Aufregung über Kampagne zu Arbeitsbedingungen in der Ernährungswirtschaft
In der spanischen Regierung gibt es Aufregung wegen einer vom Sozialministerium mitfinanzierten Kampagne zu den Arbeitsbedingungen in der Ernährungswirtschaft. Konkret geht es um ein gemaltes Poster der Nichtregierungsorganisation Justicia Alimentaria, auf dem unter der Überschrift „Die geheime Zutat – Ausbeutung von Arbeitern in der spanischen Ernährungswirtschaft“ unter anderem eine Person mit Kaftan und Kopftuch zu sehen ist, die eine große, grüne Kugel auf den Schultern trägt, unter der sie fast zusammenbricht.

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Justicia Alimentaria will eigenen Angaben zufolge damit auf schlechte Arbeitsbedingungen von Erntehelfern und Schlachthofmitarbeitern hinweisen. Spaniens Landwirtschaftsminister Luis Planas kritisierte die Kampagne scharf. Ihr Inhalt sei inakzeptabel und könne der heimischen Landwirtschaft, einem für Spanien wichtigen Wirtschaftssektor, einen Rufschaden zufügen. Zudem stellte Planas fest, dass die Aussagen von Justicia Alimentaria nicht der Realität des spanischen Agrar- und Ernährungssektors entsprächen. Zuvor hatte die Kampagne insbesondere in der andalusischen Obst- und Gemüsebranche für laute Empörung gesorgt. So sprach beispielsweise die Vereinigung der Erdbeererzeuger in Huelva (Interfresa) von einer „grundlosen Verleumdung“. Auch in der andalusischen Regionalregierung kam die Kampagne nicht gut an. Die Regionalministerin für Landwirtschaft, Carmen Crespo, forderte die sofortige Einstellung. Die Regionalministerin für Arbeit, Rocío Blanco, unterstrich, dass die Arbeiter auf den heimischen Feldern nicht unter schlechten Bedingungen tätig seien. AgE