Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Freihandelsabkommen unterzeichnet

5. Mai 2026

Indien und Neuseeland haben ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Damit werden die Zölle auf 95% der gehandelten Produkte reduziert. Die nationale Ratifizierung steht noch aus.

Foto: pixabay

Mit der Unterzeichnung ist das Freihandelsabkommen zwischen Indien und Neuseeland jetzt offiziell in Kraft. Politisch hatten sich beide Seiten auf die gegenseitigen Zollerleichterungen bereits im Dezember 2025 geeinigt. Laut der Regierung von Neuseeland, wo das Abkommen noch vom Parlament ratifiziert werden muss, reduzieren sich die Zölle bei 95% der gehandelten Produkte; das ist mehr als bei jedem anderen Handelsabkommen, das Indien bislang geschlossen hat.

Neuseelands Premierminister Christopher Luxor sprach von einem „historischen“ Freihandelsabkommen. Aktuell beläuft sich der bilaterale Handel Neuseelands mit Indien auf umgerechnet knapp 2 Mrd. Euro. Luxor erwartet nach der Ratifizierung eine exponentielle Steigerung des Handelsvolumens mit weitreichenden Vorteilen über Generationen hinweg. „Unsere Wirtschaft freut sich, dass sich für zusammen 1,4 Milliarden Menschen, deren Wirtschaftsraum auf dem besten Weg ist, der drittgrößte der Welt zu werden, neue Chancen eröffnen“, betonte der Premier.

Erst Ende Januar hatten sich Indien und die Europäische Union nach rund zwei Jahrzehnten Verhandlungen auf den Abschluss eines Handelsabkommens geeinigt. Bereits Ende 2023 hatten die EU und Neuseeland ihr zuvor ausgehandeltes Handelsabkommen ratifiziert.

Inhalte der Zollvereinbarung

Die Regierung in Wellington erreichte im Agrarbereich die sofortige Abschaffung der indischen Zölle auf Schaffleisch und -wolle sowie für gut 95% der Forst- und Holzexporte. Für die meisten Meeresfruchtexporte einschließlich Muscheln und Lachs soll es für zunächst sieben Jahre einen zollfreien Zugang geben. Zudem erhält Neuseeland eine zollfreie Quote für Kiwi-Exporte, die nach sechs Jahren von 6.250 Tonnen auf 15.000 Tonnen steigen soll. Der Mindestimportpreis soll bei umgerechnet 1,54 Euro pro Kilogramm liegen. Zudem erzielte die neuseeländische Seite eine 50-prozentige Zollsenkung ihrer Apfelquote mit einem Mindestimportpreis von 1,07 Euro pro Kilogramm. Nach sechs Jahren steigt das Handelsvolumen von 32.500 Tonnen auf 45.000 Tonnen.

Darüber hinaus werden die Zölle auf neuseeländische Weinexporte innerhalb von zehn Jahren von 150% auf 25% beziehungsweise 50% gesenkt, abhängig vom Wert des Weins. Für Zölle auf Manuka-Honig haben beide Seiten eine Senkung von 66% auf 16,5% für fünf Jahre vereinbart. Indien wiederum, das für sämtliche Exporte zollfreien Zugang zum neuseeländischen Markt genießt, begrüßte den Ausschluss von Milchprodukten, tierischen Produkten – mit Ausnahme von Schaffleisch – und Zucker. AgE

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