Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Aufzucht hat Einfluss auf Belastung mit antibiotikaresistenten Keimen

15. Dezember 2022

Kälber, die während ihrer Aufzucht auf dem Milchviehbetrieb verbleiben, sind deutlich seltener mit antibiotikaresistenten Keimen belastet als Kälber, die in Mastbetrieben aufgezogen werden. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilte, ist das ein Ergebnis des Zoonosemonitorings 2021.

Foto: Pixabay

Bei diesem wurden 299 Proben des Darminhalts von Mastkälbern und Jungrindern am Schlachthof untersucht. Rund zwei Drittel davon enthielten antibiotikaresistente ESBL/AmpC-bildende E coli-Bakterien. Weitere Untersuchungen auf den Erzeugerbetrieben zeigten dann, dass die Keimbelastung auch von der Haltungsform abhänge. Bei dem untersuchten Kot von Kälbern zur Mast wurden diese antibiotikaresistenten Bakterien laut BVL in 25,2 % der Proben von Tieren nachgewiesen, die in Milchrinderbetrieben aufgezogen wurden. Das waren deutlich weniger als die positiven Befunde bei Tieren aus Mastkälberbetrieben mit 58,9 % oder bei Mastrinderbetrieben mit 45,7 %. „Die Ergebnisse zeigen, dass das Vorkommen von antibiotikaresistenten Keimen bei Kälbern stark davon abhängt, wie die Tiere aufgezogen werden“, erklärte BVL-Präsident Friedel Cramer. Um die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen in diesem Bereich einzudämmen, sollten die Tiere möglichst in Haltungssystemen leben, in denen sich offenbar weniger resistente Bakterien entwickeln. Nach Angaben des BVL hängt der Unterschied vermutlich damit zusammen, dass im Geburtsbetrieb aufgezogene Kälber einem geringeren Stress ausgesetzt sind, was mit weniger Erkrankungen und damit einer selteneren Behandlung mit Antibiotika einhergehen könnte. Zudem hätten die Tiere weniger beziehungsweise keinen Kontakt zu Kälbern aus anderen Beständen. Dadurch könnte es zu einer geringeren Verbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien kommen. ESBL- und/oder AmpC-bildende Bakterien bilden Enzyme, die die Wirksamkeit von Penicillinen und Cephalosporinen auch beim Menschen herabsetzen oder aufheben können. Der häufige Nachweis bei Nutztieren ist laut BVL aufgrund der besonderen Bedeutung der Cephalosporine der dritten und vierten Generation für die Therapie des Menschen besorgniserregend, zumal davon auszugehen sei, dass diese resistenten Keime auch über Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden können. AgE

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