Geplante Fusion von Arla und DMK: Milchhöfe auf Moor noch erwünscht?
Tino Gottschalk von der Arla Foods Deutschland GmbH gibt Entwarnung.

Die geplante Fusion der Molkereigenossenschaften Arla Foods und DMK Group treibt die hiesigen Milcherzeuger um. Die Frage beim DBV-Fachforum Milch am Montag (19.1.) in Berlin, ob ein Milchviehbetrieb aus den niedersächsischen Moorgebieten einen Platz als Rohstofflieferant auch bei der neuen Arla habe, beantwortete Tino Gottschalk, Geschäftsführer Arla Foods Deutschland GmbH, mit einem klaren „Ja“.
Bei der Arla kenne man natürlich die Herausforderungen, mit denen Milchviehhalter in Moorgebieten konfrontiert seien, erklärte Gottschalk. Er sieht hier ganz klar einen Zielkonflikt. Von Gesellschaft und Politik werde eine nachhaltigere Milchproduktion gefordert. Gleichzeitig solle die Wirtschaftskraft ländlicher Regionen erhalten bleiben, auch durch eine rentable Milcherzeugung auf Moorstandorten. Gefragt ist hier aus Sicht des Arla-Managers ein fairer Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Interessen. Bei der Arla gibt es Gottschalk zufolge ein Anreizmodell, bei dem teilnehmende Landwirte einen individuellen Zuschlag auf das Milchgeld erhalten, wenn sie ihre CO2-Emissionen senken, die Biodiversität fördern oder die Bodengesundheit verbessern.
Natürlich habe ein Milchbauer, der auf Moorböden wirtschafte, nur begrenzte Möglichkeiten, CO2 zu speichern, räumte Gottschalk ein. Es gehe aber nicht darum, Landwirte auf solchen Standorten durch ein geringeres Milchgeld zu bestrafen, sondern vielmehr um einen Lerneffekt. Es sei nämlich erklärtes Ziel der Arla, dass sich Landwirte stärker mit dem CO2-Fußabdruck ihrer Milcherzeugung beschäftigten. „Denn es existiert eine sehr hohe Korrelation zwischen Landwirten, die eine hohe Punktzahl in unserem Anreizmodell erreichen und der Wirtschaftlichkeit ihrer Milchproduktion“, berichtete der Geschäftsführer Arla Food Deutschland. AgE