Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Online-Portal – alles rund um die Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Arla vermarktet Käse im Nahen Osten mit Markenlizenz von Kraft

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods kann in den kommenden zwölf Jahren für den Verkauf von Käseprodukten im Nahen Osten die Marke Kraft nutzen. Wie das Unternehmen Anfang des Juli mitteilte, wurde mit Kraft Heinz eine Vereinbarung über eine gebührenpflichtige Markenlizenz für das Käseportfolio erzielt, welches Arla kürzlich von Mondeléz International übernommen hat. Die Lizenzvereinbarung gilt für die Märkte in Bahrain, Irak, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Mauritius, Oman, Palästina, Saudi-Arabien, die Seychellen, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate. „Wir freuen uns sehr über diese Vereinbarung mit Kraft Heinz. Sie sichert eine wichtige Fortführung des von uns übernommenen Geschäfts“, erklärte der für das internationale Geschäft von Arla Foods zuständige Vice-President Tim Ørting Jørgensen. Das sei auch eine gute Nachricht für die vielen Millionen Verbraucher in der Region, die die Käseprodukte der Marke Kraft kennen und lieben würden. Indem das Kraft-Käseportfolio mit dem eigenen Puck-Sortiment kombiniert werde, könne in der Region die Marktführerschaft in der Kategorie Käse übernommen werden, so der Arla-Manager. Im Dezember 2018 hatte Arla angekündigt, das Schmelzkäsegeschäft von Mondeléz im Nahen Osten zu übernehmen; die Transaktion wurde Ende Mai abgeschlossen. Mit dem Kauf erwarb der Konzern zudem eine hochmoderne Anlage zur Käseproduktion in Bahrain. Damit bietet sich Arla nach eigenen Angaben nun die Möglichkeit, die Produktion von Markenkäse in der Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) weiter auszubauen und die Effizienz in der Lieferkette zu steigern. Das Absatzgebiet MENA zählt zu den Schlüsselregionen in Arlas „Good-Growth-2020-Strategie" und ist für den Konzern der wichtigste Markt außerhalb Europas. Seit 2010 wurde dort der Umsatz mehr als verdoppelt; er lag im Einzelhandel und Foodservice 2018 bei rund 560 Mio Euro. AgE

„Cassis-de-Dijon-Prinzip“ für Lebensmittel wird verstärkt

Das seit 2010 in der Schweiz geltende auf dem „Cassis-de-Dijon-Prinzip“ fußende Gesetz zur Erleichterung von EU-Importen wird geändert. Gemäß der Regelung dürfen Lebensmittel, die in einem EU-Land zugelassen sind, automatisch auch in der Schweiz in Verkehr gebracht werden, sofern das dortige Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) keine Bedenken hat. Der Bundesrat, die Regierung des Landes, beschloss zur Vereinfachung des Verfahrens, die bisherige Bewilligungspflicht des BVL durch ein Meldeverfahren zu ersetzen. Eine entsprechende Vorlage war von der Regierung bereits im Dezember 2017 zur Vernehmlassung unterbreitet worden. Aufgrund der Ergebnisse aus dem öffentlichen Vernehmlassungsverfahren wurde nun entschieden, das elektronische Meldeverfahren umzusetzen, wobei eine Vereinfachung des Verfahrens ins Auge gefasst wird. Die Regierung will auch zusätzliche Ausnahmen zum „Cassis-de-Dijon-Prinzip“ für Lebensmittel prüfen. Diese neuen Ausnahmen sollen das Schweizer Sicherheitsniveau bei Lebensmitteln garantieren, insbesondere, wenn auf EU-Ebene keine einheitlichen Vorschriften bestehen. Das „Cassis-de-Dijon-Prinzip“ war eingeführt worden, um die hohen Preise in der Schweiz und den Einkaufstourismus der Eidgenossen zu dämpfen. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik liegen die Lebensmittelpreise in der Schweiz im Mittel um 67 % über dem EU-Durchschnitt. AgE

Freistaat will die Marke „Bayern“ stärken

Der Freistaat will die Marke „Bayern“ im Lebensmittelbereich weiter stärken. Dabei sollen die Aspekte Premium, Genuss, Regionalität und Nachhaltigkeit die zentralen Elemente bilden. Wie die bayerische Staatskanzlei mitteilte, stellen die Programme „Geprüfte Qualität Bayern“, „Bayerisches Bio-Siegel“ und die von der Europäischen Union herkunftsgeschützten Spezialitäten die Grundlagen für die Markenstärkung dar. Für den Ausbau der Qualitätsstrategie werde künftig noch intensiver mit Erzeugern und Konsumenten vor Ort zusammengearbeitet. Dadurch solle ein neues „Wir-Gefühlt“ gefördert werden, betonte die Staatskanzlei. Geplant sei unter anderem, im Rahmen einer „Regional-Allianz“ Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette an einem Tisch zusammenzuholen, um Allianzen für den Absatz regionaler Lebensmittel bei allen Veranstaltungen wie auf Volks- und Vereinsfesten und bei der Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen und Schulen zu fördern. Zudem will das Landwirtschaftsministerium ab August mit einer mobilen Küche bei Veranstaltungen des Ressorts und auf externen Festivals für heimische Produkte werben. Darüber hinaus solle über eine Aufklärungskampagne in sozialen Medien unter Einbeziehung von Food-Bloggern und Testimonials die Öffentlichkeit über die Vorzüge regionaler Produkte beim Kauf informiert werden. Außerdem will die Staatsregierung die bestehenden Angebote an Coaching und Workshops zur nachhaltigen Verpflegung ausbauen. Die bereits laufenden Programme wie Gemeinschaftspräsentationen auf Messen, Regionalportale im Internet, das Botschafter-Programm für „Genusshandwerke“ oder die bayerischen Leitlinien zur Gemeinschaftsverpflegung sollen fortgesetzt und erweitert werden. Um ein jüngeres Publikum anzusprechen, werde die Nutzung von Online-Kommunikationskanälen im bayerischen Agrarmarketing weiter ausgebaut. Ziel sei es, bei allen Maßnahmen, verstärkt auf ein modernes Gemeinschaftsmarketing zu setzen, das die reale mit der virtuellen Welt verbinde und die Kräfte der Partner in den Projekten bündle. AgE

DMK mit neuem Director Operations Private Label

Das Deutsche Milchkontor (DMK) hat einen neuen Director Operations für den Geschäftsbereich Private Label. Wie das Unternehmen mitteilte, hat Karl Eismann die Nachfolge von Frank Göbel angetreten, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat. Eismann berichtet in seiner neuen Funktion direkt an den leitenden Geschäftsführer des Geschäftsbereichs, Thorsten Rodehüser. Der 57-jährige Eismann ist gelernter Molkereifachmann und Ingenieur der Milchwirtschaft; er kann auf einen umfassenden Erfahrungsschatz aus verschiedenen Branchenbereichen und Geschäftsfeldern zurückgreifen und in die neue Position mit einbringen. Nach mehreren leitenden Stationen bei Nestlé und Kraft Foods/Mondelez wechselte Eismann zu Hochwald und fungierte dort als leitender Geschäftsführer. In derselben Position war er zuletzt bei der Jermi-Gruppe tätig. „Wir freuen uns sehr, mit Karl Eismann einen versierten Supply Chain Manager für unseren Geschäftsbereich gefunden zu haben“, erklärte Rodehüser. Mit seiner langjährigen Erfahrung und Kompetenz in der Lebensmittelwirtschaft und Molkereibranche werde der neue Director Operations den Geschäftsbereich bereichern und auch zu den Themen Netzwerktransformation und Continuous Improvement neue Impulse geben können. AgE

Lebensmittelverschwendung soll bis 2030 halbiert werden

Mehr als 100 der größten Lebensmittelhersteller und -einzelhändler in Großbritannien haben der Verschwendung von Nahrungsmitteln den Kampf angesagt und sich auf grundlegende Maßnahmen zu einer Eindämmung verpflichtet. Damit kommen sie einer Aufforderung der Londoner Regierung nach. Wie das britische Landwirtschaftsministerium (DEFRA) mitteilte, haben die Unternehmen verbindlich zugesagt, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren und die Öffentlichkeit im Rahmen einer Aktionswoche für das Problem zu sensibilisieren. Laut aktuellen Zahlen des Agrarressorts werden in Großbritannien derzeit pro Jahr schätzungsweise 10,2 Mio t an Lebensmitteln und Getränken weggeworfen, wenn sie die landwirtschaftlichen Betriebe verlassen haben; das entspricht einem Warenwert von rund 20 Mrd £ (22,42 Mrd Euro). Der Wert der Lebensmittel, die von den britischen Haushalten gekauft, später jedoch weggeworfen werden, obwohl sie noch essbar sind, wird vom Ministerium auf jährlich rund 15 Mrd £ (16,82 Mrd Euro) beziffert; das entspricht etwa 500 £ (560,5 Euro) je Haushalt. Landwirtschaftsminister Michael Gove zeigte sich erfreut, dass so viele Unternehmen aus der Branche dem Aufruf zur Eindämmung der Lebensmittelverschwendung gefolgt seien; er hofft, dass sich noch weitere anschließen werden. „Das Vereinigte Königreich nimmt in diesem Bereich eine Führungsrolle ein. Gleichwohl werden jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen“, so der Ressortchef. Erst zu Jahresbeginn hatte das Londoner Landwirtschaftsministerium 5 Mio £ (5,61 Mio Euro) für eine Plattform bereitgestellt, über die Organisationen überschüssige Nahrungsmittel umverteilen können, damit diese nicht weggeworfen werden. AgE

Umrechnungskurs: 1 £ = 1,121 Euro

Fonterra verkauft Eiscremegeschäft nach Europa

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat sein Eiscremeunternehmen „Tip Top“ an den weltweit drittgrößten Eishersteller Froneri, einem Joint Venture des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé mit der britischen R&R Ice Cream mit Sitz in Großbritannien, verkauft. Wie Fonterra bekanntgab, belief sich der Kaufpreis auf 380 Mio NZ$ (223 Mio Euro) und lag damit um 100 Mio NZ$ (59 Mio Euro) über dem Buchwert. Die Veräußerung ist ein Ergebnis der Überprüfung des Gesamtportfolios durch Fonterra, dessen Ziel die Reduzierung der Schulden der Genossenschaft ist. „Die beliebte Marke Tip Top braucht kontinuierliche Investitionen und gezielte Eigenverantwortung, um für kommende Generationen nachhaltig zu sein. Wir sind nicht in der Lage, dies jetzt zu tun“, erklärte Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell. Ein großer Vorteil des Verkaufs an Froneri sei, dass im Vertrag mit den neuen Eigentümern auch die Rohmilchbelieferung durch die Fonterra-Erzeuger vereinbart worden sei, so dass diese „Teil der Tip-Top-Story“ blieben. Nach Angaben von Froneri-Geschäftsführer Ibrahim Najafi werden der Name Tip Top und seine Aktivitäten, einschließlich des Werksgeländes in Auckland am Mount Wellington, erhalten bleiben und Investitionen erfolgen. Der vereinbarte Abwicklungstermin für den Verkauf ist laut Fonterra der 31. Mai 2019. Danach werde es eine Übergangsfrist von mehreren Monaten geben, und die Mitarbeiter könnten zu Froneri wechseln. AgE

Bundesforschungsministerium fördert Entwicklung neuer Lebensmittelsysteme

Das Bundesforschungsministerium fördert im Rahmen seines Programms „Innovationsräume Bioökonomie“ den Innovationsraum „NewFoodSystems“. Über fünf Jahre stellt das Ressort dafür bis zu 20 Mio Euro zur Verfügung. NewFoodSystems vereint mehr als 50 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und steht unter der Koordination des Max-Rubner-Instituts (MRI) in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV). Laut Forschungsministerium sollen im Rahmen des Projekts neuartige Produktionsweisen und Anbauverfahren für die nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln mit höchstem Anspruch an deren Sicherheit und Qualität entwickelt, erprobt und mit höchster Verbraucherakzeptanz zur Marktreife gebracht werden. Mit neuen Verfahren und unter Nutzung neuartiger Quellen würden Lebensmittel sowie Zutaten für Lebensmittel und Futtermittel produziert, die eine maximale Wertschöpfung mit ressourcenschonender Produktion und somit die Bedarfe von Mensch und Umwelt vereinten. Dazu arbeiteten Experten aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette im Netzwerk zusammen. NewFoodSystems befasst sich nach Angaben des Ministeriums mit drei Innovationsfeldern. Im Mittelpunkt der Controlled Environment Cultivation (CEC) stehe die Kultivierung von Organismen wie beispielsweise Pflanzen, Algen, Insekten und Fischen in geschlossenen und damit kontrollierbaren Systemen. Im zweiten Feld würden neue Lebens- und Futtermittelzutaten entwickelt, um den Konsum an tierischen Lebensmitteln deutlich zu senken und das Angebot an nachhaltigeren Alternativen zu steigern. Hinzu komme das ressourceneffiziente Energie- und Stoffstrommanagement in der Systemintegration, erläuterte das Ministerium. Hier würden durch die Kombination neuartiger Produktionssysteme Nahrungsketten gebildet und Stoffströme so effizient gekoppelt, dass letztlich eine CO2-neutrale Produktion der Lebensmittel erreicht werden könne. Um die in dem Innovationsraum gewonnenen Forschungsergebnisse schnell in Produkte und Verfahren für die Märkte zu überführen, würden diese in einem Innovations-Hub auf ihre Verwertbarkeit geprüft und Projektabläufe zur Verwertung optimiert. AgE

Mehr Wettbewerb durch Milchlieferverträge

Die MEG Milch Board sieht sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass verbindliche Lieferverträge zwischen Erzeugern und Molkereien über Mengen und Preisen zu einer Stabilisierung des Milchmarktes und einer verbesserten Stellung der Bauern führen werden. Wie die Milcherzeugergemeinschaft Mitte April mitteilte, kommt nun auch eine von ihr beim Beratungsunternehmen Lademann & Associates GmbH (L&A) in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Preisbildungsprobleme im Rohmilcherfassungsmarkt“ zu dem Ergebnis, dass verbindliche Lieferverträge Wettbewerbshemmnisse am Milchmarkt abbauen würden. So führen laut der Untersuchung die genossenschaftlichen Lieferbeziehungen mit Andienungs- und Abnahmezwang und einem Marktanteil von 70 % dazu, dass der Wettbewerb auf dem Rohmilcherfassungsmarkt eingeschränkt ist. In diesem starren System entschieden die Erzeuger als Lieferanten über die produzierte Menge und die Molkereien als Abnehmer nachträglich über den Preis. Genossenschaftliche Großmolkereien seien dabei für den gesamten Markt preisbildend, auch bei unzureichender Wertschöpfung. In Krisenzeiten würden die Milchbauern bei garantierter Abnahme zur Sicherung ihres Einkommens die Erzeugungsmengen steigern, um so wenigstens ihre Umsätze zu erhöhen. Solch ein System setze deshalb falsche Anreize und begünstige Überproduktion und niedrige Preise. Durch verbindliche Verträge gemäß Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) mit festen Mengen und Preisen gelinge es aus ökonomischer Sicht besser, die Mengen im Markt zu regulieren und die Preise zu stabilisieren, folgern die Autoren der Studie. Die Produktion werde dann nämlich nicht mehr einseitig durch eine Vielzahl von unabhängigen Mengenentscheidern beeinflusst, sondern entspreche der Summe aller geschlossenen Verträge. Zugleich würden die Molkereien bei festen Preisen gezwungen, ihr Kalkulationsverhalten in Richtung einer bedarfsgerechten Produktion zu ändern.

 

Abbau von Wettbewerbsverzerrungen

Durch die verbindliche Einführung der Vertragslösung nach Artikel 148 GMO mit der Maßgabe konkreter Preise und Mengen lassen sich der Studie zufolge auch weitere Wettbewerbsdefizite abbauen. So würden im Moment durch die einseitige nachträgliche Preisfestsetzung der Molkereien die Marktrisiken auf die Erzeuger abgewälzt. Die Erzeuger seien jedoch in einer schlechteren Informationsposition bezüglich wichtiger Marktinformationen zur Mengenplanung. Die Folge seien große Preisschwankungen auf dem Markt für Rohmilch. Milchlieferverträge würden dem entgegenwirken, weil dann Entscheidungen dorthin verlagert würden, wo die Risiken und Chancen besser beurteilt werden könnten. Des Weiteren würden den Molkereien, die dann um die Milch der Erzeuger werben müssten, bessere Anreize für die Erzielung einer hohen Wertschöpfung gesetzt. Zudem könne die Bündelung der Rohmilch in Milcherzeugergemeinschaften im Falle eines „umfassenden Wettbewerbs der Lieferverträge“ zu einer deutlichen Stärkung der Erzeugerinteressen gegenüber den Molkereien führen. Die MEG Milch Board fordert deshalb, dass Deutschland vom Artikel 148 GMO Gebrauch macht und ein vertragliches Verhältnis über Liefermengen und Preise sowie deren Laufzeiten vorgeschrieben wird. AgE