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Online-Portal – alles rund um die Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

EU pocht auf Schutz von 172 Herkunftskennzeichen in Australien

Die Europäische Kommission hat in den laufenden Handelsgesprächen mit Australien offenbar eine Reihe von in der EU geschützten Herkunftsangaben vorgelegt, die im Falle eines Abkommens auch dort anerkannt werden sollen. Eine entsprechende Liste mit 172 verschiedenen Markennamen für Nahrungsmittel- und Getränkespezialitäten wurde vom australischen Handelsministerium in Canberra im Zuge einer öffentlichen Konsultation online gestellt. Ein Sprecher der EU-Kommission wollte auf Anfrage von AGRA-EUROPE zu Details der Verhandlungen keine Stellungnahme abgeben. Laut der Aufstellung entfallen fünf Produkte auf geschützte geografische Angaben (g.g.A.) aus Deutschland. Darunter befinden sich „Bayerisches Bier“, „Lübecker Marzipan“ sowie „Nürnberger Bratwürste/Nürnberger Rostbratwürste“. Die größte Auswahl an Herkunftsangaben stammt mit 40 Produkten aus Frankreich; mit dabei sind vor allem eine Reihe von Käsespezialitäten wie „Roquefort“ oder „Bleu d’Auvergne“. Es folgen Italien mit 24 geschützten Angaben, auch darunter viele Käseprodukte wie „Parmigiano Reggiano“ oder „Pecorino Romano“. Des Weiteren fordert die EU-Kommission von Australien die Anerkennung von 236 Herkunftsangaben für Spirituosen aus der EU. Aus Deutschland stammen davon 30 Spirituosen, darunter „Steinhäger“, „Hamburger Kümmel“ oder „Fränkischer Obstler“. Zudem sind einige weitere Angaben auf der Liste, die sich die Bundesrepublik mit anderen EU-Staaten teilt, wie etwa „Fruchtgenever“. Diese Spirituose darf auch in bestimmten Regionen Belgiens und der Niederlande als Herkunftsangabe geführt werden. Kritisch äußerte sich derweil der Geschäftsführer des australischen Bauernverbandes (NFF), Tony Mahar. Sollte die Regierung in Canberra den Forderungen der EU im Hinblick auf die Herkunftsangaben nachkommen, sei dies vor allem zum Nachteil für die eigenen Landwirte. Auch generell zeigte sich Mahar eher enttäuscht vom bisherigen Verlauf der Gespräche. Während man von der EU nur höre, dass die Landwirtschaft ein sensibler Sektor sei, würden zugleich Einschnitte für die Farmer in Down Under drohen, beklagte der Vertreter des australischen Berufsstandes. AgE

Niederländische Agrarbranche wittert Morgenluft in China

Der niederländische Agrar- und Gartenbausektor verzeichnet ein wachsendes Interesse aus China an einer intensiveren Zusammenarbeit und profitiert damit offenbar vom anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik. Wie die holländische Tageszeitung „Het Financieele Dagblad“ mit Verweis auf Aussagen von Branchenvertretern berichtete, lassen sich bürokratische Hindernisse, deren Beseitigung bis vor kurzem noch einen langen Atem erforderten, jetzt rascher aus dem Weg räumen. Laut Frank Hollaar, der beim niederländischen Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen Flynth für den Gartenbausektor zuständig ist, hat sich die Atmosphäre verändert. Das Bestreben Chinas, sich selbst zu versorgen, sei durch den Handelskonflikt mit den USA verstärkt worden. „Es gibt viele Möglichkeiten für den niederländischen Gartenbau“, betonte Hollaar. Er arbeitet an einem großen gemeinsamen Gartenbauprojekt an der Ostküste Chinas. Auch der Co-Direktor der Absatzförderungsorganisation Holland Center in China, Dr. Aalt Dijkhuizen, stellte fest, dass der niederländische Agrar- und Lebensmittelsektor von den Handelsspannungen profitiere. „Bei der Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Unternehmen hat China die Bremsen angezogen, während bei uns Gas gegeben wird“, so der Fachmann. Nach Dijkhuizens Einschätzung ist das Interesse der Volksrepublik an Handelsbeziehungen mit Europa und den Niederlanden nachhaltig. Daran werde auch eine Beilegung des Handelskonflikts mit den USA nichts ändern. Unterdessen öffne sich China in seinem eigenen Tempo - trotz der derzeitigen Unruhen in Hongkong. Dijkhuizen wirkt auch als Berater des Gouverneurs der Provinz Fujian, wo Chinas Präsident Xi Jinping seine politische Karriere als Bürgermeister und Gouverneur begonnen hat. AgE

Technikerschule und Hochschule Kempten vertiefen Kooperation

Die Staatliche Technikerschule für Agrarwirtschaft im bayerischen Kempten vertieft die bisherige Zusammenarbeit ihrer Fachrichtung Milchwirtschaft und Molkereiwesen mit der Hochschule Kempten. Den entsprechenden Kooperationsvertrag haben Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und der Präsident der Hochschule, Prof. Wolfgang Haucke, jetzt unterzeichnet. Nach den Worten der Ministerin wird damit qualifizierten Absolventen der Fachrichtung Milchwirtschaft und Molkereiwesen an der Technikerschule schon ab dem kommenden Semester der Zugang zu einem Studium deutlich erleichtert. Außerdem werde durch die Zusammenarbeit „die Attraktivität des Standorts Kempten für Studium und Ausbildung rund um das einzigartige Lebensmittel Milch eindeutig“ gesteigert. Denn mit der Kooperation werde das Studienangebot aufgewertet und gleichzeitig auch die berufliche Akzeptanz der späteren Absolventinnen und Absolventen erhöht. Im Rahmen der Vereinbarung können qualifizierte Absolventen der Staatlichen Technikerschule beim Studium der Lebensmittel- und Verpackungstechnologie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten bestimmte Unterrichtsinhalte, die sie zuvor an der Technikerschule durchgenommen haben, für den Studiengang anrechnen lassen. Daraus ergibt sich für sie laut Informationen des Ministeriums eine deutliche Studienzeitverkürzung. Der Vertrag baue auf der jahrelangen Kooperation der beiden Einrichtungen auf. So fänden schon bisher jeweils im Sommersemester im Lehrtechnikum der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Praktika für die Studenten statt. Diese ergänzten die Lehrinhalte im Studienfach Milch- und Molkereitechnologie der Hochschule. AgE

EEX setzt mehr Agrarfutures um

An der Leipziger European Energy Exchange (EEX) sind von Januar bis Juni des laufenden Jahres insgesamt spürbar mehr Futures auf Agrarprodukte gehandelt worden als in der entsprechenden Vorjahresperiode, wobei die Entwicklung in den einzelnen Marktsegmenten recht unterschiedlich ausfiel. Wie die Warenterminbörse gegenüber AGRA-EUROPE mitteilte, kam es unter Zusammenfassung der angebotenen Kontrakte für Veredlungskartoffeln, Butter, Magermilchpulver, Molkenpulver und Flüssigmilch zu einem Plus von 5 % auf 26 062 Kontrakte. Im Berichtszeitraum legten nach Angaben der Börse besonders die Umsätze mit Molkenpulver zu, nämlich um 66 % auf 1 012 Kontrakte; das entsprach einer Menge von 5 060 t. Auch die Futures auf Veredlungskartoffeln waren gefragt; hier ergab sich ein Plus von 19 % auf 17 630 Derivate, die ein Gesamtvolumen von 440 750 t umfassten. Außerdem wurden zwölf Futures auf Flüssigmilch über insgesamt 300 t gehandelt. Dieser Kontrakt war Mitte August vergangenen Jahres eingeführt worden. Rückläufig war im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dagegen die Liquidität bei Butter und Magermilchpulver, nämlich um 8 % auf 4 577 Kontrakte beziehungsweise sogar um 36 % auf 2 831 Derivate. Dies entsprach 22 885 t Butter und 14 155 t Magermilchpulver. Unterdessen verringerte sich das gesamte EEX-Handelsvolumen im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5 % auf 11 939 Agrarkontrakte. Davon entfiel der größte Anteil auf Veredlungskartoffeln mit 9 456 Futures; hier ergab sich ein Minus von 8 % auf 236 400 t. Dagegen erhöhte sich die Liquidität bei den Milchprodukten, wo die Börse ein Plus von 10 % auf insgesamt 2 483 gehandelte Kontrakte über zusammen 12 415 t verzeichnete. AgE

Neuer Ansatz für Qualitätskontrolle von Lebensmitteln

Die Qualitätskontrolle von Lebensmitteln könnte künftig durch eine neue Methode zur simultanen Analyse von Geruchs- und Geschmacksstoffen beschleunigt werden, die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie und der Technischen Universität München (TUM) entwickelt haben. Wie die bayerische Hochschule berichtete, basiert der neue Ansatz auf einem normalerweise für die Geschmacksstoffanalytik verwendeten Ultrahochleistungs-Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie-Verfahren (UHPLC-MS). Neu und zeitsparend sei, dass sich durch einen vorgeschalteten Anreicherungs- beziehungsweise Stoffumwandlungsschritt auch flüchtige Geruchsstoffe mit dieser, sonst nicht für Aromastoffe verwendeten Methode analysieren ließen. Laut TUM wird es somit erstmals möglich, eine große Probenanzahl in sehr kurzer Zeit hinsichtlich ihrer geschmacks- und geruchsgebenden Inhaltsstoffe zu analysieren. Die Wissenschaftler hoffen, die Methode weiterentwickeln zu können, um entlang der gesamten Wertschöpfungskette den Geschmack von Nahrungsmitteln schnell und einfach überwachen und gegebenenfalls auch optimieren zu können. Außerdem lasse sich das neue Verfahren auch nutzen, um Lebensmittelfälschern auf die Spur zu kommen. Anhand der identifizierten Muster der Inhaltsstoffe könnten Herkunfts- und Qualitätsangaben der Hersteller überprüft und Fälschungen aufgedeckt werden. Nach Angaben der TUM unterscheiden sich Aroma- und Geschmacksstoffe stark in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften. Während von einigen Aromastoffen bereits wenige Billionstel Gramm ausreichten, könnten Geschmacksstoffe erst bei deutlich höheren Konzentrationen wahrgenommen werden. Daher würden derzeit in der Lebensmittelanalytik ganz verschiedene Methoden eingesetzt, um Geruchs- und Geschmacksstoffe exakt in ihrer Art und Menge in einem Rohstoff oder einem Nahrungsmittel zu bestimmen. Besonders die Analysen von Aromastoffen seien sehr zeitaufwändig und somit teuer. AgE

Bioland kritisiert unzureichende Standards bei der Tierwohlkennzeichnung

Die Tierwohlkennzeichnung „Haltungsform“ des Lebensmitteleinzelhandels und das geplante staatliche Tierwohllabel von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gehen stellenweise selbst in den besseren Stufen nicht über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus. Dies ist laut Mitteilung des Anbauverbandes Bioland das Ergebnis eines Vergleichs dieser Siegel, in dem auch die Anforderungen der EU-Ökoverordnung und die eigenen Verbandsrichtlinien berücksichtigt wurden. „Die beiden Label grenzen an Verbrauchertäuschung“, kritisierte Bioland-Präsident Jan Plagge. Beim Einkauf griffen die Verbraucher zur vermeintlich besten Stufe und hielten noch nicht einmal mit voller Garantie die wirklich bestmögliche Stufe, nämlich Bio, in den Händen. „Die Konsumenten brauchen Orientierung anstatt Verwirrungstaktiken“, betonte Plagge. Er wies darauf hin, dass Schweine in den höchsten Stufen der beiden Kennzeichnungssysteme mit maximal 1,5 m2 deutlich weniger Platz im Stall einschließlich Auslauffläche hätten als es im Ökorecht mit 2,3 m2 Standard sei. Freilauf erhielten die Tiere sowieso nur in den obersten Stufen. Im Bereich des Einsatzes von Antibiotika und Arzneimitteln gebe es für keine der Stufen eine Einschränkung. Auffallend sei zudem, dass die Haltungskriterien für Muttertiere und Ferkel nahezu ausgeklammert würden. Bei beiden Labels habe jedes Tier in allen Stufen nur den gesetzlichen Mindeststandard von maximal 2,5 m2 Fläche zur Verfügung, während es nach EU-Ökoverordnung und bei Bioland 7,5 m2 seien. Auch Kastenstände, also die Fixierung von Sauen kurz vor und nach der Geburt, sei bei der Handelskennzeichnung und dem staatlichen Label erlaubt. Gleiches gelte für das Kupieren der Schweineschwänze, welches lediglich beim staatlichen Tierwohlsiegel ab Stufe 2 verboten sei. „Das staatliche Tierwohllabel und die Haltungsform sind kaum dazu geeignet, dem Verbraucher die Kaufentscheidung zu erleichtern“, stellte Plagge fest. Sie verwirrten mit komplizierten Abstufungen und beriefen sich zu oft auf den gesetzlichen Mindeststandard, um sich mit dem Aufdruck „Tierwohl“ schmücken zu können. Es sei zu hoffen, dass Klöckner Einsicht zeige und die Kritik an ihrem freiwilligen Label von Verbrauchern, Landwirten und ihren Kollegen auf politischer Ebene ernst nehme. Verbraucher, die beim Tierwohl auf Nummer sicher gehen wollten, sollten auf die Logos der Bioverbände mit ihren strengen Kriterien achten, empfahl der Verbandspräsident. AgE

BÖLW fordert erneut Tierwohlkennzeichnung nach dem Eierkonzept

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat seine Forderung nach einer staatlichen Tierwohlkennzeichnung gemäß dem Konzept bei den Schaleneiern bekräftigt. Falls es Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ernst meine mit einem europäischen Label, müsse sie auch ein Konzept vorlegen, das EU-tauglich sei, erklärte der BÖLW-Vorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein in Berlin. Es sei doch nicht vorstellbar, dass man sich in Deutschland einen Sonderweg ausdenke, diesen national einführe, damit Fakten schaffe und dann erwarte, dass der Rest Europas das dankbar für sich annehme. Deshalb müsse die Ministerin das Konzept aufgreifen, das heute schon europaweit funktioniere und von den Kunden gelernt sei; nämlich das der Eierkennzeichnung, so Prinz Löwenstein. Die Eierkennzeichnung sei nicht ohne Grund außerordentlich erfolgreich, denn diese zeige dem Kunden deutlich, wie die Tiere gehalten worden seien, und zwar auf jeder Eierpackung. Ein weiterer Vorteil sei, dass es keine weitere zeit- und kostenintensive Verbraucher- noch Marktforschung brauche, denn die Praxis beweise seit vielen Jahren, dass „die europaweite Haltungskennzeichnung beim Ei bekannt ist, verstanden wird und wirkt“. Wenn die Ministerin hingegen darauf bestehe, ein Label durchzusetzen, das genau umgekehrt gestaltet sei als das etablierte Eierkennzeichnungssystem, mache sie damit klar, dass es bei einem nationalen Alleingang für ein unverbindliches Zeichen bleiben solle, erklärte der BÖLW-Vorsitzende. Sowohl die SPD als auch einzelne unionsgeführte Landwirtschaftsministerinnen der Bundesländer, die Agrarexperten der Opposition im Bundestag sowie viele Verbände der Land- und Lebensmittelwirtschaft hätten Klöckner aufgefordert, ihren Sonderweg für ein freiwilliges Tierwohllabel abzubrechen. Gefordert werde die Vorlage eines Gesetzentwurfs, der eine verpflichtende Kennzeichnung für die gesamte Wirtschaft enthalte und der für alle Fleischprodukte am Markt eingesetzt werden könne. AgE

Danone auf Platz eins im Ranking der wertvollsten Molkereimarken

Der französische Konzern Danone wird von Brand Finance, einer international tätigen Agentur für Unternehmensbewertung, auf Platz eins der „Top 10 Most Valuable Dairy Brands" geführt, einem Ranking der globalen Molkereimarken. In der Liste, die im jetzt erschienenen „Annual Report on the World's Most Valuable Food and Soft Drink Brands“ zu finden ist, belegt die chinesische Yili Group, das größte Molkereiunternehmen Asiens, Platz zwei. Unter den Top 10 der Molkereimarken sind auch zwei europäische Unternehmen vertreten. Die Molkereigenossenschaft Arla Foods hat es auf Platz vier geschafft, während das italienische Unternehmen Parmalat, eine Tochter des französischen Molkereikonzerns Lactalis, auf Platz zehn vertreten ist. Danone und Yili haben sich auch Spitzenpositionen in dem ebenfalls von Brand Finance erstellten Ranking der 50 wertvollsten Lebensmittelmarken der Welt erkämpft. Hier belegt Danone Platz zwei; Yili folgt dahinter auf Rang drei. Die Spitzenposition nimmt die Nestlé S.A. ein, der weltweit größte Nahrungsmittelkonzern mit Hauptsitz im Schweizer Vevey. Die drei Unternehmen hatten bereits im vergangenen Jahr die ersten drei Plätze bei den wertvollsten Lebensmittelmarken belegt und konnten ihre Positionen verteidigen. Kriterium für die Rankings ist der von Brand Finance ermittelte Wert einer Marke. Dieser wird mit dem sogenannten Lizenzpreisanalogieverfahren ermittelt, das den in ISO 10668 festgelegten Industriestandards entspricht. Die Methode umfasst die Kalkulation des erwarteten zukünftigen Umsatzes, der auf die Marke zurückzuführen ist sowie die Frage, welche Lizenzgebühren ein Unternehmen für die Nutzung dieser Marke zu bezahlen hätte, wenn die Marke nicht bereits im eigenen Besitz wäre. AgE

Chinesen kaufen neuseeländische Molkereigenossenschaft

Die mehr als 100 Jahre alte Genossenschaftsmolkerei Westland auf der Südinsel Neuseelands wird am 1. August in chinesische Hände übergehen. Am 18.7. gab der Oberste Gerichtshof des Landes grünes Licht für den Verkauf, dem zuvor schon die Behörde für Auslandsinvestitionen sowie die Genossenschaftsmitglieder mit 93,8 % der Stimmen zugestimmt hatten. Neuer Eigentümer der viertgrößten Molkerei Neuseelands ist eine Tochtergesellschaft der Yili Industrial Group, dem größten Produzenten von Molkereiprodukten in China, der 2008 in den Melanin-Skandal verwickelt war. Nach Angaben von Westland beträgt der Kaufpreis 588 Mio NZ$ (351 Mio Euro), von denen die gut 400 Anteilseigner 246 Mio NZ$ (174 Mio Euro) erhalten werden; mit dem Rest müssen Schulden und Verbindlichkeiten der wirtschaftlich angeschlagenen Molkerei bezahlt werden. Im Jahr 2018 hatte Westland rund 690 Mio kg Milch verarbeitet und einen Erlös von 693 Mio NZ$ (414 Mio Euro) erzielt. In den vergangenen Jahren konnte aufgrund der hohen Schulden aber nur ein unterdurchschnittlicher Milchpreis gezahlt werden, weshalb die Genossenschaftsmitglieder mit großer Mehrheit für den Verkauf der Traditionsmolkerei stimmten. Yili hat sich verpflichtet, auch weiterhin die Milch von allen bisherigen Lieferanten abzuholen und die Auszahlungsleistung für zehn Jahre an den Erzeugerpreis von Fonterra anzugleichen. Auch das Personal und alle Verträge der Genossenschaftsmolkerei werden übernommen. Der Molkereivorstand von Westland zeigte sich Überzeugt, dass der Verkauf an den neuen chinesischen Eigentümer zu weltweit besseren Vermarktungsmöglichkeiten und einem wettbewerbsfähigen Milchauszahlungspreis führen werde. Er verwies darauf, dass Yili bereits 2013 die Oceania Dairy Group in Neuseeland übernommen und seitdem rund 660 Mio NZ$ (394 Mio Euro) in den Aufbau von Produktionslinien für Milchpulver, Babynahrung und UHT-Milch investiert habe. AgE

Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,5970 Euro

Berufsstand kämpft weiter gegen Milchpreissenkung

Der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Schweizer Milchproduzenten (SMP) lassen im Kampf gegen die von einigen großen Milchverarbeitern angekündigte Absenkung der heimischen Milchpreise nicht locker. Es sei nicht nachvollziehbar, wenn die bestpositionierten Unternehmen am Schweizer Markt mit Blick auf die milchärmere Periode Preissenkungen durchboxen wollten, während alle wichtigen Marktindikatoren entweder auf Stabilität oder eine positive Entwicklung hindeuteten, kritisierten die beiden Verbände. Vieles spreche hier für eine sehr direkte Margenverbesserung zu Lasten der Milchproduzenten. SBV und SMP betonten, sie erwarteten vielmehr, dass den Landwirten die Mehrleistungen des „Grünen Teppichs“, also der Standards für nachhaltige Milch, mit einem um 0,03 sfr (2,7 Cent) höheren Milchpreis entschädigt würden. Nach wie vor fehlten die sachlichen Marktargumente, die das angekündigte Vorgehen der Milchverarbeiter auch nur ansatzweise rechtfertigen würden, monierten beide Verbände. Fakt sei, das die Butterlager stark geräumt seien und sich die Milcheinlieferungen unter Vorjahresniveau bewegten. Zudem seien die Marktlage und Aussichten in der Europäischen Union stabil bis verhalten positiv. Es könne nicht hingenommen werden, dass die Schweizer Milchproduzenten nachweislich Mehrwerte schafften, die auf dem Markt wesentlich zu einer besseren Positionierung beitrügen, während der nachgelagerte Bereich dies eins zu eins für eine Margenverbesserung nutze. Hier fühlten sich die Milchbauern einer immensen Marktmacht ausgesetzt, beklagten SBV und SMP. Mit Blick auf die Diskussionen zur künftigen Agrarpolitik müssten deshalb zusätzliche Überlegungen über bessere Rahmenbedingungen angestellt werden, um die Marktstellung der Produzenten gleichwertig zu gestalten. AgE

Umrechnungskurs: 1 sfr = 0,8976 Euro

Nordzucker-Leitung bleibt trotz schwieriger Märkte optimistisch

Trotz der aktuellen Probleme am Zuckermarkt und anhaltender Wettbewerbsverzerrungen bleibt der Nordzucker-Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Gorissen optimistisch, was die zukünftigen Aussichten für die Erzeuger und Verarbeiter angeht. Auf der diesjährigen Hauptversammlung der Nordzucker AG beschrieb Gorissen die gegenwärtigen Bedingungen für den Konzern als „extrem anspruchsvoll“. Negative Treiber seien neben den derzeitigen Niedrigpreisen und Subventionen in Indien und Thailand auch die gekoppelten Zahlungen für den Rübenanbau in zahlreichen Ländern der EU. „Das verzerrt den Wettbewerb; hier ist die Politik gefordert“, so der Vorstandsvorsitzende. Trotz der bestehenden Unsicherheiten sieht Gorissen aber gute Perspektiven für das Unternehmen und die Anbauer. Er verwies dazu auf die weltweit kontinuierlich steigende Nachfrage und rechnet mittelfristig mit steigenden Preisen für Zucker aus Rübe und Rohr. Um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein und weiter zu wachsen, hat Nordzucker nach Angaben der Konzernspitze einen umfassenden Transformationsprozess im Kerngeschäft in Europa gestartet. Im Rahmen der Vertriebsstrategie sollen das Produkt- und Serviceportfolio angepasst, die Organisation auf die Kernprozesse fokussiert und die Kosten, insbesondere in der Verwaltung, deutlich reduziert werden. Zudem hat das Unternehmen den Einstieg ins Zuckerrohrgeschäft angekündigt und plant die Transaktion des zweitgrößten australischen Produzenten Mackay Sugar Limited zeitnah abzuschließen. Laut Konzernangaben bekräftigte die Hauptversammlung den Kurs des Unternehmens und entlastete Vorstand und Aufsichtsrat mit sehr großer Mehrheit. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Hauptversammlung der Aufsichtsratsvorsitzende Jochen Johannes Juister erneut in das Gremium gewählt und in der anschließenden konstituierenden Sitzung in seinem Amt bestätigt. AgE

Titel „Molkereimeister“ ein wichtiger Baustein im Berufsweg

Als einen wichtigen Baustein für einen interessanten und selbst gestalteten Berufsweg hat der Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hans-Joachim Harms, den Titel „Molkereimeister“ gewürdigt. Der erfolgreiche Abschluss des Molkereimeisterkurses werde sich auf jeden Fall amortisieren, betonte Harms auf der Feier des diesjährigen Molkereimeisterkurses des Milchwirtschaftlichen Bildungszentrums der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Nord-West. Laut Kammerangaben hatten sich 18 Schüler am letzten Tag der mehrtätigen Prüfung den Fragen der Prüfungskommission gestellt. Gemäß dem Tenor weiterer Gratulanten öffnen exzellente Fachkenntnisse, gekoppelt mit praktischer Erfahrung, überdurchschnittlichem Engagement und Flexibilität, die „Tür der Chancen“, hinter der sich gerade in Zeiten intensiver Veränderungen ein solides Karrierepotential verberge. Die Milchwirtschaft brauche derzeit Molkereimeister, die wie keine andere Berufsgruppe Theorie und Praxis verbinden könnten. Auch der Landwirtschaftskammer zufolge sind die Berufsaussichten für Molkereimeister hervorragend. Demnach haben nahezu alle Lehrgangsabsolventen, die aus den Bundesländern Bremen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kamen, bereits eine Anstellung sicher. AgE

Fonds zur globalen Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen eingerichtet

Einen Treuhandfonds zur internationalen Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen von Bakterien haben die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf der zweiten Ministerkonferenz zu diesem Thema Mitte Juni im niederländischen Noordwijk ins Leben gerufen. Wie die drei Organisationen erklärten, soll der Fonds für die Jahre 2019 und 2020 mit insgesamt 70 Mio $ (62,3 Mio Euro) ausgestattet werden. Mit diesem Geld würden zunächst Länder bei der Entwicklung von nationalen Aktionsplänen technisch unterstützt. Der Fonds soll fünf Jahre lang laufen. Den ersten Finanzierungsbeitrag leisteten die Niederlande mit 5 Mio $ (4,5 Mio Euro). Nach Angaben der Organisationen wird die Antibiotikaresistenz von Bakterien vor allem durch den überhöhten Einsatz und den Missbrauch von Antibiotika zur Bekämpfung von Krankheitserregern bei Menschen und Tieren beschleunigt. Medikamentenresistente Mikroorganismen verursachten global schätzungsweise 700 000 Todesfälle pro Jahr. Diese Zahl könne auf 10 Millionen Todesfälle steigen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen würden, warnten FAO, WHO und OIE. Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten betonte, dass es immer noch Handlungsspielräume gebe, um den Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion zu verbessern. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8902 Euro

Milchkühe vor Hitzewelle schützen

Angesichts der hohen Temperaturen sollten Milchviehhalter Maßnahmen ergreifen, um ihre Kühe vor Hitzestress zu schützen. Darauf hat das Portal proteinmarkt.de unter Berufung auf aktuelle Untersuchungen von Olaf Tober von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg Vorpommern hingewiesen. Demnach sollten Milchkühe spätestens ab einer Umgebungstemperatur von 28 °C durch geeignete Maßnahmen bei der Thermoregulation unterstützt werden, da dann die Vormagen- und Körpertemperatur steigt und die Tiere unter starkem Stress leiden. Laut der Untersuchung bedeutet das Überschreiten der oberen kritischen Temperatur der Kühe zunächst, dass die Tiere anfangen, die physiologischen Anpassungsmechanismen für eine erhöhte Wärmeabgabe zu aktivieren. Dazu gehörten Schwitzen, die Erhöhung der Atemfrequenz und der Körpertemperatur sowie die Verringerung der Aktivität und der Futteraufnahme. Hier kann man Tober zufolge von einer leichten Belastung sprechen, die sich im normalen physiologischen Adaptionsrahmen bewege. Die Tierhalter müssten sich aber im Klaren sein, dass die Kühe mit dem Überschreiten der oberen kritischen Temperatur zusätzliche Energie für die Thermoregulation aufwenden müssten, die nicht für die Leistungserbringung zur Verfügung stehe. Wenn sich die Umgebungstemperaturen so stark erhöhten, dass die physiologischen Mechanismen einen Anstieg der Körpertemperatur auf mehr als 40 °C nicht mehr verhindern könnten, werde die Wärmebelastung zu starkem Stress. Bei einer Kuh mit einer Milchleistung von etwa 30 kg pro Tag dürfte dieser Bereich laut der Studie je nach Luftfeuchte mit 28 °C bis 34 °C erreicht sein. Spätestens hier werde effektiv unterstützende technische Kühlung „zum Muss“. AgE

Forscher wollen Lebensmittel ohne Landwirtschaft erzeugen

Mit einem innovativen Verfahren wollen schwedische Forscher Futter- und Lebensmittel ohne Photosynthese oder herkömmliche Landwirtschaft erzeugen und so die Umweltauswirkungen der Agrarproduktion drastisch reduzieren. Wie die Universität Uppsala berichtete, setzen Wissenschaftler um Prof. Tomas Linder dabei auf die Fähigkeit bestimmter Mikroorganismen, essbare Proteine, Fette und weitere Stoffe aus einfachen organischen Substanzen herzustellen. Vorbild ist der auch in Deutschland verfügbare Fleischersatz „Quorn“, der aus dem fermentierten Myzel des Schlauchpilzes Fusarium venenatum erzeugt wird. „Futtergrundlage“ der Mikroorganismen sind in dem von Linder konzipierten Prozess Kohlenwasserstoffe wie Alkohol oder organische Säuren, die zuvor auf chemischem Wege aus atmosphärischem Kohlendioxid und Wasser hergestellt wurden. Dies wäre dem Biochemiker zufolge wesentlich ressourceneffizienter und klimaschonender als die bisher üblichen Methoden zur Erzeugung pflanzlicher oder sogar tierischer Nahrungsmittel. Linder weist darauf hin, dass die Sojabohnenerzeugung heute weltweit rund 120 Mio ha an Ackerland und damit in etwa die Gesamtfläche von Südafrika beanspruche. Die gleiche Menge an Protein könnte mit Hilfe von Mikroorganismen auf Produktionsflächen im Umfang der schwedischen Insel Öland hergestellt werden. Da die Wachstumsbedingungen der Organismen in speziellen Tanks reguliert würden, sei die Produktion zudem unabhängig von den Witterungsbedingungen und könne theoretisch in allen Klimazonen stattfinden, erläuterte der Forscher. Linder betont zudem, dass die dafür notwendigen Technologien bereits zur Verfügung stünden. So sei es problemlos möglich, Kohlendioxid aus der Luft zu extrahieren und beispielsweise in Methanol umzuwandeln, das zum Füttern der Mikroorganismen eingesetzt werden könne. Der schwedische Wissenschaftler regt an, die Methode insbesondere zur Erzeugung von Eiweißfuttermitteln einzusetzen, um den klimatischen Fußabdruck der Tierproduktion zu verringern. AgE

Weniger Reserveantibiotika in der Tierhaltung eingesetzt

Die Tierhalter in Deutschland haben in den vergangenen Jahren nicht nur den Verbrauch von Antibiotika spürbar verringert, sondern gemeinsam mit den Tierärzten auch die Verwendung sogenannter Reserveantibiotika eingeschränkt. Darauf hat das Landvolk Niedersachsen erneut hingewiesen und sich dabei auf Monitoringergebnisse der QS Qualität und Sicherheit GmbH bezogen. Denen zufolge ist die Einsatzmenge der in der Humanmedizin besonders wichtigen Antibiotikagruppen, den sogenannten kritischen Antibiotika, im vergangenen Jahr gegenüber 2017 bei Cephalosporinen der 3. oder 4. Generation um 30 % gesunken. Bei den Fluorchinolonen wurde ein Rückgang um fast 20 % erreicht. Dem Landvolk zufolge erfasst das Antibiotika-Monitoring im QS-System bereits seit 2012 den Einsatz dieser Tierarzneimittel in der Nutztierhaltung in einer Datenbank. Von 2014 bis 2018 ist demnach der Antibiotikaeinsatz bei den Haltern von Schweinen, Geflügel oder Mastkälbern im QS-System insgesamt von 706 t auf 464 t und damit um 34 % gesunken. Die dabei erfolgte Minderung der Gaben von Antibiotika, die für den Menschen wichtig sind, widerlege den Vorwurf, wonach der Einsatz dieser Reserveantibiotika in der Tiermedizin in jüngster Vergangenheit angestiegen sein solle, betonte der Landesbauernverband. Er hob vor dem Hintergrund von Resistenzbildungen hervor, dass Antibiotika in der Nutztierhaltung grundsätzlich nicht prophylaktisch, sondern nur aufgrund einer vorherigen, konkreten Diagnose des Tierarztes eingesetzt würden. Gerade mit Blick auf den Tierschutz müssten aber auch kranke Tiere medizinisch behandelt werden. Trotz dieser Notwendigkeit zeigten die rückläufigen Zahlen zur Verabreichung von Reserveantibiotika aus dem QS-Antibiotika-Monitoring, dass Tierhalter und Tierärzte für dieses Thema ausreichend sensibilisiert und in hohem Maße um einen restriktiven Einsatz bemüht seien. AgE