Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Branchendialog zu Milch- und Butterpreisen

31. Dezember 2025

Der Milchpräsident kritisiert die Niedrigpreispolitik des Handels.

Foto: Fotolia

Der Milchpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal, hat sich nach Gesprächen mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels zur aktuellen Diskussion um die Butter- und Milchpreise nur vorsichtig optimistisch gezeigt. Der DBV habe den Händlern verdeutlicht, dass sie durch diese dramatische Niedrigpreispolitik nicht nur die hochwertigen Lebensmittel, sondern auch die Arbeit der Bauern entwerteten. Das erklärte Schmal im Nachgang an einen Branchendialog mit mehreren Akteuren der Lebensmittelkette unter dem Dach der Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL) in Berlin.

Laut Schmal entspricht die Argumentation des Handels nicht der tatsächlichen Marktlage. „Preissenkungen in dieser Massivität sind alles andere als gerechtfertigt“, so der DBV-Vizepräsident. Um die heimische Landwirtschaft zu stärken, müssten alle einen Beitrag leisten, fordert Schmal und betonte abschließend: „Der Ball liegt jetzt im Spielfeld der Discounter und des Lebensmitteleinzelhandels.“

ZKHL bietet Fortführung dieses Dialogs an

Nach Angaben der ZKHL fand das Treffen statt, um die herausfordernde Lage der Landwirtschaft konstruktiv zu erörtern und zu einer Versachlichung der aktuellen Debatte beizutragen. Alle Teilnehmenden haben sich demnach ausdrücklich zu ihrer gemeinsamen Verantwortung zur Sicherung der Lebensmittelversorgung in Deutschland bekannt. Blockaden von Lagerstandorten oder anderer Infrastruktur des Ernährungssektors seien indes „keine Lösung“. Die ZKHL bot daher eine Fortführung des Dialogs an.

Handel verweist auf Überproduktion

Im Vorfeld hatte der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) in einem Hintergrundpapier zur aktuellen Lage am Milchmarkt darauf hingewiesen, dass der Milchmarkt gegenwärtig durch eine „gravierende Imbalance zwischen Angebot und Nachfrage geprägt“ sei. Demnach ist saisonbedingt auf der Angebotsseite eine starke Produktionsausweitung bei verhaltener Nachfrage im In- und Ausland zu beobachten. „Das marktwirtschaftliche Ergebnis sind sinkende Preise“, fasst der Verband darin zusammen. Der Handel gebe aufgrund des intensiven Wettbewerbs alle Einkaufsvorteile unmittelbar an den Kunden weiter, weshalb der Verkaufspreis für Butter auch entsprechend sukzessive im Preis gesenkt worden war. AgE

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