Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Erste Daten zum nationalen Tierwohlmonitoring bei Kühen

27. September 2022

Mit finanzieller Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums und fachlicher Beratung durch Praktiker, Wissenschaftler und Tiermediziner sind von „Q-Check“ Indikatoren zum Tierwohl bei Milchkühen entwickelt worden. Die notwendigen Daten dafür stammen aus der Milchkontrolle und dem Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT-Datenbank). Den Milcherzeugern werden dabei betriebsindividuelle Auswertungsergebnisse zur Verfügung gestellt, die einen Vergleich mit Berufskollegen erlauben und sie bei der Eigenkontrolle unterstützen.

Foto: Pixabay

Wie der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (DLQ) als Teil der Q-Check-Bündlergruppe am Dienstag voriger Woche (20.9.) mitteilte, wurde nun noch ein Schritt weiter gegangen. Die anonymisierten Tierwohldaten der rund 33 000 teilnehmenden Betriebe mit mehr als 3 Millionen Kühen aus dem Jahr 2021 seien erstmals zu einem nationalen Tierwohlmonitoring zusammengeführt. So ließen sich nun auf Bundesebene für die Betriebe mit rund 90 % aller Milchkühe in Deutschland Aussagen über das Erreichen von Zielwerten oder das Überschreiten von festgelegten Warnwerten bei einzelnen Tierwohlindikatoren machen. Insgesamt zeigt sich dabei laut DLQ eine große Streuung unter den Milchviehhaltern. So liegt beispielsweise der Median aller Betriebe, also genau die Hälfte aller Halter, bei der Erstlaktationsmastitisrate bei 26,7 %. Die besten 10 % der Erzeuger habe nur eine von 7,1 %, die schlechtesten 10 % eine von 50,0 %. Der Zielwert liegt bei diesem Indikator bei weniger als 15 %, der Warnwert bei über 30 %. Bei der Nutzungsdauer von gemerzten Kühen werden bei Q-Check mehr als 48 Monate angestrebt. Das erste nationale Monitoring hat laut DLQ nun ergeben, dass diese Dauer im Median aller Betriebe bei 39,7 Monaten liegt. Die „stärksten“ 10 % der Milcherzeuger haben eine Nutzungsdauer von 57,2 Monaten, die „schwächsten“ von 28,1 Monaten. Zu den weiteren Indikatoren zählen unter anderem der Zellgehalt der Milch für die Eutergesundheit, Mastitisprobleme, der Anteil chronischer erkrankter Tiere, die Abgangsrate der Kühe, Kälberverluste oder die Kuhmortalität. Laut Q-Check erreichen die weit überdurchschnittlichen Betriebe mehrheitlich die von Experten definierten Zielwerte, während es gleichzeitig den unterdurchschnittlichen Betrieben schwer fällt, die Warnwerte einzuhalten. Das nationale Monitoring soll zukünftig jährlich erfolgen, um Entwicklungen aufzuzeigen. AgE

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