Minderung der Ammoniakemissionen: Spanien ist auf Kurs

Spanien ist bei der Umsetzung seines EU-Minderungsziels für Ammoniak auf Kurs – vor allem dank Emissionssenkungen in der Viehhaltung. Das hat das Landwirtschaftsministerium in Madrid jetzt mitgeteilt. Demnach ging der Ammoniakausstoß der spanischen Viehhaltung trotz des massiven Wachstums der Schweinehaltung im Zeitraum 2005 bis 2024 um 17,6% zurück. Allein im Jahr 2024 verringerte er sich um 2,3%.
Derweil wurde bei der Mineraldüngung laut nicht näher bezifferten Angaben des Ministeriums 2024 wieder etwas mehr Ammoniak freigesetzt. Das führt man in Madrid darauf zurück, dass aufgrund gesunkener Düngerpreise wieder mehr Mineraldünger ausgebracht wurde.
Die spanischen Gesamtemissionen an Ammoniak sanken zwischen 2005 und 2024 um 13,0%. Dieser Wert ist drei Prozentpunkte von den 16% entfernt, die die EU-Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen für Luftschadstoffe (NEC-Richtlinie) Spanien für 2030 als Minderungsziel vorgibt.
Wirtschaftsdüngemanagement entscheidend
Die in der Nutztierhaltung erzielten Einsparungen erklärt das Ministerium mit einem veränderten Wirtschaftsdüngermanagement, wozu auch die Abdeckung von Güllelagern und die vermehrte Nutzung von Mistschiebern zählen. Allein dadurch seien 14,9% weniger Ammoniak ausgestoßen worden. Die Emissionen bei der Ausbringung organischer Dünger einschließlich der Weidehaltung hätten sich um 2,1% reduziert. Dabei dürfte der Einsatz von Schleppschuh- oder Schleppschlauchverteilern sowie der Injektion eine Rolle gespielt haben. Zudem dürfte sich die rohproteinreduzierte Fütterung ausgewirkt haben, die für Großbetriebe in Spanien per Dekret vorgeschrieben ist.
Deutsches Ziel höher
Mit der NEC-Richtlinie werden die Mitgliedstaaten zur Ammoniakreduktion verpflichtet, allerdings in jeweils unterschiedlichem Ausmaß. So muss Deutschland seine Emissionen um 29% und damit fast doppelt so stark wie Spanien mindern. Der Unterschied resultiert unter anderem daraus, dass die Minderung von Ammoniakemissionen bei trockener und heißer Witterung schwieriger zu realisieren ist. Zudem ist die Natur in Mitteleuropa empfindlicher für Ammoniak als im kargen Südeuropa.
Deutschland hat gemäß der Statistik des Umweltbundesamtes (UBA) seine Ammoniakemissionen zwischen 2005 und 2024 um etwa 24% verringert; das sind fünf Prozentpunkte weniger als das angepeilte Ziel. Der Zielerreichungsgrad liegt mit rund 80% aber etwas ebenso hoch wie der der Spanier. Auch in Deutschland resultierte die bereits erreichte Minderung in erster Linie aus einem verringerten Ausstoß der Landwirtschaft als Hauptemittenten. Die agrarischen Emissionen sanken um knapp 24%. AgE