Milchviehhaltung: AbL will Stärkung der bäuerlichen Betriebe
Vorschläge für einen Umbau der Milchkuhhaltung hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) vorgelegt. Ziel der in einem Positionspapier skizzierten Maßnahmen ist es laut AbL, das Tierwohl in der Milcherzeugung zu verbessern, die Klimaverträglichkeit zu erhöhen und die bäuerlichen Milchviehbetriebe zu stärken.
Foto: Pixabay
Gefordert wird eine schnelle Umsetzung der staatlichen Tierwohlkennzeichnung. Die Kriterien müssten für Milchviehbetriebe praktikabel sein. Dabei müsse die Weidehaltung einen hohen Stellenwert bekommen. Vorgeschlagen wird, in der Eingangsstufe des Borchert-Plans Kombinationshaltung mit Weidegang oder Auslauf zu ermöglichen. Nach Einschätzung der AbL hält ein Teil der Betriebe die Anforderungen der Stufe 1 bereits ein.
Andere könnten diese Stufe durch einen Abbau des Tierbestands erreichen. Diese Reduzierung müsse genutzt werden, um auch die Überschusssituation am Markt zu entspannen. Erforderlich ist der Arbeitsgemeinschaft zufolge eine Honorierung der Weidehaltung. Deren besondere gesellschaftliche Leistungen für Tierwohl, Klima- und Artenschutz seien in den Öko-Regelungen der Ersten Säule als gesonderte Maßnahmen aufzunehmen und einkommenswirksam zu honorieren. Darüber hinaus müsse die mit dem Umbau der Milchviehhaltung einhergehende Marktdifferenzierung genutzt werden, die Stellung der Erzeuger zu verbessern und kostendeckende Preise für Qualitätsprodukte zu erzielen. Dabei seien marktpolitische Maßnahmen zu nutzen. Die AbL plädiert für einen Umbau der ganzjährigen Anbindehaltung innerhalb von zehn Jahren. Viele Betriebe mit Anbindehaltung hätten die Möglichkeit, auf Kombinationshaltung zu wechseln, in allen Fällen mit ganzjährigem Auslauf und wenn möglich zusätzlich mit Weidehaltung. Für Ausnahmefälle sei eine Härtefallregelung vorzusehen. Bei der staatlichen Tierwohlkennzeichnung sei die Kombinationshaltung in Stufe 1 aufzunehmen. AgE