Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Umweltauswirkungen: Deutsche Produkte besser bewertet

11. November 2025

Importierte Lebensmittel werden als umweltschädlicher wahrgenommen.

Foto: Pixabay

Heimische Lebensmittel werden als umweltfreundlicher wahrgenommen als ein importiertes Pendant. Zu dem Schluss kommt eine wissenschaftliche Studie der Universität Göttingen, die in der Fachzeitschrift „Food Quality and Preference“ veröffentlicht worden ist. Für die Studie wurden knapp 1.000 Bundesbürger danach befragt, wie sie die Umweltauswirkungen von drei Lebensmitteln – Äpfel, Paprika und Rindfleisch – anhand ihrer Herkunftsangabe bewerten. Das Herkunftsland des Produktes beeinflusste demnach die wahrgenommene Umweltbelastung aller drei Produkte entscheidend. 

„Importierte Lebensmittel – besonders aus Nicht-EU-Ländern – werden als deutlich umweltschädlicher wahrgenommen“, erläutert Erstautorin Dorothea Meyer, die Doktorandin am Lehrstuhl „Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte“ ist. Diese Wahrnehmung beruht der Studie zufolge hauptsächlich auf einer Abwertung importierter Produkte. Dies sei bei Paprika und Äpfeln stärker ausgeprägt, bei Rindfleisch hingegen schwächer. Die Wahrnehmung der Umweltauswirkungen durch die Verbraucher scheine demnach von der jeweiligen Produktart abzuhängen. Dabei können importierte Lebensmittel Meyer zufolge „ähnlich oder sogar umweltfreundlicher sein“ als Produkte aus Deutschland. „Verbraucher schätzen die Umweltauswirkungen von Lebensmitteln aufgrund ihrer Herkunft oft falsch ein, und Herkunftsinformationen können diese Fehleinschätzungen verstärken“, heißt es zusammenfassend in der Publikation. Als Beispiel wird in der Studie Paprika angeführt, die aus unbeheizten spanischen Gewächshäusern oft energieeffizienter seien als solche aus beheizten deutschen Anlagen.

Laut den Autoren bedarf es daher sowohl Verbraucheraufklärung über die Umweltauswirkungen von Lebensmitteln als auch Kennzeichnungsstrategien, die zwischen Herkunft und Umweltverträglichkeit differenzieren. „Die Herkunftsangabe allein reicht nicht, um nachhaltige Entscheidungen zu fördern“, schlussfolgert der ebenfalls an der Studie beteiligte Lehrstuhlinhaber, Prof. Achim Spiller. „Stattdessen braucht es Informationen, die reale Auswirkungen sichtbar machen, etwa durch Klima- oder Umweltlabel.“ AgE

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