Bauernbund gegen Preiseingriffe
In die aktuell in Österreich geführte Debatte um staatliche Eingriffe in die Lebensmittelpreise hat sich auch der Bauernbund eingeschaltet. Verbandspräsident Georg Strasser warnte die Politik vor einem solchen Schritt: „Künstliche Preiseingriffe verzerren den Markt, gefährden die Verfügbarkeit und setzen heimische Lebensmittel unter Druck. Sie schaden am Ende allen: den Bäuerinnen und Bauern, den Regionen und den Konsumenten.“
Nach Ansicht von Strasser scheinen Preiseingriffe nur auf den ersten Blick wirksam. Internationale Beispiele wie Ungarn zeigten, dass Preisobergrenzen bei Grundnahrungsmitteln nicht nur zur Angebotsverknappung führten, sondern auch den Einkaufstourismus befeuerten und mittelfristig eine Verteuerung des gesamten Warenkorbes zur Folge hätten. Auch Spanien, oft als Vorbild genannt, habe mit einer befristeten Mehrwertsteuersenkung auf Basislebensmittel lediglich einen kurzfristigen Preiseffekt erzielen können.
Strasser stellte klar, dass Österreichs Bauern keine Preistreiber seien, sondern selbst unmittelbar zu den Leidtragenden der Teuerung gehörten. Die Landwirtschaft kämpfe mit stark gestiegenen Kosten bei Energie, Betriebsmitteln und Futtermitteln. Ob Fleisch, Milch oder Getreide, überall seien die Erzeugungspreise massiv gestiegen. Wer jetzt pauschal in Preise eingreife, ohne die Produktionsrealität zu kennen, gefährde nicht nur die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe, sondern auch die Versorgungssicherheit im Land.
Darüber hinaus verlangte der Verbandspräsident faire Bedingungen für die Landwirte: „Solange entlang der Wertschöpfungskette so wenig Transparenz darüber herrscht, wer wie viel vom Kuchen bekommt, brauchen wir nicht über staatliche Markteingriffe zu diskutieren“. Ein weiteres Instrument seien gezielte Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung, so Strasser. Immerhin fielen allein in österreichischen Haushalten jährlich rund 229.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle an; das seien 134 Kilo pro Kopf. Es gelte daher, die Verbraucher darüber aufzuklären. AgE