Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

41 Prozent der Verbraucher Flexitarier

29. September 2023

Knapp jeder zehnte Bundesbürger ernährt sich der Erhebung zufolge vegetarisch – 3 Prozent bezeichnen sich als Veganer – Das Ernährungsbewusstsein ist bei Frauen und unter 30-Jährigen besonders ausgeprägt – Rausch: Der Lebensmittelhandel bekennt sich ausdrücklich zur Fleischerzeugung in Deutschland

Image by StockSnap from Pixabay

Offenbar nimmt die flexitarische Ernährung unter den Bundesbürgern immer mehr zu. In einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) gaben 41 % der Befragten an, nur „gelegentlich“ Fleisch zu essen, während 9 % beziehungsweise 3 % der Umfrageteilnehmer erklärten, sich vegetarisch beziehungsweise vegan zu ernähren. Demgegenüber stellten 47 % der Teilnehmer fest, zu keiner dieser Ernährungsgruppe zu gehören. Besonders ausgeprägt ist laut der BVLH-Umfrage die pflanzenbetonte Ernährung bei Frauen und bei den unter 30-Jährigen. So fiel mit 12 % der Anteil derjenigen Frauen, die sich vegetarisch ernähren, doppelt so hoch aus wie bei den Männern. Je jünger die Befragten waren, desto häufiger gaben sie an, sich vegetarisch zu ernähren. Insgesamt 15 % der unter 30-Jährigen bezeichneten sich dem Handelsverband Lebensmittel zufolge bei der Erhebung als Vegetarier; bei den Befragten ab 60 Jahren waren es jedoch nur 6 %.

Klimaschutz wesentlicher Grund

Als Gründe für eine pflanzenbetonte Ernährung nannten laut BVLH 62 % der befragten Bürger den Klimaschutz. Für 52 % ist das Tierwohl ein Grund, für 51 % wiederum eine gesündere Ernährungsweise. Ein Fünftel der Teilnehmer habe den guten Geschmack als Grund für den Kauf pflanzlicher Produkte angegeben. Hingegen sei der höhere Anteil an Zucker, Fetten und Salz, die vegane Ersatzprodukte enthielten, um die gewünschten Geschmackseigenschaften zu gewährleisten, für zwei Drittel der Bundesbürger ein Grund, diese nicht zu kaufen, erklärte der Bundesverband.

Der Handel macht keine Vorschriften

Derweil betonte BVLH-Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch vorige Woche bei der Wirtschaftspressekonferenz zur Allgemeinen Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung (Anuga), dass die Transformation des Ernährungssystems nur gelingen könne, wenn ökonomisches Wachstum dauerhaft mit ökologischem Bewusstsein einhergehe. „Ein zentraler Baustein dieses Transformationsgedankens ist der Ausbau einer pflanzenbetonten Ernährung“, erklärte Rausch. Zugleich stellte er klar, dass der Lebensmittelhandel niemandem vorschreibe, wie sie oder er sich zu ernähren habe. Der Lebensmittelhandel bekenne sich ausdrücklich zur Fleischerzeugung in Deutschland, hob der BVLH-Hauptgeschäftsführer außerdem hervor. Tierische Lebensmittel gehörten zu einer ausgewogenen Ernährung ebenso dazu wie pflanzliche. AgE

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