EFTA und Vietnam besiegeln Abkommen
Nach mehr als 14 Jahren Verhandlungen ist das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und Vietnam unterzeichnet. Am 2. Juli dieses Jahres hatten das südostasiatische Land und die vier EFTA-Staaten Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein offiziell den Abschluss der Verhandlungen bekannt gegeben, die im Juli 2012 angelaufen waren. In Kraft tritt das Abkommen jedoch erst nach Abschluss der Ratifikationsverfahren in den Vertragsstaaten.

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Im Agrarbereich haben die EFTA-Staaten keinen vollständigen Freihandel vereinbart. Vietnam öffnet seinen Markt nur schrittweise für wichtige Agrar- und Lebensmittelprodukte. Für Erzeugnisse wie Käse, Schokolade, Säuglingsnahrung, Nahrungsergänzungsmittel und bestimmte Kaffeeprodukte sollen die Zölle im Rahmen von Übergangsfristen, die bis zu 16 Jahre laufen, auf null sinken. Es sollen spezifische Marktöffnungslisten gelten, welche die jeweiligen Interessen und sensiblen Bereiche der Vertragspartner berücksichtigen.
Für die Schweizer Landwirtschaft dürfte vor allem der verbesserte Zugang zum vietnamesischen Markt für Milchprodukte und hochwertige verarbeitete Lebensmittel interessant sein. Umgekehrt bleibt die Schweiz bei besonders sensiblen Agrarprodukten ihrem üblichen Ansatz treu und öffnet den Markt nur begrenzt. Vietnam wiederum erhält in den EFTA-Staaten Präferenzen auf dem Niveau jüngerer Freihandelsabkommen dieser vier Länder.
Darüber hinaus enthält das Abkommen Regeln zu sanitären und phytosanitären Maßnahmen. Diese sollen den Handel mit Agrar- und Lebensmittelprodukten erleichtern und gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit sowie die Tier- und Pflanzengesundheit sicherstellen.
Strategischer Wachstumsmarkt
Nach Angaben des Wirtschaftsverbandes Economiesuisse ist das Freihandelsabkommen für die Schweizer Wirtschaft generell von großer Bedeutung. Vietnam zähle zu den dynamischsten Volkswirtschaften Asiens. Dort sei 2025 das reale Bruttoinlandprodukt im Vorjahresvergleich um 8% auf rund 494 Mrd. $ (440 Mrd. Euro) gestiegen. Mit einem bilateralen Handelsvolumen von rund 2,9 Mrd. sfr (3,1 Mrd. Euro) sei das Land bereits der drittgrößte Handelspartner der Schweiz in der ASEAN-Region. Zudem beschäftigten über 100 Schweizer Unternehmen vor Ort mehr als 17.000 Personen. AgE
