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Ernährungsindustrie unterstreicht Wichtigkeit des EU-Binnenmarktes

Anlässlich eines Vierteljahrhunderts europäischer Binnenmarkt hat die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) auf dessen Wichtigkeit für die heimische Land- und Ernährungswirtschaft hingewiesen. Der Binnenmarkt der EU sei mit 500 Millionen Verbrauchern einer der größten einheitlichen Märkte der industrialisierten Welt. Seit 25 Jahren sei er für Unternehmen nun Realität, ohne Zölle, mit vielen einheitlichen Regelungen und Normen und ohne zusätzliche bürokratische Hürden. Das stetige Wachstum des Binnenmarktes seit 1993 habe die deutsche Wirtschaft in hohem Maße gestärkt, wovon auch die Ernährungsindustrie profitiert habe, so die BVE. Nach vier Erweiterungsrunden hätten deutsche Lebensmittelhersteller gut ein Drittel mehr Kunden im Handel mit den Mitgliedstaaten. Heute sei die EU noch weit vor den USA der weltweit größte Importeur und Exporteur von Lebensmitteln. „Binnenmarkt und Euro sichern der deutschen Wirtschaft Absatzmärkte und Arbeitsplätze und damit Wohlstand für Deutschland“, betonte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff am Dienstag vergangener Woche (2.1.) in Berlin. In der Ernährungsindustrie werde jeder vierte Euro im EU-Ausland verdient. Aber nicht nur für Unternehmen sei der Binnenmarkt vorteilhaft; für Verbraucher würden Lebensmittel günstiger und die Auswahl vielfältiger, hob Minhoff hervor. Daher müssten die Erfolge des Binnenmarktes erhalten und ausgebaut werden. Durch den Binnenmarkt floriere der Agrar- und Lebensmittelhandel mit den EU-Mitgliedstaaten. Seit 1993 sei deren Anteil bei den Einfuhren von 69 % auf 75 % und bei den Ausfuhren von 70 % auf 74 % gestiegen, stellte Minhoff fest. 2017 habe sich der Wert der im Binnenmarkt gehandelten Agrar- und Lebensmitteleinfuhren auf 321 Mrd Euro belaufen, was einem Plus von 287 % entspreche. Die Ausfuhren seien auf 325 Mrd Euro gekommen, eine Steigerung um 277 % gegenüber 1993. Für den Agraraußenhandel mit Nicht-EU-Mitgliedstaaten beliefen sich die Volumen dagegen lediglich auf 109 Mrd Euro bei den Einfuhren und 116 Mrd Euro bei den Ausfuhren. Die drei größten ausländischen Absatzmärkte der deutschen Ernährungsindustrie waren laut BVE auch 2017 die Niederlande, Frankreich und Italien. Beliebteste Exportprodukte in diese Länder seien Fleisch und Fleischerzeugnisse, Süß- und Dauerbackwaren sowie Milch- und Milchprodukte. AgE

Russlands Milchimporte und -erzeugung wachsen

Die russische Einfuhr von Molkereiprodukten hat in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres gegenüber der Vorjahresperiode zugenommen. Nach Angaben des Föderalen Steueramtes (FTS) stiegen die Importe von Käse um rund 16 % auf 24 000 t und von Butter um 38 % auf 16 300 t. Zudem legte der Bezug von Milchpulver um 27 % auf 44 900 t zu. Das Pulver stammte vor allem aus Argentinien, der Türkei, Uruguay, Neuseeland, dem Iran und der Schweiz. Neben den Importen befindet sich auch die russische Milcherzeugung auf dem Vormarsch. Nationalen Marktbeobachtern zufolge nahm die Rohmilchproduktion ohne Berücksichtigung der privaten Haus- und Hofwirtschaften von Januar bis Oktober 2017 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 3,5 % auf 13,1 Mio t zu. Als Grund dafür wird eine bessere Produktivität der Kühe genannt. Laut Prognose des Abteilungsdirektors für Tierhaltung und Zucht im russischen Landwirtschaftsministerium, Kharon Amerkhanow, soll sich die russische Milchproduktion einschließlich der Haus- und Hofwirtschaften im Kalenderjahr 2017 auf 31,1 Mio t belaufen; das wären 1,3 % mehr als im Vorjahr. Auch er führte dies auf die höhere Milchleistung je Kuh zurück, die in diesem Jahr erstmals die Marke von 6 200 kg erreichen könnte. Optimistisch äußerte sich der Ministeriumsexperte über die weitere Entwicklung, denn bis 2020 soll die Milcherzeugung, bei einer unterstellten weiteren Zunahme der Milchleistung, auf 32,5 Mio t steigen. Ekoniva-Direktor Stefan Dürr, der größte Milchproduzent Russlands, wies Anfang Dezember im Rahmen der Konferenz „Agroholdings Russlands - 2017" in Moskau auf die große Bedeutung der staatlichen Unterstützung für die Entwicklung des russischen Milchsektors hin. „Wenn es keine Subventionen für neue Projekte gibt, werden wir normal arbeiten. Wenn die Subventionen weiter gezahlt werden, werden wir weiter aktiv wachsen", erklärte Dürr. Die finanzielle Unterstützung habe seiner Unternehmensgruppe in der Vergangenheit eine ordentliche Produktionssteigerung ermöglicht. Im laufenden Jahr soll die Milcherzeugung bei Ekoniva auf 290 000 t und die Anzahl der Milchkühe auf 40 000 Stück zunehmen, was bei der Menge einem Zuwachs von 32% und bei den Tieren von 46 % gegenüber 2016 entsprechen würde. Weitere Milchfarmen sollen 2018 in Betrieb gehen. AgE

Weiterer Rückgang der Milcherzeugung in der Ukraine erwartet

Das Kiewer Landwirtschaftsministerium erwartet im kommenden Jahr ein geringeres Milchaufkommen aus heimischer Erzeugung. Laut Prognose der Kiewer Agrarressorts könnte die Produktion 2018 gegenüber dem für dieses Jahr erwarteten Niveau von 10,39 Mio t um etwa 3 % auf 10,1 Mio t abnehmen. Damit würde sich die negative Produktionsentwicklung des laufenden Jahres noch verstärken, denn in den ersten zehn Monaten lag die Milcherzeugung bereits um 1 % unter dem Niveau der vergleichbaren Vorjahresperiode. Gut 60 % der von den Molkereien erfassten und verarbeiteten Milch wurde zuletzt in den Landwirtschaftsbetrieben ermolken; der Rest stammte von den sogenannten Haus- und Hoflandwirtschaften. Trotz der leicht rückläufigen Erzeugung hat die Ukraine von Januar bis Oktober 2017 rund 112 300 t an Milch und Milchprodukten exportiert. Die Lieferungen gingen - wie in den früheren Jahren - vor allem in die Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Das Ministerium und die Molkereibranche unternehmen laut nationalen Presseberichten jedoch Anstrengungen um neue Märkte zu erschließen, wobei der Libanon, Ägypten sowie Südkorea und China im Fokus stehen. Fast vollständig ausgeschöpft war Anfang November bereits die von der Europäischen Union für die Ukraine eingerichtete Importquote für Butter, während diese im Segment Milchpulver nur zu gut einem Drittel genutzt wurde. AgE

Kleinere Milchkuhbestände in den Niederlanden

Erstmals seit Jahren haben die Milchviehhalter in den Niederlanden ihren Tierbestand auch im landesweiten Durchschnitt abgebaut. Wie aus der aktuellen Landwirtschaftszählung des Haager Statistikamtes (CBS) hervorgeht, ging die mittlere Zahl an Kühen je Betrieb in diesem Jahr im Vergleich zu 2016 um zwei auf 99 Tiere zurück. Dabei nahm die Zahl der Milcherzeugerbetriebe um 180 oder 1 % auf 16 330 und der gesamte Kuhbestand auf diesen Höfen um 55 160 Stück oder 3,3 % auf 1,61 Millionen Tiere ab. Dagegen erhöhte sich im gleichen Zeitraum der mittlere Schweinebestand je Betrieb in den Niederlanden um 180 oder 5 % auf rund 3 830 Tiere. Diese Steigerungsrate übertraf den langjährigen Durchschnitt um fast 50 Tiere. Auch die mittlere Betriebsgröße der niederländischen Ackerbaubetriebe legte gegenüber 2016 zu, nämlich um 0,6 ha auf 41,5 ha. Wie das CBS außerdem mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Betriebszweige ausführte, war der Standardoutput - also die mit Ab-Hof-Preisen bewertete Bruttoerzeugung - in der Milchviehhaltung zuletzt wieder rückläufig. So registrierten die Statistiker hier für 2017 im Vergleich zum Vorjahreswert eine Abnahme um 8 000 Euro oder 2 % auf 416 000 Euro. Dagegen wurde für die Schweinehaltungsbetriebe eine Steigerung ihres Standardoutputs um 36 000 Euro oder 4 % auf 926 000 Euro berechnet. Auch der Standardoutput der Ackerbaubetriebe legte zu, und zwar um 5 000 Euro oder 3 % auf 162 000 Euro. AgE

Tierschützer stellen italienische Hartkäse-Hersteller an den Pranger

Die internationale Tierschutzorganisation Compassion in World Farming (CIWF) hat vergangene Woche eine Kampagne gegen die italienischen Konsortien von Parmesan (Consorzio del Formaggio Parmigiano Reggiano) und Grana Padano (Consorzio Tutela Grana Padano) gestartet. Grund sind die angeblich schlechten Haltungsbedingungen für die rund 500 000 Milchkühe dieser Erzeugerzusammenschlüsse. Filmaufnahmen aus neun Milchviehbetrieben in der norditalienischen Po-Ebene zeigen ausgemergelte Kühe und Tiere, die in ihren Exkrementen liegen. Zudem würden die Kühe in kargen Ställen gehalten, die keinen Auslauf böten, so dass ihnen natürliche Verhaltensweisen verwehrt blieben und sie praktisch wie Maschinen genützt würden. Darüber hinaus kritisierte CIWF, dass die weltbekannten Käsesorten als hohe handwerkliche Qualität präsentiert würden, es aber keine Tierschutzrichtlinien in den Produktspezifikationen gebe. In der Kampagne „Nicht auf meine Pasta“, der sich auch die deutsche Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt angeschlossen hat, werden der Präsident von Parmigiano Reggiano, Nicola Bertinelli, und der Generaldirektor von Grana Padano, Dr. Stefano Berni, in einer Online-Petition aufgefordert, bis Ende 2018 das Tierwohl zu verbessern. Dazu zählen für die Tierschützer insbesondere der Weidegang an mindestens 100 Tagen im Jahr, das Ende der Anbindehaltung sowie die Überwachung und Verringerung von Haltungsproblemen. Bis dies erreicht sei, empfiehlt CIWF den Verbrauchern, auf Käse mit garantierter Weidemilch oder auf veganen Hartkäse umzusteigen. Presseberichten zufolge ist Deutschland einer der größten Abnehmer dieser Käsesorten; bei Grana Padano rangiert es demnach auf Rang eins der Importländer, bei Parmesan an dritter Stelle. AgE

Milchleistung der Kühe im Mittel gesunken

Der fortschreitende Strukturwandel in der heimischen Milchviehhaltung hat auch in der Bilanz der Milchleistungsprüfung (MLP) für das Kontrolljahr 2016/17 seinen Niederschlag gefunden, allerdings nicht so deutlich wie im Vorjahr. Das zeigen die Zahlen für das Ende September abgelaufene Kontrolljahr, die am vergangenen Freitag (1.12.) vom Deutschen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (DLQ) in Bonn vorgelegt wurden. Demnach ging die Zahl der in der monatlichen Kontrolle geprüften Milchkühe zum Stichtag 30. September 2017 mit 3,66 Millionen Stück um 14 367 Tiere oder rund 0,4 % zurück; in der Vorjahresbilanz war noch ein Minus von 2,1 % verzeichnet worden. Die Zahl der Betriebe sank zum diesjährigen Stichtag um 2 523 oder 5,4 % auf 44 212; damit erhöhte sich die durchschnittliche Kuhzahl je Halter um rund fünf Stück auf 82,7 Tiere. Etwas gesunken ist im Vorjahresvergleich laut DLQ allerdings die Milchleistung je Kuh. Ein Durchschnittstier gab im Bundesgebiet im vergangenen Kontrolljahr 8 541 kg Milch; das waren 58 kg weniger als 2015/16. Die dabei produzierte Fettmenge verringerte sich gegenüber dem Vorberichtszeitraum im Schnitt um 4 kg auf 349 kg, während die Eiweißmenge unverändert bei 295 kg blieb. Der mittlere Fettgehalt lag bei 4,09 %, der Eiweißgehalt im Schnitt bei 3,45 %. Am produktivsten waren zwischen Oktober 2016 und September 2017 die Kühe in Sachsen mit einer Jahresmilchleistung von durchschnittlich 9 551 kg, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 9 531 kg und Thüringen mit 9 509 kg. In Baden-Württemberg und Bayern belief sich die mittlere Milchmenge je Tier dagegen nur auf 7 696 kg beziehungsweise 7 701 kg. Die größten Milchkuhherden waren 2016/17 mit durchschnittlich mehr als 394 beziehungsweise 359 Tieren in Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu finden. Im Rahmen der Milchkontrolle wird laut DLQ neben der Milchleistung auch der Eutergesundheitsstatus am Indikator des Zellgehalts in der Milch erfasst. Im Milchkontrolljahr 2017 verbesserte sich das Niveau der untersuchten Milchkühe auf durchschnittlich 235 000 Zellen pro Milliliter. Außerdem legte der Prozentsatz der Tiere in der besten Zellzahlklasse von weniger als 100 000 Zellen pro Milliliter im Vergleich zum Vorjahr deutschlandweit leicht zu; die Anteile der höheren Zellzahlklassen gingen entsprechend zurück. Insgesamt wiesen mehr als 75 % der Kühe im vergangenen Jahr einen Zellgehalt von weniger als 200 000 Zellen pro Milliliter auf. AgE

 

Verzerrte Risikowahrnehmung bei Gesundheitsaspekten der Ernährung

Die Österreicher haben einen hohen Informationsbedarf mit Blick auf die Bedeutung von Risiken im Bereich Ernährung und Gesundheit. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung mit dem Titel „Risikobarometer Umwelt & Gesundheit“, die von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gemeinsam mit dem Wiener Umweltbundesamt durchgeführt wurde. Wie die AGES am vergangenen Mittwoch (22.11.) mitteilte, beunruhigen die Österreicher vermeintlich wichtigere Themen wie Terrorismus, Migration und Kriminalität am meisten. Tatsächliche „Top-Risikothemen“ seien dagegen unter anderem hormonähnliche Stoffe in Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten, Schimmelgifte in Lebens- und Futtermitteln, Antibiotikarückstände in Lebensmitteln und schädliche Stoffe, die bei der Zubereitung von Lebensmitteln entstünden. Krankmachende Keime in Nahrungsmitteln, die von den AGES-Experten als größtes Risiko für die menschliche Gesundheit angesehen werden, sind allerdings laut Studie für fast die Hälfte der Befragten kein Grund zur Besorgnis. Im Umweltbereich sind nach Ansicht der Fachleute tatsächlich die Aspekte Bodenqualität und Risiken durch eingewanderte Tier- und Pflanzenarten wichtig. All diese wirklich relevanten Themen müssten nach Einschätzung der AGES zukünftig in der Risikokommunikation vorrangig behandelt werden, denn bei der Untersuchung hätten sie mit nur 1,4 % der Antworten weit im Hinterfeld gelegen. Wie die Agentur hervorhob, unterschätzen die Österreicher auch die Risiken durch Fehl- und Überernährung. Über diese Fragen fühlten sie sich zwar gut informiert, richteten aber ihr Handeln nicht danach aus. Die Zahl der ernährungsassoziierten Krankheiten in Österreich sei nach wie vor hoch, stellten die Wiener Fachleute fest. AgE

Schmidt zufrieden mit sächsischer Delegationsreise nach China

Ein positives Fazit hat der sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt im Rückblick auf die Delegationsreise von Vertretern der Landesregierung und der heimischen Ernährungswirtschaft nach China gezogen. Nach seiner Einschätzung hat sich die Anstrengung sowohl für das Dresdener Landwirtschaftsministerium als auch für die mitreisenden Unternehmen gelohnt. „In China wird die Mittelschicht immer größer, die wohlhabend ist und nach hochwertigen Lebensmitteln fragt“, resümierte Schmidt im Anschluss an die Reise am vergangenen Donnerstag (23.11.) in Dresden. Aus dieser Entwicklung ergäben sich große Chancen für Unternehmen des Freistaats, zumal die chinesischen Verbraucher Lebensmittel aus Deutschland sehr schätzten. Dies galt offenbar auch für die aktuelle Reise. So konnte beispielsweise der Landesinnungsverband Saxonia des Bäckerhandwerks Sachsen nach Angaben des Agrarressorts mit Ausbildungsstätten in Wuhan und Shanghai eine Zusammenarbeit bei der Ausbildung vereinbaren. Vorgesehen seien ein Austausch von Auszubildenden sowie der Einsatz sächsischer Bäckermeister bei der Ausbildung an der „Hubei New East Cuisine School“ in Wuhan. Auch habe die Privatbrauerei Eibau i.Sa. GmbH bei Neukundengesprächen in Shanghai erfolgreich Verträge über die Lieferung von Schwarzbier und Hefeweizen für den chinesischen Markt abgeschlossen, berichtete das Ministerium. AgE

Schleswig-Holstein lobt vielfältige Ziele des neuen Schulprogramms

Die vielfältigen Ziele des neuen Schulprogramms der Europäischen Union, in dem seit dem jetzt laufenden Schuljahr die früheren EU-Programme für Schulmilch sowie Schulobst und -gemüse gebündelt werden, hat Staatssekretärin Anke Erdmann vom schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium hervorgehoben. Schleswig-Holstein nehme an dem Programm teil, um den Kindern und Jugendlichen Milch, Obst und Gemüse schmackhaft zu machen, erklärte Erdmann am vergangenen Donnerstag (23.11.) beim Besuch einer Schule in Kiel. Das Besondere an dem Programm sei, dass Kinder nicht nur Milch, Obst- und Gemüse, sondern gleichzeitig auch Einblicke in die Lebensmittelproduktion und -verarbeitung erhielten, etwa durch gemeinsame Schulfrühstücke oder Besuche auf Bauernhöfen. Das mache die Nahrungsmittelproduktion „konkret, greifbar und anschaulich“. Zugleich steigere dies die Wertschätzung für Lebensmittel, betonte die Staatssekretärin. Hinzu komme, dass auch in Schleswig-Holstein Kinder ohne Frühstück zur Schule kämen. An diesem Problem setze das Programm ebenfalls an und verbinde den sozialen Aspekt mit der Direktvermarktung sowie der Bildung und Ernährung. Entsprechend spielten in Schleswig-Holstein soziale Gesichtspunkte bei der Auswahl der am Programm teilnehmenden Schulen eine Rolle, wenn sich mehr Schulen beworben hätten als das Budget zulasse. Das sei in dem Bundesland in diesem Jahr im Teilprogramm Milch der Fall gewesen, berichtete Erdmann. Beworben hätten sich hierfür insgesamt 126 Schulen. Bei einem Budget von rund 305 000 Euro habe man aber nur 35 Schulen für eine Teilnahme auswählen können. Im Teilprogramm Obst und Gemüse hätten die Mittel von rund 814 000 Euro dagegen für alle 126 Bewerberschulen ausgereicht, teilte die Staatssekretärin mit und freute sich, dass das Programm von den Schulen „gut angenommen“ worden sei. AgE

Heinrich-Böll-Stiftung kritisiert Klimabilanz der Fleisch- und Milchwirtschaft

Ihre Forderung nach einer globalen Agrarwende hat die Heinrich-Böll-Stiftung jetzt mit Zahlen zu den Treibhausgasemissionen der Fleisch- und Milchwirtschaft untermauert. Wie die Stiftung gemeinsam unter anderem mit dem Institute for Agriculture and Trade Policy am vergangenen Donnerstag (8.11.) berichtete, wurden für die 20 weltweit größten Fleisch- und Milchkonzerne Kohlendioxidemissionen von insgesamt 932 Mio t im Jahr 2016 errechnet. Zum Vergleich führt die Stiftung die Gesamtkohlendioxidemissionen Deutschlands an. Diese lägen mit mittleren 902 Mio t darunter. Daneben wagt die Stiftung einen Vergleich der Emissionen der Fleisch- und Milchwirtschaft und der Rohölindustrie. Im Jahr 2016 hätten die fünf größten Fleisch- und Milchkonzerne der Welt - konkret JBS, Tyson, Cargill und Dairy Farmers of America sowie die Fonterra Gruppe - mit insgesamt 578 Mio t Kohlenstoffdioxid fast genau so viel des Treibhausgases ausgestoßen wie der Ölkonzern ExxonMobil. Von diesem und seinen Produkten seien 2015 zusammen 577 Mio t an Kohlenstoffdioxidemissionen ausgegangen. Allerdings ist ExxonMobil nur einer der Player auf dem globalen Ölmarkt. Laut Zahlen der Heinrich-Böll-Stiftung hatten allein seine beiden Konkurrenten Shell und BP im Jahr 2015 weitere 956 Mio t an Kohlenstoffdioxidemissionen. Die Stiftung sprach dennoch von einer „XXL-Klimabilanz der Fleisch- und Milchgiganten“. Die Pariser Klimaziele seien nur mit einer globalen Agrarwende zu erreichen. In Deutschland zeigten bereits viele Betriebe, wie eine nachhaltige Landwirtschaft funktioniere. Ihre Existenz dürfe nicht weiter durch eine „zerstörerische Form der Agrarindustrie“ bedroht werden. AgE

Bündnis für Tierschutzpolitik will Milchkuhhaltung verbessern

Ein Positionspapier mit Empfehlungen für mehr Tierschutz in der Milchkuhhaltung hat das Bündnis für Tierschutzpolitik vorgelegt. An erster Stelle der Prioritätenliste stehe der ausnahmslose Verzicht auf die Anbindehaltung, erklärte der Zusammenschluss aus der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, dem Bundesverband Tierschutz, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere, Provieh und Vier Pfoten am vergangenen Mittwoch (8.11.) in Berlin. Die Provieh-Fachreferentin für landwirtschaftliche Nutztierhaltung, Stefanie Pöpken, betonte, dass vor allem die Weidehaltung der Tiere eine wichtige Rolle spiele. „Wenn wir es jetzt nicht schaffen, die ganzjährige Abwanderung der Milchkuhhaltung in Laufställe oder Anbindehaltung zu verhindern, werden unsere Kinder tatsächlich bald glauben, dass Kühe lila sind und Schokomilch geben“, warnte Pöpken. Große Bedeutung hat dem Bündnis zufolge auch die wirksame Betäubung bei der Enthornung. Weitere Empfehlungen betreffen die Schlachtung und Tiergesundheit sowie die Ausgestaltung der Liegeflächen, das Platzangebot und Außenklimareize. Zudem enthält die Liste Hinweise auf Schwerpunktänderungen bei den Zuchtzielen wie etwa Robustheit und Langlebigkeit, die Tieren und Tierhaltern zugute kämen. Das Papier sei bereits wichtigen Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels übermittelt worden. Auch den Molkereien solle es Orientierung geben. In Milchkuhbetrieben könnten die Empfehlungen gerade bei anstehenden Umbaumaßnahmen und Investitionen dazu beitragen, längerfristig tragfähige Entscheidungen zu treffen, erklärten die Tierschützer. Die dadurch entstehenden Mehrkosten müssten nach ihrer Ansicht der Lebensmitteleinzelhandel tragen. AgE