Ernährungssicherheit: Hierzulande besteht kein Risiko
Die Bundesregierung verweist auf den Selbstversorgungsgrad.

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Für die Ernährungssicherheit in Deutschland besteht nach Einschätzung der Bundesregierung derzeit kein Risiko. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke stellt sie klar, dass die landwirtschaftliche Erzeugung der laufenden Anbausaison ungeachtet der in den vergangenen beiden Monaten stark gestiegenen Energie- und Düngemittelpreise gesichert sei. Hintergrund des Preisanstiegs sind der seit Ende Februar andauernde Krieg im Iran und die von Teheran wiederholt gesperrte Straße von Hormus, durch die zeitweise nur noch ein Bruchteil des sonst üblichen Schiffsverkehrs führte.
Die Bundesregierung verwies darauf, dass der Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln hierzulande im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre bei rund 85% gelegen habe. Bei Getreide und Kartoffeln belaufe er sich auf 100% beziehungsweise 145%. Etwas anders sehe es bei Obst und Gemüse aus: Hier ließen sich 20% bis 40% des Bedarfs aus heimischem Anbau decken. Dass sich manche Bedarfe nur durch Importe decken lassen, hält die Bundesregierung in Zeiten globaler Handelsströme für normal. Auch die Entwicklung der Verbraucherpreise gibt aus ihrer Sicht keinen Anlass zur Besorgnis um die Versorgungssicherheit.
Selbstversorgung bei Fleisch
Im April hatte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ihre jüngste Versorgungsbilanz Fleisch vorgelegt. Demnach sank der Selbstversorgungsgrad bei nur minimal gesunkener Eigenerzeugung – bezogen auf den Verbrauch – um 4,5 Punkte auf 114,6%. Bei Rindfleisch wurde erstmals die Marke von 100% unterschritten. Geflügelfleisch lag mit 91,3% unter dieser wichtigen Marke. Am höchsten fiel die Selbstversorgung mit knapp 139% bei Schweinefleisch aus. Bei begehrten Teilstücken wie Filet, Schinken oder Kotelett lag sie nach Branchenschätzungen allerdings nur bei rund 80%.
Dezentraler Vorrat geplant
Um für Krisen besser gewappnet zu sein, empfiehlt die Bundesregierung allen Bürgern, privat vorzusorgen und einen Lebensmittel- und Trinkwasservorrat für zehn Tage anzulegen. Dieser sollte aus Lebensmitteln bestehen, die auch im Alltag verzehrt werden. Als weiteren Baustein der Krisenvorsorge nennt die Regierung staatlich eingelagerte Notfallreserven. Zusätzlich plane das Bundeslandwirtschaftsministerium, einen dezentralen Vorrat haltbarer und sofort verzehrbarer Lebensmittel aufzubauen, etwa in Form von Konserven, heißt es in der Antwort. AgE