Immer mehr Briten können sich keine warme Mahlzeit leisten
Die zuletzt auch im Vereinigten Königreich stark gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise wirken sich immer stärker auf ärmere Bevölkerungsschichten aus. Nach Angaben der Food Foundation erhöhte sich in den vergangenen drei Monaten der Anteil der Haushalte, die Lebensmittel einsparen oder ganz auf Mahlzeiten verzichten, um 57 % auf 7,3 Millionen Menschen. Demnach haben im April 12,8 % der befragten Haushalte weniger als üblich gegessen oder Mahlzeiten ausgelassen, da sie sich keine Lebensmittel leisten konnten oder keinen Zugang zu ihnen hatten.
Insgesamt 8,8 % der befragten Briten haben laut der Erhebung nicht gegessen, obwohl sie hungrig waren, da sie kein Geld für Lebensmittel gehabt oder über keinen Zugang dazu verfügten. Immerhin 4,6 % der Teilnehmer gaben an, aus diesen Gründen einen ganzen Tag lang nichts gegessen zu haben. Insgesamt hätten 13,8 % der befragten Haushalte im April eine oder mehrere dieser Erfahrungen gemacht, berichtete die Food Foundation. Die Organisation forderte die Londoner Regierung auf, die Stärkung der Ernährungssicherheit zu einer „dringenden Handlungspriorität“ zu machen. Dazu müssten die Sozialleistungen erhöht und langfristige Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und des Lebensmittelsystems ergriffen werden. Außerdem mahnte die Food Foundation, das „Gleichgewicht der Lebensmittelpreise“ wieder herzustellen sowie die kostenlosen Schulspeisungen auszuweiten. Für die geschäftsführende Direktorin der Food Foundation, Anna Taylor, deutet die extrem zunehmende Ernährungsunsicherheit seit Januar auf eine „katastrophale Situation“ in den Familien hin. Diese setze Familien unter extremen psychischen Stress und zwinge die Menschen dazu, mit den billigsten Kalorien zu überleben. „Die Situation entwickelt sich rasch von einer Wirtschafts- zu einer Gesundheitskrise“, betonte Taylor. Aus ihrer Sicht kann unmöglich von den Lebensmittelbanken erwartet werden, dieses Problem zu lösen. Nicht funktionieren dürfte es nach Taylers Einschätzung, lediglich Lebensmittelpakete auszuteilen. AgE
