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Online-Portal – alles rund um die Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Berufsstand kämpft weiter gegen Milchpreissenkung

Der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Schweizer Milchproduzenten (SMP) lassen im Kampf gegen die von einigen großen Milchverarbeitern angekündigte Absenkung der heimischen Milchpreise nicht locker. Es sei nicht nachvollziehbar, wenn die bestpositionierten Unternehmen am Schweizer Markt mit Blick auf die milchärmere Periode Preissenkungen durchboxen wollten, während alle wichtigen Marktindikatoren entweder auf Stabilität oder eine positive Entwicklung hindeuteten, kritisierten die beiden Verbände. Vieles spreche hier für eine sehr direkte Margenverbesserung zu Lasten der Milchproduzenten. SBV und SMP betonten, sie erwarteten vielmehr, dass den Landwirten die Mehrleistungen des „Grünen Teppichs“, also der Standards für nachhaltige Milch, mit einem um 0,03 sfr (2,7 Cent) höheren Milchpreis entschädigt würden. Nach wie vor fehlten die sachlichen Marktargumente, die das angekündigte Vorgehen der Milchverarbeiter auch nur ansatzweise rechtfertigen würden, monierten beide Verbände. Fakt sei, das die Butterlager stark geräumt seien und sich die Milcheinlieferungen unter Vorjahresniveau bewegten. Zudem seien die Marktlage und Aussichten in der Europäischen Union stabil bis verhalten positiv. Es könne nicht hingenommen werden, dass die Schweizer Milchproduzenten nachweislich Mehrwerte schafften, die auf dem Markt wesentlich zu einer besseren Positionierung beitrügen, während der nachgelagerte Bereich dies eins zu eins für eine Margenverbesserung nutze. Hier fühlten sich die Milchbauern einer immensen Marktmacht ausgesetzt, beklagten SBV und SMP. Mit Blick auf die Diskussionen zur künftigen Agrarpolitik müssten deshalb zusätzliche Überlegungen über bessere Rahmenbedingungen angestellt werden, um die Marktstellung der Produzenten gleichwertig zu gestalten. AgE

Umrechnungskurs: 1 sfr = 0,8976 Euro

Nordzucker-Leitung bleibt trotz schwieriger Märkte optimistisch

Trotz der aktuellen Probleme am Zuckermarkt und anhaltender Wettbewerbsverzerrungen bleibt der Nordzucker-Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Gorissen optimistisch, was die zukünftigen Aussichten für die Erzeuger und Verarbeiter angeht. Auf der diesjährigen Hauptversammlung der Nordzucker AG beschrieb Gorissen die gegenwärtigen Bedingungen für den Konzern als „extrem anspruchsvoll“. Negative Treiber seien neben den derzeitigen Niedrigpreisen und Subventionen in Indien und Thailand auch die gekoppelten Zahlungen für den Rübenanbau in zahlreichen Ländern der EU. „Das verzerrt den Wettbewerb; hier ist die Politik gefordert“, so der Vorstandsvorsitzende. Trotz der bestehenden Unsicherheiten sieht Gorissen aber gute Perspektiven für das Unternehmen und die Anbauer. Er verwies dazu auf die weltweit kontinuierlich steigende Nachfrage und rechnet mittelfristig mit steigenden Preisen für Zucker aus Rübe und Rohr. Um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein und weiter zu wachsen, hat Nordzucker nach Angaben der Konzernspitze einen umfassenden Transformationsprozess im Kerngeschäft in Europa gestartet. Im Rahmen der Vertriebsstrategie sollen das Produkt- und Serviceportfolio angepasst, die Organisation auf die Kernprozesse fokussiert und die Kosten, insbesondere in der Verwaltung, deutlich reduziert werden. Zudem hat das Unternehmen den Einstieg ins Zuckerrohrgeschäft angekündigt und plant die Transaktion des zweitgrößten australischen Produzenten Mackay Sugar Limited zeitnah abzuschließen. Laut Konzernangaben bekräftigte die Hauptversammlung den Kurs des Unternehmens und entlastete Vorstand und Aufsichtsrat mit sehr großer Mehrheit. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Hauptversammlung der Aufsichtsratsvorsitzende Jochen Johannes Juister erneut in das Gremium gewählt und in der anschließenden konstituierenden Sitzung in seinem Amt bestätigt. AgE

Titel „Molkereimeister“ ein wichtiger Baustein im Berufsweg

Als einen wichtigen Baustein für einen interessanten und selbst gestalteten Berufsweg hat der Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hans-Joachim Harms, den Titel „Molkereimeister“ gewürdigt. Der erfolgreiche Abschluss des Molkereimeisterkurses werde sich auf jeden Fall amortisieren, betonte Harms auf der Feier des diesjährigen Molkereimeisterkurses des Milchwirtschaftlichen Bildungszentrums der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Nord-West. Laut Kammerangaben hatten sich 18 Schüler am letzten Tag der mehrtätigen Prüfung den Fragen der Prüfungskommission gestellt. Gemäß dem Tenor weiterer Gratulanten öffnen exzellente Fachkenntnisse, gekoppelt mit praktischer Erfahrung, überdurchschnittlichem Engagement und Flexibilität, die „Tür der Chancen“, hinter der sich gerade in Zeiten intensiver Veränderungen ein solides Karrierepotential verberge. Die Milchwirtschaft brauche derzeit Molkereimeister, die wie keine andere Berufsgruppe Theorie und Praxis verbinden könnten. Auch der Landwirtschaftskammer zufolge sind die Berufsaussichten für Molkereimeister hervorragend. Demnach haben nahezu alle Lehrgangsabsolventen, die aus den Bundesländern Bremen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kamen, bereits eine Anstellung sicher. AgE

Fonds zur globalen Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen eingerichtet

Einen Treuhandfonds zur internationalen Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen von Bakterien haben die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf der zweiten Ministerkonferenz zu diesem Thema Mitte Juni im niederländischen Noordwijk ins Leben gerufen. Wie die drei Organisationen erklärten, soll der Fonds für die Jahre 2019 und 2020 mit insgesamt 70 Mio $ (62,3 Mio Euro) ausgestattet werden. Mit diesem Geld würden zunächst Länder bei der Entwicklung von nationalen Aktionsplänen technisch unterstützt. Der Fonds soll fünf Jahre lang laufen. Den ersten Finanzierungsbeitrag leisteten die Niederlande mit 5 Mio $ (4,5 Mio Euro). Nach Angaben der Organisationen wird die Antibiotikaresistenz von Bakterien vor allem durch den überhöhten Einsatz und den Missbrauch von Antibiotika zur Bekämpfung von Krankheitserregern bei Menschen und Tieren beschleunigt. Medikamentenresistente Mikroorganismen verursachten global schätzungsweise 700 000 Todesfälle pro Jahr. Diese Zahl könne auf 10 Millionen Todesfälle steigen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen würden, warnten FAO, WHO und OIE. Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten betonte, dass es immer noch Handlungsspielräume gebe, um den Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion zu verbessern. AgE

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8902 Euro

Milchkühe vor Hitzewelle schützen

Angesichts der hohen Temperaturen sollten Milchviehhalter Maßnahmen ergreifen, um ihre Kühe vor Hitzestress zu schützen. Darauf hat das Portal proteinmarkt.de unter Berufung auf aktuelle Untersuchungen von Olaf Tober von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg Vorpommern hingewiesen. Demnach sollten Milchkühe spätestens ab einer Umgebungstemperatur von 28 °C durch geeignete Maßnahmen bei der Thermoregulation unterstützt werden, da dann die Vormagen- und Körpertemperatur steigt und die Tiere unter starkem Stress leiden. Laut der Untersuchung bedeutet das Überschreiten der oberen kritischen Temperatur der Kühe zunächst, dass die Tiere anfangen, die physiologischen Anpassungsmechanismen für eine erhöhte Wärmeabgabe zu aktivieren. Dazu gehörten Schwitzen, die Erhöhung der Atemfrequenz und der Körpertemperatur sowie die Verringerung der Aktivität und der Futteraufnahme. Hier kann man Tober zufolge von einer leichten Belastung sprechen, die sich im normalen physiologischen Adaptionsrahmen bewege. Die Tierhalter müssten sich aber im Klaren sein, dass die Kühe mit dem Überschreiten der oberen kritischen Temperatur zusätzliche Energie für die Thermoregulation aufwenden müssten, die nicht für die Leistungserbringung zur Verfügung stehe. Wenn sich die Umgebungstemperaturen so stark erhöhten, dass die physiologischen Mechanismen einen Anstieg der Körpertemperatur auf mehr als 40 °C nicht mehr verhindern könnten, werde die Wärmebelastung zu starkem Stress. Bei einer Kuh mit einer Milchleistung von etwa 30 kg pro Tag dürfte dieser Bereich laut der Studie je nach Luftfeuchte mit 28 °C bis 34 °C erreicht sein. Spätestens hier werde effektiv unterstützende technische Kühlung „zum Muss“. AgE

Forscher wollen Lebensmittel ohne Landwirtschaft erzeugen

Mit einem innovativen Verfahren wollen schwedische Forscher Futter- und Lebensmittel ohne Photosynthese oder herkömmliche Landwirtschaft erzeugen und so die Umweltauswirkungen der Agrarproduktion drastisch reduzieren. Wie die Universität Uppsala berichtete, setzen Wissenschaftler um Prof. Tomas Linder dabei auf die Fähigkeit bestimmter Mikroorganismen, essbare Proteine, Fette und weitere Stoffe aus einfachen organischen Substanzen herzustellen. Vorbild ist der auch in Deutschland verfügbare Fleischersatz „Quorn“, der aus dem fermentierten Myzel des Schlauchpilzes Fusarium venenatum erzeugt wird. „Futtergrundlage“ der Mikroorganismen sind in dem von Linder konzipierten Prozess Kohlenwasserstoffe wie Alkohol oder organische Säuren, die zuvor auf chemischem Wege aus atmosphärischem Kohlendioxid und Wasser hergestellt wurden. Dies wäre dem Biochemiker zufolge wesentlich ressourceneffizienter und klimaschonender als die bisher üblichen Methoden zur Erzeugung pflanzlicher oder sogar tierischer Nahrungsmittel. Linder weist darauf hin, dass die Sojabohnenerzeugung heute weltweit rund 120 Mio ha an Ackerland und damit in etwa die Gesamtfläche von Südafrika beanspruche. Die gleiche Menge an Protein könnte mit Hilfe von Mikroorganismen auf Produktionsflächen im Umfang der schwedischen Insel Öland hergestellt werden. Da die Wachstumsbedingungen der Organismen in speziellen Tanks reguliert würden, sei die Produktion zudem unabhängig von den Witterungsbedingungen und könne theoretisch in allen Klimazonen stattfinden, erläuterte der Forscher. Linder betont zudem, dass die dafür notwendigen Technologien bereits zur Verfügung stünden. So sei es problemlos möglich, Kohlendioxid aus der Luft zu extrahieren und beispielsweise in Methanol umzuwandeln, das zum Füttern der Mikroorganismen eingesetzt werden könne. Der schwedische Wissenschaftler regt an, die Methode insbesondere zur Erzeugung von Eiweißfuttermitteln einzusetzen, um den klimatischen Fußabdruck der Tierproduktion zu verringern. AgE

Weniger Reserveantibiotika in der Tierhaltung eingesetzt

Die Tierhalter in Deutschland haben in den vergangenen Jahren nicht nur den Verbrauch von Antibiotika spürbar verringert, sondern gemeinsam mit den Tierärzten auch die Verwendung sogenannter Reserveantibiotika eingeschränkt. Darauf hat das Landvolk Niedersachsen erneut hingewiesen und sich dabei auf Monitoringergebnisse der QS Qualität und Sicherheit GmbH bezogen. Denen zufolge ist die Einsatzmenge der in der Humanmedizin besonders wichtigen Antibiotikagruppen, den sogenannten kritischen Antibiotika, im vergangenen Jahr gegenüber 2017 bei Cephalosporinen der 3. oder 4. Generation um 30 % gesunken. Bei den Fluorchinolonen wurde ein Rückgang um fast 20 % erreicht. Dem Landvolk zufolge erfasst das Antibiotika-Monitoring im QS-System bereits seit 2012 den Einsatz dieser Tierarzneimittel in der Nutztierhaltung in einer Datenbank. Von 2014 bis 2018 ist demnach der Antibiotikaeinsatz bei den Haltern von Schweinen, Geflügel oder Mastkälbern im QS-System insgesamt von 706 t auf 464 t und damit um 34 % gesunken. Die dabei erfolgte Minderung der Gaben von Antibiotika, die für den Menschen wichtig sind, widerlege den Vorwurf, wonach der Einsatz dieser Reserveantibiotika in der Tiermedizin in jüngster Vergangenheit angestiegen sein solle, betonte der Landesbauernverband. Er hob vor dem Hintergrund von Resistenzbildungen hervor, dass Antibiotika in der Nutztierhaltung grundsätzlich nicht prophylaktisch, sondern nur aufgrund einer vorherigen, konkreten Diagnose des Tierarztes eingesetzt würden. Gerade mit Blick auf den Tierschutz müssten aber auch kranke Tiere medizinisch behandelt werden. Trotz dieser Notwendigkeit zeigten die rückläufigen Zahlen zur Verabreichung von Reserveantibiotika aus dem QS-Antibiotika-Monitoring, dass Tierhalter und Tierärzte für dieses Thema ausreichend sensibilisiert und in hohem Maße um einen restriktiven Einsatz bemüht seien. AgE