Agrar- und Ernährungswirtschaft Nordwest: Transformation für die Zukunft
Landvolk-Vizepräsident Ehlers: Wir müssen jetzt in die Umsetzung kommen – Schiplage: Die Politik muss den begonnenen Transformationsprozess begleiten – Generationswechsel braucht Planungssicherheit – Wissenschaftler Fink plädiert für Anpassungen im Baurecht

Verlässliche Rahmenbedingungen und eine gesicherte Finanzierung sind insbesondere für den Umbau der Tierhaltung notwendig. Das hat Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers auf der Regionalkonferenz „Agrar- und Ernährungswirtschaft Nordwest: Transformation für die Zukunft“ Mitte September in Friesoythe nochmals unterstrichen. Veranstalter der Regionalkonferenz waren das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF), der Verbund Transformationsforschung:agrar Niedersachsen und die GS agri eG. „Geredet wurde genug, jetzt muss es an die Umsetzung kommen“, stellte Ehlers klar. Ähnlich äußerte sich auf der Regionalkonferenz der Präsident vom Deutschen Verband Tiernahrung (DVT) und Geschäftsführer der GS agri eG, Cord Schiplage. Er erklärte, dass die Themen Transformation und Nachhaltigkeit tief in der DNA der Branche verwurzelt seien. „Von der Politik wird dies in keiner Weise honoriert und wir werden alleine gelassen“, beklagte Schiplage. Es fehlten verlässliche Rahmenbedingungen und ein finanzielles Fundament. „Wir fordern die Politik auf, den Transformationsprozess, den die Branche aus sich heraus begonnen hat, politisch und finanziell zu flankieren und damit die Ernährungssicherheit mit nachhaltigen und hochwertig erzeugten Lebensmitteln zu gewährleisten“, so der DVT-Präsident. Das Vorstandsmitglied des Landfrauenverbandes Weser-Ems, Annette Jans-Wenstrup, hob hervor, dass der Generationswechsel gleichfalls „dringend Planungssicherheit“ seitens der Politik benötige. Die nachfolgende Generation sei „bestens ausgebildet“, um die Transformation und die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen.
Konstruktive Diskussion wichtig
Der AEF-Vorsitzende Sven Guericke maß einer konstruktiven Diskussion rund um die Tierhaltung in Deutschland und im Nordwesten Niedersachsens „eine besondere Bedeutung“ bei. Die Leiterin vom Verbund trafo:agrar Niedersachsen, Dr. Barbara Grabkowsky, mahnte, es brauche eine neue, auf den planetaren Grenzen aufbauende Landwirtschaft, die gemeinsam mit der Ernährungswirtschaft gute Produkte herstelle. Diese Nachhaltigkeitstransformation könne aber nur gemeinsam in Kooperation aller Akteure auf Augenhöhe gelingen. „Wir brauchen Offenheit für notwendigen Wandel, konstruktiven Diskurs und Ressourcen, um Wandel auf den Höfen und in den Betrieben umzusetzen, zu begleiten und auszutarieren“, betonte Grabkowsky.
Wertschöpfungskette einbeziehen
Im Hinblick auf den gewollten Transformationsprozess in der gesamten Wertschöpfungskette stellte die Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Wurst- & Schinkenproduzenten (BVWS), Sarah Dhem, fest, dass die Branche wisse, „wie das geht“. „Wir sind längst auf dem Weg“, so Dahme. Sie appellierte an die Politik, die Wertschöpfungskette bei der Ausarbeitung neuer Gesetze und Verordnungen stärker mit einzubeziehen. Diese müssten den Praxistest bestehen können. Das sei aber beispielsweise bei der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nicht der Fall. AgE