Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Umzug der EEX-Milchfutures nach Chicago

22. September 2026

Die Leipziger EEX überträgt ihr europäisches Milchtermingeschäft bis Ende 2027 an die CME nach Chicago. Der DRV bewertet diesen Schritt grundsätzlich positiv, fordert jedoch den Erhalt der bestehenden europäischen Kontrakte zur Risikoabsicherung auch unter dem neuen Börsendach. Auch die ZMB begrüßt den Wechsel und verweist auf die Vorteile für die Milchwirtschaft durch die hohe Liquidität der US-Terminkontrakte.

Foto: pixabay

Dass die Leipziger Energiebörse (EEX) ihr europäisches Milchtermingeschäft bis Ende 2027 schrittweise an die Chicago Mercantile Exchange (CME) überträgt, bewertet der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) grundsätzlich positiv, knüpft diese Einschätzung aber an eine klare Bedingung. „Es ist von großer Bedeutung, dass die bestehenden europäischen Milchterminkontrakte erhalten bleiben und der Milchwirtschaft auch künftig als Instrument des Risikomanagements zur Verfügung stehen“, erklärte Frederik Karnath, Referent Milchwirtschaft beim DRV.

Karnath verwies gegenüber AGRA Europe auf die jahrzehntelange Erfahrung und hohe Expertise der CME in diesem Segment. Auch das hohe Handelsvolumen in Chicago sowie die Ankündigung, die Kontrakte weiterzuentwickeln, seien positive Signale für den Markt.

Gleichzeitig zeichnet sich für europäische Marktteilnehmer eine regionale Alternative ab: Die Euronext in Paris hat angekündigt, noch im Laufe des Jahres 2026 eigene Futures und Optionen für Butter und Magermilchpulver einzuführen. „Damit bleibt voraussichtlich auch in Europa eine Infrastruktur für Milchtermingeschäfte bestehen“, so Karnath.

Wurzeln im Milchgeschäft

Die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) verweist auf die historischen Wurzeln der CME im Milchgeschäft, die im 19. Jahrhundert als Chicago Butter and Egg Board gegründet worden war. ZMB-Geschäftsführerin Monika Wohlfarth bewertet es als Vorteil für die heimische Milchwirtschaft, dass der Handel mit den Milchkontrakten auch in Chicago in Euro erfolgen soll. Zudem seien die größten Broker ohnehin bereits an der CME aktiv. Auch wenn die gewohnte Vertrautheit mit der heimischen Börse zunächst verloren gehe, sei durch den Wechsel künftig mit einer höheren Liquidität bei Milchtermingeschäften zu rechnen.

Dass die CME angekündigt hat, zusätzlich zu den Terminkontrakten auch Optionen auf Milchprodukte einführen zu wollen, hält die ZMB-Geschäftsführerin für sinnvoll. Damit stehe künftig ein weiteres wichtiges Absicherungsinstrument für die Milchwirtschaft zur Verfügung. „Wichtig ist nun, dass der Übergang schnell und reibungslos gestaltet wird“, so Wohlfarth. AgE

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