Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Chancen für EU-Agrarprodukte

27. Mai 2026

Die Europäische Union und Mexiko haben ihr bestehendes Handelsabkommen modernisiert und erweitert. Am Freitag (22.5.) unterzeichneten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum die Vereinbarung in Mexiko-Stadt.

Foto: pixabay

Mit den neuen Handelsregeln werden nach Angaben aus Brüssel Handel und Investitionen zwischen den EU-Staaten und Mexiko erleichtert. Neue Absatzchancen dürften sich damit auch europäische Lebensmittelexporteure erhoffen, schließlich ist Mexiko ein Netto-Importeur von Nahrungsmitteln.

Bislang 2,7 Milliarden Euro Agrarexportvolumen

Nach Angaben der EU-Kommission war Mexiko mit einem Exportwert von zuletzt rund 2,7 Mrd. Euro das Bestimmungsland für ungefähr 1% der gesamten europäischen Nahrungsmittel- und Getränkeausfuhren. Zu den wichtigsten Exportgütern zählten Milchprodukte mit einem Volumen von 175 Mio. Euro, Gemüse mit 253 Mio. Euro und Weinprodukte für 211 Mio. Euro.

Das Handelsvolumen dürfte nun weiter zunehmen, da Mexiko durch das Abkommen in den nächsten sieben bis zehn Jahren schrittweise seine bislang hohen Zölle unter anderem bei folgenden Produkten senken wird:

  • Geflügel: Bislang bis zu 100%, künftig 0%
  • Schweinefleisch: Bislang bis zu 45%, künftig 0%
  • Schweinelenden: Bislang bis zu 45%, künftig 0% für 10.000 Tonnen pro Jahr
  • Blauschimmelkäse: Bis bis zu 45%, künftig 0%
  • Anderer Käse: Bislang bis zu 45%, künftig 0% für 20.000 Tonnen pro Jahr
  • Schokolade: Bislang bis zu 20%, künftig 0%

EU-Standards auch für mexikanische Einfuhren

Das Abkommen enthält laut Kommission zudem verbindliche Vorgaben für Arbeitsrecht, Umweltschutz, Tierwohl und Lebensmittelsicherheit. Zudem werde garantiert, dass sämtliche EU-Standards bei mexikanischen Lebensmitteleinfuhren eingehalten würden.

Investitionen in kritische Rohstoffe

Weiter liberalisiert werden zudem unter anderem Handel und Investitionen in den Bereichen grüne Technologien, kritische Rohstoffe und digitale Dienstleistungen. Mit der Unterzeichnung setzt die EU-Kommission ihr zuletzt hohes Tempo beim Abschluss von Handelsabkommen fort. In den vergangenen Monaten gab es bereits Erfolge bei den Verträgen unter anderem mit dem Mercosur, mit Indien und Australien. AgE

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