Energiepreise bereits vor dem Ukraine-Krieg kräftig gestiegen
Die Energiepreise in Deutschland haben bereits vor der russischen Invasion der Ukraine kräftig zugelegt. Die Unsicherheiten auf den Energiemärkten und die angespannte Versorgungslage mit Erdgas vor dem Angriff Russlands hätten zu hohen Energiepreissteigerungen auf allen Wirtschaftsstufen beigetragen, heißt es dazu in einer veröffentlichten Analyse des Statistischen Bundesamtes (Destatis).
Importierte Energie verteuerte sich danach innerhalb von zwölf Monaten bis Februar 2022 um 129,5 %, im Inland erzeugte Energie um 68,0 % und Haushaltsenergie sowie Kraftstoffe um 22,5 %. Der starke Anstieg der Energiepreise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen war Destatis zufolge in erster Linie der Entwicklung beim Erdgas geschuldet. Importiertes Erdgas war im Februar 2022 dreieinhalb Mal so teuer wie im gleichen Vorjahresmonat; Erdgas in der Verteilung kostete über alle Abnehmergruppen mehr als das Doppelte. Auf der Stufe des privaten Verbrauchs machten sich vor allem die im Jahresvergleich um 30,2 % gestiegenen Heizöl- und Kraftstoffpreise bemerkbar. Die Zahlen von Destatis reichen nur bis zum Kriegsausbruch – im März sind die Preise für Erdgas und Rohöl dann bekanntlich weiter nach oben gegangen. Ob die Kosten für Energie im April weiter steigen, dürfte Analysten zufolge vor allem davon abhängen, wie das Tauziehen zwischen Präsident Wladimir Putin und den westlichen Staaten um die Bezahlung der russischen Erdgaslieferungen ausgeht. Bisher lehnen es die G7-Staaten unter dem Vorsitz Deutschlands ab, ihre Rechnungen künftig in Rubel zu bezahlen, da dies die westlichen Sanktionen gegen Russland unterlaufen würde. AgE
