Tierseuchen: Indonesien sperrt australische Rinderexporteure
Bei einigen importierten Rindern wurde die Lumpy-Skin-Krankheit nachgewiesen – Chefveterinär in Canberra: „Australien weiter frei von LSD“ – Krankheit wurde im Land nie entdeckt – Landwirtschaftsminister Watt richtet Krisenstab ein
Ende Juli ist Australiens Landwirtschaftsministerium von der indonesischen Landwirtschafts- und Quarantänebehörde (IAQA) darüber informiert worden, dass bei wenigen importierten Rindern die Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) nachgewiesen wurde. Die Einfuhr lebender Rinder aus vier australischen Exportbetrieben in drei verschiedenen Bundesstaaten wurde untersagt, andere Exporteure können das Geschäft aber weiter betreiben. Die durch blutsaugende Insekten übertragbare Krankheit verursacht Hautläsionen, Fieber, Appetitlosigkeit, eine verminderte Milchproduktion und kann bei Rindern und Büffeln zum Tod führen. Bei Auftreten der anzeigepflichtigen Krankheit treten Exportsperren in Kraft. Australiens Chefveterinär John McKillop machte unmittelbar nach der Mitteilung der indonesischen Behörden jedoch klar, dass „Australien weiter frei von LSD ist und die Krankheit im Land nie entdeckt wurde“. Die Infektion sei nachgewiesen worden, nachdem diese Rinder bereits in Indonesien angekommen seien und dort einige Zeit verbracht hätten. „Der Nachweis von LSD in einem anderen Land ändert nichts am Tiergesundheitsstatus Australiens“, betonte McKillop. Angesichts des massiven Ausbruchs der LSD in Indonesien im März 2022 seien positive Ergebnisse nach der Ankunft nicht unerwartet.
Infektion auf der Reise oder danach
Dem Veterinär zufolge können sich die Tiere auf der Reise oder nach der Anlandung in Quarantäneeinrichtungen und Futterplätzen durch übertragende Insekten infiziert haben. „In einigen Fällen wurden diese Rinder nach ihrer Ankunft geimpft und nach der Impfung getestet, daher gab es eine Reihe von Punkten, an denen diese Rinder der LSD ausgesetzt waren, und das versuchen wir herauszufinden“, erläuterte McKillop.
Arbeiten an rascher Lösung
Australiens Landwirtschaftsminister Murray Watt erklärte, dass umgehend ein Krisenstab eingerichtet und mit den indonesischen Behörden Kontakt aufgenommen worden sei. Auch sei mit einem Schnelldiagnosetests bei Rindern in ganz Nordaustralien begonnen worden. „Die australischen Erzeuger und unsere Lieferkette Rindfleisch können sicher sein, dass wir rund um die Uhr an einer raschen Lösung dieses Problems arbeiten“, so Watt. Auch er hob hervor, dass Australien weiter frei von LSD sei. Sollte sich dieser Status ändern, gäbe es durch Biosicherheitsmaßnahmen, Keulungen und Handelsbeschränkungen für Tiere, Fleisch und Milchprodukte einen enormen wirtschaftlichen Schaden, den die Regierung allein im ersten Jahr auf gut 6 Mrd schätzt. AgE