus  den EU-Antidumpingzöllen von 8 bis 18 % auf Biodiesel aus Indonesien. Diese würden umgehend verhängt, aber bis Dezember 2019 auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft. Zwischen der EU und Indonesien schwelt ein Streit um Lieferungen von aus Palmöl gewonnenem Biodiesel. Indonesien war vorgeworfen worden, „den Export von Biodiesel mit staatlichen Hilfen unerlaubt zu subventionieren“. Wie der GTAI-Report weiter ausführt, betrachte man als „größte Gefahr“, dass sich der Handelsstreit mit der EU, wie von indonesischer Seite angedroht, auf andere Branchen ausweite. In vielen Technologiebereichen – so die Befürchtung – könnten dann Südkorea oder China als Lieferanten einspringen. Die indonesische Regierung habe verlauten lassen, dass „der Handel mit der EU zugunsten anderer Länder erschwert“ werden solle.  Ein Viertel aller Importe Indonesiens kommt mittlerweile aus China. Zudem sieht sich Indonesien, weltgrößter Produzent von Palmöl,  seit langer Zeit  Kritik von Europa an dem zumeist mit Urwaldrodung verbundenem Palmölanbau ausgesetzt, der laut indonesischem Statistikamt auf 14,3 Millionen Hektar erfolgt. 8,5 Millionen entfallen auf Plantagen, 5,8 Millionen auf Kleinbauern. Das entspricht zusammen etwa der gemeinsamen Fläche von Bayern, Baden-Württemberg und NRW. Schätzungsweise 15 % der Palmöllieferungen gehen in die EU, der größte Teil des Palmöls wird zu Speiseöl. Neben Biodiesel kommt das Palmöl in Nahrungsmitteln, Kosmetika und Medikamenten zum Einsatz.

Weitere Informationen

 http://www.gtai.de/indonesien

 http://www.gtai.de/asien-pazifik

hs