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Blauzungenkrankheit des Serotyps 3: Impfung kann weiterlaufen

3. Dezember 2024

Der Bundesrat hat der Entfristung der Notfallzulassung zugestimmt.

Die von der Blauzungenkrankheit des Serotyps 3 (BTV-3) bedrohten Tierhalter können weiterhin auf die Impfung ihrer Bestände setzen. Der Bundesrat hat den Weg für die Entfristung der Notfallzulassung der bisher zur Verfügung stehenden Vakzine frei gemacht. Die entsprechende Verordnung war im Juni erlassen worden, da noch kein Impfstoff eine reguläre Zulassung erhalten hat. Die Regelung drohte am 6. Dezember auszulaufen. Mit der nun beschlossenen Änderung wird die Notfallzulassung erst aufgehoben, wenn ein BTV-3-Impfstoff mit regulärer Zulassung zur Verfügung steht.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir appellierte an die Tierhalter. „Impfen Sie Ihre Tiere, bevor im Frühling die nächste Gnitzensaison beginnt“, so der Grünen-Politiker. Nach Angaben seines Ressorts sorgt der Serotyp 3 vor allem bei Rindern, Ziegen und Schafen für teils schwere Verläufe, die insbesondere bei den beiden Letzteren auch tödlich enden könnten. Es drohten schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für die Tierhalter.

Fast ganz Frankreich betroffen

Die Ausbreitung der Seuche hat sich derweil saisonal bedingt verlangsamt, ist aber noch nicht zum Stillstand gekommen. In Frankreich hat sich BTV-3 laut der Plattform für Tiergesundheit (ESA) in vier weitere Départements des Festlands sowie auf Korsika ausgebreitet. Auf dem Festland sind damit nur noch vereinzelte Gebiete im äußersten Westen, Süden und Südosten nicht betroffen. Im Zeitraum zwischen 8. und 19. November sind der ESA zufolge 355 neue Nachweise registriert worden.

Auch in Österreich war eine neue Region betroffen. Nachdem zuvor nur die westlichen und südlichen Bundesländer von der Blauzungenkrankheit heimgesucht waren, wurde jetzt BTV-4 bei zwei Rindern in Oberösterreich diagnostiziert. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) listete bis zum 21. November landesweit insgesamt 182 Fälle der Blauzungenkrankheit auf, davon 132 allein in Vorarlberg. Aktuell ist ganz Österreich als „Blauzungenzone“ ausgewiesen.

Derweil wurde in Polen der erste Ausbruch der Blauzungenkrankheit in diesem Jahr gemeldet, zumindest von den Medien. Demnach trat die Infektion bei einer Rinderherde von 31 Tieren in der Gemeinde Winsko in Niederschlesien auf. Die Veterinärbehörde habe dazu noch keine amtliche Stellungnahme abgegeben, in den sozialen Medien kursiere jedoch ein Scan des offiziellen Schreibens, das den Krankheitsverdacht bestätige, hieß es bei farmer.pl. Die Krankheit sei bei einer Routineuntersuchung festgestellt worden.

Hingegen wurden in der Schweiz seit Ende August 2024 in zahlreichen Kantonen Fälle der Blauzungenkrankheit mit dem Serotyp 8 und 3 nachgewiesen. Betroffen ist insbesondere der Norden des Landes, ebenso der Westen und das Tessin. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) bezifferte zum 15. November die Gesamtzahl der BTV-Fälle auf 1.786; überwiegend wurde BTV-3 festgestellt. Die ausgewiesene „Blauzungen-Zone“ umfasst die gesamte Schweiz. AgE

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