Dürre in der Europäischen Union
Dürre und Hitze haben in weiten Teilen der EU zu massiven Ernteausfällen geführt. Bei Mais reichten die Verluste bis zu 70% in Slowenien. Derweil sank die Milchproduktion vielerorts um 10 bis 15%. Copa und Cogeca fordern deshalb sofortige Liquiditätshilfen und mehr EU-Koordinierung. Hier scheint es derweil keine konkreten Pläne zu geben.

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Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (Copa) und ländlichen Genossenschaften (Cogeca) drängen zum Handeln. Nach dem Treffen in Dublin mit EU-Agrarkommissar Christophe Hansen und dem amtierenden Agrarratsvorsitzenden, Irlands Landwirtschaftsminister Martin Heydon, haben die Dachverbände „eine rasche, europaweit koordinierte Antwort“ auf die diesjährigen Dürrefolgen gefordert. Man habe über massive Ernteausfälle in weiten Teilen Europas berichtet, so Verbandsvertreter im Anschluss.
Laut Copa-Cogeca sind Slowenien, Österreich, Frankreich und Italien am stärksten betroffen. Deutliche Schäden haben den Dachverbänden zufolge auch Spanien, Ungarn, Deutschland, Kroatien, Tschechien, Irland und Rumänien gemeldet.
Brüssel zögert mangels Möglichkeiten
Dem Vernehmen nach soll das Thema unter anderem beim regulären Treffen der Agrarminister am 28. September in Brüssel weiter beraten werden. Wie ein Kommissionssprecher bereits klargestellt hatte, seien aktuell noch keine Sondermaßnahmen geplant. Dies dürfte auch daran liegen, dass die EU-Kommission viele Pfeile angesichts der Preiskrise auf dem Düngemittelmarkt schon verschossen hat. So wurden die diesjährigen Gelder aus der Agrarreserve bereits in Gänze ausgereicht.
Slowenien besonders betroffen
Unterdessen weisen Copa und Cogeca darauf hin, dass es in diesem Jahr den Ackerbau besonders hart getroffen habe. Bei Mais lägen die Verluste in Slowenien bei 50 bis 70%, in Frankreich bei rund 40%, in Italien bei 20 bis 25%. Auch Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse hätten gelitten. Obst, Wein und Oliven seien durch Hitzestress und Sonnenbrand vor allem in Kroatien, Italien, Slowenien und Spanien geschädigt worden.
Laut den beiden Dachorganisationen gerät auch die Tierhaltung durch zunehmende Futterknappheit unter Druck. So sei die Milchproduktion vielerorts bereits um 10 bis 15% zurückgegangen. Bekanntermaßen dürfte dies aber weniger an der Futtermittelknappheit, sondern an der hitzebedingten reduzierten Futteraufnahme der Milchkühe liegen. Viele Landwirte greifen stattdessen in der Regel erst auf Winterfuttervorräte oder reagieren notfalls mit Bestandsreduktion. Milchkühe unter Bedarf zu füttern ist eher unüblich.
EU muss reagieren
Copa-Cogeca kritisieren derweil, dass die bisherigen Reaktionen von staatlicher Seite sich überwiegend auf nationale Beihilfen beschränkt haben. Angesichts des europaweiten Ausmaßes sei dies unzureichend. Kurzfristig verlangen die EU-Verbände sofortige Liquiditätshilfen, flexiblere Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), eine stärkere EU-Koordinierung sowie vermehrte Investitionen in Klimaanpassung. Als Beispiele nennen sie Bewässerung und resistente Sorten.
Copa-Cogeca drängen auf langfristige Hilfen
Mittelfristig fordern Copa-Cogeca Anpassungen bei der Nitratrichtlinie, eine Aussetzung des Kohlenstoffgrenzausgleichmechanismus (CBAM) sowie ein wirksames Food-and-Feed-Omnibus-Paket mit Zugang zu Pflanzenschutzmitteln. Langfristig müssten die GAP, die Gemeinsame Marktorganisation (GMO) und der Wettbewerbsfonds genug Mittel für Anpassung, Innovation und Risikomanagement bereitstellen. AgE