Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Berufsstand fordert höhere Erzeugerpreise für Milch

17. August 2022

Höhere Erzeugerpreise haben der Schweizer Bauernverband (SBV), der Schweizer Getreideproduzentenverband (SGPV) und die Schweizer Milchproduzenten (SMP) angemahnt. Wegen der gestiegenen Preise für Betriebsmittel hätten die Bauernfamilien derzeit Mehrkosten in der Höhe von wenigstens 900 Mio sfr (922 Mio Euro) zu verkraften, beklagten die drei Verbände am vergangenen Mittwoch (10.8.).

Trotz gewisser Anpassungen bei den Erzeugerpreisen seien davon mindestens 300 Mio sfr (307 Mio Euro) ungedeckt. Deshalb müsse es bei den nächsten Preisverhandlungen Aufschläge geben, vor allem bei Brotgetreide und Molkereimilch. Bei Getreide sei mindestens eine Erhöhung des Erzeugerpreises um 8 sfr/dt (8,2 Euro) notwendig, bei der Molkereimilch ein Zuschlag um 5 Rappen (5,1 Cent) pro Kilogramm. Der SBV erwartet insbesondere von der Getreidebranche und speziell den nachgelagerten Betrieben, dass bei den Brotgetreidepreisen für diese Ernte nachgebessert wird. Die Bauernfamilien seien für ihr wirtschaftliches Auskommen darauf angewiesen, dass sie angemessen entschädigt würden und ihre krisenbedingten Mehrkosten weitergeben könnten. Die anfangs dieses Jahres erfolgte Anhebung der Brotpreise im Laden – größtenteils begründet mit scheinbar höheren Getreidepreisen – würde das bei Weitem nicht ermöglichen. Der Bauernverband rechnete vor, dass in diesem Jahr beim Anbau von einem Hektar Brotgetreide die Produktionskosten für den Landwirt aufgrund der hohen Energie, Dünger- und Maschinenkosten um rund 500 sfr (512 Euro) gestiegen seien. Um diese Mehrkosten zu decken, sei die geforderte Erhöhung der Weizenpreise um mindestens 8 sfr/dt (8,2 Euro) notwendig. Diese Anpassung würde die Verkaufspreise von Brot im Einzelhandel und in Bäckereien um etwa 8 Rappen (8,2 Cent) pro Kilogramm erhöhen. Landesweit liege der durchschnittliche Brotpreis in der Schweiz – ohne das Biosegment – bei etwa 7,60 sfr (7,8 Euro) pro Kilogramm. Mit einer verhältnismäßig geringen Preiserhöhung in den Läden von knapp 2 % könnte den Bauern somit ab sofort ein fairer Getreidepreis bezahlt werden. Ein durchschnittlicher Schweizer Haushalt kauft dem SBV zufolge 52,9 kg Brot pro Jahr. Umgerechnet entstünden für diesen dann jährliche Mehrkosten von 4,20 sfr (4,3 Euro). AgE

Umrechnungskurs: 1 sfr = 1,0243 Euro

Beitrag teilen: |

Partner

Newsletter

Abonnieren Sie unsere Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden, bei den Themen, die Sie interessieren!

Zur Anmeldung: