Milchpreise: EMB fordert faire Kalkulation
Die neue EU-Beobachtungsstelle für die Agrar- und Lebensmittelkette (AFCO) sollte die Kosten für die Milcherzeugung anhand einer „fairen“ Methode berechnen. Das hat das European Milk Board (EMB) gefordert. Der Dachverband hat dabei die Formel des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) im Auge. Die Methode sei „repräsentativ und bewährt“, erklärte das EMB. Ihr besonderer Vorzug liege jedoch darin, dass sie ein angemessenes Einkommen für die Erzeuger ansetze. Das EMB hatte die Entwicklung eines den eigenen Zielsetzungen entsprechenden Konzepts zur Berechnung der aktuellen Kosten der Milcherzeugung 2011 selbst beim BAL in Auftrag gegeben.

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Den jüngsten Berechnungen des BAL zufolge haben die Erzeugerpreise im EU-Mittel im Zeitraum 2019 bis 2023 nur 88% der Produktionskosten gedeckt. Nur für das Ausnahmejahr 2022 werden kostendeckende Milchauszahlungspreise ausgewiesen. Seitdem hat sich die Situation für Milchviehalter jedoch wieder verschlechtert.
Für 2023 kommt die BAL für Deutschland auf Einnahmen von 10,49 Cent je kg Milch. Daraus abgeleitet wird ein Stundenlohn von 18,23 Euro; die als „angemessen“ angepeilten 20,00 Euro wurden damit um 9% verfehlt. Als Grund werden gefallene Milchauszahlungspreise bei gleichbleibend sehr hohen Betriebsmittelkosten angeführt.
Nach den Worten des Vizevorsitzenden vom EMB, Elmar Hannen, muss das oberste Ziel des AFCO die Verbesserung der Position der Erzeuger in der Kette sein. Er befürchtet jedoch, dass andere Interessengruppen, die auch in der Observationsstelle vertreten sind, dem im Wege stehen könnten und zählt daher auf die EU-Kommission. Der Vorsitzende des EMB, Kjartan Poulsen, verwies auf die Gefahr erneuter EU-weiter Bauernproteste, sollten AFCO und Kommission nicht liefern. AgE