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Fonterra bietet A2-Milch in Neuseeland an

Die neuseeländische Molkereigenossenschaft Fonterra wird ab dieser Woche erstmals A2-Frischmilch unter dem Dach ihrer Marke Anchor im Heimatland vermarkten. Konsumenten werden das Produkt mit der ursprünglichen Variante des Milcheiweißes Beta-Kasein zunächst in Supermärkten der Ketten Pak'n Save und New World auf der Nordinsel Neuseelands kaufen können. Bis Oktober sollen weitere Vertriebspartner hinzukommen und die A2-Anchor-Milch auch auf der Südinsel erhältlich sein. Günstig wird die auch als „Urmilch“ bezeichnete A2-Variante allerdings nicht sein. Laut Medienberichten soll der Preis für die 2-l-Flasche bei 6,38 NZ$ (3,70 Euro) liegen; für die 1-l-Packung werden 3,99 NZ$ (2,32 Euro) verlangt. Das entspricht einem Aufschlag von jeweils fast 40 % auf die normale A1-Markenmilch namens Anchor Blue. Möglich macht das neue Angebot die im Februar 2018 beschlossene strategische Zusammenarbeit mit der spezialisierten a2 Milk Company, die unter anderem eine Lizenz zum Vertrieb von A2-Milch durch Fonterra und den gemeinsamen Aufbau von entsprechend genetisch veranlagten Milchviehherden beinhaltet. Die Produktion von Milch vom Typ A1 oder A2 hängt von der Genetik einer Kuh ab. Der Unterschied zwischen beiden Varianten liegt in der Zusammensetzung der Aminosäuren im Beta-Kasein, wobei die A2-Milch eine ursprüngliche Variante enthält, was die Milch besser verdaulich machen soll. Vor allem Kühe der Rassen Jersey und Guernsey geben A2-Milch. Experten gehen davon aus, dass insbesondere der Anteil von A2-Jersey-Kühen in der neuseeländischen Milchviehherde zunehmen wird, wenn die Nachfrage nach dieser Milch auch international weiter wächst. In Deutschland hatte kürzlich die Handelskette Kaufland angekündigt, in 230 Filialen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen A2-Milch zu verkaufen. Die Weidemilch kommt von der Milch-Manufaktur Taubentaler Hof in Kall-Keldenich in der Eifel. Die pasteurisierte, nicht homogenisierte Milch wird laut Pressemeldung in pfandfreien 1-l-Flaschen für 1,79 Euro angeboten.

Umrechnungskurs 1NZ$ = 0,5803 Euro

Fonterra-Vorsitzender Wilson zurückgetreten

er Vorstandsvorsitzende des neuseeländischen Molkereikonzern Fonterra, John Wilson, ist aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurückgetreten. Wie der weltweit größte Exporteur von Milchprodukten Ende Juli mitteilte, musste sich Wilson im vergangenen Monat einer größeren Operation unterziehen, von der er sich nun erholen müsse und die laufende Nachbehandlungen erfordere. Zum Nachfolger von Wilson wurde das Vorstandsmitglied John Monaghan gewählt. Der neue Vorsitzende der Molkereigenossenschaft wuchs nach Unternehmensangaben auf einem Milchviehbetrieb auf und gehört dem Vorstand von Fonterra seit 2008 an. Er habe dabei eine führende Rolle als Vertreter von Fonterras Interessen bei Kunden sowie in globalen Handelsfragen übernommen und verfüge über gute nationale und internationale Netzwerke mit wichtigen Stakeholdern. Monaghan sei auch eng in die Suche eines neuen Fonterra-Geschäftsführers eingebunden und werde diesen Prozess unter Einbindung des Vorstandes nun leiten, teilte das Unternehmen mit. Ende März 2018 hatte Fonterra angekündigt, dass Hauptgeschäftsführer Theo Spierings bis Jahresende das Unternehmen verlassen werde. Vorangegangen war ein Verlust von mehr als 200 Mio Euro in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18, unter anderem wegen Schadensersatzzahlungen an Danone und einer Wertberichtigung beim kränkelnden chinesischen Milchproduktehersteller Beingmate. Zu seinem Rücktritt äußerte Wilson, dass er sich von der Operation erholt habe, nun aber fortlaufende Behandlungen benötige. „Als Vorsitzender weiter zu arbeiten, wenn ich meine volle Energie und Aufmerksamkeit nicht in die Position einbringen kann, ist nicht angemessen", so der scheidende Vorstandschef. Es sei ein Privileg gewesen, in dieser großartigen Kooperative als Vorsitzender den Genossenschaftsmitgliedern zu dienen. Die Entscheidung zurückzutreten sei schwierig gewesen, aber letztendlich im besten Interesse von Fonterra. AgE

Gewinne der Genossenschaftsmolkerei Sodiaal um fast ein Drittel gesunken

Die französische Genossenschaftsmolkerei Sodiaal hat 2017 bei einem konsolidierten Umsatz von 5,1 Mrd Euro einen Überschuss in Höhe von 16,7 Mio Euro erwirtschaftet. Das gab das Unternehmen bei der Vorstellung der Jahresbilanz im Rahmen der Generalversammlung bekannt. Gegenüber dem Vorjahr musste die Molkerei somit Einbußen von 7,3 Mio Euro oder etwa 30 % Ergebnisverschlechterungen beim Überschuss hinnehmen, wobei sich die Ergebnisverschlechterungen sehr unterschiedlich auf die Geschäftsbereiche verteilt hätten. Der Absatz von Käse habe sich sowohl mengen- als auch wertmäßig gut entwickelt und von hohen Fett- und Molkepreisen profitiert. Ebenfalls positiv sei die Entwicklung im Bereich der Spezialernährung wie etwa Säuglingsnahrung verlaufen. Das Zutatengeschäft hat der Genossenschaft zufolge dagegen die ungünstige Marktentwicklung bei Trockenprodukten zu spüren bekommen und zudem unter der verstärkten Konkurrenz gelitten. Die Verkäufe von Flüssigmilch, Butter und Sahne seien durch den stark rückläufigen Verbrauch von entrahmter H-Milch und der geringeren Verfügbarkeit von Milchfett belastet worden. Laut Sodiaal entsprach die erfasste Milchmenge 2017 mit 4,7 Mrd l nahezu dem Vorjahresniveau. Im Schnitt des vergangenen Jahres zahlte die Genossenschaft ihren Mitgliedern 34,2 Cent pro Liter Rohmilch. Sodiaal ist eigenen Angaben zufolge die führende französische Molkereigenossenschaft und mit mehr als 11 500 angeschlossenen Betrieben und mehr als 20 000 Mitgliedern die drittgrößte in Europa. An 70 Standorten in Frankreich sind insgesamt gut 9 100 Mitarbeiter beschäftigt. AgE

Neustrukturierte DMK Group erfolgreich

Deutschlands größte Genossenschaftsmolkerei, die DMK Group, sieht sich nach der Neuorganisation auf der Erfolgsspur. „Wir haben die DMK Group völlig neu strukturiert. Jetzt spüren wir die ersten positiven Effekte“, erklärte DMK-Chef Ingo Müller auf der Vertreterversammlung in Hannover. Das vergangene Jahr sei ein gutes gewesen, denn mit 36,29 Cent/l sei ein Milchpreis über dem Durchschnitt der deutschen Molkereien erwirtschaftet und ausgezahlt worden. Aktuell werde die Milch mit 32 Cent/l vergütet, und „für die nächsten Monate sehen wir den Auszahlungspreis positiv stabil“, berichtete Müller Nach Angaben der Molkerei stehen jedoch von den etwa 8 Mrd kg verarbeiteter Milch zum Ende 2018 rund 800 Mio kg in Kündigung. Bei knapp der Hälfte dieser Menge sei der Wegfall sicher. Die DMK brauche daher ein flexibleres Rohstoffmanagement und werde künftig Rohmilch aus drei Quellen beziehen. Vorrang habe dabei immer die Milch der Genossenschaftsmitglieder mit Abnahmegarantie. Zudem werde Rohmilch verarbeitet, die Kooperationspartner für Milchprodukte zur Eigenvermarktung anlieferten. Perspektivisch will die Molkerei auch Milch am Markt dazukaufen. „Mit diesen drei Quellen können wir flexibel auf unterschiedliche Markt- und Unternehmenssituationen reagieren. Wir können unsere Werke passgenau auslasten und unsere Wertschöpfung erhöhen“, betonte Müller. Der DMK-Chef bestätigte auf der Vertreterversammlung die bereits im März veröffentlichten Geschäftszahlen, nach denen der Umsatz 2017 gegenüber dem Vorjahr um 12,6 % auf 5,8 Mrd Euro zugelegt und sich der Konzernjahresüberschuss auf 29,6 Mio Euro mehr als verdoppelt hat. Zudem habe es die DMK innerhalb von 18 Monaten geschafft, mit 2,3 Mrd kg zum größten Lieferanten von gentechnikfrei erzeugter Milch in Europa aufzusteigen. Laut Müller wird das Programm zur Neuorganisation der Molkerei Ende Juni vollständig umgesetzt sein. Er kündigte jedoch an, „in Bewegung zu bleiben“, da auf einem höchst volatilen Markt agiert werde. Die Vorstellung von Ruhe und einem „jetzt bleibt alles, wie es ist“, sei daher grundsätzlich utopisch. AgE

Starbucks baut strategische Partnerschaft mit Arla Foods aus

Nach sieben Jahren Zusammenarbeit hat der auf Kaffeeprodukte spezialisierte US-Konzern Starbucks ein neues Lizenzabkommen mit der europäischen Molkereigenossenschaft Arla Foods geschlossen. Beide Unternehmen haben am vergangenen Donnerstag (7.6.) eine langfristige, strategische Vereinbarung mit einer Laufzeit von 21 Jahren unterzeichnet. Sie umfasst die Lizenz für Arla Foods zur weiteren Herstellung, zum Vertrieb und zur Vermarktung von fertigen Starbucks Premium-Kaffee-Milchmischgetränken in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA). Weitere Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht bekanntgegeben. Bereits im Jahr 2010 hatte Starbucks Arla Foods als Lizenzpartner für die Herstellung, den Vertrieb und die Vermarktung seiner Kaffee-Fertiggetränke auf Milchbasis für Supermärkte und Convenience Stores in der gesamten EMEA-Region gewählt. Seitdem hat Arla Foods nach eigenen Angaben in 38 Ländern Starbucks-Getränke erfolgreich auf den Markt gebracht. Zukünftig erwartet das Molkereiunternehmen einen Absatz von mehr als 110 Millionen Stück pro Jahr. Das Geschäft in Deutschland habe im Jahr 2010 bei gut 10 Millionen verkauften Einheiten gelegen. In der Bundesrepublik hätten die Starbucks-Produkte in den vergangenen drei Jahren mit einem Wachstum von rund 33 % zu einem starken Treiber im Arla-Markengeschäft gehört. Die leitende Vizepräsidentin und Marketingchefin bei der Molkereigenossenschaft, Hanne Søndergaard, verwies auf die Strategie „Good Growth 2020“ ihres Unternehmens, die unter anderem vorsehe, das große Potential bei Getränken auf Milchbasis auszuschöpfen. „Unser Ziel ist es, im Jahr 2020 ein führender Anbieter von Milchgetränken in Nordeuropa, dem Nahen Osten, Asien und Nordafrika zu sein“, betonte Søndergaard. Das neue strategische Lizenzabkommen mit Starbucks sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, dieses Ziel zu erreichen. AgE

Arla Foods kündigt Werkschließungen und Entlassungen an

Die Geschäftsführung des dänischen Molkereiriesen Arla Foods will im Zuge ihres Kostensenkungsprogrammes „Calcium“ rund 350 Mitarbeiter  inmehrerenGeschäftsbereichen an unterschiedlichen Standorten entlassen und die Käseproduktion in Großbritannien effizienter gestalten. Wie der genossenschaftliche Konzern am Dienstag vergangener Woche (29.5.) mitteilte, soll dies zunächst schätzungsweise 195 Stellen in globalen Bereichen wie Finanzierung, Recht und EDV, Konzernstrategie, Mitgliederbetreuung, Personalmanagement und CorporateAffairs betreffen. Dabei gehe es vorwiegend um Arbeitsplätze in der Unternehmenszentrale im dänischen Aarhus, aber auch um einige Verwaltungspositionen in anderen europäischen Niederlassungen. Außerdems chlägt die Arla-Geschäftsführung vor, die Cheddarproduktion des Unternehmens in Großbritannien bis Ende 2018 zu „optimieren“, wobei die aktuellen Überkapazitäten in der Erzeugung und im Versand abgebaut werden sollen. Zu diesem Zweck wird erwogen, die Produktion am walisischen Standort Llandyrnog zu beenden und die betreffenden Mengen künftig in den Werken im englischen Taw Valley und im schottischen Lockerbie herzustellen. Außerdem könnten alle Verpackungslinien am englischen Standort in Oswestry  zusammengefasst werden, um die kleinerenVersandbetriebe in Lockerbie und im englischen Malpas zu schließen. Durch diese Konsolidierung würden in Großbritannien 154 Arbeitsplätze eingespart. Das Arla-Programm „Calcium“ wurde
Anfang 2018 gestartet und soll bis Ende 2020 zu einer Kostensenkung von insgesamt rund 400 Mio Euro führen. Damit wird nach Angaben der Konzernführung das Ziel verfolgt, die Erträge der landwirtschaftlichen Genossenschaftler zu erhöhen und einen wettbewerbsfähigen Milchpreis sicherzustellen. Außerdem soll der so generierte Gewinn in wachstumsorientierte Geschäftsfelder investiert werden.

Unterdessen konnte Arla Foods den Umsatz mit Biomilchprodukten auf dem heimischen Markt im vergangenen Jahr kräftig steigern. Unternehmensangaben zufolge erhöhte sich der Umsatz mit Produkten aus ökologischer Herstellung im Vergleich zu 2016 um 10% auf umgerechnet 132,8 Mio Euro. Dazu beigetragen hätten sowohl etablierte Marken von Ökomilch und -joghurt als auch neu am Markt eingeführte Produkte. Laut des Arla-Landesdirektors für Dänemark, Jacob Knudsen, machen die Verkäufe der Biosparte inzwischen 17 % des jährlichen Gesamtumsatzes aus. Nach Einschätzung der Konzernführung ist damit das Ende der Fahnenstange aber noch lange nicht erreicht: Bis 2020 soll der Anteil der Ökoprodukte ein Viertel des dänischen Umsatzes ausmachen. Dafür müsste der Absatz imVergleich zu 2017 uminsgesamt 50% gesteigertw erden. Knudsen setzt dabei auf eine konsequente Erweiterung des Angebots und einen stärkeren Fokus auf das Markengeschäft bei Bioprodukten.Während im vergangenen Jahr 14 neue Ökoprodukte auf den Markt gebracht worden seien, plane der Konzern dieses Jahr weitere 18 „Ökostarts“, berichtete der Arla-Landesdirektor. AgE

FrieslandCampina will Milchmengenwachstum begrenzen

Der niederländische Milchkonzern FrieslandCampina hat seinen genossenschaftlichen Mitgliedern vorgeschlagen, eine Vereinbarung über das künftige Wachstum der Milchproduktion zu treffen. Wie das Unternehmen zu Beginn der vergangenen Woche erklärte, könnte man sich dazu ab dem 1. Januar 2019 am Marktwachstum für Basismolkereiprodukte orientieren. Das Milchgeld für die über die vereinbarte Menge hinausgehende Produktion könnte mit einem Abzug von 10 Cent/kg belastet werden. Die Grundlage des Milchpreises würde dabei weiterhin der FrieslandCampina-Milchpreis sein, hieß es. Außerdem schlug das Unternehmen den Genossenschaftsmitgliedern die Einführung eines zertifizierten Milchprodukte-Spitzensortiments vor. Dabei könnte ein besonderes Augenmerk auf Erzeugnisse mit niedriger CO2-Äquivalenz und hohen Punktzahlen für das Tierwohl und die Biodiversität gelegt werden. Die Milch für diese Vermarktungsschiene könnte dann höher vergütet werden. Schon jetzt würden die „nachhaltigen“ Milchströme weiter ausgebaut. Die ersten Erzeugnisse aus dem Spitzensortiment sollen 2019 im Supermarkt erhältlich sein.

Unterdessen trafen die Ideen der Konzernführung von FrieslandCampina beim niederländischen Bauernverband (LTO) und dem Milcherzeugerverband (NMV) jedoch auf Zurückhaltung. Wie die Fachzeitschrift „Boerderij“ berichtete, verwies ein LTO-Vertreter darauf, dass die Landwirte ihre Meinungen direkt bei den anstehenden Mitgliederversammlungen der Genossenschaft äußern könnten. Der NMV gab zu bedenken, dass es kein unbegrenztes Produktionswachstum geben könne. Derweil lobte der Rabobank-Verantwortliche für die Landwirtschaft, Ruud Huirne, den nachfrageorientierten Ansatz von FrieslandCampina. „Es ist besser, das was man hat, gut verkaufen zu können als es gut verkaufen zu wollen“, stellte er fest. Den Landwirten empfahl er, genau durchzurechnen, was sie bei einer Ausdehnung ihrer Milchproduktion zusätzlich verdienen würden. AgE

TetraPak vorerst gegen recyceltes Plastik in Getränkeverpackungen

TetraPak, der weltweit tätige Anbieter von Verarbeitungs- und Verpackungslösungen im Nahrungsmittelbereich mit Sitz in Schweden, will vorerst kein wiederverwertetes Plastik als Innenverkleidung von Lebensmittelverpackungen einsetzen, insbesondere bei Getränken. Das Unternehmen begründete seine Entscheidung mit Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit. Bei den Innenverkleidungen handele es sich um den empfindlichsten Teil der Verpackung, der mit den Getränken in Berührung komme. TetraPak-Geschäftsführer Dennis Jönsson machte deutlich, dass es derzeit noch keine lebensmitteltauglichen recycelten Plastikarten gebe, die in Getränkeverpackungen verwendet werden könnten. Dies könnte sich allerdings im Rahmen der in diesem Jahr anstehenden EU-Gesetzesvorschläge zu dieser Thematik ändern. Jönsson wies darauf hin, dass sein Unternehmen mit der EU-Kommission bei der Entwicklung neuer Standards in diesem Bereich zusammenarbeiten werde. Im Januar dieses Jahres hatte die Europäische Kommission ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung von Kunststoffabfällen angekündigt. Demzufolge sollen alle Kunststoffverpackungen ab dem Jahr 2030 recyclingfähig sein; gleichzeitig soll der Verbrauch von Einwegverpackungen reduziert werden. Außerdem will die EU-Behörde die Verwendung von Mikroplastik beschränken und Innovationen in diesem Segment stärken. AgE

ProSieben-Tochter steigt bei ProLupin ein

Die Tochtergesellschaft 7Life der ProSiebenSat.1 Group hat eine Minderheitsbeteiligung am ostdeutschen Milchalternativen-Hersteller ProLupin erworben. Wie das Unternehmen in Grimmen Mitte März mitteilte, erhält es durch die Kooperation Zugang zu den TV-Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe und verspricht sich davon, den Bekanntheitsgrad der eigenen Marke „Made with Luve“ steigern zu können. Seit dem 1. März werde bereits der erste von drei TV-Spots in Deutschland und Österreich ausgestrahlt, erklärte ProLupin. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart; das Gewähren von Werbezeit ist laut Branchenbeobachtern für die ProSiebenSat.1 Group typisch. Die Prolupin GmbH wurde 2010 als Ausgliederung der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet. Für das dort entwickelte und patentierte Verfahren zur Eiweißgewinnung aus Lupinen für die Lebensmittelherstellung hat das Unternehmen im Jahr 2014 gemeinsam mit Forschern der Fraunhofer-Gesellschaft den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten erhalten. Das Produktportfolio der ProLupin-Marke „Made with Luve“ umfasst laut Unternehmensbericht mehr als 20 rein pflanzliche Alternativen zu Joghurt, Desserts, Frischkäse, Milch und Eis. Von der Zusammenarbeit mit 7Life erhofft sich das Unternehmen eine „langfristige, nachhaltige Markenpflege mit kontinuierlicher TV-Präsenz“. Das erhöhe die Planungssicherheit für Vermarktungsaktivitäten und stütze den Absatz. Ergänzend zu den Fernsehspots seien weitere Werbemaßnahmen geplant. 7Life bündelt die Investmentaktivitäten der Mediengruppe in den Bereichen Lebensmittel und Gesundheit. AgE

Fonterra verkauft Milchpulver in Bangladesch

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat sein Absatzgebiet in Südasien erweitert. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde mit ACI Agrolink Limited eine Vereinbarung zum Vertrieb des Vollmilchpulvers der eigenen Marke Anchor in Bangladesch unterzeichnet. Das Abkommen sei Teil der laufenden Bemühungen, in wichtigen Überseemärkten Marktanteile zu gewinnen und dort zur gesunden Milchernährung beizutragen. Die Bevölkerung Bangladeschs ist dem Molkereikonzern zufolge in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 10 % auf über 160 Millionen Menschen gewachsen, was rund 2 % der Weltbevölkerung entspricht. Als Folge des starken Wirtschaftswachstums suchten die Verbraucher dort nach erschwinglichen und gesunden Ernährungsgütern, wie hochwertige Milchprodukte. Fonterra-Manager Sunil Sethi betonte, dass die Marke Anchor gut positioniert sei, um das Wachstum anzukurbeln und gleichzeitig das Wohlergehen der Bangladescher zu verbessern. Das Produkt „Anchor Full Cream Milk Powder“ enthalte mehr als 23 wichtige Nährstoffe, darunter Proteine, Kalzium, Vitamine oder Mineralstoffe und unterstütze so das Wachstum, den Energiehaushalt und die Immunität der Konsumenten. AgE

Arla gibt Einblicke in Herstellung und Produkte

Einblicke in eine moderne und nachhaltige Milchwirtschaft gibt die europäische Milchgenossenschaft Arla Foods ihren Besuchern auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) vom 19. bis 28. Januar in Berlin. So stehen beispielsweise Landwirte, die Arla-Mitglied sind, für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Außerdem sollen die Gäste Produkte aus dem Sortiment, von Biomilch bis Skyr, probieren können. „Zukünftig wollen wir noch intensiver in den Dialog mit Verbrauchern treten und sie von unserer Qualität überzeugen“, kündigte der Deutschland-Chef von Arla, Winfried Meier, an. Die IGW biete dafür die ideale Plattform und bilde einen guten Auftakt für ein neues Jahr, in dem zahlreiche neue Produkte auf die Einführung warteten und besonders die Marke Arla Bio weiterentwickelt werden solle. Dass man als Genossenschaft Verantwortung „vom Bauernhof bis ins Kühlregal“ übernehme“, wolle man im Austausch mit den Konsumenten sichtbar machen. AgE

Norwegische Lebensmittelbranche fördert bewussten Umgang mit dem Verfallsdatum

Die norwegische Lebensmittelbranche vollzieht einen Kurswechsel bei der Ausweisung des Haltbarkeitsdatums. Eigenen Angaben zufolge will die führende Molkerei Tine das Verfallsdatum „Mindestens haltbar bis…“ auf ihren Produkten um den Hinweis „Danach aber nicht schlecht“ ergänzen. Damit schließt sich das Unternehmen der Q-Molkerei und dem Eier- und Geflügelanbieter Prior an, die eine entsprechende Kennzeichnung bereits eingeführt haben. Ziel ist nach ihrer Darstellung, den Verbrauchern klar zu machen, dass ein Molkereiprodukt nicht mit dem Ablaufdatum in den Müll gehört, sondern durchaus noch zum Verzehr geeignet sein kann. Tine plant zunächst die Änderung der Haltbarkeitshinweise auf Milch, Sauermilch, Sahne, Joghurt und Schulmilch. Im weiteren Jahresverlauf sollen sämtliche Erzeugnisse mit dem Hinweis „Danach aber nicht schlecht“ versehen werden. Die Entscheidung der Großmolkerei wird auch von den Wettbewerbern begrüßt. Der Vorstandschef der Q-Molkerei, Bent Myrdal, wies darauf hin, dass der nachhaltige Umgang mit Lebensmitteln eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und alle ein gemeinsames Interesse an der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung teilten. Daher sei es sehr positiv, dass nun alle zusammen mit der gleichen Kennzeichnung auf ihren Produkten ein Zeichen für den bewussten Konsum setzten. AgE

Emmi erhöht Beteiligung an Centrale Laitière de Mahdia

Kaiku, die Emmi Tochter in San Sebastián, Spanien, erhöht ihre Beteiligung an der Centrale Laitière de Mahdia SA («Vitalait») in Mahdia, Tunesien, von 45.4 % auf 54.7 %. Emmi, die 73.4 % der Aktien von Kaiku hält, wird folglich neu zu 40.2 % an der Centrale Laitière de Mahdia SA beteiligt sein. 2021 wird die Beteiligung in einem zweiten Schritt um weitere 9.34 % erhöht.
Die Stärkung der internationalen Präsenz ist Teil der Strategie von Emmi. Als viertgrösster Auslandmarkt von Emmi spielt Tunesien dabei eine wichtige Rolle.
Emmi ist seit 2006 an der Kaiku-Gruppe beteiligt, die wiederum seit 2012 eine Beteiligung an der Centrale Laitière de Mahdia SA («Vitalait») hält. Das tunesische Unternehmen vertreibt seine Produkte unter der Marke Vitalait. Weitere wichtige Märkte von Kaiku sind der Heimmarkt Spanien und Chile.
Emmi und die übrigen Aktionäre von Kaiku haben entschieden, ihre Beteiligung an Vitalait in zwei Schritten von je 9.34 % von 45.4 % auf zuerst 54.7 % und danach auf 64.0 % zu erhöhen. Emmi, die 73.4 % der Aktien von Kaiku hält, wird mit Vollzug des ersten Schritts zu 40.2 % an Vitalait beteiligt sein. Mit dem zweiten Schritt, der im ersten Halbjahr 2021 erfolgen wird, beträgt der Anteil von Emmi dann 47.1 %.
Vitalait ist die Nummer 2 im Bereich von Milchprodukten in Tunesien. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und hat sein Produktportfolio deutlich verbessert. Heute stellt es neben Trinkmilch auch Jogurt, Jogurtdrinks und Desserts her.
Die Beteiligungserhöhung bekräftigt das Engagement von Emmi und Kaiku im wachsenden tunesischen Markt. Die Transaktionen haben keinen Einfluss auf den Umsatz und EBIT von Emmi, da die Gesellschaft bereits voll konsolidiert ist.
Über den Kaufpreis und weitere Vertragsmodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion ist vorbehältlich der Zustimmung der tunesischen Aufsichtsbehörden.

Finnische Molkerei Valio zahlt Tierwohl-Bonus

Die führende finnische Molkerei Valio zahlt ab sofort einen Bonus für eine „verantwortungsvolle Milcherzeugung“. Eigenen Angaben zufolge schlägt das Unternehmen seit dem 1. Januar einen zusätzlichen Cent pro Liter Milch auf, wenn die Landwirte besondere Voraussetzungen beim Tierschutz erfüllen. Diese betreffen beispielsweise die regelmäßige Überprüfung von Tierwohlindikatoren durch einen Tierarzt, ein spezielles Monitoring der Hufgesundheit sowie eine garantiert schmerzfreie Enthornung von Kälbern. Laut den Valio-Richtlinien für eine „verantwortungsvolle Milcherzeugung“ müssen neu gebaute Milchviehställe außerdem einen ganzjährigen Auslauf zulassen. Aktuell soll dies bereits für etwa 55 % der Ställe gelten. Beim Futter wird zudem der Verzicht auf Importsoja und gentechnisch veränderte Organismen (GVO) verlangt. Das neue Tierwohl-Programm von Valio stößt bei den finnischen Milcherzeugern offenbar auf großes Interesse. Wie das Unternehmen bekanntgab, hatten sich bis Anfang dieses Monats bereits 4 600 von insgesamt 5 800 Lieferanten nach den Kriterien zertifizieren lassen, womit sie einen Anspruch auf die Bonuszahlung erwirkten. Bis 2020 sollen alle Milcherzeuger am Programm teilnehmen. AgE

DMK Group und Arla Foods kooperieren bei Mozzarella-Produktion

Der dänische Molkereikonzern Arla Foods und die deutsche DMK Group haben einen Vertrag über die Lohnfertigung von Mozzarella unterzeichnet und damit auf die nach eigener Einschätzung vielversprechenden Marktperspektiven für dieses Produkt reagiert. Wie die DMK Group Ende Dezember mitteilte, sollen demnach in Nordhackstedt jährlich 35 000 t Mozzarella für Arla produziert werden. Die aktuelle Produktionskapazität liege bei rund 70 000 t Käse, wovon die Hälfte bereits für Mozzarella verwendet werde. Allerdings sollen bis Ende 2018 rund 15 Mio Euro investiert werden, um die gesamten Kapazitäten am Standort auf Mozzarella auszurichten. Danach werde die Auftragsproduktion für Arla starten, die dazu jährlich 300 Mio kg bis 350 Mio kg Milch beisteuern werde. Die Unternehmen begründeten ihre Zusammenarbeit mit der gestiegenen Nachfrage des Foodservice und der Industriekunden nach Mozzarella. Für 2022 prognostizieren die Konzerne ein europäisches Marktvolumen für dieses Produkt von 720 000 t; das wären schätzungsweise 120 000 t mehr als im laufenden Jahr. Laut DMK Group werde auch das gemeinsame Molkenverarbeitungsunternehmen ArNoCo von der geplanten Kooperation profitieren, denn mit der angepeilten deutlichen Steigerung der Mozzarellaproduktion werde ein Anstieg der Zulieferung von Molke an das Joint Venture einhergehen. Der Geschäftsführer der DMK Group, Ingo Müller, erklärte die Umgestaltung mit dem Ziel, effizienter produzieren zu können. „Daneben optimieren wir unser Portfolio hin zu Produkten mit einer höheren Wertschöpfung“, betonte Müller. Arla Foods-Chef Peder Tuborgh hob hervor, dass mit der neuen Vereinbarung der Mehrwert für die Milch der anliefernden Genossenschaftsmitglieder weiter gesteigert werde. AgE

Fonterra senkt seine Milchpreisprognose

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra reagiert auf die gesunkenen Preise am Weltmilchmarkt; er korrigierte seine Prognose für den Milcherzeugerpreis jetzt nach unten. Eine Mitschuld gibt er dafür der global wachsenden Milcherzeugung, zuletzt auch in der Europäischen Union. Wie das Unternehmen am vergangenen Donnerstag (7.12.) mitteilte, können die Milchbauern in der bis Ende Mai laufenden Saison 2017/18 nur noch mit einem Basispreis von 6,40 NZ$ (3,70 Euro) pro Kilogramm Milchfeststoff rechnen; zuvor waren den Erzeugern noch 6,75 NZ$ (3,91 Euro) in Aussicht gestellt worden. Anfang Dezember musste die Molkerei bereits ihre prognostizierte Gewinnausschüttung je Genossenschaftsanteil für das Geschäftsjahr 2017/18 um 10 NZ Cent (5,8 Cent) auf 35 NZ Cent (20,3 Cent) bis 45 NZ Cent (26,0 Cent) absenken, weil nach verlorenem Rechtsstreit eine Strafzahlung von 183 Mio NZ$ (106 Mio Euro) an Danone zu leisten ist. Fonterra-Vorsitzender John Wilson wies darauf hin, dass der Wert von Vollmilchpulver seit Anfang August um rund 10 % gefallen sei. Auch die Butter stehe unter Druck. Zwar sei die Nachfrage nach Milchprodukten in China, anderen Teilen Asiens und Lateinamerikas weiterhin stark, doch gebe es in vielen Teilen der Welt auch eine zunehmende Milcherzeugung. In der EU seien zudem noch hohe Interventionsbestände an Magermilchpulver gelagert. Die Prognose für die eigene Milchanlieferung korrigierte Wilson aufgrund zuletzt ungünstiger Witterungsverhältnisse gegenüber der Oktobereinschätzung um 1 % nach unten. Demnach dürften in der Saison 2017/18 bei Fonterra rund 1,525 Mio t Milchfeststoff anfallen; das wäre ebenso viel wie 2016/17. Wie das Unternehmen außerdem mitteilte, ist der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18, das den Zeitraum August bis Oktober 2017 abdeckt, im Vergleich zur Vorjahresperiode um 4 % auf rund 4 Mrd NZ$ (2,3 Mrd Euro) gestiegen. Aufgrund niedriger Lagerbestände seien die Verkaufsmengen jedoch um 20 % gesunken und die Bruttomarge habe sich um 5,2 Prozentpunkte auf 16,7 % verschlechtert. AgE

Umrechnungskurs 1 NZ$ = 0,5787 Euro

FrieslandCampina rationalisiert in Nordrhein-Westfalen

FrieslandCampina, eines der größten Molkereiunternehmen der Welt, hat am vergangenen Donnerstag (23.11.) eine umfassende Neuorientierung am deutschen Markt angekündigt, um dort in drei Jahren wieder Gewinne zu erwirtschaften. Im Zentrum der strategischen Neuausrichtung stehen nach Angaben des Konzerns beträchtliche Investitionen in Kernmarken wie „Landliebe“, „Tuffi“ und „Frico“ sowie die Bündelung der kommerziellen Aktivitäten im Raum Düsseldorf. Vorgesehen ist außerdem die Schließung des Werks in Gütersloh Ende März 2019, wovon 231 Mitarbeiter betroffen wären. Begründet wird die Stilllegung mit Überkapazitäten im stark fragmentierten deutschen Markt und der seit Jahren verlustbringenden Produktion von Private Label Desserts, die den Löwenanteil des Volumens in Gütersloh ausmachen. Diese Kategorie werde eingestellt, während andere Produktionslinien in die Werke in Köln, Heilbronn und Maasdam in den Niederlanden verlagert würden. Laut dem Geschäftsführer von FrieslandCampina Germany, Jan Kruise, bleibt angesichts der fortbestehenden Verlustsituation „leider keine andere Wahl“. Außerdem kündigte Kruise an, dass die kommerziellen Geschäftsbereiche in Heilbronn und Köln mit insgesamt 74 Mitarbeitern im zweiten Quartal 2018 nach Düsseldorf umziehen und dort gebündelt werden sollen. Die Werke Heilbronn, Köln und Schefflenz seien hingegen nicht betroffen. AgE