Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Bauernverband widerspricht Bericht zur Selbstversorgung

5. Juli 2023

Ein Bericht der „Frankfurter Rundschau“ über eine mögliche Selbstversorgung der Mainmetropole hat den Hessischen Bauernverband (HBV) auf den Plan gerufen. „Frankfurt kann sich nicht selbst versorgen, das ist ganz klar“, erklärte HBV-Generalsekretär Hans-Georg Paulus vergangene Woche in Friedrichsdorf.

Image by Jürgen Rübig from Pixabay

Um in Deutschland eine Person zu ernähren, werden laut Paulus derzeit etwa 2 200 m² Ackerfläche benötigt. In Frankfurt am Main stünden pro Einwohner jedoch lediglich 60 m² zur Verfügung. Zudem sei die Stadt auch bei den notwendigen Markt- und Verarbeitungsstrukturen auf das Land angewiesen, betonte Paulus. In dem Beitrag der „Frankfurter Rundschau“ wurde eine mögliche „Vollversorgung von Frankfurt und Hessen“ auf Grundlage einer „regionalisierten und nachhaltigen Lebensmittelproduktion“ skizziert. Gemeint sei damit vor allem ein verringerter Konsum tierischer Lebensmittel, der Umstieg auf den ökologischen Anbau und die Etablierung kurzer Wertschöpfungsketten. Aus Sicht Paulus ist auch dies unrealistisch, da es in Frankfurt ohnehin nur knapp 200 Rinder gebe. „Eine Konkurrenz für die menschliche Ernährung sehe ich da nicht“, so der HBV-Generalsekretär. Anlass für den Zeitungsbericht war eine aktuelle Studie der Universität Fulda, in der die Auswirkungen verschiedener Ernährungs- und Agrarproduktionsweisen auf den Flächenverbrauch in Hessen modelliert wurden. Den Autorinnen der Studie zufolge könnte eine Ernährungsumstellung entsprechend der „Planetary Health Diet“ den Flächenverbrauch in Hessen stark reduzieren. Laut den Modellberechnungen könnten dann die meisten Regionen in Hessen, auch Frankfurt zuzüglich seines Umlandes, einen hohen Selbstversorgungsgrad erreichen. AgE

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