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Online-Portal – alles rund um die Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Fonterra schreibt tiefrote Zahlen

Der neuseeländische Milchgigant Fonterra hat sich mit seinen Auslandsinvestitionen kräftig verspekuliert und wird im Geschäftsjahr 2018/19 noch höhere Verluste als im Vorjahr einfahren. Wie das genossenschaftliche Unternehmen mitteilte, wird erstmals in der Firmengeschichte auch keine Dividende für Anteilsscheine gezahlt. Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell kündigte auf der Basis noch vorläufiger Zahlen an, dass sich der Verlust im am 31. Juli beendeten Geschäftsjahr auf 590 Mio NZ$ (340 Mio Euro) bis 675 Mio NZ$ (389 Mio Euro) belaufen werde. 2017/18 war erstmals ein Defizit verzeichnet worden, es lag bei 196 Mio NZ$ (113 Mio Euro). Grund für die tiefroten Zahlen ist laut Hurrell, dass nach eingehenden Überprüfungen die Buchwerte von Unternehmen und Beteiligungen in China, Brasilien, Venezuela, Australien und Neuseeland nach unten korrigiert werden müssen. Die Wertberichtigungen werden sich auf bis zu 860 Mio NZ$ (495 Mio Euro) belaufen. Dazu gehören etwa das mit Nestlé betriebene brasilianische Gemeinschaftsunternehmen Dairy Partners America oder die selbst betriebenen Milchfarmen in China, deren Buchwert um jeweils rund 200 Mio NZ$ (115 Mio Euro) verringert werden müssen. „Wir sind sicher, dass Landwirte und Anteilseigner von diesen Abschreibungen zu Recht enttäuscht sein werden", erklärte Hurrell. Dies sei aber notwendig, um die Realität widerzuspiegeln. Er hob hervor, dass das operative Geschäft davon in keiner Weise beeinträchtigt sei. Der Cashflow sei nach wie vor hoch, die Verschuldung habe sich verringert und die Geschäftsentwicklung im Firmenjahr 2018/19 habe der jüngsten Gewinnprognose entsprochen, die nun aber durch die Wertberichtung zu einem Verlust je Anteilsschein von 0,37 NZ$ (21 Cent) bis 0,42 NZ$ (24 Cent) führe. Fonterra-Vorsitzender John Morgan erklärte, „die Nichtzahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2018/19 ist Teil unserer erklärten Absicht, die Schulden des Genossenschaftsunternehmens zu reduzieren, was im langfristigen Interesse aller Beteiligten liegt“. Der anvisierte Milchpreis für 2018/19 soll dem Unternehmen zufolge nicht gekürzt werden. AgE

Schwälbchen will Frischedienst weiter ausbauen

Die hessische Molkerei Schwälbchen will sich breiter aufstellen und sich zunehmend unabhängiger vom klassischen Milchgeschäft machen. Wie Unternehmenschef Günter Berz-List der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtete, soll dies vor allem über den florierenden Frischedienst geschehen, bei dem Großverbraucher wie Kantinen, Hotels und Gastronomen sowie Schulen, Kliniken und Mensen direkt beliefert werden. Dieser Geschäftsbereich erwirtschafte bereits mehr als die Hälfte des Gewinns in der Schwälbchen-Gruppe und werde weiter ausgebaut, erklärte Berz-List. Das Liefergebiet des Frischdienstes mit Standorten in Mainz und Ilsfeld erstrecke sich auf die größeren Zentren in Hessen, Rheinland-Pfalz bis nach Baden-Württemberg. Der Markt für die Lebensmittellieferung an Großkunden mit regionalen Produkten sei noch nicht so festgefahren wie im klassischen Einzelhandelsgeschäft mit Milch, Sahne und Joghurtprodukten. „Hier können wir noch punktuell wachsen“, so der Vorstand der börsennotierten Molkerei. Weder der Frischedienst noch die Molkerei konnten allerdings im ersten Halbjahr 2019 die Rückgänge beim Umsatz und Gewinn in der Schwälbchen-Gruppe verhindern. Berz-List geht nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zur sehr guten ersten Jahreshälfte 2018 beim Umsatz von einem Minus um 2,3 % auf rund 92 Mio Euro aus; der Gewinn nach Steuern ging von 1,8 Mio Euro auf 1,1 Mio Euro zurück. Weil der diesjährige Frühsommer weniger heiß als 2018 gewesen sei, sei die Nachfrage nach Frischprodukten und Mix-Getränken schwächer ausgefallen, erläuterte der Schwälbchenchef. Zudem habe die Milchverarbeitung im ersten Halbjahr abgenommen, und das Preisniveau habe unter dem des Vorjahreszeitraumes gelegen. Für das Gesamtjahr zeigte sich Berz-List aber verhalten optimistisch, wenn der Sommer mit einem Mix aus Wärme zu Gunsten der Produktnachfrage und ausreichenden Niederschlägen im Sinne der Landwirtschaft verlaufe. Das Rekordergebnis aus dem Vorjahr „werden wir aber nicht aufholen können“, räumte der Molkereimanager ein. Hessens größte Molkerei hatte 2018 bei einer Milchverarbeitung von 138 Mio kg einen Erlös von 186 Mio Euro generiert und einen Überschuss von mehr als 3 Mio Euro erzielt. AgE

Danone errichtet erste klimaneutrale Milchtrocknungsanlage

Der französische Molkereikonzern Danone wird in seinem neuseeländischen Werk in Balclutha die erste klimaneutrale Milchsprühtrocknungsanlage des Landes errichten. Wie das Unternehmen mitteilte, werden dafür rund 40 Mio NZ$ (23,7 Mio Euro) investiert, wovon allein 30 Mio NZ$ (17,8 Mio t) für einen Biomassekessel vorgesehen sind. Dieser soll mit Forstabfällen aus den umliegenden Wäldern betrieben werden. Die Anlage soll 2021 fertiggestellt sein und jährlich 20 000 t CO2 einsparen. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2050 ein klimaneutrales Unternehmen in allen Bereichen zu werden. Mit solchen Schlüsselinvestitionen machen wir einen Schritt nach vorn, um dieses Ziel zu erreichen", erklärte der Betriebsleiter von Danone, Cyril Marniquet. Im Werk Balclutha wird von dem Unternehmen Säuglingsnahrung der Marke Aptamil hergestellt. Kürzlich hatte Neuseelands größte Molkerei Fonterra angekündigt, keine neuen Kohlekessel mehr für den Betrieb seiner Fabriken zu installieren und schrittweise aus diesem fossilen Brennstoff auszusteigen. Auch das Molkereiunternehmen Synlait - drittgrößter Milchverarbeiter im Land - hat sich zu einer Verringerung seines CO2-Fußabdrucks verpflichtet, wobei neue Gas- und Elektrizitätskessel sowie Biomasse die Kohle ablösen sollen. In Neuseeland stammt fast die Hälfte aller Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft, woran die Milchproduktion den größten Anteil hat. Der globale Milchkonzern Danone hat nach Angaben der Pariser Zentrale seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,2 % auf 12,65 Mrd Euro steigern können. Der operative Gewinn legte dabei um 4,2 % auf 1,86 Mrd Euro zu; der Nettogewinn war hingegen wegen Sondereffekten um 14,1 % auf 1,04 Mrd Euro rückläufig. Konzernchef Emmanuel Faber wertete das Halbjahresergebnis als Bestätigung für die Bemühungen zur Neuorganisation des Unternehmens. Die Impulse zur Innovation seien immer noch stark, und zugleich werde an den meisten Schwächen im Portfolio gearbeitet. Danone hält an seinem Jahresziel fest, den Umsatz gegenüber 2018 um 3 % zu steigern, wovon mehr als 15 % als bereinigter operativer Gewinn übrig bleiben sollen. AgE

Umrechnungskurs: 1NZ$ = 0,5933 Euro

FrieslandCampina steigert den Gewinn

Der niederländische Molkereikonzern Royal FrieslandCampina hat seinen Überschuss in der ersten Jahreshälfte 2019 bei stabiler Umsatzentwicklung erhöht. Wie aus dem Geschäftsbericht des international aufgestellten Unternehmens hervorgeht, bewegten sich die Erlöse im Zeitraum Januar bis Juni dieses Jahres auf dem Niveau der Vorjahresperiode von 5,7 Mrd Euro, während der Periodenüberschuss um 11 % auf 121 Mio Euro kletterte. Als Grund für die Gewinnsteigerung nennt das Unternehmen vor allem die profitable Entwicklung bei höherwertigen Produkten, insbesondere bei Käse. Außerdem habe der Rückgang der niederländischen Milchanlieferungen um 5 % auf 268 Mio kg den Gewinn erhöht, weil dadurch die Erzeugung der immer noch verlustträchtigen Basismilcherzeugnisse wie Butter und Milchpulver eingeschränkt worden sei. Ausschlaggebend für die geringere Milchmenge waren laut FrieslandCampina unter anderem die Wechsel von Milchlieferanten zu anderen Abnehmern sowie die Abstockung des niederländischen Milchkuhbestandes als Folge strengerer Vorgaben für die Phosphatemissionen des Sektors. Erschwerend hinzugekommen seien kleinere Futtervorräte und höhere Futterkosten wegen der Trockenheit im vergangenen Jahr. Der Erzeugerpreis einschließlich aller Zuschläge, Ausschüttungen und Zinsen für die genossenschaftlichen Milchviehhalter dürfte laut Geschäftsbericht im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 % auf insgesamt schätzungsweise 39,60 Euro/100 kg Milch steigen. Mit Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung gab sich FrieslandCampina-Geschäftsführer Hein Schumacher „vorsichtig optimistisch“. AgE

Brasilianische Milcherzeugnisse erhalten Zugang zum chinesischen Markt

China hat seinen Markt für brasilianische Milcherzeugnisse geöffnet. Wie das Landwirtschaftsministerium in Brasília mitteilte, wurden von Peking insgesamt 24 brasilianische Molkereien für Lieferungen unter anderem von Milchpulver und Käse zugelassen. Ressortchefin Tereza Cristina da Costa Días sprach von einer „hervorragenden Nachricht“ für die krisengeschüttelte Branche. Allein der Milchpulverimport Chinas betrage jedes Jahr insgesamt 800 000 t; die brasilianische Milchpulvererzeugung umfasse derzeit 600 000 t. Auch der brasilianische Milchwirtschaftsverband Viva Lácteos freute sich über die Marktöffnung. Er geht davon aus, dass das südamerikanische Land künftig Molkereiprodukte im Wert von 4,5 Mio $ (4,0 Mio Euro) nach China liefern kann. Informationen zum jetzigen Auslandsgeschäft der brasilianischen Milchwirtschaft lieferte der Verband nicht. Staatliche Zahlen liegen allerdings für den Zeitraum Januar bis September 2018 vor. In den drei Quartalen setzte das südamerikanische Land demnach Milch und Molkereiprodukte im Wert von zusammen 58,3 Mio $ (52,0 Mio Euro) auf dem globalen Markt ab. Die Milchbranche in Brasilien steckt seit längerem in der Krise, laut Angaben des Milcherzeugerverbandes Leite Brasil auch wegen der Konkurrenz aus Argentinien und Uruguay. Hinzu komme, dass die Produktionskosten im internationalen Vergleich hoch seien, auch infolge der Besteuerung von Produktionsmitteln. Mit Blick auf die Zukunft bereitet dem Wirtschaftszweig zudem das aktuell vorgelegte Ergebnis der Freihandelsgespräche zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union Sorgen. Demnach sollen künftig 30 000 t Käse, 10 000 t Milchpulver und 5 000 t Babynahrung von der EU zollfrei in den Mercosur eingeführt werden dürfen. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8917 Euro

Hochwald wird Mehrheitseigner bei Almil

Die Hochwald Foods GmbH wird mit rechtlicher Wirkung zum 1. Januar 2020 die Mehrheit an der Almil AG übernehmen. Wie die Molkerei gegenüber AGRA-EUROPE mitteilte, wurde der Vertrag für eine Mehrheitsbeteiligung am 17. Juli unterzeichnet. Die Beteiligung steht unter der Bedingung, dass die Kartellbehörden die Übernahme genehmigen. Hochwald wies darauf hin, dass mit Abschluss des Kaufvertrages keine direkte Übernahme von Produktionswerken erfolge. Die Almil bleibe als eigenständiges Unternehmen bestehen und werde weiterhin im Rahmen der bestehenden Verträge Rohmilch ankaufen. Die Almil hat sich auf den Handel und die Produktion von funktionell hochwertigen Milchingredienzen und Dauermilchprodukten spezialisiert. Neben der Firmenzentrale in Oberursel bei Frankfurt verfügt das Unternehmen über Betriebsstätten im mecklenburg-vorpommerschen Bützow, dem niedersächsischen Wagenfeld sowie in Mauerkirchen in Österreich. Im vergangenen Jahr hatte Almil den Hochwald-Standort im bayerischen Weiding übernommen. Hochwald selbst will nach eigenen Angaben mit dieser Beteiligung seine Kapazitäten im Tradingbereich ergänzen, eine höhere Flexibilität bei den Rohstoffströmen sichern sowie die Abhängigkeit vom Spotmarkt reduzieren. AgE

Preisverfall am globalen Milchmarkt gestoppt

Erstmals seit Anfang Mai haben sich die Preise für Milcherzeugnisse an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) wieder nach oben bewegt. Der zusammenfassende Index aller gehandelten Produkte stieg am 16.7. gegenüber der Versteigerung von Anfang Juli um 2,7 %; zuvor war die Preismesszahl in vier Handelsrunden um insgesamt 8,8 % gesunken. Im Vorjahresvergleich lag der Index um 5,2 % höher. Mit ausschlaggebend für das aktuelle Plus waren Zuschläge für das Haupthandelsprodukt Vollmilchpulver. Die dafür angebotenen Kontrakte der Molkerei Fonterra erlösten über alle Laufzeiten und Qualitäten hinweg im Mittel 3 074 $/t (2 728 Euro); das waren 3,6 % mehr als bei der vorangegangenen Auktion. Für Magermilchpulver ergab sich bei der jüngsten Versteigerung eine noch etwas höhere Wertsteigerung von 3,8 % auf 2 505 $/t (2 223 Euro). Dabei erzielte die Fälligkeit im September mit 6,4 % den höchsten Zuschlag. Über alle Kontrakte hinweg erlöste das Pulver gut 28 % mehr Geld als zwölf Monate zuvor. Vorerst gestoppt wurde an der GDT auch die Talfahrt der Butterpreise. Im Mittel aller Liefertermine waren die Käufer bereit, 4 406 $/t (3 910 Euro) zu zahlen; das waren 1,7 % mehr als bei der Auktion vor zwei Wochen, aber 11,0 % weniger als vor genau einem Jahr. Auch wasserfreies Milchfett ließ sich bei der jüngsten Versteigerung teurer verkaufen; die Erlöse für eine Tonne stiegen ebenfalls um 1,7 %, und zwar auf 5 523 $ (4 901 Euro). Nach einer deutlichen Preiskorrektur nach unten im Juni konnte sich der Preis für Cheddarkäse ebenfalls wieder befestigen. Der alleinige Anbieter Fonterra erlöste im Mittel 3 869 $/t (3 433 Euro); das waren 3,3 % mehr als Anfang Juli. Für die Lieferung im November 2019 ließen sich sogar fast 4 100 $/t (3 638 Euro) erzielen. Das einzige Produkt, das aktuell an der GDT weniger Geld einbrachte, war Labkasein, das mit einem Abschlag von 3,4 % gehandelt wurde. Dessen Preis war im bisherigen Jahresverlauf allerdings stark gestiegen, so dass dieser mit zuletzt 7 044 $/t (6 251 Euro) noch um gut die Hälfte über dem Vorjahresniveau lag. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8874 Euro

Milchrekord in Neuseeland knapp verpasst

Günstige Witterungs- und Weidebedingungen haben in der ersten Hälfte des Ende Mai abgeschlossenen Milchwirtschaftsjahres 2018/19 in Neuseeland die Milchproduktion spürbar steigen lassen. Eine neue Rekordmarke wurde jedoch verpasst, da sich mit Beginn dieses Jahres die klimatischen Bedingungen wieder verschlechtert haben. Laut Daten des neuseeländischen Molkereiverbandes (DCANZ) belief sich die Gesamterzeugung 2018/19 auf 21,85 Mio t; gegenüber der Vorsaison war das ein Plus von 473 000 t oder 2,2 %. Dies war die zweithöchste jemals produzierte Menge; nur 2014/15 war diese mit 21,91 Mio t höher ausgefallen. Die Molkereien in Neuseeland konnten im abgelaufenen Wirtschaftsjahr zudem mehr Milchinhaltsstoffe verarbeiten. Nach Verbandsangaben nahm die Produktion des aus den Trockengehalten von Fett und Eiweiß gewonnenen Milchfeststoffs gegenüber 2017/18 um 2,4 % auf 1,88 Mio t zu. Auch hier wurde die historische Höchstmarke von 1,89 Mio t aus dem Vermarktungsjahr 2014/15 knapp verfehlt. Der Molkereikonzern Fonterra konnte laut eigenen Angaben im Berichtsjahr 1,523 Mio t Milchfeststoff in Neuseeland verarbeiten, was gegenüber der Vorsaison einem Zuwachs von 1,2 % entsprach. Für 2019/20 wird derzeit bei der Molkereigenossenschaft ein Aufkommen von 1,520 Mio t erwartet. Ganz anders als im Nachbarland verlief die Milchsaison 2018/19 in Australien, die dort Ende Juni beendet wurde. Nach Angaben des Branchenverbandes „Dairy Australia“ (DA) wurden in den ersten elf Monaten des Wirtschaftsjahres nur 7,98 Mrd l Milch erzeugt; das waren 669 Mio l oder 7,7 % weniger als im gleichen Zeitraum der Vorsaison. Im Mai gingen dabei die Milchanlieferungen gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 13,6 % zurück. Die Rabobank geht davon aus, dass 2018/19 die australische Erzeugung um mindestens um 8 % auf etwa 8,6 Mrd l abnehmen wird; das wäre die geringste Produktion seit mehr als 20 Jahren. Grund für den starken Rückgang der Milchmenge ist die anhaltende Dürre in Teilen Australiens, die zu einer spürbaren Verknappung und Verteuerung von Futter und Wasser sowie dem Abschlachten von Tieren geführt hat. AgE

Arla vermarktet Käse im Nahen Osten mit Markenlizenz von Kraft

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods kann in den kommenden zwölf Jahren für den Verkauf von Käseprodukten im Nahen Osten die Marke Kraft nutzen. Wie das Unternehmen Anfang des Juli mitteilte, wurde mit Kraft Heinz eine Vereinbarung über eine gebührenpflichtige Markenlizenz für das Käseportfolio erzielt, welches Arla kürzlich von Mondeléz International übernommen hat. Die Lizenzvereinbarung gilt für die Märkte in Bahrain, Irak, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Mauritius, Oman, Palästina, Saudi-Arabien, die Seychellen, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate. „Wir freuen uns sehr über diese Vereinbarung mit Kraft Heinz. Sie sichert eine wichtige Fortführung des von uns übernommenen Geschäfts“, erklärte der für das internationale Geschäft von Arla Foods zuständige Vice-President Tim Ørting Jørgensen. Das sei auch eine gute Nachricht für die vielen Millionen Verbraucher in der Region, die die Käseprodukte der Marke Kraft kennen und lieben würden. Indem das Kraft-Käseportfolio mit dem eigenen Puck-Sortiment kombiniert werde, könne in der Region die Marktführerschaft in der Kategorie Käse übernommen werden, so der Arla-Manager. Im Dezember 2018 hatte Arla angekündigt, das Schmelzkäsegeschäft von Mondeléz im Nahen Osten zu übernehmen; die Transaktion wurde Ende Mai abgeschlossen. Mit dem Kauf erwarb der Konzern zudem eine hochmoderne Anlage zur Käseproduktion in Bahrain. Damit bietet sich Arla nach eigenen Angaben nun die Möglichkeit, die Produktion von Markenkäse in der Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) weiter auszubauen und die Effizienz in der Lieferkette zu steigern. Das Absatzgebiet MENA zählt zu den Schlüsselregionen in Arlas „Good-Growth-2020-Strategie" und ist für den Konzern der wichtigste Markt außerhalb Europas. Seit 2010 wurde dort der Umsatz mehr als verdoppelt; er lag im Einzelhandel und Foodservice 2018 bei rund 560 Mio Euro. AgE

„Cassis-de-Dijon-Prinzip“ für Lebensmittel wird verstärkt

Das seit 2010 in der Schweiz geltende auf dem „Cassis-de-Dijon-Prinzip“ fußende Gesetz zur Erleichterung von EU-Importen wird geändert. Gemäß der Regelung dürfen Lebensmittel, die in einem EU-Land zugelassen sind, automatisch auch in der Schweiz in Verkehr gebracht werden, sofern das dortige Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) keine Bedenken hat. Der Bundesrat, die Regierung des Landes, beschloss zur Vereinfachung des Verfahrens, die bisherige Bewilligungspflicht des BVL durch ein Meldeverfahren zu ersetzen. Eine entsprechende Vorlage war von der Regierung bereits im Dezember 2017 zur Vernehmlassung unterbreitet worden. Aufgrund der Ergebnisse aus dem öffentlichen Vernehmlassungsverfahren wurde nun entschieden, das elektronische Meldeverfahren umzusetzen, wobei eine Vereinfachung des Verfahrens ins Auge gefasst wird. Die Regierung will auch zusätzliche Ausnahmen zum „Cassis-de-Dijon-Prinzip“ für Lebensmittel prüfen. Diese neuen Ausnahmen sollen das Schweizer Sicherheitsniveau bei Lebensmitteln garantieren, insbesondere, wenn auf EU-Ebene keine einheitlichen Vorschriften bestehen. Das „Cassis-de-Dijon-Prinzip“ war eingeführt worden, um die hohen Preise in der Schweiz und den Einkaufstourismus der Eidgenossen zu dämpfen. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik liegen die Lebensmittelpreise in der Schweiz im Mittel um 67 % über dem EU-Durchschnitt. AgE

Freistaat will die Marke „Bayern“ stärken

Der Freistaat will die Marke „Bayern“ im Lebensmittelbereich weiter stärken. Dabei sollen die Aspekte Premium, Genuss, Regionalität und Nachhaltigkeit die zentralen Elemente bilden. Wie die bayerische Staatskanzlei mitteilte, stellen die Programme „Geprüfte Qualität Bayern“, „Bayerisches Bio-Siegel“ und die von der Europäischen Union herkunftsgeschützten Spezialitäten die Grundlagen für die Markenstärkung dar. Für den Ausbau der Qualitätsstrategie werde künftig noch intensiver mit Erzeugern und Konsumenten vor Ort zusammengearbeitet. Dadurch solle ein neues „Wir-Gefühlt“ gefördert werden, betonte die Staatskanzlei. Geplant sei unter anderem, im Rahmen einer „Regional-Allianz“ Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette an einem Tisch zusammenzuholen, um Allianzen für den Absatz regionaler Lebensmittel bei allen Veranstaltungen wie auf Volks- und Vereinsfesten und bei der Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen und Schulen zu fördern. Zudem will das Landwirtschaftsministerium ab August mit einer mobilen Küche bei Veranstaltungen des Ressorts und auf externen Festivals für heimische Produkte werben. Darüber hinaus solle über eine Aufklärungskampagne in sozialen Medien unter Einbeziehung von Food-Bloggern und Testimonials die Öffentlichkeit über die Vorzüge regionaler Produkte beim Kauf informiert werden. Außerdem will die Staatsregierung die bestehenden Angebote an Coaching und Workshops zur nachhaltigen Verpflegung ausbauen. Die bereits laufenden Programme wie Gemeinschaftspräsentationen auf Messen, Regionalportale im Internet, das Botschafter-Programm für „Genusshandwerke“ oder die bayerischen Leitlinien zur Gemeinschaftsverpflegung sollen fortgesetzt und erweitert werden. Um ein jüngeres Publikum anzusprechen, werde die Nutzung von Online-Kommunikationskanälen im bayerischen Agrarmarketing weiter ausgebaut. Ziel sei es, bei allen Maßnahmen, verstärkt auf ein modernes Gemeinschaftsmarketing zu setzen, das die reale mit der virtuellen Welt verbinde und die Kräfte der Partner in den Projekten bündle. AgE

DMK mit neuem Director Operations Private Label

Das Deutsche Milchkontor (DMK) hat einen neuen Director Operations für den Geschäftsbereich Private Label. Wie das Unternehmen mitteilte, hat Karl Eismann die Nachfolge von Frank Göbel angetreten, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat. Eismann berichtet in seiner neuen Funktion direkt an den leitenden Geschäftsführer des Geschäftsbereichs, Thorsten Rodehüser. Der 57-jährige Eismann ist gelernter Molkereifachmann und Ingenieur der Milchwirtschaft; er kann auf einen umfassenden Erfahrungsschatz aus verschiedenen Branchenbereichen und Geschäftsfeldern zurückgreifen und in die neue Position mit einbringen. Nach mehreren leitenden Stationen bei Nestlé und Kraft Foods/Mondelez wechselte Eismann zu Hochwald und fungierte dort als leitender Geschäftsführer. In derselben Position war er zuletzt bei der Jermi-Gruppe tätig. „Wir freuen uns sehr, mit Karl Eismann einen versierten Supply Chain Manager für unseren Geschäftsbereich gefunden zu haben“, erklärte Rodehüser. Mit seiner langjährigen Erfahrung und Kompetenz in der Lebensmittelwirtschaft und Molkereibranche werde der neue Director Operations den Geschäftsbereich bereichern und auch zu den Themen Netzwerktransformation und Continuous Improvement neue Impulse geben können. AgE

Lebensmittelverschwendung soll bis 2030 halbiert werden

Mehr als 100 der größten Lebensmittelhersteller und -einzelhändler in Großbritannien haben der Verschwendung von Nahrungsmitteln den Kampf angesagt und sich auf grundlegende Maßnahmen zu einer Eindämmung verpflichtet. Damit kommen sie einer Aufforderung der Londoner Regierung nach. Wie das britische Landwirtschaftsministerium (DEFRA) mitteilte, haben die Unternehmen verbindlich zugesagt, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren und die Öffentlichkeit im Rahmen einer Aktionswoche für das Problem zu sensibilisieren. Laut aktuellen Zahlen des Agrarressorts werden in Großbritannien derzeit pro Jahr schätzungsweise 10,2 Mio t an Lebensmitteln und Getränken weggeworfen, wenn sie die landwirtschaftlichen Betriebe verlassen haben; das entspricht einem Warenwert von rund 20 Mrd £ (22,42 Mrd Euro). Der Wert der Lebensmittel, die von den britischen Haushalten gekauft, später jedoch weggeworfen werden, obwohl sie noch essbar sind, wird vom Ministerium auf jährlich rund 15 Mrd £ (16,82 Mrd Euro) beziffert; das entspricht etwa 500 £ (560,5 Euro) je Haushalt. Landwirtschaftsminister Michael Gove zeigte sich erfreut, dass so viele Unternehmen aus der Branche dem Aufruf zur Eindämmung der Lebensmittelverschwendung gefolgt seien; er hofft, dass sich noch weitere anschließen werden. „Das Vereinigte Königreich nimmt in diesem Bereich eine Führungsrolle ein. Gleichwohl werden jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen“, so der Ressortchef. Erst zu Jahresbeginn hatte das Londoner Landwirtschaftsministerium 5 Mio £ (5,61 Mio Euro) für eine Plattform bereitgestellt, über die Organisationen überschüssige Nahrungsmittel umverteilen können, damit diese nicht weggeworfen werden. AgE

Umrechnungskurs: 1 £ = 1,121 Euro

Fonterra verkauft Eiscremegeschäft nach Europa

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat sein Eiscremeunternehmen „Tip Top“ an den weltweit drittgrößten Eishersteller Froneri, einem Joint Venture des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé mit der britischen R&R Ice Cream mit Sitz in Großbritannien, verkauft. Wie Fonterra bekanntgab, belief sich der Kaufpreis auf 380 Mio NZ$ (223 Mio Euro) und lag damit um 100 Mio NZ$ (59 Mio Euro) über dem Buchwert. Die Veräußerung ist ein Ergebnis der Überprüfung des Gesamtportfolios durch Fonterra, dessen Ziel die Reduzierung der Schulden der Genossenschaft ist. „Die beliebte Marke Tip Top braucht kontinuierliche Investitionen und gezielte Eigenverantwortung, um für kommende Generationen nachhaltig zu sein. Wir sind nicht in der Lage, dies jetzt zu tun“, erklärte Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell. Ein großer Vorteil des Verkaufs an Froneri sei, dass im Vertrag mit den neuen Eigentümern auch die Rohmilchbelieferung durch die Fonterra-Erzeuger vereinbart worden sei, so dass diese „Teil der Tip-Top-Story“ blieben. Nach Angaben von Froneri-Geschäftsführer Ibrahim Najafi werden der Name Tip Top und seine Aktivitäten, einschließlich des Werksgeländes in Auckland am Mount Wellington, erhalten bleiben und Investitionen erfolgen. Der vereinbarte Abwicklungstermin für den Verkauf ist laut Fonterra der 31. Mai 2019. Danach werde es eine Übergangsfrist von mehreren Monaten geben, und die Mitarbeiter könnten zu Froneri wechseln. AgE

Bundesforschungsministerium fördert Entwicklung neuer Lebensmittelsysteme

Das Bundesforschungsministerium fördert im Rahmen seines Programms „Innovationsräume Bioökonomie“ den Innovationsraum „NewFoodSystems“. Über fünf Jahre stellt das Ressort dafür bis zu 20 Mio Euro zur Verfügung. NewFoodSystems vereint mehr als 50 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und steht unter der Koordination des Max-Rubner-Instituts (MRI) in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV). Laut Forschungsministerium sollen im Rahmen des Projekts neuartige Produktionsweisen und Anbauverfahren für die nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln mit höchstem Anspruch an deren Sicherheit und Qualität entwickelt, erprobt und mit höchster Verbraucherakzeptanz zur Marktreife gebracht werden. Mit neuen Verfahren und unter Nutzung neuartiger Quellen würden Lebensmittel sowie Zutaten für Lebensmittel und Futtermittel produziert, die eine maximale Wertschöpfung mit ressourcenschonender Produktion und somit die Bedarfe von Mensch und Umwelt vereinten. Dazu arbeiteten Experten aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette im Netzwerk zusammen. NewFoodSystems befasst sich nach Angaben des Ministeriums mit drei Innovationsfeldern. Im Mittelpunkt der Controlled Environment Cultivation (CEC) stehe die Kultivierung von Organismen wie beispielsweise Pflanzen, Algen, Insekten und Fischen in geschlossenen und damit kontrollierbaren Systemen. Im zweiten Feld würden neue Lebens- und Futtermittelzutaten entwickelt, um den Konsum an tierischen Lebensmitteln deutlich zu senken und das Angebot an nachhaltigeren Alternativen zu steigern. Hinzu komme das ressourceneffiziente Energie- und Stoffstrommanagement in der Systemintegration, erläuterte das Ministerium. Hier würden durch die Kombination neuartiger Produktionssysteme Nahrungsketten gebildet und Stoffströme so effizient gekoppelt, dass letztlich eine CO2-neutrale Produktion der Lebensmittel erreicht werden könne. Um die in dem Innovationsraum gewonnenen Forschungsergebnisse schnell in Produkte und Verfahren für die Märkte zu überführen, würden diese in einem Innovations-Hub auf ihre Verwertbarkeit geprüft und Projektabläufe zur Verwertung optimiert. AgE

Mehr Wettbewerb durch Milchlieferverträge

Die MEG Milch Board sieht sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass verbindliche Lieferverträge zwischen Erzeugern und Molkereien über Mengen und Preisen zu einer Stabilisierung des Milchmarktes und einer verbesserten Stellung der Bauern führen werden. Wie die Milcherzeugergemeinschaft Mitte April mitteilte, kommt nun auch eine von ihr beim Beratungsunternehmen Lademann & Associates GmbH (L&A) in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Preisbildungsprobleme im Rohmilcherfassungsmarkt“ zu dem Ergebnis, dass verbindliche Lieferverträge Wettbewerbshemmnisse am Milchmarkt abbauen würden. So führen laut der Untersuchung die genossenschaftlichen Lieferbeziehungen mit Andienungs- und Abnahmezwang und einem Marktanteil von 70 % dazu, dass der Wettbewerb auf dem Rohmilcherfassungsmarkt eingeschränkt ist. In diesem starren System entschieden die Erzeuger als Lieferanten über die produzierte Menge und die Molkereien als Abnehmer nachträglich über den Preis. Genossenschaftliche Großmolkereien seien dabei für den gesamten Markt preisbildend, auch bei unzureichender Wertschöpfung. In Krisenzeiten würden die Milchbauern bei garantierter Abnahme zur Sicherung ihres Einkommens die Erzeugungsmengen steigern, um so wenigstens ihre Umsätze zu erhöhen. Solch ein System setze deshalb falsche Anreize und begünstige Überproduktion und niedrige Preise. Durch verbindliche Verträge gemäß Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) mit festen Mengen und Preisen gelinge es aus ökonomischer Sicht besser, die Mengen im Markt zu regulieren und die Preise zu stabilisieren, folgern die Autoren der Studie. Die Produktion werde dann nämlich nicht mehr einseitig durch eine Vielzahl von unabhängigen Mengenentscheidern beeinflusst, sondern entspreche der Summe aller geschlossenen Verträge. Zugleich würden die Molkereien bei festen Preisen gezwungen, ihr Kalkulationsverhalten in Richtung einer bedarfsgerechten Produktion zu ändern.

 

Abbau von Wettbewerbsverzerrungen

Durch die verbindliche Einführung der Vertragslösung nach Artikel 148 GMO mit der Maßgabe konkreter Preise und Mengen lassen sich der Studie zufolge auch weitere Wettbewerbsdefizite abbauen. So würden im Moment durch die einseitige nachträgliche Preisfestsetzung der Molkereien die Marktrisiken auf die Erzeuger abgewälzt. Die Erzeuger seien jedoch in einer schlechteren Informationsposition bezüglich wichtiger Marktinformationen zur Mengenplanung. Die Folge seien große Preisschwankungen auf dem Markt für Rohmilch. Milchlieferverträge würden dem entgegenwirken, weil dann Entscheidungen dorthin verlagert würden, wo die Risiken und Chancen besser beurteilt werden könnten. Des Weiteren würden den Molkereien, die dann um die Milch der Erzeuger werben müssten, bessere Anreize für die Erzielung einer hohen Wertschöpfung gesetzt. Zudem könne die Bündelung der Rohmilch in Milcherzeugergemeinschaften im Falle eines „umfassenden Wettbewerbs der Lieferverträge“ zu einer deutlichen Stärkung der Erzeugerinteressen gegenüber den Molkereien führen. Die MEG Milch Board fordert deshalb, dass Deutschland vom Artikel 148 GMO Gebrauch macht und ein vertragliches Verhältnis über Liefermengen und Preise sowie deren Laufzeiten vorgeschrieben wird. AgE