Lebensmittel in Österreich: „Einkaufskorb“ hat sich verbilligt
Der „Einkaufskorb“ der österreichischen Arbeiterkammer mit 40 günstigen Lebensmitteln hat sich binnen eines Jahres um 5,5% verbilligt. Dennoch kommt Kritik am weiterhin hohen Preisniveau; seit Herbst 2021 sei der „Musterkorb“ um 49% teurer geworden. Der Lebensmittelhandel sieht die Verbilligung indes als Beleg dafür, dass der Wettbewerb in der Branche funktioniert und Preissenkungen weitergegeben werden. Gewarnt wird jedoch davor, dass die Entspannung wegen hoher Energie- und Düngemittelkosten nur vorübergehend ist.

Foto: Hofer
Gute Nachricht für die Verbraucher in Österreich: Lebensmittel haben sich verbilligt. Das zeigt der aktuelle Preismonitor zu den 40 billigsten Lebensmitteln und wenigen Reinigungsmitteln aus sieben Supermärkten und Discountern, den die Arbeiterkammer am Mittwoch (25.3.) vorgelegt hat. Demnach wurden im Vergleich zu März vergangenen Jahres 20 von 40 ausgewählten Produkten um bis zu knapp 44% günstiger angeboten. Der Preis von vier Produkten hat sich seither nicht verändert. Allerdings wurden 16 Produkte um bis zu 22,9% teurer, darunter Tafelessig und Eier.
„Billiger – aber noch immer teuer“, fasste die Arbeiterkammer ihre Ergebnisse zusammen. Zwar kosteten die billigsten Lebensmittel jetzt im Schnitt rund 5,5% weniger als vor einem Jahr, doch von einer spürbaren Entlastung könne keine Rede sein. Seit Beginn der Teuerungswelle im Herbst 2021 seien die Preise für den „Einkaufskorb“ nämlich geradezu explodiert, und zwar um 49%.
Entspannung nur vorübergehend?
Aus Sicht des Fachverbandes Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer ist die Verbilligung des „Einkaufskorbs“ vor allem auf gesunkene Kosten in Teilen der Wertschöpfungskette zurückzuführen. „Dort, wo sich Kosten etwa bei Energie oder einzelnen Vorleistungen entspannen, wird das im Wettbewerb rasch an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben“, betonte Obmann Christian Prauchner. Zudem trage der Wettbewerb zwischen Supermärkten und Discountern dazu bei, dass Preisbewegungen zeitnah sichtbar werden.
„Die Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass der Wettbewerb im Lebensmittelhandel funktioniert und Preissenkungen weitergegeben werden“, hob Prauchner hervor. Pauschale Vorwürfe, der Handel würde Preisentwicklungen einseitig zulasten der Konsumenten ausnutzen, seien durch die aktuellen Daten klar widerlegt.
Im längerfristigen Vergleich dürfte das Preisniveau für Lebensmittel aber erhöht bleiben, und die aktuelle Entspannung könnte nur vorübergehend sein, erklärte der Obmann. Wirtschaftsexperten sähen bereits neue Risiken. Vor allem die teurer gewordene Energie bleibe ein zentraler Kostenfaktor in Produktion, Verarbeitung und Transport. Auch bei Düngemitteln seien deutliche Preissteigerungen zu erwarten, die sich unmittelbar auf die landwirtschaftliche Produktion auswirkten. AgE