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Ölsaatenverarbeiter kritisieren „Nutri-Score“

Kritik an der Nährwertkennzeichnung „Nutri-Score“ hat der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) geübt: Das System versage bei der Einstufung aller Pflanzenöle und -fette. Alle würden in die orange-roten Kategorien C oder D eingestuft und damit mit dem Hinweis versehen, möglichst weniger davon zu konsumieren, erklärte OVID-Präsidentin Jaana Kleinschmit von Lengefeld zum Tag der gesunden Ernährung in Berlin. Das sei nach „neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen falsch, diskreditiert alle gesunden Pflanzenöle und steht klar im Widerspruch zu Empfehlungen renommierter Ernährungswissenschaftler“. Nutri-Score berücksichtige nur den Gesamtfettgehalt eines Lebensmittels sowie den Anteil gesättigter Fettsäuren, erläuterte die OVID-Präsidentin. Dabei seien für eine gesunde Ernährung einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren relevant, weil sie lebensnotwendige Bausteine für Körperzellen beinhalteten. Kleinschmit von Lengefeld forderte eine Anpassung des Nutri-Score. Er müsse unterschiedliche Fettsäurespektren in Lebensmitteln berücksichtigen. Nur so könne er seinen Zweck erfüllen und Verbraucher bei der gesunden Ernährung unterstützen. „In der vorliegenden Form tut er es nicht, denn er wertet eine ganze Gruppe gesunder Pflanzenöle ab“, so die OVID-Präsidentin. Der Nutri-Score ist ein System der Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln und wurde erstmals 2017 in Frankreich eingeführt. Für Deutschland ist die Einführung auf freiwilliger Basis geplant. AgE

Geschützte geografische Angabe für spanischen Käse

Die Europäische Kommission hat für den spanischen Käse „Queso Castellano“ die Aufnahme in das Register der geschützten geografischen Angaben (g.g.A.) genehmigt. Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, handelt es sich hierbei um einen „fettreichen bis extra fettreichen“ Käse aus roher oder pasteurisierter Schafsmilch, der auf Betrieben in Kastilien und León hergestellt werde. Der Geschmack wird als „vollmundig und intensiv“, aber am Gaumen saurer als bei vergleichbaren Käsesorten beschrieben. Zudem soll es sich bei „Queso Castellano“ um ein Produkt mit leicht würzigen sowie mit mäßig bis sehr anhaltenden Aromen und einem begrenzten endgültigen Nachgeschmack handeln. Die Schafzucht und die Käseherstellung in den genannten spanischen Regionen gehen der Beschreibung im g.g.A.-Register zufolge mindestens bis in das 16. Jahrhundert zurück. Laut Kommission ist der „Queso Castellano“ heute vor allem auf ländlichen Märkten, in Geschäften und in Spezialläden besonders beliebt. Nach Angaben der Brüsseler Behörde sind mittlerweile mehr als 1 470 g.g.A. registriert. AgE

Arla plant auch in Dänemark Ausstieg aus GVO-Futter

Der Molkereikonzern Arla Foods will nun - wie schon in Deutschland und weiteren Ländern geschehen - auch auf dem dänischen Heimatmarkt aus dem Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) im Milchviehfutter aussteigen. Wie das genossenschaftlich organisierte Unternehmen bekanntgab, sollen alle konventionell wirtschaftenden Milchviehhalter ab dem 1. April 2021 nur noch Milch von Tieren abliefern, die vollständig gentechnikfrei gefüttert werden. Sofern ein Mitglied damit nicht einverstanden ist, muss es spätestens am 31. August mit Wirkung zum 1. Januar 2020 seinen Ausstieg aus der Genossenschaft erklären. Begründet wird das Aus für GVO-Futter nicht zuletzt mit der steigenden Nachfrage nach gentechnikfreien Milchprodukten und den sich daraus ergebenden Exportchancen. „Wenn wir unsere gesamte dänische Verarbeitungsmenge 2021 auf GVO-frei umstellen, dann können wir auch den Wünschen von Kunden im Ausland besser gerecht werden“, erklärte der Europa-Vorstand bei Arla Foods, Peter Giørtz-Carlsen. Deutsche Kunden sicherten dann Absatz und damit auch die Zukunft der dänischen Milcherzeugung ab. Zudem erleichtere der Verzicht auf Gentechnik im Futter die Verarbeitung und Logistik in Dänemark und darüber hinaus. Nach Angaben des Konzerns machen gentechnisch veränderte Pflanzen aktuell ohnehin nur noch bis zu 10 % der Gesamtfuttermenge bei den dänischen Genossenschaftsmitgliedern aus. Um den Bauern den Wechsel zu erleichtern, will das Unternehmen in der Umstellungsphase zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 1. April einen Cent pro Kilogramm angelieferter Milch zusätzlich zahlen. Danach wird der Konzern jedes Jahr schätzungsweise rund 10 Milliarden Kilogramm Milch aus GVO-freier Produktion erfassen. Bereits im Oktober 2018 hatte Arla die vollständige Umstellung der Futtergrundlage auf „GVO-frei“ für Deutschland, die Niederlande, Belgien und Luxemburg bekanntgegeben. Diese wurde Ende vergangenen Jahres abgeschlossen. Die schwedischen Rohmilchlieferanten waren schon zuvor aus dem Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln ausgestiegen. AgE

Weniger Werbung für „Kalorienbomben“ im Kinderfernsehen

Die bereits im Jahr 2007 initiierte Selbstverpflichtung einiger Lebensmittel- und Getränkekonzerne auf EU-Ebene, an Kinder gerichtete Werbung für stark fett-, zucker- und salzhaltige Lebensmittel einzuschränken, zeigt offenbar Wirkung. Das belegt eine jetzt veröffentlichte Studie von Wissenschaftlerinnen des Lehrstuhls für Marktforschung der Agrar- und Ernährungswirtschaft am Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik (ILR) der Universität Bonn. Daraus geht hervor, dass nach Abschluss der Selbstbeschränkung der Konzerne die Zahl entsprechender an Kinder gerichteter Werbeclips in Deutschland abgenommen hat. Laut Doktorandin Stefanie C. Landwehr vom ILR hatte im Rahmen der Selbstverpflichtung jedes Lebensmittelunternehmen zunächst die Möglichkeit, die Kriterien weitgehend selbst festzulegen, ab welchem Fett-, Zucker- und Salzgehalt keine Werbung mehr für Kinder veröffentlicht werden sollte. Erst später seien diese Kriterien europaweit vereinheitlicht worden, aber nach wie vor würden sie von Unternehmensseite und nicht von einer unabhängigen wissenschaftlichen Stelle festgelegt. Im Oktober 2014 und damit kurz vor Inkrafttreten der Harmonisierung hätten fast alle Werbespots im Kinderfernsehen den selbst auferlegten Kriterien entsprochen, berichtete Landwehr. Auch seien die an Kinder gerichteten Werbespots insgesamt stark zurückgegangen. Die Leiterin des Lehrstuhls, Prof. Monika Hartmann, sieht in der freiwilligen Selbstverpflichtung der Konzerne einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings seien die selbstgewählten Kriterien der Unternehmen zur Regulierung der Werbung nicht stringent genug. Außerdem schmälere die Freiwilligkeit den potentiellen Effekt, weil nicht alle Lebensmittelunternehmen mitzögen. Darüber hinaus nutzen nach den Erkenntnissen der Forscherinnen auch Lebensmittel- und Getränkekonzerne, die die freiwillige Selbstverpflichtung unterschrieben hätten, Lücken aus. Beispielsweise werde zu den Sendezeiten des „Erwachsenenfernsehens“ weiterhin in erheblichem Maß für problematische Produkte in kindgerechter Weise geworben, obwohl auch hier Kinder oft mit vor dem Fernseher säßen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal „Food Policy“ veröffentlicht. AgE

Neues Tierschutzgesetz in Dänemark

In Dänemark wird die Tierschutzgesetzgebung auf eine neue Grundlage gestellt. Das Parlament in Kopenhagen stimmte dem Entwurf des Landwirtschaftsministeriums für ein neues Tierschutzgesetz zu. Mit der Novelle werden die bisherigen elf Tierschutzgesetze aus verschiedenen Bereichen zusammengefasst und dabei deutlich entschlackt. Die Zahl der damit verbundenen Rechtsverordnungen soll von 40 auf etwa 20 halbiert werden. Die neue Regelung wird zum 1. Januar 2021 in Kraft treten. Das Gesetz formuliert laut dem dänischen Landwirtschaftsministerium erstmals die grundlegende Forderung, dass die damit einhergehende Regulierung das Wohlergehen aller Nutz- und Haustiere schützen und den Respekt für Tiere als „lebende und fühlende Wesen“ fördern muss. Betont wird ebenfalls, dass tierethische Aspekte Bestandteil eines modernen Verständnisses von „gutem Tierschutz“ sein müssten. „Eine transparente Gesetzgebung darf Landwirte, Züchter und Bürger nicht daran hindern, sich ordnungsgemäß um ihre Tiere zu kümmern“, erklärte Landwirtschaftsminister Mogens Jensen. Deshalb habe die Regierung den Gesetzes- und Verordnungsdschungel beim Tierschutz gelichtet und modernisiert. Nach seinem Verständnis ist der dänische Tierschutz damit „im 21. Jahrhundert angekommen“. Als besonders wichtig erachtet Jensen die Erweiterung des Rechtsrahmens um Tierethik. Effektiver Tierschutz müsse auch berücksichtigen, dass es sich bei Tieren um empfindungsfähige Wesen mit besonderen Ansprüchen handle, die Respekt verdienten. Den meisten Menschen sei dies längst bewusst, betonte der Landwirtschaftsminister. Mit dem neuen Tierschutzgesetz könne diesem Anspruch nun aber auch ordnungsrechtlich Geltung verschafft werden. AgE

 

„NutriSafe“ soll vollständige Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln ermöglichen

Die vollständige Nachverfolgung von Herstellung, Verpackung und Transport von Lebensmitteln will die Universität der Bundeswehr mithilfe der Blockchain-Technologie ermöglichen. Wie die Münchener Hochschule in der vergangenen Woche mitteilte, soll im deutsch-österreichischen Projekt „NutriSafe“ eine Infrastruktur entwickelt werden, mit der zielgerichtet Informationen entlang der Wertschöpfungsketten auf neue Art und Weise gebündelt werden können. Diese Infrastruktur solle die Kunden über die Herkunft und den Transportweg des Produkts informieren, die Rückverfolgbarkeit aller Bestandteile des Lebensmittels bis hin zum Erzeuger sicherstellen und somit auch eine schnelle und effiziente Hilfe bei Krisenfällen ermöglichen. Ziel sei eine möglichst einfach strukturierte Anwendung, die neue Technologien kompatibel mit bestehenden Informationssystemen mache und auch klassische Datenbanken oder andere betriebliche Systeme integrieren könne. „NutriSafe“ wird nach Angaben der Universität in Deutschland vom Bundesforschungsministerium und in Österreich vom Verkehrsressort gefördert. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihre Entwicklung nicht nur im Lebensmittelbereich hilfreich sein wird, sondern auch in anderen Bereichen, in denen viele Informationssysteme verbunden werden und die Integrität der Daten wesentlich ist. AgE

BfT unterstreicht hohes Niveau der Lebensmittelsicherheit

Entwarnung hinsichtlich unerlaubter Rückstände in Lebensmitteln hat der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) gegeben. Regelmäßige behördliche Untersuchungen zeigten jedes Jahr aufs Neue, dass die Ängste vieler Verbraucher vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln unbegründet seien, erklärte der BfT in Bonn. Nie zuvor seien Lebensmittel so sicher gewesen wie heute. Offenbar würden umfassende und vertrauenswürdige Berichte wie der Nationale Rückstandskontrollplan des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aber nur wenig als Informationsquelle genutzt. Entgegen der gefühlten Angst vieler Deutscher vor unerlaubten Rückständen in Lebensmitteln sprächen die jährlichen Ergebnisse des Nationalen Rückstandskontrollplans eine andere Sprache, betonte der Verband. Die Anzahl nicht vorschriftsmäßiger Rückstandsbefunde bleibe weiterhin sehr gering. Die positiven Ergebnisse der seit 1989 regelmäßig durchgeführten Untersuchungen bestätigten, dass Lebensmittel tierischen Ursprungs ohne Sorgen verzehrt werden könnten, stellte der BfT fest. Die Belastungen mit unerwünschten Stoffen bei Fleisch, Milch, Eiern oder Honig tendierten konstant gegen Null. Regelmäßig untersucht werden dem Verband zufolge auch Rückstände von Tierarzneimitteln. Nachweise oberhalb festgelegter Rückstandshöchstmengen lägen unverändert niedrig, überwiegend sogar im Promillebereich. Aufgrund der eingebauten Sicherheitsfaktoren bei der Bestimmung der Rückstandhöchstmenge könne sich abhängig vom Wirkstoff ergeben, dass ein Mensch theoretisch ein Leben lang jeden Tag rund 45 kg Muskelfleisch, also um die 160 Schnitzel, oder bis zu 7.500 l Milch zu sich nehmen müsste, um überhaupt an relevante Rückstandsgehalte heranzukommen. AgE

Klimafreundlichkeit der Milchviehhaltungssysteme von vielen Faktoren abhängig

Welches Haltungssystem in der Milchviehhaltung im Einzelfall das klimafreundlichere ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Dieses Fazit haben Forschende um Prof. Friedhelm Taube von der Christian-Albrechts-Universität Kiel aus einer Untersuchung gezogen, deren Ergebnisse jetzt im Fachmagazin „Journal of Cleaner Production“ veröffentlicht worden sind. Demnach wurden die CO2-Emissionen aus der Stallhaltung, der Weidehaltung und gemischter Systeme im Rahmen einer Meta-Anlayse von Daten aus 30 wissenschaftlichen Publikationen untersucht. Es sei deutlich geworden, dass unabhängig vom Haltungssystem die Emissionen zunächst deutlich zurückgingen, wenn der Milchertrag pro Tier steige. Hohe Milcherträge erforderten nämlich weniger Milchkühe, um eine bestimmte Milchmenge zu erhalten, erläuterten die Wissenschaftler. Die Vermutung, dass Weidemilch aufgrund der geringeren Milchleistung von Weidetieren schlechter abschneide, habe sich aber nicht bestätigt. An die Weidehaltung angepasste Rassen könnten Weidegras nämlich sehr effizient umsetzen. Oftmals seien die Tiere auch gesünder und wiesen eine längere Nutzungsdauer auf, was sich positiv auf die CO2-Bilanz auswirke, erklärten die Forscher. Zu berücksichtigen sei zudem, dass die Stallhaltung mehr Energieaufwand bei Futterbergung und Gülleausbringung bedeute. Hinzu kämen die Emissionen bei der Produktion von Konzentratfutter und mineralischem Dünger, die im System der Stallhaltung häufiger eingesetzt würden. AgE

Europäische Investitionsbank fördert ukrainischen Agrarsektor

Die Europäische Investitionsbank (EIB) wird die Wertschöpfungskette der Agrar- und Lebensmittelbranche in der Ukraine mit langfristigen Krediten von bis zu insgesamt 400 Mio Euro unterstützen. Wie die Bank in Luxemburg mitteilte, sollen die Darlehen vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen und dem Land helfen, vom sogenannten vertieften und umfassenden Freihandelsabkommen (DCFTA) zu profitieren, das die EU mit der Ukraine, Georgien und Moldau geschlossen hat. Nach Angaben des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung, Handel und Landwirtschaft in Kiew stehen die Produktionsrichtungen Getreide, Ölsaaten und Aquakultur im Fokus des EIB-Kreditprogramms. Weitere Darlehen von insgesamt 400 Mio Euro würden die ukrainischen Banken bereitstellen. Angestrebt werde im Einzelnen die Modernisierung und Zertifizierung von Anlagen zum Trocknen, Reinigen, Sortieren, Testen und Lagern von Getreide und Ölsaaten. Zudem sollen mit den Krediten Versuchsstationen, Prüflabors, Material für die Forschung, die Berufsausbildung und landwirtschaftliche Beratungsdienste finanziert werden. AgE

Biomilchpreise decken Produktionskosten nicht

Die stetig wachsende Nachfrage nach Bioprodukten hat viele Milchbauern zur Betriebsumstellung motiviert und die Ökomilcherzeugung wachsen lassen. Wie eine vom European Milk Board (EMB), dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der MEG Milch Board in Auftrag gegebene Studie des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) jetzt zeigt, werden in Deutschland die Erzeugungskosten der Biomilch aber nicht durch das Milchgeld gedeckt. Den Analysten zufolge lagen die gesamten Produktionskosten für ein Kilogramm Ökomilch im Wirtschaftsjahr 2018/19 bei durchschnittlich 71,89 Cent, die sich nach Abzug der Beihilfen in Form von Direktzahlungen und Zuschüssen auf noch 60,29 Cent/kg beliefen. Dem habe bei der Anlieferung an die Molkereien nur ein mittlerer Erzeugerpreis von 47,40 Cent/kg für Ökomilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß gegenübergestanden. Es fehlten somit 12,89 Cent/kg beziehungsweise 21,4 % zur Vollkostendeckung. Der BDM-Landesvorsitzende in Hessen, Klaus Vetter, betonte, dass 2018/19 kein Ausnahmejahr gewesen sei, sondern die Unterdeckung laut Studie in dem Fünfjahreszeitraum von 2014/15 bis 2018/19 sogar bei 16,34 Cent/kg oder 25,5 % gelegen habe. „Auch wenn der Biomilchpreis in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt relativ stabil zwischen 47,0 Cent/kg  und 48,5 Cent/kg lag, war das keine entspannte Situation für die Produzenten“, stellte Vetter fest. Für den Vorsitzenden der MEG Milch Board, Peter Guhl, zeigt die zukünftig jedes Jahr erscheinende Analyse der BAL, dass „bei all den Unterschieden zwischen konventioneller und ökologischer Produktion alle Milcherzeuger mit einer signifikanten Kostenunterdeckung konfrontiert sind“. Alle drei an der Studie beteiligten Verbände hoben hervor, dass eine faire Entlohnung der Biomilchbauern nicht gewährleistet sei. Dies dächten jedoch die meisten Verbraucher beim Ökomilcheinkauf und wollten, dass die Biomilcherzeugung zukunftsweisend und zukunftsfähig sei. Dies setze jedoch einen tatsächlich kostendeckenden Milchpreis voraus, mit dem die bäuerlichen Milchviehbetriebe auch zukunftsfähig wirtschaften und nachhaltig existieren könnten. AgE

Verpackungsverbrauch 2017 weiter gestiegen

In Deutschland fällt immer mehr Verpackungsabfall an. Wie das Umweltbundesamt (UBA) berichtete, erreichte das Aufkommen im Jahr 2017 insgesamt rund 18,7 Mio t; das war gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3 %. Pro Kopf und Jahr entsprach das laut UBA durchschnittlich 226,5 kg Verpackungsabfall. Auf private Endverbraucher entfiel mit 8,84 Mio t ein Anteil von 47 % an der Gesamtmenge und damit 3,8 Prozentpunkte mehr als 2016. „Wir verbrauchen viel zu viele Verpackungen. Das ist schlecht für die Umwelt und für den Rohstoffverbrauch“, mahnte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Um Abfälle möglichst schon in der Produktionsphase zu vermeiden, sollte daher auf überflüssige und unnötig materialintensive Verpackungen verzichtet werden. Zudem brauche es viel mehr Mehrweg, betonte Krautzberger. Auch Kaffee könne in Mehrwegbechern mitgenommen werden, und auch Essen müsse in Mehrwegbehältern transportiert werden können. Um Umweltbelastungen durch Verpackungen deutlich zu verringern, reiche es nicht, bei Einwegverpackungen nur andere Materialien zu verwenden. Besser sei es, Mehrwegverpackungen zu nutzen, weniger Verpackungsmaterial einzusetzen, die Verpackungen einfacher zu gestalten und gleichzeitig an die Recyclingfähigkeit zu denken. Die Ursachen für den anhaltend hohen Verpackungsverbrauch sind nach Angaben des UBA vielfältig. Ein wesentlicher Treiber sei das Wirtschaftswachstum, denn mehr Produkte führten auch zu mehr Verpackungen. Verantwortlich seien aber auch die Konsumgewohnheiten und der Wunsch nach zusätzlichen Funktionen der Verpackungen wie Wiederverschließbarkeit oder Dosierhilfen. Zudem setzten sich die Trends zu kleineren Portionen, Versandhandel und Außer-Haus-Verzehr durch; das führe ebenfalls zu Steigerungen beim Verpackungsmüll. Beim Recycling steht Deutschland dem UBA zufolge weiterhin gut da. Vom gesamten Verpackungsabfall gingen fast 70 % in die Wiederverwertung; der Rest werde größtenteils energetisch verwertet. Vergleichsweise hoch ist die Recyclingquote nach Angaben des Amtes bei Glas, Papier und Stahl mit Werten von mehr als 84 %. Bei Kunststoffen und Holz sei angesichts von 49,7 % beziehungsweise 25,8 % jedoch noch viel Recyclingpotential vorhanden. AgE

Drei Viertel der Bundesbürger finden Lebensmittel sicher

Mehr als drei Viertel der Bundesbürger halten weiterhin Lebensmittel für eher sicher. Das geht aus dem aktuellen Verbrauchermonitoring hervor, einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) unter etwa 1 000 Personen. Wie die Behörde dazu weiter berichtete, stehen gleichwohl Verbraucher- und Gesundheitsthemen wie Salmonellen in Lebensmitteln, gentechnisch veränderte (GV) Lebensmittel oder Antibiotikaresistenzen ganz oben auf der Bekanntheitsskala von Verbrauchern. Das Thema Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln sei deutlich bekannter und beunruhige gleichzeitig mehr Menschen als in der vorherigen Umfrage im Februar dieses Jahres. Insgesamt 46 % der Befragten hätten sich hierüber besorgt gezeigt; das sei ein Plus von 13 Prozentpunkten gegenüber Februar. „Verbraucher fürchten eher synthetisch hergestellte Stoffe als natürlich vorkommende Substanzen“, erklärte BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel. Nach seinen Worten zeigt sich, wie schnell sich die Wahrnehmung vor gesundheitlichen Risiken verändert, darin, dass die Menschen Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln mittlerweile als ähnlich gefährlich ansehen wie Salmonellen oder Pflanzenschutzmittelrückstände. Dem BfR zufolge nehmen die Befragten nach wie vor eine ungesunde und falsche Ernährung, die Klima- und Umweltbelastung sowie das Rauchen als die größten gesundheitlichen Risiken wahr. AgE

Anspruchsvollere Lebensmittelverbraucher schaffen Marktchancen

Die zunehmenden Anforderungen der niederländischen Verbraucher an Lebensmittel schaffen nach Einschätzung der Unternehmensberatung Simon Kucher & Partners auch Marktchancen für die Branchenunternehmen. Wie der Consultant Jos Eeland in der holländischen Fachzeitschrift „Marketing Tribune“ schreibt, sind die Konsumenten unter anderem zunehmend an Komfort interessiert. In der Folge sei der Markt für die Lieferung von Mahlzeiten stark gewachsen. Beispielsweise habe sich die Zahl der Restaurants mit einem Liefer- und/oder Abholservice im Zeitraum 2010 bis 2016 in etwa verdoppelt. Der betreffende Umsatz wachse jährlich prozentual zweistellig. Auch bei der Belieferung der Verbraucher durch Supermärkte und Foodbox-Konzepte gebe es einen starken Anstieg. Allerdings berechneten die Supermärkte rund 5 Euro für die Zustellung nach Hause und etwa 1 Euro bis 3 Euro für die Abholung an einer Sammelstelle. Untersuchungen zeigten indes, dass mehr als die Hälfte der niederländischen Verbraucher einen Online-Einkauf in Betracht ziehen würden, wenn die Lieferung kostenlos wäre. Die Preisgestaltung müsste also entsprechend angepasst werden. Unterdessen wachsen dem Consultant zufolge auch die Verkaufszahlen und Marktanteile von Bio- und „Nachhaltigkeitsprodukten“. Die Verbraucher wollten Erzeugnisse, die mit Respekt vor Menschen, Tieren und der Umwelt hergestellt würden. Untersuchungen von Simon Kucher & Partners hätten gezeigt, dass zwar fast jeder gerne Biofleisch in den Regalen sehe, aber nur kaum ein Viertel der Verbraucher kaufe es tatsächlich regelmäßig. Der überwiegende Teil der Befragten halte das Biofleisch nämlich für zu teuer. Der im Durchschnitt tolerierte Preisaufschlag gegenüber konventioneller Ware liege zwischen 25 % und 30 %. Dabei spiele es keine Rolle, ob es um Hühnerfilet oder Hackfleisch gehe. Jedoch koste Biohühnerfleisch im Supermarkt etwa doppelt so viel wie Hühnerfleisch von Tieren aus konventioneller Haltung, während für Hackfleisch vom Biorind nur ein Aufschlag von 40 % bezahlt werden müsse. Es bestehe also ein Missverhältnis zwischen Preisgestaltung und Zahlungsbereitschaft für Bioprodukte, stellte Eeland fest. Dies erschwere die Einführung von Bioprodukten. AgE

Lokale Lebensmittelkreisläufe als Trend

„Lokale Lebensmittel-Kreisläufe“ gehören zu einem der wichtigsten Trends der Ernährungsbranche im Zeithorizont bis 2035. Zu diesem Schluss kommt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), das die wichtigsten Trends im Lebensmittelbereich erforscht hat. Wie das ISI berichtete, hat der Direktverkauf von Landwirten an Kunden zu verschiedensten Innovationen wie Abonnements für Essenskisten mit saisonalen Produkten oder von Bauernhöfen betriebenen Online-Shops geführt. Diese Innovationen verfügten über etliche Vorteile, darunter die Frische der Produkte, einen geringeren Verpackungsmüll oder geringere Umweltschäden durch den entfallenden Lebensmitteltransport. Aus Klima- oder saisonalen Gründen könne es aber vorkommen, dass Verbrauchern der Zugang zu manchen Lebensmitteln verwehrt bleibe, so die Forscher. Gleichwohl könnten die lokalen Lebensmittelkreisläufe dazu beitragen, die Nahrungsmittelproduktion bis 2035 von zentralen Strukturen auf dezentrale und teilweise autonome Ernährungssysteme umzustellen. Eine weitere zentrale Forschungsfrage ist dem ISI zufolge, wie sich der Ressourcenverbrauch im globalen Ernährungssystem reduzieren lässt. Der Trend zu Verringerung von „Lebensmittelabfällen und Verschwendung“ wird aus Sicht der Wissenschaftler dabei eine wichtige Rolle spielen. Die hohe Menge an Lebensmittelabfällen in den Industrieländern, die sich auf rund ein Drittel der jährlichen globalen Nahrungsmittelproduktion, also etwa 1,3 Mrd t, belaufe, zeige die Ineffizienz des globalen Ernährungssystems auf. Im Hinblick auf das „Essen der Zukunft“ geht der Trend laut ISI hin zu alternativen Proteinen. Rein pflanzliche Fleischalternativen, Produkte auf Insektenbasis oder mittels modernster Biotechnologien hergestelltes Fleisch könnten notwendig sein, um den Proteinbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung zu decken. Daneben müssten sich die Produktionssysteme und das Verbraucherverhalten ändern. Vor allem der hohe Fleischverzehr pro Person stelle eine Herausforderung dar. Der Trend könnte zu einer Koexistenz von Fleisch- und alternativen Proteinindustrien führen, die sich gegenseitig ergänzten. AgE

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Onlineschulung zur Öffentlichkeitsarbeit der Initiative Dialog Milch

Die Landesvereinigungen der Milchwirtschaft in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bieten im Rahmen ihrer „Initiative Dialog Milch“ ein virtuelles Fortbildungsangebot zur Öffentlichkeitsarbeit für Landwirte an. Wie beide Organisationen mitteilten, wird das Online-Forum „mit.reden“ als innovative Schulung im Netz am 24. November starten. Acht Tage lang stehen dann aktuelle und spannende Themen für die landwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit auf dem Programm. Dabei vermitteln verschiedene Experten in kurzen kompakten Vorträgen Praxistipps. Inhaltlich geht es den Vereinigungen zufolge unter anderem um den täglichen Dialog mit dem Verbraucher, den Einsatz von Social Media oder den Umgang mit Medienvertretern oder das Verhalten in Krisensituationen. Darüber hinaus wird auch thematisiert, wie man Geschichten aus dem Betrieb am besten erzählt und Nachhaltigkeitsthemen kommuniziert. Neben ausgewiesenen Kommunikationsexperten kommen dabei auch Landwirte zu Wort, die aus ihrer praktischen Erfahrung mit der Öffentlichkeitsarbeit berichten. Laut den Landesvereinigungen passt das innovative und mobile Konzept - ohne großen Zeit-, Anreise- und Übernachtungsaufwand - hervorragend in den Arbeitsalltag von Erzeugern. Über das Internet könnten Interessierte die täglichen Vorträge am Computer, Tablet oder Smartphone ansehen, die jeweils ab Mitternacht abrufbar seien. Die Teilnahme am Online-Forum „mit.reden“ ist kostenlos. Anmeldungen sind auf der Website „www.dialog-milch-online-forum.de“ ab sofort möglich. Die registrierten Teilnehmer erhalten eine Bestätigung per E-Mail und werden rechtzeitig vor jedem neuen Vortragsthema informiert. Über den Link in der E-Mail ist der Abruf dann möglich. Den Anfang der Fortbildungsreihe wird die Bloggerin Bettina Hueske machen und über ihre Erfahrungen mit der Onlinekommunikation berichten sowie Praxistipps zum Thema „Shitstorm“ vermitteln. (www.dialog-milch-online-forum.de) AgE

Agrarbereich im Fokus der bayerischen Ausbildungswoche

Im Fokus der diesjährigen Woche der Aus- und Weiterbildung in Bayern haben die 16 Berufe im Agrarbereich gestanden. Wie das Münchener Landwirtschaftsministerium mitteilte, sollen im Rahmen der Aktion Jugendliche und ihre Eltern über die Vielfalt und die Attraktivität einer Aus- und Weiterbildung in den „grünen“ Berufen informiert werden. Dazu hätten zahlreiche Betriebe, Behörden sowie Berufs- und Berufsfachschulen ihre Tore geöffnet und zum Schnuppertag oder Informationsveranstaltungen eingeladen. Milchtechnologen und Milchwirtschaftliche Laboranten sowie Pflanzentechnologen gehören laut Agrarressort zu den diesjährigen Schwerpunktberufen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). „Unsere milchwirtschaftlichen Berufe haben einen starken Bezug zur Naturwissenschaft und Technik und sind interessante, moderne und abwechslungsreiche Ausbildungen“, betonte Ministerialrat Dr. Michael Karrer, der sich in Vertretung von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einer Molkerei über die Lehrberufe im milchwirtschaftlichen Bereich informierte. Mit der Wahl eines Agrarberufs hätten junge Leute das beste Rüstzeug für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Als Erfolgsmodell sieht das Landwirtschaftsministerium die duale berufliche Bildung in Betrieb und Berufsschule. Diese sei innovativ, leistungsstark und national wie international hoch anerkannt. Die duale Ausbildung schaffe bestens qualifizierte Fachkräfte, denen die Berufswelt offen stehe. In den meisten grünen Berufen könne zudem die Meisterprüfung abgelegt werden. AgE

IFPRI empfiehlt Umgestaltung des globalen Ernährungssystems

Der Generaldirektor des International Food Policy Research Institute (IFPRI), Dr. Shenggen Fan, hat sich mit Hinweis auf eine globale „Krise des Ernährungssystems“ für eine Neuorientierung desselbigen ausgesprochen. Als wichtigstes Problem nannte der Fachmann eine mangelhafte Ernährung mit der Folge von Hunger, chronischer Unterversorgung mit Mikronährstoffen oder Übergewicht. Daraus ergäben sich wirtschaftliche Verluste von 5 % bis 10 % des weltweiten Bruttosozialproduktes pro Jahr. Als zweites Problem führte Fan den Klimawandel an. Auf die Lebensmittelerzeugung entfielen 25 % bis 30 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Wenn sich hier nichts ändere, würde der dadurch beschleunigte Klimawandel zur Verschärfung der Ernährungsprobleme in südlichen Ländern führen und die Migration von Menschen aus diesen Gebieten verstärken, warnte der Chinese. Vor diesem Hintergrund sprach sich der IFPRI-Generaldirektor dafür aus, dass neue Technologien aus der Agrarforschung in den nächsten 20 bis 30 Jahren nicht nur zur Erzeugung von mehr Lebensmitteln beitragen sollten, sondern auch zu einer gesünderen Ernährung und einer klimafreundlichen Produktion. Solche „Triple-Wins“ seien vor allem in Afrika und Südasien vonnöten. Dazu könnten laut Fan zum Beispiel neue Reis-, Weizen-, Maissorten beitragen, die Ertragsteigerungen und bessere Ernährungswerte liefern und klimaverträglicher sind. Beispiele seien Süßkartoffeln, bestimmte Bohnenarten und Reissorten mit einem höheren Zinkgehalt. Um solche Sorten zu züchten, müsse nicht unbedingt Gentechnik eingesetzt werden. Interessant seien auch trockenheits- und hitzeresistentere Sorten. Der Anbau mit großen Precision-Farming-Maschinen wie in der EU und den USA sei in Afrika nicht sinnvoll; hier müsse es vielmehr um die Förderung effizienter Anbaumethoden mit kleinen Maschinen gehen. Zur Forcierung dieser Neuausrichtung empfahl Fan eine Anpassung der Subventionspolitiken. Die bisherige Förderpraxis führe meist zu einer Erhöhung des CO2-Ausstoßes und zur Produktion ungesunde Nahrungsmittel. Dem exponentiellen Wachstum der Weltbevölkerung sei indes mit Bildungsmaßnahmen vor allem für Frauen sowie mit Maßnahmen wie der Ein-Kind-Politik in China zu begegnen, um die Geburtenraten in kritischen Ländern wie Indien, Nigeria und Pakistan zu senken. AgE

Deutsch-tunesische Zusammenarbeit in der Lebensmittelsicherheit

Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt künftig Tunesien bei der Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und dem Schutz der Verbraucher vor krankmachenden Substanzen wie Pilzgiften, Salmonellen oder Rückständen von Insektiziden. Eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit in der Lebensmittelsicherheit haben der Abteilungsleiter im Ministerium, Gunther Beger, und Vertreter der tunesischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (ANSCEP) Mitte September in Tunis unterzeichnet. Danach werden deutsche und tunesische Experten künftig enger bei der Früherkennung und Beurteilung von Risiken zusammenarbeiten. Zudem sollen die Kapazitäten der tunesischen Behörden in der Lebensmittelkette gestärkt und die geplante Organisationsreform der Behörde begleitend beraten werden. Deutscher Projektpartner ist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Projektvereinbarung wurde in Abstimmung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium entwickelt. Starten wird das Vorhaben nach Angaben des Bundesentwicklungsressorts noch in diesem Herbst. „In der Sonderinitiative ‚Eine Welt ohne Hunger‘ verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz“, erläuterte Beger. Im Fokus stehe die gesamte Lebensmittelkette, also „vom Acker bis zum Teller“. Auf diese Weise werde sichergestellt, dass am Ende auch der deutsche Verbraucher von gesunden Lebensmitteln profitiere. Gleichzeitig verbessere das Projekt die Exportmöglichkeiten tunesischer Agrarprodukte in die EU. AgE

Agrarexport sichert Arbeitsplätze

Die Bedeutung des Agrarexports für die hiesige Wirtschaft hat die German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA) hervorgehoben. Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft leiste „einen ganz entscheidenden Beitrag“ zur Arbeitsplatzsicherung und zur Entwicklung strukturarmer Regionen, so die in der GEFA vereinten Exportorganisationen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft bei ihrem Parlamentarischen Abend vergangene Woche in Berlin. Ihren Angaben zufolge ist die Agrar- und Ernährungswirtschaft viertstärkster Wirtschaftsbereich in Deutschland. Allein die Ernährungswirtschaft mit ihren rund 6 000 industriell produzierenden Unternehmen beschäftige heute etwa 600 000 Arbeitnehmer direkt. Rechne man die Landwirtschaftsunternehmen, Hersteller im Agrarsektor sowie die direkt vor- und nachgelagerten Dienstleistungsbereiche dazu, komme die Branche auf insgesamt rund 2 Millionen Arbeitsplätze. Ausdrücklich verwies der scheidende GEFA-Sprecher Willi Meier auf den Stellenwert der Agrar- und Ernährungswirtschaft in strukturarmen Regionen. Die Branche stehe für „kontinuierliche Investitionen und Innovationen und damit für die Übernahme von Verantwortung im ländlichen Raum“. Die Unternehmen bildeten gezielt aus und investierten in die Forschung und Produktentwicklung. Einzelne Sparten wie die Landtechnik erzielten bis zu drei Viertel ihres Umsatzes aus dem Export. Im Food-Sektor liege dieser Anteil im Durchschnitt bei rund 30 %. Vor diesem Hintergrund leiste der Agrarexport einen entscheidenden Beitrag zur Standortsicherung. Gleichzeitig sei Deutschland drittstärkster Importeur agrar- und ernährungswirtschaftlicher Güter. Für 2018 verzeichne man mit minus 13,7 Mio Euro eine deutlich gestiegene negative Agraraußenhandelsbilanz. AgE

Import von Milchprodukten kräftig gestiegen

Russland hat seine Einfuhren an Milchprodukten im ersten Halbjahr 2019 deutlich ausgeweitet. Nach Berechnungen der russischen Fachzeitschrift „milknews.ru“ stiegen die betreffenden Importe von Januar bis Juni dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 % auf 3,3 Mio t Milchäquivalente. Gleichzeitig erhöhte sich der Einfuhrwert dieser Warengruppe um 18 % auf mehr als 1,3 Mrd $ (1,2 Mrd Euro). Davon entfielen unter anderem auf Käse und Hüttenkäse insgesamt 40 %, auf Butter, Milchfette und Pasten zusammen 22 % sowie auf Kondensmilch und Rahm in der Summe 16 %. Der Geschäftsführer der russischen Streda Consulting, Alexej Grusdew, begründete das Importwachstum vor allem mit der niedrigen Vergleichsbasis. Im Einzelnen hätten insbesondere die Einfuhren aus Weißrussland zugenommen, weil Russland dort mehr Betriebe zur Lieferungen zugelassen habe als im Jahr zuvor. Außerdem hätten sich die Butterimporte aus Neuseeland im Zuge der niedrigen Weltmarktpreise deutlich erhöht. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,9007 Euro

Indonesien plant höhere Zölle für Milchprodukte

Indonesien plant offenbar, die von der Europäischen Union angedachten Strafzölle für heimischen Biodiesel mit Gegenmaßnahmen zu vergelten. Wie der italienische Landwirtschaftsverband der größeren Betriebe (Confagricoltura) und die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichteten, will die Regierung in Jakarta die Zölle auf Importe von europäischen Milchprodukten deutlich erhöhen. Laut Confagricoltura haben indonesische Behörden die heimischen Importeure in den vergangenen Tagen aufgefordert, sich nach neuen Lieferanten umzusehen. Zugleich berichteten europäische Exporteure nach Angaben des Verbandes, dass die Erteilung von Lizenzen für die Einfuhr von alkoholischen Getränken verschleppt werde. „Ich hoffe, dass der Streit mit Indonesien in Verhandlungen beigelegt werden kann“, erklärte Confagricoltura-Präsident Massimiliano Giansanti. Allerdings müssten die wirtschaftlichen Interessen mit dem Schutz der natürlichen Ressourcen in Einklang gebracht werden. Die Öffnung der Märkte erfordere ein System globaler Regeln und gemeinsamer Ziele, um sowohl einen besseren Schutz der Umwelt als auch einen freien Wettbewerb zwischen den Unternehmen zu garantieren. Mit Blick auf die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indonesien zeigte sich auch der Europäische Milchindustrieverband (EDA) besorgt. Der Verband begleite die Verhandlungen intensiv; etwaige „Zolldrohungen“ seien dem weiteren Fortgang nicht förderlich, erklärte EDA-Generalsekretär Alexander Anton. Nach seinen Angaben stehen die europäischen Milcherzeugnisse in Indonesien unter einem hohen Wettbewerbsdruck durch Waren aus Neuseeland, die durch ein Freihandelsabkommen „quasi zollfrei“ eingeführt werden könnten. Zugleich seien die Ausfuhren der EU nach Indonesien gerade im Hinblick auf die Diversifizierung der Absatzmärkte und die zu erwartende Verbrauchssteigerung von strategischer Bedeutung.

Geringer Selbstversorgungsgrad

Laut Anton belief sich der Wert der entsprechenden Exporte 2018 auf 250 Mio Euro. Der Selbstversorgungsgrad mit Milch liegt dem EDA-Generalsekretär zufolge in Indonesien bei knapp unter 50 %, bei einer Bevölkerung von etwa 230 Millionen Menschen und einem jährlichen Verbrauch von 13 l Milchäquivalent pro Kopf. Die EU-Kommission hatte Ende Juli vorgeschlagen, die aus ihrer Sicht unfairen Subventionen für die indonesische Biodieselindustrie mit Einfuhrzöllen auf den Kraftstoff zu sanktionieren. Begründet wird diese Maßnahme mit indonesischen Exportsubventionen für Biodiesel, steuerlichen Vergünstigungen für die dortigen Hersteller sowie künstlich niedrig gehaltenen Preisen für Palmöl, das als Rohstoff für die Kraftstofferzeugung dient. AgE

EU pocht auf Schutz von 172 Herkunftskennzeichen in Australien

Die Europäische Kommission hat in den laufenden Handelsgesprächen mit Australien offenbar eine Reihe von in der EU geschützten Herkunftsangaben vorgelegt, die im Falle eines Abkommens auch dort anerkannt werden sollen. Eine entsprechende Liste mit 172 verschiedenen Markennamen für Nahrungsmittel- und Getränkespezialitäten wurde vom australischen Handelsministerium in Canberra im Zuge einer öffentlichen Konsultation online gestellt. Ein Sprecher der EU-Kommission wollte auf Anfrage von AGRA-EUROPE zu Details der Verhandlungen keine Stellungnahme abgeben. Laut der Aufstellung entfallen fünf Produkte auf geschützte geografische Angaben (g.g.A.) aus Deutschland. Darunter befinden sich „Bayerisches Bier“, „Lübecker Marzipan“ sowie „Nürnberger Bratwürste/Nürnberger Rostbratwürste“. Die größte Auswahl an Herkunftsangaben stammt mit 40 Produkten aus Frankreich; mit dabei sind vor allem eine Reihe von Käsespezialitäten wie „Roquefort“ oder „Bleu d’Auvergne“. Es folgen Italien mit 24 geschützten Angaben, auch darunter viele Käseprodukte wie „Parmigiano Reggiano“ oder „Pecorino Romano“. Des Weiteren fordert die EU-Kommission von Australien die Anerkennung von 236 Herkunftsangaben für Spirituosen aus der EU. Aus Deutschland stammen davon 30 Spirituosen, darunter „Steinhäger“, „Hamburger Kümmel“ oder „Fränkischer Obstler“. Zudem sind einige weitere Angaben auf der Liste, die sich die Bundesrepublik mit anderen EU-Staaten teilt, wie etwa „Fruchtgenever“. Diese Spirituose darf auch in bestimmten Regionen Belgiens und der Niederlande als Herkunftsangabe geführt werden. Kritisch äußerte sich derweil der Geschäftsführer des australischen Bauernverbandes (NFF), Tony Mahar. Sollte die Regierung in Canberra den Forderungen der EU im Hinblick auf die Herkunftsangaben nachkommen, sei dies vor allem zum Nachteil für die eigenen Landwirte. Auch generell zeigte sich Mahar eher enttäuscht vom bisherigen Verlauf der Gespräche. Während man von der EU nur höre, dass die Landwirtschaft ein sensibler Sektor sei, würden zugleich Einschnitte für die Farmer in Down Under drohen, beklagte der Vertreter des australischen Berufsstandes. AgE

Niederländische Agrarbranche wittert Morgenluft in China

Der niederländische Agrar- und Gartenbausektor verzeichnet ein wachsendes Interesse aus China an einer intensiveren Zusammenarbeit und profitiert damit offenbar vom anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik. Wie die holländische Tageszeitung „Het Financieele Dagblad“ mit Verweis auf Aussagen von Branchenvertretern berichtete, lassen sich bürokratische Hindernisse, deren Beseitigung bis vor kurzem noch einen langen Atem erforderten, jetzt rascher aus dem Weg räumen. Laut Frank Hollaar, der beim niederländischen Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen Flynth für den Gartenbausektor zuständig ist, hat sich die Atmosphäre verändert. Das Bestreben Chinas, sich selbst zu versorgen, sei durch den Handelskonflikt mit den USA verstärkt worden. „Es gibt viele Möglichkeiten für den niederländischen Gartenbau“, betonte Hollaar. Er arbeitet an einem großen gemeinsamen Gartenbauprojekt an der Ostküste Chinas. Auch der Co-Direktor der Absatzförderungsorganisation Holland Center in China, Dr. Aalt Dijkhuizen, stellte fest, dass der niederländische Agrar- und Lebensmittelsektor von den Handelsspannungen profitiere. „Bei der Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Unternehmen hat China die Bremsen angezogen, während bei uns Gas gegeben wird“, so der Fachmann. Nach Dijkhuizens Einschätzung ist das Interesse der Volksrepublik an Handelsbeziehungen mit Europa und den Niederlanden nachhaltig. Daran werde auch eine Beilegung des Handelskonflikts mit den USA nichts ändern. Unterdessen öffne sich China in seinem eigenen Tempo - trotz der derzeitigen Unruhen in Hongkong. Dijkhuizen wirkt auch als Berater des Gouverneurs der Provinz Fujian, wo Chinas Präsident Xi Jinping seine politische Karriere als Bürgermeister und Gouverneur begonnen hat. AgE

Technikerschule und Hochschule Kempten vertiefen Kooperation

Die Staatliche Technikerschule für Agrarwirtschaft im bayerischen Kempten vertieft die bisherige Zusammenarbeit ihrer Fachrichtung Milchwirtschaft und Molkereiwesen mit der Hochschule Kempten. Den entsprechenden Kooperationsvertrag haben Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und der Präsident der Hochschule, Prof. Wolfgang Haucke, jetzt unterzeichnet. Nach den Worten der Ministerin wird damit qualifizierten Absolventen der Fachrichtung Milchwirtschaft und Molkereiwesen an der Technikerschule schon ab dem kommenden Semester der Zugang zu einem Studium deutlich erleichtert. Außerdem werde durch die Zusammenarbeit „die Attraktivität des Standorts Kempten für Studium und Ausbildung rund um das einzigartige Lebensmittel Milch eindeutig“ gesteigert. Denn mit der Kooperation werde das Studienangebot aufgewertet und gleichzeitig auch die berufliche Akzeptanz der späteren Absolventinnen und Absolventen erhöht. Im Rahmen der Vereinbarung können qualifizierte Absolventen der Staatlichen Technikerschule beim Studium der Lebensmittel- und Verpackungstechnologie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten bestimmte Unterrichtsinhalte, die sie zuvor an der Technikerschule durchgenommen haben, für den Studiengang anrechnen lassen. Daraus ergibt sich für sie laut Informationen des Ministeriums eine deutliche Studienzeitverkürzung. Der Vertrag baue auf der jahrelangen Kooperation der beiden Einrichtungen auf. So fänden schon bisher jeweils im Sommersemester im Lehrtechnikum der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Praktika für die Studenten statt. Diese ergänzten die Lehrinhalte im Studienfach Milch- und Molkereitechnologie der Hochschule. AgE

EEX setzt mehr Agrarfutures um

An der Leipziger European Energy Exchange (EEX) sind von Januar bis Juni des laufenden Jahres insgesamt spürbar mehr Futures auf Agrarprodukte gehandelt worden als in der entsprechenden Vorjahresperiode, wobei die Entwicklung in den einzelnen Marktsegmenten recht unterschiedlich ausfiel. Wie die Warenterminbörse gegenüber AGRA-EUROPE mitteilte, kam es unter Zusammenfassung der angebotenen Kontrakte für Veredlungskartoffeln, Butter, Magermilchpulver, Molkenpulver und Flüssigmilch zu einem Plus von 5 % auf 26 062 Kontrakte. Im Berichtszeitraum legten nach Angaben der Börse besonders die Umsätze mit Molkenpulver zu, nämlich um 66 % auf 1 012 Kontrakte; das entsprach einer Menge von 5 060 t. Auch die Futures auf Veredlungskartoffeln waren gefragt; hier ergab sich ein Plus von 19 % auf 17 630 Derivate, die ein Gesamtvolumen von 440 750 t umfassten. Außerdem wurden zwölf Futures auf Flüssigmilch über insgesamt 300 t gehandelt. Dieser Kontrakt war Mitte August vergangenen Jahres eingeführt worden. Rückläufig war im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dagegen die Liquidität bei Butter und Magermilchpulver, nämlich um 8 % auf 4 577 Kontrakte beziehungsweise sogar um 36 % auf 2 831 Derivate. Dies entsprach 22 885 t Butter und 14 155 t Magermilchpulver. Unterdessen verringerte sich das gesamte EEX-Handelsvolumen im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5 % auf 11 939 Agrarkontrakte. Davon entfiel der größte Anteil auf Veredlungskartoffeln mit 9 456 Futures; hier ergab sich ein Minus von 8 % auf 236 400 t. Dagegen erhöhte sich die Liquidität bei den Milchprodukten, wo die Börse ein Plus von 10 % auf insgesamt 2 483 gehandelte Kontrakte über zusammen 12 415 t verzeichnete. AgE

Neuer Ansatz für Qualitätskontrolle von Lebensmitteln

Die Qualitätskontrolle von Lebensmitteln könnte künftig durch eine neue Methode zur simultanen Analyse von Geruchs- und Geschmacksstoffen beschleunigt werden, die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie und der Technischen Universität München (TUM) entwickelt haben. Wie die bayerische Hochschule berichtete, basiert der neue Ansatz auf einem normalerweise für die Geschmacksstoffanalytik verwendeten Ultrahochleistungs-Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie-Verfahren (UHPLC-MS). Neu und zeitsparend sei, dass sich durch einen vorgeschalteten Anreicherungs- beziehungsweise Stoffumwandlungsschritt auch flüchtige Geruchsstoffe mit dieser, sonst nicht für Aromastoffe verwendeten Methode analysieren ließen. Laut TUM wird es somit erstmals möglich, eine große Probenanzahl in sehr kurzer Zeit hinsichtlich ihrer geschmacks- und geruchsgebenden Inhaltsstoffe zu analysieren. Die Wissenschaftler hoffen, die Methode weiterentwickeln zu können, um entlang der gesamten Wertschöpfungskette den Geschmack von Nahrungsmitteln schnell und einfach überwachen und gegebenenfalls auch optimieren zu können. Außerdem lasse sich das neue Verfahren auch nutzen, um Lebensmittelfälschern auf die Spur zu kommen. Anhand der identifizierten Muster der Inhaltsstoffe könnten Herkunfts- und Qualitätsangaben der Hersteller überprüft und Fälschungen aufgedeckt werden. Nach Angaben der TUM unterscheiden sich Aroma- und Geschmacksstoffe stark in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften. Während von einigen Aromastoffen bereits wenige Billionstel Gramm ausreichten, könnten Geschmacksstoffe erst bei deutlich höheren Konzentrationen wahrgenommen werden. Daher würden derzeit in der Lebensmittelanalytik ganz verschiedene Methoden eingesetzt, um Geruchs- und Geschmacksstoffe exakt in ihrer Art und Menge in einem Rohstoff oder einem Nahrungsmittel zu bestimmen. Besonders die Analysen von Aromastoffen seien sehr zeitaufwändig und somit teuer. AgE

Bioland kritisiert unzureichende Standards bei der Tierwohlkennzeichnung

Die Tierwohlkennzeichnung „Haltungsform“ des Lebensmitteleinzelhandels und das geplante staatliche Tierwohllabel von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gehen stellenweise selbst in den besseren Stufen nicht über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus. Dies ist laut Mitteilung des Anbauverbandes Bioland das Ergebnis eines Vergleichs dieser Siegel, in dem auch die Anforderungen der EU-Ökoverordnung und die eigenen Verbandsrichtlinien berücksichtigt wurden. „Die beiden Label grenzen an Verbrauchertäuschung“, kritisierte Bioland-Präsident Jan Plagge. Beim Einkauf griffen die Verbraucher zur vermeintlich besten Stufe und hielten noch nicht einmal mit voller Garantie die wirklich bestmögliche Stufe, nämlich Bio, in den Händen. „Die Konsumenten brauchen Orientierung anstatt Verwirrungstaktiken“, betonte Plagge. Er wies darauf hin, dass Schweine in den höchsten Stufen der beiden Kennzeichnungssysteme mit maximal 1,5 m2 deutlich weniger Platz im Stall einschließlich Auslauffläche hätten als es im Ökorecht mit 2,3 m2 Standard sei. Freilauf erhielten die Tiere sowieso nur in den obersten Stufen. Im Bereich des Einsatzes von Antibiotika und Arzneimitteln gebe es für keine der Stufen eine Einschränkung. Auffallend sei zudem, dass die Haltungskriterien für Muttertiere und Ferkel nahezu ausgeklammert würden. Bei beiden Labels habe jedes Tier in allen Stufen nur den gesetzlichen Mindeststandard von maximal 2,5 m2 Fläche zur Verfügung, während es nach EU-Ökoverordnung und bei Bioland 7,5 m2 seien. Auch Kastenstände, also die Fixierung von Sauen kurz vor und nach der Geburt, sei bei der Handelskennzeichnung und dem staatlichen Label erlaubt. Gleiches gelte für das Kupieren der Schweineschwänze, welches lediglich beim staatlichen Tierwohlsiegel ab Stufe 2 verboten sei. „Das staatliche Tierwohllabel und die Haltungsform sind kaum dazu geeignet, dem Verbraucher die Kaufentscheidung zu erleichtern“, stellte Plagge fest. Sie verwirrten mit komplizierten Abstufungen und beriefen sich zu oft auf den gesetzlichen Mindeststandard, um sich mit dem Aufdruck „Tierwohl“ schmücken zu können. Es sei zu hoffen, dass Klöckner Einsicht zeige und die Kritik an ihrem freiwilligen Label von Verbrauchern, Landwirten und ihren Kollegen auf politischer Ebene ernst nehme. Verbraucher, die beim Tierwohl auf Nummer sicher gehen wollten, sollten auf die Logos der Bioverbände mit ihren strengen Kriterien achten, empfahl der Verbandspräsident. AgE

BÖLW fordert erneut Tierwohlkennzeichnung nach dem Eierkonzept

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat seine Forderung nach einer staatlichen Tierwohlkennzeichnung gemäß dem Konzept bei den Schaleneiern bekräftigt. Falls es Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ernst meine mit einem europäischen Label, müsse sie auch ein Konzept vorlegen, das EU-tauglich sei, erklärte der BÖLW-Vorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein in Berlin. Es sei doch nicht vorstellbar, dass man sich in Deutschland einen Sonderweg ausdenke, diesen national einführe, damit Fakten schaffe und dann erwarte, dass der Rest Europas das dankbar für sich annehme. Deshalb müsse die Ministerin das Konzept aufgreifen, das heute schon europaweit funktioniere und von den Kunden gelernt sei; nämlich das der Eierkennzeichnung, so Prinz Löwenstein. Die Eierkennzeichnung sei nicht ohne Grund außerordentlich erfolgreich, denn diese zeige dem Kunden deutlich, wie die Tiere gehalten worden seien, und zwar auf jeder Eierpackung. Ein weiterer Vorteil sei, dass es keine weitere zeit- und kostenintensive Verbraucher- noch Marktforschung brauche, denn die Praxis beweise seit vielen Jahren, dass „die europaweite Haltungskennzeichnung beim Ei bekannt ist, verstanden wird und wirkt“. Wenn die Ministerin hingegen darauf bestehe, ein Label durchzusetzen, das genau umgekehrt gestaltet sei als das etablierte Eierkennzeichnungssystem, mache sie damit klar, dass es bei einem nationalen Alleingang für ein unverbindliches Zeichen bleiben solle, erklärte der BÖLW-Vorsitzende. Sowohl die SPD als auch einzelne unionsgeführte Landwirtschaftsministerinnen der Bundesländer, die Agrarexperten der Opposition im Bundestag sowie viele Verbände der Land- und Lebensmittelwirtschaft hätten Klöckner aufgefordert, ihren Sonderweg für ein freiwilliges Tierwohllabel abzubrechen. Gefordert werde die Vorlage eines Gesetzentwurfs, der eine verpflichtende Kennzeichnung für die gesamte Wirtschaft enthalte und der für alle Fleischprodukte am Markt eingesetzt werden könne. AgE

Danone auf Platz eins im Ranking der wertvollsten Molkereimarken

Der französische Konzern Danone wird von Brand Finance, einer international tätigen Agentur für Unternehmensbewertung, auf Platz eins der „Top 10 Most Valuable Dairy Brands" geführt, einem Ranking der globalen Molkereimarken. In der Liste, die im jetzt erschienenen „Annual Report on the World's Most Valuable Food and Soft Drink Brands“ zu finden ist, belegt die chinesische Yili Group, das größte Molkereiunternehmen Asiens, Platz zwei. Unter den Top 10 der Molkereimarken sind auch zwei europäische Unternehmen vertreten. Die Molkereigenossenschaft Arla Foods hat es auf Platz vier geschafft, während das italienische Unternehmen Parmalat, eine Tochter des französischen Molkereikonzerns Lactalis, auf Platz zehn vertreten ist. Danone und Yili haben sich auch Spitzenpositionen in dem ebenfalls von Brand Finance erstellten Ranking der 50 wertvollsten Lebensmittelmarken der Welt erkämpft. Hier belegt Danone Platz zwei; Yili folgt dahinter auf Rang drei. Die Spitzenposition nimmt die Nestlé S.A. ein, der weltweit größte Nahrungsmittelkonzern mit Hauptsitz im Schweizer Vevey. Die drei Unternehmen hatten bereits im vergangenen Jahr die ersten drei Plätze bei den wertvollsten Lebensmittelmarken belegt und konnten ihre Positionen verteidigen. Kriterium für die Rankings ist der von Brand Finance ermittelte Wert einer Marke. Dieser wird mit dem sogenannten Lizenzpreisanalogieverfahren ermittelt, das den in ISO 10668 festgelegten Industriestandards entspricht. Die Methode umfasst die Kalkulation des erwarteten zukünftigen Umsatzes, der auf die Marke zurückzuführen ist sowie die Frage, welche Lizenzgebühren ein Unternehmen für die Nutzung dieser Marke zu bezahlen hätte, wenn die Marke nicht bereits im eigenen Besitz wäre. AgE

Chinesen kaufen neuseeländische Molkereigenossenschaft

Die mehr als 100 Jahre alte Genossenschaftsmolkerei Westland auf der Südinsel Neuseelands wird am 1. August in chinesische Hände übergehen. Am 18.7. gab der Oberste Gerichtshof des Landes grünes Licht für den Verkauf, dem zuvor schon die Behörde für Auslandsinvestitionen sowie die Genossenschaftsmitglieder mit 93,8 % der Stimmen zugestimmt hatten. Neuer Eigentümer der viertgrößten Molkerei Neuseelands ist eine Tochtergesellschaft der Yili Industrial Group, dem größten Produzenten von Molkereiprodukten in China, der 2008 in den Melanin-Skandal verwickelt war. Nach Angaben von Westland beträgt der Kaufpreis 588 Mio NZ$ (351 Mio Euro), von denen die gut 400 Anteilseigner 246 Mio NZ$ (174 Mio Euro) erhalten werden; mit dem Rest müssen Schulden und Verbindlichkeiten der wirtschaftlich angeschlagenen Molkerei bezahlt werden. Im Jahr 2018 hatte Westland rund 690 Mio kg Milch verarbeitet und einen Erlös von 693 Mio NZ$ (414 Mio Euro) erzielt. In den vergangenen Jahren konnte aufgrund der hohen Schulden aber nur ein unterdurchschnittlicher Milchpreis gezahlt werden, weshalb die Genossenschaftsmitglieder mit großer Mehrheit für den Verkauf der Traditionsmolkerei stimmten. Yili hat sich verpflichtet, auch weiterhin die Milch von allen bisherigen Lieferanten abzuholen und die Auszahlungsleistung für zehn Jahre an den Erzeugerpreis von Fonterra anzugleichen. Auch das Personal und alle Verträge der Genossenschaftsmolkerei werden übernommen. Der Molkereivorstand von Westland zeigte sich Überzeugt, dass der Verkauf an den neuen chinesischen Eigentümer zu weltweit besseren Vermarktungsmöglichkeiten und einem wettbewerbsfähigen Milchauszahlungspreis führen werde. Er verwies darauf, dass Yili bereits 2013 die Oceania Dairy Group in Neuseeland übernommen und seitdem rund 660 Mio NZ$ (394 Mio Euro) in den Aufbau von Produktionslinien für Milchpulver, Babynahrung und UHT-Milch investiert habe. AgE

Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,5970 Euro

Berufsstand kämpft weiter gegen Milchpreissenkung

Der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Schweizer Milchproduzenten (SMP) lassen im Kampf gegen die von einigen großen Milchverarbeitern angekündigte Absenkung der heimischen Milchpreise nicht locker. Es sei nicht nachvollziehbar, wenn die bestpositionierten Unternehmen am Schweizer Markt mit Blick auf die milchärmere Periode Preissenkungen durchboxen wollten, während alle wichtigen Marktindikatoren entweder auf Stabilität oder eine positive Entwicklung hindeuteten, kritisierten die beiden Verbände. Vieles spreche hier für eine sehr direkte Margenverbesserung zu Lasten der Milchproduzenten. SBV und SMP betonten, sie erwarteten vielmehr, dass den Landwirten die Mehrleistungen des „Grünen Teppichs“, also der Standards für nachhaltige Milch, mit einem um 0,03 sfr (2,7 Cent) höheren Milchpreis entschädigt würden. Nach wie vor fehlten die sachlichen Marktargumente, die das angekündigte Vorgehen der Milchverarbeiter auch nur ansatzweise rechtfertigen würden, monierten beide Verbände. Fakt sei, das die Butterlager stark geräumt seien und sich die Milcheinlieferungen unter Vorjahresniveau bewegten. Zudem seien die Marktlage und Aussichten in der Europäischen Union stabil bis verhalten positiv. Es könne nicht hingenommen werden, dass die Schweizer Milchproduzenten nachweislich Mehrwerte schafften, die auf dem Markt wesentlich zu einer besseren Positionierung beitrügen, während der nachgelagerte Bereich dies eins zu eins für eine Margenverbesserung nutze. Hier fühlten sich die Milchbauern einer immensen Marktmacht ausgesetzt, beklagten SBV und SMP. Mit Blick auf die Diskussionen zur künftigen Agrarpolitik müssten deshalb zusätzliche Überlegungen über bessere Rahmenbedingungen angestellt werden, um die Marktstellung der Produzenten gleichwertig zu gestalten. AgE

Umrechnungskurs: 1 sfr = 0,8976 Euro

Nordzucker-Leitung bleibt trotz schwieriger Märkte optimistisch

Trotz der aktuellen Probleme am Zuckermarkt und anhaltender Wettbewerbsverzerrungen bleibt der Nordzucker-Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Gorissen optimistisch, was die zukünftigen Aussichten für die Erzeuger und Verarbeiter angeht. Auf der diesjährigen Hauptversammlung der Nordzucker AG beschrieb Gorissen die gegenwärtigen Bedingungen für den Konzern als „extrem anspruchsvoll“. Negative Treiber seien neben den derzeitigen Niedrigpreisen und Subventionen in Indien und Thailand auch die gekoppelten Zahlungen für den Rübenanbau in zahlreichen Ländern der EU. „Das verzerrt den Wettbewerb; hier ist die Politik gefordert“, so der Vorstandsvorsitzende. Trotz der bestehenden Unsicherheiten sieht Gorissen aber gute Perspektiven für das Unternehmen und die Anbauer. Er verwies dazu auf die weltweit kontinuierlich steigende Nachfrage und rechnet mittelfristig mit steigenden Preisen für Zucker aus Rübe und Rohr. Um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein und weiter zu wachsen, hat Nordzucker nach Angaben der Konzernspitze einen umfassenden Transformationsprozess im Kerngeschäft in Europa gestartet. Im Rahmen der Vertriebsstrategie sollen das Produkt- und Serviceportfolio angepasst, die Organisation auf die Kernprozesse fokussiert und die Kosten, insbesondere in der Verwaltung, deutlich reduziert werden. Zudem hat das Unternehmen den Einstieg ins Zuckerrohrgeschäft angekündigt und plant die Transaktion des zweitgrößten australischen Produzenten Mackay Sugar Limited zeitnah abzuschließen. Laut Konzernangaben bekräftigte die Hauptversammlung den Kurs des Unternehmens und entlastete Vorstand und Aufsichtsrat mit sehr großer Mehrheit. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Hauptversammlung der Aufsichtsratsvorsitzende Jochen Johannes Juister erneut in das Gremium gewählt und in der anschließenden konstituierenden Sitzung in seinem Amt bestätigt. AgE

Titel „Molkereimeister“ ein wichtiger Baustein im Berufsweg

Als einen wichtigen Baustein für einen interessanten und selbst gestalteten Berufsweg hat der Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hans-Joachim Harms, den Titel „Molkereimeister“ gewürdigt. Der erfolgreiche Abschluss des Molkereimeisterkurses werde sich auf jeden Fall amortisieren, betonte Harms auf der Feier des diesjährigen Molkereimeisterkurses des Milchwirtschaftlichen Bildungszentrums der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Nord-West. Laut Kammerangaben hatten sich 18 Schüler am letzten Tag der mehrtätigen Prüfung den Fragen der Prüfungskommission gestellt. Gemäß dem Tenor weiterer Gratulanten öffnen exzellente Fachkenntnisse, gekoppelt mit praktischer Erfahrung, überdurchschnittlichem Engagement und Flexibilität, die „Tür der Chancen“, hinter der sich gerade in Zeiten intensiver Veränderungen ein solides Karrierepotential verberge. Die Milchwirtschaft brauche derzeit Molkereimeister, die wie keine andere Berufsgruppe Theorie und Praxis verbinden könnten. Auch der Landwirtschaftskammer zufolge sind die Berufsaussichten für Molkereimeister hervorragend. Demnach haben nahezu alle Lehrgangsabsolventen, die aus den Bundesländern Bremen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kamen, bereits eine Anstellung sicher. AgE

Fonds zur globalen Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen eingerichtet

Einen Treuhandfonds zur internationalen Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen von Bakterien haben die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf der zweiten Ministerkonferenz zu diesem Thema Mitte Juni im niederländischen Noordwijk ins Leben gerufen. Wie die drei Organisationen erklärten, soll der Fonds für die Jahre 2019 und 2020 mit insgesamt 70 Mio $ (62,3 Mio Euro) ausgestattet werden. Mit diesem Geld würden zunächst Länder bei der Entwicklung von nationalen Aktionsplänen technisch unterstützt. Der Fonds soll fünf Jahre lang laufen. Den ersten Finanzierungsbeitrag leisteten die Niederlande mit 5 Mio $ (4,5 Mio Euro). Nach Angaben der Organisationen wird die Antibiotikaresistenz von Bakterien vor allem durch den überhöhten Einsatz und den Missbrauch von Antibiotika zur Bekämpfung von Krankheitserregern bei Menschen und Tieren beschleunigt. Medikamentenresistente Mikroorganismen verursachten global schätzungsweise 700 000 Todesfälle pro Jahr. Diese Zahl könne auf 10 Millionen Todesfälle steigen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen würden, warnten FAO, WHO und OIE. Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten betonte, dass es immer noch Handlungsspielräume gebe, um den Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion zu verbessern. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8902 Euro

Milchkühe vor Hitzewelle schützen

Angesichts der hohen Temperaturen sollten Milchviehhalter Maßnahmen ergreifen, um ihre Kühe vor Hitzestress zu schützen. Darauf hat das Portal proteinmarkt.de unter Berufung auf aktuelle Untersuchungen von Olaf Tober von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg Vorpommern hingewiesen. Demnach sollten Milchkühe spätestens ab einer Umgebungstemperatur von 28 °C durch geeignete Maßnahmen bei der Thermoregulation unterstützt werden, da dann die Vormagen- und Körpertemperatur steigt und die Tiere unter starkem Stress leiden. Laut der Untersuchung bedeutet das Überschreiten der oberen kritischen Temperatur der Kühe zunächst, dass die Tiere anfangen, die physiologischen Anpassungsmechanismen für eine erhöhte Wärmeabgabe zu aktivieren. Dazu gehörten Schwitzen, die Erhöhung der Atemfrequenz und der Körpertemperatur sowie die Verringerung der Aktivität und der Futteraufnahme. Hier kann man Tober zufolge von einer leichten Belastung sprechen, die sich im normalen physiologischen Adaptionsrahmen bewege. Die Tierhalter müssten sich aber im Klaren sein, dass die Kühe mit dem Überschreiten der oberen kritischen Temperatur zusätzliche Energie für die Thermoregulation aufwenden müssten, die nicht für die Leistungserbringung zur Verfügung stehe. Wenn sich die Umgebungstemperaturen so stark erhöhten, dass die physiologischen Mechanismen einen Anstieg der Körpertemperatur auf mehr als 40 °C nicht mehr verhindern könnten, werde die Wärmebelastung zu starkem Stress. Bei einer Kuh mit einer Milchleistung von etwa 30 kg pro Tag dürfte dieser Bereich laut der Studie je nach Luftfeuchte mit 28 °C bis 34 °C erreicht sein. Spätestens hier werde effektiv unterstützende technische Kühlung „zum Muss“. AgE

Forscher wollen Lebensmittel ohne Landwirtschaft erzeugen

Mit einem innovativen Verfahren wollen schwedische Forscher Futter- und Lebensmittel ohne Photosynthese oder herkömmliche Landwirtschaft erzeugen und so die Umweltauswirkungen der Agrarproduktion drastisch reduzieren. Wie die Universität Uppsala berichtete, setzen Wissenschaftler um Prof. Tomas Linder dabei auf die Fähigkeit bestimmter Mikroorganismen, essbare Proteine, Fette und weitere Stoffe aus einfachen organischen Substanzen herzustellen. Vorbild ist der auch in Deutschland verfügbare Fleischersatz „Quorn“, der aus dem fermentierten Myzel des Schlauchpilzes Fusarium venenatum erzeugt wird. „Futtergrundlage“ der Mikroorganismen sind in dem von Linder konzipierten Prozess Kohlenwasserstoffe wie Alkohol oder organische Säuren, die zuvor auf chemischem Wege aus atmosphärischem Kohlendioxid und Wasser hergestellt wurden. Dies wäre dem Biochemiker zufolge wesentlich ressourceneffizienter und klimaschonender als die bisher üblichen Methoden zur Erzeugung pflanzlicher oder sogar tierischer Nahrungsmittel. Linder weist darauf hin, dass die Sojabohnenerzeugung heute weltweit rund 120 Mio ha an Ackerland und damit in etwa die Gesamtfläche von Südafrika beanspruche. Die gleiche Menge an Protein könnte mit Hilfe von Mikroorganismen auf Produktionsflächen im Umfang der schwedischen Insel Öland hergestellt werden. Da die Wachstumsbedingungen der Organismen in speziellen Tanks reguliert würden, sei die Produktion zudem unabhängig von den Witterungsbedingungen und könne theoretisch in allen Klimazonen stattfinden, erläuterte der Forscher. Linder betont zudem, dass die dafür notwendigen Technologien bereits zur Verfügung stünden. So sei es problemlos möglich, Kohlendioxid aus der Luft zu extrahieren und beispielsweise in Methanol umzuwandeln, das zum Füttern der Mikroorganismen eingesetzt werden könne. Der schwedische Wissenschaftler regt an, die Methode insbesondere zur Erzeugung von Eiweißfuttermitteln einzusetzen, um den klimatischen Fußabdruck der Tierproduktion zu verringern. AgE

Weniger Reserveantibiotika in der Tierhaltung eingesetzt

Die Tierhalter in Deutschland haben in den vergangenen Jahren nicht nur den Verbrauch von Antibiotika spürbar verringert, sondern gemeinsam mit den Tierärzten auch die Verwendung sogenannter Reserveantibiotika eingeschränkt. Darauf hat das Landvolk Niedersachsen erneut hingewiesen und sich dabei auf Monitoringergebnisse der QS Qualität und Sicherheit GmbH bezogen. Denen zufolge ist die Einsatzmenge der in der Humanmedizin besonders wichtigen Antibiotikagruppen, den sogenannten kritischen Antibiotika, im vergangenen Jahr gegenüber 2017 bei Cephalosporinen der 3. oder 4. Generation um 30 % gesunken. Bei den Fluorchinolonen wurde ein Rückgang um fast 20 % erreicht. Dem Landvolk zufolge erfasst das Antibiotika-Monitoring im QS-System bereits seit 2012 den Einsatz dieser Tierarzneimittel in der Nutztierhaltung in einer Datenbank. Von 2014 bis 2018 ist demnach der Antibiotikaeinsatz bei den Haltern von Schweinen, Geflügel oder Mastkälbern im QS-System insgesamt von 706 t auf 464 t und damit um 34 % gesunken. Die dabei erfolgte Minderung der Gaben von Antibiotika, die für den Menschen wichtig sind, widerlege den Vorwurf, wonach der Einsatz dieser Reserveantibiotika in der Tiermedizin in jüngster Vergangenheit angestiegen sein solle, betonte der Landesbauernverband. Er hob vor dem Hintergrund von Resistenzbildungen hervor, dass Antibiotika in der Nutztierhaltung grundsätzlich nicht prophylaktisch, sondern nur aufgrund einer vorherigen, konkreten Diagnose des Tierarztes eingesetzt würden. Gerade mit Blick auf den Tierschutz müssten aber auch kranke Tiere medizinisch behandelt werden. Trotz dieser Notwendigkeit zeigten die rückläufigen Zahlen zur Verabreichung von Reserveantibiotika aus dem QS-Antibiotika-Monitoring, dass Tierhalter und Tierärzte für dieses Thema ausreichend sensibilisiert und in hohem Maße um einen restriktiven Einsatz bemüht seien. AgE

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Deutsche Ernährungsindustrie startet mit Wachstum ins neue Jahr

Die deutsche Ernährungsindustrie ist mit einem spürbaren Umsatzplus in das neue Jahr gestartet. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) Anfang April berichtete, stieg der Branchenerlös im Januar 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat mengen- und preisbedingt um 2,7 % auf 14,70 Mrd Euro. Das Absatzplus beziffert die BVE dabei auf 1,7 %. Die Verkaufspreise hätten sowohl im In- als auch im Ausland leicht zugelegt. Etwas hinter dem Gesamtwachstum zurückgeblieben ist der Zuwachs des Exportumsatzes mit 1,4 % auf 4,88 Mrd Euro. Die BVE sprach dennoch von einer Ertragsstütze für den „gesättigten“ Inlandsmarkt. Trotz der höheren Verkaufsmenge schränkten die Lebensmittelhersteller ihre Produktion ein. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank nach Angaben des Dachverbandes gegenüber Januar 2018 um 1,4 %. Die insgesamt positive Entwicklung lasse aber auf eine Fortsetzung der stabilen Konjunktur hoffen, so die BVE. Sie verwies auf den ifo-Geschäftsklimaindex, wonach die Stimmungslage im März zuversichtlich ausgefallen, es gegenüber Januar und Februar allerdings zu deutlichen Punktabschlägen gekommen sei. Gegenüber März 2018 habe sich das Geschäftsklima jedoch verbessert und insbesondere die Erwartungen an die Produktion, den Export und die Verkaufspreise für die kommenden drei Monate seien durchweg positiv ausgefallen, berichtete die Bundesvereinigung. Auch der Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) habe im März 2019 trotz leichter Einbußen ein hohes Niveau gehalten. Unter den Verbrauchern habe weiterhin eine hohe Anschaffungsneigung geherrscht, unterstützt durch gute Erwartungen an das Einkommen, führte die BVE aus. Mit positiven Verdienstperspektiven stehe für die Konsumenten auch der nachhaltige Genuss im Alltag im Fokus. Besonders höherwertige Qualitätslebensmittel seien deshalb stärker nachgefragt worden. AgE

Streit um Milchmindestpreis und Lieferbeziehungen im australischen Wahlkampf

Die zukünftige Milchmarktpolitik ist in Australien zum Thema im Wahlkampf geworden; das neue Parlament in Canberra wird im Mai gewählt. Um die Situation für die Milchfarmer zu verbessern, setzt die oppositionelle Labourpartei auf einen Mindestpreis für die Erzeuger. Deren agrarpolitischer Sprecher Joel Fitzgibbon warf der Regierung vor, keine neuen strukturellen Mechanismen auf den Weg gebracht zu haben, um die Rentabilität der Milchviehhalter zu verbessern. Ein für die Regionen festgelegter Mindestpreis werde hingegen die „Einnahmen für die Milchviehhalter verbessern und ihnen auch Sicherheit geben, so dass sie wieder Investitionen zur Steigerung der Produktivität tätigen“. Landwirtschaftsminister David Littleproud von der liberal nationalen Regierung hält davon gar nichts und verwies auf eine Senatsuntersuchung, nach der ein Mindestpreis den Markt verzerren und die Produktivität der Landwirte beeinträchtigen könne. Zudem würde die Wettbewerbsfähigkeit im Export leiden, der inländische Frischmilchverbrauch sinken und die Milchimporte steigen. Dem Minister zufolge kam die australische Wettbewerbs- und Verbraucherkommission (ACCC) zu dem Schluss, dass die ungleiche Verhandlungsmacht zwischen Verarbeitern und Milchviehhaltern in Verbindung mit der ungleichen Verfügbarkeit von Informationen zu Marktversagen führe. Er habe deshalb den „verpflichtenden Milchkodex“ auf den Weg gebracht, der von Milcherzeugerorganisationen gefordert worden sei und nach Abstimmung 2020 in Kraft treten solle. Dieser sieht unter anderem vor, dass die Milchverarbeiter jährlich einen Vertrag anbieten, der die Lieferbedingungen und einen Preis für die Laufzeit der Vereinbarung beinhaltet. Verboten werden sollen rückwirkende Preissenkungen und Exklusivverträge, die die Erzeuger daran hindern, ihre überschüssige Milch an ein anderes Unternehmen zu verkaufen. Untersagt werden soll den Molkereien auch die Zahlung unterschiedlicher Preise für die Milch desselben Landwirts. „Wenn den Landwirten mehr Flexibilität eingeräumt wird, um zwischen den Verarbeitern zu wechseln, wird dies einen Wettbewerb zwischen den Verarbeitern um den Rohstoff schaffen", erklärte Littleproud. Rückwirkende Preissenkungen nannte der Minister „unaustralisch“, weshalb sie unterbunden werden müssten. AgE

Käseexport legt kräftig zu

Lettland hat seine Käseausfuhren 2018 deutlich gesteigert. Der lettische Verband der Käsehersteller Siera klubs bezifferte die betreffende Menge auf 25 600 t; das waren 2 800 t oder 12 % mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg der entsprechende Exportwert um 4 Mio Euro oder 5 % auf 81 Mio Euro, während der Gesamtwert der Ausfuhren an Molkereiprodukten um 17 Mio Euro oder 7 % auf 226 Mio Euro  zurückging. Mit Käse wurden insgesamt 73 Länder beliefert, darunter Deutschland als größter Abnehmer, gefolgt von den Niederlanden, Litauen, Estland, Polen und Italien. Unterdessen pendeln die lettischen Käseimporte seit 2013 um die Linie von 15 000 t; im vergangenen Jahr wurden rund 15 700 t Käse eingeführt. Die lettische Käseerzeugung 2018 veranschlagt Siera klubs auf 48 300 t, nach 47 200 t im Vorjahr. Hergestellt werden rund 100 Käsesorten. Derweil legte der lettische Pro-Kopf-Verbrauch von Käse im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 weiter zu, und zwar im Mittel um 0,1 kg auf 20,2 kg. Das entspricht bezogen auf 2002 fast  einer Verdreifachung. AgE

Britische Verbraucher mögen Milchprodukte

Bei den britischen Verbrauchern stehen Milchprodukte weiterhin hoch im Kurs. Das geht aus einer Umfrage hervor, die der Nachrichtensender BBC und das Medienunternehmen AgriBriefing durchgeführt haben und auf das der britische Bauernverband (NFU) jetzt hingewiesen hat. Laut NFU haben 70 % der Briten ihre positiven Ansichten zur Milch in den vergangenen zwei Jahren nicht verändert; bei 8 % habe sich die positive Einstellung noch weiter verbessert. Insgesamt 5 % der Konsumenten hätten ihren Verzehr sogar ausgebaut und neben Milch insbesondere zu Sahne und Käse gegriffen. Dem NFU zufolge haben lediglich 10 % der insgesamt 2 012 Umfrageteilnehmer angegeben, ihren Konsum von Milchprodukten in den vergangenen zwei Jahren reduziert zu haben; 2 % der Befragten hätten in diesem Zeitraum zu einer veganen Ernährungsweise gewechselt. Nur jeder zehnte Teilnehmer habe berichtet, milchlose Alternative zu bevorzugen, so der Verband. Wenn man diese Gruppe nach dem Alter sortiere, habe knapp ein Viertel der 18- bis 24-Jährigen innerhalb von 24 Monaten seinen Milchkonsum reduziert, gegenüber 12 % unter den 25- bis 34-Jährigen und 8 % bei den über 65-Jährigen. Unterschiede gibt es nach NFU-Angaben auch zwischen den Geschlechtern und deren Einstellung zu Milchprodukten. Während 16 % der befragten Frauen eine eher negative Einstellung gegenüber dem Konsum von Milchprodukten genannten hätten, sei dies nur bei 7 % der Männer der Fall gewesen. Der Milch-Board-Vorsitzende im NFU, Michael Oakes, erklärte, jeder Einzelne habe selbst die Möglichkeit, seine Nahrungsmittel zu kaufen und zu verzehren. Milchprodukte seien weiterhin ein zentraler Bestandteil einer gesunden, ausgewogenen und nährstoffreichen Ernährungsweise. Oakes zeigte sich erfreut darüber, dass in der Regel 98 % der britischen Verbraucher regelmäßig Milch sowie Verarbeitungsprodukte wie Käse und Joghurt konsumierten. AgE

Deutsche Milchwirtschaft verhalten optimistisch

Der Milchindustrie-Verband (MIV) blickt verhalten optimistisch auf das Jahr 2019. Die Vorzeichen seien grundsätzlich besser als vor Jahresfrist für 2018, erklärte der MIV-Vorsitzende Peter Stahl am Dienstag vergangener Woche (22.1.) vor Journalisten in Berlin. Nach seinen Angaben liegen die Milchanlieferungen derzeit rund 3,3 % unter dem Vorjahreswert. Erfahrungen aus früheren Dürrejahren ließen erwarten, dass das Milchaufkommen in den nächsten Monaten nicht überproportional steigen werde, da die Futtervorräte auf den Höfen vielerorts knapp seien. Der Milchverbrauch sei dagegen relativ konstant, berichtete Stahl. Bei einigen Milchprodukten wie Butter habe die Nachfrage deutlich angezogen, vor allem aufgrund des „Weihnachtsimpulses“ und nachdem der Verbraucher gespürt habe, dass die Preisspitzen vorbei seien. Auch wenn im Dezember bereits einige Molkereien Abschläge am Milchpreis vorgenommen hätten, sollte sich im ersten Quartal ein stabiles Marktbild ergeben. Die Prognosen seien allerdings wegen der Unsicherheiten beim Brexit in diesem Jahr besonders schwierig, räumte der MIV-Vorsitzende ein. Noch immer sei nicht klar, womit die Marktbeteiligten ab März 2019 zu rechnen hätten. Sollte es zu einem harten Brexit kommen, seien Zölle auf verschiedene Milchprodukte und aufwändige Zollabfertigungen zu erwarten, so Stahls Befürchtung. Dies dürfte sich vor allem auf den Käsemarkt in der Europäischen Union negativ auswirken, da Großbritannien ein großer Nettoimporteur von Käse sei. Rückblickend auf das Jahr 2018 geht der MIV nun von einer neuen Rekordanlieferung an die deutschen Molkereien von schätzungsweise 32,4 Mio t Milch aus. Die EU-weiten Milchlieferungen dürften den Wert von 2017 wieder erreicht haben. Die Milchpreisschätzung für Deutschland weist für 2018 einen Betrag von durchschnittlich 34,5 Cent/kg bei 4,0 % Fett aus. Damit würde der Preis laut MIV unter dem Vorjahresniveau von 36,2 Cent liegen, aber immer noch leicht über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt. AgE

Projekt „Digitale Kuh 3.0“ rückt Tiergesundheit in den Fokus

Agrarwissenschaftler der Fachhochschule Südwestfalen in Soest wollen mit ihrem Projekt „Digitale Kuh 3.0“ Daten zur Milchleistung und zur Tiergesundheit verknüpfen und so ein effizientes Managementtool zum Herdenmanagement entwickeln. Wie die Fachhochschule mitteilte, wird das zusammen mit dem Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen (LKV) durchgeführte Projekt mit fast 1,2 Mio Euro vom Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf gefördert. Den Projektleitern Prof. Marc Boelhauve und Prof. Marcus Mergenthaler vom Fachbereich Agrarwirtschaft zufolge sind die vorliegenden Daten zur Milchqualität und -leistung mit den oft analogen Informationen zur Tiergesundheit bisher kaum kombinierbar. Die Idee sei, ein digitales Managementtool zu entwickeln, mit dem die Gesundheit der Kühe beobachtet, dokumentiert und analysiert werden könne, erläuterte Mergenthaler. Das System solle Hinweise auf mögliche Schwachstellen liefern und so gezielte und frühzeitige Maßnahmen zur Optimierung von Fütterung, Haltung und Hygiene zulassen. Das setzte voraus, dass die Daten direkt im Stall mit Hilfe einer offline basierten Applikation für Smartphones erfasst werden könnten. Das Ergebnis sei dann eine lückenlose Aufzeichnung aller gesundheitsrelevanten Informationen, die für Betriebsleiter, Mitarbeiter und - je nach Zugangsberechtigung - auch für externe Personen wie Tierärzte und Berater jederzeit und überall verfügbar seien. Zudem sollen diese individuellen und tagesaktuellen Tierdaten auch mit den Milchprüfungsdaten des LKV verknüpft werden. Der Landeskontrollverband wird dabei die Programmierung dieser Erfassungs- und Auswertungssoftware übernehmen und die neu erzeugten Daten auch speichern. Da es sich bei der Tiergesundheit um sehr sensible Daten handle, gehe es auch darum, eine sichere Schnittstelle zu schaffen, erklärte Boelhauve. Ziel sei, dass jeder Landwirt seine Version individualisieren könne, je nachdem, welche Daten für seine betrieblichen Entscheidungen wichtig seien. Er hob hervor, dass die Digitalisierung in der Landwirtschaft somit einen wertvollen Beitrag zur Tiergesundheit leisten könne. AgE

Einheitliche Löschfrist für Verstöße gegen Lebensmittelrecht kommt

BERLIN. Die Bundesregierung hat den Weg zu einer Vereinheitlichung der Löschfristen für Verstöße gegen die Lebensmittelsicherheit geebnet. Das Kabinett beschloss am 01. August in Berlin den „Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches“ und setzte damit das im Koalitionsvertrag vereinbarte Vorhaben einer rechtssicheren Veröffentlichung von festgestellten Verstößen gegen die Lebensmittelsicherheit um. Nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner werden Verbraucher im Rahmen der jetzt beschlossenen Regelung sechs Monate lang transparent über festgestellte Verstöße gegen die Lebensmittelsicherheit informiert. Die Löschfrist von sechs Monaten gelte nun einheitlich für alle Länder und beende damit den bisher bestehenden „Flickenteppich“ an unterschiedlichen Verfahrensweisen, so die Ministerin. Nach Klöckners Ansicht bringt die Neuregelung „ein deutliches Plus an Verbraucherschutz“ mit sich, da die betroffenen Verstöße gegen das Lebensmittelrecht nun wieder verlässlich und rechtssicher durch die Länder veröffentlicht werden können. Der Kabinettsbeschluss trage somit zur Schaffung von Vertrauen und Transparenz bei, betonte die Ressortchefin. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium hatte das Bundesverfassungsgericht im März dieses Jahres entschieden, dass die Verpflichtung zur amtlichen Information über Verstöße des Lebensmittel- und Futtermittelrechts grundsätzlich verfassungskonform ist. Mit dem gleichen Urteil war der Gesetzgeber aber beauftragt worden, eine Regelung zur Dauer der Veröffentlichung zu treffen. Dem vorangegangen waren weitere Entscheidungen mehrerer Verwaltungsgerichte, die verfassungsrechtliche Bedenken gegen diese Vorschrift erhoben und deren Vollzug vorläufig untersagt hatten.

Reichlich Fleisch und Milchprodukte in den US-Kühlhäusern

stände teilweise auf neue Rekordhöhen anschwellen lassen. Aktuellen Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zufolge befanden sich zum Stichtag 30. Juni 2018 insgesamt 631 640 t Käse im Kühllager. Das waren nicht nur 5,8 % mehr als im Vorjahresmonat, sondern so viel wie noch nie seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1917. Die Butterbestände haben gegenüber Mai zwar leicht abgenommen; mit 152 590 t lagen sie Ende Juni jedoch noch um 8,5 % über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Die höheren Bestände sind auch eine Folge der zuletzt etwas schwächeren Inlandsnachfrage bei steigender Milcherzeugung, die laut USDA im laufenden Jahr gegenüber 2017 um 1,1 % auf 98,79 Mio t zunehmen soll. Im Fleischbereich sind den Washingtoner Analysten zufolge zuletzt die Geflügelbestände weiter angewachsen. Ende Juni 2018 übertraf die Gefrierhausmenge an Hähnchenfleisch mit 403 070 t das Vorjahresniveau um 10,3 %; das war die höchste jemals festgestellte Menge in einem Juni seit 1939. Die Vorräte an Putenfleisch beliefen sich auf 255 045 t; was in etwa dem Vorjahresniveau entsprach. Deutlich abgenommen gegenüber Mai haben hingegen die Gefrierhausmengen an Schweinefleisch, nämlich um 10,2 % auf 254 030 t. Damit befand sich hiervon ebenso viel Ware im Lager wie Ende Juni 2017. Auch bei Rindfleisch kam es im Berichtsmonat gegenüber Mai zu einem Bestandsabbau, doch übertrafen die Vorräte mit 203 470 t das Niveau von vor zwölf Monaten um 8,0 %. Rekordmengen für einen Juni wurden in den US-Kühlhäusern zudem bei Kalbfleisch mit 6 780 t und bei Schaffleisch mit 11 875 t verzeichnet. Für 2018 rechnet das USDA mit einem Anstieg der gesamten US-Fleischerzeugung um 2,9 % auf fast 46,8 Mio t. Dazu soll vor allem ein um 4,5 % höheres Schweinefleischaufkommen und eine um 3,7 % wachsende Rindfleischproduktion beitragen. Bei Hähnchen soll die Erzeugung gegenüber 2017 um 2,0 % zulegen, bei den Puten dagegen um 0,7 % sinken. Sollten die von China und auch Mexiko eingeführten Strafzölle für US-Milchprodukte und Fleisch Wirkung zeigen und die Exporte schmälern, dürften Analysten zufolge nicht nur die Preise sinken, sondern auch die Kühlhausbestände weiter hoch bleiben. AgE

Trump subventioniert Farmer mit 12 Milliarden Dollar wegen Handelseinbußen

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) will die Bauern im eigenen Land mit umfangreichen Finanzmitteln unterstützen und reagiert damit auf wirtschaftliche Einbußen der Branche als Folge von „ungerechtfertigten“ Vergeltungszöllen Chinas auf US-Agrarprodukte. Wie das USDA am 24.7. erklärte, sollen für diesen Zweck bis zu 12 Mrd $ (10,24 Mrd Euro) bereitgestellt werden. Dabei werde auf bereits budgetierte Mittel der staatlichen Commodity Credit Corporation (CCC) zurückgegriffen. Die Einbußen in der Landwirtschaft durch den Handelskonflikt mit China beziffern die Washingtoner Beamten auf insgesamt 11 Mrd $ (9,4 Mrd Euro). Im Einzelnen plant das USDA stufenweise Zahlungen an die Erzeuger von Sojabohnen, Sorghum, Mais, Weizen, Baumwolle, Milch und Schweinen. Außerdem ist vorgesehen, unerwartete Überschüsse der von den Vergeltungszöllen betroffenen Produkte wie Obst, Nüsse, Reis, Gemüse, Rindfleisch, Schweinefleisch und Milch zu kaufen und im Rahmen von Nahrungsmittelhilfeprogrammen an Bedürftige zu verteilen. Darüber hinaus will das Washingtoner Agrarressort mit den CCC-Mitteln ein Absatzförderungsprogramm finanzieren, das den Sektor bei der Öffnung neuer Märkte unterstützen soll. Im Detail sollen die Einzelmaßnahmen am 3. September vorgelegt werden.

Perdue: China kann US-Farmer nicht „schikanieren“
Laut US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue macht die Entscheidung der Trump-Regierung deutlich, dass China die US-Farmer nicht „schikanieren“ könne, um die USA zu zwingen, im Handelsstreit klein beizugeben. Die geplanten Hilfsmaßnahmen seien eine kurzfristige Lösung, die es US-Präsident Donald Trump ermöglichen solle, gleichzeitig an langfristigen Handelsvereinbarungen zum Wohle der Agrarbranche und der gesamten US-Wirtschaft zu arbeiten. „Der Präsident hat versprochen, allen amerikanischen Farmern und Ranchern Rückendeckung zu geben“, versicherte Perdue. Leider seien die landwirtschaftlichen Erzeuger „unfairerweise und überproportional“ von Chinas „illegalen Handelspraktiken“ getroffen worden. Die hohen chinesischen Zölle störten den Handel, drückten auf die Produktpreise und erhöhten die Vermarktungskosten, weil neue Absatzmärkte gefunden werden müssten.

AFBF für rasche Beendigung des „Handelskrieges“
Bei den Landwirten trafen die Subventionspläne nur eingeschränkt auf Zustimmung. So kann aus Sicht des Präsidenten des größten US-Bauernverbandes (AFBF), Zippy Duvall, nicht genug betont werden, dass die Landwirte als Folge des Verlustes von Exportmärkten schlimme Konsequenzen zu tragen hätten. Erneut sprach er sich für ein rasches und sicheres Ende des „Handelskrieges“ und für die Abschaffung der Zölle aus, die die US-Landwirtschaft beeinträchtigten. In dieselbe Kerbe schlug der Präsident des zweitgrößten US-Bauernverbandes (NFU), Roger Johnson. Er bezifferte die landwirtschaftlichen Einbußen durch Handelsverzerrungen allein für den vergangenen Monat auf mehr als 13 Mrd $ (11,1 Mrd Euro). „Präsident Trumps eskalierender Handelskrieg mit China und vielen anderen Ländern wird große Anstrengungen erfordern, um die Erzeuger von Lebensmitteln, Kraftstoffen und Fasern zu schützen. Ihre Existenzgrundlage hängt an jedem Tweet, jeder Drohung und jeder Zollentscheidung des Weißen Hauses“, so Johnson. Die geplanten Nothilfen lösten das langfristige Problem nur kurzfristig. Vielmehr müsse die US-Regierung einen Unterstützungsmechanismus entwickeln, der den erheblichen Schaden auf den wichtigsten Märkten in den kommenden Jahren abfedern könne. „Das sollte in Kooperation mit dem Kongress geschehen, damit die Agrarhaushalte ausreichend ausgestattet sind, wenn die Märkte zusammenbrechen“, erklärte Johnson. AgE
Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8535 Euro

Hogan rechnet mit weiterhin stabilem EU-Milchmarkt

EU-Agrarkommissar Phil Hogan rechnet mit einer vorerst weiterhin stabilen Entwicklung des europäischen Milchmarktes. Beim Agrarrat berichtete der Ire jedoch von etwas stärker gesunkenen Milchpreisen in den ersten vier Monaten dieses Jahres als saisonal üblich. Allerdings lägen die gegenwärtigen Preise mit 32,6 Cent/kg im EU-Mittel noch auf einem „gesunden“ Niveau. Zudem wachse die Nachfrage auf den Weltmärkten, stellte der Agrarkommissar fest. Die EU-Exporte von Magermilchpulver, Butter und Käse hätten im ersten Quartal dieses Jahres über den bereits hohen Ausfuhrmengen zu Beginn des vergangenen Jahres gelegen. Dabei sorgten die Probleme im Milcherzeugerland Neuseeland für Entlastung auf dem Weltmilchmarkt. Besonders gut sieht es derzeit laut Hogan bei der Butter aus. Umgerechnet auf die Rohmilch würde der aktuelle Butterpreis dem Agrarkommissar zufolge eine Auszahlung von mehr als 37 Cent/kg erlauben. Allerdings warnte er zugleich, dass das Risiko eines allgemeinen Überangebotes an Milch auf den Weltmärkten nicht gebannt sei. Probleme mache weiterhin der Magermilchmarkt. Daher sei auch ein vorsichtiger Umgang mit den noch eingelagerten Interventionsbeständen notwendig. Der Forderung von Frankreichs Landwirtschaftsminister Stéphane Travert nach einer Nutzung der Magermilchbestände in der Tierfütterung erteilte der Brüsseler Agrarchef allerdings eine Absage. Dies sei zu teuer. Der bisherige Weg eines sehr „vorsichtigen“ und schrittweisen Verkaufs der Interventionsbestände werde fortgesetzt. Insgesamt kritisch beurteilte der Agrarkommissar die aktuelle Lage auf dem EU-Schlachtschweinemarkt. Nach einer hohen Preiskurve in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres hätten sich die Notierungen 2018 stark nach unten bewegt. Verantwortlich dafür machte Hogan das Überangebot sowie die Probleme mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Eine weitere Ausbreitung des Virus wäre ein „unkalkulierbares Risiko“ gerade im Hinblick auf die immer noch starken Exporte in Drittstaaten, sagte der Ire. Er lobte aber die Mitgliedstaaten für die von ihnen ergriffenen Maßnahmen, um der Seuche Einhalt zu gebieten. AgE

Landesvereinigung rückt Milch in den Mittelpunkt

Ein positives Fazit hat die Landesvereinigung (LV) der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen nach der Milchwoche im Kreis Kleve gezogen. Vom 1. Juni bis zum 7. Juni sei bei insgesamt 17 Veranstaltungen den Verbrauchern das Naturprodukt Milch näher gebracht worden, teilte die LV am 13.6. mit. Die Besucher hätten vielfältige Möglichkeiten gehabt, sich über die Herkunft und die Weiterverarbeitung des vielseitigen Produktes zu informieren. Zu den Aktionen der Milchwoche zählten unter anderem die Besichtigung eines Milchviehbetriebes mit angeschlossener Hofmolkerei, eine Milchradtour, Besuche in Schulen und Altenheimen sowie Auftritte der Kinderrockband „Randale“ und des Fernsehkochs Björn Freitag. Laut LV stand die Milch eine ganze Woche lang unter Mitwirkung des Kreises, regionaler Akteure und Erzeuger, Molkereien und des Handels im Mittelpunkt. Ziel sei es gewesen, das positive Image des Naturproduktes Milch und die Akzeptanz für die Milchproduktion und -verarbeitung auszubauen. Initiiert wurde die Milchwoche von der LV mit Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen und dem Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium. AgE

Neue Molkereimeister ausgebildet

Insgesamt 14 Teilnehmer haben erfolgreich den Molkereimeisterkurs des Milchwirtschaftlichen Bildungszentrums der Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Nord-West absolviert. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilte, wurden die Meisterbriefe feierlich im Beisein von zahlreichen Ehrengästen am 8.6. in Oldenburg überreicht. Bei der Veranstaltung würdigten unter anderem der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hermann Hermeling, und der Vorsitzende des Fachverbandes der Milchwirtschaftler, Dieter Koch-Hartke, die Leistungen der neuen Molkereimeister. Die Investition in die berufliche Zukunft, die den Fachleuten sehr viel abverlange, sei ein wichtiger Baustein für einen interessanten und selbst gestalteten Berufsweg und werde sich auf jeden Fall amortisieren, hieß es einhellig. Die Milchwirtschaft brauche Molkereimeister, die wie keine andere Berufsgruppe Theorie und Praxis verbinden könne. Nach Angaben der Kammer sind die Berufsaussichten für Molkereimeister hervorragend. Nahezu alle Lehrgangsabsolventen, die aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen stammten, hätten bereits eine Arbeitsstelle sicher. Darüber hinaus genieße das Milchwirtschaftliche Bildungszentrum als Aus- und Fortbildungsstätte bundesweit einen sehr guten Ruf. Es bietet zwei Formen des Lehrgangs zum Molkereimeister an, die klassische achtmonatige sowie die berufsbegleitende, in drei Blöcke gegliederte dreijährige Variante. Der nächste Molkereimeisterlehrgang beginnt am 6. August 2018. AgE

Südtirols Vorschlag zur Lebensmittelpolitik könnte EU-Pilotprojekt werden

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher in Aussicht gestellt, dessen Konzept für eine nachhaltige Lebensmittelpolitik als EU-Pilotprojekt zu lancieren. Wie die Regierung der autonomen Provinz in Norditalien am Montag vergangener Woche (4.6.) mitteilte, wird sich Südtirol um die Teilnahme an der Pilotstudie bewerben und damit unter anderem damit beginnen, in Schulen und Krankenhäusern mehr regionale Lebensmittel zu verwenden. Kompatscher will mit seinem Ansatz eine nachhaltige Herstellung, kurze Produktionsketten und Regionalität, die Förderung von kleinbäuerlichen Strukturen, eine höhere Biodiversität und Tierschutzstandards voranbringen, aber auch die Erziehung zu gesunder Ernährung und die gesetzliche Möglichkeit für öffentliche Verwaltungen, beim Einkauf regionalen Produkten den Vorzug zu geben. Zudem sollten die bürokratischen Hürden in Zusammenhang mit lokalen Lebensmitteln reduziert werden, die „viele Bauern von einer Eigenvermarktung“ abhielten. Auch müssten die Fachterminologie und die Etikettierung europaweit auf eine vergleichbare Ebene gebracht werden, so Kompatscher. Überdies sollten die Umweltauswirkungen des Nahrungsmittelsystems vor Ort überwacht werden. AgE

DLG schreibt Innovation Award „Junge Ideen“ aus

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) schreibt auch in diesem Jahr wieder einen Preis für den Forschungsnachwuchs im Bereich Lebensmitteltechnologie aus. Der DLG-Innovation Award „Junge Ideen“ ist mit 2 500 Euro dotiert und fördert Forschungsarbeiten junger Wissenschaftler. Neben der wissenschaftlichen Qualität sollen die Arbeiten von hohem praktischen Nutzen sein und zur Lösung praxisrelevanter Fragestellungen in der Lebensmittelbearbeitung und -verarbeitung beitragen. Die Ausschreibung des Preises erfolgt laut DLG im Rahmen eines Call-for-Papers-Verfahrens. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2018. Anmeldeunterlagen und Abstract-Vorlagen stehen als Download unter www.DLG.org zur Verfügung. Mit dem DLG-Innovation Award „Junge Ideen“ werde die herausragende Bedeutung der Lebensmitteltechnologie für die Innovations- und Qualitätsarbeit der Lebensmittelbranche unterstrichen, betonte die Landwirtschafts-Gesellschaft. Zugelassen sind ihr zufolge Projekt-, Semester- oder Abschlussarbeiten im Rahmen von Bachelor- und Master-Studiengängen, Promotionsarbeiten sowie sonstige Forschungsarbeiten und Forschungsprojekte, auch außerhalb von Hochschulen. Die eingereichten Arbeiten können produkt- und branchenübergreifend unter anderem folgende Themenbereiche umfassen: Lebensmitteltechnologie, Verpackung, Abfülltechnologie, Ingredienzien, Produktentwicklung, Automatisierung, Qualitätssicherung, Hygiene, Gesundheit, Ernährung sowie Geschäftsmodelle. Die eingereichten Abstracts werden von einem wissenschaftlichen Beirat bewertet. Die Preisverleihung findet im Rahmen des DLG-Forums „Innovation: Neue Technologien für Lebensmittelverpackungen“ am 4. Dezember 2018 in Frankfurt statt. AgE

Große Lagerbestände an Milcherzeugnissen in Russland

Infolge des rückläufigen Verbrauchs von Milch und Milcherzeugnissen befinden sich in den staatlichen und kommunalen Lagerhäusern Russlands „riesige Mengen“ von Milchprodukten. Dies berichtete zumindest die Abteilungsdirektorin vom Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IPEI) der Russischen Akademie der Wissenschaften, Natalja Schagaiga. Laut ihren Angaben beliefen sich Ende 2017 die Lagerbestände an Butter auf 23 000 t, an Milchpulver auf 30 000 t und an Käse und Käseprodukten auf 64 000 t. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Milcherzeugnissen ist 2017 laut einer Schätzung des Moskauer Landwirtschaftsministeriums gegenüber dem Vorjahr um 5,6 kg auf 233,4 kg Milchäquivalent gesunken. Die heimische Milchproduktion deckt dem Agrarressort zufolge aber dennoch nur 80 % bis 82 % des Bedarfs ab; eigentlich sollte das Niveau gemäß dem Regierungsprogramm für die Importsubstitution von Nahrungsmitteln bereits bei 90 % liegen. Die Selbstversorgung mit Rohmilch werde voraussichtlich erst in vier bis fünf Jahren erreicht sein, erklärte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Dschambulat Chatuow. Nach seinen Angaben hat Russland im vergangenen Jahr mit 172 100 t rund 7 % weniger Rohmilch importiert als im Vorjahr, davon stammten 120 500 t aus Weißrussland. AgE

EEX startet Flüssigmilchfuture im August

Die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig wird den Handel mit Milchprodukten am 15. August um einen Flüssigmilchfuture erweitern und damit etwas später als zuvor geplant. Ursprünglich sollte das Derivat bereits in der ersten Hälfte des laufenden Jahres eingeführt werden. Trotzdem wäre die EEX damit die erste Börse in Europa, die Flüssigmilchkontrakte anbietet. Wie das zur Gruppe Deutsche Börse gehörende Unternehmen mitteilte, wird die Kontraktgröße auf 25 000 kg Milch festgesetzt. Zur finanziellen Abrechnung des Futures soll der Börse zufolge der „EEX European Liquid Milk Index“ genutzt werden. Dieser berücksichtige gleichgewichtig Milchpreise aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Irland, die von der EU-Milchmarkt-Beobachtungsstelle (Milk Market Observatory - MMO) ermittelt würden. Der Leiter des EEX-Agrarproduktsegments, Sascha Siegel, erklärte, dass man mit dem neuen Kontrakt den Bedürfnissen des europäischen Milchmarktes entspreche. „Die Preisentwicklung für Butter, Magermilch- und Molkenpulver in den vergangenen Jahren zeigt, dass die europäischen Märkte für Milchprodukte großen Preisschwankungen unterliegen. Wir sind überzeugt davon, dass das neue Produkt eine attraktive Ergänzung für das Risikomanagement in den Agrarmärkten darstellt“, so Siegel. An der EEX werden bislang Futures auf Butter, Magermilchpulver und Molkenpulver gehandelt. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Börse 137 820 t Warenäquivalent umgesetzt; das waren 68 % mehr als 2016. Damit ist die EEX der führende börsliche Terminmarkt für Milchprodukte in Europa. Unterdessen zeigte sich der Deutsche Bauernverband (DBV) in Berlin erfreut über die angekündigte Einführung des Flüssigmilchfutures, denn damit werde der Zugang zur Warenterminbörse für den einzelnen landwirtschaftlichen Unternehmer erleichtert. „Jedes Instrument, das hilft, Risikomanagement zu betreiben, ist ein gutes Instrument“, erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Allerdings sieht der Bauernverband vor allem weiterhin die Molkereien - aber auch Milcherzeugergemeinschaften - in der Verantwortung, die Absicherung für ihre Mitglieder und Lieferanten zu übernehmen und ihnen so feste Abnahmepreise über einen längeren Zeitraum anzubieten. Molkereien im internationalen Wettbewerb wie Müller Milch UK, Dairy Farmers of America und Glanbia Ireland böten diese Dienstleistung für ihre Lieferanten erfolgreich an, so der DBV. AgE

Neuer Nachweistest für tierisches Protein in Futtermitteln

Einen sicheren Test für den Nachweis unerwünschter tierischer Proteine wie beispielsweise Rinder-Tiermehl in Futtermitteln verspricht ein neues Verfahren, das Wissenschaftler am Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI) der Universität Tübingen entwickelt haben. Im Fokus des vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Verbundprojekts „Animal-ID“ stehen die Bruchstücke von Proteinen, die sogenannten Peptide. Bei dem Verfahren werden nach Angaben der Universität die in der Futterprobe enthaltenen Proteine zunächst mit Hilfe des Enzyms Trypsin zerlegt, um lösliche Peptide zu erhalten. In einem zweiten Schritt fischen von NMI-Forschern entwickelte Antikörper die für Rinder typischen Peptide aus der Mischung. Anschließend wird mit einer Kombination aus Flüssigchromatographie und Massenspektrometrie die Menge der Zielpeptide zuverlässig bestimmt. Laut dem beteiligten Wissenschaftler Andreas Steinhilber vom NMI wird mit dem Verfahren derzeit eine Nachweisgrenze von 1 Gramm Rindermehl in 1 Kilogramm pflanzlichem Rinderfuttermittel erzielt. Die Methode ist laut Steinhilber allerdings nicht auf Rinderprotein beschränkt. Mit dem gleichen Verfahren könne in Zukunft auch festgestellt werden, ob beispielsweise Pferdefleisch in einer Lasagne untergemischt worden sei. Der vom NMI vorgestellte Nachweis soll nun für eine kommerzielle Nutzung weiterentwickelt werden. AgE

Ebner drängt auf Glyphosatverbot

Die Ankündigung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, in Deutschland den Einsatz des umstrittenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat spätestens bis 2021 zu beenden, ist von den Grünen begrüßt worden. Allerdings zeigte sich deren Agrarsprecher Harald Ebner hinsichtlich eines tatsächlichen Glyphosatverbots skeptisch, da Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner federführend bei dem Thema sei. Für Klöckner stehe ein Ende des Glyphosateinsatzes aber „nicht zur Diskussion“, beklagte Ebner. Daher seien die Erwartungen an ein angekündigtes Gespräch zwischen den beiden Ministerinnen gering. Der Grünen-Politiker forderte die Bundesregierung erneut auf, den Glyphosatausstieg schnellstmöglich einzuleiten. Dazu brauche es ein sofortiges Verbot für den Einsatz zum privaten Gebrauch und auf öffentlichen Flächen. Für die Landwirtschaft seien „größtmögliche Anwendungsbeschränkungen“ nötig. Auch beim Verbot der Neonikotinoide müsse Klöckner „erst noch beweisen“, dass sie den Kurs ihres Vorgängers Christian Schmidt korrigiere, erklärte Ebner. Schmidt habe beim Bienenschutz „immer viel versprochen, aber kaum etwas gehalten“. Der Grünen-Politiker bezog sich mit seinen Anmerkungen auf Medienberichte, denen zufolge Schulze einen Glyphosatausstieg bis 2021 ankündigt hatte. Begründet hatte sie das vor allem mit dem Insektensterben und der Bedeutung der Bienen. Deshalb müsse auch der Einsatz von Neonikotinoiden beendet werden, so die Bundesumweltministerin. AgE

Winter zum „Chef-Koordinator Lebensmittelsicherheit“ ernannt

Zum „Chef-Koordinator“ Lebensmittelsicherheit hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Ministerialbeamten Dr. Michael Winter ernannt. Der Leiter der Unterabteilung „Gesundheitlicher Verbraucherschutz - Sicherheit der Lebensmittelkette“ im Agrarressort fungiert künftig als Bindeglied zwischen den europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörden und den Behörden der Länder. Er soll dazu beitragen, dass im Krisenfall ein schnellerer Informationsaustausch und eine bessere Abstimmung möglich sind. Klöckner trägt damit einem Beschluss der EU-Agrarminister vom September vergangenen Jahres Rechnung. Damals hatten die Ressortchefs als Reaktion auf die illegale Anwendung von Fipronil in Legehennenbetrieben ihre Bereitschaft erklärt, den Informationsfluss und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission zu verbessern. Winter leitet seit 2011 die Unterabteilung „gesundheitlicher Verbraucherschutz - Sicherheit der Lebensmittelkette“ im Bundeslandwirtschaftsministerium. Der Lebensmittelchemiker ist Mitglied im Verwaltungsrat der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Zudem nimmt Winter für sein Ressort Aufsichtspflichten im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wahr. AgE

Kühlhäuser gut mit Fleisch und Milchprodukten gefüllt

In den USA sind die Lagerbestände an Milcherzeugnissen und Fleisch zuletzt weiter angewachsen. Aktuellen Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zufolge befanden sich zum Stichtag 28. Februar 2018 insgesamt 596 090 t Naturkäse im Kühllager. Das waren nicht nur 2,8 % mehr als im Vorjahresmonat, sondern so viel wie noch nie seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1917. Zudem haben die Butterbestände innerhalb eines Monats um gut ein Fünftel zugenommen; mit 125 640 t lagen sie Ende Februar um 2,6 % über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Die höheren Bestände sind eine Folge der anhaltenden Steigerung der Milcherzeugung in den USA. Im vergangenen Jahr hatte laut USDA die Produktion gegenüber 2016 um 1,5 % auf 97,75 Mio t zugenommen; im laufenden Jahr soll sie um etwa 1,6 % zulegen und 99,3 Mio t erreichen. Im Fleischbereich sind den Washingtoner Analysten zufolge insbesondere im Sektor Geflügel die Bestände weiter gewachsen. Ende Februar übertraf die Gefrierhausmenge an Hähnchenfleisch mit 410 590 t das Vorjahresniveau um 15,2 % und lag nur rund 8 400 t unter der bisherigen Februar-Rekordmarke aus dem Jahr 2006. Die Vorräte an Putenfleisch beliefen sich auf 193 580 t; das waren 12,8 % mehr als Ende Februar 2017. Merklich gestiegen sind binnen Jahresfrist auch die Gefrierhausmengen von Schweinefleisch, nämlich um 8,3 % auf 278 920 t. Bei knochenlosem Schinken fiel die Lagermenge mit 38 945 t so hoch wie noch nie aus, und die Bestände an Bäuchen haben sich im Vorjahresvergleich nahezu verdreifacht. In den US-Gefrierhäusern befanden sich Ende Februar zudem 24,8 % mehr Kalbfleisch und 10,3 % mehr Schaffleisch als zwölf Monate zuvor. Lediglich die eingefrorene Menge an Rindfleisch nahm ab, und zwar um 8,4 % auf 208 780 t. Für 2018 rechnet das USDA mit einem Anstieg der gesamten Fleischerzeugung um 3,8 %, wozu vor allem das um jeweils gut 5 % höhere Aufkommen an Rind- und Schweinefleisch beitragen soll. Für den Pro-Kopf-Verbrauch erwarten die Analysten gegenüber 2017 eine Zunahme um 2,5 kg auf 100,8 kg im Mittel. AgE

Siegel „Ohne Gentechnik“ immer bekannter

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) sieht sich mit seinem Siegel „Ohne Gentechnik“ gut aufgestellt. Er verwies am 27.3. auf den aktuellen Gütesiegel-Monitor des Unternehmens Splendid Research und eine Studie des Marketingexperten Prof. Henning Buxel von der Fachhochschule Münster, wonach vor allem der Wiedererkennungswert von „Gentechnikfrei“-Siegeln zugenommen habe. Laut den aktuellen Ergebnissen des Gütesiegel-Monitors legte die Bekanntheit des VLOG-Siegels um 21,8 % zu, was die Marktforscher laut VLO-Meldung auf die „politischen Kontroverse um das Thema Gentechnik“ zurückführen. Das Siegel befasse sich mit einem Thema, das die Verbraucher bewege. Splendid Research kam zu dem Ergebnis, dass 72 % der Verbraucher beim Lebensmittelkauf besonders auf Gütesiegel achten, um die Produktqualität zu bewerten. Der VLOG hob außerdem das Ergebnis der Buxel-Untersuchung hervor, wonach 63 % der von ihm befragten Verbraucher ein Prüf- beziehungsweise Gütesiegel bei Lebensmitteln besonders wichtig finde, wenn es darum gehe, ob das Produkt frei von Gentechnik sei. Keine andere Eigenschaft erreiche einen so hohen Wert. Das Ohne-Gentechnik-Siegel erzielte in Buxels Studie eine Bekanntheit von einem Drittel und habe damit noch vor dem Demeter-Siegel, dem Qualitätsstandard QS oder dem Regionalfenster gelegen. Beide Studien hätten zudem eine positive Wirkung von Gütesiegeln auf die Kaufwahrscheinlichkeit belegt. Im VLOG sind Landwirte, Verarbeiter, Vermarkter, Lebensmittelhersteller und Handelsunternehmen ebenso wie Berater, Vereine und Privatpersonen organisiert. Zu den derzeit knapp 640 Lizenznehmern und Mitgliedern zählen auch die Agravis Futtermittel GmbH, die Arla Foods Deutschland GmbH, der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), die Westfleisch SCE mbH, der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) sowie Aldi Nord und Aldi Süd, Edeka, Rewe und Lidl. AgE

Jeder Achte arbeitet in der Lebensmittelwirtschaft

Fast jeder achte Erwerbstätige in Deutschland hat 2016 in der Vermarktungskette für Lebensmittel gearbeitet. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) sowie weiterer Branchenverbände hervor. Demnach sorgten im Berichtsjahr rund 5,4 Millionen Menschen mit ihrer Produktivität und Innovationskraft dafür, dass 82,4 Millionen Bundesbürger und eine Vielzahl von Menschen weltweit täglich sichere und hochwertige Lebensmittel genießen könnten. Insgesamt fast 696 000 Betriebe wurden entlang der gesamten Lebensmittelkette gezählt, also in der Landwirtschaft, im Agrargroßhandel, im Lebensmittelhandwerk, in der Ernährungsindustrie, im Lebensmittelgroß- und Lebensmitteleinzelhandel sowie im Gastgewerbe. Drittgrößter Arbeitgeber war dabei die Landwirtschaft mit 619 000 Arbeitsplätzen. Die ersten beiden Ränge belegten das Gastgewerbe mit 2,179 Millionen Erwerbstätigen und der Lebensmitteleinzelhandel mit 1,270 Millionen Beschäftigten. Allerdings wurden die meisten Betriebe in der Landwirtschaft verzeichnet, nämlich 304 800. Den größten Umsatz erwirtschaftete 2016 jedoch der Lebensmitteleinzelhandel mit 228,72 Mrd Euro. In der Landwirtschaft kamen im selben Jahr rund 51,2 Mrd Euro an. BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff erklärte, dass die Lebensmittelbranche für eine zukunftsfähige starke Wirtschaftskraft stehe. „Auf jeder einzelnen Stufe wird intensiv mit Köpfchen und vollem Körpereinsatz daran gearbeitet, dass sich heute 170 000 Produkte in den Regalen des Handels finden“, so Minhoff. Jährlich kämen viele neue Produkte hinzu, die Wünsche und Trends der Kunden aufgriffen. Genauso viele Erzeugnisse würden aber auch wieder verschwinden, weil sie sich am Markt nicht dauerhaft durchsetzen könnten. Dieser Qualitätswettbewerb funktioniert nach Ansicht von Minhoff ohne staatliche Lenkungsmaßnahmen. „So sollte es zum Erhalt der geschmacklichen Vielfalt, Innovationen und vor allem der Arbeitsplätze auch bleiben“, forderte der BLL-Hauptgeschäftsführer. AgE

Tote Kühe lösen diplomatische Spannungen aus

In Madagaskar ist der Botschafter der USA Mitte März von der Regierung ins Außenministerium einbestellt worden, weil die diplomatische Vertretung Washingtons den Tod zweier Milchkühe in einen Milchviehbetrieb kritisiert hatte. Presseberichten zufolge gehört der Betrieb dem früheren Präsidenten Marc Ravalomanana, der ein politisches Comeback bei den Wahlen im November 2018 plant. Nach einem Gerichturteil wurde die Milchkuhfarm kürzlich wegen Nichteinhaltung von Standards geschlossen und die Türen versiegelt. Damit sollte verhindert werden, dass das Personal die dort noch vorhandenen Tiere füttert, worauf zwei Tiere verendeten. Dies hatte die US-Botschaft empört, die über Facebook dazu aufrief, das ungerechtfertigte Leiden der Tiere zu beenden. Dies verärgerte wiederum den madagassischen Außenminister Henry Rabary-Njaka. „Wir sind ein souveränes Land; es ist unzulässig, dass ein Vertreter eines großen Landes ein Gericht in Madagaskar herausfordert“, erklärte der Minister. Mittlerweile hat sich die Lage aber wieder entspannt, denn US-Botschafter Robert Yamate hat sich entschuldigt, und die Fütterung sowie die Pflege der Rinder wurde wieder zugelassen. AgE

Russischer Milchexport 2017 gesunken

Russland hat im vergangenen Jahr weniger Milchprodukte ins Ausland verkauft, doch sind die Exporterlöse gestiegen. Nach Angaben des Analysezentrums MilkNews ging die Ausfuhrmenge gegenüber 2016 um 7,9 % auf 684 000 t Milchäquivalent zurück. Aufgrund gestiegener Preise nahmen die Ausfuhrerlöse der russischen Exporteure aber um 14,2 % auf 305 Mio $ (248 Mio Euro) zu. Die wichtigsten Abnehmer für Molkereierzeugnisse waren Staaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), auf die 91 % der Gesamtausfuhren entfielen. Zudem waren die Mongolei, Georgien, Abchasien und China bedeutende Kunden. Ein geringerer Auslandsabsatz wurde vor allem bei Vollmilchpulver verzeichnet; die Exporte halbierten sich im Vergleich zu 2016. Zudem wurde ein Viertel weniger Butter und jeweils knapp ein Fünftel weniger Molke und Quark jenseits der Landesgrenzen verkauft. Dagegen stieg im Vorjahresvergleich die Ausfuhr von Magermilchpulver um 26 %, von Käseprodukten um 19 % und von Sahne um 10 %. Weitaus bedeutender als die Ausfuhr war 2017 die Einfuhr von Milcherzeugnissen in Russland. Dem Analysezentrum zufolge ging die Importmenge gegenüber 2016 zwar um 0,9 % auf 7,2 Mio t zurück; die Einfuhrausgaben schossen jedoch um 22,3 % auf 2,58 Mrd $ (2,09 Mrd Euro) nach oben. Wichtige Lieferanten waren Neuseeland, Argentinien, die Türkei und Uruguay, auf die zusammen 13 % aller Importe entfielen. Mit Abstand bedeutendster Anbieter war jedoch Weißrussland mit einem Einfuhranteil von 79 %. Dies könnte sich jedoch 2018 ändern, denn Russland hat kürzlich wegen Verstößen gegen die Lebensmittelhygiene eine Einfuhrsperre für mehrere Produkte aus diesem Land, darunter auch Milchpulver, erlassen. Zwar hat Russland den Beginn des Importverbotes vom 26. Februar auf den 6. März verschoben, doch rechnen einige Analysten mit deutlichen Marktwirkungen, sollte die Einfuhrsperre länger andauern. So dürften die Preise in Russland merklich steigen und sich der Verbrauch abschwächen. Zudem müsste Experten zufolge mit einem Anstieg der Milchimitate und gepanschter Ware am Markt gerechnet werden. Das Minsker Agrarressort schätzte die möglichen Verluste für die weißrussische Milchbranche, je nach Dauer der Sperre, zuletzt auf 600 Mio $ (487 Mio Euro) bis 700 Mio $ (568 Mio Euro). AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8117 Euro AgE

Beste deutsche Agrar-Universität erneut in Hohenheim

Die Universität Hohenheim hat ihren Spitzenplatz beim Ranking der Agrarwissenschaften in Deutschland erneut behaupten können. Laut dem  erschienenen QS World University Ranking 2018 des britischen Bildungsanbieters Quacquarelli Symonds gilt die Universität Hohenheim in Stuttgart als beste Agrar-Universität in Deutschland. Auf Platz zwei im nationalen Vergleich folgt die Universität Göttingen, auf Platz drei die Technische Universität München. Bezogen auf Europa landet Hohenheim beim QS-Ranking auf Platz acht, weltweit auf Platz 34. Bei der Wertung werden, wie die Universität mitteilte, Forschungsstärke, akademisches Ansehen, Publikationen und Zitationen einzelner Veröffentlichungen berücksichtigt. Hinzu komme der Ruf der Absolventen bei Arbeitgebern. Mit mittlerweile 48 untersuchten Fächern ist das diesjährige Ranking laut der Universität Hohenheim „das größte seiner Art“. Im Bereich Agrar- und Forstwissenschaften seien in diesem Jahr 300 Universitäten gerankt worden. Mit der aktuellen Veröffentlichung liege man bei den Agrarwissenschaften bei allen namhaften Forschungsrankings vorne, hob die Hochschule hervor. Das Ranking der National Taiwan University (NTU) listet die Hohenheim bereits als Nummer Fünf in Europa und Nummer 15 in der Welt. In der Auswertung des Centers for World University Rankings (CWUR) vom April 2017 steht Hohenheim sowohl im Pflanzenbau als auch in Gartenbau auf dem siebten Weltranglistenplatz. Das aktuelle Best Global Universities Ranking der Zeitschrift U.S. News & World Report vom Januar 2017 sieht die Agrarforschung inklusive Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim auf dem ersten Platz in Deutschland, dem dritten Rang in Europa und auf dem neunten Platz in der Welt.

Mehr Milchprodukte in Rumänien hergestellt

Die Molkereien in Rumänien haben 2017 im Vergleich zum Vorjahr über ein größeres Rohstoffangebot verfügt und daraus mehr Milcherzeugnisse hergestellt. Nach Angaben des nationalen Statistikamtes wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1 028 333 t Milch erfasst; das waren 8,0 % mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Milchfettgehalt lag mit 3,79 % auf dem Vorjahresniveau; gleiches galt praktisch auch für den Proteingehalt mit 3,27 %. Zudem standen den Molkereien für die Verarbeitung noch 131 315 t importierte Rohmilch zur Verfügung; im Vergleich zu 2016 war das ein Plus von 0,9 %. Den Bukarester Statistikern zufolge ist die rumänische Trinkmilcherzeugung 2017 im Vorjahresvergleich um 4,2 % auf 289 962 t gestiegen. Zudem wuchs die Käseproduktion um 3,8 % auf 90 904 t, während die Herstellung von Butter um 1,7 % auf 12 129 t zulegte. Überdurchschnittlich stark wurde die Erzeugung von Joghurt, Quark und Sauermilchgetränken gesteigert, nämlich um 6,5 % auf 211 068 t. AgE

Ernährungsindustrie unterstreicht Wichtigkeit des EU-Binnenmarktes

Anlässlich eines Vierteljahrhunderts europäischer Binnenmarkt hat die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) auf dessen Wichtigkeit für die heimische Land- und Ernährungswirtschaft hingewiesen. Der Binnenmarkt der EU sei mit 500 Millionen Verbrauchern einer der größten einheitlichen Märkte der industrialisierten Welt. Seit 25 Jahren sei er für Unternehmen nun Realität, ohne Zölle, mit vielen einheitlichen Regelungen und Normen und ohne zusätzliche bürokratische Hürden. Das stetige Wachstum des Binnenmarktes seit 1993 habe die deutsche Wirtschaft in hohem Maße gestärkt, wovon auch die Ernährungsindustrie profitiert habe, so die BVE. Nach vier Erweiterungsrunden hätten deutsche Lebensmittelhersteller gut ein Drittel mehr Kunden im Handel mit den Mitgliedstaaten. Heute sei die EU noch weit vor den USA der weltweit größte Importeur und Exporteur von Lebensmitteln. „Binnenmarkt und Euro sichern der deutschen Wirtschaft Absatzmärkte und Arbeitsplätze und damit Wohlstand für Deutschland“, betonte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff am Dienstag vergangener Woche (2.1.) in Berlin. In der Ernährungsindustrie werde jeder vierte Euro im EU-Ausland verdient. Aber nicht nur für Unternehmen sei der Binnenmarkt vorteilhaft; für Verbraucher würden Lebensmittel günstiger und die Auswahl vielfältiger, hob Minhoff hervor. Daher müssten die Erfolge des Binnenmarktes erhalten und ausgebaut werden. Durch den Binnenmarkt floriere der Agrar- und Lebensmittelhandel mit den EU-Mitgliedstaaten. Seit 1993 sei deren Anteil bei den Einfuhren von 69 % auf 75 % und bei den Ausfuhren von 70 % auf 74 % gestiegen, stellte Minhoff fest. 2017 habe sich der Wert der im Binnenmarkt gehandelten Agrar- und Lebensmitteleinfuhren auf 321 Mrd Euro belaufen, was einem Plus von 287 % entspreche. Die Ausfuhren seien auf 325 Mrd Euro gekommen, eine Steigerung um 277 % gegenüber 1993. Für den Agraraußenhandel mit Nicht-EU-Mitgliedstaaten beliefen sich die Volumen dagegen lediglich auf 109 Mrd Euro bei den Einfuhren und 116 Mrd Euro bei den Ausfuhren. Die drei größten ausländischen Absatzmärkte der deutschen Ernährungsindustrie waren laut BVE auch 2017 die Niederlande, Frankreich und Italien. Beliebteste Exportprodukte in diese Länder seien Fleisch und Fleischerzeugnisse, Süß- und Dauerbackwaren sowie Milch- und Milchprodukte. AgE

Russlands Milchimporte und -erzeugung wachsen

Die russische Einfuhr von Molkereiprodukten hat in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres gegenüber der Vorjahresperiode zugenommen. Nach Angaben des Föderalen Steueramtes (FTS) stiegen die Importe von Käse um rund 16 % auf 24 000 t und von Butter um 38 % auf 16 300 t. Zudem legte der Bezug von Milchpulver um 27 % auf 44 900 t zu. Das Pulver stammte vor allem aus Argentinien, der Türkei, Uruguay, Neuseeland, dem Iran und der Schweiz. Neben den Importen befindet sich auch die russische Milcherzeugung auf dem Vormarsch. Nationalen Marktbeobachtern zufolge nahm die Rohmilchproduktion ohne Berücksichtigung der privaten Haus- und Hofwirtschaften von Januar bis Oktober 2017 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 3,5 % auf 13,1 Mio t zu. Als Grund dafür wird eine bessere Produktivität der Kühe genannt. Laut Prognose des Abteilungsdirektors für Tierhaltung und Zucht im russischen Landwirtschaftsministerium, Kharon Amerkhanow, soll sich die russische Milchproduktion einschließlich der Haus- und Hofwirtschaften im Kalenderjahr 2017 auf 31,1 Mio t belaufen; das wären 1,3 % mehr als im Vorjahr. Auch er führte dies auf die höhere Milchleistung je Kuh zurück, die in diesem Jahr erstmals die Marke von 6 200 kg erreichen könnte. Optimistisch äußerte sich der Ministeriumsexperte über die weitere Entwicklung, denn bis 2020 soll die Milcherzeugung, bei einer unterstellten weiteren Zunahme der Milchleistung, auf 32,5 Mio t steigen. Ekoniva-Direktor Stefan Dürr, der größte Milchproduzent Russlands, wies Anfang Dezember im Rahmen der Konferenz „Agroholdings Russlands - 2017" in Moskau auf die große Bedeutung der staatlichen Unterstützung für die Entwicklung des russischen Milchsektors hin. „Wenn es keine Subventionen für neue Projekte gibt, werden wir normal arbeiten. Wenn die Subventionen weiter gezahlt werden, werden wir weiter aktiv wachsen", erklärte Dürr. Die finanzielle Unterstützung habe seiner Unternehmensgruppe in der Vergangenheit eine ordentliche Produktionssteigerung ermöglicht. Im laufenden Jahr soll die Milcherzeugung bei Ekoniva auf 290 000 t und die Anzahl der Milchkühe auf 40 000 Stück zunehmen, was bei der Menge einem Zuwachs von 32% und bei den Tieren von 46 % gegenüber 2016 entsprechen würde. Weitere Milchfarmen sollen 2018 in Betrieb gehen. AgE

Weiterer Rückgang der Milcherzeugung in der Ukraine erwartet

Das Kiewer Landwirtschaftsministerium erwartet im kommenden Jahr ein geringeres Milchaufkommen aus heimischer Erzeugung. Laut Prognose der Kiewer Agrarressorts könnte die Produktion 2018 gegenüber dem für dieses Jahr erwarteten Niveau von 10,39 Mio t um etwa 3 % auf 10,1 Mio t abnehmen. Damit würde sich die negative Produktionsentwicklung des laufenden Jahres noch verstärken, denn in den ersten zehn Monaten lag die Milcherzeugung bereits um 1 % unter dem Niveau der vergleichbaren Vorjahresperiode. Gut 60 % der von den Molkereien erfassten und verarbeiteten Milch wurde zuletzt in den Landwirtschaftsbetrieben ermolken; der Rest stammte von den sogenannten Haus- und Hoflandwirtschaften. Trotz der leicht rückläufigen Erzeugung hat die Ukraine von Januar bis Oktober 2017 rund 112 300 t an Milch und Milchprodukten exportiert. Die Lieferungen gingen - wie in den früheren Jahren - vor allem in die Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Das Ministerium und die Molkereibranche unternehmen laut nationalen Presseberichten jedoch Anstrengungen um neue Märkte zu erschließen, wobei der Libanon, Ägypten sowie Südkorea und China im Fokus stehen. Fast vollständig ausgeschöpft war Anfang November bereits die von der Europäischen Union für die Ukraine eingerichtete Importquote für Butter, während diese im Segment Milchpulver nur zu gut einem Drittel genutzt wurde. AgE

Kleinere Milchkuhbestände in den Niederlanden

Erstmals seit Jahren haben die Milchviehhalter in den Niederlanden ihren Tierbestand auch im landesweiten Durchschnitt abgebaut. Wie aus der aktuellen Landwirtschaftszählung des Haager Statistikamtes (CBS) hervorgeht, ging die mittlere Zahl an Kühen je Betrieb in diesem Jahr im Vergleich zu 2016 um zwei auf 99 Tiere zurück. Dabei nahm die Zahl der Milcherzeugerbetriebe um 180 oder 1 % auf 16 330 und der gesamte Kuhbestand auf diesen Höfen um 55 160 Stück oder 3,3 % auf 1,61 Millionen Tiere ab. Dagegen erhöhte sich im gleichen Zeitraum der mittlere Schweinebestand je Betrieb in den Niederlanden um 180 oder 5 % auf rund 3 830 Tiere. Diese Steigerungsrate übertraf den langjährigen Durchschnitt um fast 50 Tiere. Auch die mittlere Betriebsgröße der niederländischen Ackerbaubetriebe legte gegenüber 2016 zu, nämlich um 0,6 ha auf 41,5 ha. Wie das CBS außerdem mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Betriebszweige ausführte, war der Standardoutput - also die mit Ab-Hof-Preisen bewertete Bruttoerzeugung - in der Milchviehhaltung zuletzt wieder rückläufig. So registrierten die Statistiker hier für 2017 im Vergleich zum Vorjahreswert eine Abnahme um 8 000 Euro oder 2 % auf 416 000 Euro. Dagegen wurde für die Schweinehaltungsbetriebe eine Steigerung ihres Standardoutputs um 36 000 Euro oder 4 % auf 926 000 Euro berechnet. Auch der Standardoutput der Ackerbaubetriebe legte zu, und zwar um 5 000 Euro oder 3 % auf 162 000 Euro. AgE

Tierschützer stellen italienische Hartkäse-Hersteller an den Pranger

Die internationale Tierschutzorganisation Compassion in World Farming (CIWF) hat vergangene Woche eine Kampagne gegen die italienischen Konsortien von Parmesan (Consorzio del Formaggio Parmigiano Reggiano) und Grana Padano (Consorzio Tutela Grana Padano) gestartet. Grund sind die angeblich schlechten Haltungsbedingungen für die rund 500 000 Milchkühe dieser Erzeugerzusammenschlüsse. Filmaufnahmen aus neun Milchviehbetrieben in der norditalienischen Po-Ebene zeigen ausgemergelte Kühe und Tiere, die in ihren Exkrementen liegen. Zudem würden die Kühe in kargen Ställen gehalten, die keinen Auslauf böten, so dass ihnen natürliche Verhaltensweisen verwehrt blieben und sie praktisch wie Maschinen genützt würden. Darüber hinaus kritisierte CIWF, dass die weltbekannten Käsesorten als hohe handwerkliche Qualität präsentiert würden, es aber keine Tierschutzrichtlinien in den Produktspezifikationen gebe. In der Kampagne „Nicht auf meine Pasta“, der sich auch die deutsche Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt angeschlossen hat, werden der Präsident von Parmigiano Reggiano, Nicola Bertinelli, und der Generaldirektor von Grana Padano, Dr. Stefano Berni, in einer Online-Petition aufgefordert, bis Ende 2018 das Tierwohl zu verbessern. Dazu zählen für die Tierschützer insbesondere der Weidegang an mindestens 100 Tagen im Jahr, das Ende der Anbindehaltung sowie die Überwachung und Verringerung von Haltungsproblemen. Bis dies erreicht sei, empfiehlt CIWF den Verbrauchern, auf Käse mit garantierter Weidemilch oder auf veganen Hartkäse umzusteigen. Presseberichten zufolge ist Deutschland einer der größten Abnehmer dieser Käsesorten; bei Grana Padano rangiert es demnach auf Rang eins der Importländer, bei Parmesan an dritter Stelle. AgE

Milchleistung der Kühe im Mittel gesunken

Der fortschreitende Strukturwandel in der heimischen Milchviehhaltung hat auch in der Bilanz der Milchleistungsprüfung (MLP) für das Kontrolljahr 2016/17 seinen Niederschlag gefunden, allerdings nicht so deutlich wie im Vorjahr. Das zeigen die Zahlen für das Ende September abgelaufene Kontrolljahr, die am vergangenen Freitag (1.12.) vom Deutschen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (DLQ) in Bonn vorgelegt wurden. Demnach ging die Zahl der in der monatlichen Kontrolle geprüften Milchkühe zum Stichtag 30. September 2017 mit 3,66 Millionen Stück um 14 367 Tiere oder rund 0,4 % zurück; in der Vorjahresbilanz war noch ein Minus von 2,1 % verzeichnet worden. Die Zahl der Betriebe sank zum diesjährigen Stichtag um 2 523 oder 5,4 % auf 44 212; damit erhöhte sich die durchschnittliche Kuhzahl je Halter um rund fünf Stück auf 82,7 Tiere. Etwas gesunken ist im Vorjahresvergleich laut DLQ allerdings die Milchleistung je Kuh. Ein Durchschnittstier gab im Bundesgebiet im vergangenen Kontrolljahr 8 541 kg Milch; das waren 58 kg weniger als 2015/16. Die dabei produzierte Fettmenge verringerte sich gegenüber dem Vorberichtszeitraum im Schnitt um 4 kg auf 349 kg, während die Eiweißmenge unverändert bei 295 kg blieb. Der mittlere Fettgehalt lag bei 4,09 %, der Eiweißgehalt im Schnitt bei 3,45 %. Am produktivsten waren zwischen Oktober 2016 und September 2017 die Kühe in Sachsen mit einer Jahresmilchleistung von durchschnittlich 9 551 kg, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 9 531 kg und Thüringen mit 9 509 kg. In Baden-Württemberg und Bayern belief sich die mittlere Milchmenge je Tier dagegen nur auf 7 696 kg beziehungsweise 7 701 kg. Die größten Milchkuhherden waren 2016/17 mit durchschnittlich mehr als 394 beziehungsweise 359 Tieren in Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu finden. Im Rahmen der Milchkontrolle wird laut DLQ neben der Milchleistung auch der Eutergesundheitsstatus am Indikator des Zellgehalts in der Milch erfasst. Im Milchkontrolljahr 2017 verbesserte sich das Niveau der untersuchten Milchkühe auf durchschnittlich 235 000 Zellen pro Milliliter. Außerdem legte der Prozentsatz der Tiere in der besten Zellzahlklasse von weniger als 100 000 Zellen pro Milliliter im Vergleich zum Vorjahr deutschlandweit leicht zu; die Anteile der höheren Zellzahlklassen gingen entsprechend zurück. Insgesamt wiesen mehr als 75 % der Kühe im vergangenen Jahr einen Zellgehalt von weniger als 200 000 Zellen pro Milliliter auf. AgE

 

Verzerrte Risikowahrnehmung bei Gesundheitsaspekten der Ernährung

Die Österreicher haben einen hohen Informationsbedarf mit Blick auf die Bedeutung von Risiken im Bereich Ernährung und Gesundheit. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung mit dem Titel „Risikobarometer Umwelt & Gesundheit“, die von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gemeinsam mit dem Wiener Umweltbundesamt durchgeführt wurde. Wie die AGES am vergangenen Mittwoch (22.11.) mitteilte, beunruhigen die Österreicher vermeintlich wichtigere Themen wie Terrorismus, Migration und Kriminalität am meisten. Tatsächliche „Top-Risikothemen“ seien dagegen unter anderem hormonähnliche Stoffe in Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten, Schimmelgifte in Lebens- und Futtermitteln, Antibiotikarückstände in Lebensmitteln und schädliche Stoffe, die bei der Zubereitung von Lebensmitteln entstünden. Krankmachende Keime in Nahrungsmitteln, die von den AGES-Experten als größtes Risiko für die menschliche Gesundheit angesehen werden, sind allerdings laut Studie für fast die Hälfte der Befragten kein Grund zur Besorgnis. Im Umweltbereich sind nach Ansicht der Fachleute tatsächlich die Aspekte Bodenqualität und Risiken durch eingewanderte Tier- und Pflanzenarten wichtig. All diese wirklich relevanten Themen müssten nach Einschätzung der AGES zukünftig in der Risikokommunikation vorrangig behandelt werden, denn bei der Untersuchung hätten sie mit nur 1,4 % der Antworten weit im Hinterfeld gelegen. Wie die Agentur hervorhob, unterschätzen die Österreicher auch die Risiken durch Fehl- und Überernährung. Über diese Fragen fühlten sie sich zwar gut informiert, richteten aber ihr Handeln nicht danach aus. Die Zahl der ernährungsassoziierten Krankheiten in Österreich sei nach wie vor hoch, stellten die Wiener Fachleute fest. AgE

Schmidt zufrieden mit sächsischer Delegationsreise nach China

Ein positives Fazit hat der sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt im Rückblick auf die Delegationsreise von Vertretern der Landesregierung und der heimischen Ernährungswirtschaft nach China gezogen. Nach seiner Einschätzung hat sich die Anstrengung sowohl für das Dresdener Landwirtschaftsministerium als auch für die mitreisenden Unternehmen gelohnt. „In China wird die Mittelschicht immer größer, die wohlhabend ist und nach hochwertigen Lebensmitteln fragt“, resümierte Schmidt im Anschluss an die Reise am vergangenen Donnerstag (23.11.) in Dresden. Aus dieser Entwicklung ergäben sich große Chancen für Unternehmen des Freistaats, zumal die chinesischen Verbraucher Lebensmittel aus Deutschland sehr schätzten. Dies galt offenbar auch für die aktuelle Reise. So konnte beispielsweise der Landesinnungsverband Saxonia des Bäckerhandwerks Sachsen nach Angaben des Agrarressorts mit Ausbildungsstätten in Wuhan und Shanghai eine Zusammenarbeit bei der Ausbildung vereinbaren. Vorgesehen seien ein Austausch von Auszubildenden sowie der Einsatz sächsischer Bäckermeister bei der Ausbildung an der „Hubei New East Cuisine School“ in Wuhan. Auch habe die Privatbrauerei Eibau i.Sa. GmbH bei Neukundengesprächen in Shanghai erfolgreich Verträge über die Lieferung von Schwarzbier und Hefeweizen für den chinesischen Markt abgeschlossen, berichtete das Ministerium. AgE

Schleswig-Holstein lobt vielfältige Ziele des neuen Schulprogramms

Die vielfältigen Ziele des neuen Schulprogramms der Europäischen Union, in dem seit dem jetzt laufenden Schuljahr die früheren EU-Programme für Schulmilch sowie Schulobst und -gemüse gebündelt werden, hat Staatssekretärin Anke Erdmann vom schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium hervorgehoben. Schleswig-Holstein nehme an dem Programm teil, um den Kindern und Jugendlichen Milch, Obst und Gemüse schmackhaft zu machen, erklärte Erdmann am vergangenen Donnerstag (23.11.) beim Besuch einer Schule in Kiel. Das Besondere an dem Programm sei, dass Kinder nicht nur Milch, Obst- und Gemüse, sondern gleichzeitig auch Einblicke in die Lebensmittelproduktion und -verarbeitung erhielten, etwa durch gemeinsame Schulfrühstücke oder Besuche auf Bauernhöfen. Das mache die Nahrungsmittelproduktion „konkret, greifbar und anschaulich“. Zugleich steigere dies die Wertschätzung für Lebensmittel, betonte die Staatssekretärin. Hinzu komme, dass auch in Schleswig-Holstein Kinder ohne Frühstück zur Schule kämen. An diesem Problem setze das Programm ebenfalls an und verbinde den sozialen Aspekt mit der Direktvermarktung sowie der Bildung und Ernährung. Entsprechend spielten in Schleswig-Holstein soziale Gesichtspunkte bei der Auswahl der am Programm teilnehmenden Schulen eine Rolle, wenn sich mehr Schulen beworben hätten als das Budget zulasse. Das sei in dem Bundesland in diesem Jahr im Teilprogramm Milch der Fall gewesen, berichtete Erdmann. Beworben hätten sich hierfür insgesamt 126 Schulen. Bei einem Budget von rund 305 000 Euro habe man aber nur 35 Schulen für eine Teilnahme auswählen können. Im Teilprogramm Obst und Gemüse hätten die Mittel von rund 814 000 Euro dagegen für alle 126 Bewerberschulen ausgereicht, teilte die Staatssekretärin mit und freute sich, dass das Programm von den Schulen „gut angenommen“ worden sei. AgE

Heinrich-Böll-Stiftung kritisiert Klimabilanz der Fleisch- und Milchwirtschaft

Ihre Forderung nach einer globalen Agrarwende hat die Heinrich-Böll-Stiftung jetzt mit Zahlen zu den Treibhausgasemissionen der Fleisch- und Milchwirtschaft untermauert. Wie die Stiftung gemeinsam unter anderem mit dem Institute for Agriculture and Trade Policy am vergangenen Donnerstag (8.11.) berichtete, wurden für die 20 weltweit größten Fleisch- und Milchkonzerne Kohlendioxidemissionen von insgesamt 932 Mio t im Jahr 2016 errechnet. Zum Vergleich führt die Stiftung die Gesamtkohlendioxidemissionen Deutschlands an. Diese lägen mit mittleren 902 Mio t darunter. Daneben wagt die Stiftung einen Vergleich der Emissionen der Fleisch- und Milchwirtschaft und der Rohölindustrie. Im Jahr 2016 hätten die fünf größten Fleisch- und Milchkonzerne der Welt - konkret JBS, Tyson, Cargill und Dairy Farmers of America sowie die Fonterra Gruppe - mit insgesamt 578 Mio t Kohlenstoffdioxid fast genau so viel des Treibhausgases ausgestoßen wie der Ölkonzern ExxonMobil. Von diesem und seinen Produkten seien 2015 zusammen 577 Mio t an Kohlenstoffdioxidemissionen ausgegangen. Allerdings ist ExxonMobil nur einer der Player auf dem globalen Ölmarkt. Laut Zahlen der Heinrich-Böll-Stiftung hatten allein seine beiden Konkurrenten Shell und BP im Jahr 2015 weitere 956 Mio t an Kohlenstoffdioxidemissionen. Die Stiftung sprach dennoch von einer „XXL-Klimabilanz der Fleisch- und Milchgiganten“. Die Pariser Klimaziele seien nur mit einer globalen Agrarwende zu erreichen. In Deutschland zeigten bereits viele Betriebe, wie eine nachhaltige Landwirtschaft funktioniere. Ihre Existenz dürfe nicht weiter durch eine „zerstörerische Form der Agrarindustrie“ bedroht werden. AgE

Bündnis für Tierschutzpolitik will Milchkuhhaltung verbessern

Ein Positionspapier mit Empfehlungen für mehr Tierschutz in der Milchkuhhaltung hat das Bündnis für Tierschutzpolitik vorgelegt. An erster Stelle der Prioritätenliste stehe der ausnahmslose Verzicht auf die Anbindehaltung, erklärte der Zusammenschluss aus der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, dem Bundesverband Tierschutz, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere, Provieh und Vier Pfoten am vergangenen Mittwoch (8.11.) in Berlin. Die Provieh-Fachreferentin für landwirtschaftliche Nutztierhaltung, Stefanie Pöpken, betonte, dass vor allem die Weidehaltung der Tiere eine wichtige Rolle spiele. „Wenn wir es jetzt nicht schaffen, die ganzjährige Abwanderung der Milchkuhhaltung in Laufställe oder Anbindehaltung zu verhindern, werden unsere Kinder tatsächlich bald glauben, dass Kühe lila sind und Schokomilch geben“, warnte Pöpken. Große Bedeutung hat dem Bündnis zufolge auch die wirksame Betäubung bei der Enthornung. Weitere Empfehlungen betreffen die Schlachtung und Tiergesundheit sowie die Ausgestaltung der Liegeflächen, das Platzangebot und Außenklimareize. Zudem enthält die Liste Hinweise auf Schwerpunktänderungen bei den Zuchtzielen wie etwa Robustheit und Langlebigkeit, die Tieren und Tierhaltern zugute kämen. Das Papier sei bereits wichtigen Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels übermittelt worden. Auch den Molkereien solle es Orientierung geben. In Milchkuhbetrieben könnten die Empfehlungen gerade bei anstehenden Umbaumaßnahmen und Investitionen dazu beitragen, längerfristig tragfähige Entscheidungen zu treffen, erklärten die Tierschützer. Die dadurch entstehenden Mehrkosten müssten nach ihrer Ansicht der Lebensmitteleinzelhandel tragen. AgE

Umsatzrekord mit Milchprodukten an der EEX

Am Terminmarkt der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig sind im Oktober so viele Futures auf Milchprodukte gehandelt worden wie niemals zuvor in einem Monat. Wie die Börse am vergangenen Mittwoch (1.11.) mitteilte, wurden insgesamt 2 828 Kontrakte mit einem Warenäquivalent von 14 140 t umgesetzt; das waren 6 % mehr als beim bisherigen Rekord im Juni 2017 mit 2 668 Futures beziehungsweise 13 340 t. Im Segment Agrarprodukte wurden außer den Kontrakten auf Milchprodukte im Berichtsmonat auch 3 014 Futures auf Veredlungskartoffeln gehandelt, was einer Menge von 75 350 t entsprach; gegenüber dem Vorjahreszeitraum war das ein Minus von 36 %. Trotzdem konnte die Gesamtzahl aller an der EEX gehandelten Agrarkontrakte im Vorjahresvergleich zulegen, und zwar um 7 % auf insgesamt 5 842 Futures. AgE

Moskau verhängt weitere Einfuhrverbote für Agrarprodukte

Russland hat zum Monatswechsel die Einfuhr und den Transit weiterer Agrarprodukte vorläufig gestoppt. Nach Angaben des Föderalen Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) vom vergangenen Donnerstag (2.11.) sind davon unter anderem lebendes Geflügel, Bruteier und alle Arten von Geflügelprodukten betroffen, die nicht der Wärmebehandlung unterzogen wurden. Außerdem gilt ein Einfuhrstopp für Futtermittel und Futtermittelzusatzstoffe für Geflügel mit Ausnahme von Produkten pflanzlichen Ursprungs sowie aus chemischer und mikrobiologischer Synthese. Diese Regelungen betreffen Bulgarien, die Niederlande und Schweden. Verboten ist jetzt auch die Einfuhr von lebenden Schafen und Ziegen sowie entsprechenden Produkten und genetischem Material aus Griechenland. Rosselkhoznadzor begründete diese Maßnahmen mit dem Schutz vor der Geflügelpest, der Newcastle-Krankheit und den Pocken. Bereits am 25. Oktober hatte die russische Regierung ihre Einfuhrembargoliste um landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Europäischen Union, den USA, Kanada, Australien, Norwegen, der Ukraine, Albanien, Montenegro, Island und Liechtenstein erweitert. Davon betroffen waren lebende Schweine mit Ausnahme von reinrassigen Zuchttieren sowie bestimmte Tierfette und genießbare Schlachtnebenerzeugnisse von Rindern, Schweinen, Ziegen, Schafen, Pferden und anderen Tieren. Diese Verbote sollen bis zum 31. Dezember 2018 gelten. Wie Vizepremier Arkadij Dworkowitsch am Dienstag vergangener Woche erklärte, will die Regierung damit unter anderem die einheimischen Schweinefleischproduzenten schützen, die mit einem einfuhrbedingten Preisverfall auf dem heimischen Schweinefleischmarkt zu kämpfen hätten. AgE

US-Milcherzeugung auf Expansionskurs

Die Milchfarmer in den USA sind auf dem besten Weg, in diesem Jahr einen neuen Produktionsrekord aufzustellen und diesen bereits 2018 wieder zu übertreffen. Wie aus aktuellen Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) hervorgeht, belief sich die US-Milcherzeugung von Januar bis April 2017 auf 32,60 Mio t; das waren 421 000 t oder 1,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Bis Jahresende soll die Rohstoffmenge auf 98,38 Mio t anwachsen und damit um gut 2 Mio t oder 2,1 % über dem Niveau von 2016 liegen. In seiner ersten Schätzung für das Jahr 2018 geht das US-Ministerium zudem davon aus, dass aufgrund der vergleichsweise niedrigen Futterkosten und gleichzeitig steigender Milchpreise weitere Anreize zur Produktionsausdehnung bestehen. Folglich dürfte die Milcherzeugung im Vergleich zu 2017 erneut zulegen, und zwar um 2,4 % auf die historische Höchstmarke von 100,70 Mio t. Dieser Zuwachs soll einerseits auf der Aufstockung des Kuhbestandes basieren, der von 2016 bis 2018 um 1,0 % auf fast 9,43 Millionen Tiere wachsen könnte. Zum anderen soll es in diesen zwei Jahren mit der jährlichen Milchleistung je Kuh um rund 355 kg oder 3,4 % auf 10 687 kg nach oben gehen. Die mehr erzeugten Milchprodukte dürften nach Einschätzung des USDA sowohl national wie auch international auf eine größere Nachfrage treffen. Im ersten Quartal 2017 konnten die USA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ihren Drittlandsabsatz von Käse um 11,6 % auf 80 530 t steigern. Zudem legten die Exporte von Magermilchpulver um 18,6 % auf 148 760 t und die von Molkenpulver um 29,4 % auf 121 560 t zu. Durch die voraussichtlich größere Milchmenge und den zuletzt schwächeren Dollarkurs dürfte der Wettbewerbsdruck durch die US-Anbieter am Weltmarkt kaum kleiner werden. Für das Milchpreisniveau in den USA erwarten die Washingtoner Analysten für 2017 Durchschnittspreise zwischen 17,35 US-Cent/lb (34,0 Cent/kg) und 17,85 US-Cent/lb (35,0 Cent/kg); das wären im Spannenmittel 8,7 % mehr als 2016. Im kommenden Jahr soll der Milchpreis weiter steigen, aber deutlich unter dem hohen Durchschnittsniveau des Jahres 2013 mit 20,05 US-Cent/lb (39,3 Cent/kg) oder 2014 mit 23,97 US-Cent/lb (47,0 Cent/kg) bleiben. AgE

Zuckererzeugung 2017/18 wahrscheinlich erneut auf sehr hohem Niveau

In Russland zeichnet sich für das im Juli beginnende Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 erneut ein sehr hohes Aufkommen an Rübenzucker ab. So prognostiziert das Institut für Agrarmarktkonjunktur (IKAR) für das kommende Wirtschaftsjahr eine Erzeugung von 6 Mio t Rübenzucker, womit der Vorjahresrekord nur um etwa 100 000 t verfehlt würde. Allerdings sei diese Vorhersage noch mit großer Unsicherheit behaftet, weil die Witterungseinflüsse auf die Rübenerträge kaum vorhersehbar seien, so das IKAR. So hätten die Saaten in der Region Krasnodar auf 12 000 ha von insgesamt 197 000 ha zuletzt unter starkem Wind gelitten. Außerdem sei ein Teil der Ernte bereits in der zweiten Aprilhälfte durch Kälte, Schnee und Starkwind in der Zentralen Schwarzerde-Region und im Süden Russlands geschädigt worden. Vor diesem Hintergrund schätzen die Marktbeobachter einen Hektarertrag von 5,5 t Zucker als realistisch ein; das wäre im Vorjahresvergleich ein Minus von 8 %. Deshalb rechnet das IKAR für 2017/18 eher mit einem Rückgang der Zuckerproduktion, obwohl das Rübenareal dem Moskauer Landwirtschaftsministerium zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 7 % auf 1,189 Mio ha ausgedehnt werden dürfte. Am 19. Mai sei die Aussaat bereits auf 1,153 Mio ha abgeschlossen gewesen. Unterdessen beliefen sich die Landesreserven an Zucker nach Einschätzung des IKAR Anfang März 2017 auf 3,8 Mio t; das waren 680 000 t mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Für die laufende Vermarktungssaison prognostiziert das Institut einen Produktionsüberschuss von 600 000 t bis 700 000 t. Mit Blick auf die russischen Zuckerexporte verzeichnete das IKAR für den Zeitraum August 2016 bis April 2017 eine Menge von 265 000 t. Bis zum Ende der Saison sollen die betreffenden Ausfuhren sogar auf 340 000 t steigen. Dagegen wurden 2015/16 nur 8 000 t Zucker im Ausland vermarktet. AgE

Milchgipfel plädiert für gemeinsame EU-Agrarpolitik

Ein klares Votum für eine Fortsetzung der gemeinsamen Milchmarktpolitik innerhalb der Europäischen Union haben Vertreter der deutschen und der französischen Milchwirtschaft am Dienstag vergangener Woche (23.5.) bei einem Treffen in Dresden abgegeben. „Für uns Milchbauern haben die Errungenschaften der EU eine existenzielle Bedeutung. Der gemeinsame Binnenmarkt, die gemeinsame Agrar- und Handelspolitik sowie die gemeinsame Marktorganisation müssen dementsprechend beibehalten und weiterentwickelt werden“, betonte der Milchpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal. Er sei sich mit den französischen Kollegen einig, dass dazu innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auch weiterhin ein Sicherheitsnetz für die Erzeuger gehöre, um Strukturbrüche durch Krisen zu verhindern. Von der EU-Kommission forderten die Teilnehmer des Treffens, zu denen neben dem DBV auch der Sächsische Landesbauernverband (SLB,) der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der französische Milcherzeugerverband (FNPL) und der französische Dachverband der Genossenschaftsmolkereien (FNCL) gehörten, Lösungen für einen nicht marktstörenden Abbau der hohen Interventionsbestände von Magermilchpulver zu finden. Vorstellbar sei beispielsweise die Verteilung von Milchprodukten in Flüchtlingsregionen oder an die am stärksten benachteiligten Personen innerhalb der EU. Gesprochen wurde auch über langfristige Handelsbeziehungen. „Würde der Milchmarkt zwischen Neuseeland und der Europäischen Union vollständig liberalisiert, hätten wir Milchbauern in der EU starke negative Konsequenzen zu erwarten“, warnte Schmal. Aus Sicht der Vertreter der deutschen und französischen Milchwirtschaft müsste die Kommission deshalb einen wesentlich größeren Fokus auf die Verhandlungen mit Großbritannien legen, wobei der Austausch von Produkten auch nach dem Brexit möglichst ungehindert stattfinden sollte. Mit Blick auf Deutschland bleibe der gesamte Milchsektor bei der Gestaltung der Lieferbeziehungen gefordert, betonte der DBV-Milchpräsident und verlangte: „Molkereien müssen mit ihren Milcherzeugern marktgerechte und moderne Vereinbarungen für Mengen und Preise bereits vor der Erzeugung der Milch treffen.“ Dies sei in Deutschland, anders als zum Beispiel in Frankreich, bislang noch nicht üblich. AgE

Entwicklungsministerium rückt „Mangelernährung“ in den Fokus

Größere Anstrengungen zur Überwindung des Hungerproblems mahnt das Bundesentwicklungsministerium an. Insbesondere müsse der Fokus künftig stärker auf das Problem der Mangelernährung gerichtet werden. „Versteckter Hunger“ mit dem Fehlen lebenswichtiger Nährstoffe stelle ein gravierendes Entwicklungshemmnis dar, sagte Abteilungsleiter Gunther Beger zum Auftakt eines Fachdialogs, den das Ministerium vergangene Woche in Berlin durchgeführt hat. Die angestrebte vollständige Überwindung von Hunger und allen Formen der Fehlernährung bis zum Jahr 2030 wird dem Ministerialbeamten zufolge mit einem „Business as usual“ nicht zu schaffen sein. Das finanzielle Engagement der Gebergemeinschaft müsse erhöht und langfristig sichergestellt werden. Die notwendigen zusätzlichen Investitionen beziffert das Entwicklungsressort bis 2030 auf insgesamt 265 Mrd $ (298 Mrd Euro) pro Jahr. Zugleich sei es notwendig, Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährung stärker auf Mütter und Kleinkinder zu konzentrieren. „Tun wir dies nicht, bleibt Mangelernährung auch in Zukunft traurige Realität für Millionen von Menschen“, so Beger. Er betonte zugleich die Notwendigkeit, einen sektorübergreifenden Ansatz zu entwickeln und dabei auch die Privatwirtschaft einzubeziehen. Laut Schätzungen des Entwicklungsministeriums leiden derzeit weltweit zwei Milliarden Menschen an chronischer Mangelernährung; mehr als ein Viertel aller Kinder sei betroffen. Die Folge seien Wachstumsverzögerungen, eine geringere Bildung, schlechter bezahlte Jobs und weniger Wohlstand. Zugleich seien fast zwei Milliarden Menschen übergewichtig, mit gravierenden Folgen für die Gesundheitssysteme der Entwicklungsländer. Zudem gingen in Afrika und Asien jährlich im Schnitt 11 % des Bruttoinlandsprodukts durch Hunger und Fehlernährung verloren. AgE

Bewerbungstraining am LVFZ für Molkereiwirtschaft in Kempten

Ende Januar fand das jährliche Bewerbungstraining gemeinsam mit Matthias Hennig, Firma Rau Consultant, am LVFZ für Molkereiwirtschaft in Kempten statt. Schwerpunkt dieser Schulung für die 16 Fach- und 19 Technikerschüler war die inzwischen übliche Onlinebewerbung.  Wichtig sei es sich im Vorfeld über die persönlichen Ziele im Klaren zu werden – und  intensive Gedanken über das Thema „Selbsteinschätzung“ zu machen, so Hennig. Die Fragen: „ Was bringt mir Spaß / was nicht?“, „Welche Eigenschaften kennzeichnen mich?“, „Wozu eigne ich mich/wozu nicht?“ sollten eindeutig beantwortet werden können. Anhand praktischer Beispiele wurde die grundlegende Bedeutung dieser Punkte für das Berufsleben und die angestrebte Karriere verdeutlicht. Basierend auf der Stellenausschreibung wurden das passende Motivationsschreiben, die sonstigen Bewerbungsunterlagen und die zielgerichtete Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs erörtert. Die klassischen Fehler beim Gespräch selbst waren ein wichtiger Diskussionspunkt, der von den Teilnehmern gerne aufgegriffen wurde. Durch die Synergie von Theorie und praktischen Übungen – präsentiert und geleitet von einem Profi aus dem Bereich Personalwesen – war es den Studierenden möglich, alle auftretenden Fragen zum Bewerbungsgespräch sofort zu klären und noch wertvolle Tipps und ergänzende Hinweise zu erhalten.
Ein Punkt war Matthias Hennig besonders wichtig: „Lernen und können Sie Englisch –  bevor Sie es brauchen!“ Die Arbeitswelt sei nun so vernetzt und international, dass auf eine einheitliche Arbeitssprache zur besseren und eindeutigen Verständigung im Interesse aller nicht verzichtet werden könne.  „Wenn Sie heute damit anfangen, ist es eigentlich schon zu spät!“,  betonte Hennig.
„Das Seminar  war für mich sehr hilfreich, denn nun kann ich mit Stolpersteinen und typische Fehlern bewusst umgehen bzw. sie vermeiden und mich besser präsentieren! Let´s go on and improve our performance!“, bemerkte ein Studierender.

Doppelspitze im dvi

Das Deutsche Verpackungsinstitut e.V. (dvi) erweitert sein Führungsteam. Das 1990 gegründete Netzwerk der Verpa-ckungswirtschaft wird zukünftig von einer Doppelspitze geführt. Dazu übernahm Kim Cheng zum 15. Oktober eine neu geschaffene Position in der Geschäftsführung an der Seite von Winfried Batzke.
Die Juristin Kim Cheng kommt vom Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), bei dem sie acht Jahre verantwortlich tätig war, zuletzt als Büroleiterin des Präsidenten und Hauptgeschäftsführers sowie als Leiterin der Abteilung Verkehr und Logistik. In dieser Funktion gehörte zu Chengs Agenda unter anderem der Ausbau des Netzwerks im Bereich Public Affairs auf nationaler und europäischer Ebene sowie die Wahrnehmung und Vertretung der Verbandsinteressen.
„Mit Kim Cheng haben wir genau die Persönlichkeit gefunden, die wir für die erweiterte Geschäftsführung im Auge hatten“, freut sich Thomas Reiner, Vorstandsvorsitzender des dvi. „Cheng wird als Sprecherin der Geschäftsführung künftig dem Vorstand berichten. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und sehe die dvi-Geschäftsführung mit Winfried Batzke und Kim Cheng gut gerüstet für das weitere Wachstum unseres Netzwerks.“

In Ruhestand verabschiedet

Heiner Miller, der langjährige Leiter des Jugendwohnheims am Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg, Dr. Oskar-Farny-Institut, wurde Ende Juli in den Ruhestand verabschiedet. Miller war über 15 Jahre als Sozialpädagoge für die Unterbringung und Freizeit-Betreuung der Auszubildenden in den milchwirtschaftlichen Berufen verantwortlich. Die Jugendlichen kommen aus ganz Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz nach Wangen und besuchen hier die überbetriebliche Ausbildung in der Lehrmolkerei sowie die Berufsschule im Molkereifach.
Was den scheidenden Heimleiter besonders ausgezeichnet habe, sei der stets gute Draht zu den Azubis und Gästen im Haus gewesen, sagte Dr. Erwin Kitzelmann, Leiter der milchwirtschaftlichen Fachbereiche am Standort Wangen, bei der Verabschiedung. „Du hast es geschafft, rasch das Vertrauen deiner Schützlinge zu gewinnen und so für eine angenehme, freundliche Atmosphäre im Haus zu sorgen. Dies ist für das Zusammenleben von so vielen Menschen unter einem Dach unerlässlich“, würdigte Kitzelmann die Leistungen von Miller.

Stadt des Käses und der Küsse

In wenigen Jahren wird sie mit der kleinen Meerjungfrau aus Kopenhagen oder dem Manneken Pis aus Brüssel in einer Riege genannt werden: The Kissing Cheesegirl – das küssende Käsemädchen – neues Wahrzeichen der historischen Käsestadt Alkmaar in Nordholland. Seit Ende Juli können sich Touristen am neuen „Kissing-Point“ der Stadt treffen, um dort die bronzene Schöne mit dem Käsehäubchen und den aufgeschürzten Lippen herzhaft zu küssen und sich mit ihr fotografieren lassen. In vielen Städten der Welt stehen Bronzefiguren, die Menschen gerne berühren – das soll angeblich Glück bringen. In einer spektakulären Enthüllungszeremonie wurde das bronzene Mädchen am Ende Juli von den Käseträgern des Alkmaarer Käsemarktes zuerst auf der dortigen Waage gewogen, bevor es anschließend an seinen Bestimmungsort auf der anderen Seite des Waaggebouws, des Waagen-Gebäudes, am Marktplatz getragen wurde.
Der Stadt Alkmaar gestiftet wurde das lebensgroße Bronze-Standbild von Cono Kaasmakers, Hersteller von Beemster-Premiumkäse und Hauptlieferant des weltberühmten Alkmaarer Käsemarktes. Der Bildhauer Fabio Pravisani gestaltete die schöne Frau nach einem Entwurf des bildenden Künstlers Gerard Velzeboer. Auch im Foyer der neuen nachhaltigen Beemster-Käserei in Westbeemster ziert ein großes Wandmosaik desselben „Kusmeisje“ mit Trachtenhäubchen den Bereich hinter dem Empfangstresen. Patin für die Bronzestatue stand die junge Holländerin Denise van Dort aus dem Nachbarort Heerhugowaard, nachdem bei einem Fotoshooting für Beemster-Käse zufällig entdeckt wurde, wie schön sie mit ihrem Schmollmund Küsschen in die Luft hauchen kann.
Übrigens heißt es, dass die neue bronzene Alkmaarer Käseschönheit am ersten Wochenende nach ihrer Enthüllung bereits vielfach heftig geküsst worden sei.

Mut am Anfang – Glück am Ende

19 junge Menschen haben im Herbst 2014 den Mut gehabt, die Ausbildung zum ATA für Milchwirtschaft zu beginnen. Fünf von ihnen brachen aus unterschiedlichen Gründen die Ausbildung ab, sodass nun am Ende 14 das verdiente Glück genießen konnten, ihre Abschlusszeugnisse bei der gemeinsamen Schulschlussfeier des Agrarbildungszentrums Landsberg entgegennehmen zu dürfen. Gemeinsam mit den ATA für Biotechnologie bzw. für Pflanzenbau und -analytik sowie den Technikern für Landbau wurden die Zeugnisse vom Präsidenten des Bezirks Oberbayern, Josef Mederer, überreicht. Die jeweils besten Absolventen der drei Schwerpunkte der ATA erhielten wieder einen Geldpreis der DELO Herold Stiftung.
Schulleiter Wolfgang Stützle hob in seiner Begrüßungsrede besonders das tolle Miteinander aller Schüler und Lehrkräfte hervor. Die Absolventen hätten sich in den zwei Jahren Fachkompetenz, ganz viel Persönlichkeit und Selbstsicherheit erworben. So gab er ihnen mit auf ihren Weg: „Wenn Sie all dies pflegen, dann haben Sie in Ihrem Tun definitiv Erfolg.“

Verleihung der Bundesehrenpreise 2016

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die besten Unternehmen der deutschen Back-, Fleisch- und Molkereibranche mit dem Bundesehrenpreis ausgezeichnet. Die Siegerehrung fand im Meistersaal in Berlin statt. Der Bundesehrenpreis ist die höchste Auszeichnung, die deutsche Unternehmen der Lebensmittelbranche erreichen können. Die Preisträger haben bei den Qualitätsprüfungen des DLG-Testzentrums Lebensmittel die besten Gesamtergebnisse in vergleichbaren Betriebsgrößen bzw. vergleichbaren Milchmengen erzielt.
Der DLG-Vizepräsident unterstrich die große Bedeutung der Bundesehrenpreise für die deutsche Ernährungsbranche. „Mit der Verleihung wird das hohe Qualitätsprofil deutscher Lebensmittel gestärkt und die Spitzenposition der ausgezeichneten Unternehmen im internationalen Vergleich weiter gefördert. Denn die Bundesehrenpreise rücken das fachliche Können, das hohe Qualitätsstreben und die regionale Vielfalt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.“ Die Bundesehrenpreisträger leisten laut Prof. Dr. Stiebing einen wesentlichen Beitrag für die Schaffung von „Genussinseln“ im Alltag, aus denen Kraft und Lebensfreude geschöpft werden können. Unabhängig davon, ob Lebensmittel konventionell oder bio, ob sie regional bzw. global hergestellt werden – entscheidend ist nach den Worten des DLG-Vizepräsidenten, dass sie qualitativ überzeugen. Das sei auch künftig eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Voraussetzung für Markterfolg und Wettbewerbsfähigkeit. Der Bundesehrenpreis sei Anerkennung und Ansporn zugleich. „Denn damit verbunden ist die große Verpflichtung und Verantwortung, auch in Zukunft in eine nachhaltige Produktqualität zu investieren, die für andere Vorbild sein kann.“

Milchkönigin gesucht

Die rheinland-pfälzische Milchkönigin Carina Hirschen gibt ihre Krone nach zwei Jahren im Ehrenamt an eine Nachfolgerin weiter. Dafür sucht die Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz e.V. noch passende Kandidatinnen: Bis zum 01. August 2016 können sich Frauen zwischen 20 und 28 Jahren mit Hauptwohnsitz in Rheinland-Pfalz, die sich dem Lebensmittel Milch verbunden fühlen, einen persönlichen Bezug zur Milchwirtschaft und Freude an Gesprächen mit Menschen haben, bei der Milag als 4. Rheinland-Pfälzische Milchkönigin bewerben. Die Wahl mit anschließender Krönung findet am
19. November 2016 in Trier im Rahmen der Milchwirtschaftlichen Jahrestagung statt. Interessierte Frauen schicken ihre Bewerbung mit kurzem
Anschreiben, Lebenslauf und einem aktuellen Foto an die Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz e.V., Riegelgrube 15-17,
55543 Bad Kreuznach. Bei Rückfragen helfen die Mitarbeiter der Milag unter der Telefonnummer 0671/8860250 gerne weiter.

Käsemeister-Treffen im Bregenzerwald

Zum jährlichen Treffen der Absolventen des Käse-Meisterkurses 2010 in Rotholz  (Tirol) hat heuer der Meistersenner Manuel Metzler  auf seinen Bergbauernhof naturhautnah nach Egg in den Bregenzerwald geladen. Einen regelmäßigen Meinungs- und Erfahrungsaustausch haben sich die Absolventen des Käse-Meisterkurses 2010 an der Bundesanstalt für Alpenländische Milchwirtschaft (BAM) in Rotholz versprochen. Sie treffen sich jedes Jahr bei einem anderen Kollegen und nützen die Gelegenheit, Wissen und Erfahrungen auszutauschen. In diesem Jahr verbrachten die Absolventen ein Wochenende bei ihrem Kollegen Manuel Metzler in Egg im Bregenzerwald. Nicht nur die Qualität der Ziegenkäse überzeugte die kompetenten Besucher. Vor allem hat sie das Gesamtkonzept des Bergbauernhofes „naturhautnah“ beeindruckt. Überall wird den Besuchern das Konzept Bauernhof begreifen vermittelt. Von der gläsernen Sennerei über das Ziegentollhaus mit der Rundum-Galerie bis zur speziellen Heutrocknungsanlage, wird alles besichtigt. Dass die ganze Familie Metzler ein b’sundriges Verständnis von nachhaltiger und zukunftsorientierter Landwirtschaft hat, spiegelt sich in den zahlreichen Auszeichnungen und Käseprämierungen wieder. Davon konnten sich die Kollegen vor Ort überzeugen. Mit von der Partie waren Lorenz Pircher vom PiLo Judlerhof in Tirol, Hannes Haun von der Zillertaler Heumilchsennerei. Den weiten Weg aus Niederösterreich nahmen auf sich Hannes Bertel und Robert Bugel von den Wihlemsburger Hoflieferanten, Harald Weidender und Mario Böhm von der Nordex Käserei. Und aus Vorarlberg war Guntram Schwendinger von der Sennerei Schnifis vertreten.Die anwesenden Meistersenner finden es wichtig, dass sich gerade die „Kleinen“ rege austauschen und damit nicht nur hervorragende Qualitäten von diversen Käsesorten auf den Markt bringen, sondern auch Innovationen vorantreiben. Dies ist eine Basis und die Chance der kleinstrukturierten Landwirtschaften in Österreich um überleben zu können, davon sind alle Beteiligten überzeugt.

Meisterprüfung Milchtechnologie in Rotholz

An der Bundesanstalt für Alpenländische Milchwirtschaft in Rotholz fand von Oktober 2015 bis Februar 2016 in Kooperation mit dem LMTZ Wieselburg und der Wirtschaftskammer der Vorbereitungslehrgang zur Meisterprüfung Milchtechnologie statt. Der Lehrgang wurde von Teilnehmern aus ganz Österreich besucht und endete mit einer viertägigen modularen Abschlussprüfung. Markus Ehammer von der Berglandmilch und Jürgen Wiesenegger von der Obersteirischen Molkerei konnten alle drei Fachmodule mit „Sehr Gut“ abschließen. Der hohe Ausbildungsstand der AbsolventInnen ist neben der Qualität des Rohstoffes Milch eine wesentliche Voraussetzung zur Erzeugung qualitativ hochwertiger Milchprodukte in Österreich.
Die Übergabe der Zeugnisse erfolgte Mitte Februar im Rahmen einer Abschlussfeier in Rotholz durch Ingrid Kirchmair von der Meisterprüfungsstelle der Wirtschaftskammer Tirol und Dr. Klaus Dillinger von der BAM Rotholz. Nach den Gratulationen und einem gemeinsamen gemütlichen Ausklang mit Käsebuffet wurden die frischgebackenen Meister in die milchwirtschaftliche Arbeitswelt entlassen.

Augsburger Schule erstrahlt in buntem Glanz

Nachträglich zum Weltschulmilchtag  haben Schülerinnen und Schü̈ler der St.-Georg Grund- und Mittelschule in Augsburg diese farbenprächtig und kreativ bemalt: In einer Aktion der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft und des Augsburger Street-Art Vereins „Die Bunten“ gestalteten die Schüler der 7. bis 9. Klassen gemeinsam mit Lehrerin Frau Kempinger und den Graffiti-Kü̈nstlern Christian Ostler und Florian Tschech ein kuhles Kunstwerk. Die Schule ziert nun das Motiv „Milchstraße“, auf das sowohl die Schü̈lerschaft als auch die Lehrer ganz stolz sind. Zuvor waren im Rahmen desselben Projekts bereits Schulen in Kaufering und Fü̈rth verschönert worden.
Damit schließt Augsburg die bereits dritte Runde der Street-Art-Aktion der LVBM ab, mit der besonders bei jungen Menschen die Auseinandersetzung mit dem Thema Milch gefördert werden soll: Im Laufe des letzten Jahres waren bereits an bayerischen Bauernhöfen und milchwirtschaftlichen Ausbildungszentren Graffiti-Gemälde zum Thema Milch entstanden.

Königlicher Besuch beim Milchprüfring

Mit Diadem und Dirndl zu Besuch beim Milchprüfring: Im Sommer traten die neuen bayerischen Milchhoheiten ihr Amt an. Nun waren sie in Wolnzach, um sich über die Arbeit des Milchprüfrings zu informieren. Vor kurzem besuchten die bayerische Milchkönigin Susanne Polz und die bayerische Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml das Labor des Milchprüfrings. Zwei Jahre lang werden die beiden sympathischen Hoheiten das Gesicht der bayerischen Milch sein. Bei einem Besuch im Labor des Milchprüfrings bekamen sie nun einen Einblick, wie die Qualitäts-Analysen der bayerischen Milch organisiert und durchgeführt werden.
Neben den Aufgaben des Milchprüfring Bayern e.V. stand die Qualitätssicherung der Analysenwerte im Mittelpunkt der Vorstellung des Milchprüfrings. Neue Dienstleistungen, wie der Trächtigkeitstest aus der Milchprobe, stießen ebenfalls auf großes Interesse bei den Milchhoheiten. Bei einer Laborführung konnten die Milchbotschafterinnen anschließend den Weg einer Probenflasche von der Anlieferung bis zur Ergebnismitteilung nachvollziehen.
Somit haben die Milchhoheiten ein Grundwissen, auf das sie bei ihren vielen nationalen und internationalen Einladungen zurückgreifen können. „Mich hat sehr beeindruckt, wie automatisiert die Untersuchung abläuft und die einzelnen Analyse-Schritte aufeinander abgestimmt sind“, fasste Milchkönigin Susanne Polz ihre Eindrücke zusammen.

Neue Radwanderroute zum Thema Milch im Kreis Kleve

Das vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW initiierte Projekt „Milch macht Ku(h)lturlandschaft“ wurde Ende September durch die Eröffnung des ersten Milchradweges im Kreis Kleve fortgesetzt. Unter Mitwirkung des Versuchs- und Bildungszentrums Haus Riswick, der RLV-Kreisbauernschaft Kleve und der Landfrauen sowie der Stadt und des Kreises Kleve und des Klever Naturschutzzentrums wurde eine Themenroute entwi
ckelt, die die Besonderheiten der Milcherzeugung im Kreis Kleve aufzeigt. Neun Schautafeln informieren über die Wechselbeziehung zwischen Milchviehhaltung und der sie umgebenden Kulturlandschaft.
Der Milchradweg bietet die Wahl zwischen drei Varianten mit 21, 30 oder 38 km Länge. Die gut ausgebauten Radwege im Kreis Kleve ermöglichen ein naturnahes Erleben der besonderen Kulturlandschaft. Große Weide- und Ackerflächen der rund 500 Milcherzeuger mit ihren insgesamt circa 56.000 Kühen prägen das Landschaftsbild. Die Radler „erfahren“, wie es in einem modernen Kuhstall aussieht, was eine Kuh braucht, warum Milchwirtschaft für eine artenreiche Kulturlandschaft wichtig ist und wie die Milchwirtschaft die Region geprägt hat.
Die Eröffnungsfeier auf Haus Riswick fand gemeinsam mit Herrn Wolfgang Spreen, Landrat des Kreises Kleve, Herrn Theodor Brauer, dem Bürgermeister der Stadt Kleve, Hans Stöcker, dem Vorsitzenden von Milch NRW und allen Kooperationspartnern statt. Für RLV-Kreislandwirt Josef Peters ist die Errichtung eines Milchthemenweges sehr zu begrüßen, da dieser „in idealer Weise die im Kreis Kleve wichtigen Themen „Milchwirtschaft“, „Tourismus“ und „Naturschutz“ in sich vereint“.

Milchwirtschaftliche Laborantinnen und Laboranten starten ins Berufsleben

33 Absolventen strahlten am 17. Juli mit der hochsommerlichen Sonne um
die Wette – ihre Abschlussprüfung am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchanalytik (LVFZ) war bestanden.
Petra Hartner, Leiterin des LVFZ, beglückwünschte die 31 Damen und zwei Herren zu ihrem erfolgreich bewältigten beruflichen Lebensabschnitt. Aber nicht nur für die glücklichen Absolventen beginnt mit dieser Prüfung eine neue Ära. Auch das LVFZ leitet mit ihr den Start einer neu konzipierten Art des Ausbildens und Prüfens ein. Das Team des LVFZ meisterte zusammen mit einer Vielzahl an Prüfern die Herausforderung, parallel nach zwei Prüfungsordnungen zu prüfen.
Im voll besetzten Festsaal gratulierten neben Petra Hartner auch Ehrengäste wie die bayerische Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml, Jürgen Ströbel, MdL und Vorsitzender des Milchwirtschaftlichen Vereins Franken e.V. (MVF) sowie Dr. Rudolf Seidl, Leiter der Abteilung berufliche Bildung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), von ganzem Herzen. Neben ihrer Freude über die bestandene Prüfung brachten die Festredner vor allem auch einen gemeinsamen Wunsch vor. Die frischgebackenen Milchwirtschaftlichen Laboranten (MiLa) sollen immer auch an das lebenslange Fortbilden denken, so die Quintessenz.
Für die weitere fachspezifische Fortbildung sei vor allem die Fachschule für Milchwirtschaftliches Laborwesen zu empfehlen. Der Meisterbrief als nächster beruflicher Meilenstein dürfte bestimmt für zahlreiche Absolventen verlockend klingen. Das LVFZ für Milchanalytik bezeichnete MdL Jürgen Ströbel in seiner Festrede diesbezüglich als zukunftsorientiertes Lehrzentrum und Nachwuchsschmiede für die Milchwirtschaft.
    LVFZ

Gelungener Auftakt der Milchwoche im Oberbergischen Kreis

Beim Auftakt der 4. NRW-Milchwoche der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW e.V. ging es gleich an drei Standorten im Oberbergischen Kreis um die Milch:
Den Anfang machte die Eröffnung der Milchausstellung „Von der Kuh ins Kühlregal“ im LVR-Freilichtmuseum Lindlar durch Staatssekretär Horst Becker (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW). In der „Milchmach-Ausstellung", die in Zusammenarbeit der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW e.V. und dem Verein Milch und Kultur entstand, konnten die Besucher die Wege der Milch von der Kuh bis ins Kühlregal verfolgen. Als besonderes Highlight gab es – neben zahlreichen historischen Gerätschaften – einen stilechten Milchwagen aus der Zeit des Wirtschaftswunders zu bestaunen.
Am Nachmittag wurde im Foyer des Kreishauses Gummersbach die Ausstellung „Milchkultur“ eröffnet. Diese bietet anhand von sechs Stellwänden eine Zeitreise durch die Weltgeschichte der Milch. „Mit der Ausstellung 'Milchkultur' wollen wir ein zentrales und wichtiges Thema der Milchwoche – die gesunde Ernährung – den Besucherinnen und Besuchern des Kreishauses unterhaltsam und informativ näher bringen", erklärte Kreisdirektor Jochen Hagt.
In der gesamten Region stand unter Mitwirkung des Kreises, der regionalen Akteure und Erzeuger, der Molkereien und des Handels, eine Woche lang die Milch im Mittelpunkt. So sollten neue Wege eingeschlagen werden, um das positive Image des Naturproduktes Milch und die Akzeptanz für Milchproduktion und -verarbeitung auszubauen.

Fliegende Kühe, bunte Milch und Kunst am Bau

Ein buntes Treiben herrschte beim Milchfestival der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft e.V. (LVBM) am Gelände des Milchwirtschaftlichen Zentrums in Kempten. Mehrere tausend neugierige Besucher kamen und staunten nicht schlecht, dass eine mächtige Braunviehkuh am Hochhaus auf dem Bühl ein Glas Milch einschenkt. Aber damit nicht genug, auch fliegende Kühe, der Schriftzug „Milch“, „Ying und Yang-Kühe“ und ein Milchmädchen prägen jetzt das Erscheinungsbild des Milchwirtschaftlichen Zentrums mit peppiger Streetart-Kunst. Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft hat anlässlich des Tages der Milch, der am 1.Juni weltweit gefeiert wird, zu einem Streetart-Wettbewerb aufgerufen und international bekannte Künstler nach Kempten gebracht. Die Werke von Fader, Guido Zimmermann, Jeroo, Mr. Woodland und Sare bringen Zeitgeist und Schwung ins milchwirtschaftliche Zentrum. „Wir sind begeistert, wie vielfältig die Motive sind – genau wie Bayerns Milchprodukte“, freut sich Günther Felßner, Vorsitzender der LVBM. „Wir sind stolz, dass die Aktion so viel Beachtung findet. Das ist eine tolle Anerkennung für die Leistung der Künstler – und den richtigen Riecher der LVBM.“ Wir wollten mit dieser Aktion eine Auseinandersetzung der Jugend mit dem Thema Milch erreichen, mit dieser ungewöhnlichen Kunstform ist uns das auch gut gelungen, so Felßner. Zehn regionale Molkereien sorgten dafür, dass die Besucher das bunte Angebot an Milchprodukten entweder sofort genießen oder mit nach Hause nehmen konnten. Gesprüht wurde natürlich auch: In einem Streetart-Jam versuchten sich junge Nachwuchstalente aus dem Umkreis von Kempten schon mal als Künstler.

Feierliche Frühjahrs-Freisprechungsfeier am LVFZ

Nicht nur der kalendarische Frühjahrstart sorgte für Freude und gute Stimmung im Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchanalytik in Triesdorf (LVFZ). Auch die 30 glücklichen und sichtlich erleichterten Absolventen der diesjährigen Frühjahrsprüfung verbreiteten eine mit der strahlenden Frühjahrssonne konkurrierende Fröhlichkeit. Petra Hartner, Leiterin des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums für Milchanalytik in Triesdorf (LVFZ) beglück-wünschte die 27 Damen und drei Herren zu ihrem erfolgreich geschafften berufli-chen Meilenstein. Die Absolventen repräsentierten durch ihre Herkunft ganz Bayern sowie einen kleinen Teil Südtirols.
Im voll besetzten Festsaal gratulierten neben Petra Hartner auch Ehrengäste wie die bayerische Milchprinzessin Carola Rainer, Jürgen Ströbel, MdL und Vorsitzender des Milchwirtschaftlichen Vereins Franken e.V. (MVF) sowie Dr. Rudolf Seidl, Leiter der Abteilung berufliche Bildung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), von ganzem Herzen.

Als beste Absolventin mit der Gesamtnote „sehr gut“ konnte Raphaela Wundlechner von der Molkerei Müller, Aretsried, den Förderpreis der muva kempten entgegennehmen. Dieser Gutschein beinhaltet ein frei wählbares Fortbildungs-Seminar am Kemptener Labor- und Dienstleis-tungszentrum. Eine weitere Auszeichnung vergab Rudolf Raith im Namen des LBM an die Prüfungszweitbeste Barbara Haider von der Molkerei Meggle in Wasserburg am Inn. Ann-Kathrin Zwick überreichte im Namen des Triesdorfer Ehemaligenverband (VET) Markus Mayer von der Molkerei Zott, Günzburg, einen Preis für seine löbliche Berichtsheftführung.

Andechser Ziegenmilch bei Ministers Hoffest

Schlemmende Gäste, staunende Kinder, zünftige Stimmung – und ein Riesenandrang: Das inzwischen schon traditi-onelle „Hoffest“, zu dem Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in den Schmuckhof seines Ministeriums geladen hatte und das heuer ganz im Zeichen von Schaf und Ziege stand, konnte einen neuen Besucherrekord verbuchen: Mehr als 6.000 Gäste waren gekommen, um regionale Schmankerl zu probieren, Tiere zu erleben und sachkundige Infos zum Thema Landwirtschaft abzurufen. Mit dabei und immer von Schmankerlgästen umringt war auch der Stand mit den Ziegenmilch-Spezialitäten der Andechser Bio-Molkerei Scheitz. Auch der Minister schaute bei seinem Rundgang vorbei und probierte den Ziegenjoghurt, den ihm Standleiterin Erika Lengauer anbot. 

Das Milchland Bayern wird noch bunter

Kreative Künstler, erfreute Bauern und eine begeisterte Öffentlichkeit – die Street-Art-Aktion der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM) im letzten Jahr war in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg. Auch 2015 bemalen Künstler in Kooperation mit dem Augsburger Street-Art-Verein „Die Bunten“ sieben Flächen in Bayern. Das Besondere: Die Aktion konzentriert sich auf die bayerischen Ausbildungszentren für Milchberufe in Kempten und Triesdorf. Street-Art-Interessierte können sich am Ende der Aktion über kunstvoll gestaltete Wände an zwei zentralen Orten in Bayern freuen. „Wir wollen, dass sich die Jugend mit Milch und der Milchwirtschaft beschäftigt“, erklärt Dr. Maria Linderer, Geschäftsführerin der LVBM. Das Thema Milch erfährt eine andere Dimension für junge Menschen; die Künstler können sich kreativ an einer außergewöhnlichen Aufgabenstellung ausprobieren.
Die Gestaltung der sieben Kunstwerke findet in den Monaten Mai und Juni statt. Die feierliche Enthüllung der fertigen Gemälde in Kempten erfolgt am 30. Mai im Rahmen eines großen Milchfestivals anlässlich des Internationalen Tages der Milch, der weltweit am 1. Juni gefeiert wird. Die beiden Gemälde in Triesdorf werden am 28. Juni am Johannifest von den Künstlern zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.    LVBM

Ein Anbau schafft neuen Platz

Als im Herbst 2004 das nagelneue »Milchwirtschaftliche Zentrum Bayern« allmählich zum Leben erwachte, konnte niemand ahnen, dass bereits 2015 ein Erweiterungsanbau notwendig wird. 736 m2 Nutzfläche, verteilt auf vier Etagen, kommen jetzt an der Ostseite des Komplexes hinzu. Das Bauvolumen beträgt rund 2,2 Mio. EUR. Wie Architekt Thomas Meusburger berichtete, wurde bei der Planung der neuen Räumlichkeiten Wert auf größere Flexibilität gelegt. Die Fassade wird an den bestehenden Bau angepasst. Beruhend auf den Erfahrungen mit dem bestehenden Gebäude werden allerdings einige »Justierungen« vorgenommen.
Wie MVAS-Projektleiter Rudolf Seipelt versicherte, wird das gesamte Milchwirtschaftliche Zentrum über den Erweiterungsbau »barrierefrei erschlossen«. MVAS-Vorsitzender Hans Epp hofft, dass der Anbau – 75 % der Räumlichkeiten sind bereits verplant – Ende des Jahres bezogen werden kann. »Die Außenarbeiten werden dann im Frühjahr 2016 abgeschlossen.« Damit sei das »Haus der Milch« für zukünftige Anforderungen gewappnet. Für den Fall der Fälle ließen Statik und Baukörper sogar eine Aufstockung zu.
Weitere Sorgen bereiten dem Milchwirtschaftlichen Verein und damit Vorsitzendem Epp vor allem das Internat der benachbarten Molkereischule. »Der Bau aus den 70er-Jahren entspricht energetisch längst nicht mehr heutigen Erfordernissen. Ausgelegt für rund 110 Molkereischüler, überwiegend in Vierbettzimmern ohne eigene Sanitäreinheit untergebracht, wird die Kapazitätsgrenze immer wieder überschritten.« Dann sind »innovative Lösungen« gefragt. Kostenfavorit in den Überlegungen ist derzeit die Sanierung des Hochhauses plus zusätzlichen Neubau. Während der Anbau an das »Haus der Milch« vom MVAS geschultert werden muss, sind in Sachen Molkereischulinternat voraussichtlich auch Freistaat und Bund mit im Boot. Und das kann dauern. 

Verbraucher tragen Verantwortung

Den Beitrag der Verbraucher für sichere Lebensmittel hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt betont. Das hohe Maß an Sicherheit der Lebensmittel in Deutschland sei das Ergebnis eines differenzierten Lebensmittelrechts, einer verantwortungsvollen unternehmerischen Tätigkeit und eines risikoorientierten Kontrollsystems, erklärte der Minister anlässlich des Weltgesundheitstages. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Prof. Andreas Hensel. Seiner Einschätzung nach stellen lebensmittelbedingte Infektionen auch in Deutschland eine Gefahr für die Gesundheit dar. Die gute Nachricht sei jedoch, „in den meis-ten Fällen können wir uns mit Hilfe von Hygieneregeln einfach davor schützen“. Lebensmittelbedingte Infektionen könnten vor allem durch tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milch oder Eier entstehen, die roh verzehrt oder vor dem Verzehr nicht ausreichend erhitzt würden, aber auch durch verunreinigtes Gemüse und Salate, die typischerweise nicht erhitzt würden, erläuterte der BfR-Präsident. Die meisten Krankheitserreger würden abgetötet, wenn Speisen bei der Zubereitung und beim Aufwärmen für zwei Minuten oder länger auf mindes-tens 70 °C erhitzt würden, so Hensel. Um eine Übertragung von Krankheitserregern über Hände, Arbeitsflächen oder Küchenutensilien zu vermeiden, müsse der Kontakt zwischen rohen und verzehrfertigen Lebensmitteln vermieden werden. Auch beim Transport und der Lagerung roher Lebensmittel seien die Hygieneregeln zu beachten.     AgE

Bunte Kühe im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium

Wer in diesen Tagen das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hannover besucht, wird von bunten Kuhbildern begrüßt. 2.005 Kinder aus 105 niedersächsischen Grund- und Förderschulen haben im Rahmen eines Malwettbewerbes der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) vielfältige Kunstwerke zum Thema Kuh erstellt. Rund 90 Bilder wurden von einer Jury für die Ausstellung im Ministerium ausgewählt. Landwirtschaftsminister Christian Meyer hob bei der Eröffnung der Ausstellung die Bedeutung von Kühen für das Agrarland Niedersachsen hervor.

Der Malwettbewerb „Wer malt die schönste Kuh?“ wurde im Rahmen des Weltschulmilchtages am 24.9.2014 von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) ins Leben gerufen. Alle niedersächsischen Grund- und Förderschulen wurden zur Teilnahme eingeladen. Bis zum 19. Dezember erhielt die LVN über 2.000 Kuh-Kunstwerke von 105 Schulen, von Postkartengröße bis zu 4,5 m2 großen Werken.

Die Hofkäse-Schule

Schulen in ganz Deutschland haben ab jetzt die Möglichkeit, sich für die vom Verband für handwerkliche Milchverarbeitung e.V. (VHM) entwickelte „Hofkäse-Schule“ anzumelden. Bei diesem Projekt wird Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe 1 die Möglichkeit geboten, in Workshops selber Käse zu machen und dabei gleichzeitig viel Wissenswertes und Informatives über den wertvollen „Rohstoff Milch“ zu erfahren. Ziel des VHM ist es, traditionell hergestellte Hofkäse und Hofmilch-Produkte als wertvolle und naturbelassene Lebensmittel wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und die Wertschätzung des „Kulturgutes Käse“ zu fördern. Ganz wichtig ist hierbei gerade die Information der jungen Käsegenießer, denen anschaulich gezeigt werden soll, dass Milch und Käse nicht im Supermarkt „wachsen“.
Deshalb hat ein Experten-Team die „Hofkäse-Schule“ erarbeitet, die aus zwei Einheiten besteht: einem praktischen Workshop und einem Lehrmodul, das die praktische Unterrichtseinheit mit Arbeitsmaterialien didaktisch vorbereitet.

DGE veröffentlicht neue Referenzwerte für die Energiezufuhr

Wie viele Kalorien bzw. Energie der Körper verbraucht, variiert von Mensch zu Mensch und auch bei ein und demselben Menschen von Zeit zu Zeit sehr. Die Referenzwerte für die Energiezufuhr sind daher Richtwerte, die als Orientierung dienen und nicht unbedingt auf den Einzelnen zutreffen. Ihre überarbeitete Ableitung erfolgte auf Basis von Berechnungsformeln und aktuellen Referenzmaßen für Körpergewicht und -größe in Deutschland. Für Erwachsene wird ein mittlerer Body Mass Index (BMI) von 22 zugrunde gelegt, das entspricht einer täglichen Energiezufuhr von 2 300 kcal für Männer und 1 800 kcal für Frauen im Alter von 25-50 Jahren bei geringer körperlicher Aktivität. Verändert haben sich unter anderem die Richtwerte für Schwangere.
In der Schwangerschaft brauchen Frauen zusätzlich Energie – jedoch nicht von Anfang an. Schwangere müssen also nicht für Zwei essen. Ab dem 4. Monat ist der Richtwert für die Energiezufuhr um 250 kcal pro Tag erhöht. Das entspricht z.B. einer Scheibe Vollkornbrot mit Margarine und Käse. Ab dem siebten Monat erhöht sich der Richtwert um 500 kcal pro Tag. Viele Schwangere sollten ihre Energiezufuhr trotzdem nur geringfügig bzw. gar nicht erhöhen. Denn die Richtwerte für die zusätzliche Energiezufuhr gelten nur für Schwangere mit Normalgewicht vor der Schwangerschaft, mit einer wünschenswerten Gewichtsentwicklung (Körpergewichtszunahme von 12 kg bis zum Ende der Schwangerschaft) sowie mit unverminderter körperlicher Aktivität. Bei übergewichtigen Frauen oder Frauen mit eingeschränkter körperlicher Aktivität ist der Mehrbedarf an Energie während der Schwangerschaft geringer. Bei ihnen muss die zusätzliche Energiezufuhr individuell angepasst werden.

Meyer für Boni-Mali-Modell zur Milchmengenregulierung

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer steht einem Instrument des freiwilligen Produktionsverzichts gegen Ausfallentschädigung auf dem Milchmarkt aufgeschlossen gegenüber. Auf eine entsprechende Anfrage des CDU-Abgeordneten Helmut Daman-Tamke zum Milchmarkt erklärte Meyer, dass sich Niedersachsen auf vielen Ebenen für bessere und faire Erzeugerpreise einsetze und innovative Ansätze zur Mengenregulierung begrüße. Konkret nannte der Minister dabei den Vorschlag des französischen EVP-Europaabgeordneten Michel Dantin, wonach Milcherzeugern im Krisenfall für eine Produktionsverringerung von wenigstens 5 % finanziell belohnt werden sollten, für eine Ausdehnung von 5 % oder mehr hingegen bestraft. Meyer wies außerdem darauf hin, dass sich die niedersächsische Forderung nach einem Marktmonitoring bereits in der von der EU-Kommission umgesetzten Marktbeobachtungsstelle niedergeschlagen habe. Eine derartige Stelle müsse anhand aktueller und gemeldeter Daten und Indizes in der Lage sein, hieraus verlässliche Entwicklungen und Markttrends abzuleiten, damit die Kommission dann unverzüglich über gegebenenfalls einzuleitende Maßnahmen entscheiden könne.
Ohne ein geeignetes Kriseninstrumentarium könne die finanzielle Situation jedoch bei zu niedrigen Erzeugerpreisen schnelle existenzbedrohende Ausmaße annehmen, warnte Meyer. Darüber hinaus müssten die sehr ungleich verteilten Machtverhältnisse zwischen Handel, Verarbeitern und Milcherzeugern durch Maßnahmen, die die Position der Milchproduzenten stärkten, einander angenähert werden.     AgE  

Brüssel erwägt Möglichkeiten zur Stundung der Superabgabe

Angesichts der erwartungsgemäß hohen Superabgabe im letzten Milchquotenjahr 2014/15 prüft die Europäische Kommission die Forderung mehrerer EU-Mitgliedstaaten, überliefernden Milcherzeugern die Begleichung der Strafe in Etappen zu gestatten. Ein interner Entwurf wird zwischen den Dienststellen abgestimmt. Danach steht es den Mitgliedstaaten frei zu entscheiden, ob die Molkereien die fällige Superabgabe zinslos in drei jährlichen Tranchen jeweils vor dem 1. Oktober 2015, 2016 und 2017 zahlen können. Die Mitgliedstaaten sollen dabei sicherstellen, dass die Regelung den Milcherzeugern zugutekomme. Dies würde praktisch auf eine staatliche Beihilfe hinauslaufen, denn die Pflicht der Regierungen, die insgesamt angefallene Superabgabe vor dem 30. November 2015 auf einen Schlag an den EU-Haushalt zu überweisen, würde von der Verordnung nicht berührt. Der irische Landwirtschaftsminister Simon Coveny hatte bereits zuvor erklärt, dass Brüssel diesen Schritt ins Auge fasse. „Die Kommission hat angedeutet, dass sie gerne bereit ist, Landwirten zu gestatten, die gegenüber den Molkereien eventuell angefallene Superabgabe über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu begleichen”, erklärte Coveney vor dem irischen Parlament in Dublin. Das Bundeslandwirtschaftsministerium, das sich monatelang erfolglos für eine Anpassung der Fettkorrektur zur Verringerung der Superabgabe eingesetzt hatte, stand einer Tranchierung der Strafzahlungen zuletzt kritisch gegenüber. Agrarstaatssekretär Dr. Robert Kloos hatte am Rande des jüngsten Agrarrats im Januar eine Stundung der Überschussabgabe durch die Molkereien als „keinen erfolgversprechenden Ansatz“ bezeichnet.     AgE

Emmi will Absatzmöglichkeiten im Export sichern

Mit einem Maßnahmenpakt kämpft der Molkereikonzern gegen die Folgen der Franken-Aufwertung - Rohmilch für die Produktion von Exportware wird den Landwirten schlechter vergütet - Von der Euro-Schwäche sind bei Emmi Ausfuhrumsätze von etwa 400 Millionen Franken betroffen - Das Geschäftsjahr 2014 bescherte dem Unternehmen höhere Erlöse im In- und Ausland

Nach der überraschenden Abkopplung des Schweizer Franken vom Euro im Januar und der darauffolgenden starken Aufwertung der eidgenössischen Währung hat der Milchverarbeiter Emmi jetzt ein Maßnahmenpaket geschnürt, um im internationalen Wettbewerb weiterhin genügend Absatzmöglichkeiten für seine Produkte zu finden. Wie der Molkereikonzern vergangene Woche mitteilte, beinhaltet dieses Paket neben Effizienzprogrammen in den eigenen Betrieben unter anderem Preiserhöhungen für Exportprodukte sowie eine Senkung des Erzeugerpreises für Rohmilch, aus der Ware für ausländische Märkte hergestellt wird. Außerdem will der Konzern Preisverhandlungen mit internationalen Lieferanten führen. Emmi sieht die eigene Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr deutlich durch den starken Franken beeinflusst; von der Euro-Schwäche seien Ausfuhrumsätze in einer Größenordnung von etwa 400 Mio sfr (380 Mio Euro) betroffen. Der Molkereikonzern präsentierte auch die Zahlen für das Geschäftsjahr 2014. Demnach konnte Emmi die Umsätze auf den in- und ausländischen Märkten weiter steigern. Die Nettoerlöse lagen mit 3,404 Mrd sfr (3,23 Mrd Euro) um 3,2 % über dem Niveau von 2013. Organisch, also bereinigt um Akquisitions- und Fremdwährungseffekte, erhöhte sich der Gesamtumsatz des Konzerns um 3 %. Laut Emmi haben alle Produktsegmente des Kerngeschäfts zu dem Erlöswachstum beigetragen. Das gute Ergebnis sei sowohl auf eine Stärkung des Auslandgeschäfts als auch auf die „erfreuliche“ Entwicklung am Heimatmarkt Schweiz zurückzuführen. Die aufgrund des hohen Milchaufkommens in der Schweiz notwendigen Entlastungsexporte für Butter und Milch hätten im ersten Halbjahr 2014 zu hohen Zuwächsen in den Segmenten Molkereiprodukte sowie Pulver und Konzentrate geführt.

Gut die Hälfte im Inland umgesetzt
Emmi hat nach eigenen Angaben zum 1. Januar 2014 die Divisionen Schweiz, Europa, Americas und Global Trade geschaffen, um das Geschäft im In- und Ausland zusätzlich zu stärken. In der Division Schweiz stieg der Umsatz im Berichtsjahr um 1,3 % auf 1,888 Mrd sfr (1,791 Mrd Euro). Damit entfielen auf den Heimatmarkt 55 % des gesamten Konzernumsatzes. Zur guten Entwicklung in der Schweiz haben Emmi zufolge verschiedene Markenkonzepte beigetragen; einen leicht positiven Effekt hätten auch die höheren Milchpreise gehabt. In der Division Americas, die neben den USA, Kanada und Chile auch Spanien, Frankreich und Tunesien umfasst, belief sich der Umsatz auf 817,6 Mio sfr (776 Mio Euro), was einer Steigerung von 2,7 % entsprach. Dieser Zuwachs war laut Darstellung des Konzerns primär auf die gute Entwicklung in Nordamerika, Tunesien und Spanien zurückzuführen.

Mehr Pulver und Konzentrate exportiert
Eine Erlössteigerung von 8,3 % auf 508,8 Mio sfr (482,9 Mio Euro) konnte Emmi in der Division Europa verbuchen. In der Division Global Trade, zu der asiatische, osteuropäische und südamerikanische Länder gehören, in denen Emmi keine eigenen Gesellschaften oder Beteiligungen hat, setzte der Konzern 167,1 Mio sfr (158,6 Mio Euro) um; dies bedeutete ein Plus von 13,2 %. Das Wachstum fußte primär auf einem Anstieg im Bereich Pulver und Konzentrate. Die mit dem höheren Milchaufkommen verbundenen Milchpulver- und Butterentlastungsexporte erreichten einen Wert von 32,1 Mio sfr (30,5 Mio Euro). Ohne deren Berücksichtigung hätte das Wachstum der Division laut Emmi nur 1,3 % betragen, was unter anderem die wirtschaftliche Abkühlung in Asien und den Rückgang von Lohnproduktionen reflektiere. Umrechnungskurs: 1 sfr = 0,9491 Euro. AgE

Süßwarenbranche ein wichtiger Teil der Ernährungsindustrie

Minister Schmidt lobt auf der Süßwarenmesse insbesondere die Zahl der Beschäftigten und den Exportanteil dieses Wirtschaftszweiges - Hohe Innovationskraft - Der Ressortchef erwartet konstruktive Mithilfe im Dialog um gesunde Ernährung - Forum Nachhaltiger Kakao: Bereits jede fünfte Schokolade aus nachhaltigem Anbau - German Sweets gratuliert Jubilare.

Die Bedeutung der deutschen Süßwarenbranche als wichtiger Teil der Ernährungsindustrie hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt unterstrichen. Rund 50.000 Beschäftigte in Deutschland und ein Exportanteil von fast 50 % zeigten deutlich die Leistungsfähigkeit dieser Branche, die zu großen Teilen aus mittelständischen Unternehmen bestehe, betonte Schmidt am vorvergangenen Sonntag (1.2.) bei der Eröffnung der Internationalen Süßwarenmesse (ISM) in Köln. Auf seinem Messerundgang überzeugte sich der Minister nicht nur von den zahllosen Klassikern unter den Süß- und Knabberwaren aus Deutschland, sondern würdigte auch die Innovationskraft des Wirtschaftszweiges. Während Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten noch vor wenigen Jahren hinsichtlich Süßigkeiten und Snacks erheblich eingeschränkt gewesen seien, gebe es mittlerweile deutliche Fortschritte und ein umfangreiches Angebot. Darüber hinaus unterstrich Schmidt seine an die Branche gerichtete Erwartung, sich konstruktiv in den Dialog um eine gesunde Ernährung einzubringen. Die Koelnmesse verzeichnete an den vier Messetagen ein Plus von 6 % auf 37.000 Besucher. Mit etwa 67 % sei der Anteil ausländischer Teilnehmer stabil geblieben. Damit habe der starke Fachbesuch aus dem Inland zu einer Steigerung der Gästezahlen beigetragen, betonte die Messeleitung. „Die ISM hat in diesem Jahr erneut deutlich gemacht, wie wichtig sie für den nationalen und internationalen Süßwarenhandel ist“, erklärte die Geschäftsführerin der Koelnmesse, Katharina C. Hamma.

Wirtschaftliche Situation stabilisieren

Bei der Eröffnung der diesjährigen Sitzung des Forums Nachhaltiger Kakao auf der ISM unterstrich Schmidt das bisherige Engagement der Süßwarenbranche für einen fairen und nachhaltigen Kakaoanbau. Er verwies darauf, dass sich sein Ressort in dem Forum gemeinsam mit dem Bundesentwicklungsministerium sowie Vertretern von Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und weiteren Akteuren der Branche für Verbesserungen einsetze. Ziel sei die Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation der Beteiligten in den Anbauländern und die Nachhaltigkeit der Produktion. Das Sekretariat des Forums berichtete, dass mittlerweile jede fünfte hierzulande verkaufte Schokolade aus nachhaltigem Anbau stamme, während es vor einem Jahr nur jede neunte gewesen sei. „Für Kakaobauern und ihre Familien muss es möglich sein, von ihrem Einkommen angemessen leben zu können. Die Herausforderungen sind jedoch vielschichtig und nicht einfach zu meistern“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Forums, Wolf  Krop-Büttner. Sie erforderten die enge Zusammenarbeit zwischen allen wichtigen Akteuren im Kakaosektor, und zwar sowohl in den Erzeugerländern als auch in Deutschland.

Exportchancen nutzen

Die Süßwarenexportförderorganisation German Sweets gratulierte auf der Süßwarenmesse dem Spezialitätenhersteller Reber aus Bad Reichenhall zum 150-jährigen Jubiläum und der Schokoladenfabrik Gustav Berning aus Georgsmarienhütte zum 100-jährigen Bestehen. „Beide Unternehmen sind stark im Export engagiert. Tradition und Qualität sowie Produktinnovationen tragen dabei wesentlich zum hohen Stellenwert von Süßwaren in Deutschland bei“, unterstrich der Vorsitzende von German Sweets, Willi Meier . Nach seinen Worten können davon alle deutschen Hersteller profitieren. Eine wesentliche Aufgabe von German Sweets sei es, dass alle kleinen und mittelständischen Unternehmen an den Chancen des Exports teilhaben und diese erfolgreich nutzen könnten. AgE

Verbraucher wollen aussagekräftige Verpackungsangaben

Mehr als zwei Drittel der Konsumenten halten laut einer DLG-Studie Lebensmittelinformationen auf dem Produkt für nützlich - Fast die Hälfte der Befragten bezweifeln aber den Wahrheitsgehalt - Wunsch nach Informationen über Mindesthaltbarkeit, Zusatzstoffen und Herkunft weit verbreitet.
Die große Mehrheit der Verbraucher in Deutschland möchte einen transparenten Umgang mit Lebensmitteln und hält Informationen auf dem Etikett für wichtig. Laut einer Studie, die von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen ICON Added Value durchgeführt wurde, wünschen sich 77 % der Befragten mehr Offenheit bei Lebensmittel, und 68 % halten Angaben auf der Produktverpackung für nützlich. Nur eine Minderheit von 29 % findet dagegen Informationen hilfreich, die am Point of Sale abrufbar sind, zum Beispiel über QR-Codes. Knapp die Hälfte der Befragten äußerte sich zudem kritisch und befürchtet, dass bei der Lebensmittelkennzeichnung „getäuscht“ werde. Die am 14. Dezember 2014 EU-weit in Kraft getretene Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) ist den Studienergebnissen zufolge in Verbraucherkreisen bisher wenig bekannt. Bei der im Oktober und November vergangenen Jahres durchgeführten Umfrage wusste nicht einmal die Hälfte der Befragten was die Verordnung beinhaltet, und lediglich 15 % kannten den Starttermin. In dem neuen Gesetz sind unter anderen Mindestschriftgrößen sowie Hervorhebungen von allergenen Zutaten und Angaben zu Nährwerten, dem Einfrierdatum oder Nanomaterialien geregelt. Laut DLG gaben 78 % der Umfrageteilnehmer an, dass sie Verpackungsangaben stärker nutzen würden, wenn diese durch die neue LMIV einheitlich geregelt seien. Am besten informiert fühlen sich die Verbraucher über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und die Marke, am schlechtesten dagegen über Allergene und den Geschmack des Produkts. Neben Hinweisen auf die Zutaten und die regionale Herkunft des Lebensmittels haben Informationen zum MHD für die Konsumenten die größte Bedeutung. Mehr als 80 % sprachen sich dafür aus, dass diese auf der Verpackung enthalten sein sollten, und zwar für alle Erzeugnisse, von Tiefkühlprodukten über abgepackte Frischware bis hin zu haltbaren Produkten.

Lebensmittelkompetenz untersucht
Untersucht wurde nach Angaben der DLG auch, für wie kompetent sich die Bevölkerung in punkto Lebensmittel hält. Mit 58 % nahm mehr als Hälfte der Befragten für sich in Anspruch, über gute Kenntnisse bei der Beurteilung von Lebensmitteln zu verfügen. Vor allem Menschen, die vorrangig in Bioläden einkaufen, bewerteten ihre Lebensmittelkompetenz als hoch bis sehr hoch. Die übrigen 42 % der Studienteilnehmer fühlten sich hingegen nicht sicher, wenn sie Lebensmittel selbst prüfen sollten. „Ich möchte genau wissen, was in Lebensmitteln drin ist; das meiste davon ist aber für Laien nicht verständlich“, äußerten beispielsweise Teilnehmer in qualitativen Vorabbefragungen. Bis zu 59 % der Deutschen sind laut der Erhebung so genannte Smart-Shopper: Ihr Ziel sei es, ihren persönlichen Produktnutzen zu optimieren. Ihr gesteigertes Sicherheitsbedürfnis befriedigt sie, indem sie beispielsweise gezielt Produkte mit einem langen Mindesthaltbarkeitsdatum auswählten. „Die Ergebnisse der Studie zeigen uns, dass die Bereitstellung von mehr Informationen allein nicht ausreicht. Vielmehr muss es das Ziel aller Beteiligten aus Politik, Verbänden und Lebensmittelwirtschaft sein, die Kompetenz der Menschen bei der Beurteilung von Lebensmitteln insgesamt zu stärken“, fasste der Geschäftsführer des DLG-Zentrums Lebensmittel, Rudolf  H e p p , die Studienergebnisse zusammen.

Handel soll beraten
Nach Einschätzung von Hepp ist die neue LMIV ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen in die Verpackungsangaben zu stärken. Schließlich hielten die Konsumenten solche Informationen am Produkt für nützlicher als Hinweise am Regal oder über QR-Codes. In Zukunft gelte es, dem Wunsch der Verbraucher nach mehr Transparenz bei Lebensmitteln zu entsprechen. Mögliche Ansatzpunkte seien vereinfachte Informationen auf der Verpackung, die für die Verbraucher eine wichtige Rolle spielten, so Hepp. So könnten Hinweise auf die Herkunft oder Allergene noch deutlicher sichtbar gemacht werden, als es jetzt vorgeschrieben sei. Zusätzliche Unterstützung könne der Handel mit einem offensiven Beratungsangebot und gut geschultem Verkaufspersonal bieten. Auch für die Politik und die Gesellschaft halte die Studie wichtige Erkenntnisse bereit, erläuterte Hepp: „Lebensmittel über die Kennzeichnung hinaus nach ihrem Aussehen, Geruch und Geschmack selbst beurteilen zu können, werden als wichtige Grundlage betrachtet - auch dafür, die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren“. Die Autoren der Studie halten deshalb eine Debatte darüber, wie solche Fähigkeiten etwa an Schulen vermittelt werden können, für wichtig. AgE

Milchmarktlage bleibt heiß diskutiert

Hogan: Es gibt keine Krise - Preise gut behauptet - Aber Fortführung der Beihilfen für die private Lagerhaltung bis Ende September angekündigt - Stundung der Superabgabe wenig wahrscheinlich - Anhörung im Europaparlament - Theuvsen lehnte Mengensteuerung ab - Enderle für verstärkte Zusammenarbeit mit den Molkereien - EMB hält an Bonus-Malus-System fest - Deß verlangt mehr Eigeninitiative - Grüne sehen Liberalisierung kritisch

Der europäische Milchsektor befindet sich nach Einschätzung der Europäischen Kommission nicht in der Krise. Das hat EU-Agrarkommissar Phil  Hogan  vergangene Woche beim Agrarrat in Brüssel unterstrichen. „Ich bin sicher, dass man im Milchsektor noch immer gehörige Gewinne machen kann und es keine Krise gibt“, erklärte Hogan am Montag (26.1.). Die Milchpreise hätten sich trotz des internationalen Nachfragerückgangs im Großen und Ganzen gut behauptet. Der Erzeugerpreis habe Ende November - der vorerst jüngste Monat mit Zahlen für alle Mitgliedstaaten - im EU-Mittel bei 34 Cent/l gelegen, während die bisherigen Rückmeldungen für Januar auf gut 32 Cent hindeuteten. Das sei noch immer ein vernünftiges Niveau, wenn man die Preisspitzen der vergangenen zwei Jahre und den jüngsten Rückgang der Futterkosten mitberücksichtige. Mit Blick auf das Auslaufen der Garantiemengenregelung Ende März kündigte Hogan jedoch an, die Kommission werde die Beihilfen zur privaten Lagerhaltung von Butter und Magermilchpulver über Februar hinaus bis Ende September 2015 verlängern. Bei einer Anhörung zur Zukunft des Milchsektors am Dienstag im Europaparlament waren die Meinungen gespalten. Während Wissenschaftler, Vertreter des Deutschen Bauernverbandes (DBV) sowie der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) eher auf die Chancen der Milchproduktion an den internationalen Märkten abzielten, warnten unter anderem das European Milk Board (EMB) sowie Politiker der Fraktion Die Grünen/EFA vor dem „blinden Glauben an den sogenannten freien Markt“. Die Anhörung erfolgte im Vorfeld der Erarbeitung eines Entschließungsentwurfs zum Milchmarkt, für den der konservative Nordire James Nicholson die Federführung übernommen hat.

Sicherheitsnetz bleibt
Hogan betonte, natürlich bleibe das Sicherheitsnetz weit aufgespannt, um den Markt nötigenfalls zu unterstützen. In diesem Zusammenhang lobte er die Arbeit der Milchmarktbeobachtungsstelle und kündigte weitere Verbesserungen an, beispielsweise häufigere Treffen der Interessenträger. Zugleich nahm er die Mitgliedstaaten in die Verantwortung, Marktdaten zeitnäher zu liefern, um über aktuellere Preise diskutieren zu können. Italien griff beim Agrarrat mit Blick auf die voraussichtlich hohe Superabgabe im letzten Milchquotenjahr die Forderung Polens auf, es den Erzeugern zu ermöglichen, ihre Strafzahlungen zinslos über mehrere Jahre hinweg abzustottern. Dies traf bei Hogan ebenso wenig auf Enthusiasmus wie in der deutschen Delegation. Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Robert Kloos, ließ im Anschluss wissen: „Hinsichtlich einer Stundung der Überschussabgabe durch die Molkereien sehen wir keinen erfolgversprechenden Ansatz.“

Mengensteuerung verfehlt
Im Europaparlament betonte Prof. Ludwig Theuvsen von der Universität Göttingen, die langfristigen Aussichten für den Milchmarkt blieben trotz der jüngsten Preisrückgänge gut; dafür sorgten das globale Bevölkerungswachstum und der damit verbundene Nachfrageanstieg nach qualitativ hochwertigen Produkten. Während der Ökonom ein begrenztes Sicherheitsnetz für sinnvoll erachtet, hält er eine zentrale Mengensteuerung für nicht zielführend, extrem bürokratisch und schwierig in der Umsetzung. Als Beispiel führte er Kanada an. Die dort seit langem praktizierte Angebotssteuerung habe den Strukturwandel nicht verhindert, aber die internationale Wettbewerbsfähigkeit des kanadischen Milchsektors verschlechtert. Nach Ansicht von Theuvsen dürfen Preisschwankungen nicht als Argument für eine protektionistische Milchpolitik herangezogen werden. Vielmehr gehe es darum, das einzelbetriebliche Risikomanagement zu stärken. Von einem Freihandelsabkommen mit den USA verspricht sich Theuvsen mehr Chancen als Risiken, denn die EU habe ein differenziertes Angebot. Allerdings müsse man regionale Produkte und europäische Qualitätsstandards schützen.

Quotenende vorweggenommen
Als DBV-Vertreter betonte Alfred  Enderle, Milcherzeuger und Bezirkspräsident für den Bereich Schwaben im Bayerischen Bauernverband (BBV), im Ende der staatlichen Mengenregulierung liege eine Chance. Das ablaufende Milchwirtschaftsjahr habe das Quotenende praktisch vorweggenommen. Die Preise dürften kurzfristig weiter sinken; dies sei jedoch eher der allgemeinen Marktlage geschuldet. Enderle plädierte für eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Molkereien, um das Marketing auf regionalen, nationalen und internationalen Märkten zu stärken. Als Beispiel führte der Milchbauer aus dem Oberallgäu den Milchwirtschaftlichen Verein Allgäu-Schwaben an, wo er selbst im Vorstand sitzt. In dem Verein arbeiteten alle Milcherzeuger der Region und 40 milchverarbeitende Unternehmen zusammen, um beispielsweise die geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.) „Allgäuer Emmentaler“ und „Allgäuer Bergkäse“ zu produzieren.

Bessere Beratungsangebote notwendig
Enderle hob in diesem Zusammenhang hervor, dass die Hersteller gemäß dem Milchpaket von 2012 prinzipiell das Recht hätten, die Produktionsmenge der geschützten Käse zu begrenzen. Daran bestehe jedoch weder bei den Erzeugern noch bei den Verarbeitern Interesse. Mit Blick auf den Erhalt der Milcherzeugung in benachteiligten Gebieten betonte Enderle, die allgemeine Milchmarktpolitik könne nur einen Teil zur Verbesserung der Lage beitragen. Notwendig seien weitere wirtschaftliche Standbeine für den Betrieb als auch bessere Beratungsangebote vor Ort. Ferner mahnte er einen weiteren Bürokratieabbau an. Unter anderem kann er die Erhöhung naturschutzfachlicher Dokumentationspflichten in Gebieten mit ohnehin sinkenden Tierzahlen nicht nachvollziehen.

Krisen definieren
Die EMB-Vizepräsidentin Sieta van Keimpema plädierte einmal mehr für die Einführung einer Mengensteuerung nach einem Bonus-Malus-Konzept. Dieses Instrument sollte jedoch nur im Krisenfall eingesetzt werden. Dazu müsse man jedoch definieren, was eine Krise ausmache. Eine weitere Liberalisierung des Milchmarkts führe nur zu einer noch größeren Preisvolatilität. Für van Keimpema sind Milcherzeuger, die ihre Produktion übermäßig ausdehnen, potentielle Verursacher von Preisrückgängen. Deshalb sollten sie im Falle eines tatsächlichen Preisverfalls mit einer Strafabgabe dafür zur Verantwortung gezogen werden. In diesem Zusammenhang bedauerte die EMB-Vizepräsidentin den künftigen Wegfall der Superabgabe. Wie wirkungsvoll diese Instrument sei, belegten die jüngsten saisonalen Produktionsrückgänge in Erwartung einer teilweise sehr hohen Superabgabe für 2014/15.

Keine Patentlösung
Der agrarpolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Albert  Deß, zog als Fazit der Veranstaltung, bei der noch mehr Experten zu Wort kamen, dass es für eine auskömmliche Milchproduktion keine Patentlösung gebe. Eine staatliche Mengenbeschränkung lehnte er ab. Bayern produziere das Doppelte des eigenen Milchbedarfs. Wenn man sich auf die Deckung des Eigenbedarfs beschränken wollte, müsste die Hälfte der Erzeuger im Freistaat ausscheiden. Der Staat könne Missmanagement nicht ausschließen. Für die Freien Wähler betonte Ulrike Müller, man müsse der Milchquote nicht nachweinen. Sie habe die Landwirte viel Geld gekostet, aber den Strukturwandel nicht gebremst. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling, hält die Exportorientierung und die Marktliberalisierung hingegen für überholt. Die Exportausrichtung bringe große Nachteile mit sich, denn weder der russische noch der chinesische Markt seien als Handelsplatz sicher, so Häusling im Anschluss. Er warf der EU-Kommission vor, zwanghaften Optimismus zu verbreiten und Krisen wegzudiskutieren. Seine Parteikollegin Maria  Heubuch  bezeichnete die Idee von Marktchancen auf den Weltmärkten als „Ammenmärchen der Milchindustrie“. Diese Weltmarktorientierung führe zu immer volatileren Preisen, deren Risiko auf die Bauern ausgelagert werde. Im Schnitt der letzten Jahre seien die Milchpreise durchgehend unterhalb der Produktionskosten geblieben, so Heubuch. Das Ende der Milchquote setze besonders kleine und mittlere Höfe unter Druck. AgE

TTIP-Diskussion berührt Grundsatzfragen regionaler Spezialitäten

Forscher verweist auf unterschiedliche Anforderungen für geschützte geographische Angaben und geschützte Ursprungsbezeichnungen - Nürnberger Bratwurst und Schwarzwälder Schinken ohne regionale Beschränkung der Fleischherkunft - Landwirtschaft in Südeuropa „weniger industrialisiert“ - Antragsverfahren schafft Regionen - Aktualisierte Karten des Leibniz-Instituts für Länderkunde.
Bei der Diskussion um eine Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) der Europäischen Union mit den USA sehen Forscher zentrale Grundsatzfragen und Probleme bei der Kennzeichnung von Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln mit Herkunftsangaben berührt. Anlässlich der Aktualisierung einer kartographischen Übersicht von geschützten regionalen Spezialitäten verwies Prof. Ulrich Ermann von der Universität Graz vergangene Woche auf die Unterscheidung zwischen der geschützten geographischen Angabe (g.g.A.), bei der lediglich der als entscheidend angesehene Verarbeitungsschritt in dem bezeichneten Gebiet vollzogen werden muss, und der geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.), die auch die Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe in die Herkunftsdefinition einbezieht. Wie aus der jüngsten Ausgabe des beim Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) in Leipzig angesiedelten „Nationalatlas“ hervorgeht, hat sich in Deutschland die Zahl der Produkte mit g.g.A. seit 2009 von 35 auf 70 verdoppelt, während gleichzeitig zu den damals sechs Produkten mit g.U. nur drei weitere hinzukamen. „Die ‚Nürnberger Bratwurst‘ muss als Produkt mit g.g.A. zwar im Territorium der Stadt Nürnberg hergestellt werden; die Herkunft des Schweinefleischs ist jedoch nicht an diese Bezeichnung geknüpft, so dass die vier großen industriellen Bratwurstproduzenten ihren Bedarf an großen Mengen Schweinefleisch überwiegend aus Dänemark, den Niederlanden sowie Norddeutschland decken können“, erklärte Ermann vor dem Hintergrund strittiger Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (AgE 3/15, EU-Nachrichten 1). Ebenso gebe es keine Vorgaben für die Herkunft des Schweinefleischs für den Schwarzwälder Schinken. Eines der wenigen Beispiele für einen Schutz der g.U. in Deutschland sei der „Allgäuer Emmentaler“.

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