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Einheitliche Löschfrist für Verstöße gegen Lebensmittelrecht kommt

BERLIN. Die Bundesregierung hat den Weg zu einer Vereinheitlichung der Löschfristen für Verstöße gegen die Lebensmittelsicherheit geebnet. Das Kabinett beschloss am 01. August in Berlin den „Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches“ und setzte damit das im Koalitionsvertrag vereinbarte Vorhaben einer rechtssicheren Veröffentlichung von festgestellten Verstößen gegen die Lebensmittelsicherheit um. Nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner werden Verbraucher im Rahmen der jetzt beschlossenen Regelung sechs Monate lang transparent über festgestellte Verstöße gegen die Lebensmittelsicherheit informiert. Die Löschfrist von sechs Monaten gelte nun einheitlich für alle Länder und beende damit den bisher bestehenden „Flickenteppich“ an unterschiedlichen Verfahrensweisen, so die Ministerin. Nach Klöckners Ansicht bringt die Neuregelung „ein deutliches Plus an Verbraucherschutz“ mit sich, da die betroffenen Verstöße gegen das Lebensmittelrecht nun wieder verlässlich und rechtssicher durch die Länder veröffentlicht werden können. Der Kabinettsbeschluss trage somit zur Schaffung von Vertrauen und Transparenz bei, betonte die Ressortchefin. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium hatte das Bundesverfassungsgericht im März dieses Jahres entschieden, dass die Verpflichtung zur amtlichen Information über Verstöße des Lebensmittel- und Futtermittelrechts grundsätzlich verfassungskonform ist. Mit dem gleichen Urteil war der Gesetzgeber aber beauftragt worden, eine Regelung zur Dauer der Veröffentlichung zu treffen. Dem vorangegangen waren weitere Entscheidungen mehrerer Verwaltungsgerichte, die verfassungsrechtliche Bedenken gegen diese Vorschrift erhoben und deren Vollzug vorläufig untersagt hatten.

Reichlich Fleisch und Milchprodukte in den US-Kühlhäusern

stände teilweise auf neue Rekordhöhen anschwellen lassen. Aktuellen Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zufolge befanden sich zum Stichtag 30. Juni 2018 insgesamt 631 640 t Käse im Kühllager. Das waren nicht nur 5,8 % mehr als im Vorjahresmonat, sondern so viel wie noch nie seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1917. Die Butterbestände haben gegenüber Mai zwar leicht abgenommen; mit 152 590 t lagen sie Ende Juni jedoch noch um 8,5 % über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Die höheren Bestände sind auch eine Folge der zuletzt etwas schwächeren Inlandsnachfrage bei steigender Milcherzeugung, die laut USDA im laufenden Jahr gegenüber 2017 um 1,1 % auf 98,79 Mio t zunehmen soll. Im Fleischbereich sind den Washingtoner Analysten zufolge zuletzt die Geflügelbestände weiter angewachsen. Ende Juni 2018 übertraf die Gefrierhausmenge an Hähnchenfleisch mit 403 070 t das Vorjahresniveau um 10,3 %; das war die höchste jemals festgestellte Menge in einem Juni seit 1939. Die Vorräte an Putenfleisch beliefen sich auf 255 045 t; was in etwa dem Vorjahresniveau entsprach. Deutlich abgenommen gegenüber Mai haben hingegen die Gefrierhausmengen an Schweinefleisch, nämlich um 10,2 % auf 254 030 t. Damit befand sich hiervon ebenso viel Ware im Lager wie Ende Juni 2017. Auch bei Rindfleisch kam es im Berichtsmonat gegenüber Mai zu einem Bestandsabbau, doch übertrafen die Vorräte mit 203 470 t das Niveau von vor zwölf Monaten um 8,0 %. Rekordmengen für einen Juni wurden in den US-Kühlhäusern zudem bei Kalbfleisch mit 6 780 t und bei Schaffleisch mit 11 875 t verzeichnet. Für 2018 rechnet das USDA mit einem Anstieg der gesamten US-Fleischerzeugung um 2,9 % auf fast 46,8 Mio t. Dazu soll vor allem ein um 4,5 % höheres Schweinefleischaufkommen und eine um 3,7 % wachsende Rindfleischproduktion beitragen. Bei Hähnchen soll die Erzeugung gegenüber 2017 um 2,0 % zulegen, bei den Puten dagegen um 0,7 % sinken. Sollten die von China und auch Mexiko eingeführten Strafzölle für US-Milchprodukte und Fleisch Wirkung zeigen und die Exporte schmälern, dürften Analysten zufolge nicht nur die Preise sinken, sondern auch die Kühlhausbestände weiter hoch bleiben. AgE

Trump subventioniert Farmer mit 12 Milliarden Dollar wegen Handelseinbußen

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) will die Bauern im eigenen Land mit umfangreichen Finanzmitteln unterstützen und reagiert damit auf wirtschaftliche Einbußen der Branche als Folge von „ungerechtfertigten“ Vergeltungszöllen Chinas auf US-Agrarprodukte. Wie das USDA am 24.7. erklärte, sollen für diesen Zweck bis zu 12 Mrd $ (10,24 Mrd Euro) bereitgestellt werden. Dabei werde auf bereits budgetierte Mittel der staatlichen Commodity Credit Corporation (CCC) zurückgegriffen. Die Einbußen in der Landwirtschaft durch den Handelskonflikt mit China beziffern die Washingtoner Beamten auf insgesamt 11 Mrd $ (9,4 Mrd Euro). Im Einzelnen plant das USDA stufenweise Zahlungen an die Erzeuger von Sojabohnen, Sorghum, Mais, Weizen, Baumwolle, Milch und Schweinen. Außerdem ist vorgesehen, unerwartete Überschüsse der von den Vergeltungszöllen betroffenen Produkte wie Obst, Nüsse, Reis, Gemüse, Rindfleisch, Schweinefleisch und Milch zu kaufen und im Rahmen von Nahrungsmittelhilfeprogrammen an Bedürftige zu verteilen. Darüber hinaus will das Washingtoner Agrarressort mit den CCC-Mitteln ein Absatzförderungsprogramm finanzieren, das den Sektor bei der Öffnung neuer Märkte unterstützen soll. Im Detail sollen die Einzelmaßnahmen am 3. September vorgelegt werden.

Perdue: China kann US-Farmer nicht „schikanieren“
Laut US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue macht die Entscheidung der Trump-Regierung deutlich, dass China die US-Farmer nicht „schikanieren“ könne, um die USA zu zwingen, im Handelsstreit klein beizugeben. Die geplanten Hilfsmaßnahmen seien eine kurzfristige Lösung, die es US-Präsident Donald Trump ermöglichen solle, gleichzeitig an langfristigen Handelsvereinbarungen zum Wohle der Agrarbranche und der gesamten US-Wirtschaft zu arbeiten. „Der Präsident hat versprochen, allen amerikanischen Farmern und Ranchern Rückendeckung zu geben“, versicherte Perdue. Leider seien die landwirtschaftlichen Erzeuger „unfairerweise und überproportional“ von Chinas „illegalen Handelspraktiken“ getroffen worden. Die hohen chinesischen Zölle störten den Handel, drückten auf die Produktpreise und erhöhten die Vermarktungskosten, weil neue Absatzmärkte gefunden werden müssten.

AFBF für rasche Beendigung des „Handelskrieges“
Bei den Landwirten trafen die Subventionspläne nur eingeschränkt auf Zustimmung. So kann aus Sicht des Präsidenten des größten US-Bauernverbandes (AFBF), Zippy Duvall, nicht genug betont werden, dass die Landwirte als Folge des Verlustes von Exportmärkten schlimme Konsequenzen zu tragen hätten. Erneut sprach er sich für ein rasches und sicheres Ende des „Handelskrieges“ und für die Abschaffung der Zölle aus, die die US-Landwirtschaft beeinträchtigten. In dieselbe Kerbe schlug der Präsident des zweitgrößten US-Bauernverbandes (NFU), Roger Johnson. Er bezifferte die landwirtschaftlichen Einbußen durch Handelsverzerrungen allein für den vergangenen Monat auf mehr als 13 Mrd $ (11,1 Mrd Euro). „Präsident Trumps eskalierender Handelskrieg mit China und vielen anderen Ländern wird große Anstrengungen erfordern, um die Erzeuger von Lebensmitteln, Kraftstoffen und Fasern zu schützen. Ihre Existenzgrundlage hängt an jedem Tweet, jeder Drohung und jeder Zollentscheidung des Weißen Hauses“, so Johnson. Die geplanten Nothilfen lösten das langfristige Problem nur kurzfristig. Vielmehr müsse die US-Regierung einen Unterstützungsmechanismus entwickeln, der den erheblichen Schaden auf den wichtigsten Märkten in den kommenden Jahren abfedern könne. „Das sollte in Kooperation mit dem Kongress geschehen, damit die Agrarhaushalte ausreichend ausgestattet sind, wenn die Märkte zusammenbrechen“, erklärte Johnson. AgE
Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8535 Euro

Hogan rechnet mit weiterhin stabilem EU-Milchmarkt

EU-Agrarkommissar Phil Hogan rechnet mit einer vorerst weiterhin stabilen Entwicklung des europäischen Milchmarktes. Beim Agrarrat berichtete der Ire jedoch von etwas stärker gesunkenen Milchpreisen in den ersten vier Monaten dieses Jahres als saisonal üblich. Allerdings lägen die gegenwärtigen Preise mit 32,6 Cent/kg im EU-Mittel noch auf einem „gesunden“ Niveau. Zudem wachse die Nachfrage auf den Weltmärkten, stellte der Agrarkommissar fest. Die EU-Exporte von Magermilchpulver, Butter und Käse hätten im ersten Quartal dieses Jahres über den bereits hohen Ausfuhrmengen zu Beginn des vergangenen Jahres gelegen. Dabei sorgten die Probleme im Milcherzeugerland Neuseeland für Entlastung auf dem Weltmilchmarkt. Besonders gut sieht es derzeit laut Hogan bei der Butter aus. Umgerechnet auf die Rohmilch würde der aktuelle Butterpreis dem Agrarkommissar zufolge eine Auszahlung von mehr als 37 Cent/kg erlauben. Allerdings warnte er zugleich, dass das Risiko eines allgemeinen Überangebotes an Milch auf den Weltmärkten nicht gebannt sei. Probleme mache weiterhin der Magermilchmarkt. Daher sei auch ein vorsichtiger Umgang mit den noch eingelagerten Interventionsbeständen notwendig. Der Forderung von Frankreichs Landwirtschaftsminister Stéphane Travert nach einer Nutzung der Magermilchbestände in der Tierfütterung erteilte der Brüsseler Agrarchef allerdings eine Absage. Dies sei zu teuer. Der bisherige Weg eines sehr „vorsichtigen“ und schrittweisen Verkaufs der Interventionsbestände werde fortgesetzt. Insgesamt kritisch beurteilte der Agrarkommissar die aktuelle Lage auf dem EU-Schlachtschweinemarkt. Nach einer hohen Preiskurve in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres hätten sich die Notierungen 2018 stark nach unten bewegt. Verantwortlich dafür machte Hogan das Überangebot sowie die Probleme mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Eine weitere Ausbreitung des Virus wäre ein „unkalkulierbares Risiko“ gerade im Hinblick auf die immer noch starken Exporte in Drittstaaten, sagte der Ire. Er lobte aber die Mitgliedstaaten für die von ihnen ergriffenen Maßnahmen, um der Seuche Einhalt zu gebieten. AgE

Landesvereinigung rückt Milch in den Mittelpunkt

Ein positives Fazit hat die Landesvereinigung (LV) der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen nach der Milchwoche im Kreis Kleve gezogen. Vom 1. Juni bis zum 7. Juni sei bei insgesamt 17 Veranstaltungen den Verbrauchern das Naturprodukt Milch näher gebracht worden, teilte die LV am 13.6. mit. Die Besucher hätten vielfältige Möglichkeiten gehabt, sich über die Herkunft und die Weiterverarbeitung des vielseitigen Produktes zu informieren. Zu den Aktionen der Milchwoche zählten unter anderem die Besichtigung eines Milchviehbetriebes mit angeschlossener Hofmolkerei, eine Milchradtour, Besuche in Schulen und Altenheimen sowie Auftritte der Kinderrockband „Randale“ und des Fernsehkochs Björn Freitag. Laut LV stand die Milch eine ganze Woche lang unter Mitwirkung des Kreises, regionaler Akteure und Erzeuger, Molkereien und des Handels im Mittelpunkt. Ziel sei es gewesen, das positive Image des Naturproduktes Milch und die Akzeptanz für die Milchproduktion und -verarbeitung auszubauen. Initiiert wurde die Milchwoche von der LV mit Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen und dem Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium. AgE

Neue Molkereimeister ausgebildet

Insgesamt 14 Teilnehmer haben erfolgreich den Molkereimeisterkurs des Milchwirtschaftlichen Bildungszentrums der Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Nord-West absolviert. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilte, wurden die Meisterbriefe feierlich im Beisein von zahlreichen Ehrengästen am 8.6. in Oldenburg überreicht. Bei der Veranstaltung würdigten unter anderem der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hermann Hermeling, und der Vorsitzende des Fachverbandes der Milchwirtschaftler, Dieter Koch-Hartke, die Leistungen der neuen Molkereimeister. Die Investition in die berufliche Zukunft, die den Fachleuten sehr viel abverlange, sei ein wichtiger Baustein für einen interessanten und selbst gestalteten Berufsweg und werde sich auf jeden Fall amortisieren, hieß es einhellig. Die Milchwirtschaft brauche Molkereimeister, die wie keine andere Berufsgruppe Theorie und Praxis verbinden könne. Nach Angaben der Kammer sind die Berufsaussichten für Molkereimeister hervorragend. Nahezu alle Lehrgangsabsolventen, die aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen stammten, hätten bereits eine Arbeitsstelle sicher. Darüber hinaus genieße das Milchwirtschaftliche Bildungszentrum als Aus- und Fortbildungsstätte bundesweit einen sehr guten Ruf. Es bietet zwei Formen des Lehrgangs zum Molkereimeister an, die klassische achtmonatige sowie die berufsbegleitende, in drei Blöcke gegliederte dreijährige Variante. Der nächste Molkereimeisterlehrgang beginnt am 6. August 2018. AgE

Südtirols Vorschlag zur Lebensmittelpolitik könnte EU-Pilotprojekt werden

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher in Aussicht gestellt, dessen Konzept für eine nachhaltige Lebensmittelpolitik als EU-Pilotprojekt zu lancieren. Wie die Regierung der autonomen Provinz in Norditalien am Montag vergangener Woche (4.6.) mitteilte, wird sich Südtirol um die Teilnahme an der Pilotstudie bewerben und damit unter anderem damit beginnen, in Schulen und Krankenhäusern mehr regionale Lebensmittel zu verwenden. Kompatscher will mit seinem Ansatz eine nachhaltige Herstellung, kurze Produktionsketten und Regionalität, die Förderung von kleinbäuerlichen Strukturen, eine höhere Biodiversität und Tierschutzstandards voranbringen, aber auch die Erziehung zu gesunder Ernährung und die gesetzliche Möglichkeit für öffentliche Verwaltungen, beim Einkauf regionalen Produkten den Vorzug zu geben. Zudem sollten die bürokratischen Hürden in Zusammenhang mit lokalen Lebensmitteln reduziert werden, die „viele Bauern von einer Eigenvermarktung“ abhielten. Auch müssten die Fachterminologie und die Etikettierung europaweit auf eine vergleichbare Ebene gebracht werden, so Kompatscher. Überdies sollten die Umweltauswirkungen des Nahrungsmittelsystems vor Ort überwacht werden. AgE

DLG schreibt Innovation Award „Junge Ideen“ aus

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) schreibt auch in diesem Jahr wieder einen Preis für den Forschungsnachwuchs im Bereich Lebensmitteltechnologie aus. Der DLG-Innovation Award „Junge Ideen“ ist mit 2 500 Euro dotiert und fördert Forschungsarbeiten junger Wissenschaftler. Neben der wissenschaftlichen Qualität sollen die Arbeiten von hohem praktischen Nutzen sein und zur Lösung praxisrelevanter Fragestellungen in der Lebensmittelbearbeitung und -verarbeitung beitragen. Die Ausschreibung des Preises erfolgt laut DLG im Rahmen eines Call-for-Papers-Verfahrens. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2018. Anmeldeunterlagen und Abstract-Vorlagen stehen als Download unter www.DLG.org zur Verfügung. Mit dem DLG-Innovation Award „Junge Ideen“ werde die herausragende Bedeutung der Lebensmitteltechnologie für die Innovations- und Qualitätsarbeit der Lebensmittelbranche unterstrichen, betonte die Landwirtschafts-Gesellschaft. Zugelassen sind ihr zufolge Projekt-, Semester- oder Abschlussarbeiten im Rahmen von Bachelor- und Master-Studiengängen, Promotionsarbeiten sowie sonstige Forschungsarbeiten und Forschungsprojekte, auch außerhalb von Hochschulen. Die eingereichten Arbeiten können produkt- und branchenübergreifend unter anderem folgende Themenbereiche umfassen: Lebensmitteltechnologie, Verpackung, Abfülltechnologie, Ingredienzien, Produktentwicklung, Automatisierung, Qualitätssicherung, Hygiene, Gesundheit, Ernährung sowie Geschäftsmodelle. Die eingereichten Abstracts werden von einem wissenschaftlichen Beirat bewertet. Die Preisverleihung findet im Rahmen des DLG-Forums „Innovation: Neue Technologien für Lebensmittelverpackungen“ am 4. Dezember 2018 in Frankfurt statt. AgE

Große Lagerbestände an Milcherzeugnissen in Russland

Infolge des rückläufigen Verbrauchs von Milch und Milcherzeugnissen befinden sich in den staatlichen und kommunalen Lagerhäusern Russlands „riesige Mengen“ von Milchprodukten. Dies berichtete zumindest die Abteilungsdirektorin vom Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IPEI) der Russischen Akademie der Wissenschaften, Natalja Schagaiga. Laut ihren Angaben beliefen sich Ende 2017 die Lagerbestände an Butter auf 23 000 t, an Milchpulver auf 30 000 t und an Käse und Käseprodukten auf 64 000 t. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Milcherzeugnissen ist 2017 laut einer Schätzung des Moskauer Landwirtschaftsministeriums gegenüber dem Vorjahr um 5,6 kg auf 233,4 kg Milchäquivalent gesunken. Die heimische Milchproduktion deckt dem Agrarressort zufolge aber dennoch nur 80 % bis 82 % des Bedarfs ab; eigentlich sollte das Niveau gemäß dem Regierungsprogramm für die Importsubstitution von Nahrungsmitteln bereits bei 90 % liegen. Die Selbstversorgung mit Rohmilch werde voraussichtlich erst in vier bis fünf Jahren erreicht sein, erklärte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Dschambulat Chatuow. Nach seinen Angaben hat Russland im vergangenen Jahr mit 172 100 t rund 7 % weniger Rohmilch importiert als im Vorjahr, davon stammten 120 500 t aus Weißrussland. AgE

EEX startet Flüssigmilchfuture im August

Die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig wird den Handel mit Milchprodukten am 15. August um einen Flüssigmilchfuture erweitern und damit etwas später als zuvor geplant. Ursprünglich sollte das Derivat bereits in der ersten Hälfte des laufenden Jahres eingeführt werden. Trotzdem wäre die EEX damit die erste Börse in Europa, die Flüssigmilchkontrakte anbietet. Wie das zur Gruppe Deutsche Börse gehörende Unternehmen mitteilte, wird die Kontraktgröße auf 25 000 kg Milch festgesetzt. Zur finanziellen Abrechnung des Futures soll der Börse zufolge der „EEX European Liquid Milk Index“ genutzt werden. Dieser berücksichtige gleichgewichtig Milchpreise aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Irland, die von der EU-Milchmarkt-Beobachtungsstelle (Milk Market Observatory - MMO) ermittelt würden. Der Leiter des EEX-Agrarproduktsegments, Sascha Siegel, erklärte, dass man mit dem neuen Kontrakt den Bedürfnissen des europäischen Milchmarktes entspreche. „Die Preisentwicklung für Butter, Magermilch- und Molkenpulver in den vergangenen Jahren zeigt, dass die europäischen Märkte für Milchprodukte großen Preisschwankungen unterliegen. Wir sind überzeugt davon, dass das neue Produkt eine attraktive Ergänzung für das Risikomanagement in den Agrarmärkten darstellt“, so Siegel. An der EEX werden bislang Futures auf Butter, Magermilchpulver und Molkenpulver gehandelt. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Börse 137 820 t Warenäquivalent umgesetzt; das waren 68 % mehr als 2016. Damit ist die EEX der führende börsliche Terminmarkt für Milchprodukte in Europa. Unterdessen zeigte sich der Deutsche Bauernverband (DBV) in Berlin erfreut über die angekündigte Einführung des Flüssigmilchfutures, denn damit werde der Zugang zur Warenterminbörse für den einzelnen landwirtschaftlichen Unternehmer erleichtert. „Jedes Instrument, das hilft, Risikomanagement zu betreiben, ist ein gutes Instrument“, erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Allerdings sieht der Bauernverband vor allem weiterhin die Molkereien - aber auch Milcherzeugergemeinschaften - in der Verantwortung, die Absicherung für ihre Mitglieder und Lieferanten zu übernehmen und ihnen so feste Abnahmepreise über einen längeren Zeitraum anzubieten. Molkereien im internationalen Wettbewerb wie Müller Milch UK, Dairy Farmers of America und Glanbia Ireland böten diese Dienstleistung für ihre Lieferanten erfolgreich an, so der DBV. AgE

Neuer Nachweistest für tierisches Protein in Futtermitteln

Einen sicheren Test für den Nachweis unerwünschter tierischer Proteine wie beispielsweise Rinder-Tiermehl in Futtermitteln verspricht ein neues Verfahren, das Wissenschaftler am Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI) der Universität Tübingen entwickelt haben. Im Fokus des vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Verbundprojekts „Animal-ID“ stehen die Bruchstücke von Proteinen, die sogenannten Peptide. Bei dem Verfahren werden nach Angaben der Universität die in der Futterprobe enthaltenen Proteine zunächst mit Hilfe des Enzyms Trypsin zerlegt, um lösliche Peptide zu erhalten. In einem zweiten Schritt fischen von NMI-Forschern entwickelte Antikörper die für Rinder typischen Peptide aus der Mischung. Anschließend wird mit einer Kombination aus Flüssigchromatographie und Massenspektrometrie die Menge der Zielpeptide zuverlässig bestimmt. Laut dem beteiligten Wissenschaftler Andreas Steinhilber vom NMI wird mit dem Verfahren derzeit eine Nachweisgrenze von 1 Gramm Rindermehl in 1 Kilogramm pflanzlichem Rinderfuttermittel erzielt. Die Methode ist laut Steinhilber allerdings nicht auf Rinderprotein beschränkt. Mit dem gleichen Verfahren könne in Zukunft auch festgestellt werden, ob beispielsweise Pferdefleisch in einer Lasagne untergemischt worden sei. Der vom NMI vorgestellte Nachweis soll nun für eine kommerzielle Nutzung weiterentwickelt werden. AgE

Ebner drängt auf Glyphosatverbot

Die Ankündigung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, in Deutschland den Einsatz des umstrittenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat spätestens bis 2021 zu beenden, ist von den Grünen begrüßt worden. Allerdings zeigte sich deren Agrarsprecher Harald Ebner hinsichtlich eines tatsächlichen Glyphosatverbots skeptisch, da Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner federführend bei dem Thema sei. Für Klöckner stehe ein Ende des Glyphosateinsatzes aber „nicht zur Diskussion“, beklagte Ebner. Daher seien die Erwartungen an ein angekündigtes Gespräch zwischen den beiden Ministerinnen gering. Der Grünen-Politiker forderte die Bundesregierung erneut auf, den Glyphosatausstieg schnellstmöglich einzuleiten. Dazu brauche es ein sofortiges Verbot für den Einsatz zum privaten Gebrauch und auf öffentlichen Flächen. Für die Landwirtschaft seien „größtmögliche Anwendungsbeschränkungen“ nötig. Auch beim Verbot der Neonikotinoide müsse Klöckner „erst noch beweisen“, dass sie den Kurs ihres Vorgängers Christian Schmidt korrigiere, erklärte Ebner. Schmidt habe beim Bienenschutz „immer viel versprochen, aber kaum etwas gehalten“. Der Grünen-Politiker bezog sich mit seinen Anmerkungen auf Medienberichte, denen zufolge Schulze einen Glyphosatausstieg bis 2021 ankündigt hatte. Begründet hatte sie das vor allem mit dem Insektensterben und der Bedeutung der Bienen. Deshalb müsse auch der Einsatz von Neonikotinoiden beendet werden, so die Bundesumweltministerin. AgE

Winter zum „Chef-Koordinator Lebensmittelsicherheit“ ernannt

Zum „Chef-Koordinator“ Lebensmittelsicherheit hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Ministerialbeamten Dr. Michael Winter ernannt. Der Leiter der Unterabteilung „Gesundheitlicher Verbraucherschutz - Sicherheit der Lebensmittelkette“ im Agrarressort fungiert künftig als Bindeglied zwischen den europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörden und den Behörden der Länder. Er soll dazu beitragen, dass im Krisenfall ein schnellerer Informationsaustausch und eine bessere Abstimmung möglich sind. Klöckner trägt damit einem Beschluss der EU-Agrarminister vom September vergangenen Jahres Rechnung. Damals hatten die Ressortchefs als Reaktion auf die illegale Anwendung von Fipronil in Legehennenbetrieben ihre Bereitschaft erklärt, den Informationsfluss und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission zu verbessern. Winter leitet seit 2011 die Unterabteilung „gesundheitlicher Verbraucherschutz - Sicherheit der Lebensmittelkette“ im Bundeslandwirtschaftsministerium. Der Lebensmittelchemiker ist Mitglied im Verwaltungsrat der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Zudem nimmt Winter für sein Ressort Aufsichtspflichten im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wahr. AgE

Kühlhäuser gut mit Fleisch und Milchprodukten gefüllt

In den USA sind die Lagerbestände an Milcherzeugnissen und Fleisch zuletzt weiter angewachsen. Aktuellen Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zufolge befanden sich zum Stichtag 28. Februar 2018 insgesamt 596 090 t Naturkäse im Kühllager. Das waren nicht nur 2,8 % mehr als im Vorjahresmonat, sondern so viel wie noch nie seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1917. Zudem haben die Butterbestände innerhalb eines Monats um gut ein Fünftel zugenommen; mit 125 640 t lagen sie Ende Februar um 2,6 % über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Die höheren Bestände sind eine Folge der anhaltenden Steigerung der Milcherzeugung in den USA. Im vergangenen Jahr hatte laut USDA die Produktion gegenüber 2016 um 1,5 % auf 97,75 Mio t zugenommen; im laufenden Jahr soll sie um etwa 1,6 % zulegen und 99,3 Mio t erreichen. Im Fleischbereich sind den Washingtoner Analysten zufolge insbesondere im Sektor Geflügel die Bestände weiter gewachsen. Ende Februar übertraf die Gefrierhausmenge an Hähnchenfleisch mit 410 590 t das Vorjahresniveau um 15,2 % und lag nur rund 8 400 t unter der bisherigen Februar-Rekordmarke aus dem Jahr 2006. Die Vorräte an Putenfleisch beliefen sich auf 193 580 t; das waren 12,8 % mehr als Ende Februar 2017. Merklich gestiegen sind binnen Jahresfrist auch die Gefrierhausmengen von Schweinefleisch, nämlich um 8,3 % auf 278 920 t. Bei knochenlosem Schinken fiel die Lagermenge mit 38 945 t so hoch wie noch nie aus, und die Bestände an Bäuchen haben sich im Vorjahresvergleich nahezu verdreifacht. In den US-Gefrierhäusern befanden sich Ende Februar zudem 24,8 % mehr Kalbfleisch und 10,3 % mehr Schaffleisch als zwölf Monate zuvor. Lediglich die eingefrorene Menge an Rindfleisch nahm ab, und zwar um 8,4 % auf 208 780 t. Für 2018 rechnet das USDA mit einem Anstieg der gesamten Fleischerzeugung um 3,8 %, wozu vor allem das um jeweils gut 5 % höhere Aufkommen an Rind- und Schweinefleisch beitragen soll. Für den Pro-Kopf-Verbrauch erwarten die Analysten gegenüber 2017 eine Zunahme um 2,5 kg auf 100,8 kg im Mittel. AgE

Siegel „Ohne Gentechnik“ immer bekannter

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) sieht sich mit seinem Siegel „Ohne Gentechnik“ gut aufgestellt. Er verwies am 27.3. auf den aktuellen Gütesiegel-Monitor des Unternehmens Splendid Research und eine Studie des Marketingexperten Prof. Henning Buxel von der Fachhochschule Münster, wonach vor allem der Wiedererkennungswert von „Gentechnikfrei“-Siegeln zugenommen habe. Laut den aktuellen Ergebnissen des Gütesiegel-Monitors legte die Bekanntheit des VLOG-Siegels um 21,8 % zu, was die Marktforscher laut VLO-Meldung auf die „politischen Kontroverse um das Thema Gentechnik“ zurückführen. Das Siegel befasse sich mit einem Thema, das die Verbraucher bewege. Splendid Research kam zu dem Ergebnis, dass 72 % der Verbraucher beim Lebensmittelkauf besonders auf Gütesiegel achten, um die Produktqualität zu bewerten. Der VLOG hob außerdem das Ergebnis der Buxel-Untersuchung hervor, wonach 63 % der von ihm befragten Verbraucher ein Prüf- beziehungsweise Gütesiegel bei Lebensmitteln besonders wichtig finde, wenn es darum gehe, ob das Produkt frei von Gentechnik sei. Keine andere Eigenschaft erreiche einen so hohen Wert. Das Ohne-Gentechnik-Siegel erzielte in Buxels Studie eine Bekanntheit von einem Drittel und habe damit noch vor dem Demeter-Siegel, dem Qualitätsstandard QS oder dem Regionalfenster gelegen. Beide Studien hätten zudem eine positive Wirkung von Gütesiegeln auf die Kaufwahrscheinlichkeit belegt. Im VLOG sind Landwirte, Verarbeiter, Vermarkter, Lebensmittelhersteller und Handelsunternehmen ebenso wie Berater, Vereine und Privatpersonen organisiert. Zu den derzeit knapp 640 Lizenznehmern und Mitgliedern zählen auch die Agravis Futtermittel GmbH, die Arla Foods Deutschland GmbH, der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), die Westfleisch SCE mbH, der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) sowie Aldi Nord und Aldi Süd, Edeka, Rewe und Lidl. AgE

Jeder Achte arbeitet in der Lebensmittelwirtschaft

Fast jeder achte Erwerbstätige in Deutschland hat 2016 in der Vermarktungskette für Lebensmittel gearbeitet. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) sowie weiterer Branchenverbände hervor. Demnach sorgten im Berichtsjahr rund 5,4 Millionen Menschen mit ihrer Produktivität und Innovationskraft dafür, dass 82,4 Millionen Bundesbürger und eine Vielzahl von Menschen weltweit täglich sichere und hochwertige Lebensmittel genießen könnten. Insgesamt fast 696 000 Betriebe wurden entlang der gesamten Lebensmittelkette gezählt, also in der Landwirtschaft, im Agrargroßhandel, im Lebensmittelhandwerk, in der Ernährungsindustrie, im Lebensmittelgroß- und Lebensmitteleinzelhandel sowie im Gastgewerbe. Drittgrößter Arbeitgeber war dabei die Landwirtschaft mit 619 000 Arbeitsplätzen. Die ersten beiden Ränge belegten das Gastgewerbe mit 2,179 Millionen Erwerbstätigen und der Lebensmitteleinzelhandel mit 1,270 Millionen Beschäftigten. Allerdings wurden die meisten Betriebe in der Landwirtschaft verzeichnet, nämlich 304 800. Den größten Umsatz erwirtschaftete 2016 jedoch der Lebensmitteleinzelhandel mit 228,72 Mrd Euro. In der Landwirtschaft kamen im selben Jahr rund 51,2 Mrd Euro an. BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff erklärte, dass die Lebensmittelbranche für eine zukunftsfähige starke Wirtschaftskraft stehe. „Auf jeder einzelnen Stufe wird intensiv mit Köpfchen und vollem Körpereinsatz daran gearbeitet, dass sich heute 170 000 Produkte in den Regalen des Handels finden“, so Minhoff. Jährlich kämen viele neue Produkte hinzu, die Wünsche und Trends der Kunden aufgriffen. Genauso viele Erzeugnisse würden aber auch wieder verschwinden, weil sie sich am Markt nicht dauerhaft durchsetzen könnten. Dieser Qualitätswettbewerb funktioniert nach Ansicht von Minhoff ohne staatliche Lenkungsmaßnahmen. „So sollte es zum Erhalt der geschmacklichen Vielfalt, Innovationen und vor allem der Arbeitsplätze auch bleiben“, forderte der BLL-Hauptgeschäftsführer. AgE

Tote Kühe lösen diplomatische Spannungen aus

In Madagaskar ist der Botschafter der USA Mitte März von der Regierung ins Außenministerium einbestellt worden, weil die diplomatische Vertretung Washingtons den Tod zweier Milchkühe in einen Milchviehbetrieb kritisiert hatte. Presseberichten zufolge gehört der Betrieb dem früheren Präsidenten Marc Ravalomanana, der ein politisches Comeback bei den Wahlen im November 2018 plant. Nach einem Gerichturteil wurde die Milchkuhfarm kürzlich wegen Nichteinhaltung von Standards geschlossen und die Türen versiegelt. Damit sollte verhindert werden, dass das Personal die dort noch vorhandenen Tiere füttert, worauf zwei Tiere verendeten. Dies hatte die US-Botschaft empört, die über Facebook dazu aufrief, das ungerechtfertigte Leiden der Tiere zu beenden. Dies verärgerte wiederum den madagassischen Außenminister Henry Rabary-Njaka. „Wir sind ein souveränes Land; es ist unzulässig, dass ein Vertreter eines großen Landes ein Gericht in Madagaskar herausfordert“, erklärte der Minister. Mittlerweile hat sich die Lage aber wieder entspannt, denn US-Botschafter Robert Yamate hat sich entschuldigt, und die Fütterung sowie die Pflege der Rinder wurde wieder zugelassen. AgE

Russischer Milchexport 2017 gesunken

Russland hat im vergangenen Jahr weniger Milchprodukte ins Ausland verkauft, doch sind die Exporterlöse gestiegen. Nach Angaben des Analysezentrums MilkNews ging die Ausfuhrmenge gegenüber 2016 um 7,9 % auf 684 000 t Milchäquivalent zurück. Aufgrund gestiegener Preise nahmen die Ausfuhrerlöse der russischen Exporteure aber um 14,2 % auf 305 Mio $ (248 Mio Euro) zu. Die wichtigsten Abnehmer für Molkereierzeugnisse waren Staaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), auf die 91 % der Gesamtausfuhren entfielen. Zudem waren die Mongolei, Georgien, Abchasien und China bedeutende Kunden. Ein geringerer Auslandsabsatz wurde vor allem bei Vollmilchpulver verzeichnet; die Exporte halbierten sich im Vergleich zu 2016. Zudem wurde ein Viertel weniger Butter und jeweils knapp ein Fünftel weniger Molke und Quark jenseits der Landesgrenzen verkauft. Dagegen stieg im Vorjahresvergleich die Ausfuhr von Magermilchpulver um 26 %, von Käseprodukten um 19 % und von Sahne um 10 %. Weitaus bedeutender als die Ausfuhr war 2017 die Einfuhr von Milcherzeugnissen in Russland. Dem Analysezentrum zufolge ging die Importmenge gegenüber 2016 zwar um 0,9 % auf 7,2 Mio t zurück; die Einfuhrausgaben schossen jedoch um 22,3 % auf 2,58 Mrd $ (2,09 Mrd Euro) nach oben. Wichtige Lieferanten waren Neuseeland, Argentinien, die Türkei und Uruguay, auf die zusammen 13 % aller Importe entfielen. Mit Abstand bedeutendster Anbieter war jedoch Weißrussland mit einem Einfuhranteil von 79 %. Dies könnte sich jedoch 2018 ändern, denn Russland hat kürzlich wegen Verstößen gegen die Lebensmittelhygiene eine Einfuhrsperre für mehrere Produkte aus diesem Land, darunter auch Milchpulver, erlassen. Zwar hat Russland den Beginn des Importverbotes vom 26. Februar auf den 6. März verschoben, doch rechnen einige Analysten mit deutlichen Marktwirkungen, sollte die Einfuhrsperre länger andauern. So dürften die Preise in Russland merklich steigen und sich der Verbrauch abschwächen. Zudem müsste Experten zufolge mit einem Anstieg der Milchimitate und gepanschter Ware am Markt gerechnet werden. Das Minsker Agrarressort schätzte die möglichen Verluste für die weißrussische Milchbranche, je nach Dauer der Sperre, zuletzt auf 600 Mio $ (487 Mio Euro) bis 700 Mio $ (568 Mio Euro). AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8117 Euro AgE

Beste deutsche Agrar-Universität erneut in Hohenheim

Die Universität Hohenheim hat ihren Spitzenplatz beim Ranking der Agrarwissenschaften in Deutschland erneut behaupten können. Laut dem  erschienenen QS World University Ranking 2018 des britischen Bildungsanbieters Quacquarelli Symonds gilt die Universität Hohenheim in Stuttgart als beste Agrar-Universität in Deutschland. Auf Platz zwei im nationalen Vergleich folgt die Universität Göttingen, auf Platz drei die Technische Universität München. Bezogen auf Europa landet Hohenheim beim QS-Ranking auf Platz acht, weltweit auf Platz 34. Bei der Wertung werden, wie die Universität mitteilte, Forschungsstärke, akademisches Ansehen, Publikationen und Zitationen einzelner Veröffentlichungen berücksichtigt. Hinzu komme der Ruf der Absolventen bei Arbeitgebern. Mit mittlerweile 48 untersuchten Fächern ist das diesjährige Ranking laut der Universität Hohenheim „das größte seiner Art“. Im Bereich Agrar- und Forstwissenschaften seien in diesem Jahr 300 Universitäten gerankt worden. Mit der aktuellen Veröffentlichung liege man bei den Agrarwissenschaften bei allen namhaften Forschungsrankings vorne, hob die Hochschule hervor. Das Ranking der National Taiwan University (NTU) listet die Hohenheim bereits als Nummer Fünf in Europa und Nummer 15 in der Welt. In der Auswertung des Centers for World University Rankings (CWUR) vom April 2017 steht Hohenheim sowohl im Pflanzenbau als auch in Gartenbau auf dem siebten Weltranglistenplatz. Das aktuelle Best Global Universities Ranking der Zeitschrift U.S. News & World Report vom Januar 2017 sieht die Agrarforschung inklusive Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim auf dem ersten Platz in Deutschland, dem dritten Rang in Europa und auf dem neunten Platz in der Welt.

Mehr Milchprodukte in Rumänien hergestellt

Die Molkereien in Rumänien haben 2017 im Vergleich zum Vorjahr über ein größeres Rohstoffangebot verfügt und daraus mehr Milcherzeugnisse hergestellt. Nach Angaben des nationalen Statistikamtes wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1 028 333 t Milch erfasst; das waren 8,0 % mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Milchfettgehalt lag mit 3,79 % auf dem Vorjahresniveau; gleiches galt praktisch auch für den Proteingehalt mit 3,27 %. Zudem standen den Molkereien für die Verarbeitung noch 131 315 t importierte Rohmilch zur Verfügung; im Vergleich zu 2016 war das ein Plus von 0,9 %. Den Bukarester Statistikern zufolge ist die rumänische Trinkmilcherzeugung 2017 im Vorjahresvergleich um 4,2 % auf 289 962 t gestiegen. Zudem wuchs die Käseproduktion um 3,8 % auf 90 904 t, während die Herstellung von Butter um 1,7 % auf 12 129 t zulegte. Überdurchschnittlich stark wurde die Erzeugung von Joghurt, Quark und Sauermilchgetränken gesteigert, nämlich um 6,5 % auf 211 068 t. AgE

Ernährungsindustrie unterstreicht Wichtigkeit des EU-Binnenmarktes

Anlässlich eines Vierteljahrhunderts europäischer Binnenmarkt hat die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) auf dessen Wichtigkeit für die heimische Land- und Ernährungswirtschaft hingewiesen. Der Binnenmarkt der EU sei mit 500 Millionen Verbrauchern einer der größten einheitlichen Märkte der industrialisierten Welt. Seit 25 Jahren sei er für Unternehmen nun Realität, ohne Zölle, mit vielen einheitlichen Regelungen und Normen und ohne zusätzliche bürokratische Hürden. Das stetige Wachstum des Binnenmarktes seit 1993 habe die deutsche Wirtschaft in hohem Maße gestärkt, wovon auch die Ernährungsindustrie profitiert habe, so die BVE. Nach vier Erweiterungsrunden hätten deutsche Lebensmittelhersteller gut ein Drittel mehr Kunden im Handel mit den Mitgliedstaaten. Heute sei die EU noch weit vor den USA der weltweit größte Importeur und Exporteur von Lebensmitteln. „Binnenmarkt und Euro sichern der deutschen Wirtschaft Absatzmärkte und Arbeitsplätze und damit Wohlstand für Deutschland“, betonte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff am Dienstag vergangener Woche (2.1.) in Berlin. In der Ernährungsindustrie werde jeder vierte Euro im EU-Ausland verdient. Aber nicht nur für Unternehmen sei der Binnenmarkt vorteilhaft; für Verbraucher würden Lebensmittel günstiger und die Auswahl vielfältiger, hob Minhoff hervor. Daher müssten die Erfolge des Binnenmarktes erhalten und ausgebaut werden. Durch den Binnenmarkt floriere der Agrar- und Lebensmittelhandel mit den EU-Mitgliedstaaten. Seit 1993 sei deren Anteil bei den Einfuhren von 69 % auf 75 % und bei den Ausfuhren von 70 % auf 74 % gestiegen, stellte Minhoff fest. 2017 habe sich der Wert der im Binnenmarkt gehandelten Agrar- und Lebensmitteleinfuhren auf 321 Mrd Euro belaufen, was einem Plus von 287 % entspreche. Die Ausfuhren seien auf 325 Mrd Euro gekommen, eine Steigerung um 277 % gegenüber 1993. Für den Agraraußenhandel mit Nicht-EU-Mitgliedstaaten beliefen sich die Volumen dagegen lediglich auf 109 Mrd Euro bei den Einfuhren und 116 Mrd Euro bei den Ausfuhren. Die drei größten ausländischen Absatzmärkte der deutschen Ernährungsindustrie waren laut BVE auch 2017 die Niederlande, Frankreich und Italien. Beliebteste Exportprodukte in diese Länder seien Fleisch und Fleischerzeugnisse, Süß- und Dauerbackwaren sowie Milch- und Milchprodukte. AgE