Verbraucher lehnen Zuckersteuer ab
Auch in der Schweiz werden das Thema Zucker und eine mögliche Steuer auf den Verbrauch kontrovers diskutiert. Das belegt der neue Ernährungsmonitor, der jetzt von der gfs.bern AG vorgelegt wurde. Laut der Erhebung stimmen 92% der Befragten der Aussage zu, dass zugesetzter Zucker in Lebensmitteln ein Dickmacher sei. Dieser Wert ist seit 2022 kontinuierlich gestiegen und hat nun einen neuen Höchststand erreicht. Zudem sind 93% der Ansicht, dass die Lebensmittelbranche auf versteckten Zucker in Fertigprodukten verzichten sollte.

Foto: Pixabay
Die Zustimmung zu der Aussage, Zucker sei gesundheitsschädlich und müsse deshalb staatlich eingeschränkt werden, ist laut gfs.bern deutlich von 48% im Vorjahr auf jetzt 68% gestiegen. Dennoch stehen die Eidgenossen Eingriffen in Form neuer Abgaben skeptisch gegenüber. Nur 30% wären mit einer Steuer auf zucker-, salz- oder fetthaltige Lebensmittel einverstanden; 68% lehnen eine solche Maßnahme ab.
Zudem zweifeln rund drei Viertel der Stimmberechtigten daran, dass staatliche verordnete Preiserhöhungen das Konsumverhalten tatsächlich nachhaltig verändern würden. Darüber hinaus befürchten 60% vermehrten Einkaufstourismus, weitere 58% klare Nachteile für die einheimische Industrie und den Handel. Falls eine Zuckersteuer eingeführt würde, sollte sie nach Ansicht von 80% für alle Lebensmittel gleichermaßen gelten.
Ernährung und Bewegung von Interesse
Die Erhebung zeigt darüber hinaus, dass sich 89% der Befragten eher oder sehr für Themen rund um Ernährung und Bewegung interessieren. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Messung im Jahr 2014. Allerdings ist der Anteil der sehr Interessierten gegenüber dem Vorjahr von 33 auf 28% gesunken.
Zugleich fühlen sich nur noch rund zwei Drittel mindestens gut über diese Themen informiert; das sind 13 Prozentpunkte weniger als 2025 und der tiefste Wert der bisherigen Zeitreihe. Außerdem räumen 56% ein, dass sie Schwierigkeiten haben, wissenschaftlich fundierte Informationen von anderen Ernährungsinformationen zu unterscheiden. Dennoch erachtet die überwältigende Mehrheit von 96% eine ausgewogene Ernährung als sehr oder eher wichtig; bei 93% gilt dies für ausreichend Bewegung. AgE