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Milchlieferverträge werden in Australien Pflicht

Die im Mai wiedergewählte Mitte-Rechts-Koalition in Australien ist dabei, ein Wahlkampfversprechen einzulösen und die Stellung der Milcherzeuger im Vermarktungskanal zu stärken. Landwirtschaftsministerin Bridget McKenzie hat den Abschlussentwurf für einen „verpflichtenden Milchkodex“ veröffentlicht, der nun letztmals in einer vierwöchigen Konsultationsphase diskutiert und Anfang 2020 in Kraft treten soll. Dieser besteht aus neun Grundsätzen zur Verbesserung der Fairness und Transparenz zwischen Milchbauern und Verarbeitern und hat im Kern die Einführung von obligatorischen Milchlieferverträgen zum Inhalt. „Wir möchten sicherstellen, dass die gesamte Industrie die Möglichkeit hat, einen abschließenden Kommentar zum ausgearbeiteten verbindlichen Kodex abzugeben“, erklärte die Ministerin. Die Branchenvereinbarung habe Fortschritte gemacht und werde bald dazu beitragen, die vertraglichen Übereinkünfte zwischen Erzeugern und Milchverarbeitern zu verbessern. „Natürlich werden wir nicht alle Probleme, mit denen die Milchindustrie konfrontiert ist, durch den Kodex lösen“, schränkte McKenzie ein. Deshalb ergreife die Regierung weitere Maßnahmen, wie Zuschüsse zur Gründung von Genossenschaften oder für Investitionen in energieeffizientere Anlagen. Der Milch-Kodex sieht unter anderem vor, dass die Milchverarbeiter jährlich zum 1. Juni mindestens einen Standardmilchvertrag anbieten, auf dessen Grundlage die Milcherzeuger mit dem Unternehmen verhandeln können. Der Liefervertrag muss schriftlich erfolgen und für variabel wählbare Perioden Vereinbarungen über Liefermengen, Mindestpreise, Qualitäten und Servicegebühren enthalten. Diese dürfen nicht einseitig abgeändert werden; insbesondere sind rückwirkende Preissenkungen verboten. Untersagt sind zudem exklusive Liefervereinbarungen in Kombination mit zweistufigen Preisen. Wechselwillige Milcherzeuger dürfen nicht bestraft werden, etwa durch Einbehalt eines versprochenen Loyalitätsbonus. Sollte die Vertragslaufzeit mehr als ein Jahr betragen, müssen im Vertrag Regelungen über die Findung des Mindestpreises für die Anschlussperiode enthalten sein. Bei Streitigkeiten soll eine Schiedskommission eingeschaltet werden; zudem können Verstöße gegen den Kodex geahndet werden. AgE

Hohe Erwartungen im Landwirtschaftsministerium an Sektorstrategie Milch

Die hohen Erwartungen der Bundesregierung an die Sektorstrategie Milch 2030 hat der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Hermann Onko Aeikens, unterstrichen. „Die Sektorstrategie ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung der Branche“, erklärte Aeikens nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Verbandes der Deutschen Milchwirtschaft (VDM), Karsten Schmal, in Berlin. Die Milchindustrie benötige eine enge und schlagkräftige Zusammenarbeit in ihrer Wertschöpfungskette, um den zukünftigen Herausforderungen entschieden entgegenzutreten, erklärte Aeikens. Sowohl die Molkereien als auch die Milcherzeuger brauchten ein effizientes Risikomanagement, um die Krisenfestigkeit der Branche im Bereich der Preisschwankungen zu verbessern. Bei dem Treffen stellten die Arbeitsgruppen verschiedene Modelle zum Thema Lieferbeziehungen und Umgang mit Preisvolatilitäten für die Molkereien vor. Dem Staatssekretär zufolge muss letztendlich jede Molkerei betriebsindividuell prüfen, welches Modell für sie geeignet ist. Branchenvertreter arbeiten seit Monaten an einer Sektorstrategie. Bis Ende dieses Jahres will man ein Maßnahmenpaket für eine Strategie 2030 schnüren. Moderiert wird der Prozess vom früheren Abteilungsleiter im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Theodor Seegers. Die Federführung für die Strategie liegt in den Händen eines Lenkungsgremiums, dem insgesamt neun Arbeitsgruppen aus verschiedenen Handlungsfeldern zuarbeiten. In den Arbeitsgruppen sind alle bedeutenden Akteure des deutschen Milchsektors vertreten. Sprecher des Lenkungsgremiums ist VDM-Präsident Schmal. AgE

Geschützte geografische Angabe für rumänischen Schafmilchkäse

Der rumänische Schafmilchkäse „Telemea de Sibiu“ wird in das Register für geschützte geografische Angaben (g.g.A.) aufgenommen. Wie die Europäische Kommission in Brüssel mitteilte, wird das Produkt seit Jahrhunderten von den „Baci“, einer Bezeichnung für rumänische Hirten, nach einem manuellen Verfahren hergestellt. Der Frischkäse habe einen milden, leicht salzigen Geschmack, der je nach Verfeinerungsgrad intensiver und cremiger werden könne. Das Produkt sei mit dem griechischen Feta-Käse vergleichbar, allerdings mit etwas weicherer Konsistenz. Der Salzgehalt könne je nach Herstellungsart stark schwanken. Die Mutterschafe, deren Milch zur Herstellung der „Telemea de Sibiu“ verwendet wird, sollen laut Kommission den größten Teil des Jahres auf den Weiden verbringen und sich dort von Kräutern und anderen „aromatischen Pflanzen“ ernähren, die dem Käse seinen charakteristischen Geschmack verleihen. In der Herkunftsregion in Zentralrumänien würden jedes Jahr eine große Anzahl von Festen und Volksfesten im Zusammenhang mit der Schafzucht und Käseherstellung des „Telemea de Sibiu“ organisiert. Die neue Bezeichnung wird in die entsprechende Liste von mehr als 1 445 geschützten Produkten aufgenommen. AgE

Wirtschaftskrise schwächt argentinische Milchbranche

Ungünstige Witterungsbedingungen und die Wirtschaftskrise haben der argentinischen Milchwirtschaft in diesem Jahr stark zugesetzt. Wie der Agrarattaché des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums in Buenos Aires, Benjamin Boroughs, kürzlich berichtete, hat die Milcherzeugung im ersten Halbjahr 2019 unter sehr hohen Temperaturen gelitten und dürfte 2019 mit 10,65 Mio t um 1,8 % unter dem Vorjahresniveau bleiben. Zudem hätten es Kreditzinsen von 70 % infolge der Inflation und der Pesoabwertung den Erzeugern und Molkereien schwer gemacht, in ihre Betriebe zu investieren, erläuterte der Analyst. Aufgrund der geringeren Rohstoffverfügbarkeit wird die Herstellung von Milchprodukten ebenfalls sinken; bei Käse voraussichtlich um 2 % auf 435 000 t und bei Butter um 9 % auf 30 000 t. Betroffen ist mit einem Erzeugungsrückgang von voraussichtlich 8 % auf 177 000 t auch das Hauptexportprodukt Vollmilchpulver. Das USDA geht davon aus, dass die diesjährigen Ausfuhren für dieses Erzeugnis um 29 % auf 96 000 t sinken werden. Für den milchwirtschaftlichen Export Argentiniens insgesamt wird eine Abnahme um rund 12 % auf 202 000 t erwartet. In den vergangenen Jahren wurde jeweils rund ein Fünftel der produzierten Milchwaren ins Ausland verkauft; 80 % waren für den heimischen Markt bestimmt. Doch auch hier klemmt es im laufenden Jahr gewaltig, denn die Verbraucherpreise für Molkereiprodukte lagen im August 2019 um 85 % über denen des Vorjahresmonats. Die Konsumenten haben aber wegen der Wirtschaftskrise real weniger Geld in der Tasche, was sich in spürbarer Kaufzurückhaltung bemerkbar macht. Die Haushaltseinkäufe von Milch sollen gegenüber 2018 um 7 % auf 1,65 Mio t zurückgehen; für Käse wird ein Minus von 4 % und für Butter von 19 % erwartet. Für das kommende Jahr ist das USDA hingegen optimistischer und geht bei unterstellt besseren Witterungsbedingungen von einer Produktionssteigerung um gut 2 % auf 10,9 Mio t Rohmilch aus. Durch das größere Angebot könnten auch die Verbraucherpreise wieder sinken und der heimische Konsum zunehmen. Vor der Präsidentenwahl hatte Präsident Mauricio Macri die Mehrwertsteuer auf Milch und Joghurt gesenkt, um den Konsum erschwinglicher zu machen. Ob dies unter dem linken Wahlsieger Alberto Fernández so bleibt und welche Politik, beispielsweise bei den im Moment noch erhobenen Exportsteuern, erfolgen wird, ist offen. AgE

Danone pessimistischer für 2019

Der französische Molkereikonzern Danone hat seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr trotz zuletzt gestiegener Erlöse nach unten korrigiert. Das Management geht in seinem veröffentlichten Bericht für das dritte Quartal mit Blick auf das Gesamtjahr nur noch von einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 2,5 % bis 3 % aus; zuvor war noch mit 3 % gerechnet worden. Die Prognose für die bereinigte operative Marge wurde aber bei mehr als 15 % belassen. Für Juli bis September 2019 berichtete das Unternehmen von einer Erlössteigerung im Vergleich zur Vorjahresperiode von 3,0 % auf insgesamt 6,418 Mrd Euro. Begründet wurde die positive Entwicklung vor allem mit Preiserhöhungen und einem verbesserten Produktmix. Allerdings ging die Verkaufsmenge um 1,6 % zurück. Laut Danone entwickelte sich im dritten Quartal vor allem das Geschäft mit Spezialnahrung positiv; im Vorjahresvergleich wurde hier ein Umsatzplus von 9,8 % auf 1,920 Mrd Euro registriert. Wachstumstreiber sei dabei die Babynahrung gewesen. Für China verzeichnete der Konzern in diesem Segment einen Erlösanstieg von mehr als 20 %, womit ein Quartalsrekord erreicht wurde. Unterdessen legte das Geschäft mit Milchfrischprodukten und pflanzenbasierten Erzeugnissen wie Sojadrinks im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um lediglich 0,7 % auf 3,240 Mrd Euro zu. Dabei schrumpfte das Verkaufsvolumen um 2,7 %. Ein weiterer Schwachpunkt war das Wassergeschäft, wofür das Unternehmen ein Erlösminus von 0,9 % auf 1,258 Mrd Euro auswies. Vor allem in Europa sei die Nachfrage gesunken. AgE