Antibiotikaeinsatz: Verbraucher haben Wissenslücken

Zum Einsatz von Antibiotika und Hormonen in der europäischen Nutztierhaltung gibt es weiter große Wissenslücken in der Bevölkerung. Diese Schlussfolgerung hat der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) aus einer Umfrage unter 6.300 Personen in mehreren europäischen Ländern einschließlich Deutschland gezogen.
Laut dem BfT wussten 59% der Befragten nicht, dass der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer in der Europäischen Union verboten ist. Das Verbot eines Einsatzes von Hormonen als Wachstumsförderer sei 55% der Befragten unbekannt gewesen. Und fast vier von zehn Befragten seien davon ausgegangen, dass Antibiotika routinemäßig ohne Erkrankung verabreicht würden.
Impfungen gegenüber zeigten sich die Studienteilnehmer dem BfT zufolge offen. Drei Viertel der Befragten hätten sich für regelmäßige Impfungen von Nutztieren ausgesprochen. Etwa 70% sähen in Impfungen einen wichtigen Schutz gegen Zoonosen. Und für 84% gebe es einen direkten Zusammenhang zwischen der Tiergesundheit und der Qualität von Lebensmitteln.
Der Verband wertete die Umfrageergebnisse als eine „klare Aufforderung für mehr Dialog und faktenbasierte Aufklärung rund um Tierarzneimittel“. Trotz einer insgesamt positiven Einstellung zum Thema bleibe die Skepsis hoch, insbesondere beim Einsatz von Antibiotika und in Bezug auf landwirtschaftliche Praktiken. AgE