Defizit beim Agrarhandel
Es hatte sich bereits angedeutet, nun ist es amtlich: Russland hat 2025 beim Handel mit Agrarrohstoffen und Lebensmitteln ein Defizit verbucht. Laut dem im Moskauer Landwirtschaftsministerium angesiedelten Agroexportzentrum wurden im vergangenen Jahr Agrargüter im Wert von 40,9 Mrd. $ (34,3 Mrd. Euro) ausgeführt; damit wurde das Vorjahresergebnis um 4,2% unterschritten.
Kräftig gestiegen sind hingegen die Importe von Agrargütern, und zwar um 15,2% auf 43,4 Mrd. $ (36,4 Mrd. Euro). Unter dem Strich ergab sich damit ein Handelsdefizit von 2,5 Mrd. $ (2,1 Mrd. Euro). 2024 war noch ein Handelsüberschuss von 49 Mrd. $ (4,2 Mrd. Euro) erzielt worden.
Das dürfte Kremlchef Wladimir Putin gar nicht schmecken. Er hatte nämlich als Ziel ausgegeben, Russlands Agrarexporte bis 2030 auf einen Wert von rund 55 Mrd. $ (46,2 Mrd. Euro) zu steigern. Landwirtschaftsministerin Oksana Lut begründete den erneuten Rückgang des Exportergebnisses mit dem schlechten Wechselkurs des Rubels.
Sehr viel stärker als der Exportwert ist 2025 allerdings die Menge der Ausfuhren gesunken. Während 2024 rund 109,2 Mio. Tonnen Agrargüter ins Ausland geliefert wurden, dürften es nach aktuellen Prognosen 2025 nur etwa 80 Mio. Tonnen gewesen sei; das wäre ein Minus von 27,6%.
Schon 2024 war der Wert der russischen Agrarexporte im Vorjahresvergleich um 1,1% gesunken, während bei den Importen ein Plus von 7% verzeichnet wurde. Besser sah es noch 2023 aus. Damals hatten die Ausfuhren um 4,3% zugelegt; die Einfuhren waren hingegen um 1,7% zurückgegangen. AgE