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Nitratbericht der EU-Kommission: Auch Den Haag hat noch Hausaufgaben

11. August 2026

Im Zeitraum 2020 bis 2023 gab es positive und negative Entwicklungen.

Foto: Pixabay

 

Auch den Niederlanden ist es in den zurückliegenden Jahren nicht gelungen, die Belastung durch Nitrat in Grund- und Oberflächengewässern in den Griff zu kriegen. Das zeigt der kürzlich von der EU-Kommission zur Umsetzung der Nitratrichtlinie vorgelegte Länderbericht. Demnach konnten im Zeitraum 2020 bis 2023 zwar einige Verbesserungen erreicht werden, zugleich waren jedoch auch Rückschritte zu beobachten. Von den niederländischen Grundwassermessstellen wurden 21,0% als „Hotspot“ der Nitratbelastung eingestuft; gegenüber dem vorhergehenden Beobachtungszeitraum 2016 bis 2019 entsprach das einer Zunahme um 4,6 Prozentpunkte. Laut dem jüngsten Bericht wurde die Nitratkonzentration von 50 mg/l an 18,7% der Messstellen erreicht oder überschritten; weitere 2,3% wiesen eine Konzentration zwischen 37,5 und 49,99 mg/l bei steigender Belastung auf. Gegenüber dem vorherigen Bericht hat die Nitratbelastung an 14,1% der Grundwassermessstellen abgenommen und an 25,4% zugenommen. Für Deutschland hat die EU-Kommission den Anteil an Nitrat-Hotspots im Grundwasser auf 26,6% beziffert.

Brüssel regt Obergrenze für Phosphor an

Verbessert hat sich die Situation in den Niederlanden bei den Oberflächengewässern. Nur 0,7% der Messstellen wurden im Berichtszeitraum als Hotspot der Nitratbelastung eingestuft; im Vergleich zu 2016 bis 2019 war das ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte. Verringert hat sich auch der übermäßige Nährstoffeintrag. Als eutrophiert beziehungsweise von Eutrophierung bedroht galten zuletzt 56,1% der Messstellen, im vorangegangenen Nitratbericht waren es noch 68,9% gewesen. Für Deutschland weist der aktuelle Bericht einen Anteil von 76,4% aus. Die EU-Kommission empfiehlt der niederländischen Regierung unter anderem, die bereits umgesetzten Maßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuschärfen. Mit Blick auf die staatlichen Aktionsprogramme wird etwa angeregt, Obergrenzen für die Phosphordüngung in Betracht zu ziehen und die Zusammenarbeit aller Akteure zu verbessern.

Messstellennetz wird verbessert

Deutlich besser aufgestellt als Deutschland waren die Niederlande im Hinblick auf die Messstellendichte. Laut Bericht wurde das Grundwasser von etwa 35 Stationen pro 1.000 Quadratkilometer überwacht. Gegenüber dem vorherigen Bericht wurde die Dichte um etwa 8% erhöht. Hierzulande waren es bei leicht abnehmender Tendenz knapp zwei Stationen pro Flächeneinheit, im Durchschnitt der Mitgliedstaaten waren es acht. Ähnlich sah es bei der Überwachung der Oberflächengewässer aus. Die Niederlande nutzten dafür 29 Stationen auf 1.000 Quadratkilometer, in Deutschland war auf derselben Fläche eine einzige im Einsatz. Im Nachbarland wurde das Messstellennetz zuletzt um 26% ausgebaut; hierzulande gab es keine Veränderungen.

Hohe Viehdichte und viel Dünger

Noch immer spürbar höher als in Deutschland war im Betrachtungszeitraum der Viehbesatz in den Niederlanden. Laut dem Bericht kamen 2023 auf einen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche durchschnittlich 3,31 Großvieheinheiten (GV), in Deutschland waren es 0,91 GV/ha. Deutlich übertroffen wurden die deutschen Landwirte von ihren niederländischen Kollegen auch beim Düngemittelaufwand. Laut Bericht wurden in den Niederlanden durchschnittlich 111,0 Kilogramm mineralischer Stickstoffdünger pro Hektar eingesetzt; an Wirtschaftsdünger waren es 238,7 kg/ha. Der Brutto-Stickstoffsaldo belief sich laut Bericht auf 148,3 kg/ha und wurde damit gegenüber der Vergleichsperiode um 36,3 kg/ha reduziert. Demgegenüber weist der Bericht für Deutschland 71,0 kg/ha mineralischen Stickstoffdünger beziehungsweise 69,3 kg/ha N-Wirtschaftsdünger aus; der Brutto-Stickstoffsaldo verbesserte sich hierzulande um 24,8 kg/ha auf 40,7 kg/ha. AgE

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