Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Vorstoß für Herkunftskennzeichnung

30. Juni 2026

Die ÖVP treibt die Einführung einer Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie voran. Geplant ist ein freiwilliges System für Fleisch, Milch und Eier nach dem Modell „AT–EU–Non‑EU“. Dieses soll schrittweise umgesetzt werden. Ziel ist eine praktikable, transparente und automatisierte Lösung. Landwirtschaft und Verbände begrüßen den Vorstoß, fordern teils jedoch langfristig eine verpflichtende Regelung für mehr Verbindlichkeit.

Foto: pixabay

Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) geht die in den vergangenen Jahren vielfach geforderte Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie jetzt aktiv an. Am Freitag (26.6.) kündigte der Präsident des Bauernbundes, Georg Strasser, an, dass unter Einbindung aller relevanten Interessenvertretungen entlang der Wertschöpfungskette ein System entstehen soll, das Akzeptanz findet und tatsächlich in der Breite wirkt. Aufbauend auf praxistauglichen Modellen sollen einheitliche Regeln für eine flächendeckende Lösung entwickelt werden. Vorgesehen ist eine schrittweise Umsetzung für Fleisch, Milch und Eier nach dem Modell „AT-EU-Non-EU“, und zwar auf freiwilliger Basis.

Initiiert wurde das Projekt von der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ). „Zuvor wurde immer nur öffentlich thematisiert, was nicht geht, aber nie im Detail untersucht, wie ein System konkret funktionieren könnte. Das soll sich nun ändern“, erklärte Kammerpräsident Josef Moosbrugger. Das Ziel ist ihm zufolge ein einfaches, automatisiertes System, das für die Gastronomie praktikabel und unbürokratisch ist, aber unzweifelhaft Auskunft gibt, woher die tierischen Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier kommen.

„Klar ist aber auch, dass ein solcher Schritt nicht von heute auf morgen passieren kann, viel Detailarbeit erfordert und für alle Beteiligten praktikabel umsetzbar sein muss“, betonte Moosbrugger. Durchgängige Transparenz werde nur funktionieren, wenn sie auch durchgängige Akzeptanz finde.  Mit dem Kammerprojekt „Gut zu Wissen“, das sei dazu bereits erhebliche Vorarbeit geleistet worden. Damit sei man für Weiterentwicklungen gut gerüstet.

Wichtiger Schritt für mehr Transparenz

Die Ankündigung stößt in der österreichischen Landwirtschaft auf große Zustimmung. Der niederösterreichische Bauernbund begrüßte die Initiative der Volkspartei. Damit werde ein wichtiger Schritt für mehr Transparenz, faire Wettbewerbsbedingungen und für eine bewusste Kaufentscheidung der Konsumenten gesetzt.

Aus Sicht von Bio Austria ist die angekündigte freiwillige Herkunftskennzeichnung nur „ein wichtiger erster Schritt“. Ziel müsse eine verpflichtende Regelung sein. Auch der Verein „Land schafft Leben“ begrüßte die Ankündigung ausdrücklich. Entscheidend sei nun, dass aus Ankündigungen verbindliche Regeln werden, die für alle Betriebe gelten und konsequent kontrolliert werden. AgE

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