Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Neuer „Q Check“ beim Milchvieh

15. Juli 2026

Ein neuer Index könnte künftig Vor-Ort-Audits in Milchviehbetrieben teilweise überflüssig machen. Das stellte der stellvertretende Geschäftsführer der Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung (vit), Dr. Sven Schierenbeck, auf der jüngsten Vertreterversammlung des Vereins in Verden in Aussicht. Grundlage ist der neue „Q Index“, der aus dem bisherigen „Q Check“ weiterentwickelt wurde. Er fasst 16 Tierwohlindikatoren aus den Bereichen Euter- und Stoffwechselgesundheit sowie zu Tierverlusten zusammen, die aus den ohnehin erhobenen Daten der Milchkontrolle errechnet werden – ohne zusätzlichen Erhebungsaufwand für die Betriebe.

Gute Indexwerte zeigten laut Schierenbeck eine gute Tierwohlsituation an, schlechte Werte deuteten auf Beratungsbedarf hin. „Im guten Fall wären weniger Vor-Ort-Audits erforderlich, im schlechten Fall wären häufigere Vor-Ort-Audits angeraten“, so der stellvertretende vit-Geschäftsführer. Der Index könne über die eigene Betriebsführung hinaus auch für Akteure entlang der Wertschöpfungskette zur Einschätzung der Tierwohlsituation interessant sein sowie angesichts wachsenden Verbraucherinteresses zu mehr Transparenz beitragen.

Der „Q Index“ ergänze die klassischen Leistungsmerkmale um Gesundheits-, Fitness- und Nachhaltigkeitskriterien, so Schierenbeck. Er liefere den Betrieben eine schnelle, aufwandsarme Vergleichsgrundlage und Orientierung, um die richtige Balance aus Leistung, Gesundheit, Effizienz und Funktionalität zu finden.

Wie der Verein weiter berichtete, seien 2025 zudem Module zur Unterstützung beim Trockenstellen von Milchkühen sowie zur frühzeitigen Identifizierung Ketose-verdächtiger Kühe eingeführt beziehungsweise weiteren Landesmilchkontrollverbänden zur Verfügung gestellt worden.

Ganz grundsätzlich sieht vit-Geschäftsführer Dr. Reinhard Reents einen wachsenden Bedarf an „hochwertigen Informationen“ in der deutschen Milchviehhaltung – etwa zur Steigerung des wirtschaftlichen Erfolgs, der Tiergesundheit und des Umweltschutzes sowie für leichtere Betriebsaudits und mehr Transparenz. Vor diesem Hintergrund würden die Angebote der vit, darunter digitale Module, kontinuierlich weiterentwickelt.

Mehr Milch pro Kuh

Eines der wichtigsten Aufgabenfelder der vit blieb auch 2025 die Datenaufbereitung aus der Milchleistungsprüfung (MLP) der neun angeschlossenen Milchkontrollverbände. Sie prüften laut dem Verein im Berichtsjahr 2024/25 insgesamt 9.240 Höfe; das waren 4,8% weniger als im Vorjahr. Die Kuhzahl lag nach dem Abklingen der Blauzungen-Problematik zum Jahresende am 30. September 2025 mit 1.461.042 aber leicht über dem Jahresanfangsbestand.

Die durchschnittliche Nutzungsdauer der Kühe betrug 2024/25 laut der vit 38,2 Monate. Die Jahresmilchleistung stieg um 97 kg auf 10.363 Kilogramm an. Die mittlere Lebensleistung der in der Milchleistungsprüfung kontrollierten Kühe bezifferte die vit auf knapp 32.000 kg, gegenüber 26.000 kg zehn Jahre zuvor.

119,1 Millionen Tiere in der vit-Datenbank Rind

Schließlich gehörte zu den Hauptaufgaben des vit auch 2025 die Herdbuchführung für die Milchrassen in Deutschland. Im Berichtsjahr eingetragen waren 1,71 Millionen Herdbuchkühe. Insgesamt waren 119,1 Millionen Tiere in der vit-Datenbank Rind gespeichert. Die 456 Online-User des Herdenmanagement-Programms serv.it erstellten im Berichtsjahr 69.020 Zuchtbescheinigungen für Milch- und 7.340 für Fleischrinder. Zudem wurden mit dem „Vermarktungs“-Modul 213 Auktions- und Schaukataloge für Milchrinder und 45 Kataloge für Fleischrinder angefertigt. AgE

 

 

 

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