Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Agroscope entwickelt Simulation der Proteinverdaulichkeit weiter

15. November 2022

Der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope hat die von ihr im Jahr 2019 entwickelte Simulation des menschlichen Verdauungsprozesses im Labor – angefangen beim Speichel, über den Magen bis zum Dünndarm – weiterentwickelt. Die Forscher haben nach eigenen Angaben die Proteinverdaulichkeit von sieben Nahrungsmitteln sowohl im Menschen als auch im Schwein und im Reagenzröhrchen gemessen.

Foto: Pixabay

Dabei habe sich gezeigt, dass die drei Messverfahren sehr ähnliche Resultate lieferten. Es seien Abweichungen von nur rund 0,2 % gemessen worden. Daher könne die Labormethode mithelfen, die Proteinverdaulichkeit von Lebensmitteln genau zu bestimmen und künftig eine Vielzahl von Versuchen an Mensch und Tier zu vermeiden. Dies eröffne vielversprechende Perspektiven in der Ernährungsforschung, so die Wissenschaftler. So könne in den Diskussionen rund um eine gesunde und nachhaltige Ernährung beispielsweise geklärt werden, wie viele der vorhandenen Proteine in Lebensmitteln der menschliche Körper aufnehmen könne und wie hochwertig diese Proteine seien. Agroscope nutzt die neue Methode bereits in zahlreichen Projekten, um mögliche Qualitätsverbesserungen verschiedener Lebensmittel zu erforschen, so etwa in Versuchen mit Sojaprodukten, Joghurts, Milchersatzerzeugnisse auf pflanzlicher Basis oder auch mit neuartigen Nahrungsmitteln wie Insekten. Da die Proteinverdaulichkeit einen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck von Lebensmitteln hat, fließen die Resultate der Forschungsanstalt zufolge auch in Ökobilanzierungen ein. Die Erkenntnisse könnten es auch ermöglichen, die Wertigkeit von Nahrungsmitteln weltweit standardisiert zu bestimmen. Dafür solle die Methode möglichst bald als ISO-Standard publiziert werden. Aktuell werde diese in 32 verschiedenen Laboren, in 18 Ländern und auf vier Kontinenten auf Robustheit getestet. Der Zeitpunkt dafür ist laut Agroscope ideal, da die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) künftig verlangen wird, die Proteinverdaulichkeit von Lebensmitteln zur Information der Konsumenten auszuweisen. Auch die Lebensmittelindustrie, die bei dem Forschungsprojekt mitgearbeitet habe, warte auf eine solche Möglichkeit. AgE

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