Greenpeace fordert Mindestauflagen für die Milchviehhaltung
Offenbar kommt es auch in der deutschen Milchviehhaltung zu Verstößen gegen den gesetzlichen Tierschutz. Davon geht zumindest die Umweltorganisation Greenpeace in einem eigenen Rechtsgutachten aus, das am Montag vergangener Woche (3.4.) in Berlin präsentiert wurde.

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Die Umweltorganisation fordert daher von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir eine Überarbeitung des Tierschutzgesetzes und nationale Mindestanforderungen für die Haltung von Milchkühen. Greenpeace stößt sich insbesondere an der in Deutschland noch immer praktizierten Anbindehaltung von Milchkühen. „Milchkühe ganzjährig anzubinden und die Hornanlagen bei Kälbern ohne Schmerz- und Betäubungsmittel auszubrennen, gehört umgehend verboten“, verlangte der Agrarreferent der Organisation, Martin Hofstetter. Scharfe Kritik übt Greenpeace auch an der Zucht der Milchkühe „auf maximale Milchleistung“. Dieses Zuchtziel führe häufig zu Stoffwechselstörungen, Unfruchtbarkeit, Euterentzündungen und Klauenkrankheiten. Diese würden dann wiederum mit Medikamenten behandelt, anstatt die eigentlichen Ursachen zu bekämpfen, so die Kritik. Dies betreffe insbesondere die in Deutschland weit verbreitete Rinderrasse Holstein Friesian. „Es bedarf daher dringend konkreter Regelungen, wann bei Milchkühen von Qualzucht im Sinne des Tierschutzgesetzes auszugehen ist“, betonte die Rechtsanwältin Dr. Davina Bruhn, die das Gutachten miterstellt hatte. Die zuständige Berichterstatterin für Milch der SPD-Fraktion, Dr. Franziska Kersten, nahm die Veröffentlichung des Gutachtens zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass ein besserer Tierschutz, Klimaschutz und gesellschaftliche Akzeptanz nur durch eine „konsequente Fokussierung auf mehr Weidehaltung und Grünlandnutzung“ erreicht werden könnten. Sie forderte daher zügige Beratungen, um die Weidehaltung künftig „über die Ökoregelungen gezielt fördern zu können“. Kritik an den Forderungen von Greenpeace kam von der Landtagsfraktion der Freien Wähler (FW) aus Bayern. Für deren agrarpolitischen Sprecher Dr. Leopold Herz ist ein Verbot der Anbindehaltung „schädlich für die bayerische Landwirtschaft“. Die Kombinationshaltung, also der Anbindehaltung mit Auslauf, sei für viele bayerische Landwirte zukunftsweisend, so Herz. AgE