Österreich: Dürre verursacht Milliardenschäden
Die Hagelversicherung sieht auch die Ernährungssicherheit in Gefahr.

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Die österreichische Hagelversicherung zieht aufgrund der wochenlangen Trockenheit und Hitze mit Rekordwerten eine bittere Zwischenbilanz. „Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft liegt bei 1 Mrd. Euro“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Versicherungsunternehmens, Dr. Kurt Weinberger, am Montag (10.8.) vor Medienvertretern in Wien. Über alle Bundesländer hinweg seien sämtliche Kulturen betroffen, insbesondere Grünland, Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben, regional auch das Getreide. Hinzu kämen weitere 80 Mio. Euro Schäden durch Frost, Hagel, Sturm und Überschwemmung.
Während Dürreschäden früher alle zehn Jahre aufgetreten seien, würden die Landwirte mittlerweile alle zwei bis drei Jahre mit großen Ausfällen konfrontiert, betonte Weinberger. Kein anderer Wirtschaftssektor sei so verwundbar wie die standortgebundene Landwirtschaft, und viele bäuerliche Betriebe seien durch den vom menschengemachten Klimawandel massiv gefährdet. Die ständige Sorge um die eigene Existenz bedeute für die betroffenen Landwirte auch eine enorme psychische Belastung.
Hohe Risikovorsorge
Die aktuelle Situation mache deutlich, dass nur mit einer Absicherung durch eine Dürreversicherung derartige Großschäden abgedeckt werden könnten, so der Vorstandsvorsitzende. Immerhin sei die Risikovorsorge durch die Bauern sehr hoch. In Österreich seien 80% der Ackerflächen und 40% des Grünlandes gegen das Risiko Dürre versichert. Es brauche aber auch ein umfassendes Public-Private-Partnership-Modell, damit die Versicherung für die Betriebe wirksam und leistbar bleibe.
Weinberger sieht durch die Dürresituation die Ernährungssicherheit Österreichs in Gefahr. Die Ernteausfälle machten das Land in der Zukunft noch abhängiger von Importen aus dem Ausland. „Lebensmittelversorgung ist daher ein Sicherheitsthema“, hob der Unternehmenschef hervor.
Wetterextreme nehmen dramatisch zu
Auch für Prof. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) steht fest: „Der Klimawandel ist menschengemacht.“ Häufig unterschätzt werde jedoch die Dynamik, die noch bevorstehe. An der Seite von Weinberger erläuterte er, dass das Klimasystem nicht linear reagiere; vielmehr nähmen Wetterextreme dramatisch zu, und zudem gebe es kritische Schwellenwerte. Würden diese überschritten, starteten Prozesse, die nicht mehr umkehrbar seien.
Einige dieser Schwellen seien bereits überschritten, warnte Leverman. Dies bedeute, dass es in Zukunft immer häufiger Hitzewelle geben werde. Solche Prozesse könnten sich über Jahrzehnte hinziehen, weshalb die Menschheit für mehrere Generationen in einer Phase zunehmender Instabilität leben werde. Daher müsse schon jetzt gehandelt werden, und nicht erst, wenn weitere Kipppunkte überschritten seien. AgE