Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Massiver Wasserverlust in Deutschland seit 2000

von | 15. Dezember 2023

Ein düsteres Bild zeichnet der dritte Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Bundesumweltministerin Lemke mahnt zu mehr Engagement.

Foto: pixabay

Deutschland ist weltweit mit am stärksten vom klimawandelbedingten Wasserverlust betroffen. Seit dem Jahr 2000 verliert die Bundesrepublik jährlich rund 2,5 Kubikkilometer Wasser. Dies geht aus dem dritten Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) der Bundesregierung hervor, den Bundesumweltministerin Steffi Lemke zusammen mit dem Präsidenten des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner, in Berlin vorgestellt hat. „Die verheerenden Folgen der Klimakrise nehmen in erschreckendem Ausmaß zu“, sagte Lemke. Das zeige der aktuelle Monitoringbericht überdeutlich. Die Grünen-Politikerin mahnte zu einem stärkeren Engagement bei der Bekämpfung des Klimawandels, verwies aber auch auf die bereits erfolgten Anpassungsmaßnahmen. So habe die Bundesregierung mit dem Klimaanpassungsgesetz, der Klimawandelanpassungsstrategie, der Nationalen Wasserstrategie, dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz und mehreren Förderprogrammen reagiert. Der fortschreitende Klimawandel verursacht laut Bericht auch schwere Schäden in der Landwirtschaft, im Gartenbau und in der Forstwirtschaft. In der Landwirtschaft komme es wegen einer zunehmenden Wasserknappheit zu spürbaren Ernteausfällen. Die Auswirkungen des Dürrejahres 2018 seien auch 2023 immer noch nicht ausgeglichen, heißt es in dem Bericht.

Dramatische Erwärmung

Die anhaltende Trockenheit und der damit einhergehende Schädlingsbefall setzen außerdem die Wälder stark unter Druck. 2020 starben etwa zwanzigmal so viele Fichten wie im Mittelwert der Jahre 2010 bis 2019. Die klimatischen Veränderungen verschieben zudem die agrarphänologischen Phasen. Beispielsweise blühen heute Winterrapspflanzen rund 18 Tage früher als im Mittel des Zeitraums 1971 bis 1980; beim Apfel sind es rund 15 Tage. Wenn nach warmen Frühlingstagen Spätfröste auftreten, kann das im Obstbau zu großen Schäden führen. Laut Monitoringbericht ist die Lufttemperatur in Deutschland im Flächenmittel der Jahre 1881 bis 2022 statistisch gesichert um 1,7°C gestiegen. In den vergangenen 50 Jahren hat sich dieser Anstieg zudem beschleunigt. Vor 2014 gab es beispielsweise kein einziges Jahr, in dem die Jahresdurchschnittstemperatur oberhalb von 10°C lag. Seitdem wurde diese Schwelle schon fünfmal überschritten. Im Juli 2022 wurde erstmals nördlich des 53. Breitengrades in Hamburg eine Temperatur von über 40°C gemessen. Der DAS-Monitoringbericht wird alle vier Jahre von der Bundesregierung vorgelegt und informiert über die Klimafolgen und die Anpassung an den Klimawandel. AgE

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