Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Londoner Futures auf Mehrjahrestief

22. Januar 2025

Die Kurse für Weißzucker folgen seit vier Monaten einem Abwärtstrend.

Die Preise für die in London gehandelten Weißzuckerfutures haben im bisherigen Verlauf des neuen Jahres weiter deutlich nachgegeben. Der vordere Kontrakt zur Lieferung im März 2025 verbilligte sich dort am Mittwoch (15.1.) vorübergehend auf 470,50 $/t (458 Euro); das waren 7,5% weniger als der Eröffnungskurs vom 1. Januar. Auf diesem Niveau rangierten Märzkontrakte zuletzt vor dreieinhalb Jahren.

Das Chartbild ist Analysten zufolge bärisch, obwohl sich der Kurs bis Freitag (17.1.) gegen 14.00 Uhr hiesiger Zeit aufgrund von Währungseffekten etwas erholte und der Future für 476,90 $/t (464,30 Euro) gehandelt wurde. Unterdessen bewegt sich die Netto-Short-Position der Fonds auf einem sehr hohen Niveau, das zuletzt vor etwa fünf Jahren erreicht wurde. Diese Marktakteure schätzen die Chance für eine Kurserholung also als sehr gering ein. Diese Extremposition kann allerdings im Fall von bullischen Nachrichten zu einem kräftigen Kursausschlag nach oben führen.

EU weitet wohl Exporte aus

Marktexperten begründeten den Druck auf die Zuckerpreise unter anderem mit den optimistischen Aussichten für das weltweite Angebot. Die EU-Kommission taxierte die Zuckerproduktion in der EU-27 in einer ersten Voraussage für 2024/25 zuletzt auf 16,62 Mio Tonnen Weißzuckeräquivalent; das wären 1,06 Mio. Tonnen oder 6,8% mehr als die für die vergangene Saison geschätzte Menge. Gleichzeitig dürften die betreffenden EU-Zuckerexporte um fast 380.000 Tonnen oder 23,2% auf 2 Mio. Tonnen ausgeweitet werden. Außerdem werden wahrscheinlich 2,5 Mio. Tonnen auf Zucker in Verarbeitungsprodukten entfallen; das wären 17.000 Tonnen mehr als 2023/24 und nur 152.000 Tonnen weniger als die 2021/22 verzeichnete Rekordmenge.

Die Internationale Zuckerorganisation (ISO) hatte ihre Prognose für das globale Zuckerdefizit 2024/25 bereits im November vergangenen Jahres auf 2,51 Mio. Tonnen (tel quel) herabgesetzt; im August waren die Fachleute noch von 3,58 Mio. Tonnen ausgegangen. Außerdem hob die ISO ihre Schätzung für den weltweiten Zuckerüberschuss im vergangenen Wirtschaftsjahr um 200.000 Tonnen auf 1,31 Mio. Tonnen an. AgE

 

 

 

 

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