Leguminosen-Anbau in Deutschland wächst weiter
Körnerleguminosen wie Erbse, Ackerbohne, Sojabohne und Lupine sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Im vergangenen Jahr wurden sie auf rund 300.000 Hektar angebaut, was etwa 2,6% der bundesweiten Ackerfläche entspricht. Rechnet man die feinsamigen Futterleguminosen – also Kleesorten und Luzerne – hinzu, so liegt der Anteil sogar bei knapp 6%. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsbericht des Forums Nachhaltigere Eiweißfuttermittel (FONEI) für den Zeitraum 2024 bis 2025 hervor, der jetzt vorgelegt wurde. Laut Bericht strebt das FONEI an, den Anbauanteil der Leguminosen bis 2030 auf 10% zu steigern.

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Das FONEI, das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in der Eiweißpflanzenstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums betreut wird, will dieses Ziel über unterschiedliche Maßnahmen erreichen. In dem Bericht wird insbesondere auf die Bedeutung entsprechender Absatzmöglichkeiten verwiesen. Dazu trage die Industrie bei, indem sie in regionale Verarbeitungslinien investiere. Ein Beispiel dafür sei Rheinland-Pfalz, wo eine Ölmühle eine solche Linie für regional erzeugte Sojabohnen aufgebaut habe. Diese stelle mittlerweile eine attraktive Vermarktungsoption dar.
Neue digitale Tools
Darüber hinaus haben wissenschaftliche Institute und Verbände, die Mitglieder des FONEI sind, digitale Tools etabliert. Diese sollen Markt- und Preistransparenz für heimische Körnerleguminosen schaffen und zugleich die landwirtschaftliche Praxis beim Anbau unterstützen. Die große Herausforderung für die kommenden Jahre sei es jedoch, trotz des enormen Preisdrucks auf den Märkten den Transformationsprozess hin zu nachhaltigeren Eiweißfuttermitteln gemeinsam und wirtschaftlich tragfähig für die gesamte Wertschöpfungskette voranzutreiben, heißt es in den Bericht.
Im Vordergrund stehe dabei die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Eiweißquellen langfristig abgesichert werden könne, insbesondere bei hohem Preisdruck in der Fleisch- und Milchvermarktung. Außerdem müsse geklärt werden, wie Transparenz bis auf die Anbauflächen von importierten Rohstoffen verlässlich gewährleistet werden könne und wie eine faire Verteilung des administrativen und finanziellen Mehraufwands bei erhöhten Nachhaltigkeitsansprüchen entlang der Wertschöpfungskette gelinge. Daneben gelte es zu erörtern, welche Anstrengungen in der Forschung nötig seien und ob die Erkenntnisse in der Praxis ankommen.
Testläufe gestartet
Im Weiteren wird über nahezu alle Wertschöpfungsstufen hinweg von der flächendeckenden und seit Anfang 2024 verpflichtenden Einführung des QS-Zusatzmoduls „SojaPlus“ berichtet. Thematisiert wird zudem die Implementierung der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR), ihre zeitliche Verschiebung und die damit einhergehenden Unsicherheiten. Viele Akteure nutzten diese Zeit für Testläufe („Dry Runs“) und die Anpassung von Rückverfolgbarkeitssystemen, wie beispielsweise dem Deforestation and Conversion Free (DCF) Implementation Toolkit.
Im FONEI sind 48 Unternehmen, Verbände, Organisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Behörden aus den Bereichen Landwirtschaft, Umweltschutz, Beratung, Futtermittel- und Lebensmittelproduktion sowie Lebensmittelhandel vertreten. Davon sind 25 Akteure reguläre Mitglieder und 23 assoziierte Mitglieder. AgE